Hartfüßler
Members
-
Benutzer seit
-
Letzter Besuch
Reputationsaktivitäten
-
Hartfüßler reagierte auf dermuthige in MYOG | 60L Klon eines AtomPacks Mo | 754gNoch einmal von oben bis unten:
-
Hartfüßler reagierte auf dermuthige in MYOG | 60L Klon eines AtomPacks Mo | 754gLiebes Forum!
Zwei Gründe haben mich praktisch verpflichtet, einen neuen Rucksack zu nähen:
Da ich meinen selbstgenähten 40L-Rucksack so viel lieber mag als meinen AtomPacks Mo 50L, neige ich dazu, ihn zu überladen – obwohl ich ihn eher für leichtere Gewichte konzipiert hatte. In Kombination mit meiner vor die Brust geschnallten Kameratasche drücken die zu schmalen Schultergurte dann zu sehr auf. Die logische Konsequenz: Ein neuer Rucksack! Ich starte nächste Woche auf meine erste richtige Wintertour (Kungsleden, geführt, Hütte zu Hütte, keine Pulka). Um sowohl Schlafsack als auch Daunenjacke möglichst wenig zu komprimieren, dachte ich mir, wär ein größerer Rucksack ja eh nicht schlecht. Daher sollte der neue Rucksack noch etwas mehr Volumen haben als der Mo 50L. Die Anforderungen an den Rucksack:
Größer und leichter als der AtomPacks Mo 50L Möglichst wasserdichte Konstruktion (als Herausforderung an meine Nähkünste) Komplettes Set an Außentaschen: Für mich heißt es "Accessibility is key!" Ästhetik: Ich bin Fan der AtomPacks-Optik, insbesondere in ganz schwarz und reduziert Nachdem ich mich mit wasserdichten Konstruktionstechniken befasst habe und meine Bestellung von Extremtextil eingetroffen war, ging es in die Nähstube. Ich glaube, ich hab drei Tage lang kein Tageslicht gesehen. Dafür lässt sich das Ergebnis sehen: Ich würde sagen, die Qualität kommt dem AtomPacks Mo gleich – wenn sie ihn nicht sogar übertrifft!
Das zeichnet den neuen Rucksack aus:
Grober Klon meines AtomPacks Mo 50L + 10 cm Rolltop-Extension Hauptsächlich aus Ultra 200 X und Ultra Stretch 6 Stretch-Taschen: 1 x vorne, 2 x seitlich, 1 x unten, 2 x an den Schultergurten Abnehmbarer Hüftgurt mit integrierten Taschen im Stil des Durston Kakwa Integrierter Frame (der vom Mo 50) Load-Lifter, Brustgurt, Rolltop-Kompressionsriemen sowie seitliche Stretch-Kordel-Kompression Wasserdichte Konstruktion: Bis auf den Boden habe ich im Korpus überall Kappnähte verwendet, die ich zusätzlich noch tapen werde. Beim Boden habe ich die Nahtzugabe ähnlich der Kappnaht umgeschlagen, jedoch nur in sich vernäht und dann an den Boden getaped. Ich wollte vermeiden, durch die untere Tasche zu nähen. Jede Naht ist mindestens 2 x genäht und wird zusätzlich geklebt werden (Lieferung ausstehend) Ich bin absolut zufrieden. Auch meine Sorgen sind verworfen: Ersten Tests nach klappt die Lastenübertragung durch den Frame auf den Hüftgurt sehr gut. Die Hüftgurttaschen lassen sich einhändig super öffnen. Die seitlichen Stretch-Taschen sind geräumig genug und mit der Hand erreichbar. Die Schultergurte sind angenehm breit.
Und das wichtigste zum Schluss: 754 g!
Ein paar Zerquetschte kommen noch fürs Tapen obendrauf. Damit ist er aber > 100 g leichter als der Mo 50L – und das bei mehr Volumen und Features dank des Ultra 200.
-
Hartfüßler reagierte auf Jones in Im Sommer '21 auf dem GR11Es ist unglaublich - fast ein Jahr ist wieder passe, seit ich mein Gear-Review zu meiner Wanderung '21 geschrieben habe. Mein absolutes Highlight auf knapp 1400km waren definitiv die Pyrenäen. Ich hab mich einfach in das Gebirge verliebt. Diesen Sommer gehts wieder runter, um den Rest des GR11 zu laufen. Einen Monat später ist die HRP geplant. In entsprechender Vorfreude bin ich jetzt natürlich wieder. Ein perfekter Moment um Fotos zu sortieren und diese hier zu teilen Ich werde häpchenweise immer Mal wieder posten. Nach Tagen werde ich dabei nicht dokumentieren, ist mir zu müsig. Wer sich für das Gear-Review interessiert, da...biddeschön...
Vor den Pyrenäen gings 750km in Deutschland auf dem Nord-Süd-Trail hoch und runter. Nachdem ich diesen leider aufgrund von Borreliose abbrechen musste, war für mich, senierend vorm Computer, recht schnell klar, dass ich mir selbst nochmal nen Highlight in meine freie Zeit baue. Und so fiel, ziemlich zügig, die Entscheidung für die Pyrenäen. In der anfänglichen Phase wollte ich eigentlich die HRP laufen. Gänzlich überzeugt war ich allerdings noch nicht. In einem Gebiet alleine zu wandern, in welchem ich vorher noch nicht war und dann direkt die anspruchsvollste der drei Pyrenäen-Querungen (GR10, GR11 und HRP) war mir dann doch zu waghalsig. Ein Satz im Cicerone Wanderführer für den GR11 hat mich dann letztlich von diesem überzeugt. Der ging irgendwie sowas mit "The GR11 is the most extreme, an unexperienced hiker wants to get". Ok, im sold. Damit wars letztlich besiegelt. Es war schon ein surreales Gefühl - nach drei Wochen Antibiotika-Kur plötzlich am atlantischen Ozean.
Dieses Gefühl von wochenlanger Planung, Theorie, Theorie, Theorie und dann machst dus einfach. Eins der geileren auf jeden Fall. Rückblickend muss ich wirklich schmunzeln, über was ich mir alles den Kopf zerbrochen habe. Wenn man die Umgebung und den Wanderführer einfach noch nicht so genau kennt und die Dinge noch nicht gänzlich für sich einsortiert hat. Also gings mit anfänglichen Wankelmut durchs Baskenland...
Ich fands angenehm, nicht so knüppel heiß zu starten...Im Schnitt waren es immer so um die 25 - 28 Grad, was völlig vertrebar für mich war. Öfters bewölkt am Anfang. Allerdings war mein Schlafsack viel zu warm und ich hab mir mehr als einmal ordentlich einen abgeschwitzt.
einer von vielen Bunkern, welche Franko an der Grenzlinie zu Frankreich errichten lassen hat. Zeitzeugen verhärteter Fronten.
manchmal braucht man nicht lange überlegen, um zu checken, woher die ganzen Sci-Fi Autoren und Reggiseure ihre Ideen her haben sich paarende Nacktschnecken.
