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TopperHarley

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  1. Witzig!
    TopperHarley hat eine Reaktion von RaulDuke erhalten in Rota Vicentina, bzw der Fischermenstrail   
    Erinnere mich noch, wie man mir vor Jahren eine gekochte Zucchini als vegetarisches Gericht auf Madeira servierte. Extra gesund ohne Salz gekocht, dafür schön wabbelig.
  2. Gefällt mir!
    TopperHarley hat eine Reaktion von laufnaso13 erhalten in Himmel und Hölle auf dem Mittelweg - Ein Wanderweg-Review   
    Der Mittelweg ist der vergessene Nachbar des deutlich mehr begangenen Westwegs, zu welchem es hier, wie überall zahlreiche Berichte gibt. Zum Mittelweg findet man wenig Information (bei Youtube zB beim Fernwanderer), darum wollte ich hier mal ein paar Zeilen zum Weg schreiben. Startend in Pforzheim an der Goldenen Pforte, führt der Mittelweg einmal von Nord nach Süd durch den Schwarzwald bis nach Waldshut am Rhein an der Schweizer Grenze.
     
    Disclaimer:
    Ich bin nicht den ganzen Mittelweg gegangen, sondern habe mir das Stück zwischen Besenfeld und Freudenstadt gespart, welches besonders verschrien ist für seine Langweiligkeit. Stattdessen bin ich über den Huzenbacher See und den Ölleitungsweg einmal quer durch den Nationalpark Schwarzwald bis ca. zum Wildsee gelaufen, dort dem Westweg bis zur Alexanderschanze gefolgt und bin dann den Grenzweg bis Zwieselhof gelaufen und dort wieder auf den Mittelweg getroffen. Diese Alternativroute bringt meine Gesamtstrecke auf etwa 250 km.
     
    Der Weg:
    Der offizielle Weg ist 233 km lang (lt. Schildern des Schwarzwaldvereins, im Internet findet man verschiedene Angaben) und fast ausschließlich ein Höhenweg, man bewegt sich meist zwischen 700 und 1000 Metern und steigt selten tiefer ab. Knackige Anstiege erwarten einen von Schiltach aus und von Neustadt hinauf zum Hochfirst, mit 1196 Metern dem höchsten Punkt der Tour. Ich würde den Weg als absolut anfängergeeigneit bezeichnen.
    Die Wegebeschaffenheit ist höchst unterschiedlich. So besteht der Weg aus vielen langweiligen Forststraßen und auch einigen Abschnitten direkt an Straße (vor allem am Anfang und am Ende), bietet jedoch auch mehrere kilometerlange Pfadabschnitte durch Wald, ohne das ein anderer Weg kreuzt, geht über Hochebenen mit erhebenden Fernsichten, zB zum Feldbergmassiv oder zur Schwäbischen Alb. Viele Pfadabschnitte gehören zu den schönsten, die ich in Mittelgebirgen je gelaufen bin.
    Highlights: der Pfad zwischen Prinzenhütte und der Hütte Toter Mann, der gesamte Grenzweg von der Alexanderschanze bis zum Schmidtsberger Platz (mehr als 18 km lang), der Felsenweg nach Höchenschwand oder die Hochebene nach Indlekofen kurz vor dem Ziel.
    Lowlights: die Alte Weinstraße vor Besenfeld (die sollte man möglichst umgehen, was aber kein Problem ist), Umleitungen über Straßen im Feierabendverkehr und unendliche, knüppelharte Forststraßen.
     
    Infrastruktur:
    Zum ersten: der Weg ist immer noch hervorragend ausgeschildert und bis auf sehr wenige Abschnitte auch gepflegt. Die Hütten am Weg sind zahlreich und zum Teil mit Brunnen ausgestattet. Ich habe von 8 Nächten, einmal im Gasthaus, einmal mitten im Wald und sonst immer an Hütten campiert, wo man immer noch ein Zelt daneben aufstellen konnte. Wer zwischendurch irgendwo zum Essen oder Übernachten einkehren möchte, hat die freie Auswahl. "Hütten"-Highlight: der Teisenkopfturm! Dreistöckiger Holzturm mit fantastischen Ausblicken ins Tal. Abends kommt hier niemand mehr vorbei.
    Einkaufsmöglichkeiten gibt es ebenfalls zahlreiche und man muss nie mehr als für zwei Tage Essen mitschleppen. Wasser gibt es an unzahligen Bachläufen, Brunnen, Quellen oder man fragt nett im nächsten Gasthaus. Selten habe ich mehr wie 1-1,5 l Wasser tragen müssen, insbesondere in einem relativ regenreichen Jahr wie diesem.
     
    Sollte man den Mittelweg laufen?
    Ja, wenn du die Ruhe und Einsamkeit suchst, denn viele Abschnitte sind sehr ruhig und ich war selbst auf schmalsten Pfaden stundenlang alleine im Wald, sogar am Wochenende.
    Ja, wenn dich die Forststraßen nicht schrecken und du bereit bist, dir die Höhepunkte des Weges gewissermaßen zu "erarbeiten".
    Ja, wenn du bereit bist, dir für unschöne Abschnitte wie von der Schützhütte Toter Mann bis Freudenstadt eine Alternative zu überlegen. Neben dem Huzenbacher See, kann man zB noch den Schurmsee mitnehmen.
    Ja, wenn du gerne eine sich verändernde Landschaft durchquerst, denn das tut sie von Tag zu Tag, von Mischwäldern zu Fichtenwäldern bis hin zu Weiden und Feldern und Hochebenen.
    Ja, wenn du den Mittelweg mit anderen Wegen, wie dem Westweg, dem Schluchtensteig oder dem Albsteig kombinieren willst. Das geht nämlich wunderbar.
     
