Zum Inhalt springen
View in the app

A better way to browse. Learn more.

Ultraleicht Trekking

A full-screen app on your home screen with push notifications, badges and more.

To install this app on iOS and iPadOS
  1. Tap the Share icon in Safari
  2. Scroll the menu and tap Add to Home Screen.
  3. Tap Add in the top-right corner.
To install this app on Android
  1. Tap the 3-dot menu (⋮) in the top-right corner of the browser.
  2. Tap Add to Home screen or Install app.
  3. Confirm by tapping Install.

Simon_

New Members
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Reputationsaktivitäten

  1. Gefällt mir!
    Einführung
    In diesem Bericht fassen wir Erfahrungen zusammen, die wir während unserer diesjährigen Wanderung auf dem GR5/GTA gesammelt haben und stellen nützliche Informationen bereit, die bei der Planung einer ähnlichen Tour unterstützen können.
    Mit „wir“ meinen wir uns, zwei Wandersmenschen aus Aachen, die im Sommer 2026 auf dem GR5, auch als „Grande Traversée des Alpes“ (kurz GTA) bezeichnet, vom Genfer See nach Menton gewandert sind.
    Unser Anspruch ist es, euch die Informationen möglichst kompakt und übersichtlich aufzubereiten. Ob uns das gelungen ist…das dürft ihr am Ende bewerten. Aber seid gnädig, es ist unser erster Beitrag im Forum 😀
    Nach einer kurzen Aufführung der Key-Facts unserer Reise schreiben wir über die Vorbereitung, den genutzten Wanderführer, die Navigation, die erlebte Flora und Fauna, das Wetter, unsere Ausrüstung, Unterkünfte, über die Verpflegung auf Tour und abschließend noch kurz über ein paar Sicherheitsaspekte. Ach ja, zwischendurch gibt es natürlich auch ein paar Fotoimpressionen 😊
    Genug Vorgeplänkel, jetzt rein in die Wanderschuhe und los geht’s!

    Unsere Reise
    Die Idee, den GR5 in den französischen Alpen zu wandern, verfolgt uns schon längere Zeit, die Entscheidung, dieses Abenteuer im Sommer 2026 zu beschreiten treffen wir im Frühjahr und beginnen somit einige Monate vorher mit der Vorbereitung. Dazu mehr im entsprechenden Kapitel. Jetzt schreiben wir diesen Erfahrungsbericht im September rund einen Monat nach der Rückkehr vom Mittelmeer.
    Hier einige Randdaten zu unserer Tour:
    Start: St. Gingolph (Anreise per Bahn über Lausanne und St-Maurice)
    Ziel: Menton (Abreise per Bahn über Ventimiglia und Mailand)
    Hauptroute: GR5/GTA (im Folgenden GTA genannt)
    Abweichungen von der Hauptroute:
    Höher gelegene offizielle Alternativroute am Mont Blanc
    GR55 von Val Claret bis Modane
    GR52 von Saint-Dalmas-Valdeblore bis Menton
    Zurückgelegte Strecke: ca. 590 km
    Gesamter Anstieg: ca. 34.700 hm
    Unterkünfte: Zelt (Wildcamping, Campingplatz und Biwakplatz)
    Wanderzeitraum: 22.07.2026 Nachmittag – 17.08.2026 Vormittag (26 Wandertage, keine Pausentage)
    Jetzt noch ein paar kurze Infos zu uns. Wir sind 25 und 29 Jahre alt, haben ein solides Fitnesslevel und ein bisschen Bergerfahrung (1. Person: zwei kleinere Hüttentouren von 3-5 Tagen und 2. Person: mehrere kleine Hüttentouren und ein anderer Fernwanderweg - GR11, Pyrenäen im Juni 2023). Wir würden uns demnach niemals als Bergprofis oder Ähnliches bezeichnen. Wir waren halt einfach schon mal in den Bergen unterwegs. Mit dem Schlafen im Zelt waren wir beide schon aus früheren Touren vertraut.
    Insgesamt ist der GTA ein toller Fernwanderweg durch die französischen Alpen. Die Wege sind gut ausgebaut bzw. ausgetreten, angenehm zu laufen und es gibt wenig anspruchsvolle Stellen. Trotzdem verliert man nicht das Gefühl, im Gebirge unterwegs zu sein und kann an jeder Ecke Blicke auf wunderschöne Landschaft erhaschen, Tiere beobachten und die Pflanzenvielfalt bestaunen. Das Besondere an so einem Fernwanderweg sind ja auch die Veränderungen im Landschaftsbild und in Flora und Fauna, die sich über die vielen Kilometer ergeben.
    Ein kurzer Hinweis noch: Auf dem GTA bewegt man sich nicht über mehrere Wochen mehr oder weniger allein durch unberührte Natur, die Alpen sind in Frankreich sehr gut erschlossen. Der Weg führt durch beliebte Urlaubsgebiete, bekannte Nationalparks, passiert zahlreiche Ortschaften, kleine und mittelgroße Städte und quert (im Sommer) verwaiste Skigebiete. Auf den ersten beiden Dritteln des GTA, insbesondere rund um den Mont Blanc, ist recht viel los und man teilt sich die Wege mit Tagesausflügler*innen, Hüttentourmenschen und geführten Wandergruppen.
    Das erwähnen wir nicht, um den GTA unschmackhaft zu machen, sondern um euch eine realistische Vorstellung zu geben. Im Vergleich zum GR11 in den Pyrenäen war auf dem GTA deutlich mehr los. Dazu muss man aber auch bedenken, dass unsere Wanderzeit auf dem GTA in der absoluten Hochsaison lag.
    Nichtsdestotrotz bot uns der GTA an allen Tagen auch ruhigere Stunden, in weniger frequentierten Abschnitten, auch Tage mit nur sehr wenigen Menschenbegegnungen und zahlreiche einsame Nächte in den Bergen. Insbesondere in den weniger gut angebundenen höheren Gebieten, bei nicht so gutem Wetter und morgens und abends war es meist ruhig.

    Vorbereitung
    Manchmal aufwendig und nervig, aber ein bisschen Vorbereitung sollte vor einer solch großen Tour erfolgen. Und fangt nicht zu spät damit an, sondern nehmt euch Zeit. Wir haben unsere Reise über mindestens 4 Monate geplant. Angefangen mit der Festlegung des Reisezeitraums, über das Buchen von Zugtickets bis zur finalen Auswahl unserer Ausrüstung, worauf wir später noch genauer zu sprechen kommen.
    Der Wahl des Reisezeitraums kommt bei der Buchung der Tickets natürlich eine besondere Bedeutung zu. Aber woher soll man vor der Tour wissen, wie lange man braucht? Wir haben uns durch verschiedene Blogs gelesen und herauskristallisiert hat sich eine Wanderdauer von ca. 25-35 Tagen. Da wir vermuteten, dass wir durchschnittlich schnelle Wandersmenschen sind, sind wir von einer Wanderzeit von ca. 30 Tagen ausgegangen. Wir wollten noch mindestens 2-3 Tage am Mittelmeer verbringen, haben uns einen kleinen Puffer von ebenfalls 2-3 Tagen für Pausentage, Krankheit oder sonstige ungeplante Zwischenstopps eingeplant und somit die Rückreise für den 25.08.2026 angesetzt. So hatten wir insgesamt 35 Tage Zeit. Tatsächlich haben wir keine Pausentage gemacht, haben uns nicht ernsthaft verletzt, sind nicht krank geworden und haben 26 Wandertage benötigt. An den meisten Tagen sind wir zwischen 9-11 Stunden unterwegs gewesen, inklusive 1,5-3 Stunden Pause für Frühstück, Mittagessen, Einkauf oder auch einfach mal zum Verschnaufen und Ausblick genießen.
    Außerdem ist für die Festsetzung der Reisedauer gut zu wissen, dass die Route einige Möglichkeiten der Abkürzung oder Verlängerung bietet. Wer z.B. nach Nizza (GR5) und nicht nach Menton (GR52) geht, spart gut 2-3 Tage ein oder rund um den Vanoise Nationalpark gibt es den GR55 (höher und kürzer) oder den GR5E (flacher und länger) als Alternativen, die ebenfalls 1-2 Tage abkürzen können. Wenn nun also ein paar Tage Krankheit dazwischenkommen, kann einfach spontan eine kürzere Route genutzt werden oder auch ein kurzer Bustransfer sinnvoll sein.
    Wer nicht mal schnell einen Monat frei machen kann oder möchte, kann den GTA auch in Teilen laufen. Wir haben ein bisschen diskutieren müssen, weil der Weg wirklich viele schöne Abschnitte hat, aber wenn wir jetzt nur eine Woche Zeit gehabt hätte, wären wir das Teilstück zwischen Landry und Briancon durch den Vanoise Nationalpark auf dem GR5 und GR55 gelaufen.
    Vielleicht noch zwei Hinweise für die Anreise nach St. Gingolph und die Abreise aus Nizza bzw. Menton.
    Wir haben, weil der Weg ja am GENFER See startet, den dummen Fehler gemacht und auch unsere Zugtickets bis nach Genf gebucht. Wenn ihr von St. Gingolph starten wollt, dann bucht auch eure Tickets auf jeden Fall direkt bis dorthin. Der Zug fährt dann nämlich auf der Ostseite des Sees entlang. Genf liegt an der Westseite.
    Die Abreise vom Mittelmeer kann insbesondere zur Hauptsaison schnell zu einer teuren Angelegenheit werden, wenn nicht 4-6 Monate im Voraus gebucht wird. Wir sind mehr durch Zufall auf eine sehr komfortable und recht günstige Verbindung gestoßen, die wir 4 Monate vor Fahrdatum gebucht haben. Und zwar fährt diese nicht durch Frankreich, sondern durch Italien. Von Nizza bzw. Menton kann mit einem Regionalzug entspannt nach Ventimiglia (Italien) gefahren werden. Von dort über Genua nach Mailand. Aus Mailand gibt es einen Eurocity nach Frankfurt und schon seid ihr innerhalb eines halben Tages mitten in Deutschland.
    Weitere Sinnvolle ToDos für die Vorbereitung nun stichpunktartig:
    Ausrüstung zusammenstellen/kaufen/ausleihen und testen (siehe Kapitel)
    Je nach Fitnessstatus etwas trainieren (haben wir allerdings kaum gemacht)
    Navigation planen und Offline-Karten beschaffen (siehe Kapitel)
    Wanderführer beschaffen oder über Lebensmittelläden/Unterkünfte/ Wasserstellen/Höhenprofil informieren (siehe Kapitel und pdf-Anhang)
    An- und Abreise planen

    Wanderführer
    Für eine Fernwanderung kann es sich lohnen, sich einen Wanderführer zuzulegen. Weniger für die Beschreibung des Weges oder der Landschaft, sondern insbesondere für Informationen über Schlaf- und Einkaufsmöglichkeiten, Wasserbrunnen oder Besonderheiten bei den Campingregeln. So muss man nicht im Vorhinein alles akribisch recherchiert und notiert haben, sondern kann einfach immer die Wegbeschreibungen der nächsten Tage lesen und dementsprechend planen. So ist es beim Einkaufen z.B. überaus praktisch zu wissen, wann man das nächste Mal wieder einkaufen kann, um nicht zu viel und nicht zu wenig mitschleppen. Auch wenn man beim Trinkwasser im Sommer wirklich nicht sparen sollte, kann sich auch hier lohnen, die Wassermenge zu beschränken, wenn in nächster Zeit noch weitere Wasserstellen kommen.
    Für die Tour auf dem GR11 vor drei Jahren ist der entsprechende Wanderführer vom Cicerone Verlag zum Einsatz gekommen und waren damit sehr zufrieden. Jetzt haben wir wieder den Wanderführer dieses Verlags gekauft, in der Hoffnung auf ähnlich sinnvolle Informationen. Leider stellte sich der Wanderführer zum GTA „GR5 Trail“, erschienen 2025, eher als Wanderführer für Menschen ohne Zelt heraus. Es wurde zwar auf die meisten Biwakplätze und offiziellen Campingplätze hingewiesen, aber ein Großteil der Wasserstellen und mögliche Orte fürs Wildcampen wurden nicht beschrieben. Die Wegbeschreibungen waren dafür sehr ausführlich. Das Ärgerlichste war jedoch, dass jegliche Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel als „Shop“ beschrieben waren. Sowohl der riesige Supermarkt als auch die Campingplatzrezeption, an der drei Packungen Nudeln viel zu überteuert erworben werden können. Mehr zur Verpflegung dann im entsprechenden Abschnitt.
    Soweit wir wissen, gibt es noch zwei Wanderführer auf Deutsch, die ggf. besser geeignet sind.
    Wir sind aber trotzdem sehr glücklich, dass wir den Wanderführer hatten und würden ihn jederzeit wieder kaufen, wenn die Alternative wäre, keinen zu haben. An dieser Stelle können wir auch wärmstens empfehlen, den Wanderführer als E-Book zu kaufen, um ihn auf einem E-Reader oder auf dem Handy lesen zu können. Das spart noch mal einiges an Gewicht. Und auf einem E-Reader können während der Tour noch weitere Bücher gelesen werden 😊

    Wegführung, Markierung und Navigation
    Der GTA führt einmal über die französischen Alpen – durch zahlreiche Täler und über viele Bergketten. Dabei nimmt der Weg nahezu keine Gipfel mit, sondern überschreitet die Berge immer an Pässen. Die Wege sind sehr gut zu gehen und es gibt nur wenigen Passagen, in denen man die Hände am Fels zur Hilfe nehmen sollte. Nichtsdestotrotz sind die An- und Abstiege teilweise recht steil und lang, erfordern eine gute Krafteinteilung und insbesondere beim Abstieg knieschonendes Gehen – Wanderstöcke empfohlen. Der schwierigste Abschnitt war auf dem GR52, wo man für mehrere Stunden über Geröllfelder den Berg hochkraxeln musste, und später wieder runter.
    Der GTA ist durchweg gut markiert. Einerseits gibt es die gewohnten weiß-roten GR-Markierungen und andererseits sind die Zwischenziele meist auf Wanderschildern mit der ungefähren Wanderzeit ausgewiesen. Ein GPS-Gerät zur ständigen Navigation wird demnach nicht benötigt. Es ist jedoch sinnvoll den Track als Backup auch digital dabei zu haben, wenn man den Weg dann doch einmal verlieren sollte. Es gab nur wenige Stellen mit ungenauer Markierung. Da im Gebirge nur sporadisch Internetempfang ist, lohnt es sich die Wanderroute in einer Offline-Karte herunterzuladen z.B. über Komoot. Wir haben uns den .gpx Track (z.B.: hier) heruntergeladen und in die Karten-App „OsmAnd“ importiert. In OsmAnd kann man sich Wanderkarten offline herunterladen und Wasserstellen sind größtenteils eingezeichnet. Diese App ist wirklich sehr empfehlenswert! Zusätzlich hatten wir die Wegbeschreibung und das Höhenprofil des Wanderführers auf dem E-Reader immer schnell parat.

