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Impressionen von Touren
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Steintanz und ein anderer reagierte auf khyal für Beitrag im Thema
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Rucksack Suche
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Ameisenigel reagierte auf RaulDuke für Beitrag im Thema
1 PunktEinen Rahmenrucki unter 1Kg, in Eurpa genäht, gibt es tatsächlich recht wenige. Aber, wie immer, wenn Nubies hier einen Rahmenrucksack suchen, meine erste Frage, warum es überhaupt ein Rahmenrucki sein soll. Ich trage seit ich auf UL gestoßen bin, immer Rahmenlose Ruckis. Ich habe mit einem Basisgewicht von 6,5Kg angefangen und bin mittlerweile bei 4,2-5Kg, je nach Jahreszeit und Tour. (Hüttentouren nicht mit eingerechnet) Ich habe nie einen Rahmen vermisst. Es gibt hier und bei Youtube zig Anleitungen, wie man einen Rahmenlosen Rucki packen muss, damit er stabil und bequem sitzt. Gaaanz einfach! Übrigens, das Basisgewicht ist nie ohne Rucksack! Er ist ein wichtiger Bestandteil davon. Wenn du nur Instant Essen mit nimmst, was ich ohne weiteres ein paar Tage hintereinander essen kann, dann dürftest du bei maximal 8,5-9Kg gesamt Gewicht landen. Das lässt sich ganz hervorragend ohne Rahmen tragen! Wohl gemerkt, ich bin keiner von diesen Asketen, sondern Genusswanderer! Also scheidet jede Unbequemlichkeit bei mir, komplett aus!1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
Prolog Sooo, wie versprochen hier der Reise- und Erfahrungsbericht zu meiner Sarek-Tour vom 01.09. bis zum 23.09.2016. Der Bericht wird ein Mix aus Reisebericht und Ausrüstungsreview werden oder so ähnlich. Es gibt leider noch kein klares Konzept und der Anfang wird etwas textlastig sein. Es kommen aber später mehr Bilder. Wenn es langweilig wird oder ihr mehr oder andere Infos wollt, dann gebt einfach Bescheid. Positive und negative Kritik ist willkommen. Um den Bericht etwas besser einordnen zu können, kurz ein paar Infos zu mir. Ich war schon immer ein Fan von Wandern, Berge, Trekking, etc. Mehrtägige Touren mit Zelt hatte ich die letzten Jahre weniger bis gar nicht mehr gemacht, da meine Ex nicht so auf Zelten stand. Mehrwöchige (gar mehrmonatige) Touren, insbesondere Radtouren, hatte ich schon gemacht, aber noch nie länger als 2 Tage autark (also ohne Kontakt mit Zivilisation und der Möglichkeit Verpflegung aufzufüllen). Gewicht war schon öfters ein Thema und zwar immer unterwegs, wenn mir der Rucksack zu schwer war Ich kann mich gar nicht mehr erinnern warum bzw. woher der Impuls kam, zumindest hatte ich mir für die diesjährige Tour vorgenommen, dass der Rucksack nicht mehr als 16kg wiegen soll. Mit diesem Ziel im Hinterkopf bin ich bei meinen Recherchen schnell auf UL gestoßen und letztlich auch auf dieses Forum. Durch viel lesen, u.a. auch hier im Forum, und vor allem durch eure vielen Tipps und Denkanstößen in meinem Packlistenfaden (http://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/4115-packlistenoptimierung-f%C3%BCr-sarek-92016/?page=1) konnte ich mein Gewicht drastisch reduzieren. Ohne all dem wäre ich womöglich mit einem Rucksackgewicht von 25-30kg losgezogen, von daher noch einmal ein großes "Danke schön!" an das Forum!1 Punkt
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Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
tsaufreisen reagierte auf mawi für Beitrag im Thema
1 PunktRückreise Am Morgen kam ein Naturfotograf aus Neubrandenburg vorbei, als ich gerade am Frühstücken war. Wir unterhielten uns ein ganzes Weilchen. Er war schon seit 4 Monaten in den norwegischen Fjorden und dem Sarek unterwegs. Da ich fiel zu früh an der Bushaltestelle war und das Wetter zu ungemütlich zum rumstehen oder -sitzen war, überlegte ich die 15km zur nächsten Haltestelle (Vietas) zu laufen. Da ich aber nicht wusste, ob das mit meinem Fuß so eine gute Idee ist, lief ich ein wenig in der Gegend umher. (Suorva) Kurz bevor der Bus kam, kam ein Wanderer aus Bremen zur Bushaltestelle geschlendert. Wir verstanden uns auf Anhieb prima und fuhren somit gemeinsam bis nach Stockholm. Zuvor legte der Bus jedoch einen einstündigen Stopp an der nächsten Haltestelle ein, so dass ich mich ärgerte, dass ich nicht gelaufen bin. Anderseits gab es hier ein Restaurant zum Aufwärmen und den ersten Kaffee seit 19 Tagen. Von hier aus ging es dann nach Gällivare, wo wir noch eine Kleinigkeit essen waren. Danach ging es mit dem Nachtzug nach Stockholm, wobei ich mich kurzfristig entschloss bereits am Flughafen auszusteigen. Hierfür musste ich jedoch eine extra Flughafengebühr von glaub 85 SEK abdrücken Aber um sich etwas in Stockholm anzuschauen war zu wenig Zeit und um auf dem Flughafen rumzusitzen eigentlich zu viel … Als ich in Berlin vom S-Bahnhof nach Hause gelaufen bin, zeigte sich noch einmal wie fertig der Fuß war. Er knickte bei jeder kleinsten Unebenheit sofort um, sogar wenn ich auf kleine Steinchen getreten bin. Nachdem ich ihn ein paar Tage geschont hatte, erholte er sich ziemlich rasch und so konnte ich doch noch die Woche drauf als Kontrastprogramm zum Surfen fahren (ich hatte ja zwischendurch nicht mehr daran geglaubt).1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
traveloors reagierte auf mawi für Beitrag im Thema
1 Punkt14. Etappe: Vuojnesvárásj (westlich der Brücke) bis zum Bierikjávrre An diesem Morgen klingelte der Wecker so früh wie noch nie auf dieser Tour. Da ich so knorke war, kam ich jedoch etwas später raus als gewünscht und war nicht wie geplant zum Sonnenaufgang auf dem Vuojnestjåhkkå. Der Aufstieg ging sehr schnell voran und der Fuß steckte die Belastung erstaunlich gut weg. Dies ärgerte mich ein wenig, weil ich aus Sorge um meinen Fuß und die Tour ggf. vorzeitig beenden zu müssen, Bergtouren bisher mied. Hier ein Blick zurück zum Zelt (links von dem Tümpel, wo sich die Sonne spiegelt): Ich hatte mir die Tour auf der Karte vorher nicht mehr angeschaut, da es ja im Prinzip immer nur nach oben ging. Von daher war ich sehr überrascht, dass sich der Aufstieg trotz schnellen Vorankommens sich ganz schön zog. Ständig dachte ich, okay noch bis da vorn und dann bin ich oben. Aber es ging immer weiter. Ganz am Anfang hatte ich zweimal überlegt wieder umzukehren, da ich dachte, dass ich eh so gut wie oben bin und lieber an diesem Tag noch zum Skarja laufe. Zum Glück fällt es mir immer schwer Besteigungen abzubrechen. Ich sage immer: ‚Eine Bergbesteigung abzubrechen ist wie mit einer Nymphomanin im Bett zu landen und dann einfach aufzustehen und zu gehen, ohne dass es zum eigentlichen Akt kam.