    Nein, wenn du Forst- und Teerstraßen nicht leiden magst und lieber Zertifikatswege läufst, die sich um naturnähere Wegführung bemühen als der Mittelweg.
    Nein, wenn du einen aus Funk und Fernsehen bekannten Fernwanderweg gehen willst, wo andere Menschen sagen: Boah! DEN wollte ich auch immer mal mal gehen!
    Nein, wenn du gerne andere Wanderer treffen willst, um dich über gemeinsame Erfahrungen der Reise auszutauschen. Mittelwegswanderer sind eine seltene Spezies.
     
     
    Fazit:
    Seien wir ehrlich: Die Höhepunkte des Mittelweges müssen hart erarbeitet werden und einige Abschnitte, zb der Start von Pforzheim nach Bad Wildbad müssten dringend radikal überarbeitet werden. Der Anteil der Forststraßen ist sehr hoch und auch Teerstraßen scheut der Mittelweg nicht. Dennoch bietet der Mittelweg täglich tolle Passagen und Highlights und zudem ständig Möglichkeiten doofe Teile des Weges umzuplanen, zB durch den NP Schwarzwald. Ich hatte jede Hütte für mich und insbesondere die langen Pfadabschnitte waren unglaublich schön und zumeist völlig menschenleer.
     
    Ein ein paar Bilder zum Mittelweg:
     

    Die Brunnenhütte oberhalb von Bad Wildbach. Guter Anlaufpunkt für die erste Nacht.
     

    Der traumhafte Pfad zwischen der Prinzenhütte und der Hütte Toter Mann.
     

    Auch das ist der Mittelweg: Die Alte Weinstraße. Die sollte man sich sparen, sprich: umgehen.
     

    Der Ölleitungsweg durch den NP Schwarzwald. Die ersten Kilometer sind Forststraße, aber durch den ringsherum langsam verfallenden Wald in der Kernzone des NP Schwarzwald nicht minder interessant. Dieser Abschnitt endet in der Nähe vom Wildsee.
     

    Der Grenzweg.
     

    Der Teisenkopfturm. Übernachtungshighlight. Mit den dort wohnenden Siebenschläfern muss man sich arrangieren. Der Turm hat drei Etagen. Unten gibt es jede Menge Kerzen und die Bänke lassen sich zusammenschieben.
     

    Anstieg nach Schiltach. Nicht schön, aber ganz schön anstrengend.
     

    Hochebene vor Neustadt mit Feldbergblick.
     

    Der Titisee vom Hochfirst aus.
     

    Idyllisches Blasiwald.
     

    Der Felsenpfad nach Höchenschwand. Tolle Blicke ins tiefeingeschnittene Schwarzatal. Teilweise Seilversichert, aber nicht wirklich gefährlich.
     

    Kurz vor dem Ziel. Irgendwo in der Ferne glitzert bereits der Rhein. Diese Passage verläuft über Landstraße. Aber die 360-Grad-Fernblicke machen das mehr als wett.
  3. Gefällt mir!
    TopperHarley hat eine Reaktion von Sastom erhalten in Himmel und Hölle auf dem Mittelweg - Ein Wanderweg-Review   
    Der Mittelweg ist der vergessene Nachbar des deutlich mehr begangenen Westwegs, zu welchem es hier, wie überall zahlreiche Berichte gibt. Zum Mittelweg findet man wenig Information (bei Youtube zB beim Fernwanderer), darum wollte ich hier mal ein paar Zeilen zum Weg schreiben. Startend in Pforzheim an der Goldenen Pforte, führt der Mittelweg einmal von Nord nach Süd durch den Schwarzwald bis nach Waldshut am Rhein an der Schweizer Grenze.
     
    Disclaimer:
    Ich bin nicht den ganzen Mittelweg gegangen, sondern habe mir das Stück zwischen Besenfeld und Freudenstadt gespart, welches besonders verschrien ist für seine Langweiligkeit. Stattdessen bin ich über den Huzenbacher See und den Ölleitungsweg einmal quer durch den Nationalpark Schwarzwald bis ca. zum Wildsee gelaufen, dort dem Westweg bis zur Alexanderschanze gefolgt und bin dann den Grenzweg bis Zwieselhof gelaufen und dort wieder auf den Mittelweg getroffen. Diese Alternativroute bringt meine Gesamtstrecke auf etwa 250 km.
     
    Der Weg:
    Der offizielle Weg ist 233 km lang (lt. Schildern des Schwarzwaldvereins, im Internet findet man verschiedene Angaben) und fast ausschließlich ein Höhenweg, man bewegt sich meist zwischen 700 und 1000 Metern und steigt selten tiefer ab. Knackige Anstiege erwarten einen von Schiltach aus und von Neustadt hinauf zum Hochfirst, mit 1196 Metern dem höchsten Punkt der Tour. Ich würde den Weg als absolut anfängergeeigneit bezeichnen.
    Die Wegebeschaffenheit ist höchst unterschiedlich. So besteht der Weg aus vielen langweiligen Forststraßen und auch einigen Abschnitten direkt an Straße (vor allem am Anfang und am Ende), bietet jedoch auch mehrere kilometerlange Pfadabschnitte durch Wald, ohne das ein anderer Weg kreuzt, geht über Hochebenen mit erhebenden Fernsichten, zB zum Feldbergmassiv oder zur Schwäbischen Alb. Viele Pfadabschnitte gehören zu den schönsten, die ich in Mittelgebirgen je gelaufen bin.
    Highlights: der Pfad zwischen Prinzenhütte und der Hütte Toter Mann, der gesamte Grenzweg von der Alexanderschanze bis zum Schmidtsberger Platz (mehr als 18 km lang), der Felsenweg nach Höchenschwand oder die Hochebene nach Indlekofen kurz vor dem Ziel.
    Lowlights: die Alte Weinstraße vor Besenfeld (die sollte man möglichst umgehen, was aber kein Problem ist), Umleitungen über Straßen im Feierabendverkehr und unendliche, knüppelharte Forststraßen.
     