    Flora und Fauna (ein laienhafter Einblick)
    Die Botaniker*innen und Ornitholog*innen unter euch müssen wir leider enttäuschen: Wir können euch wirklich nicht sagen, wie all die die Pflanzen, Vögel und sonstigen Lebewesen bezeichnet werden, die wir auf dem GTA beobachtet haben. Was wir euch aber sagen können, es waren einige! Die prominentesten Tiere sind sicherlich Gämsen, Murmeltiere und Steinböcke. Plus natürlich die Kühe und Unmengen an Schafen. Auch einige Geier konnten wir erspähen.
    Von den Pflanzen her bietet der GTA eine große Vielfalt. Mit jedem Tag der Wanderung gibt es neue Pflanzen zu entdecken und andere Pflanzen verschwinden aus der Landschaft. Von sattgrünen Laubwäldern über moosige Nadelwälder bis zu sandigen Pinienwäldern im stark mediterranen Einfluss war alles dabei.
    Was uns ganz besonders erstaunt hat, waren die großen Mengen an wilden Himbeeren und an manchen Tagen auch wilden Johannisbeeren und Brombeeren, die teilweise kilometerweit am Wegesrand zu finden waren. Aber bevor wir hier in rechtliche Schwierigkeiten kommen: Das ist keine Verzehrempfehlung für jegliche Beeren, informiert euch besser selbst noch mal, bevor ihr zugreift 😊

    Wetter
    Der vielleicht kritischste Aspekt, sowohl für die Auswahl der Ausrüstung als auch für das Wohlbefinden und die Stimmung während der Tour: Das Wetter.
    Grundsätzlich kann man während 3-4 Wochen Wanderung mit jeder Wetterlage konfrontiert werden: Regen, Hagel, Sturm, Hitze, Gewitter, Schnee. Bis auf den Schnee haben wir auch alles erlebt. Insgesamt hatten wir aber Glück mit dem Wetter. In den ersten 2,5 Wochen der Tour hatten wir nur an 2-3 Tagen mal kurz oder wenige Stunden unsere Regenkleidung an. Das änderte sich jedoch schlagartig beim Erreichen des Nationalpark Mercantour. Landschaftlich und von der Tier- und Pflanzenwelt ist der Nationalpark wirklich toll. Tiere, die wir die letzten Wochen wenn überhaupt nur hin und wieder aus der Ferne beobachten konnten, kamen plötzlich bis auf wenige Meter an uns heran und waren deutlich häufiger zu sehen: Gämsen, Murmeltiere, Steinböcke, sogar ein paar große Greifvögel haben wir bestaunt.
    Was das Wetter anging, präsentierte sich das Mercantour zwar vorhersehbar, aber auch nass. Das lief folgendermaßen: Jeden Morgen sagten wir uns „Wow, so tolles Wetter, so wenig Wolken, heute regnet es niemals“. Am Mittag war es dann ein „Naja, es zieht schon zu…“ und nachmittags dann „Kannste mir die Regenhülle drübermachen?“ und „Eins, zwei, drei, …. ,zehn, elf [Buuuuumm]. Das Gewitter ist noch 4 Kilometer entfernt!“. Zum Glück waren die Abende und Nächte dann immer wieder trocken und ruhig. Der viele Regen über dem Mercantour rührt daher, dass die feuchte Meeresluft über dem Gebirge des Nationalparks aufsteigt und sich dann abregnet. Also auf eine Art doch auch motivierend, weil das Meer immer näher kommt. Je näher man dem Meer kommt, desto früher am Tag regnet es übrigens.
    Wenig Regen in den ersten 2,5 Wochen heißt aber nicht, dass das Wetter optimal war…es war viel zu heiß!!! Wir wussten gar nicht, an wie vielen Körperstellen man schwitzen kann und wo der Schweiß einem überall runterlaufen kann. Insbesondere im Tal und in den Städten hat sich der Hitzesommer mit bis zu 40°C von seiner intensivsten Seite gezeigt. Aber gut, wir haben uns ja auch Südfrankreich und nicht Skandinavien als Ziel ausgesucht…
    Wir konnten auf dem GTA die allermeiste Zeit entspannt in kurzer Hose und T-Shirt wandern. Abends ohne Bewegung und in der Höhe mit ggf. noch Wind und Regen wurde es aber auch schnell frisch. Daher sind eine Isolationsschicht, z.B. ein Fleece, und eine Wind-/Regenjacke auf jeden Fall Pflicht.

    Ausrüstung
    Empfehlungen für sinnvolle Ausrüstung findet man im Internet wie Sand am Meer, jede und jeder hat eine andere Meinung dazu. Daher versuchen wir es hier allgemein zu halten und kurz darauf einzugehen, was für uns gut funktioniert hat. Grundsätzlich gilt aber: Nimm das mit, womit du gut klarkommst und dich wohl fühlst.
    Was man auf jeden Fall empfehlen kann, ist auf das Gewicht der Ausrüstung zu achten. Ein Kilo mehr oder weniger macht sich auf über 500 km früher oder später bemerkbar. Zur Gewichtsreduktion gibt es dann zwei Möglichkeiten: Einzelne Gegenstände durch eine leichtere Variante ersetzen oder sie ganz weglassen. Manchmal braucht es auch beim Wandern den berühmten Mut zur Lücke 😉 Solange das nicht auf Kosten der eigenen Sicherheit geht…
    Im PDF im Anhang findet ihr eine Liste mit den wichtigsten Gegenständen unseres Equipments, mit denen wir überaus glücklich waren. Die Liste ist ausdrücklich nicht vollständig. Und ja, wir wissen, dass die ca. 2,5 kg Kameraausrüstung alles andere als zwingend nötig gewesen wären, aber so sind für jede Person eben andere Gegenstände für so eine Reise wichtig. Insgesamt sind wir auf rund 13 kg Rucksack-Startgewicht pro Person inklusive 3 kg Wasser und 3 Tage Essen gekommen. Die am Körper getragene Kleidung haben wir nicht mitgewogen. Das Durchschnittsgewicht auf dem Weg war aber deutlich niedriger, da das Wasser nicht immer voll war und weniger Essen mitgeschleppt wurde.
    Bevor es mit der großen Reise losgeht, kann es sich lohnen, neue Ausrüstung vorher zu testen. Insbesondere sollten Schuhe eingelaufen sein, vor allem falls es sich um dicke Wanderschuhe handelt. Bei leichten Trailrunningschuhen, die wir für den GTA empfehlen können, ist das sicherlich nicht ganz so wichtig. Aber auch in unseren Altra Olympus haben sich Blasen und Druckstellen gebildet. Da konnten uns nur noch gute Blasenpflaster retten.

    Unterkünfte und Camping
    Wir haben auf dem GTA jede Nacht im Zelt geschlafen. Den Großteil der Nächte haben wir dabei „bivouak“ gemacht. In den französischen Alpen heißt biwakieren, dass man für nur eine Nacht an einem Ort schläft, das Zelt erst abends aufbaut und es morgens wieder abbaut. So ist das Schlafen im Zelt auf dem GTA an den meisten Orten geduldet, weshalb z.B. an den schönen Bergseen abends meist mehrere Zelte stehen.
    Es gibt jedoch ein paar Ausnahmen – rund um den Mont Blanc gibt es Sonderregelungen und auch in den Nationalparks ist das Biwakieren teilweise eingeschränkt. Zum Glück haben einige Berghütten Biwakplätze neben der Hütte, wodurch das Schlafen im Zelt auch in Nationalparks möglich wird. Außerdem gibt es in manchen Gegenden, in denen das Biwakieren verboten ist, trotzdem buchbare Biwakplätze, diese sind kostenlos. Der QR-Code zu der Buchungswebsite ist dann oft auf Schildern ausgewiesen. Es lohnt sich also, sich im Vorhinein zu informieren, wie die Campingregeln in den Nationalparks sind und an welchen Hütten biwakiert werden kann. Das Zelten neben den Hütten kostet meist nur wenige Euro pro Person und beinhaltet die Nutzung von Toilette und Dusche. Im PDF im Anhang findet ihr eine Liste mit allen Hütten, an denen das Biwakieren möglich ist. Insgesamt gibt es noch deutlich mehr Hütten zum drinnen Übernachten. Hierfür lohnt es sich zusätzlich zum normalen Schlafsack evtl. noch einen Hüttenschlafsack mitzunehmen.
    Ein Großteil der freien Grasflächen in den Alpen ist in Privatbesitz und durch Schaf- oder Kuhherden besetzt. Die Landwirt*innen finden es meist nicht so toll, wenn Zelte auf den Flächen stehen, so unsere Erfahrung. Einmal mussten wir das Zelt um 21 Uhr wieder abbauen und weiterstapfen, weil ein wütender Schafshirte uns partout nicht auf seiner anscheinend privaten Skipiste zelten lassen wollte…
    Neben den Berghütten gibt es in diversen Städten und Ortschaften auf dem Weg Unterkünfte und Campingplätze. Den GTA auch ohne Zelt zu wandern ist demnach kein Problem, erfordert nur etwas mehr Geld und Organisationaufwand, insbesondere in der begehrten Sommerzeit, in der frühzeitig gebucht werden sollte.
    Und noch ein kleiner Hinweis zu Unterkünften am Mittelmeer. Es ist teuer, sehr teuer. Der Wunsch nach Entspannung in einer kleinen Wohnung schlägt im Sommer für zwei Personen gut und gerne mit 150-200 € pro Nacht zu Buche. Deutlich günstiger, zumindest in Menton, ist der Campingplatz, welcher sich etwas oberhalb der Stadt befindet. Hier kostet die Nacht nur rund 30 €. Runter in die Innenstadt und zum Strand dauert es zu Fuß nur 10 Minuten und rauf vielleicht 15 Minuten. Laut Internet können nur 3 Nächte am Stück gebucht werden. Wenn man anruft oder direkt vorbeigeht, sind aber auch einzelne Nächte möglich.