Das Baskenland war mit seinen grünen Hügeln und nebligen Morgenden ein wirklich mystischer Ort. Vor allen Dingen haben andere Wanderer sowie die ganzen Zeitzeugnisse mein Interesse für das Land umso mehr geweckt. Ich hatte Zeit mich an die Umgebung zu gewöhnen und mich am satten Grün satt zu sehen. So wars dann auch - nach dem ca. siebten Tag wurde ich gierig auf schroffes Gebirge. Es dauerte dann nochmal ca. drei Tage, bis höhere Felsformationen zu sichten waren...
-
Hartfüßler reagierte auf khyal in Wie man unterwegs bei Gaskartuschen den Fuellunggrad feststellen kann...Bei Fluessigbrennstoffen wie Spiritus oder Kochersprit / Waschbenzin kann man ja bei laengeren Touren unterwegs sehr genau sehen, wieviel Brennstoff man noch hat und wann es allmaehlich faellig ist, sich um Nachschub zu kuemmern.
Ist mit ein Grund, u.A. neben Nachhaltigkeit / Kosten, weswegen ich nur mit Fluessigbrennstoffen unterwegs bin.
Bei Gas ist das deutlich schwieriger, da man nun mal nicht in die Kartuschen reinschauen kann und die Wenigsten werden eine Waage bei haben oder unterwegs eine Balkenwaaage bauen
Nun ist das Schoene, dass die meisten Gaskartuschen, die man sinnvollerweise nutzt, eine fast gleiche Form / Masse haben, also eine 220 g Kartusche fast immer den gleichen Durchmesser, einen sehr aehnlich hochgezogenen Boden / Ventil hat und die ueblichen leeren Kartuschen sich nur geringfuegig im Gewicht unterscheiden.
Um nun festzustellen, wieviel Gas noch in der Kartusche ist, kann man sich mit ein klein bisschen Vorbereitung den guten Archimedes zu Nutze machen.
Zuhause eine volle Kartusche ins Wasser legen, markieren wie tief sie eintaucht, eine leere Kartusche ins Wasser legen, markieren, wie tief sie eintaucht. Nun kann man das Mass von den 2 Kartuschen abnehmen und sich sozusagen eine kleine Skala anfertigen auf der man z.B. Markierungen fuer 50/35/15% Gasfuellung hat.
Kauft man nun unterwegs eine neue Kartusche, haelt man kurz die Skala ran und bringt die Markierungen auf der Kartusche an, ob nun 3 kleine Kratzer mit dem Messer oder mit Edding, geht Beides gut.
Sobald man nun ein bisschen offenes Wasser hat z.B. Springbrunnen, Viehtraenke, Bach, Waschbecken auf Camping, kann man checken, wie voll die Katusche noch ist. In US gibt es btw Kartuschen, wo diese Skala direkt mit aufgedruckt ist.
-
Hartfüßler reagierte auf Capere in X-Mid Pro 1 - Ich konnte nicht länger warten... (329g)So meine Lieben, das neue Jahr 2023 will ich doch direkt mit einem Knaller starten und insofern präsentiere ich euch feierlich mein Winter-Projekt:
Das X-Mid Pro 1 im MYOG Stil!
Gesamtgewicht: Flotte 329g.
(vs. 470g, die das Original von DD haben wird)
Es handelt sich dabei wieder um ein voll geschlossenes und mückendichtes Zelt, das sich mit 4 (6) Heringen und zwei 120cm Trekkingstöcken / Stäben aufstellen lässt.
Der Innenraum ist mit einer 200x65cm Grundfläche geradezu riesig und für eine Person m.M.n. ein echter Palast (verglichen mit Zelten wie meinem "227g Plex Solo", welches durchaus eher spartanisch daherkommt).
Materialien:
Fly: .51oz - 18g/m² DCF Boden: .67oz - 23g/m² DCF Verstärkungen: 1.43 oz - 48.5g/m² DCF Mesh: .5oz - 17g/m² NS50 NoSeeUm YKK Aquaguard 3C und YKK 2.5C Zipper PSA 3M 9482PC 25mm Tape Die 4 Ecken besitzen Schnellverstellungen und sind mit 1.7mm Dyneema Cord versehen. Zwei weitere, optionale Abspannpunkte finden sich an den langen Seiten mit 2mm Bungee - der wichtigste ist dabei am Eingang, sodass ein abgespanntes Vorzelt entsteht.
Der Aquaquard 3C Zip am Eingangsbereich hat im Gegensatz zum Original von DD eine Zugentlastung mittels 10mm Buckle. Obendrein finden sich wie bei Durston semi-elastische Verbindungen zwischen Fly & Bathtub-Floor, um diesen ordentlich aufzuspannen (Corner Struts).
Auf beiden Seiten gibt es Peak-Vents, welche sich mit Velcro schließen lassen.
Als Door Toggles kommen 12mm flache Neodym Magnete zum Einsatz.
Die zweite Apside ist dank eines reduzierten Zippers auch erreich- und nutzbar. Zudem habe ich im Mesh eine kleine, dezente Tasche integriert.
Das Packmaß ist übrigens trotz DCF sehr überschaubar und handlich.
In diesem Sinne Frohes Neues Jahr miteinander und auf eine gelungene UL Outdoor Touren-Saison!
OT: PS: Ich habe tatsächlich einen dummen Fehler in der Berechnung der Nahtzugabe gemacht und musste die Nähte deshalb "doppelt" tapen. Ich denke bei korrekter Ausführung dürfte das Ganze sogar nochmals deutlich leichter werden und vielleicht sogar U300g liegen?!
-
Hartfüßler reagierte auf Ogipe in Ohne fliegen Reisen / #ClimateCrisis DiskussionDie eigene Wirksamkeit abzusprechen und damit ökozidales Verhalten schönzureden ist die Kehrseite von der individualistischen Verantwortung der Konsument*innen. Das Argument ist in der Veganismusdebatte altbekannt, aber das Konsumverhalten ändert nun mal auch den Markt und die Lebensrealität, egal wie sehr der Kapitalismus persönlich abgelehnt wird. Die Alternative für weites Reisen fühlt sich zwar heutzutage noch für viele Menschen anstrengend an, gerade wenn wir von Schnellzugstrecken, Segelfähren oder E-Flugzeuge träumen. Aber gleichzeitig ist der Weg in die Ferne so einfach wie noch nie, auch ohne Flugticket.