    Infrastruktur:
    Zum ersten: der Weg ist immer noch hervorragend ausgeschildert und bis auf sehr wenige Abschnitte auch gepflegt. Die Hütten am Weg sind zahlreich und zum Teil mit Brunnen ausgestattet. Ich habe von 8 Nächten, einmal im Gasthaus, einmal mitten im Wald und sonst immer an Hütten campiert, wo man immer noch ein Zelt daneben aufstellen konnte. Wer zwischendurch irgendwo zum Essen oder Übernachten einkehren möchte, hat die freie Auswahl. "Hütten"-Highlight: der Teisenkopfturm! Dreistöckiger Holzturm mit fantastischen Ausblicken ins Tal. Abends kommt hier niemand mehr vorbei.
    Einkaufsmöglichkeiten gibt es ebenfalls zahlreiche und man muss nie mehr als für zwei Tage Essen mitschleppen. Wasser gibt es an unzahligen Bachläufen, Brunnen, Quellen oder man fragt nett im nächsten Gasthaus. Selten habe ich mehr wie 1-1,5 l Wasser tragen müssen, insbesondere in einem relativ regenreichen Jahr wie diesem.
     
    Sollte man den Mittelweg laufen?
    Ja, wenn du die Ruhe und Einsamkeit suchst, denn viele Abschnitte sind sehr ruhig und ich war selbst auf schmalsten Pfaden stundenlang alleine im Wald, sogar am Wochenende.
    Ja, wenn dich die Forststraßen nicht schrecken und du bereit bist, dir die Höhepunkte des Weges gewissermaßen zu "erarbeiten".
    Ja, wenn du bereit bist, dir für unschöne Abschnitte wie von der Schützhütte Toter Mann bis Freudenstadt eine Alternative zu überlegen. Neben dem Huzenbacher See, kann man zB noch den Schurmsee mitnehmen.
    Ja, wenn du gerne eine sich verändernde Landschaft durchquerst, denn das tut sie von Tag zu Tag, von Mischwäldern zu Fichtenwäldern bis hin zu Weiden und Feldern und Hochebenen.
    Ja, wenn du den Mittelweg mit anderen Wegen, wie dem Westweg, dem Schluchtensteig oder dem Albsteig kombinieren willst. Das geht nämlich wunderbar.
     
    Nein, wenn du Forst- und Teerstraßen nicht leiden magst und lieber Zertifikatswege läufst, die sich um naturnähere Wegführung bemühen als der Mittelweg.
    Nein, wenn du einen aus Funk und Fernsehen bekannten Fernwanderweg gehen willst, wo andere Menschen sagen: Boah! DEN wollte ich auch immer mal mal gehen!
    Nein, wenn du gerne andere Wanderer treffen willst, um dich über gemeinsame Erfahrungen der Reise auszutauschen. Mittelwegswanderer sind eine seltene Spezies.
     
     
    Fazit:
    Seien wir ehrlich: Die Höhepunkte des Mittelweges müssen hart erarbeitet werden und einige Abschnitte, zb der Start von Pforzheim nach Bad Wildbad müssten dringend radikal überarbeitet werden. Der Anteil der Forststraßen ist sehr hoch und auch Teerstraßen scheut der Mittelweg nicht. Dennoch bietet der Mittelweg täglich tolle Passagen und Highlights und zudem ständig Möglichkeiten doofe Teile des Weges umzuplanen, zB durch den NP Schwarzwald. Ich hatte jede Hütte für mich und insbesondere die langen Pfadabschnitte waren unglaublich schön und zumeist völlig menschenleer.
     
    Ein ein paar Bilder zum Mittelweg:
     

    Die Brunnenhütte oberhalb von Bad Wildbach. Guter Anlaufpunkt für die erste Nacht.
     

    Der traumhafte Pfad zwischen der Prinzenhütte und der Hütte Toter Mann.
     

    Auch das ist der Mittelweg: Die Alte Weinstraße. Die sollte man sich sparen, sprich: umgehen.
     

    Der Ölleitungsweg durch den NP Schwarzwald. Die ersten Kilometer sind Forststraße, aber durch den ringsherum langsam verfallenden Wald in der Kernzone des NP Schwarzwald nicht minder interessant. Dieser Abschnitt endet in der Nähe vom Wildsee.
     

    Der Grenzweg.
     

    Der Teisenkopfturm. Übernachtungshighlight. Mit den dort wohnenden Siebenschläfern muss man sich arrangieren. Der Turm hat drei Etagen. Unten gibt es jede Menge Kerzen und die Bänke lassen sich zusammenschieben.
     

    Anstieg nach Schiltach. Nicht schön, aber ganz schön anstrengend.
     

    Hochebene vor Neustadt mit Feldbergblick.
     