‘ Mit zunehmender Höhe wurde die Aussicht immer phantastischer und das Thema Umkehr war vergessen. Oben angekommen, war ich doch sehr über den Weitblick überrascht. Ich warf einen Blick auf die Karte und sah das erste Mal, dass der Vuojnestjåhkkå ja fast 2000m hoch ist und somit einer der höchsten Gipfel im Sarek ist. Es war sehr verlockend von hier aus über den Spijkka und Máhtutjåhkkå zum Skarja zu gehen. Aber ohne Spikes erschien es mir zu riskant, da die Schneefelder in den Hängen vereist und somit sehr rutschig waren. Also ging es auf dem gleichen Weg wieder runter. Auf dem Abstieg entdeckte ich Spuren im Schnee. Ich bin mir unsicher, ob sie von einem Bär oder Vielfraß waren: Puuuuh, der Abstieg zog und zog und zog und zog und zog und zog und zog und zog und zog und zooooooooog sich. Das Zelt war schon von Weiten zu sehen, aber es kam und kam und kam und kaaaaaam einfach nicht näher. Ich weiß nicht, ob ich es vorher durch die Euphorie nicht bemerkte, aber jetzt bemerkte ich zunehmend, dass der Fuß ermüdet und öfters umknickt. Auch die Schmerzen nahmen deutlich zu. Am Zelt angekommen packte ich alles zusammen und zog weiter Richtung Skarja. Hier sah man sehr schön wie lang der Aufstieg war und am Abend maß ich auf der Karte nach, dass es gut 10km waren. Die Nacht verbrachte ich am Bierikjávrre. Ich fand die Stelle traumhaft schön. Die Landschaft zusammen mit der Lichtstimmung erinnerten mich an eine Prärie, wie in einem Western. Es fehlten nur noch die Indianer Leider kommt die empfundene Stimmung für mich überhaupt nicht auf den Fotos rüber:1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
traveloors reagierte auf mawi für Beitrag im Thema
1 Punkt13. Etappe: Guhkesvágge (Sarekvárásj) bis zum Vuojnesvárásj (westlich der Brücke) Die Nacht war mit eine der kältesten, insbesondere der Wind war sehr unangenehm. Bis zum Vormittag waren noch die Pfützen und stehenden Gewässer gefroren. Ich stieg den Berg wieder hinab und querte den Guhkesvákkjåhkå, da man von oben gut sehen konnte, dass die östliche Seite des Guhkesvágge leichter zu begehen ist (weniger Sumpf und Furten). Das gestaltete sich aber als nicht einfach, da der Guhkesvákkjåhkå ziemlich breit, tief und eine recht kräftige Strömung hat. Ich fand dann eine halbwegs machbare Stelle, musste aber das letzte Stück springen. Da ging mir ein wenig die Muffe ab, da die Steine unter Wasser waren und es daneben tief runter ging. Letztlich hatte ich aber auch das mit ein wenig Überwindung gemeistert. In Folge der anhaltenden kurzen Nächte war ich mittlerweile ziemlich knorke und hatte das Gefühl, das es langsam reicht. Es fühlte sich an, als wäre ich schon seit Monaten unterwegs. Dementsprechend unmotiviert schlenderte ich vor mich hin. Trotz Schleichgang erreichte ich ziemlich schnell die Brücke und schlug da mein Nachtlager, etwas nördlich des Vuojnesvárásj, auf. Ich hatte ja für den folgenden Tag noch großes geplant.1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
traveloors reagierte auf mawi für Beitrag im Thema
1 PunktHier ist noch ein Video mit Polarlichtern. Aber wie gesagt, die Aktivität war sehr gering:1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
traveloors reagierte auf mawi für Beitrag im Thema
1 PunktOT: Über eine Kameraversicherung hatte ich in der Tat schon oft nachgedacht und mich schon einige Male geärgert, dass ich aus Geiz keine abgeschlossen hatte. Für die kleine Sony lohnt es jedoch kaum, da sie gemessen am Versicherungsbeitrag zu billig ist. Nach ca. 2 Versicherungsjahren könnte ich mir von den geleisteten Beiträgen locker eine neue Gebrauchte kaufen. Von daher lohnt es kaum. Ja ein paar Highlights wären: - Am ersten Tag einer sechsmonatigen Trekkingreise waren wir in Bangkok mit nem Tuk-Tuk unterwegs. Als wir hielten bin ich elegant abgesprungen. Dummerweise hatte ich vergessen die Kamera wieder am Gurt zu befestigen. Da hatte ich noch eine schwere DSLR (nix Plastik, sondern massives Magnesiumgehäuse). Das Teil ist wie ein Stein quer über den Gehweg gepoltert. Man hat dit gerumst. Da ist mir das Herz in die Hose gerutscht. Dabei hatte es den Anknopf beschädigt, aber die Kamera hatte ich eh nie ausgeschaltet (war immer im Standby). Und den Gehäusedeckel und das Objektiv hat es etwas verbeult. Damit war das Gehäuse nicht mehr Wasserdicht bzw. spritzwassergeschützt. - Ein paar Wochen später war meine damalige Freundin alleine mit der Kamera unterwegs. Als sie einen Stopp an irgendwelchen heißen Quellen machte, legte sie die Kamera in den Motorradhelm. Der Untergrund war etwas abschüssig, so dass der Helm sich wegdrehte und die Kamera ins Wasser purzelte. Sie hatte dann den typischen Fehler gemacht und sofort die Kamera eingeschaltet, um zu schauen ob sie noch geht. Zum Glück war da ein Typ, der ihr ein paar Tipps zum trocknen gegeben hatte (Akku raus, alle Deckel auf, etc.) Ich war zu dem Zeitpunkt noch im Kloster und sie traute sich dummerweise nicht es mir zu erzählen. Erst als wir uns nach 6 Tagen wieder getroffen hatten. Sonst hätte ich ihr noch ein paar Trocknungstipps geben können (z.B. Objektiv abmachen), da nach dieser Zeit immer noch viel Feuchtigkeit drin war. Neben Feuchtigkeit war auch ne ordentliche Ladung Schlamm drin, so dass ich erst einmal schön putzen durfte. Der einzige bleibende Schaden war das defekte Display im Sucher, was wirklich nervig war. Denn so konnte man ja beim Blick durch den Sucher nicht mehr die Einstellungen sehen und man musste immer oben auf das Schulterdisplay schauen. Aber ansonsten funktionierte die Kamera noch locker 2 Jahre, dann hatte ich sie quasi verschenkt (mit dem Hinweise auf alle Schäden). - Am ersten Tag auf dem Fishermen's Trail ist mir in den Dünen mein 3kg Stativ unbemerkt(!) aus dem Rucksack gefallen. Ja, da war ich alles andere als UL unterwegs. Ich bin dann noch einmal 10km zurück gelaufen, bis zu der Stelle wo ich es das letzte Mal verwendete. Leider hatte ich es nicht mehr gefunden. Entweder ist es ins Gebüsch gefallen und ich hatte es übersehen, es hat jemand mitgenommen oder teilweise konnte ich den genauen Weg durch die Dünen nicht mehr nachvollziehen und hatte es vielleicht übersehen. Damit hatte ich ca. 550 Euro verloren - Bevor ich das Stativ verloren hatte, viel mir beim Objektivwechsel meine Lieblingsfestbrennweite runter und ist schnurstracks Richtung Klippen gerollt. Puh, es kam zum Glück nur wenige