Hier im Thread wurde gerade der Langstreckenflug kritisiert, den ich mit meiner Jahre langen Flugabstinenz am Ehesten erwägen würde, weil die Differenz zum ökologischen Fußabdruck (nicht mit dem reduktionistischen CO2-Fußabdruck verwechseln ) im Vergleich zu alternativen Transportmitteln tendentiell eher geringer wird, je länger die Strecke ist. Gerade bei Kurzstrecke gibt es doch genügend andere Möglichkeiten. Seit Corona ist jedoch die Einreise über Landweg in vielen Staaten erschwert und zeitweise sogar verboten worden. Quarantäne und ähnliches machen es sogar noch komplizierter.
Nichtsdestotrotz geht es in der Ultraleicht-Philosophie doch auch um wenig Balast mitschleppen und verursachen. Das widerspricht einem Flug. Das Privileg aus Freizeitgründen zu reisen kann auch mit weniger Last für Natur und Menschen gehen. Langsames, nachhaltigeres Reisen fördert so auch die Wertschätzung des Privilegs. Und wenn es mal sein muss, wie z.B. für die amerikanischen Kontinente oder Australien, ist mal alle Jahre ein Flug sicherlich nicht verwerflich, gerade wenn der Aufenthalt ein paar Monate andauert. Für Menschen mit wenig Geld oder besonderen Einschränkungen mag es auch anders aussehen.
Übrigens wer aktiv werden will, sei die Seite hier empfohlen: https://stay-grounded.org/
-
Hartfüßler reagierte auf Linkshaenderin in Ohne fliegen Reisen / #ClimateCrisis DiskussionOT:
@kai Es geht aber doch überhaupt nicht im dürfen oder nicht dürfen. Die TO hat aus eigenem Antrieb(!) eine Entscheidung getroffen, die persönlichen Verzicht beinhaltet und nicht, weil ihr jemand anderes Flugverbot erteilt hat. Und dabei geht es doch nicht darum, die Fehler anderer Generationen zu kompensieren (was als Individuum ohnehin nicht möglich ist), sondern die Konsequenzen der eigenen Handlungen zu reflektieren und daraus für sich vertretbare Entscheidungen zu treffen. Sie sagt dabei nicht: Wir dürfen nicht mehr fliegen weil wegen Klima, sondern: Ich finde für mich persönlich Langstreckenflüge nicht vertretbar. Andere Menschen konsumieren keine tierischen Produkte, kaufen second-hand, usw. Ihr ihre Entscheidung ausreden zu wollen, finde ich einfach unpassend. Wenn es sich um einen Lebenstraum handeln würde, den sie zurückstellt, dann könnte ich das Ganze verstehen, aber sie schreibt doch selbst, dass dem nicht so ist und sie hier nach Ideen für nähere Wanderziele sucht.
Aber ich schätze, ich nehme das einfach ein bisschen zu persönlich, weil ich es in meinem Leben regelmäßig erlebe, dass Menschen mich dazu überreden wollen, Ausnahmen von meinen Prinzipien zu machen und ich das sehr nervig und unangemessen finde. Daher entschuldige ich mich fürs Überreagieren und OT und klinke mich hier aus.
-
Hartfüßler reagierte auf Linkshaenderin in Ohne fliegen Reisen / #ClimateCrisis DiskussionOT: Ich verstehe nicht, warum der TO jetzt versucht wird, ihre Prinzipien auszureden. Ihr ist sicherlich bewusst, dass die Zeit zwischen Studium und Jobbeginn eine spezielle Zeit ist und dennoch kann sie Langstreckenflüge nicht mit ihren Werten/ihrem Gewissen vereinbaren. Warum genau jetzt diese Überzeugungsarbeit? Ich empfinde das genau so daneben wie Menschen, die aus ethischen Gründen nach KuFa-Sachen suchen, unbedingt Daune andrehen zu wollen.
-
Hartfüßler reagierte auf MarcG in Neue Ultraleicht-AusrüstungBitte auch die Produktfragen lesen:
-
Hartfüßler reagierte auf Capere in 227g - Das DCF Zelt, dass das Plex Solo hätte sein können...Nachdem meine anderen Zelte ja ein voller Erfolg waren, hatte ich schon länger Pläne eine "massivere" Version meines XUL Zeltes anzufertigen - also 18g/.51oz DCF (anstelle des uberlighten 12g/.34oz) als Außen- und das 34g/1oz (anstelle 18g/.51oz) als Bodenmaterial.
--> Nicht weil die XUL Version irgendwelche Probleme gehabt hätte (es performt soweit genial!), sondern weil ich einfach noch eine Version mit etwas Sicherheitsreserve haben wollte.
Ziel: Ein extrem leichtes (<250g), voll geschlossenes und mückendichtes Zelt, das sich mit 6 Heringen und einem 120cm Trekkingstock aufstellen lässt.
Passend bin ich dabei auf das schöne Programm Sketchup gestoßen und habe mich ehrlich gesagt direkt ein paar Tage darin verlogen, bis ich endlich ein Design hatte, mit dem ich zufrieden war:
Es ist grundsätzlich wieder ein Hexamid-Stil, weil dies m.M.n. einfach die effizienteste Form in Bezug auf Materialnutzung (nur 4m² sind nötig!) zu sein scheint und ich die super einfache Nutzung dieser Art Shelter mag. Ich habe es dahingehend so klein wie möglich (nix für >1,80m...) und etwas asymetrisch im Fußbereich (dort schmaler) gemacht.
Im Gegensatz zu meinen vorherigen Designs (basierend auf der Reddit Zeichung) habe ich den gesamten Fit auf die DCF Rollenbreite von 137cm neu angepasst, wodurch ich mit weniger/kürzerer Naht für die Verbindung der Teile auskam. Obendrein habe ich einen leichten Cat Cut integriert, da ich doch ein paar der "floppy" Bereiche meines Zeltes verbesserungswürdig fand.
Über die letzten Wochen habe ich das Ganze fertiggestellt, wobei 0.5oz NoSeeUm mesh in Kombi mit YKK 3C Zipper zum Einsatz kam. Die Schnüre sind 1.3mm Dyneema mit einem einzelnen Micro String Lock von AX auf der Spitze und Fixlängen an den Außenecken.
Wie gewohnt habe ich nur die äußerste Naht als Verbindung des Perimeter Meshs genäht - alles andere wurde zu 100% getaped, um jedweden Micro-Damage am DCF zu verhindern. (Also auch wieder Moskitonetz auf einen DCF-Streifen genäht und dann erst ans Fly geklebt).