    Der Titisee vom Hochfirst aus.
     

    Idyllisches Blasiwald.
     

    Der Felsenpfad nach Höchenschwand. Tolle Blicke ins tiefeingeschnittene Schwarzatal. Teilweise Seilversichert, aber nicht wirklich gefährlich.
     

    Kurz vor dem Ziel. Irgendwo in der Ferne glitzert bereits der Rhein. Diese Passage verläuft über Landstraße. Aber die 360-Grad-Fernblicke machen das mehr als wett.
  4. Gefällt mir!
    TopperHarley hat eine Reaktion von khyal erhalten in Himmel und Hölle auf dem Mittelweg - Ein Wanderweg-Review   
    Der Mittelweg ist der vergessene Nachbar des deutlich mehr begangenen Westwegs, zu welchem es hier, wie überall zahlreiche Berichte gibt. Zum Mittelweg findet man wenig Information (bei Youtube zB beim Fernwanderer), darum wollte ich hier mal ein paar Zeilen zum Weg schreiben. Startend in Pforzheim an der Goldenen Pforte, führt der Mittelweg einmal von Nord nach Süd durch den Schwarzwald bis nach Waldshut am Rhein an der Schweizer Grenze.
     
    Disclaimer:
    Ich bin nicht den ganzen Mittelweg gegangen, sondern habe mir das Stück zwischen Besenfeld und Freudenstadt gespart, welches besonders verschrien ist für seine Langweiligkeit. Stattdessen bin ich über den Huzenbacher See und den Ölleitungsweg einmal quer durch den Nationalpark Schwarzwald bis ca. zum Wildsee gelaufen, dort dem Westweg bis zur Alexanderschanze gefolgt und bin dann den Grenzweg bis Zwieselhof gelaufen und dort wieder auf den Mittelweg getroffen. Diese Alternativroute bringt meine Gesamtstrecke auf etwa 250 km.
     
    Der Weg:
    Der offizielle Weg ist 233 km lang (lt. Schildern des Schwarzwaldvereins, im Internet findet man verschiedene Angaben) und fast ausschließlich ein Höhenweg, man bewegt sich meist zwischen 700 und 1000 Metern und steigt selten tiefer ab. Knackige Anstiege erwarten einen von Schiltach aus und von Neustadt hinauf zum Hochfirst, mit 1196 Metern dem höchsten Punkt der Tour. Ich würde den Weg als absolut anfängergeeigneit bezeichnen.
    Die Wegebeschaffenheit ist höchst unterschiedlich. So besteht der Weg aus vielen langweiligen Forststraßen und auch einigen Abschnitten direkt an Straße (vor allem am Anfang und am Ende), bietet jedoch auch mehrere kilometerlange Pfadabschnitte durch Wald, ohne das ein anderer Weg kreuzt, geht über Hochebenen mit erhebenden Fernsichten, zB zum Feldbergmassiv oder zur Schwäbischen Alb. Viele Pfadabschnitte gehören zu den schönsten, die ich in Mittelgebirgen je gelaufen bin.
    Highlights: der Pfad zwischen Prinzenhütte und der Hütte Toter Mann, der gesamte Grenzweg von der Alexanderschanze bis zum Schmidtsberger Platz (mehr als 18 km lang), der Felsenweg nach Höchenschwand oder die Hochebene nach Indlekofen kurz vor dem Ziel.
    Lowlights: die Alte Weinstraße vor Besenfeld (die sollte man möglichst umgehen, was aber kein Problem ist), Umleitungen über Straßen im Feierabendverkehr und unendliche, knüppelharte Forststraßen.
     
    Infrastruktur:
    Zum ersten: der Weg ist immer noch hervorragend ausgeschildert und bis auf sehr wenige Abschnitte auch gepflegt. Die Hütten am Weg sind zahlreich und zum Teil mit Brunnen ausgestattet. Ich habe von 8 Nächten, einmal im Gasthaus, einmal mitten im Wald und sonst immer an Hütten campiert, wo man immer noch ein Zelt daneben aufstellen konnte. Wer zwischendurch irgendwo zum Essen oder Übernachten einkehren möchte, hat die freie Auswahl. "Hütten"-Highlight: der Teisenkopfturm! Dreistöckiger Holzturm mit fantastischen Ausblicken ins Tal. Abends kommt hier niemand mehr vorbei.
    Einkaufsmöglichkeiten gibt es ebenfalls zahlreiche und man muss nie mehr als für zwei Tage Essen mitschleppen. Wasser gibt es an unzahligen Bachläufen, Brunnen, Quellen oder man fragt nett im nächsten Gasthaus. Selten habe ich mehr wie 1-1,5 l Wasser tragen müssen, insbesondere in einem relativ regenreichen Jahr wie diesem.
     
    Sollte man den Mittelweg laufen?
    Ja, wenn du die Ruhe und Einsamkeit suchst, denn viele Abschnitte sind sehr ruhig und ich war selbst auf schmalsten Pfaden stundenlang alleine im Wald, sogar am Wochenende.
    Ja, wenn dich die Forststraßen nicht schrecken und du bereit bist, dir die Höhepunkte des Weges gewissermaßen zu "erarbeiten".
    Ja, wenn du bereit bist, dir für unschöne Abschnitte wie von der Schützhütte Toter Mann bis Freudenstadt eine Alternative zu überlegen. Neben dem Huzenbacher See, kann man zB noch den Schurmsee mitnehmen.
    Ja, wenn du gerne eine sich verändernde Landschaft durchquerst, denn das tut sie von Tag zu Tag, von Mischwäldern zu Fichtenwäldern bis hin zu Weiden und Feldern und Hochebenen.
    Ja, wenn du den Mittelweg mit anderen Wegen, wie dem Westweg, dem Schluchtensteig oder dem Albsteig kombinieren willst. Das geht nämlich wunderbar.
     