Zentimeter vor dem Abgrund zum erliegen. - Ein paar Tage später (ebenfalls noch auf dem Fishermen's Trail) machte ich am Rand der Klippen Pause und fotografierte ein paar Störche. Dazu musste ich ja das Objektiv wechseln und legte die Festbrennweite auf den Rucksack. Leider vergaß/übersah ich sie beim Aufheben des Rucksacks. Ich konnte ihr nur hinterher schauen. Dummerweise waren die Klippen an dieser Stelle sehr hoch und ein Abstieg nicht möglich. Und noch einmal 500-600Euro weg Oh Mann, das war vielleicht eine teure Wanderung. Das ärgerlichste war, dass ich damit keine Normalbrennweite auf dieser Tour hatte. Ich nutzte dann übrigens die Gelegenheit um zu MFT zu wechseln. Die MFT-Kamera hatte nur so ein billiges Plastikgehäuse. Da war einmal nach einer Wanderung ein Stück vom Gehäuse rausgebrochen. Zum Glück hing es noch dran, so dass ich es wieder ankleben konnte. Ich kann mich bis heute an keine Situation erinnern, wo es hätte passiert sein können. Mit der kleinen Sony hatte ich auch bezüglich der Feuchtigkeit im Sarek Glück. Ich hatte bei jedem Wetter fotografiert und an den ersten regenreicheren Tagen war sie oft klitschnass. Da fühlte ich mich schon ein wenig unwohl. Ich fürchte, da hatte ich mehr Glück als Verstand Das waren mal so die Sahnegeschichten, die mir spontan eingefallen sind. Ansonsten gab es natürlich noch Unmengen von kleineren Vorfällen á la Kamera runtergefallen, Kamera irgendwo angeschlagen (habe bzw hatte die Kamera immer Griffbereit am Gurt hängen, egal ob im dichten Gebüsch, im Regen, Sand oder am Fels), Sand drin, Stativ umgekippt, ...1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
traveloors reagierte auf mawi für Beitrag im Thema
1 Punkt12. Etappe: Gássaláhko bis Guhkesvágge (Sarekvárásj) Bäm, bäm! Bäm! Bäm! Bäm, bäm! Links, rechts! Hacken! Links! Links, Rechts! Mein Kopf wurde hin und her geschleudert, während er mit Schlägen attackiert wurde. Ich wachte plötzlich auf. Bäm, bäm! Bäm! Scheiße, war doch kein Traum. Starke Böen zogen durch das Gássaláhko und boxten wie wild in das Zelt hinein, so dass ich mich wie meine Gegner beim Boxsparring fühlte Es war jetzt nicht unbedingt ein mega Sturm, aber durch den weichen Boden war es dem Wind ein leichtes die Heringe zu lockern und durch das ständige Rütteln am Zelt lösten sich die line locks. Also musste ich raus und ein paar Steine zum stabilisieren zusammensuchen. Damit war die Nacht gegessen, ich bekam kaum ein Auge zu. Die Böen ließen zwar mit der Zeit nach, aber der Regen prasselte unermüdlich weiter auf das Zelt ein. Dementsprechend tat ich mich am Morgen sehr schwer mit dem Aufstehen. Plötzlich durchflutete die Sonne das Zelt und der Regen hörte schlagartig auf. Ich quälte mich raus und fand draußen das schönste Wetter vor. Und auf der anderen Seite verzogen sich die Wolken: Das Panorama lud geradezu ein es zu besteigen, aber ich traute meinem Fuß die Belastung nicht zu. Zumal ich ja auch noch einige Tage vor mir hatte. Bei einer Pause musste ich feststellen, dass die eine Sorte Pemikan schimmelte und ich schon einiges davon gegessen hatte Es war keine gute Idee Gemüse reinzumachen. Ich hatte bereits bei der Zubereitung zu Hause Zweifel, ob das eine gute Idee ist. Aber laut Rezept sollte es locker 3 Wochen haltbar sein. Letztlich war es aber Glück im Unglück. Ich hatte nämlich eh viel zu viel Essen dabei und ich konnte schnell einiges an Gewicht entledigen. Während ich bei der Pause den Blick über die Landschaft schweifen lies, erspähte ich plötzlich einen Vielfraß in der Ferne. Leider war er zu weit weg, um ihn gescheit fotografieren zu können. Die Nacht verbrachte ich auf dem Srekvárasj, einem kleinen Berg im Guhkesvágge (der kleine Berg auf dem letzten Bild). Hier oben hat man eine tolle Aussicht in das Tal. Es kündigte sich eine sternenklare Nacht an, also stellte ich mir den Wecker, um nach Nordlichtern Ausschau zu halten. Die Bedingungen waren perfekt: klarer Himmel und Vollmond, der die Landschaft aufhellt. Nur die Nordlichteraktivität lies zu wünschen übrig. Bei der nächtlichen Fotosession ist leider das Stativ mit der Kamera umgekippt und die Kamera ist auf den einzigen Stein im Stativumkreis gefallen. Dabei hat es das Gehäuse verbogen, so dass der elektronische Sucher nicht mehr rauspoppt (man muss ihn jetzt rausziehen) und der Objektivtubus ist verbeult, so dass die Lamellen oft nicht mehr richtig einfahren und man sie manuell einschieben muss. Kameras haben es bei mir immer sehr schwer. Schon am Flughafen ist sie mir runter gefallen (bzw. mein Handgepäck, wo die Kamera ganz unten drin war) und am 2 Tag ist mir die Kamera beinah in ein tiefes Loch zwischen den Felsen gefallen. Mein Glück war es, dass sie sich zwischen den Steinen verkanntet hatte … Von meinen alten Kameras kann ich da leider noch eine Menge weiterer haarsträubendere und weniger glimpflich ausgegangene Geschichten erzählen.1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
traveloors reagierte auf mawi für Beitrag im Thema
1 Punkt11. Etappe: Áhkká bis Gássaláhko Am Morgen musste ich dringend austreten. Eigentlich quäle ich mich immer bis zum Aufstehen. Da es aber erst kurz nach 4 war, mühte ich mich raus und wurde von einem gigantischen Morgenrot begrüßt. Das letzte Stück im Hang des Áhkká war sehr mühselig - Steil, Gestrüpp und lose Felsbrocken. Wenigstens hatte ich hier meinen ersten und einzigen Elch auf der Tour gesehen. Ich finde die ja voll knuffig und er lugte ulkig von oben über einer Kante hervor. Leider war er schon wieder weg bevor ich noch die Kamera zücken konnte. Für das letzte Stück im Hang, ca. 3-4km, brauchte ich gut 2h und war danach ziemlich k.o. und demotiviert, was auch an der ziemlich kurzen Nacht lag (erst Nordlichter und dann Morgenrot schauen). Am Gássaláhko angekommen wurde ich mit einem wunderschönen Gletscher- und Bergpanorama überrascht. Die Aussicht war einfach der Wahnsinn und hatte die Motivation stark nach oben schnellen lassen. Hach, ich liebe ja solche Landschaften. Sie geben mir das Gefühl fern ab der Zivilisation zu sein, teilweise sogar in einer anderen Welt In meiner Euphorie wünschte ich mir, dass es jetzt noch schneien und stürmen müsste, da es zur Landschaft gepasst hätte. Der Plan war das Gássaláhko zu queren und später auf der westlichen Seite des Guhkesvágge entlang zugehen. Also musste ich mich durch das Seen- und Flüsse-Labyrinth durchkämpfen. Die Seen liegen teilweise in Senken und als ich aus einer größeren wieder heraus bin, musste ich