Eine Idee, die ich im Trek-Lite Forum bekam: Die Guyout Points ohne eine einzige Naht herstellen - nur mit DCF und Tape + der Mini Kordelführung von ExTex:
Das Gesamtgewicht *Trommelwirbel*: 227.2g!
(Mit 12g DCF außen und 18g DCF Boden wären es wohl ~52g weniger)
Beinahe die Hälfte des Plex Solo von Zpacks und bedeutend kleineres Packmaß:
Das Zelt nutzt zudem wieder Neodymium Magnete für die Türen, einen verstellbaren Bungee für die lange Seite des Bathtub Bodens und einen kleinen Haken an der Spitze für Lampen etc.
Aber genug geschrieben - Zeit für richtige Bilder!
Wie man sehen kann: Es gibt wieder nur eine frontale Abspannschnur, die einen beweglichen Prusikknoten mit Doppelhaken für die Türen nutzt - deutlich angenehmer, als die zwei Schnüre bei den ZPacks Zelten m.M.n...
Quote Reply -
Hartfüßler reagierte auf ULgeher in Reisen zu Trails per Schiff?Einverstanden. Das Problem ist die Quantifizierbarkeit.
Ein paar Beispiele:
eine Biogasanlage ersetzt eine konventionelle Anlage in einem Entwicklungsland. Natürlich ist damit eine Emissionsreduktion verbunden, was eine gute Sache ist. Bloss, über welchen realistischen Zeitraum rechnet man sich diese Reduktion an? Wäre diese Anlage nicht vielleicht eh in ein paar Jahren realisiert worden? Das ist heute kaum zu beziffern, da der Wandel extrem schnell verläuft, auch bei uns (ein schönes und ermutigendes Beispiel ist Abb. 7.2a auf Seite 57 von http://wedocs.unep.org/bitstream/handle/20.500.11822/26895/EGR2018_FullReport_EN.pdf) Irgendwo wird Wald aufgeforstet. Idealerweise bindet dieser Wald CO2. Aber für wie lange? Und was passiert, wenn dieser Wald zum Beispiel abbrennt? Verliert man dann die Klimakompensation? Und wie im Beispiel vorhin: Wäre die Aufforstung vielleicht auch ohne mein Investment erfolgt? Richtig pervers wird die Situation, wenn Credits für Schutzmassnahmen vergeben werden. Wenn ich also z.B. ein Stück Regenwald "kaufe", um es vor der Abholzung zu schützen, bleibt ja genau genommen alles beim Alten. Die positive Wirkung wird dann nur gegenüber dem Szenario der Zerstörung sichtbar. In anderen Worten: Durch die Androhung einer Zerstörung wurde ein Wert geschaffen, der verkauft werden kann (die Kompensation). Das alles soll nicht heissen, dass diese Massnahmen nicht sinnvoll sind. Allerdings habe ich meine Zweifel, dass mit diesen auf ehrliche Weise die Emissionen z.B. eines Flugs kompensiert werden können.
Ausserdem ist da auch noch der Aspekt des Ablasshandels und eine Art "Gewissenskolonialismus", da häufig das Entwicklungsgefälle ausgenutzt wird, um günstig zu "kompensieren". Aber das ist ein anderes Thema.
(persönlich würde ich trotzdem fliegen, aber möglichst selten, und durchaus Geld in Umweltschutz investieren, mich aber nicht der Illusion hingeben, damit die Auswirkungen meines Tuns zu kompensieren)
-
Hartfüßler reagierte auf ChristianS in BlackPack V3Als eine kleine Neuerung habe ich an den Schultergurten noch jeweils zwei Schlaufen aus Elastikkordel eingebaut:
So ist es auf ganz simple Art möglich z.B. einen Regen-/Sonnenschirm zu befestigen:
Oder man kann seine Stöcke für kürzere Roadwalks oder Kletterpassagen einfach unter den Arm hängen:
Dazu gibt es unter den Seitentaschen noch eine Schlaufe aus Kordel, in die man die Stockenden einschiebt.
-
Hartfüßler reagierte auf ChristianS in BlackPack V3Mit der dunklen Jahreszeit hat für mich die MYOG Saison wieder begonnen.
Und nachdem mein letzter Rucksack BlackPack V2 in Schweden gestohlen wurde, war das erste Projekt ein neuer Rucksack. Die Zeit war also reif für einen "BlackPack V3"!
Das Grundkonzept ist das Gleiche geblieben, also ein einfacher Quarder mit Rolltop, der mit zwei CFK-Flachstäben versteift ist. Als Hauptmaterial kommt nun jedoch das krasse Venom™ zum Einsatz, also 100% gewebtes Dyneema mit schwarzer wasserdichter TPU-Beschichtung.
Die Schultergurte sind wieder aus 2 Lagen 3D-Mesh, das hat sich für mich bewährt, bessere Belüftung.
Eine Bodentasche ist auch wieder dabei.
Die Schultergurt-Taschen sind diesmal á la Palante ausgeführt, aber wieder mit Verschluss-Haken.
Das Fanny-Pack dient gleichzeitig als minimalistischer Hüftgurt, kann aber auch abgenommen und einzeln getragen werden. Für das Schnittmuster habe ich den super Pattern-Generator von Zipworks verwendet.
Zum Schluss noch das Gewicht: 420g für den Rucksack und 55g für das Fannypack samt Gurt.
-
Hartfüßler reagierte auf Mars in Schweizer Forumstreffen 2021Das Schweizer Forumstreffen ist eine sehr exklusive Angelegenheit: Im Schnitt nehmen zwischen zwei und vier Personen daran teil. Nachdem es im 2020 Umständenbedingt zu keinem Treffen kam, hatte freundlicherweise Zweirad in diesem Jahr wieder zu einem Treffen geladen. In der Schweiz ist alles auf Effizienz getrimmt, einfach drei Tage lang rumzuhängen behagt uns nicht. Deshalb wird auch gewandert. Und wie.
Die Routenentscheidung fiel erst am Freitagmorgen, Nachmittags ging es schon in die Berge. Unser Deutscher Gast wünschte nicht, schon wieder auf dem Pilatus wandern zu müssen. Gastfreundlich wie wir nunmal sind, gingen wir gerne darauf ein. Immerhin erhöhte unser Gast die Teilnehmerzahl um einen vollen Drittel. Wir trafen uns also auf einem Parkplatz bei einem Sportplatz in Buochs am Vierwaldstättersee. Wer einen neuen Jet benötigt, wird dort ganz in der Nähe fündig. Der Pilatus PC-24 ist zwischen acht und zehn Millionen eingepreist und soll sich aufgrund der Triebwerksposition auch für Landungen in der Wüste oder auf Graspisten eignen. Also eigentlich eine A400 M für arme, jedoch passend zur UL-Philosophie: Man muss ja nicht immer sein ganzes Reitgestüt in einen Flieger packen. Jemand (nicht ich) machte sogar eine abschätzige Bemerkung über Kriegsmaterial von Pilatus.