    Nein, wenn du Forst- und Teerstraßen nicht leiden magst und lieber Zertifikatswege läufst, die sich um naturnähere Wegführung bemühen als der Mittelweg.
    Nein, wenn du einen aus Funk und Fernsehen bekannten Fernwanderweg gehen willst, wo andere Menschen sagen: Boah! DEN wollte ich auch immer mal mal gehen!
    Nein, wenn du gerne andere Wanderer treffen willst, um dich über gemeinsame Erfahrungen der Reise auszutauschen. Mittelwegswanderer sind eine seltene Spezies.
     
     
    Fazit:
    Seien wir ehrlich: Die Höhepunkte des Mittelweges müssen hart erarbeitet werden und einige Abschnitte, zb der Start von Pforzheim nach Bad Wildbad müssten dringend radikal überarbeitet werden. Der Anteil der Forststraßen ist sehr hoch und auch Teerstraßen scheut der Mittelweg nicht. Dennoch bietet der Mittelweg täglich tolle Passagen und Highlights und zudem ständig Möglichkeiten doofe Teile des Weges umzuplanen, zB durch den NP Schwarzwald. Ich hatte jede Hütte für mich und insbesondere die langen Pfadabschnitte waren unglaublich schön und zumeist völlig menschenleer.
     
    Ein ein paar Bilder zum Mittelweg:
     

    Die Brunnenhütte oberhalb von Bad Wildbach. Guter Anlaufpunkt für die erste Nacht.
     

    Der traumhafte Pfad zwischen der Prinzenhütte und der Hütte Toter Mann.
     

    Auch das ist der Mittelweg: Die Alte Weinstraße. Die sollte man sich sparen, sprich: umgehen.
     

    Der Ölleitungsweg durch den NP Schwarzwald. Die ersten Kilometer sind Forststraße, aber durch den ringsherum langsam verfallenden Wald in der Kernzone des NP Schwarzwald nicht minder interessant. Dieser Abschnitt endet in der Nähe vom Wildsee.
     

    Der Grenzweg.
     

    Der Teisenkopfturm. Übernachtungshighlight. Mit den dort wohnenden Siebenschläfern muss man sich arrangieren. Der Turm hat drei Etagen. Unten gibt es jede Menge Kerzen und die Bänke lassen sich zusammenschieben.
     

    Anstieg nach Schiltach. Nicht schön, aber ganz schön anstrengend.
     

    Hochebene vor Neustadt mit Feldbergblick.
     

    Der Titisee vom Hochfirst aus.
     

    Idyllisches Blasiwald.
     

    Der Felsenpfad nach Höchenschwand. Tolle Blicke ins tiefeingeschnittene Schwarzatal. Teilweise Seilversichert, aber nicht wirklich gefährlich.
     

    Kurz vor dem Ziel. Irgendwo in der Ferne glitzert bereits der Rhein. Diese Passage verläuft über Landstraße. Aber die 360-Grad-Fernblicke machen das mehr als wett.
  5. Gefällt mir!
    TopperHarley hat eine Reaktion von Folko erhalten in Himmel und Hölle auf dem Mittelweg - Ein Wanderweg-Review   
    Hey @shotta51,
     
    der Ölleitungsweg ist wohl zwischen Dezember und Juli gesperrt, wg Artenschutz. 
    Ich persönlich plane wie es mir gefällt und sehe mich nicht gezwungen einen Weg 100% zu gehen. Mir geht es um eine gute Zeit draußen. Habe familiär und beruflich bedingt nur wenig Zeit für Touren, da halte ich mich an keine Thruhiker-Codes ala "every hikable mile".
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    TopperHarley hat eine Reaktion von Fluwer erhalten in Himmel und Hölle auf dem Mittelweg - Ein Wanderweg-Review   
    Ich hoffe es ist zwischen den Zeilen deutlich geworden, dass ich den Mittelweg auch großartig fand in der Gesamtbetrachtung. Dennoch wollte ich hier mal die Pro- und Kontrapunkte aufzählen, da es einfach kaum Berichte dazu gibt. Sozusagen ein "How-to-Mittelweg". So weiß man auf was man sich einlässt und hat noch ein paar nützliche Tipps dazu. Jeder kennt ja die Frage: Wo soll es diesmal hingehen? Welcher Weg, welche Gegend wird es diesmal?
     
    Bis Besenfeld fand ich ihn wirklich nicht so pralle (obwohl es davor zB das Kaltenbronner Moor gab, den Hohlosee oder den Traumpfad zwischen Prinzenhütte und Toter Mann), aber danach wurde es von Tag zu Tag immer besser. Und in der Gesamtbetrachtung hat er mir besser gefallen als beispielsweise der Westerwaldsteig oder der Rothaarsteig, welche mit viel Tamtam beworben werden, aber nicht diese Höhepunkte aufweisen wie der olle, etwas verstaubt wirkende Mittelweg. Trotz viel mehr Forst- und Teerstraßen.
     