feststellen, dass in der Zwischenzeit die ganze Hochebene in dichten Wolken lag. Kurz darauf fing es auch an zu regnen und zu stürmen, als ob mein Wunsch erhört gewesen wäre. Allerdings fühlte es sich nicht annähernd so romantisch und idyllisch an, wie ich es mir ursprünglich vorgestellt hatte Irgendwie begann ich wieder hektisch zu werden und etwas zu hasten. So war es nicht verwunderlich, dass ich bei einer sehr einfachen Bachquerung ausrutschte und mich ins Wasser setzte. Somit war der Rucksack (aber durch die Packsäcke zum Glück nicht die Ausrüstung) und ich binnen von Sekunden klitschnass. Na super! Da die Sicht gleich null war, durch das ständige Auf und Ab und das Schlängeln um die Seen, verlor ich die Orientierung und musste zum zweiten Mal auf der Tour den Kompass zur Rate ziehen. Da bisher brauchbare Zeltstellen Mangelware waren, nahm ich dann die erstbeste, die mir über den Weg lief. In der Zwischenzeit hatte der Regen und der Sturm nachgelassen, aber durch die dichten Wolken war es schon sehr früh dunkel.1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
traveloors reagierte auf dani für Beitrag im Thema
1 Punktan den klasse bildern und daran dass du der lebend beweis bist, dass man den sarek auch ohne 90 liter rucksack und statt in lundhags-stiefeln auch in kaputten turnschuhen machen kann.1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
traveloors reagierte auf mawi für Beitrag im Thema
1 Punkt10. Etappe: Kisurisstugan bis zum Áhkká Oh Gott, verschlafen! 10Uhr! Ich springe auf und packe hektisch alles zusammen. Nebenbei sende ich noch eine bereits vorgefertigte Geburtstags-SMS an meine Mutter ab. Dabei sehe ich, dass der DeLorme erst 8 Uhr anzeigt, also drei Stunden früher (auf meiner Armbanduhr war es bereits um 11Uhr). Puh! Dann bin ich ja zufällig doch wie geplant um 7 Uhr aufgestanden und war voll im Zeitplan. In der letzten Nacht hatte ich den Alarm gestellt, um zu schauen ob es Nordlichter gibt. Beim Versuch im Dunklen den Alarm abzustellen, hatte ich vermutlich die Uhrzeit verstellt. Bein und Hand waren unverändert, hatte aber keine Lust noch einen weiteren Tag da rumzuhängen. Außerdem wollte ich keinen weiteren Tag verschenken und etwas von der fantastischen Landschaft verpassen. Der Padjelantaleden lief sich super und ich fand das Stück, was ich gelaufen bin, echt schön. Auf dem Weg lag immer wieder, teilweise gar frische, Bärenkacke. Gesehen habe ich aber leider keinen. (Ich glaube, dass das eine Bärentatze ist, oder was meint ihr?) Der Plan war vom Padjelantaleden aus den Áhkká zu umrunden und über das Gássaláhko dann ins Guhkesvágge zu gehen. Leider bog ich etwas zu früh ab und musste ein sehr tiefes Sumpfgebiet queren. Ich kam nur sehr langsam voran und musste immer mit dem Stock bei jedem Schritt testen, wie tief es hinab geht. Stellenweise konnte man den Stock bis zum Griff ins Wasser stecken, ohne dass er den Boden berührte. Ich versuchte mich etwas höher in den Hang des Áhkká zu schlagen. Hier stand nicht mehr ganz so viel Wasser, aber dafür umso mehr dichtes Gestrüpp, Schlamm und überwucherte Felsbrocken. Da ich ja von den ersten Tagen der Tour gelernt hatte, bin ich besonnen und langsam durch diesen Abschnitt. Allerdings ging es mit meinen Leiden auch kaum schneller Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichte ich endlich festen und leichter begehbaren Untergrund. Da das Gássaláhko ja auf ca. 900m liegt, entschloss ich mich oben im Hand zu bleiben und den Áhkká ebenfalls auf ungefähr dieser Höhe zu umrunden. Leider blieb der „Weg“ nicht lange so gut. Schon bald wurde der Hang steil und war überwuchert mit viel Gestrüpp und Gestein. Aber das störte mich nicht allzu sehr, da die Aussicht einfach fantastisch war. Da der Weg etwas mühselig war, hatte ich es leider nicht mehr zum Gássaláhko geschafft und nächtigte am Hang des Áhkká. Dafür wurde ich mit einer herrlichen Aussicht und später mit ein paar schwachen Nordlichterchen belohnt. (Die Lichter links sind Ritsem) Die größte Belohnung sollte jedoch am nächsten Morgen folgen.1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
traveloors reagierte auf mawi für Beitrag im Thema
1 PunktTag Pause Am Morgen hatte ich schon wieder überlegt weiterzuziehen, zwang mich aber einen Tag Pause in der Hütte einzulegen und mich so wenig wie möglich zu bewegen, um das Bein und die Hand zu schonen. Den Vormittag hatte ich versucht mit Meditation zu überbrücken, aber durch die vielen Eindrücke und Erlebnisse war ich nicht in der Lage die Gedanken bei Seite zu wischen. Ab Mittag kam die Sonne raus und ich legte mich im Windschatten der Hütte in die Sonne. Was für eine Wohltat.1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
traveloors reagierte auf mawi für Beitrag im Thema
1 Punkt9. Etappe: Niják bis Kisurisstugan Am Morgen hatte ich zwei Eiterstellen an den Füßen entdeckt. Die eine am linken Knöchel, an einer alten Narbe, und die andere am rechten Fuß. Da hatte ich mir am zweiten Tag einen Zeh am Fels leicht aufgeschramt, also nur ein kleiner Kratzer. Zuerst konnte ich mir beide Eiterstellen nicht erklären, insbesondere die am linken Knöchel. Dann hatte ich aber bemerkt, dass es von den Neoprensocken kam. Über beide Stellen lief genau eine breite Naht und hatte an den Stellen gescheuert und in Verbindung mit der ständigen Feuchtigkeit kam es zu den Eiterstellen. Nachdem ich die Stellen jeden Tag mit Jod behandelt hatte, waren sie schnell abgeklungen. Bei den Pflasterstreifen fühlte ich mich ein wenig stuipd-light. Beim Packen hatte ich nämlich min. die Hälfte der Pflasterstreifen rausgenommen, da ich dachte, dass ich niemals so viele Wunden haben werde. Allerdings hatte ich dabei nicht berücksichtigt, dass man ja, insbesondere bei der Feuchtigkeit, jeden Tag ein neues benötigt. Na ja, zum Glück bin ich gerade so hingekommen. Der rechte Fuß ist jetzt sichtbar geschwollen, aber das Laufen ging erstaunlich gut. Dafür schmerzte jetzt das linke Handgelenk … Ich hatte oft den Trekkingstock nicht richtig gehalten bzw. gegriffen, sondern die Hand in der Schlaufe Hängen lassen. Schwierig zu beschreiben. Jedenfalls war das voll dämlich von mir, da somit eine Sehnenscheidenentzündung vorprogrammiert war. Rollbewegungen gingen gar nicht mehr, wie zum Beispiel Isomatte einrollen, etc. Zum Glück störte es nicht allzu sehr, da ich die Hand ja gut entbehren und somit schonen konnte. Die Landschaft wurde zunehmend flacher und es mehrten sich knallrote Birkenwälder. Leider war das Licht