Ich reise mit der Bahn an, Stromfahrer und Zweirad in ihren EV. Stromfahrer ist am Puls der Zeit, deshalb fährt er nun ein Model Soundso. Sei leider nicht ganz so effizient wie ein Tesla, aber eine Verbesserung in Sachen Ladegeschwindigkeit. Deshalb käme man schneller ans Ziel. Weil man dadurch schneller fahren kann, wo erlaubt. Wichtig sei auch, dass er in seinem Auto in einigermassen sinnvollem Komfort übernachten kann.
Aufgrund meines auf dem PCT erlittenen Traumas ist sein Rucksack für mich ein echter Schocker. Aber eben: HYOH, als UL-Experte trägt Stromfahrer beispielsweise seine Trinkflaschen vorne an den Schulterträgern. Die Aufhängelössung ist wohl durchdacht, nichts knarrt, nichts pendelt, Fastexschnallen erlauben ein schnelles entnehmen der Flaschen, halten diese aber zugleich bombensicher an ihrem Platz. Einen zusätzlichen Gurt spart er sich, indem er den Hüftgurt seines Rucksacks in die Gurtschlaufen seiner Hosen einfädelt. Eine sehr effiziente Lösung, bis auf das Ab- und Aufsetzen des Rucksacks. Zweirad trägt fast denselben Rucksack wie ich.
Wir wandern ein wenig dem Vierwaldstättersee entlang, dann geht es ziemlich steil hinauf. Die Kombination aus Beinlänge, Gewicht und Fitness ist sehr individuell, Zweirad ist beispielsweise gross und trainiert, Stromfahrer ist auch ziemlich trainiert und ebenfalls schlank. Meine Wenigkeit hingegen neigt von allen drei eher zum phlegmatischen. Entsprechend ist unsere Geschwindigkeit in diesem Pfad. Macht aber gar nichts. Neben meinen derzeit eher bescheidenen Fähigkeiten im Steinbockbereich gibt etwas anderes zu Bemerkungen Anlass: Der sehr dichte Nebel. Ganz unten am See gab es zeitweise ein wenig Sonne, dies ändert sich auf dem Weg hinauf nach Emmetten.
Schliesslich sehen wir uns gezwungen, ein Nachtlager aufzusuchen, da es wenig überraschend eindunkelt. Da wir alle orthodoxe LNT-Jünger sind, ziehen wir bereits bestehende Strukturen lauschigen Plätzchen im Wald vor. Es gibt hier auch gar keinen Wald. Wie schon vor zwei Jahren übernachten Stromfahrer und Zweirad unter einem Dachvorsprung, ich ziehe ein Zelt dem Cowboycampen auf dem Betonvorplatz vor. Für die bessere Naturillusion. Die anderen geben kluge Kommentare zu meinem Zelt ab, die Kommentare sind sogar enthusiastischer als vor zwei Jahren und zu einem anderen Zelt. Stromfahrer sieht Probleme wegen Berührungspunkten des Quilts und des Innenzelts. Gewiss, meine Fullsize Xtherm mit ca. 6 cm Höhe mindert solche Punkte kaum, auch mein dicker Quilt stösst früher an, als die leichteren Quilts der anderen. Ich bin dennoch ziemlich zuversichtlich.
Zweirad benutzt einen Spirituskocher, Stromfahrer einen normalen Gaskocher, weil er eine alte Gaskartusche aufbrauchen will. Auf seriösen Touren kocht er mit Esbit oder anderem. Ich kann lediglich mit meinem bärensicheren Foodbag auftrumpfen, dummerweise gibt es aber gerade gar keine Bären, wohl in der ganzen Schweiz nicht, jedenfalls wurden in diesem Jahr keine Sichtungen gemeldet. Dafür gibt es an unserem Standort Mäuse. Und Nebel, sehr viel Nebel sogar. Natürlich kommt die Fachsimpelei nicht zu kurz, Stromfahrer kennt sich u.a. mit Solarpanels aus. Die Gleichung “Wald = Solar nicht zu gebrauchen” stimmt beispielsweise nicht in jedem Fall. Es gibt auch Touren, da ist man mit Solar besser bedient als mit einer Powerbank alleine. Nicht in jeder Hütte steht Elektrizität unbeschränkt zur Verfügung.
Die Diskussion verlagert sich dann zur Navigation: mapy.cz habe eine sehr ausgereifte App für Android und iOS. Zu Hause haue ich mir das gleich auf mein iPhone und tatsächlich, dagegen sieht Gaia GPS herzlich alt aus. Routen planen geht auch und zwar gratis. SchweizMobil ärgert einem hingegen mit einer schrottigen Karte und einem Abomodel für Routenplanung - wenn das Gebotene massiv besser wäre, könnte man dies diskutieren aber bezahlen für die halbe Leistung? Mapy.cz ist sogar ziemlich Opensource, da es auf OSM basiert und selbstverständlich können ganze Länder in unter 5 Sekunden Offline auf das Mobiltelefon geladen werden.
Die Kälte ist wird leider mühsam, ist aber gerade noch erträglich. Dies ändert sich, als wir uns Müde von des Tages Lasten zur Ruhe betten. In der Nacht sinkt die Temperatur auf ca. 3 Grad. Für mich jedoch kein Anlass, den Quilt auch nur oben zu schliessen oder für übertriebene Fummelei mit den Riemchen, welche das Eindringen von Zugluft verhindern sollen. Ich krieche einfach halbwegs passend in den Quilt und schlafe den Schlaf eines jenigen, welcher die angemessene Ausrüstung auf immerhin 1600 Meter hinauf gebuckelt hat. Nichts wird nass (ausser dem Zelt aussen), ich friere nicht.
Am nächsten Morgen glaube ich, Klagen über nasse Quilts zu hören, aber sehr wahrscheinlich habe ich mich lediglich irgendwie verhört oder den Zusammenhang nicht richtig interpretiert, was auch immer. Zur grossen Überraschung aller taucht bald ein sogenannter Muli aus dem Nebel auf, ein landwirtschaftliches Gerät, besetzt mit drei Personen. Ein Schelm wer denkt, ich hätte mein Zelt absichtlich am Morgen so schnell wie möglich weg gepackt, schliesslich gab es auch ein Schild mit einem Campingverbot (jedoch nicht offiziell, sondern lediglich aus Pappe - wer im Sommer auf einer aktiven Kuhweide campiert, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen). Die drei Personen öffnen die Hütte und nehmen die bestehenden gastronomischen Einrichtungen in Betrieb. Sie sitzen bald in der warmen Stube, einen hübschen Kaffee vor sich und hoffen auf Gäste. Ganz aussichtslos ist ihre Hoffnung nicht. Die Bergstation einer Seilbahn ist keine halbe Stunde entfernt.