    Und Forststraßen sind in Deutschland nunmal Teil der Wanderwirklichkeit. Wer sie umgehen will, muss deutlich mehr Aufwand betreiben in der Planung. Mein Appell, gerade für Anfänger, ist aber auch, sich nicht sklavisch an die Wegmarkierungen zu halten auf jedem Weg. Mit zB Komoot lassen sich Alternativen in Fernwanderwege einarbeiten, die die Tour so viel besser machen.
     
    Im Nachhinein betrachtet würde ich vielleicht erst in Bad Wildbad starten und dafür woanders noch ne Schleife dranhängen. Ansonsten waren es fantastische 9 Tage im Schwarzwald!
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    TopperHarley hat eine Reaktion von Fluwer erhalten in Himmel und Hölle auf dem Mittelweg - Ein Wanderweg-Review   
    Der Mittelweg ist der vergessene Nachbar des deutlich mehr begangenen Westwegs, zu welchem es hier, wie überall zahlreiche Berichte gibt. Zum Mittelweg findet man wenig Information (bei Youtube zB beim Fernwanderer), darum wollte ich hier mal ein paar Zeilen zum Weg schreiben. Startend in Pforzheim an der Goldenen Pforte, führt der Mittelweg einmal von Nord nach Süd durch den Schwarzwald bis nach Waldshut am Rhein an der Schweizer Grenze.
     
    Disclaimer:
    Ich bin nicht den ganzen Mittelweg gegangen, sondern habe mir das Stück zwischen Besenfeld und Freudenstadt gespart, welches besonders verschrien ist für seine Langweiligkeit. Stattdessen bin ich über den Huzenbacher See und den Ölleitungsweg einmal quer durch den Nationalpark Schwarzwald bis ca. zum Wildsee gelaufen, dort dem Westweg bis zur Alexanderschanze gefolgt und bin dann den Grenzweg bis Zwieselhof gelaufen und dort wieder auf den Mittelweg getroffen. Diese Alternativroute bringt meine Gesamtstrecke auf etwa 250 km.
     
    Der Weg:
    Der offizielle Weg ist 233 km lang (lt. Schildern des Schwarzwaldvereins, im Internet findet man verschiedene Angaben) und fast ausschließlich ein Höhenweg, man bewegt sich meist zwischen 700 und 1000 Metern und steigt selten tiefer ab. Knackige Anstiege erwarten einen von Schiltach aus und von Neustadt hinauf zum Hochfirst, mit 1196 Metern dem höchsten Punkt der Tour. Ich würde den Weg als absolut anfängergeeigneit bezeichnen.
    Die Wegebeschaffenheit ist höchst unterschiedlich. So besteht der Weg aus vielen langweiligen Forststraßen und auch einigen Abschnitten direkt an Straße (vor allem am Anfang und am Ende), bietet jedoch auch mehrere kilometerlange Pfadabschnitte durch Wald, ohne das ein anderer Weg kreuzt, geht über Hochebenen mit erhebenden Fernsichten, zB zum Feldbergmassiv oder zur Schwäbischen Alb. Viele Pfadabschnitte gehören zu den schönsten, die ich in Mittelgebirgen je gelaufen bin.
    Highlights: der Pfad zwischen Prinzenhütte und der Hütte Toter Mann, der gesamte Grenzweg von der Alexanderschanze bis zum Schmidtsberger Platz (mehr als 18 km lang), der Felsenweg nach Höchenschwand oder die Hochebene nach Indlekofen kurz vor dem Ziel.
    Lowlights: die Alte Weinstraße vor Besenfeld (die sollte man möglichst umgehen, was aber kein Problem ist), Umleitungen über Straßen im Feierabendverkehr und unendliche, knüppelharte Forststraßen.
     
    Infrastruktur:
    Zum ersten: der Weg ist immer noch hervorragend ausgeschildert und bis auf sehr wenige Abschnitte auch gepflegt. Die Hütten am Weg sind zahlreich und zum Teil mit Brunnen ausgestattet. Ich habe von 8 Nächten, einmal im Gasthaus, einmal mitten im Wald und sonst immer an Hütten campiert, wo man immer noch ein Zelt daneben aufstellen konnte. Wer zwischendurch irgendwo zum Essen oder Übernachten einkehren möchte, hat die freie Auswahl. "Hütten"-Highlight: der Teisenkopfturm! Dreistöckiger Holzturm mit fantastischen Ausblicken ins Tal. Abends kommt hier niemand mehr vorbei.
    Einkaufsmöglichkeiten gibt es ebenfalls zahlreiche und man muss nie mehr als für zwei Tage Essen mitschleppen. Wasser gibt es an unzahligen Bachläufen, Brunnen, Quellen oder man fragt nett im nächsten Gasthaus. Selten habe ich mehr wie 1-1,5 l Wasser tragen müssen, insbesondere in einem relativ regenreichen Jahr wie diesem.
     
    Sollte man den Mittelweg laufen?
    Ja, wenn du die Ruhe und Einsamkeit suchst, denn viele Abschnitte sind sehr ruhig und ich war selbst auf schmalsten Pfaden stundenlang alleine im Wald, sogar am Wochenende.
    Ja, wenn dich die Forststraßen nicht schrecken und du bereit bist, dir die Höhepunkte des Weges gewissermaßen zu "erarbeiten".
    Ja, wenn du bereit bist, dir für unschöne Abschnitte wie von der Schützhütte Toter Mann bis Freudenstadt eine Alternative zu überlegen. Neben dem Huzenbacher See, kann man zB noch den Schurmsee mitnehmen.
    Ja, wenn du gerne eine sich verändernde Landschaft durchquerst, denn das tut sie von Tag zu Tag, von Mischwäldern zu Fichtenwäldern bis hin zu Weiden und Feldern und Hochebenen.
    Ja, wenn du den Mittelweg mit anderen Wegen, wie dem Westweg, dem Schluchtensteig oder dem Albsteig kombinieren willst. Das geht nämlich wunderbar.
     