und die Landschaft so uninteressant, dass mir kein gutes Foto gelang. Direkt aus einem Gletscher umringten Tal kommend, wirkte die Landschaft eher langweilig. Kurz vor dem Padjelantaleden wurde es wieder deutlich interessanter. Man läuft zwischen zwei großen Strömen entlang und kommt in wunderschöne Birkenwäldchen mit grün leuchtenden Lichtungen. Es hatte irgendwie was Märchenhaftes. Eigentlich hatte ich erwartet eine ranzige Hütte in Kisurisstugan vorzufinden. Aber dort angekommen, musste ich feststellen, dass da ja eine moderne Ferienanlage, bestehend aus 6-8 Häusern, steht. Zu dieser Zeit war sie natürlich geschlossen und es war „nur“ eine Hütte offen. Diese war regelrecht luxuriös mit Solarstrom und Gasheizung ausgestattet. Beim Eintreten und Ablegen des Rucksacks viel plötzlich so einiges ab und es machte sich Erschöpfung breit. Es fühlte sich ein wenig an, wie wenn ich eben von einer langen Wanderung zu Hause angekommen wäre.1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
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traveloors reagierte auf mawi für Beitrag im Thema
1 Punkt8. Etappe: Skárjá bis zum Niják „Super Nacht“, so beginnt der Tagebucheintrag für diesen Tag. Auch der Morgen begann sehr vielversprechend, denn die Wolken zogen von Dannen und hinter dem Zelt kam strahlend blauer Himmel zum Vorschein. Das Laufen viel mir echt schwer, so dass ich mehr gehumpelt als gelaufen bin. Eigentlich hatte ich überlegt ins Rapadalen zu gehen, aber in Anbetracht der Schmerzen hielt ich eine Pause als angebracht. Da ich keine Lust hatte den ganzen Tag im Zelt zu liegen, beschloss ich nach Kisurisstugan, einer Hütte auf dem Padjelantaleden, zu gehen. Der Gedanke hierbei war auch, dass ich von da aus ruckizucki in Ritsem sein kann, falls es mit dem Fuß gar nicht mehr gehen sollte. Also brach ich auf ins Ruohtesvágge. Nach nur wenigen Metern tauchte vor mir die Schutzhütte mit dem Plumpsklo und der Brücke auf, die ich am letzten Abend noch unterhalb von meinem Schlafplatz vermutet hatte. Hier standen vier Zelte und ich schnackte kurz mit einem Deutschen und zog dann weiter. Was mir zunehmend negativ auffiel und tierisch aufgeregt hatte, dass eine Menge Müll rumlag. Kurz nach dem ich zwei Wanderern begegnet bin, hatte ich eine große und schwere Supermarktplastiktüte mitten auf dem Weg gefunden. Die Tüte lag offensichtlich schon ein paar Tage dort und die Spuren der beiden Wanderer gingen direkt vorbei. Auch andere müssen da schon vorbei sein. Ich verstehe nicht warum man solch eine schwere Plastiktüte mitnimmt und warum sie keiner aufgehoben hatte. Ich kann so etwas auch absolut nicht liegen lassen, so dass sich mit der Zeit ordentlich Müll im Rucksack sammelte. Aber zurück zu den erfreulichen Dingen. Kurz hinter der Plastiktüte kamen unten auf dem Fluss drei Packrafter vorbeigetrieben. Das sah echt spaßig aus und ich könnte mir vorstellen das auch mal zu machen. (Man beachte die drei kleinen bunten Punkte rechts unten auf dem Fluss.) Die Lichtstimmung an diesem Tag war einfach toll, ich kam kaum zum wegpacken der Kamera. Schon von weiten hatte ich einen weiteren Wanderer auch mich zudüsen sehen. An der Furtstelle des Flusses trafen wir aufeinander. Ich grüßte ihn von meiner Seite aus, aber er zeigte null Reaktion. Er war mit ordentlich Gepäck unterwegs und tauschte vor der Furt die Hosen und zog Gamaschen an. Ich hatte, wie immer, nur kurz die Regenhosen hochgerollt und bin schnurstracks durch. Ich grüßte nochmal kurz auf der anderen Seite, als er immer noch am Hose wechseln war und vernahm irgendwie einen leicht irritieren Blick. Kurz danach machte ich einen Fotostopp und sah dabei, dass er jetzt auf der anderen Seite war und wieder die Hosen wechselte und mir nachblickte. Ich bildete mir ein, als würde er meine Leichtigkeit beneiden. Aber vielleicht dachte er auch nur‚was für‘n Arsch Direkt nach der Furt bemerkte ich, dass der stechende Schmerz weg war und sollte in dieser Form auch nicht mehr wiederkommen. Jetzt war es „nur“ noch ein dumpfer Schmerz und es entwickelte sich zu einer Sehnenschneideentzündung (zumindest die Symptome deuteten darauf). Ach diese alte Rentierzüchterhütte. Die war ebenfalls ein gutes Beispiel für grenzenlosen Idiotismus. Vor der Hütte stand eine Tonne, die als Mülleimer genutzt wurde. Der Müll quoll schon raus und lag auch schon daneben. Was denken sich die Leute? ‚Ach schön ein voller Mülleimer. Da kommt ja bestimmt gleich die Müllabfuhr. Da kann ich ja meinen Müll noch reinpressen …‘ Bei mir herrscht auch deshalb Unverständnis, da wir hier nicht in Berlin Wedding sind, sondern im Sarek. Da würde ich doch erwarten, dass die Leute, die hier unterwegs sind, Naturliebhaber sind und es für selbstverständlich erachten ihren mitgebrachten Müll wieder mitzunehmen. Ach, ich könnte mich hier noch ewig weiter aufregen, aber mache mal mit der wunderschönen Lichtstimmung und meinem persönlichen Lieblingsbild von der Tour weiter: Leider ist es unscharf geworden. Das ist mir bei der Sony oft aufgefallen, dass zum einen der Fokus sehr langsam ist und dass der Fokus hin und wieder mal danebenlag. Insbesondere wenn es schnell gehen musste. Wie in dieser Situation, da bleibt nicht viel Zeit. Man muss ja erst die Kamera rausholen, einschalten, Bildausschnitt wählen und schnell Abdrücken. Für ein zweites Foto hatte es nicht mehr gereicht, da war das Rentier schon weg. Eigentlich wollte ich ja noch bis zur Hütte auf dem Padjelantaleden, aber ich war die erste Hälfte des Tages einfach zu langsam unterwegs und irgendwie war ich völlig erschöpft. So musste ich hier nächtigen und die schöne Aussicht genießen.1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
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traveloors reagierte auf dani für Beitrag im Thema
1 Punktdas tönt für mich nach einer klassischen bänderzerrung oder -dehnung. kenne dieses gefühl (leider) aus dem ff. das einzige was nützt, ist PECH: - Pause: ist auf tour leider nicht gut machbar - Eis: als ersatz nützt kühlen, z.b. im eisigen fluss - Compression: z.b. ein tapeverband wäre hier angebracht - Hochlagern siehe pause nichts nützt, resp. kontraproduktiv ist wärme, z.b. massagen, wärmende salben, heisses bad etc.1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
traveloors reagierte auf mawi für Beitrag im Thema