Zweirad und Stromfahrer brauen sich ihren Kaffee an einem Tisch im frischen Nebel und bei wenig sommerlichen Temperaturen. Zumindest ich buche das unter Training ab, alle haben wir noch grosse Wanderpläne. Mein Kaffee reicht von der Temperatur her weniger ans Optimum heran als jener meiner Kollegen, jedoch beträgt die Zubereitungszeit bei mir weniger als eine halbe Minute. Angeblich soll je nach Pulver schon mal das Wasser im Kocher überkochen, die Flamen kämmen manchmal an Stellen raus, wo sie gar nicht sollten und so weiter. Solchen Nervenkitzel kann ich nicht gebrauchen.
Schliesslich schicken wir uns in das Unvermeidliche: Wandern in lustigem Nebel und feuchtem Untergrund. Es gibt Geschichten, die das Leben schrieb, wir sind alle ziemlich froh, geht es uns gut. Es gibt schlimmeres als im Nebel zu wandern, jedoch hätte niemand etwas gegen mehr Sonne einzuwenden. Steil ist es zudem. Sowohl Zweirad als auch Stromfahrer sind sich bewusst, dass Mobilität dringend neu gedacht werden muss, unabhängig von der Energieform, die nun einmal im Individualverkehr verbraten wird. Wir sind in ein Gespräch vertieft, für Stromfahrer stellt sich die Frage, warum er überhaupt Zug fahren soll. Ich weiss es: Wegen dem Kollektiv. Was gibt es schöneres, als mit Gleichgesinnten die langen Verspätungen zu erdauern? Laut Stromfahrer kann dann auch mit ca. 1000 anderen besprochen werden, wer die einzige funktionierende Toilette im Zug benutzen darf.
Obwohl wir nur mässige Fans des SAC sind, gönnen wir uns einen Halt in einer Hütte. Ich bestelle ein grosses Bier, Stromfahrer und Zweirad was warmes. Es fällt nun häufiger der Name des Outdoorhändlers meines Nichtvertrauens. Viele Gäste in dieser Hütte sehen einfach ziemlich danach aus. Zweirad zieht die Blicke mit seinem Regenrock auf sich. Stromfahrer mit seinen Wasserflaschen. Ich fantasiere irgendwas von Supported Hiking. Man wird sich wohl noch gewisse Vorstellungen machen dürfen. Vom Servicepersonal, das ein angemessenes, auf Traubensaft basierendes Produkt dekantiert, sobald man im Camp eintrifft und von kundigen Händen, die einem den Rücken lockern. Stromfahrer will einen solchen Service sofort vermarkten. Ich ihn eher selber in Anspruch nehmen.
Die bittere Realität ist hingegen leider weiterhin ziemlich vernebelt. Sehr hoch hinauf können wir nicht, wegen Problemen mit der Nachtruhe in dünnen Quilts. Unten bleiben aber eigentlich auch nicht, wegen dem feuchten Nebel. Unsere Euphorie war auch schon überschwänglicher, aber es ist trotzdem schön, mit Menschen zu wandern, die im Internet nicht nur Bilder angucken. Obwohl im Forum verboten, unterhalten wir uns über Politik. Alle loben beispielsweise einen Minister mit dem Namen B. Scheuert über den grünen Klee. Negative Schlagzeilen zu seiner beeindruckenden Arbeit für Bayern und seine Freunde kommen sicher nur von der Lügenpresse, alles Miesmacher. Unerklärlicherweise lösst meine Mutmassung, wonach Laschet in einer GroKo immer noch Aussenminister werden könnte, Schnappatmung aus.
Der Abend kommt, der Kuhstall auch. Die elektrischen Drahtbügel, welche die Kühe nach hinten zwingen, wenn sie ein Geschäft verrichten wollen, sind auch da. Seit 2013 sind keine Neuinstallationen dieser Einrichtung in der Schweiz mehr zulässig. Zwar bin ich keine Kuh, aber dieser Stall dünkt mich nicht besonders wohnlich. Immerhin findet sich darin ein Tisch mitsamt gut gefüllten Schnapsflaschen. Da wir aber alle mehr oder weniger konsequent der “straight edge” Philosophie anhängen, würdigen wir diese Schnapsflaschen mit keinem Blick. Auf Kopfschmerzen am nächsten Tag hat hier einfach niemand Bock. Jemand klaut aber zwei Löffel Zucker. Damit ist der Bauer noch gut weggekommen, finde ich.
Der Stall wird neu gebaut, es stehen Baumaschinen davor. Wehe, ich wanderte in ein paar Jahren erneut hier vorbei und aufgrund meines Gedächtnisses würfe ich einen Blick gegen die Decke des neuen Stalls und erblickte dort wieder einen "Kuhtrainer".
Die Kühe sind aufgrund der Jahreszeit jetzt aber gar nicht mehr da, der Stall liegt auf über 1400 Metern. Ich weiss auch nicht warum, aber meine Kollegen fangen sofort an, ihre ganzen Schlafsachen in diesem Stall aufzuhängen, kaum haben wir ihn betreten. Dies obwohl Stromfahrer sagt, die Dinge würden anschliessend noch wochenlang nach Kuhdung riechen. Ich muss wirklich nicht immer alles wissen.
Vor dem Eindunkeln stelle ich mein Zelt auf. Die Platzverhältnisse sind speziell und ich kann nicht alles so spannen, wie es ideal wäre. Aber ich habe genug Platz. In der Nacht sinken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt. Ich bemerke dies aber erst am nächsten Morgen wegen dem Eis auf meinem Zelt und dem Bodenfrost. Mein 20 F Quilt hält mich wunderbar warm, ich trage sogar weniger als letzte Nacht und auch keine Mütze.
Nach zwei Tagen gab es endlich eine Nebelpause. Auf über 1400 Meter und bei ca. 0 Grad, morgens um acht.
Wieder verhöre ich mich ganz offensichtlich. Diesmal ist keine Rede von nassen Quilts aber von Kältewellen, die des Nachts und so gegen Morgen durch den Stall geschwappt sein sollen. Ich beruhige mich im Wissen um Halluzinationen, die einem beim Wandern oftmals ereilen. Sowohl Stromfahrer als auch Zweirad verfügen über jahrelange und jahrzehntelange Erfahrung im UL Bereich. Es ist gar nicht möglich, dass sie die falschen Matten oder zu dünne Quilts mitgebracht haben. Oder beides.