    Verpflegung und Kochen
    Das lang ersehnte Abendessen nach einem harten Wandertag, der kleine Snack nach einem schweißtreibenden Aufstieg oder der wohlverdiente Zwischenstopp auf der Berghütte. Neben Schlafen, Pinkeln und Kacken ist die Verpflegung auf Tour wohl eines der wichtigsten Bedürfnisse. „Ohne Mampf kein Kampf“ heißt es doch…wobei wir hoffen, dass das Wandern weder kämpferisch noch quälend empfunden wird 😊
    Der GR5 bietet in puncto Essensversorgung super viele Möglichkeiten. Lebensmittelläden oder kleine Supermärkte werden meist jeden zweiten Tag erreicht. Bis zum Abzweig auf den GR52 mussten wir für maximal 2-2,5 Tage Essen mitnehmen, also wirklich machbar. Der GR52 hat da andere Ansprüche, dazu gleich mehr. Mit Lebensmittelläden sind Läden gemeint, die einen Großteil der Dinge für den täglichen Wanderbedarf anbieten, aber nicht so groß sind wie der typische Supermarkt in z.B. Deutschland. Wobei es diese Supermärkte auf der Strecke auch hin und wieder in den größeren Städten gibt. Dass die Preise in den Alpen und insbesondere in den abgelegenen Bergläden merklich höher sind als im Tal oder in der Großstadt, hat uns erst etwas erschreckt, es führt aber kein Weg daran vorbei. Wir sind ja glücklich, dass es die Läden überhaupt gibt! Übrigens bieten die Lebensmittelläden teilweise auch Campingbedarf an, wie z.B. Gaskartuschen.
    Die meisten Läden haben sonntags am Vormittag geöffnet und manche machen an Werktagen eine Mittagspause. Das lohnt sich im Hinterkopf zu behalten.
    Im PDF im Anhang findet ihr eine Liste mit allen Lebensmittel-Einkaufsmöglichkeiten. Wir haben versucht, die Läden auch grob nach ihrem Angebot zu kategorisieren.
    Zusätzlich zu den Einkaufsmöglichkeiten gibt es, wie in Frankreich üblich, viele Restaurants in den Ortschaften und Städten. Wenn man gerade nicht im Tal unterwegs ist, kommt man auf dem Weg zusätzlich sehr regelmäßig an Hütten vorbei, die ebenfalls warmes Essen und Snacks anbieten. Es ist also auch möglich, nur wenig Essen mitzuschleppen und dafür häufiger mal auf Hütten einzukehren. So lässt sich das Rucksackgewicht steuern. Wir haben unser Essen aber immer getragen und nicht in Hütten gegessen, was unserer veganen Ernährung geschuldet ist, auf die die Hütten und Restaurants leider nicht verlässlich eingestellt sind.
    Insbesondere in den heißen Monaten ist die Versorgung mit Wasser sehr bedeutend. Wie oben schon geschrieben, hatten wir in den ersten Wochen fast jeden Tag über 30 Grad, haben uns über jede Minute Schatten gefreut und so viel geschwitzt wie nie zuvor. Über die 3 Liter Wasserkapazität pro Person waren wir äußerst glücklich. Wir haben meist Wasser aus öffentlichen Wasserstellen z.B. an Hütten oder in Ortschaften genommen. Oft stand „Eau potable“ (Trinkwasser) dran, manchmal stand aber auch nichts oder „Eau non controlée“ (Nicht überwachtes Wasser) an den Zapfsäulen. All diese Varianten haben wir getrunken, ohne jegliche Beschwerden zu haben. Wenn ausdrücklich „Eau non potable“ (Kein Trinkwasser) ausgeschildert war, dann haben wir die Münder davongelassen. Wasserstellen gab es an so gut wie jeder Hütte und in jeder Ortschaft. Ansonsten hilft es auch mal in einem Restaurant oder bei Privatmenschen nach Wasser zu fragen, uns hat das noch niemand ausgeschlagen.
    Wenn nun keine Wasserstelle verfügbar ist, dann bieten Bergbäche eine weitere gute Möglichkeit für Wasser. Wir haben das Wasser dann jedoch gefiltert. Einmal haben wir auch aus einem kristallblauen Bergsee Wasser genommen und zusätzlich zum Filtern noch Micropur Forte Chlortabletten genutzt, um auch Viren aus dem nicht-fließenden Gewässer zu eliminieren.
    Jetzt aber zum GR52 – der Kür der Tour, der letzten Prüfung vor dem Ziel. Die Alternativroute nach Menton ist nicht nur vom Wandern und vom Wetter her anspruchsvoller als die Hauptroute nach Nizza, sondern auch was die Lebensmittelversorgung angeht. (Nicht falsch verstehen, wir würden immer wieder den GR52 nehmen, weil er landschaftlich einfach toll ist!) Zwischen dem Trennungsort Saint-Dalmas-Valdeblore und der Stadt Sospel (letzte Etappe vor Menton) gibt es keine Einkaufsmöglichkeit. Das sind 85 km oder rund 4-5 Tage zu gehen. Wer sich hier selbst versorgen möchte und nicht auf Essen in Hütten zurückgreifen möchte, sollte sich in Saint-Dalmas-Valdeblore gut überlegen, wie viel Essen benötigt wird. Wir haben aus Versehen sogar für 6 Tage Essen gekauft, weil wir den Supermarkt in Sospel nicht auf dem Schirm hatten und unser Reiseführer noch einen Tag länger eingeplant hatte, als wir am Ende gebraucht haben. Da sind unsere Rucksäcke kapazitätsmäßig auf jeden Fall an ihre Grenze gekommen. Zwischen Sospel und Menton haben wir übrigens nur eine Möglichkeit zum Wasser nachzufüllen gefunden, und zwar an einem super süßen Picknick-Ort, den liebe Menschen für Wandersleute geschaffen haben. Dort gibt es Wasser, Sirup und ein Gästebuch.
    Wo Trinken und Essen rein geht, muss es auch wieder raus. Unserer Beobachtung nach gab es sehr viele öffentliche Toiletten, auch in mittelgroßen Dörfern. Diese sind ausgeschildert oder mit der oben genannten „OsmAnd“-App auffindbar 😊
    Insgesamt kann man sagen, dass die Versorgung mit Essen und Wasser auf dem GTA gut ist, aber auf dem letzten Drittel der Tour etwas mehr Organisation erfordert als in den ersten Wochen. Insbesondere was das Wasser angeht, sind wir Richtung Ende in den Modus „immer alles vollmachen“ übergegangen.
    Kurzer Zusatz: Wir haben uns als vegan lebende Personen auch auf unserer GTA-Tour vegan ernährt. Wir sind immer wieder erstaunt gewesen, wie wenig das französische Lebensmittelangebot die pflanzliche Ernährung im Blick hat und wie stark der Fokus auf tierischen Lebensmitteln liegt. Dementsprechend schrumpft das Angebot. Andererseits wird man so auch von sehr verlockenden, aber natürlich ungesunden Keksen und Supermarkt-Backwaren ferngehalten. Überall muss ja bekanntlich noch ein bisschen Süßmolkenpulver und nen gutes Stück Butter rein! Nichtsdestotrotz gab es genug vegane Auswahl, um leckere Abendessen zu zaubern und mittags war es dann häufig das Hummus-Baguette mit Oliven…

    Mobiles Netz und Sicherheit:
    In diesem kurzen Kapitel möchten wir noch kurz auf die Sicherheit in den Bergen und die Netzsituation eingehen. Da wir zu zweit unterwegs waren, haben wir dem Thema Sicherheit nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit gewidmet, vielleicht naiv? Wir hatten beide je ein Handy dabei. Zusätzliche Satellitenkommunikation wirkte auf uns etwas Overpowered für die doch recht gut angebundenen Alpen. Trotzdem muss man sich im Klaren sein, dass man auch mal einige Stunden oder nahezu ganze Tage kein mobiles Netz hat. Meistens hatten wir zum Akku sparen ein Handy im Flugmodus und das andere ausgeschaltet. Dabei kann es sinnvoll sein, zwischen den Wandernden die SIM-PINs und normalen PINs der Handys auszutauschen. Da der GTA zumindest im Sommer gut besucht ist, muss man im Regelfall nicht lange suchen, um andere Wandernde zu finden, die im Notfall unterstützen können.
    Und noch eine Empfehlung für alle, die ihre Reise mit Familie und Freunden teilen wollen. Wir haben gute Erfahrungen mit „FindPenguins“ gemacht. In der App kann man z.B. für jeden Tag einen sogenannten „Footprint“ anlegen mit der Position des Schlaf-/Zeltplatzes, Bilder des Tages hochladen und einen kleinen Tagesbericht schreiben. Den Link zur Reise können dann andere Menschen öffnen und die Reise mit verfolgen. Die App ist kostenfrei und für die anschauenden Menschen sind kein App-Download oder eine Anmeldung nötig.

    Fazit
    Wow, das waren ganz schön viele Informationen auf einmal. Wer bis hier gelesen hat, verdient unseren Respekt! Hoffentlich haben euch die Hinweise und Erfahrungen geholfen. Wenn ihr weitergehende Fragen habt, zögert nicht sie zu stellen 😊
    Jetzt noch unser Fazit zum GTA:
    Eine Fernwanderung, die auch als erste Fernwanderung gut geeignet ist. Etwas Bergerfahrung ist sicherlich sinnvoll, aber nicht zwingend erforderlich. Die Versorgungssituation mit Essen und Wasser ist relativ entspannt und bedarf auf den meisten Abschnitten keiner großen Planung. Der Weg ist super markiert, eine digitale Offline-Karte ist aber trotzdem empfehlenswert. Es ist unkompliziert möglich, über den gesamten Weg im Zelt zu übernachten, solange man aufmerksam ist und regionale Sonderregelungen beachtet. Übernachten in Unterkünften ist ebenfalls gut möglich. Je nach Fitnesslevel und Ambition sollten 25-35 Tage eingeplant werden. Wer nicht so viel Zeit hat, kann die Route auch ganz bequem auf mehrere Urlaube aufteilen.
    Die von uns gewählte Route (GR5, GR55, GR52) hat uns sehr gut gefallen! Die anstrengenden Anstiege wurden mit tollen Aussichten belohnt, wir haben nette Menschen kennenlernen dürfen, haben an traumhaften Zeltplätzen übernachtet und ganz nebenbei einen Monat am Stück Sport gemacht. Der Körper dankt. Der einzige Aspekt, den wir uns auch anders hätten vorstellen können, war die Anzahl an Menschen auf manchen Teilabschnitten. Insbesondere rund um den Mont Blanc wurde es recht voll. Aber als Zeltmenschen hatten wir ja zumindest morgens und abends meist die Natur ganz für uns, also alles halb so schlimm. Abschließend können wir in fester Überzeugung sagen: Die Erfahrungen dieses Wanderabenteuers werden wir niemals vergessen!
    GTA_Ausruestung_Biwakplaetze_Einkauf.pdf
  2. Gefällt mir!
    Simon_ hat eine Reaktion von mmaddin erhalten in Tour of the Giants (Alta Via Valle d'Aosta 1+2)   
    Hallo zusammen, ich möchte gerne eine Tour kurz vorstellen, die ich Ende August/Anfang September gegangen bin und die mir außerordentlich gut gefallen hat. Für Bergbegeisterte, die das Hochalpine mögen und steiles Gelände nicht scheuen (kein Klettern, nur wenige versicherte Passagen).
    Die ‚Tour of the Giants‘ ist eine Kombination aus den beiden Höhenwegen ‚Alta Via Valle d’Aosta 1+2‘, auch bekannt als ‚Giro dei Giganti‘ oder ‚Tor des Geants‘. Sie bildet eine Runde um das italienischen Aosta-Tal und verläuft meist zwischen 1.500 um 3.000m Seehöhe, wobei man am ‚Col de Loson‘ 3.299m erreicht. Auf 365km Strecke überschreitet man 25 Pässe über 2.000m und bewältigt ca. 28.000 Höhenmeter. Vom Weg aus sieht man Mont Blanc, Gran Paradiso, Monte Rosa und das Matterhorn und diese ‚Riesen‘ sind für den Weg namensgebend.
    Weil ab dem 13. September das Ultra-Rennen ‚Tor des Geants‘ stattfand (ca. 1.000 Teilnehmer*innen), habe ich meine Wanderung zeitlich so gelegt, dass ich sie vor dem Rennstart beenden konnte.
    Anreise
    Start und Ziel waren für mich in Courmayeur, das ich von Westösterreich aus mit Flix-Bussen erreicht habe (Umstieg in Genf).
    Resupply
    Ich bin gegen den Uhrzeigersinn gegangen und habe mir in folgenden Orten Lebensmittel gekauft, die jeweils kleinere Lebensmittelgeschäfte mit guter Auswahl und teils etwas höheren Preisen hatten.
    km0 Courmayeur
    km32 La Thuile
    km117 Cogne
    km175 Donnas
    km235 Gressoney
    km268 Valtournenche
    km365 Courmayeur
    Übernachtungen
    Man kann in Berghütten, auf Campingplätzen oder in Unterkünften im Tal oder in Bivaccos übernachten. Natürlich kann man auch wild campieren, was auf über 2.500m sogar erlaubt ist. Eine Ausnahme bildet der Gran Paradiso Nationalpark, in dem wild Campen streng verboten ist. Hier hat man Berghütten oder Campingplätze/Unterkünfte im Tal zur Auswahl.
    Wegbeschaffenheit
    Die Wege sind außerordentlich gut instand gehalten und ausgezeichnet markiert. Allerdings sind sie meist sehr steil und steinig (Geröll). Kaum Flachpassagen und, wie schon erwähnt, sehr viele Höhenmeter. Man geht fast ausschließlich auf Wanderwegen und höchst selten auf Asphalt oder Forststraßen.
    Tiere
    Man begegnet immer wieder Kuhherden, auch im Hochgebirge. Diese werden manchmal von Hirten mit Hunden begleitet. Ich hatte einige unangenehme Begegnungen mit Hunden und habe dann versucht, auszuweichen.
    Sehr schön waren die vielen Begegnungen mit Steinböcken, von denen ich die Meisten im Gran Paradiso Nationalpark gesehen habe. Einige Gämsen, mehrere Steinadler und ein Bartgeier waren auch zu sehen.
    Ich hoffe, ich konnte ein wenig Interesse für eine wirklich tolle und herausfordernde Tour wecken und schließe mit einigen Bildern ab.