1 Punkt7. Etappe: Kapelle von Alkavare bis Skárjá Als ich morgens Austreten musste, begrüßte mich draußen ein wunderschöner weinroter Sonnenaufgang. Leider war das Spektakel schon wieder vorbei als ich die Kamera am Start hatte: Und hier noch ein Blick aus der Kapelle, der die Stimmung in der Kapelle ganz gut wiedergibt: Das Zusammenpacken dauerte länger als sonst, da alles verteilt herum lag. Im Zelt hingegen war immer alles kompakt am selben Platz und die Griffe waren somit routiniert. Bevor ich los bin hatte ich noch schnell meine Schuhe mit Tape umwickelt. Ich befürchtete noch immer, dass demnächst die Zehen rausschauen. Allerdings begann das Tape, wie befürchtet, sich nach wenigen Kilometern wieder zu lösen, so dass ich es wieder abwickelte. Wie aber schon im Vorbereitungsfaden berichtet, haben die Schuhe am Ende doch noch erstaunlich gut durchgehalten. Der Start war sehr müßig, da mein rechter Knöchel extrem schmerzte. Ca. 5 cm oberhalb des Knöchels war ein stechender Schmerz, als würde da jemand mit einer großen Nadel hineinstechen. Ich habe keinen Plan woher das gekommen sein könnte. Ich bemerkte später, dass längere Furten dem Fuß gut taten und den Schmerz kurzzeitig spürbar linderten. Massagen kamen gar nicht gut an, das hat es nur noch schlimmer gemacht. Ich vermute, dass sich entweder ein Nerv oder eine Sehne verklemmt hatte, bin mir da aber nicht sicher. Zumindest konnte ich nur noch gerade auftreten. Immer wenn ich schräg aufkam, gab es einen starken stechenden Schmerz. Zu meinem Pech verlief der erste Teil am Hang mit viel Gestrüpp und Steinen entlang, so dass ich mich im Schneckentempo fortbewegte (was ja nicht gerade meine Stärke ist). Hinter dem See ging es runter ins Álggavágge, das zwar überwiegend sumpfig war, aber dafür leicht zu laufen. Dadurch konnte ich wieder Tempo machen. (Wie man sieht war ich nicht der Erste, der das Tal durchschreitet ) (Hmmm, lecker Matsch. Hier noch voll harmlos, andernorts war man schnell mal knietief weg.) Am Ende des Álggavágge gibt es einen wunderschönen Blick auf ein Gletscher- und Gipfelpanorama. Solche Momente ließen die Schmerzen fast vergessen. Kurz darauf erreichte ich die Rentierhütte, wo ich den Gouhperjåhkå furtete. (Hey @SouthWest, wie kommt denn dein Profilbild hier rein? ) Eigentlich wollte ich hier nächtigen und hier den ein oder anderen Berg erklimmen. Aber da es wieder etwas zuzog und zu regnen begann und das Bein alles andere als fit war, entschloss ich bis zum Skárjá, dem Mittelpunkt des Sareks, weiterzuziehen. Das letzte Stück war noch einmal sehr anstrengend, da es im Hang mit viel Dickicht und Steinen entlang ging. Aber dafür mit toller Aussicht: In der Dämmerung erreichte ich dann den Skárjá, konnte aber die Schutzhüte mit dem Notruftelefon nicht finden. Da eine Menge Spuren den Hang runter gingen und ich im Netz mal ein Foto von der Hütte im Dickicht gesehen hatte, dachte ich, dass sie unten im Tal sein müsse. Es war mir aber zu müßig im Dunkeln da noch runter zu gehen, das war es mir nicht wert.1 Punkt -
Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09
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1 PunktToller Bericht über deine Reise, vielen Dank fürs Teilen! Bin auch schon gespannt auf die weiteren Tage deiner Tour. OT: Ich bin von Lightroom auf Capture One umgestiegen seitdem ich meine Sony RX 100 III habe. Trotz mehreren Jahren mit LR viel mir der Umstieg nicht schwer und für mich hat sich nun die Bearbeitung von Raw vereinfacht. Tolles Programm ist dieses Capture One und für Sony Besitzer auch umsonst! Vielleicht hast du ja mal Lust und Zeit damit zu beschäftigen1 Punkt -
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1 Punkt6. Etappe: Njoatsosvágge bis Kapelle von Alkavare Die gute Nachricht vorweg; das Wetter schien sichtlich besser zu werden. Hin und wieder mal ein kleiner Minischauer, aber auch Sonnenschein. Die grobe Tendenz zum besseren Wetter war deutlich erkennbar. Die schlechte Nachricht; mein rechtes Knie ist steif und schmerzt ordentlich. Auch der rechte Knöchel schmerzt unangenehm, wird aber von den Knieschmerzen überlagert, so dass es nicht störte. So geläutert machte ich mich auf den Weg und erreichte nach kurzer Zeit den See Álggajávrre. Inzwischen waren die Schmerzen im Knie fast weg, dafür wurden aber die Schmerzen im Knöchel präsenter. Um den See passieren zu können, hat die Kirchengemeinde Jokkmokk ein Ruderboot dahinten am Ende des Sees bereitgestellt. Von Weitem konnte man es bereits auf der anderen Seite des Sees sehen. Im ersten Moment herrschte Freude. Jedoch wurde mir schnell klar, dass mir das Boot auf der anderen Seite nix bringt und meckerte vor mich hin, dass es da nicht zwei Boote gibt. An der Anlegestelle angekommen stellte ich mit Freude fest, dass es zwei Boote gibt. Dann wurde mir aber bewusst, dass ich ja dann drei mal fahren muss. Also bin ich weiter um eine mögliche Furtstelle zu suchen. Ich fand auch eine Stelle die machbar aussah, aber die Strömung war so stark, dass es mir fast die Beine wegriss und und ich wieder umkehren musste. Also wieder zurück zum Boot. Da es locker zu ein drittel mit Wasser gefüllt war, musste ich es erst einmal leer schöpfen, was einiges an Zeit gekostet hat. Anfangs hatte ich etwas Bammel, dass die Strömung mich zum Fluss hin mitzieht und dann bis nach Norwegen treibt… Es war aber alles easy und ich war schnell drüben. Dann ging es mit dem anderen Boot wieder zurück. Beim Aufstieg zur Kapelle hatte sich mein rechter Knöchel stark bemerkbar gemacht. Auch das Knie fing wieder an leicht zu schmerzen. Also entschied ich für diesen Tag Schluss zu machen und bei der Kapelle zu nächtigen, um das Bein zu schonen. Oben angekommen nutzte ich die steife Briese um das Zelt durchtrocknen zu lassen. Ich wendete es und schüttelte den Dreck raus. Da sah ich unten auf der anderen Seite des Sees jemanden mit etwas Rotem wedeln. Oh je, hoffentlich denkt der nicht, dass ich Hilfe brauche, weil ich mit dem Zelt gewedelt hatte. Ich hörte auf zu wedeln und warte kurz, aber der andere hörte nicht auf. Also gut, bin ich runter gehumpelt und mit dem Boot rüber. Auf der anderen Seite wartete ein junges Fräulein, welches sich nicht traute mit dem Boot überzusetzen, da sie angst hatte, dass die Strömung sie in den Fluss hineinziehen könnte. Also fragte sie mich, ob ich sie hinüber fahren könnte. Ich lehnte freundlich ab und ruderte zurück. Nein, nein, natürlich nicht. Ich versicherte ihr, dass die Überfahrt ungefährlich ist und lies sie zurückrudern. Nach einem ausgedehnten Schnack ist sie weiter gezogen und ich bin auf die Anhöhe hinter der Kapelle hinauf, da ich gern mal einen Blick dahinter werfen wollte. Der Sattelpunkt wollte und wollte einfach nicht näher kommen, so dass ich rechts zum Alkavare bis zur Geröllgrenze hinauf bin. Ich wäre nur zu gern auf den Alkavare hinauf gestiegen, aber aus Vernunftgründen bin ich wieder runter zur Kapelle. (Beim Abendessen) Da ich bereits fast den ganzen Rucksack in der Kapelle geleert hatte und mich da breit gemacht hatte, entschloss ich mich in der Kapelle zu nächtigen. Insgesamt war es nicht so prickelnd, da es ziemlich stark nach Rauch stank (ich glaub vom Teeren des Daches), es sehr dunkel war und es überall rein pfiff.1 Punkt -