    Nein, wenn du Forst- und Teerstraßen nicht leiden magst und lieber Zertifikatswege läufst, die sich um naturnähere Wegführung bemühen als der Mittelweg.
    Nein, wenn du einen aus Funk und Fernsehen bekannten Fernwanderweg gehen willst, wo andere Menschen sagen: Boah! DEN wollte ich auch immer mal mal gehen!
    Nein, wenn du gerne andere Wanderer treffen willst, um dich über gemeinsame Erfahrungen der Reise auszutauschen. Mittelwegswanderer sind eine seltene Spezies.
     
     
    Fazit:
    Seien wir ehrlich: Die Höhepunkte des Mittelweges müssen hart erarbeitet werden und einige Abschnitte, zb der Start von Pforzheim nach Bad Wildbad müssten dringend radikal überarbeitet werden. Der Anteil der Forststraßen ist sehr hoch und auch Teerstraßen scheut der Mittelweg nicht. Dennoch bietet der Mittelweg täglich tolle Passagen und Highlights und zudem ständig Möglichkeiten doofe Teile des Weges umzuplanen, zB durch den NP Schwarzwald. Ich hatte jede Hütte für mich und insbesondere die langen Pfadabschnitte waren unglaublich schön und zumeist völlig menschenleer.
     
    Ein ein paar Bilder zum Mittelweg:
     

    Die Brunnenhütte oberhalb von Bad Wildbach. Guter Anlaufpunkt für die erste Nacht.
     

    Der traumhafte Pfad zwischen der Prinzenhütte und der Hütte Toter Mann.
     

    Auch das ist der Mittelweg: Die Alte Weinstraße. Die sollte man sich sparen, sprich: umgehen.
     

    Der Ölleitungsweg durch den NP Schwarzwald. Die ersten Kilometer sind Forststraße, aber durch den ringsherum langsam verfallenden Wald in der Kernzone des NP Schwarzwald nicht minder interessant. Dieser Abschnitt endet in der Nähe vom Wildsee.
     

    Der Grenzweg.
     

    Der Teisenkopfturm. Übernachtungshighlight. Mit den dort wohnenden Siebenschläfern muss man sich arrangieren. Der Turm hat drei Etagen. Unten gibt es jede Menge Kerzen und die Bänke lassen sich zusammenschieben.
     

    Anstieg nach Schiltach. Nicht schön, aber ganz schön anstrengend.
     

    Hochebene vor Neustadt mit Feldbergblick.
     

    Der Titisee vom Hochfirst aus.
     

    Idyllisches Blasiwald.
     

    Der Felsenpfad nach Höchenschwand. Tolle Blicke ins tiefeingeschnittene Schwarzatal. Teilweise Seilversichert, aber nicht wirklich gefährlich.
     

    Kurz vor dem Ziel. Irgendwo in der Ferne glitzert bereits der Rhein. Diese Passage verläuft über Landstraße. Aber die 360-Grad-Fernblicke machen das mehr als wett.
  8. Gefällt mir!
    TopperHarley hat eine Reaktion von khyal erhalten in Himmel und Hölle auf dem Mittelweg - Ein Wanderweg-Review   
    Hey @shotta51,
     
    der Ölleitungsweg ist wohl zwischen Dezember und Juli gesperrt, wg Artenschutz. 
    Ich persönlich plane wie es mir gefällt und sehe mich nicht gezwungen einen Weg 100% zu gehen. Mir geht es um eine gute Zeit draußen. Habe familiär und beruflich bedingt nur wenig Zeit für Touren, da halte ich mich an keine Thruhiker-Codes ala "every hikable mile".
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    TopperHarley hat eine Reaktion von khyal erhalten in Himmel und Hölle auf dem Mittelweg - Ein Wanderweg-Review   
    Ich hoffe es ist zwischen den Zeilen deutlich geworden, dass ich den Mittelweg auch großartig fand in der Gesamtbetrachtung. Dennoch wollte ich hier mal die Pro- und Kontrapunkte aufzählen, da es einfach kaum Berichte dazu gibt. Sozusagen ein "How-to-Mittelweg". So weiß man auf was man sich einlässt und hat noch ein paar nützliche Tipps dazu. Jeder kennt ja die Frage: Wo soll es diesmal hingehen? Welcher Weg, welche Gegend wird es diesmal?
     
    Bis Besenfeld fand ich ihn wirklich nicht so pralle (obwohl es davor zB das Kaltenbronner Moor gab, den Hohlosee oder den Traumpfad zwischen Prinzenhütte und Toter Mann), aber danach wurde es von Tag zu Tag immer besser. Und in der Gesamtbetrachtung hat er mir besser gefallen als beispielsweise der Westerwaldsteig oder der Rothaarsteig, welche mit viel Tamtam beworben werden, aber nicht diese Höhepunkte aufweisen wie der olle, etwas verstaubt wirkende Mittelweg. Trotz viel mehr Forst- und Teerstraßen.
     
    Und Forststraßen sind in Deutschland nunmal Teil der Wanderwirklichkeit. Wer sie umgehen will, muss deutlich mehr Aufwand betreiben in der Planung. Mein Appell, gerade für Anfänger, ist aber auch, sich nicht sklavisch an die Wegmarkierungen zu halten auf jedem Weg. Mit zB Komoot lassen sich Alternativen in Fernwanderwege einarbeiten, die die Tour so viel besser machen.
     