    Tour of the Giants.odt
  3. Gefällt mir!
    Simon_ hat eine Reaktion von Steintanz erhalten in Tour of the Giants (Alta Via Valle d'Aosta 1+2)   
    Hallo zusammen, ich möchte gerne eine Tour kurz vorstellen, die ich Ende August/Anfang September gegangen bin und die mir außerordentlich gut gefallen hat. Für Bergbegeisterte, die das Hochalpine mögen und steiles Gelände nicht scheuen (kein Klettern, nur wenige versicherte Passagen).
    Die ‚Tour of the Giants‘ ist eine Kombination aus den beiden Höhenwegen ‚Alta Via Valle d’Aosta 1+2‘, auch bekannt als ‚Giro dei Giganti‘ oder ‚Tor des Geants‘. Sie bildet eine Runde um das italienischen Aosta-Tal und verläuft meist zwischen 1.500 um 3.000m Seehöhe, wobei man am ‚Col de Loson‘ 3.299m erreicht. Auf 365km Strecke überschreitet man 25 Pässe über 2.000m und bewältigt ca. 28.000 Höhenmeter. Vom Weg aus sieht man Mont Blanc, Gran Paradiso, Monte Rosa und das Matterhorn und diese ‚Riesen‘ sind für den Weg namensgebend.
    Weil ab dem 13. September das Ultra-Rennen ‚Tor des Geants‘ stattfand (ca. 1.000 Teilnehmer*innen), habe ich meine Wanderung zeitlich so gelegt, dass ich sie vor dem Rennstart beenden konnte.
    Anreise
    Start und Ziel waren für mich in Courmayeur, das ich von Westösterreich aus mit Flix-Bussen erreicht habe (Umstieg in Genf).
    Resupply
    Ich bin gegen den Uhrzeigersinn gegangen und habe mir in folgenden Orten Lebensmittel gekauft, die jeweils kleinere Lebensmittelgeschäfte mit guter Auswahl und teils etwas höheren Preisen hatten.
    km0 Courmayeur
    km32 La Thuile
    km117 Cogne
    km175 Donnas
    km235 Gressoney
    km268 Valtournenche
    km365 Courmayeur
    Übernachtungen
    Man kann in Berghütten, auf Campingplätzen oder in Unterkünften im Tal oder in Bivaccos übernachten. Natürlich kann man auch wild campieren, was auf über 2.500m sogar erlaubt ist. Eine Ausnahme bildet der Gran Paradiso Nationalpark, in dem wild Campen streng verboten ist. Hier hat man Berghütten oder Campingplätze/Unterkünfte im Tal zur Auswahl.
    Wegbeschaffenheit
    Die Wege sind außerordentlich gut instand gehalten und ausgezeichnet markiert. Allerdings sind sie meist sehr steil und steinig (Geröll). Kaum Flachpassagen und, wie schon erwähnt, sehr viele Höhenmeter. Man geht fast ausschließlich auf Wanderwegen und höchst selten auf Asphalt oder Forststraßen.
    Tiere
    Man begegnet immer wieder Kuhherden, auch im Hochgebirge. Diese werden manchmal von Hirten mit Hunden begleitet. Ich hatte einige unangenehme Begegnungen mit Hunden und habe dann versucht, auszuweichen.
    Sehr schön waren die vielen Begegnungen mit Steinböcken, von denen ich die Meisten im Gran Paradiso Nationalpark gesehen habe. Einige Gämsen, mehrere Steinadler und ein Bartgeier waren auch zu sehen.
    Ich hoffe, ich konnte ein wenig Interesse für eine wirklich tolle und herausfordernde Tour wecken und schließe mit einigen Bildern ab.































    Tour of the Giants.odt
  4. Gefällt mir!
    Simon_ hat eine Reaktion von Lolaine erhalten in Tour of the Giants (Alta Via Valle d'Aosta 1+2)   
    Hallo zusammen, ich möchte gerne eine Tour kurz vorstellen, die ich Ende August/Anfang September gegangen bin und die mir außerordentlich gut gefallen hat. Für Bergbegeisterte, die das Hochalpine mögen und steiles Gelände nicht scheuen (kein Klettern, nur wenige versicherte Passagen).
    Die ‚Tour of the Giants‘ ist eine Kombination aus den beiden Höhenwegen ‚Alta Via Valle d’Aosta 1+2‘, auch bekannt als ‚Giro dei Giganti‘ oder ‚Tor des Geants‘. Sie bildet eine Runde um das italienischen Aosta-Tal und verläuft meist zwischen 1.500 um 3.000m Seehöhe, wobei man am ‚Col de Loson‘ 3.299m erreicht. Auf 365km Strecke überschreitet man 25 Pässe über 2.000m und bewältigt ca. 28.000 Höhenmeter. Vom Weg aus sieht man Mont Blanc, Gran Paradiso, Monte Rosa und das Matterhorn und diese ‚Riesen‘ sind für den Weg namensgebend.
    Weil ab dem 13. September das Ultra-Rennen ‚Tor des Geants‘ stattfand (ca. 1.000 Teilnehmer*innen), habe ich meine Wanderung zeitlich so gelegt, dass ich sie vor dem Rennstart beenden konnte.
    Anreise
    Start und Ziel waren für mich in Courmayeur, das ich von Westösterreich aus mit Flix-Bussen erreicht habe (Umstieg in Genf).
    Resupply
    Ich bin gegen den Uhrzeigersinn gegangen und habe mir in folgenden Orten Lebensmittel gekauft, die jeweils kleinere Lebensmittelgeschäfte mit guter Auswahl und teils etwas höheren Preisen hatten.
    km0 Courmayeur
    km32 La Thuile
    km117 Cogne
    km175 Donnas
    km235 Gressoney
    km268 Valtournenche
    km365 Courmayeur
    Übernachtungen
    Man kann in Berghütten, auf Campingplätzen oder in Unterkünften im Tal oder in Bivaccos übernachten. Natürlich kann man auch wild campieren, was auf über 2.500m sogar erlaubt ist. Eine Ausnahme bildet der Gran Paradiso Nationalpark, in dem wild Campen streng verboten ist. Hier hat man Berghütten oder Campingplätze/Unterkünfte im Tal zur Auswahl.
    Wegbeschaffenheit
    Die Wege sind außerordentlich gut instand gehalten und ausgezeichnet markiert. Allerdings sind sie meist sehr steil und steinig (Geröll). Kaum Flachpassagen und, wie schon erwähnt, sehr viele Höhenmeter. Man geht fast ausschließlich auf Wanderwegen und höchst selten auf Asphalt oder Forststraßen.
    Tiere
    Man begegnet immer wieder Kuhherden, auch im Hochgebirge. Diese werden manchmal von Hirten mit Hunden begleitet. Ich hatte einige unangenehme Begegnungen mit Hunden und habe dann versucht, auszuweichen.
    Sehr schön waren die vielen Begegnungen mit Steinböcken, von denen ich die Meisten im Gran Paradiso Nationalpark gesehen habe. Einige Gämsen, mehrere Steinadler und ein Bartgeier waren auch zu sehen.
    Ich hoffe, ich konnte ein wenig Interesse für eine wirklich tolle und herausfordernde Tour wecken und schließe mit einigen Bildern ab.































    Tour of the Giants.odt
  5. Gefällt mir!
    Simon_ reagierte auf reiber in Tour of the Giants (Alta Via Valle d'Aosta 1+2)   
    Danke, das sieht gut aus und kommt auf meine Wunschliste.
  6. Gefällt mir!
    Simon_ hat eine Reaktion von Steynberg erhalten in Tour of the Giants (Alta Via Valle d'Aosta 1+2)   
    Hallo zusammen, ich möchte gerne eine Tour kurz vorstellen, die ich Ende August/Anfang September gegangen bin und die mir außerordentlich gut gefallen hat. Für Bergbegeisterte, die das Hochalpine mögen und steiles Gelände nicht scheuen (kein Klettern, nur wenige versicherte Passagen).
    Die ‚Tour of the Giants‘ ist eine Kombination aus den beiden Höhenwegen ‚Alta Via Valle d’Aosta 1+2‘, auch bekannt als ‚Giro dei Giganti‘ oder ‚Tor des Geants‘. Sie bildet eine Runde um das italienischen Aosta-Tal und verläuft meist zwischen 1.500 um 3.000m Seehöhe, wobei man am ‚Col de Loson‘ 3.299m erreicht. Auf 365km Strecke überschreitet man 25 Pässe über 2.000m und bewältigt ca. 28.000 Höhenmeter. Vom Weg aus sieht man Mont Blanc, Gran Paradiso, Monte Rosa und das Matterhorn und diese ‚Riesen‘ sind für den Weg namensgebend.
    Weil ab dem 13. September das Ultra-Rennen ‚Tor des Geants‘ stattfand (ca. 1.000 Teilnehmer*innen), habe ich meine Wanderung zeitlich so gelegt, dass ich sie vor dem Rennstart beenden konnte.
    Anreise
    Start und Ziel waren für mich in Courmayeur, das ich von Westösterreich aus mit Flix-Bussen erreicht habe (Umstieg in Genf).
    Resupply
    Ich bin gegen den Uhrzeigersinn gegangen und habe mir in folgenden Orten Lebensmittel gekauft, die jeweils kleinere Lebensmittelgeschäfte mit guter Auswahl und teils etwas höheren Preisen hatten.
    km0 Courmayeur
    km32 La Thuile
    km117 Cogne
    km175 Donnas
    km235 Gressoney
    km268 Valtournenche
    km365 Courmayeur
    Übernachtungen
    Man kann in Berghütten, auf Campingplätzen oder in Unterkünften im Tal oder in Bivaccos übernachten. Natürlich kann man auch wild campieren, was auf über 2.500m sogar erlaubt ist. Eine Ausnahme bildet der Gran Paradiso Nationalpark, in dem wild Campen streng verboten ist. Hier hat man Berghütten oder Campingplätze/Unterkünfte im Tal zur Auswahl.
    Wegbeschaffenheit
    Die Wege sind außerordentlich gut instand gehalten und ausgezeichnet markiert. Allerdings sind sie meist sehr steil und steinig (Geröll). Kaum Flachpassagen und, wie schon erwähnt, sehr viele Höhenmeter. Man geht fast ausschließlich auf Wanderwegen und höchst selten auf Asphalt oder Forststraßen.
    Tiere
    Man begegnet immer wieder Kuhherden, auch im Hochgebirge. Diese werden manchmal von Hirten mit Hunden begleitet. Ich hatte einige unangenehme Begegnungen mit Hunden und habe dann versucht, auszuweichen.
    Sehr schön waren die vielen Begegnungen mit Steinböcken, von denen ich die Meisten im Gran Paradiso Nationalpark gesehen habe. Einige Gämsen, mehrere Steinadler und ein Bartgeier waren auch zu sehen.
    Ich hoffe, ich konnte ein wenig Interesse für eine wirklich tolle und herausfordernde Tour wecken und schließe mit einigen Bildern ab.