Ein Blick aus dem Fenster oder besser gesagt, dem Loch in der Holzwand, zeigt ein Nebelmeer. Dieses ist im Steigen begriffen. Nebel drückt überdies von oben herab: Die Thermik oder was auch immer weht den Nebel über den Sattel oberhalb der Hütte. Natürlich ist dies kein Grund zu übertriebener Eile. Zunächst werden die Kocher wieder eingeheizt. Die Kochfraktion an diesem Treffen ist ziemlich sophisticated unterwegs. Es wird Milchpulver eingesetzt und man hat kleine Schälchen mit hausgemachtem Curry dabei. Ob dem sorgfältigen und durchdachten Recycling meiner Kollegen versinke ich fast vor Scham im Boden. Trösten kann ich mich lediglich mit der billigen Ausrede, LNT betreffe nur den Outdoorbereich. Zum Indoor Bereich in der Zivilisation gibt es da keine Anregungen. Ich produziere Müll, also bin ich. Und man weiss ja, die Fernwärme. Würde nicht tonnenweise Plastik verbrannt, sässen in der Stadt Zürich tausende in der Kälte. Jede Salatschale im Müll hilft heizen.
Andere Wanderer sind längst Richtung Sonne unterwegs. Wir erhalten sogar Besuch von einem hübschen Hund, seine Herrin entschuldigt sich und wünscht uns einen schönen Tag. Den haben wir natürlich auch, aber gesunde Ernährung ist halt ebenfalls wichtig. Ist es zu kalt, bist du zu schwach. Längst friert es mich an die Füsse, trotz feinstem chinesischem Neopren in einer Stärke von 3 mm und aus dem Scubashop. Dies ist eine Steigerung gegenüber den Polartec Socken aus dem Kanubereich. Das Gras ist nass. Ohne wasserdichte Socken würde es bei jedem Schritt saften. Abends hätte man einen beginnenden Immersionsfuss, besonders in unseren sehr leichten Turnschuhen.
Mehrmals denke ich, andere halten uns für so, wie dieser Minister gerade eben hiess. Es ist uns egal. Bald erreichen wir das Buochserhorn. An Sonntagen wie diesem sind da viele Wandervögel unterwegs. Alle freuen sich des Lebens, einige euphorischer und lauter als andere. Wir machen eine lange Pause und geniessen das Nebelmeer. Die Rigi ragt knapp hinaus, Pilatus und Stanserhorn behaupten sich besser.
Blick vom Buochserhorn Richtung Rigi. Foto by Stromfahrer, abgebildete Personen sind keine Foristen.
Pilatus
Hoch hinaus bedeutet leider auch wieder tief hinunter. Das Buochserhorn ist immerhin 1806 m hoch. Zurück in den Nebel. Der Abstieg nach Buochs ist teilweise schlammig, ich rutsche nur einmal aus, trotz heftigen Profil an meinen Speedgoats. Wir begehen die letzte Pause, glücklicherweise an der Sonne, kurz danach sind wir zurück bei den schnellen Autos.
Zweirad fährt mich in die Nähe von Zürich zurück. Auch dafür sehr herzlichen Dank. Bereits schmieden wir Pläne für nächstes Jahr. Je nachdem wird jemand sich dann gerade auf einer längeren Tour befinden, aber wir anderen können ihn ja dann ein paar Tage lang begleiten. Wir werden sehen. Nochmals besten Dank an Zweirad für die Organisation.
Wer nicht teilgenommen hat, ist selber schuld.
-
Hartfüßler reagierte auf dennisdraussen in Wallraff-Reportage zu Amazon....Recht gibt es nur mit starken Gewerkschaften, hohen Mitgliederzahlen im Betrieb und engagierten Betriebsräten.
-
Hartfüßler reagierte auf dr-nic in Der „Kurze Frage, kurze Antwort“-ThreadGenau das möchte ich auch bestellen.
-
Hartfüßler hat eine Reaktion von dr-nic erhalten in Der „Kurze Frage, kurze Antwort“-ThreadJa, der Laden ist vertrauenswürdig. Hatte da mal ein Garmin inReach mini sonntagsabend bestellt. Montags wurde es versendet, Mittwoch kam es unbeschadet und OVP an.
-
Hartfüßler reagierte auf effwee in Lowest to Highest Germany 2021Hello,
Bin Zurück.
Ob und wann ein Reisebericht folgt weiss ich nicht. Verweise hier auf insta im footer.
48 Trail Tage, 1400ish km.
-
Hartfüßler reagierte auf khyal in Fernwander-Spendenlauf für Sea-EyeWir lassen ihn jetzt erstmal ne Woche laufen, dann pushen wir das Teil mal wieder ein bisschen, die Spenden sind ja wirklich verdammt wichtig, um Menschenleben zu retten, ist fuer eine echt gute Sache, waere toll, wenn wir es schafften, ihm immer min 250 km voraus zu sein
-
Hartfüßler reagierte auf martinfarrent in Hilfreiche Tipps bei Dauerregen gesuchtOT: Klar, selbst Boris Johnson ist einer. Die Latte hängt ziemlich niedrig.
-
Hartfüßler reagierte auf khyal in Fernwander-Spendenlauf für Sea-EyeEs ist gut, daran zu erinnern, dass es sehr noetig ist, die Organisationen mit Fluechtlings-Rettungsschiffen im Mittelmeer finanziell zu unterstuetzen.
Deswegen hat das Mod-Team den Thread sticky angehaengt, damit er schoen oben bleibt.
Momentan steht der Spendentopf bei 410 €, come on Leute, ich will ihn schwitzen sehen , dass er schon deswegen die 2000 km auslaufen muss...da geht mehr
-
Darum nähen halt viele ihre Sachen in exotischen Destinationen wie Sri Lanka. Dem sagt man dann "global supply chain" und es ist nichts anderes Kolonialismus. Selbst bei "hochwertiger" Ausrüstung wie Arc'teryx. Ich denke es gibt durchaus Manager, die sind darauf noch stolz.
Es gibt Outdoor Dinge Made in Switzerland, von Rotauf beispielsweise (das ist noch exklusiver als Made in Germany - die Damen und Herren verwenden sogar Schweizer Wolle). Gegen geringe Gebühr und leider nicht UL - Dimpora ist auch nicht in China zu Hause.
Natürlich spart mensch einen Haufen Geld, wenn er die Famillie Mulliez berücksichtigt. Französische Katholiken, was soll schon schiefgehen (es kann eine Menge). Von Aliexpress ganz zu schweigen.