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1 Punkt5. Etappe: Njoatsosvágge Hoch motiviert bin ich früh aufgestanden und losgezogen. Huch, was war passiert? Die letzten beiden Tage dachte ich noch ständig ans Abbrechen. Über Nacht sind mir folgende Dinge richtig bewusst geworden: Ich kann das Zelt wiederholt bei starkem Regen aufstellen und einrichten ohne dass etwas nass wird. Ich schaffe es meine Schlafsachen trocken zu halten. Es ist nicht schlimm den ganzen Tag mit nassen Klamotten umher zulaufen, solange man sich abends in den trocknen und warmen Schlafsachen murmeln kann. Das war die wärmste Nacht der Tour. Ich hatte anfangs nur eine Unterhose an und schwitzte trotzdem noch. Es ist gar nicht schlimm oder unangenehm morgens in die nasse Kleidung und Schuhe zu schlüpfen. Es ist nur die eigene Schere im Kopf. Es ist überhaupt nicht schlimm im strömenden Regen zu kacken, insbesondere wenn die Klamotten eh schon durch sind. Auch hier ist es nur die Schere im Kopf. Ich habe seit 4 Tagen nasse Schuhe und damit nasse Füße und es ist überhaupt nicht schlimm. Die ersten Tage bin ich noch um nasse Stellen herum gesprungen und umgangen bzw. hatte es versucht. Von nun an bin ich überall schnurstracks durch. Das machte das Wandern viel entspannter. Der Sarek ist bisher alles andere als außergewöhnlich anspruchsvoll, sondern sehr gut zu laufen (okay, bis jetzt und mit der Ausnahme von gestern). All diese Punkte bzw. Erkenntnisse haben mich doch sehr beruhigt. Insbesondere die Tatsachen, dass Nässe nicht schlimm ist, ich mein Schlafzeugs trocken halten kann und dass es auch gute Momente, wie die warme Nacht, gibt. Die ganze Nacht über hatte es geregnet und war dementsprechend nicht so prickelnd. Auch der Morgen war nicht von dem Abend davor zu unterscheiden. Wie am Vortag sammelten sich immer noch sichtlich die Wolken bei den voraus liegenden Seen (Alep, Gasska und Lulep Njoatsosjávrre). Ich hatte es Spaßes halber Höllental genannt. Dort angekommen musste ich erfahren, dass es kein Spaß war und der Name zu 100% gerechtfertigt war. Es wehte ein eisiger Wind der den Regen und Graupel nur so ins Gesicht peitschte, so dass man kaum aufschauen konnte. Das Tal war durchzogen von unzähligen Fußabdrücken, als wäre eben eine ganzes Heer durchgezogen. Solch eine Masse empfand ich immer als zu viel Zeichen der Zivilisation, aber einzelne Fußspuren auf den abwegigsten und schwierigen Abschnitten empfand ich durchaus aufbauend. Ganz nach dem Motto, dass ich nicht der erste bzw. einzige Bekloppte bin der da lang rennt. Motivierend und frustrierend zugleich fand ich auch immer wieder die vereinzelten Sonnendurchbrüche. Motivierend, da dadurch die Szenerie mit den Bergen freigelegt wurde und frustrierend, da die Durchbrüche überall waren, nur nicht da wo ich war. Am Ende des Njoatsosvágge hatte das Wetter noch einmal alles gegeben. Es goss und windete als gäbe es kein morgen mehr. Es riss mir beinah die Karte aus der Hand. Ich stand quasi mitten in einer Wolke und konnte die umliegenden Berge nicht sehen, was die Orientierung unmöglich machte. Vom Gefühl her hätte ich nach links laufen müssen, aber irgendwie passte das nicht zur Karte. Ich musste deshalb mit dem Kompass des DeLorme die Karte einnorden und fand so schnell heraus, dass ich viel weiter westlich war als ich es annahm. Es ging also nach rechts. (Eigentlich voll unfair, auf den Bildern sieht man gar nicht wie schlecht das Wetter war. Nicht einmal wie durch ich war.) Inzwischen lies der Regen langsam nach und die tief hängenden Wolken lösten sich auf. Ich nutzte die halbwegs freie Sicht um zu prüfen, ob ich wirklich richtig laufe. Dabei hatte ich halt auf einer großen Steinplatte gemacht, die eine sehr leichte Neigung hatte. Ich bemerkte nicht, dass die Platte extrem rutschig ist, so dass plötzlich meine Beine wegglitten und ich ungebremst auf das rechte Knie stürzte. Das Knie tat danach höllisch weh und wurde später noch schön blau. Also humpelte ich von dannen als wenig später endlich die Wolkendecke vor mir aufriss. Das wirkte auf mich berauschend als hätt‘ ich was eingeschmissen. So beflügelt wollte ich von hier aus über das Jiegnavágge zum Pårte hinaufsteigen. Aber als ich an die Abzweigung kam, verging mir schnell die Lust. Der Wind drückte unermüdlich die Wolken in das Sarvesvágge und somit Richtung Pårte: (Geradezu ist das Sarvesvágge und rechts geht es zum Jiegnavágge hinauf.) Da das Knie schmerzte, es nicht mehr regnete und ein relativ starker Wind wehte, beschloss ich hier (beim alten Rentiergehege bei der Tjågnårisskajdde) mein Lager aufzuschlagen und meine Sachen zu trocknen. Und tatsächlich, nach ca. 2-3h waren die Sachen durch den Wind so gut wie trocken: Die Trockenzeit hatte ich übrigens mit meinem ersten Bad im Fluss überbrückt. Es war eigentlich ganz angenehm, nur der Wind war nur 5cm kurz1 Punkt -
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1 Punkt4. Etappe: Njoatsosvágge Sternenklare Nacht bedeutet ja gleichzeitig auch eine arschkalte Nacht. Ich hatte ja kein Thermometer bei, aber ich würde behaupten, dass dies eine der kältesten Nächte war. Da die nächste Wasserquelle ein paar Minuten vom Zelt entfernt war, hatte ich am Abend zuvor den 900ml Topf und den Wasserbeutel randvoll gefüllt. Am Morgen war der Topf komplett durchgefroren und ca. der halbe Wasserbeutel. Zum Glück ist er nicht geplatzt. Die Neoprensocken und die Zeltwände waren steif wie ein Brett, so dass ich angst hatte, dass sie zerbrechen (insbesondere die Socken). Da jedoch kein allzu starker Wind wehte, merkte ich in meinem Schlafgemach nichts davon. Die Abtauzeit am nächsten Morgen hatte ich noch einmal mit einem Flickversuch meiner Schuhe überbrückt. Meine Naht vom Vortag war schon längst wieder kaputt und der Schuh im allgemeinen noch weiter am Rand aufgegangen. Als ich dann los bin, füllte sich langsam das Tal mit Wolken