    Tour of the Giants.odt
  7. Gefällt mir!
    Simon_ reagierte auf Kay in Auf der Suche nach Leichtigkeit   
    Ich war jetzt 10 Tage in Ligurien/Piemont unterwegs. Die körperliche Vorbereitung scheint ausreichend, an die Temperaturen hatte ich mich schnell gewöhnt. Die südlichen Alpen sind wunderschön. Mir gefällt auch der Rhythmus des täglichen bergauf-bergabs. Dennoch habe ich die Reise nun abgebrochen und versuche einen Reset.
    Mir fehlt die Leichtigkeit, die Unbeschwertheit, das Leben in den Tag. Jeden Moment, den ich nicht voll auf den Weg konzentriert war, habe ich mit Grübeln über die nächsten Etappen verbracht. Welche Routenführung wähle ich? Wo übernachte ich? Wo bekomme ich etwas zu essen? Ich habe mich damit quasi bis zur nervlichen Zerrüttung aufgerieben. Habe mir zwei Tage in einer FeWo gegönnt um "herunterzukommen". Hat nicht funktioniert. Daher Rückreise. 
    Meine letzten mehrwöchigen Touren liegen 20 Jahre zurück. Damals war ich viel im Fjäll zwischen Norwegen und Schweden unterwegs. Wir machten Rast wann wir wollten, es gab ja meistens endlos viele Möglichkeiten und lebten von Schnellkoch-Nudeln, die wir alle 1-2 Wochen nachkauften. So ähnlich hatte ich es mir wieder vorgestellt. Hat nicht geklappt. 
    Jetzt frage ich mich ...
    ... liegt es an mir? Statt in meinen 20gern nun kurz vor 50. Ich kann zB nicht mehr alles Essen: Zöliakie, IBS ... späte Mahlzeiten schwierig, über den Tag zu warm zum essen ... früher hat der Körper das locker weggesteckt, mal 1-2 Tage kaum etwas essen, dann den Wanst vollschlagen. 
    ... liegt es an dem Ort? Man ist schon etwas eingegrenzt, was das übernachten angeht. Die Ligurischen Alpen waren heiß und voller Dornen, die Seealpen sind steil. Oben kaum gute Plätze, unten stickig-warme Nächte. Beides ist sehr zugespitzt ausgedrückt. Es gibt auch keine Fjällhütten, an denen man Basics nachkaufen kann, sondern man muss Umwege gehen, Öffis recherchieren oder hoffen, dass ein Auto einen mitnimmt um Zugang zu einem Lebensmittelladen zu finden. 
    Diese Gemengelage muss ich schon selber entknoten. Mich würde interessieren, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt. Dass ihr mal so verkopft wart und unterwegs einfach über mehrere Tage keine Freude mehr gespürt habt. Wie seid ihr damit umgegangen? Gerne auch theoretische Abhandlungen, wie ihr damit umgehen würdet. Solange es respektvoll geschrieben ist, lese ich es gerne. 
  8. Gefällt mir!
    Simon_ hat eine Reaktion von wechsel-wild erhalten in Tour of the Giants (Alta Via Valle d'Aosta 1+2)   
    Hallo zusammen, ich möchte gerne eine Tour kurz vorstellen, die ich Ende August/Anfang September gegangen bin und die mir außerordentlich gut gefallen hat. Für Bergbegeisterte, die das Hochalpine mögen und steiles Gelände nicht scheuen (kein Klettern, nur wenige versicherte Passagen).
    Die ‚Tour of the Giants‘ ist eine Kombination aus den beiden Höhenwegen ‚Alta Via Valle d’Aosta 1+2‘, auch bekannt als ‚Giro dei Giganti‘ oder ‚Tor des Geants‘. Sie bildet eine Runde um das italienischen Aosta-Tal und verläuft meist zwischen 1.500 um 3.000m Seehöhe, wobei man am ‚Col de Loson‘ 3.299m erreicht. Auf 365km Strecke überschreitet man 25 Pässe über 2.000m und bewältigt ca. 28.000 Höhenmeter. Vom Weg aus sieht man Mont Blanc, Gran Paradiso, Monte Rosa und das Matterhorn und diese ‚Riesen‘ sind für den Weg namensgebend.
    Weil ab dem 13. September das Ultra-Rennen ‚Tor des Geants‘ stattfand (ca. 1.000 Teilnehmer*innen), habe ich meine Wanderung zeitlich so gelegt, dass ich sie vor dem Rennstart beenden konnte.
    Anreise
    Start und Ziel waren für mich in Courmayeur, das ich von Westösterreich aus mit Flix-Bussen erreicht habe (Umstieg in Genf).
    Resupply
    Ich bin gegen den Uhrzeigersinn gegangen und habe mir in folgenden Orten Lebensmittel gekauft, die jeweils kleinere Lebensmittelgeschäfte mit guter Auswahl und teils etwas höheren Preisen hatten.
    km0 Courmayeur
    km32 La Thuile
    km117 Cogne
    km175 Donnas
    km235 Gressoney
    km268 Valtournenche
    km365 Courmayeur
    Übernachtungen
    Man kann in Berghütten, auf Campingplätzen oder in Unterkünften im Tal oder in Bivaccos übernachten. Natürlich kann man auch wild campieren, was auf über 2.500m sogar erlaubt ist. Eine Ausnahme bildet der Gran Paradiso Nationalpark, in dem wild Campen streng verboten ist. Hier hat man Berghütten oder Campingplätze/Unterkünfte im Tal zur Auswahl.
    Wegbeschaffenheit
    Die Wege sind außerordentlich gut instand gehalten und ausgezeichnet markiert. Allerdings sind sie meist sehr steil und steinig (Geröll). Kaum Flachpassagen und, wie schon erwähnt, sehr viele Höhenmeter. Man geht fast ausschließlich auf Wanderwegen und höchst selten auf Asphalt oder Forststraßen.
    Tiere
    Man begegnet immer wieder Kuhherden, auch im Hochgebirge. Diese werden manchmal von Hirten mit Hunden begleitet. Ich hatte einige unangenehme Begegnungen mit Hunden und habe dann versucht, auszuweichen.
    Sehr schön waren die vielen Begegnungen mit Steinböcken, von denen ich die Meisten im Gran Paradiso Nationalpark gesehen habe. Einige Gämsen, mehrere Steinadler und ein Bartgeier waren auch zu sehen.
    Ich hoffe, ich konnte ein wenig Interesse für eine wirklich tolle und herausfordernde Tour wecken und schließe mit einigen Bildern ab.































    Tour of the Giants.odt
  9. Gefällt mir!
    Simon_ hat eine Reaktion von Jeha erhalten in Tour of the Giants (Alta Via Valle d'Aosta 1+2)   
    Hallo zusammen, ich möchte gerne eine Tour kurz vorstellen, die ich Ende August/Anfang September gegangen bin und die mir außerordentlich gut gefallen hat. Für Bergbegeisterte, die das Hochalpine mögen und steiles Gelände nicht scheuen (kein Klettern, nur wenige versicherte Passagen).
    Die ‚Tour of the Giants‘ ist eine Kombination aus den beiden Höhenwegen ‚Alta Via Valle d’Aosta 1+2‘, auch bekannt als ‚Giro dei Giganti‘ oder ‚Tor des Geants‘. Sie bildet eine Runde um das italienischen Aosta-Tal und verläuft meist zwischen 1.500 um 3.000m Seehöhe, wobei man am ‚Col de Loson‘ 3.299m erreicht. Auf 365km Strecke überschreitet man 25 Pässe über 2.000m und bewältigt ca. 28.000 Höhenmeter. Vom Weg aus sieht man Mont Blanc, Gran Paradiso, Monte Rosa und das Matterhorn und diese ‚Riesen‘ sind für den Weg namensgebend.
    Weil ab dem 13. September das Ultra-Rennen ‚Tor des Geants‘ stattfand (ca. 1.000 Teilnehmer*innen), habe ich meine Wanderung zeitlich so gelegt, dass ich sie vor dem Rennstart beenden konnte.
    Anreise
    Start und Ziel waren für mich in Courmayeur, das ich von Westösterreich aus mit Flix-Bussen erreicht habe (Umstieg in Genf).
    Resupply
    Ich bin gegen den Uhrzeigersinn gegangen und habe mir in folgenden Orten Lebensmittel gekauft, die jeweils kleinere Lebensmittelgeschäfte mit guter Auswahl und teils etwas höheren Preisen hatten.
    km0 Courmayeur
    km32 La Thuile
    km117 Cogne
    km175 Donnas
    km235 Gressoney
    km268 Valtournenche
    km365 Courmayeur
    Übernachtungen
    Man kann in Berghütten, auf Campingplätzen oder in Unterkünften im Tal oder in Bivaccos übernachten. Natürlich kann man auch wild campieren, was auf über 2.500m sogar erlaubt ist. Eine Ausnahme bildet der Gran Paradiso Nationalpark, in dem wild Campen streng verboten ist. Hier hat man Berghütten oder Campingplätze/Unterkünfte im Tal zur Auswahl.
    Wegbeschaffenheit
    Die Wege sind außerordentlich gut instand gehalten und ausgezeichnet markiert. Allerdings sind sie meist sehr steil und steinig (Geröll). Kaum Flachpassagen und, wie schon erwähnt, sehr viele Höhenmeter. Man geht fast ausschließlich auf Wanderwegen und höchst selten auf Asphalt oder Forststraßen.
    Tiere
    Man begegnet immer wieder Kuhherden, auch im Hochgebirge. Diese werden manchmal von Hirten mit Hunden begleitet. Ich hatte einige unangenehme Begegnungen mit Hunden und habe dann versucht, auszuweichen.
    Sehr schön waren die vielen Begegnungen mit Steinböcken, von denen ich die Meisten im Gran Paradiso Nationalpark gesehen habe. Einige Gämsen, mehrere Steinadler und ein Bartgeier waren auch zu sehen.
    Ich hoffe, ich konnte ein wenig Interesse für eine wirklich tolle und herausfordernde Tour wecken und schließe mit einigen Bildern ab.































    Tour of the Giants.odt
  10. Gefällt mir!
    Simon_ hat eine Reaktion von RaulDuke erhalten in Tour of the Giants (Alta Via Valle d'Aosta 1+2)   
    Hallo zusammen, ich möchte gerne eine Tour kurz vorstellen, die ich Ende August/Anfang September gegangen bin und die mir außerordentlich gut gefallen hat. Für Bergbegeisterte, die das Hochalpine mögen und steiles Gelände nicht scheuen (kein Klettern, nur wenige versicherte Passagen).
    Die ‚Tour of the Giants‘ ist eine Kombination aus den beiden Höhenwegen ‚Alta Via Valle d’Aosta 1+2‘, auch bekannt als ‚Giro dei Giganti‘ oder ‚Tor des Geants‘. Sie bildet eine Runde um das italienischen Aosta-Tal und verläuft meist zwischen 1.500 um 3.000m Seehöhe, wobei man am ‚Col de Loson‘ 3.299m erreicht. Auf 365km Strecke überschreitet man 25 Pässe über 2.000m und bewältigt ca. 28.000 Höhenmeter. Vom Weg aus sieht man Mont Blanc, Gran Paradiso, Monte Rosa und das Matterhorn und diese ‚Riesen‘ sind für den Weg namensgebend.
    Weil ab dem 13. September das Ultra-Rennen ‚Tor des Geants‘ stattfand (ca. 1.000 Teilnehmer*innen), habe ich meine Wanderung zeitlich so gelegt, dass ich sie vor dem Rennstart beenden konnte.
    Anreise
    Start und Ziel waren für mich in Courmayeur, das ich von Westösterreich aus mit Flix-Bussen erreicht habe (Umstieg in Genf).
    Resupply
    Ich bin gegen den Uhrzeigersinn gegangen und habe mir in folgenden Orten Lebensmittel gekauft, die jeweils kleinere Lebensmittelgeschäfte mit guter Auswahl und teils etwas höheren Preisen hatten.
    km0 Courmayeur
    km32 La Thuile
    km117 Cogne
    km175 Donnas
    km235 Gressoney
    km268 Valtournenche
    km365 Courmayeur
    Übernachtungen
    Man kann in Berghütten, auf Campingplätzen oder in Unterkünften im Tal oder in Bivaccos übernachten. Natürlich kann man auch wild campieren, was auf über 2.500m sogar erlaubt ist. Eine Ausnahme bildet der Gran Paradiso Nationalpark, in dem wild Campen streng verboten ist. Hier hat man Berghütten oder Campingplätze/Unterkünfte im Tal zur Auswahl.
    Wegbeschaffenheit
    Die Wege sind außerordentlich gut instand gehalten und ausgezeichnet markiert. Allerdings sind sie meist sehr steil und steinig (Geröll). Kaum Flachpassagen und, wie schon erwähnt, sehr viele Höhenmeter. Man geht fast ausschließlich auf Wanderwegen und höchst selten auf Asphalt oder Forststraßen.
    Tiere
    Man begegnet immer wieder Kuhherden, auch im Hochgebirge. Diese werden manchmal von Hirten mit Hunden begleitet. Ich hatte einige unangenehme Begegnungen mit Hunden und habe dann versucht, auszuweichen.
    Sehr schön waren die vielen Begegnungen mit Steinböcken, von denen ich die Meisten im Gran Paradiso Nationalpark gesehen habe. Einige Gämsen, mehrere Steinadler und ein Bartgeier waren auch zu sehen.
    Ich hoffe, ich konnte ein wenig Interesse für eine wirklich tolle und herausfordernde Tour wecken und schließe mit einigen Bildern ab.































    Tour of the Giants.odt
  11. Gefällt mir!
    Simon_ hat eine Reaktion von khyal erhalten in Tour of the Giants (Alta Via Valle d'Aosta 1+2)   
    Hallo zusammen, ich möchte gerne eine Tour kurz vorstellen, die ich Ende August/Anfang September gegangen bin und die mir außerordentlich gut gefallen hat. Für Bergbegeisterte, die das Hochalpine mögen und steiles Gelände nicht scheuen (kein Klettern, nur wenige versicherte Passagen).
    Die ‚Tour of the Giants‘ ist eine Kombination aus den beiden Höhenwegen ‚Alta Via Valle d’Aosta 1+2‘, auch bekannt als ‚Giro dei Giganti‘ oder ‚Tor des Geants‘. Sie bildet eine Runde um das italienischen Aosta-Tal und verläuft meist zwischen 1.500 um 3.000m Seehöhe, wobei man am ‚Col de Loson‘ 3.299m erreicht. Auf 365km Strecke überschreitet man 25 Pässe über 2.000m und bewältigt ca. 28.000 Höhenmeter. Vom Weg aus sieht man Mont Blanc, Gran Paradiso, Monte Rosa und das Matterhorn und diese ‚Riesen‘ sind für den Weg namensgebend.
    Weil ab dem 13. September das Ultra-Rennen ‚Tor des Geants‘ stattfand (ca. 1.000 Teilnehmer*innen), habe ich meine Wanderung zeitlich so gelegt, dass ich sie vor dem Rennstart beenden konnte.
    Anreise
    Start und Ziel waren für mich in Courmayeur, das ich von Westösterreich aus mit Flix-Bussen erreicht habe (Umstieg in Genf).
    Resupply
    Ich bin gegen den Uhrzeigersinn gegangen und habe mir in folgenden Orten Lebensmittel gekauft, die jeweils kleinere Lebensmittelgeschäfte mit guter Auswahl und teils etwas höheren Preisen hatten.
    km0 Courmayeur
    km32 La Thuile
    km117 Cogne
    km175 Donnas
    km235 Gressoney
    km268 Valtournenche
    km365 Courmayeur
    Übernachtungen
    Man kann in Berghütten, auf Campingplätzen oder in Unterkünften im Tal oder in Bivaccos übernachten. Natürlich kann man auch wild campieren, was auf über 2.500m sogar erlaubt ist. Eine Ausnahme bildet der Gran Paradiso Nationalpark, in dem wild Campen streng verboten ist. Hier hat man Berghütten oder Campingplätze/Unterkünfte im Tal zur Auswahl.
    Wegbeschaffenheit
    Die Wege sind außerordentlich gut instand gehalten und ausgezeichnet markiert. Allerdings sind sie meist sehr steil und steinig (Geröll). Kaum Flachpassagen und, wie schon erwähnt, sehr viele Höhenmeter. Man geht fast ausschließlich auf Wanderwegen und höchst selten auf Asphalt oder Forststraßen.
    Tiere
    Man begegnet immer wieder Kuhherden, auch im Hochgebirge. Diese werden manchmal von Hirten mit Hunden begleitet. Ich hatte einige unangenehme Begegnungen mit Hunden und habe dann versucht, auszuweichen.
    Sehr schön waren die vielen Begegnungen mit Steinböcken, von denen ich die Meisten im Gran Paradiso Nationalpark gesehen habe. Einige Gämsen, mehrere Steinadler und ein Bartgeier waren auch zu sehen.
    Ich hoffe, ich konnte ein wenig Interesse für eine wirklich tolle und herausfordernde Tour wecken und schließe mit einigen Bildern ab.