Nur unterstützt man so Arbeits- und Einkommensbedingungen, die in Europa als unzumutbar gelten (ist natürlich alles Fake-News, Decathlon Artikel wachsen an Bäumen gleich in den Decathlon Filialen im Keller, das habe ich im Internet gelesen). Sogar bei Dingen wie Apple gibt es beunruhigende Anzeichen von Zwangsarbeit. Die Chinesische Wirtschaftsordnung ist nun mal nicht wirklich besser als Manchester Kapitalismus.
Kommt mir bitte nicht mit "Ich kann mir aber keinen Huckepacks leisten". Wer nur schon zwei Wochen am Stück wandern kann (egal wieviele km) und dies können die allermeisten hier, kann eine Nacht mehr im Zelt übernachten und hat die Mehr-Kosten wieder drinnen.
Die allermeisten hier haben wohl nicht nur UL Wandern als Hobby, einige leisten sich den Luxus von Häusern, Autos, Hunden, Kindern oder teuren Männern etc. Einige sollen sogar Fahrräder und Zubehör oder eigentliche Boote besitzen.
Ich habe damals scherzhalber den Preis meines eindeutig überteuerten Zeltes (Made in China) mit diesem Argument gerechtfertigt. Mittlerweile habe ich darin über 200 Nächte verbracht. Eine Nacht in einem Hotel kostet nun mal mindestens 50 Euro. Damit wäre ich bei 10'000 angelangt, aber ein Hotelzimmer spontan für 50 Euro zu finden, ist weitgehend unmöglich. Bei 150 ist besteht hier in der Schweiz schon eine bessere Chance.
Natürlich ist die Situation selbst mit "hochwertiger" Ausrüstung hier zum Verzweifeln. Die Besitzer der Arc'teryx Boutique hier in Zürich pflegen z.B. mit einem alten Land Rover Defender die Gegend zu verpesten. Soll ich dies unterstützen? Dann gibt es die nette Firma namens Transa, der Anspruch auf minimale soziale Gerechtigkeit flog dort schon lange raus, ihre Supply Chain beginnt ebenfalls in Sri Lanka, nur schlagen sie nochmals ein paar Fränkli obendrauf, davon hat der Rucksackproduzent in Sri Lanka gar nix.
Der eigentliche Hammer bei der Diskussion ist aber die Funktionalität. Mein Atompacks hält, keine Kompromisse, kein Plastikschrott, minimales Marketing, Tom gibt auf Social Media Auskunft zu allem, das Material ist idiotensicher.
Weshalb soll ich mir einen Osprey aufbinden lassen? Ospreys sind für 99 % aller User das Tool der Wahl, bequem etc, man kann den Camping Tisch und die Laterne befestigen, was will man mehr? Der Weg vom Parkplatz zum Zeltstandort war sage und schreibe 2 Stunden weit. Wenn es regnet, kann man die passende Regenhülle aufziehen. Sieht sogar Klasse aus.
Für mich endet LNT leider nicht auf dem Parkplatz. Wie wir uns in der globalen Gesellschaft verhalten, hat einen Einfluss auf die Natur. Decathlon richtet sich an Kunden mit eher eingeschränkter Reflexionsfähigkeit. Ihr System basiert letztlich auf Ansichten, die ich nicht gutheissen kann und verursacht mehr Probleme als es löst. Unendliches Leid beispielsweise, wer es nicht glaubt, soll selber mal auf der Migrantenroute aus Afrika nach Europa reisen. Viel Spass in Libyen und bei der schärferen Version von russischem Roulette auf dem Mittelmeer. Viele brauchen danach gar keinen Rucksack mehr.
Ich gönne auch dem Mitarbeiter von Lürssen seinen Arbeitsplatz, aber nicht auf Kosten meiner Mitmenschen, Sorry.
-
Hartfüßler reagierte auf Jones in Fernwander-Spendenlauf für Sea-EyeHello!
Hab mich bisher sehr gedeckt gehalten damit, aber in nich mehr als 2 Tagen gehts für mich aufm Nord-Süd-Trail los. Unten, Richtung Österreich, hab ich die Route etwas abgewandelt und laufe auf "Min Weag" weiter Richtung Lechtaler Höhenweg...wenn denn alles so hinaut. An dieser Stelle wollt ich mich auch nochmal bei @Soulboyfür seine ganze Mühe bedanken. Geile Sache, ich freu mich sau drauf!
Ich hab mir gedacht, dass ich mein Gelaufe auch mit ner Spende koppeln kann, daher auch nun der Spendenlauf. Würd mich natürlich freuen, wenn die/der ein/e oder andere etwas beisteuert! Hier der betterplace.org Link:
https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/37884-2000-kilometer-spendenlauf-fuer-sea-eye?utm_campaign=user_share&utm_medium=fepp_sticky&utm_source=Link Ansonsten überlass' ich ab jetzt alles meiner Intuition und dem Zufall - natürlich nich die Nahrungsaufnahme. Vielleicht treffen wir uns ja auch irgendwann & irgendwo Bin grad echt hippelig vor Vorfreude!!!
-
Hartfüßler reagierte auf Soulboy in NordSüdTrailEcht? Du kennst 2 die sind sauer? Im Ernst? Habt ihr sonst keine anderen Probleme?
Wer mir während meiner Reise live bei Instagram oder Find Penguins gefolgt ist, weiß dass ich nicht auf Sylt gestartet bin. Das war also für jeden, den es interessiert von Anfang an transparent. Die Filme werden dies in vollem Umfang erklären. Wenn du dafür nicht die nötige Geduld hast - dann ist das so.
Im übrigen danke, dass du mir das gönnst - ich hatte trotz Corona und dem einen Flipflop einen wunderschönen Thruhike!
Wenn sich in 10 Jahren jemand den Film zur Vorbereitung auf den Weg anschaut, dann will der nix von Corona und Lockdown hören, also hab ich mir meiner Meinung nach einen Riesengefallen getan...
Aber bei aller nötigen Höflichkeit, ich werde hier NICHT mit dir meinen Schnitt und Filmaufbau diskutieren...
Schönen Abend noch...
-
Hartfüßler reagierte auf effwee in NordSüdTrail@Soulboy vielen dank für das schmucke video, die nette abendunterhaltung und das wie immer sehr professionelle video... und den ganzen 2019er E1 SH-Section flashbacks
Ich finde es gerade sehr seltsam, dass hier die unendliche arbeit die im zusammenschneiden und -stellen, geschweige denn von dem abfilmen (und den ganzen krempel 3500km durch dland schleppen) zum problem wird, weil es den kritierien der "authentizität usw. nicht gerecht wird wenn sich der filmer, autor und hauptdarsteller des streifens, die freieheit nimmt, seine storie so zu erzählen wie es ihm gefällt - ich sach ma "das ist alles von der kunstfreiheit gedeckt"
mich hat die halbe stunde vortrefflich unterhalten, ich freu mich auf die nexten folgen...