und es fing an zu regnen. Ich ging noch einmal ein Stück zurück um ggf. bei den Sandbänken zu furten, konnte aber keine geeignete Stelle finden. Okay, eigentlich war ich nur zu sehr genervt von dem dichten Gestrüpp und bin deshalb frühzeitig wieder umgekehrt. In der Zwischenzeit hatte es sich so richtig „schön“ eingeregnet mit streckenweise Graupel, Hagel und Schnee im Wechsel, was den ganzen Tag über anhalten sollte. Also musste ich die weglose SW-Seite des Njoatsosvágge entlang. Puh, das war eine echte Herausforderung für mich. Steilhang, Sumpf, Felsbrocken und alles überwuchert mit dichtem Gestrüpp ohne Ende. Ich versuchte mit aller Gewalt möglichst schnell da durch zu kommen, was nur schief gehen konnte. Plötzlich, es ging so schnell, dass ich es nicht mehr nachvollziehen kann. Ein Knall und es haute mich mit einer gewaltiger Wucht um. Was für ein Aufprall. Es fühlte sich an, als wäre ich aus 2m Höhe gestürzt. Ich lag kopfüber im Gestrüpp des Hangs und betrachtete meine Hand. Na tooooolll. Bravo!!! Ich hatte nur noch 2/3 meines Trekkingstocks in der Hand. Der 4. Tag unterwegs und schon ca. 240g totes Gewicht im Rucksack. Beim Sturz hatte sich ein Trekkingstock im Gestrüpp verkeilt und ist unter meinem Gewicht zerbrochen. Daher kam der Knall. In der ersten Sekunde hatte ich mich über die Stöcke geärgert, aber es wurde mir schnell bewusst, dass es in dieser Situation vermutlich (fast) jeden Stock geschrottet hätte. Ich rappelte mich wieder auf und ging weiter. Während dessen lies ich mir die Situation noch einmal durch den Kopf gehen und kam zum Schluss, dass es – Bääääähhhhhh!!!! Was für ein unangenehmes Gefühl. Das Regenwasser schoss mir nur so durch die Ritze! Beim Sturz war meine komplette Kleidung hinten unbemerkt verrutscht, so dass da nun das Regenwasser in Strömen hineinlief. Ich war nicht nur unten rum klitschnass, sondern auch am Oberkörper. Ich setzte erst mal den Rucksack ab, richtete der Kleidung und atmete gaaaanz tiiiief durch. Okay, es bringt überhaupt nichts, wenn ich hier so durchhaste, sagte ich zu mir. Ich ohrfeigte mich gedanklich und beschloss mich ab fortan dem Untergrund gemäß fortzubewegen. Also sprich nicht mehr zu hasten. Das fiel mir extrem schwer! Nach vielen Stunden hatte ich das Gestrüpp hinter mir gelassen und die Njoatsosjávrre Seen lagen vor mir. Hier lies endlich der Regen etwas nach und es gab eine Furtmöglichkeit. Eigentlich wollte ich noch zu den Seen, die sich hinter der Anhöhe befanden. Aber, wie auf den Fotos erkennbar, sammelten sich da die Wolken und es hatte den Eindruck, dass es auf der anderen Seite richtig ungemütlich ist. Der Regen nahm auch wieder zu, so dass ich mich entschied hier zu nächtigen. Puh, das war psychisch mein schlimmster Tag. Das war auch der Tag mit der geringsten zurückgelegten Strecke (ca. 10km). Ich war völlig durch, klitschnass, hatte keinen Bock mehr und wollte nur noch weg hier.1 Punkt -
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1 Punkt3. Etappe vom Ruonas zum Njoatsosvágge (Goabrekbákte) Am nächsten Tag wurde ich durch einen schönen Sonnenaufgang geweckt. Ich faulte noch ein wenig rum und versuchte meine Schuhe zu nähen. In der Zwischenzeit düste der Hubschrauber ein paar mal hin und her und am Ende stand er ewig an der Rentierhütte um den Rentierzüchter und seine Familie abzuholen. Offensichtlich wollte der Hund nicht in den Hubschrauber einsteigen, so dass er da fast ‚ne halbe Stunde da stand und vor sich hin ratterte. An dieser Stelle muss ich ja mal sagen, dass die Hubschrauber mir generell voll auf den Sack gingen. Kaum ein Tag wo keiner über einen flog, meist sogar mehrmals. Das macht jegliches Outdoor-Feeling kaputt. Ich verstehe auch nicht die Motivation sich in den Sarek fliegen zu lassen. Bei der Anreise waren ebenfalls 3 Leute im Bus, die bei der Helistation ausgestiegen sind und bei der Ankunft in Kvikkjokk düste auch schon der Heli über unsere Köpfe. Ich bin dann relativ spät los. Es schien zwar den ganzen Tag die Sonne, aber es wehte ein starker eisiger Wind. (Das war unterhalb der Rentierzüchterhütte an meiner Furtstelle.) (Rechts vorn ist der Ruonas) An der Stelle vielleicht mal eins, zwei Worte zur Sony RX100. Ich mag die Kamera sehr. So sehr, dass ich gerade meine MFT-Ausrüstung verkaufe bzw. das meiste schon verkauft habe. Was ich nicht so mag ist, dass das Bild im Sucher bei Gegenlicht sehr dunkel wirkt. Anfangs dachte ich, dass die Kamera in dieser Situation unterbelichtet und hatte dementsprechend die Belichtung korrigiert. Zu Hause musste ich aber feststellen, dass die Kamera richtig belichtet hatte und nur der Sucher und das Display hinten zu dunkel waren. Dementsprechend waren alle Bilder bei Gegenlicht und hellen Situationen überbelichtet und ich musste sie im Nachgang mit Lightroom korrigieren. Dadurch leiden leider die Farben etwas. Na ja, jetzt weiß ich ja Bescheid. (Das da hinten müsste der Buojdes See sein.) (Blick ins Laptavágge) Die Etappe selbst war bis zum Abstieg in das Njoatsosvágge leicht zu begehen. Das letzte Drittel des Abstiegs war jedoch seeehr mühsam, denn es ging durch sehr dichtes Gestrüpp und kostete enorm viel Zeit. (Das da hinten müsste der Tsahtsa sein) Eigentlich wollte ich den Njoatsosjahka noch furten, konnte aber die im Wanderführer beschriebene Stelle nicht finden bzw. es kam mir zu tief vor. Deshalb schlug ich mein Lager unterhalb des Goabrekbákte auf. Da sich eine sternenklare Nacht angekündigt hatte, stellte ich die Uhr auf 0Uhr, um zu schauen ob es Nordlichter gibt. Es war in der Tat sternenklar und ein paar kleine Nordlichterchen waren zu sehen. Nichts was sich gelohnt hätte länger in der Kälte auszuharren. Da ich jedoch nicht wusste, wie viele sternenklare Nächte es noch geben wird, hatte ich schnell noch eins, zwei Fotos geschossen. Auf dem Foto hier sieht es zwar nach starker Aktivität aus, aber da hat nur der Weißabgleich der Kamera daneben gehauen. Ich könnte es zwar noch korrigieren, finde es aber so ganz schön Obwohl es im Ganzen ein guter Tag war, war ich irgendwie sehr gestresst und es plagten mich Abbruchgedanken. So richtig konnte ich das für nicht einordnen. Es kam mir auch so vor, als wäre ich schon 19 Tage unterwegs. Wäre an der Stelle eine Furt möglich gewesen, dann hätte ich mich evtl. am nächsten Tag auf den Rückweg gemacht. (So fühlt ich mich zumindest an diesem Abend.) So war ich aber erst einmal „gezwungen“ auf der Westseite zu bleiben und am nächsten Tag Richtung Norden weiter zu ziehen.1 Punkt