    Tour of the Giants.odt
  12. Gefällt mir!
    Simon_ reagierte auf Sören in Empfehlung für Navigationsapp   
    Gaia GPS - in der kostenlosen Version ausreichend und übersichtlich.
  13. Gefällt mir!
    Letztendlich zählt doch vor allem das Ergebnis
    Eine orthodoxe Entscheidung hätte ebenfalls  im Tod der Begleiterin enden können und gegebenfalls auch in seinem.
    Hätte er seine Begleiterin aber durch sein Handeln gerettet, wäre er vielleicht als Held gefeiert worden.
    Ich bin eigentlich kein Freund des faktischen Führerprinzips.
    Gibt es ja im deutschen Recht auch nicht.
    Das bedeutet das, wenn du mehr Erfahrung hast als der andere, riskiert du im Zweifel im Gefängnis zu landen.
    Obwohl der andere dich nicht als Führer bezahlt und vielleicht auch gar nicht respektiert.
    Und andererseits, ist der andere doch genau verantwortlich sich über Route, Tour und Wetter zu informieren und entscheidet doch selbst. Mitzugehen oder nicht.
    Oder auch darüber, umzukehren 
     
     
     
  14. Gefällt mir!
    Hinter Gangi ging es zunächst an weiteren Ackerflächen vorbei, bis ich endlich den Madonie-Nationalpark erreichte. Vor meiner Wanderung durch Sizilien hatte ich noch nie etwas von diesem Nationalpark gehört, schade eigentlich. Dieses Gebiet eignet sich super zum wandern und zudem habe ich sehr viele wilde Hirsche gesehen. 




    Insbesondere die herbstlichen Buchen gefielen mir mehr als gut:

    Das Wetter war zwischenzeitlich auch wieder angenehmer, auch wenn auf der Höhe die Abende doch etwas frisch waren. Bergab ging es ins Dorf Scillato, in welchem ich eine Unterkunft gebucht hatte. Die meisten Nächte auf meiner Wanderung verbrachte ich im Zelt, doch das wilde Zelten wurde auf Sizilien schwieriger und bedarf einer besseren Vorausplanung als auf dem Festland. Im ersten Teil bis incl. dem Nebrodi-Park war es meistens gut möglich, einen Zeltplatz zu finden. Dahinter wurden die Waldgebiete seltener und die zivilisierten Gebiete häufiger. Zum Glück gibt es auf Sizilien in vielen Dörfen und Städten günstige Unterkünfte, sodass dies zumindest finanziell kein Problem darstellt. Und der Komfort einer warmen Dusche nach einem anstrengenden Wandertag ist auch nicht zu verachten. 
    Hinter Scillato ging es teils auf Wanderwegen, teils auf Straßen bis ins Dorf Sclafani Bagni. Das Highlight erwartete mich unterhalb auf einem etwas zugewachsenen Wanderweg: Dort gibt es eine (kostenlose) heiße Quelle, direkt am Wegesrand. Natürlich verbrachte ich dort eine ausgiebige Pause von mehr als einer Stunde. Obwohl Wochenende war, blieb ich alleine. 

    Die Nacht daraufhin verbrachte ich somit halbwegs sauber in meinem Zelt, an einer Stelle, die ich mir vorher auf der Karte ausgesucht hatte. Nachts wurde ich dann noch von einem (zum Glück) harmlosen Gewitter überrascht. 
    Die beiden Tage danach waren landschaftlich wenig spektakulär, es ging überwiegend an Ackerflächen vorbei. Mir persönlich gefällt dies nicht so sehr, da ich nackte Ackerflächen ziemlich unschön finde. Die Wege waren zudem abschnittsweise matschig. Mit jedem Schritt sank ich ein bisschen in den Erdboden ein. 

    Zudem musste ich unzählige Weidegatter öffnen und wieder schließend. Leider sind die Weidegatter auf Sizilien vielerorts nicht sehr benutzerfreundlich, da sie sich teilweise nur schwer oder gar nicht öffnen lassen. 
    Zwischendurch wurde der Weg für ein paar Kilometer aber wieder ganz schön.

    Bevor ich das Dorf Piana degli Albanesi erreichte, durchquerte ich den letzten größeren Wald. Dort gefiel mir das Wandern gleich viel besser als zuvor. Wenn es den halben Tag nur an Ackerflächen vorbei geht, sinkt meine Stimmung doch ein bisschen ab. Die Luft im Wald ist feucht und würzig und die Natur belebt irgendwie doch mehr als die Zivilisation. 
    Hinter Piana degli Albanesi musste ich zu einem Pass hochlaufen, wo die Natur überraschend wild wirkte. In der Steinhütte hätte ich sogar schlafen können... Doch auch aufgrund der kurzen Tage in Verbindung mit der langen Siesta der Supermärkte, ging ich auf Nummer sicher und hatte in einer Unterkunft übernachtet. 

    Die ersten Stunden ging es immer mal wieder bergauf und dann wieder bergab durch schöne Natur mit kargen Bewuchs, die ich sehr genoss. 

    Im Anschluss hatte ich eine lange Passage auf Wirtschaftsstraßen bis in die Stadt Alcamo vor mir. Die Strecke war einfach und langweilig, sodass ich immerhin Strecke machen konnte und die 38,5km des Wandertages hinter mich bringen konnte. 

    In Alcamo angekommen legte ich noch einen drauf und lief noch einen Umweg zum Lidl. Der macht nämlich keine Siesta!
    Hinter der Stadt Alcamo wartete noch ein tolles Highlight auf mich, denn es gab ganz in der Nähe die heißen Quellen von Segesta, denen ich einen Besuch abstattete. Um dorthin zu gelangen musste ich einen Bach überqueren, der mir bis zu den Knien ging. Der Aufwand hatte sich aber gelohnt, denn das Becken mit dem schwefelhaltigen Wasser war richtig schön heiß und sehr angenehm. Blöderweise vergaß ich ein Foto davon zu machen...

    Bevor ich im Dorf Calafafimi ankam, durchquerte ich ein kleines Waldgebiet. Die Ferienwohnung in Calatafimi gefiel mir extrem gut, so lieblich wie sie eingerichtet war. 
    In der Nacht und am nächsten Morgen goss es in Strömen. Eigentlich hätte ich mir an dem Tag den am Wegesrand befindlichen Tempel von Segesta anschauen wollen, aber da hätte man Eintritt bezahlen müssen. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte sich das wahrscheinlich gelohnt, aber bloß für einen Foto-Stop hatte ich keine Lust darauf. Denn an diesem Tag wollte ich meine letzte Nacht im Zelt verbringen, was aber nur mit einem gewissen Aufwand bei der Suche möglich war. Zuvor ging es erneut an zahlreichen Ackerflächen entlang. Die konnte ich inzwischen nicht mehr sehen. 

    Erst in der Nähe von Visicari wurde die Landschaft und die Natur wieder ansprechender, hier wollte ich auch meinen Zeltplatz suchen. 

    Auf dem Foto sieht das noch ziemlich einfach aus, doch der Boden ist dort uneben und zudem wachsen dort viele stachelige Pflanzen. Irgendwann fand ich dann doch noch ein geeignetes Plätzchen. 
    Am nächsten Tag stand der Besuch des Zingaro-Naturreservat an. Dies ist eines der wenigen Gebiete, wo man in Italien Eintritt bezahlen muss. Der Sentiero Italia nimmt hier den Pfad, der oben am Hang entlang führt und somit viele grandiose Ausblicke ermöglicht. Auffällig ist die karge Vegetation. Mir hat dieser Abschnitt sehr gut gefallen. 


    Am Ende des Naturreservats ging es bergab in Richtung dem Dorf Macari. Dieses durchquerte ich bis zur Küste und bezog das Tiny-House in Casteluzzo, welches ich mir für die Nacht gemietet hatte. Eine sehr gute Wahl!

     
    An meinem vorletzten Wandertag wurde es noch mal so richtig regnerisch und gewittrig. Mehrere Stunden lang blitzte und donnerte es immer wieder. Trotzdem genoss ich den Wandertag sehr, denn es ging durch das Naturreservat Monte Cofano, welches meiner Meinung nach genauso schön ist, wie das beliebte Zingaro-Reservat. 


    In Custonaci machte ich einen Umweg zum Supermarkt und saß einen weiteren heftigen Regenguss in einer Bar aus. Am Nachmittag stand nur noch der steile Anstieg hoch nach Erice an.

    Bereits in der Dämmerung kam ich in dem auf einem Berg gelegenen Ort an und konnte mein Ferienhaus (ja, richtig) beziehen. Vom Fenster aus sah ich in der Ferne weitere Blitze am Himmel zucken. Und da könnte man meinen, Ende November sollte die Gewittersaison vorbei sein...
    Am letzten Tag standen mir bloß noch 10,5km bergab zur Promenade nach Trapani bevor. Schon von weitem konnte ich mein Ziel erkennen. 

    Als ich in der großen und lauten Stadt angekommen war, beeilte ich mich zum Ziel zu kommen. Doch am Ende des Trails befand sich nichts außer dem Mittelmeer. Kein Monument, keine Statue, nichts. Irgendwie enttäuschend. So setzte ich mich alleine auf eine Bank und aß eine Pizza. 

    Es war ein komisches Gefühl nach einer solch langen Wanderung am Zielort angekommen zu sein. Nun hieß es den Heimweg antreten. Mit Bahn und Fähre ging es in den nächsten Tagen zurück nach Deutschland. Zuhause vermisste ich schon sehr bald die beeindruckende Natur und die angenehm milden Temperaturen. 
     
  15. Gefällt mir!
  16. Gefällt mir!
    Simon_ reagierte auf Lolaine in Sieben Tage TMB (Tour de Mont Blanc) im September 2025   
    Verpflegung: Wasserquellen gibt es genug, Brunnen und Wasserläufe, habe nie gefiltert, 2*0,75L Flaschen reichen locker aus. Es gibt im Charmonix Tal genug Supermärkte, in Italien dann in Courmayeur und in der Schweiz in La Fouly und Champex. Eigentlich müssten man daher nur für 2-3 Tage essen schleppen. Ich wollte den Test machen und habe für 7 Tage essen mitgenommen.
    Wenn man eine GPX auf dem Handy hat wird man feststellen, dass es einige Varianten des Weges gibt. Viele kürzen die Route durch zwei Pässe ab. Einmal über den Col des fours anstatt runter nach Les Chapieux zu laufen, und einmal in der Schweiz über den Fenetre d'Arpette anstatt die nördliche Schleife. Beides ist nur bei gutem Wetter zu empfehlen. Der Abstieg vom Col des fours ins Tal war wirklich eine Augenweide, es war aber auch Top Wetter.
    Ich kann den Weg durchweg als ungefährlich beschreiben, da ich selbst keine blauen Wege gehe, kann ich das so auch schreiben. Einige wenige Stellen waren auf der schweizer Seite verseilt, aber es war gut machbar. Als Genusswanderer würde ich bei entsprechender Fitness 7 Wandertage für diese Tour veranschlagen, offiziell sind es 11.













  17. Gefällt mir!
    Simon_ hat eine Reaktion von eric erhalten in Westalpen mit Ponchotarp   
    Das Gatewood Cape ist die Shelter meines Vertrauens in den Alpen, hab es schon sehr häufig benutzt. Bei Wind suche ich mir ein möglichst geschütztes Plätzchen. Hab schon starke Regengüsse und Hagelunwetter komplett trocken überstanden, mit und ohne Biwaksack.
    Die Eingangsseite sollte jedenfalls dem Wind abgewandt sein. Wenn es windig ist, spanne ich die dem Wind zugewandte Seite ganz tief ab, so dass das Tarp den Boden berührt. Ordentlich nachspannen hilft, da das Silnylon nach dem ersten Abspannen nochmals nachgibt, vor Allem bei Regen. Dazu schiebe ich dann einen passenden flachen Stein unter den Griff des Trekkingstocks und hebe somit das Tarp um einige cm an.
    Sicher gibt es sturmresistentere Lösungen, ich schätze aber das niedrige Gewicht bei gutem Preis. 
  18. Gefällt mir!
    Hallo zusammen
    Letztes Jahr habe ich hier meine erste selbstgebaute Pyramide aus DCF vorgestellt – jetzt kommt Version 2: Noch leichter, deutlich minimalistischer und in Richtung shaped Tarp gedacht. Ideal für Fastpacking, kurze Trips mit leichtem Gepäck oder einfach als ultraleichter Wetterschutz beim Cowboycamping.
    Eckdaten:
    Material: DCF (Dyneema Composite Fabric) 25 g/m²
    Gewicht:
    – 240 g inkl. Schnüre
    – ca. 220 g ohne
    Masse (aufgebaut):
    – Länge: 280 cm
    – Breite: 110 cm
    – Höhe: ca. 140 cm
    Aufbau: 5 Heringe reichen (hinten gibts optional noch eine Schlaufe für einen sechsten – brauche ich aber kaum)
    Packmass: sehr kompakt – lässt sich stark komprimieren (siehe Foto mit Innenzelt & Packsack)
    Design & Details:
    Form: geformtes Tarp mit catenary Cut für straffen Stand Spitze: verstärkt und auf den Trekkingstock-Griff zugeschnitten (siehe Detailfoto) Konstruktion: geklebte Nähte (Abspannpunkte verstärkt) Packsack ist ebenfalls MYOG
    Einsatzzweck:
    Das Ganze ist kein Shelter für tagelange Schlechtwetter-Touren in Skandinavien, sondern eher:
    eine Backup-Option beim Cowboycamping ein leichter Schutz bei gutem Wetterfenster für SUL-Wochenenden und Fastpacking Ein Innenzelt kann eingehängt werden, ist aber optional.
    Fotos:
    Gesamtansicht vom Aufbau


    Verstärkte Spitze

    Detailaufnahmen der Ecken & Abspannpunkte



    Rückseite mit optionalem Hering

    Packsack + Innenzelt (für Grössenvergleich)

    Freue mich wie immer über Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge. Falls ihr Fragen habt – einfach melden!
     
  19. Gefällt mir!
    Tag 22 - Donnerstag 12.8.: Roya - St Sauveur de Tinée 
    Heute soll es dann nun über den Col der Crousette gehen. Der Wecker klingelt früh, es ist noch dunkel und drüben in der Gite ist auch noch alles ruhig. Ich packe leise zusammen. Vor der Gite liegt ein großer weißer Hund, der sich gestern schon dort rumgetrieben hatte. Irgendwie wusste keiner, wo er hingehört, wenn ich das aus der Entfernung richtig mitbekommen habe, aber die Kinder dort haben dann den ganzen Abend mit ihm gespielt und er hat noch ein paar Reste vom Essen aus dem Restaurant abgegriffen. Als ich losgehe, begrüßt er mich schwanzwedelnd. Die Gite am Morgen:

    Ich gehe raus aus Roya, der Anstieg beginnt sogleich. Nach ca. 10min überholt mich der Hund von der Gite, bleibt stehen und wedelt mit dem Schwanz. Ich erkläre ihm, dass er mich leider nicht begleiten kann. Außerdem sind wir hier schon wieder innerhalb der Grenzen des Nationalpark Mercantour und er darf eigentlich gar nicht hier sein. Natürlich versteht er nicht und läuft weiter vor mir her, bleibt immer mal stehen und wartet wieder auf mich. Er ist ja schon ein Toller. Und das sag ich, obwohl ich eher Hunde-Schisser bin. Und gegen ein wenig Begleitung hätte ich auch nichts einzuwenden. Aber geht ja nicht. Also sage ich zu ihm „reste là“, was er dann auch tut. Als er wieder los will, um mir zu folgen, sage ich „non“. Etwas weiter blicke ich zurück, er ist mir ein kleines Stück gefolgt und schaut um die Kurve des Weges. Ich rufe nochmal „non“ und „reste là“. Schließlich bin ich wieder allein. Und bin ein bisschen traurig.
    Ich komme an ein paar Zelten vorbei, wo gerade Leute am Aufstehen sind. Hier wäre es auch nett gewesen. Aber gestern war ich einfach zu fertig, um noch weiterzugehen.

    Dann höre ich leises Bellen in der Ferne oberhalb von mir. Oh, das klingt nach Patous, die die Schafe zusammen treiben. Heute gibt es die volle Packung Hunde, schätze ich. Die Sonne kommt auch raus und es wird warm. Letztlich kommt nur ein gutmütiger Patou angetrottet und beschnüffelt meine Hand, dann geht er schon weiter und ich kann passieren. Es geht hoch zum Col, die Blicke sind mal wieder toll. Hinter mir tauchen nun auch ein paar andere Leute auf. Einer überholt mich, ein Mann mit kleinem Rucksack ruft im Vorbeigehen „Guten Tag, Bonjour“. Ich antworte mit „Moin“. Wir unterhalten uns kurz, er kommt aus Bremen und läuft auch den GR5, allerdings ohne Zelt, sondern von Hütte zu Hütte. Dann geht er weiter. „Bis später“, ruft er noch. 

    Nach dem Col geht es noch etwas höher hinaus, der höchste Punkt für heute mit fantastischen Aussichten. 


    Der Bremer ist auch schon da, wir schnacken kurz, dann hastet er auch schon weiter. Er wirkt irgendwie gehetzt. Ich mache erstmal Frühstückspause.

    Dann geht es an den Abstieg, der ist schön langgezogen und entspannt. Nur heiß ist es.

     


    Nach ein paar Stunden finde ich in einem Tal an einem Bach ein schönes schattiges Plätzchen für eine Pause. Als ich so langsam zusammenpacken will, sehe ich, dass gerade ein paar Wolken aufziehen. Oh, ist ja ganz angenehm, freue ich mich noch. Dann denke ich: „Hm, die sind ganz schön schnell und angesagt war das irgendwie auch nicht. Und da hinten wird es irgendwie auch ziemlich dunkel“. Ich beeile mich und gehe los. Es donnert in der Ferne. Hm, unschön. Es donnert immer mehr und über mir wird es ziemlich dunkel. Hm, soll ich umdrehen? Aber es sieht aus, als würde es an mir vorbei ziehen. Also weiter. Es zieht dann auch an mir vorbei und ich gehe oberhalb eines hübschen Tals entlang. 

    Der letzte Aufstieg steht an. Ich schaue Richtung Himmel. Ups, wieder dunkel da hinten. Ich schätze die Zeit, die ich für den Aufstieg brauche. Ca. eine halbe Stunde, dann eine Stunde laut Guidebook bis zum Ende des folgenden Tals und zur Baumgrenze. Ich gebe also Gas und komme völlig verschwitzt oben an. Nun schnell das Tal entlang. Dort chillen Kühe. Na, solange die hier noch chillen ... Es donnert noch etwas weiter und regnet leicht vor sich hin, aber alles zieht weiter. Nun folgt ein langer Abstieg. Ca. 1500hm muss ich noch hinab bis St Sauveur, dort ist laut Guidebook eine Campsite. Oder vorher einen geeigneten Biwakplatz finden. Aber es ist alles steil und nix geeignetes ist zu finden.
    Ich komme nach Roure, ein uriges Dorf, quasi in die Felsen gebaut. 


    Nur weiterhin keine geeigneten Biwakplätze. Dann eben doch runter bis St Sauveur. Mapy.cz zeigt keinen Campingplatz, also erstmal zum Supermarkt, was einkaufen und dort nach dem Camping fragen. Das sei geschlossen, aus Sicherheitsgründen, weil bei einem Sturm auf einem Teil des Campings etwas vom Hang in den Fluss gebrochen sei. Aber der vordere Teil sei in Ordnung, da könne man zelten, da seien jeden Tag Leute und das würde von offizieller Seite auch geduldet. Klo und Wasser seien auch vorhanden. Perfekt!
    Auf dem Camping (eine Wiese hinter einem Sportplatz) sind dann schließlich auch noch drei andere Zelte und ich mache es mir gemütlich und schlafe nach einem dann doch langen und ereignisreichen Tag fix ein. 
  20. Gefällt mir!
    Tag 15 - Donnerstag 5.8.: Nevache- Briancon 
    Morgens geht es erstmal in Richtung Plampinet, dort begrüßt mich dann auch schon die Sonne hinterm Berg. 

    Es geht auf breiten Schotterstraßen den Berg hoch, in Serpentinen, also ganz bequem zum Einlaufen. Ich komme an ein paar netten Chalets vorbei.


    Dann geht es hoch in Richtung des Col de Dormillouse. 

    Bisher ist mir noch keine Menschenseele begegnet - nur ein paar Murmeltiere laufen durch die Gegend. Auf dem Weg bisher gab es immer mal wieder Schilder bzgl. der Patous, der Hirtenhunde, die hier mit den Schafherden unterwegs sind. Bis auf einmal in den ersten Tagen meiner Wanderung und da ja auch nur aus Entfernung sind mir aber noch keine direkt begegnet. Heute sehe ich überall mal wieder die Schilder und irgendwie sagt mir mein Gefühl, dass ich heute auf welche treffe. Beim Gedanken daran ist mir etwas unwohl, ich hab vor Hunden schon im Alltag eher Respekt. 
    Naja, ich also hoch zum Col und kurz bevor ich oben bin höre ich Glöckchengebimmel… eine Herde Schafe kommt in Richtung des Col vom Berg runter. Es ist ein Schäfer dabei und natürlich auch die Patous. Ich gehe schneller, um ihnen nicht direkt zu begegnen und vor ihnen am Col zu sein. Bin ich dann auch, aber als ich auf der anderen Seite die Kurve in Richtung des nächsten Cols nehme, kommt die Herde genau da runter. Ich also Stöcke nur locker in die Hand und gehe einfach langsam weiter und warte, dass sie mich bemerken. Tun sie dann auch schnell. Und sie kommen mit wildem Gebell und in vollem Tempo den Berg runter auf mich zugeschossen. Mir ist ein bisschen anders. Sie bremsen dann direkt vor mir, beschnuppern mich und lecken meine Hand ab. Ach, das war’s schon?? Das war ja halb so wild. Mein Herz kommt aus der Hose wieder zurück an seinen ursprünglichen Platz gerutscht. Weiter geht es zum Col de la Lauze.




    In Montgenevre will ich endlich bei der Post die Microspikes loswerden, so der Plan. Ja, die schlepp ich immer noch mit mir rum... Abwärts geht es durch Blumenwiesen und die Grillen zirpen. 


    Angekommenen in Montgenèvre warte ich im Schatten, dass die Post nach der Mittagspause wieder öffnet. Die Zeit vertreibe ich mir mit essen und die Hässlichkeit des Skiorts in dieser wunderschön Landschaft bestaunen. Die Post macht natürlich doch erst später auf und natürlich fehlt der Dame der notwendige Aufkleber für das Päckchen nach Deutschland. Ich solle nach Briancon zur Post. Also geht es nun etwas missmutig wegen dieser verschwendeten Zeit in Richtung Briancon. Dort machen Menschen Bungee Jumping von einer Brücke...

    Briancon ist groß und laut - beides zu viel irgendwie. Ich will meine Vorräte aufstocken und den Campingplatz ansteuern. Denn für die Post isses natürlich schon zu spät, also will ich es am nächsten Morgen versuchen. Der Campingplatz ist am anderen Ende. Über eine Stunde laufe ich durch die Stadt bis in eine Art Gewerbegebiet. 
    Der Platz ist mit fast 15€ echt teuer, hat dafür aber drei Sterne und das Klopapier darf man selber mitbringen. Eine Menge Radreisende und Bikepacker sehe ich hier. Ich bin müde und irgendwie fertig heute, schnell duschen, was zu essen machen und ab in die Heia. Der Abend steht jedenfalls unter dem Motto sechs Käse.

  21. Gefällt mir!
    Tag 13 - Dienstag 3.8.: Modane - Pont de la Fonderie 
    Nachdem sich gestern der Abstieg nach Modane echt gezogen hat und meine Knie entsprechend Veto eingelegt haben nehme ich mir erstens vor, in Briancon einen Pausentag einzulegen und zweitens, heute nur eine kürzere Etappe zu gehen, Ziel ist das Refuge du Mont Thabor oder, je nachdem was die Beine sagen, will ich mir einen Platz nach dem Abstieg in der Nähe der Pont de la Fonderie suchen. Sieht auf der Karte zumindest so aus, als müsste sich da ein geeignetes Plätzchen finden lassen. Aber erstmal ausschlafen, d.h. gegen zehn vor sieben bin ich wach, mache ´nen Kaffee und frühstücke. Eigentlich ist das ja nicht mein Ding, gleich was essen nach dem Aufstehen. Aber: was schon im Bauch ist, muss schließlich nicht mehr auf dem Rücken geraten werden. Und außerdem kann ich dann ganz bequem erstmal zwei Stunden wandern ohne gleich schon ´ne Pause machen zu müssen, weil dann doch schnell der Hunger einsetzt, wenn ich erstmal unterwegs bin. Also los und erstmal den Weg aus Modane heraus suchen. Der Weg wird garniert von etlichen Marien-Schreinen und GR5-Art an der Autobahn-Unterführung gibt es auch. 
     
    Eigentlich will ich in Valfrejus, nach ca. 2 Stunden Weg, zur Post und endlich die Microspikes nach Hause schicken, die ich schon die ganze Zeit überflüssiger Weise mit mir rumschleppe. Die Post, so hab` ich rausgefunden, befindet sich dort im Office de Tourisme. Dort erklärt mir aber die Dame, dass ich erst morgen früh wieder ein Päckchen versenden könne, irgendwas mit technischen Problemen. Nun gut, nun muss ich die Dinger eben noch drei Tage mitschleppen. Ich hoffe auf eine Post in Briancon. Valfrejus selbst ist ein recht hässlicher Touri-Ski-Ort. Aber nette Ausblicke gibt es mal wieder. Der Weg danach aus dem Tal heraus in die Berge zieht sich heute irgendwie ewig. Die Beine wollen nicht so recht und sind müde und ich bin auch irgendwie maulig. Komme an einem Parkplatz vorbei, da sitzt einer in ´ner winzigen Hütte und verkauft Getränke und Eis. Das würde mir jetzt gerade recht kommen… aber nein, die Finanzen werden hier gerade ohnehin schon genügend strapaziert- heute mal keine extra Ausgaben. Le Lavoir ist ein seltsamer Ort. Alte Militärgebäude und Bunker. Und lauter Typen, die mit Angeln vom Berg kommen. Aber dann wird es wieder netter. Blick zurück…

    … und Blick in Richtung des Col de Vallée Etroite - über den muss ich rüber. 

    Achso, als ich da bin, ist es 14.30h, das Refuge wäre nur 15min entfernt. Also doch noch der Abstieg und dort einen Platz zum biwakieren suchen.


    Lustiger kleiner See mit einem Rahmen aus Flauschgräsern:

    Am Col ist übrigens die Grenze zwischen der beiden französischen Regionen Savoie (da komme ich gerade her)…

    … und Haute-Alpes (da geht es jetzt hin):


     
    Spätestens hier oben mit diesen fantastischen Ausblicken ist dann auch alle Mauligkeit wie weggeblasen. Ist das schön hier! Und kaum wer unterwegs. Traumhaft!
    Hübsche Blümchen gibt es auch mal wieder:

    Im Abstieg geht es über eine schöne Ebene, hier könnte man sicher auch gut biwakieren, aber nicht heute, es ist echt windig mit ziemlich krassen Böen und trotz Sonne sehr kalt. Letztere verschwindet dann auch bald und es zieht sich zu. Ich mach mich an den letzten Abstieg des Tages. Der ist entspannt und macht echt Spaß. Ab und zu fallen ein paar Tropfen.
    Schließlich finde ich einen super Platz fürs Biwak an einem Bach, etwas abseits vom Weg, schön eben und die Feuerstelle verrät, dass hier wohl nicht zum ersten Mal wer pennt. Kaum bin ich angekommen und hab ein bisschen die Füße gelüftet und die Beine etwas gedehnt, fängt es auch schon wieder an zu tröpfeln. Also schnell das Zelt aufbauen, noch etwas Wasser aus dem Bach filtern und ab ins Trockene!! 


  22. Gefällt mir!
    Tag 12 - Montag 2.8.: Pralognan-la-Vanoise - Modane
     
    Heute geht es erst ganz gemächlich bergauf, gut zum Einlaufen am Morgen. Hübsche Blicke zurück sind auch inklusive. 

    Und ihren eigenen Petit Mont Blanc scheinen sie hier auch zu haben.

    Eine hübsche kleine Siedlung mit einem Refuge und einem Restaurant, dann geht es nach einem Parkplatz zum Komfort-Wandern auf breiten Wegen, wie es auch all die Tagesausflügler tun, die dort gerade aus ihren Autos steigen. Immerhin lernt man was über Käse.

    Eine Pause mit Blick auf das Kommende, danach schnell ein Dutzend Spaziergänger überholen und hübsche Blümlein gucken. 


    Dann geht es hoch zum Col de Chavière, dem höchsten Punkt des GR5 mit 2796m. 



    Der Abstieg ist steil, dann geht es über eine wunderschöne Hochebene. Dort nochmal eine kurze Pause bevor der Abstieg nach Modane beginnt.


    An einem Haus wächst Edelweiß...

    Das letzte Stück des Abstiegs geht super steil durch Wald, zwar auf breiten Wege, diese sind aber steil und mit einer fiesen Schicht aus Geröll in allen Größen, Tannenzapfen und Totholz bedeckt. Zweimal haut es mich hin, einmal auf den Allerwertesten und einmal auf den Arm. Ich bin genervt und schimpfe vor mich hin. Schließlich beruhige ich mich mit Gedanken an die bevorstehende Supermarktplünderung. 
    Die folgt gleich nachdem ich Modane betreten habe. Übrigens der erste wirklich größere Ort hier seit meinem Start. Entsprechend groß auch der Supermarkt und die Auswahl. Ich hab Hunger und kauf mal wieder viel zu viel...
  23. Gefällt mir!
    Tag 8 - Donnerstag 29.7.: Plan de la Lai - Landry 
    Nachdem abends noch ein Franzose, den ich seit dem ersten Abend immer mal treffe, aufkreuzte und mangels ebener Fläche sein Zelt direkt neben meinem aufbaute, versuche ich möglichst leise zusammen zu packen. Er pennt noch, höre ich. Es geht los Richtung la petite und la grande berge. Es ist arschkalt und ich laufe, um warm zu werden. Dann beginnt die Sonne, sich hinter dem Berg zu zeigen, es wird warm und das Licht ist wunderschön!


    Ich könnte schreien, so schön isses. Will aber niemanden stören, also lach` ich einfach vor mich hin. Es geht oberhalb des Lac Roseland entlang, einem Stausee, der türkis leuchtet. Der Weg ist im Schatten es ist super kalt und mega matschig. Wie auch das Guidebook schreibt: „This long day`s walk probably ranks as the muddiest on the GR5.“ Jup, stimmt definitiv! Irgendwann mischen sich Matsch und Kuhfladen zu einer fast undefinierbaren Masse. Als ich schließlich in einem Kuhfladen drin stehe, gelingt mit die Unterscheidung dann doch wieder. Bei Presset, vor dem Aufstieg zum Col de Bresson gibt’s dann endlich Sonne satt, also Pause und Frühstück. Schuhe und Socken sind klitschnass vom Queren mehrerer Wasserläufe und dürfen in der Sonne trocknen. 
    Der Aufstieg zum Col de Bresson ist super und die Ausblicke sind der Hammer!! Perfektes Wetter, blauer Himmel und die Sonne scheint.





    Oben angekommen warten mindestens ebenso schöne Ausblicke ins nächste Tal. Ein traumhafter Abstieg folgt zum Refuge de la Balme. Ich bestaune das Meer aus Blumen, die da auf ca. 2000m wachsen. Ich kann mich kaum satt sehen und sauge die Eindrücke und Bilder nur so in mich auf. 


     
    Am Refuge gibt’s noch eine Pause, das Zelt trocknet in der Sonne, dann soll es weiter bergab gehen in Richtung Landry. Ein langer Abstieg steht an. Und heiß ist es!!! Ich frage mich, wo die Knieschmerzen bleiben. Hm, komisch, geht voll. Dafür sehen die Knie irgendwie etwas geschwollen aus. Ist das besser oder schlechter? Egal, keine Schmerzen ist ja erstmal nicht verkehrt. Es geht erst auf Schotterpisten weiter, dann folge ich einem schönen kleinen Pfad entlang eines ehemaligen Kanals/ Wasserlaufs (... wenn ich die Erklärungstafel richtig verstehe). Die Hitze nimmt zu, je tiefer ich steige, die Sonne brennt und ich dichte innerlich Lobeshymnen auf meinen Sonnenhut. Über Valezan und Bellentre geht es über steile und trockene kleine Pfade zwischen Wiesen hinab über eine Brücke und dann entlang eines Flusses bis Landry.
    Ein erster Blick in Richtung Vanoise:

    …und Hobbits scheint es hier auch zu geben?!?

    Zu Landry selbst: Hübsch ist anders aber immerhin ist der kleine Campingplatz echt nett. Den hab` ich zufällig bei Google entdeckt. Er liegt auf einem kleinen Grundstück zwischen Obstbäumen, es gibt nen Food Truck und alles ist bunt und ein bisschen hippiemäßig. Sehr sympathisch. Ein Bier gibt es auch. Und direkt nebenan in der Epicerie kaufe ich noch ein paar Sachen zu essen für den Abend und den nächsten Morgen.
    Mein 9€ Einkauf :

  24. Gefällt mir!
    Montag 09.09.2021 Rimella - Alpe Baranca
    Benvenuti ragazze

    Frühstück ist für halb acht angesagt. Um viertel vor sitze ich am Tisch und gedulde mich ganz brav. Anscheinend dauert es, bis das Brot geliefert wird. Auch die Abrechnung dauert, ist dann aber auch irgendwann geschafft. Die Damen wollen uns noch Honig-Gläschen schenken, glücklicherweise darf ich stattdessen auch ein abgepacktes Croissant mitnehmen.
    Um 9 Uhr gehts dann los Richtung Pass (La Res). Auf dem Weg komme ich an einem weiteren Refugio vorbei. Es ist ein ganz altes Häuschen, davor sehe ich das Ehepaar das das Refugio wohl bewirtschaftet. Sie wirken ähnlich alt wie das Refugio. Ihre Gesichter, die von vielen Falten und Furchen geprägt sind, machen mich sehr neugierig. Sie tun mir etwas leid, denn ich vermute, die meisten GTAler werden im Fontana übernachten. Ich bereue ein wenig, nicht bei den beiden Herrschaften abgestiegen zu sein. Aber egal.


    Der Anstieg klappt problemlos, oben bei der Alp grast ein Pferd und gibt ein schönes Fotomotiv ab (auch wenn es mit @zweirad s Tier-Fotos nicht mithalten kann). Runter - auch easy, denke ich freudig, dann fällt mir ein, dass es zum Schluss ja nochmal hoch geht. 
    Aber no worries, der Weg hoch zur Alpe Baranca lässt sich sehr gut gehen und ist auch wunderschön. Lediglich die dunklen Wolken am Himmel müssten nicht sein, bedeuten sie mal wieder eingeschränkte Sicht.

    Der letzte Anstieg des Tages

    Valle Baranca, ganz hinten dann zur Alpe Baranca
    Ich bin tatsächlich die erste beim Rifugio. Für O. und ihre Freundin ist es die erste Etappe zu zweitSie lassen sich Zeit zum Quatschen und Pause machen. Ich darf das Zimmer für uns drei aussuchen. Nach einer Weile kommen noch zwei weitere Wandersleute an, zwei sehr nette Frauen aus Kassel. Überhaupt fällt mir in diesem Jahr auf, dass sehr viele Frauen unterwegs sind.

    Rifugio Alpe Baranca

    Blick vom Rifugio in die Berge
    Die Alpe Baranca ist toll. Die Wirtin eine ganz liebe und witzige Person, die uns am Abend auch vorzüglich bekochen wird. Trotz der dunklen Wolken und der kühlen Temperaturen auf knapp 1600 m genieße ich es vor der Hütte zu sitzen, den Tieren zuzusehen und mich in dieser wunderschönen Landschaft zu verlieren. Zum Essen wechsele ich in die gemütliche Hütte mit knisterndem Bollerofen. Außer den beiden Kasslerinnen und den beiden mir schon bekannten Frauen kommen keine weiteren Gäste.
  25. Gefällt mir!
    Simon_ reagierte auf ooslo in Bin ich zu alt, zu intolerant?   
    Die Kritik daran, Orte als „besonders“ oder „heilig“ zu empfinden, verstehe ich theoretisch – praktisch halte ich es aber für menschlich. Wenn alle Orte gleich sind, sind sie im Zweifel für viele auch gleichgültig. Ich glaube daraus ensteht eher Beliebigkeit.
    Gleichzeitig glaube ich, dass es Orte gibt, an denen sich Geschichte, Natur und Atmosphäre in einer Weise verdichten, die eine andere Haltung einlädt – nicht vorschreibt, aber eben einlädt. Wenn das in der heutigen Reisekultur oft untergeht, darf man das doch auch bedauern, ohne sich gleich für etwas Besseres zu halten.
    Mir ging es nicht darum, andere zu belehren, sondern ein Unbehagen zu formulieren – über eine Entwicklung, die mir weh tut. Dass das als „Selbstüberhöhung“ gelesen wird, überrascht mich, aber vielleicht zeigt es auch, wie sensibel solche Fragen geworden sind.
    Das Risiko besteht, dass sich eigene Maßstäbe in Überheblichkeit verkehren können  – bei uns allen.

Account

Navigation

Suche

Suche

Configure browser push notifications

Chrome (Android)
  1. Tap the lock icon next to the address bar.
  2. Tap Permissions → Notifications.
  3. Adjust your preference.
Chrome (Desktop)
  1. Click the padlock icon in the address bar.
  2. Select Site settings.
  3. Find Notifications and adjust your preference.