    Im Nachhinein betrachtet würde ich vielleicht erst in Bad Wildbad starten und dafür woanders noch ne Schleife dranhängen. Ansonsten waren es fantastische 9 Tage im Schwarzwald!
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    TopperHarley hat eine Reaktion von eric erhalten in Himmel und Hölle auf dem Mittelweg - Ein Wanderweg-Review   
    Der Mittelweg ist der vergessene Nachbar des deutlich mehr begangenen Westwegs, zu welchem es hier, wie überall zahlreiche Berichte gibt. Zum Mittelweg findet man wenig Information (bei Youtube zB beim Fernwanderer), darum wollte ich hier mal ein paar Zeilen zum Weg schreiben. Startend in Pforzheim an der Goldenen Pforte, führt der Mittelweg einmal von Nord nach Süd durch den Schwarzwald bis nach Waldshut am Rhein an der Schweizer Grenze.
     
    Disclaimer:
    Ich bin nicht den ganzen Mittelweg gegangen, sondern habe mir das Stück zwischen Besenfeld und Freudenstadt gespart, welches besonders verschrien ist für seine Langweiligkeit. Stattdessen bin ich über den Huzenbacher See und den Ölleitungsweg einmal quer durch den Nationalpark Schwarzwald bis ca. zum Wildsee gelaufen, dort dem Westweg bis zur Alexanderschanze gefolgt und bin dann den Grenzweg bis Zwieselhof gelaufen und dort wieder auf den Mittelweg getroffen. Diese Alternativroute bringt meine Gesamtstrecke auf etwa 250 km.
     
    Der Weg:
    Der offizielle Weg ist 233 km lang (lt. Schildern des Schwarzwaldvereins, im Internet findet man verschiedene Angaben) und fast ausschließlich ein Höhenweg, man bewegt sich meist zwischen 700 und 1000 Metern und steigt selten tiefer ab. Knackige Anstiege erwarten einen von Schiltach aus und von Neustadt hinauf zum Hochfirst, mit 1196 Metern dem höchsten Punkt der Tour. Ich würde den Weg als absolut anfängergeeigneit bezeichnen.
    Die Wegebeschaffenheit ist höchst unterschiedlich. So besteht der Weg aus vielen langweiligen Forststraßen und auch einigen Abschnitten direkt an Straße (vor allem am Anfang und am Ende), bietet jedoch auch mehrere kilometerlange Pfadabschnitte durch Wald, ohne das ein anderer Weg kreuzt, geht über Hochebenen mit erhebenden Fernsichten, zB zum Feldbergmassiv oder zur Schwäbischen Alb. Viele Pfadabschnitte gehören zu den schönsten, die ich in Mittelgebirgen je gelaufen bin.
    Highlights: der Pfad zwischen Prinzenhütte und der Hütte Toter Mann, der gesamte Grenzweg von der Alexanderschanze bis zum Schmidtsberger Platz (mehr als 18 km lang), der Felsenweg nach Höchenschwand oder die Hochebene nach Indlekofen kurz vor dem Ziel.
    Lowlights: die Alte Weinstraße vor Besenfeld (die sollte man möglichst umgehen, was aber kein Problem ist), Umleitungen über Straßen im Feierabendverkehr und unendliche, knüppelharte Forststraßen.
     
    Infrastruktur:
    Zum ersten: der Weg ist immer noch hervorragend ausgeschildert und bis auf sehr wenige Abschnitte auch gepflegt. Die Hütten am Weg sind zahlreich und zum Teil mit Brunnen ausgestattet. Ich habe von 8 Nächten, einmal im Gasthaus, einmal mitten im Wald und sonst immer an Hütten campiert, wo man immer noch ein Zelt daneben aufstellen konnte. Wer zwischendurch irgendwo zum Essen oder Übernachten einkehren möchte, hat die freie Auswahl. "Hütten"-Highlight: der Teisenkopfturm! Dreistöckiger Holzturm mit fantastischen Ausblicken ins Tal. Abends kommt hier niemand mehr vorbei.
    Einkaufsmöglichkeiten gibt es ebenfalls zahlreiche und man muss nie mehr als für zwei Tage Essen mitschleppen. Wasser gibt es an unzahligen Bachläufen, Brunnen, Quellen oder man fragt nett im nächsten Gasthaus. Selten habe ich mehr wie 1-1,5 l Wasser tragen müssen, insbesondere in einem relativ regenreichen Jahr wie diesem.
     
    Sollte man den Mittelweg laufen?
    Ja, wenn du die Ruhe und Einsamkeit suchst, denn viele Abschnitte sind sehr ruhig und ich war selbst auf schmalsten Pfaden stundenlang alleine im Wald, sogar am Wochenende.
    Ja, wenn dich die Forststraßen nicht schrecken und du bereit bist, dir die Höhepunkte des Weges gewissermaßen zu "erarbeiten".
    Ja, wenn du bereit bist, dir für unschöne Abschnitte wie von der Schützhütte Toter Mann bis Freudenstadt eine Alternative zu überlegen. Neben dem Huzenbacher See, kann man zB noch den Schurmsee mitnehmen.
    Ja, wenn du gerne eine sich verändernde Landschaft durchquerst, denn das tut sie von Tag zu Tag, von Mischwäldern zu Fichtenwäldern bis hin zu Weiden und Feldern und Hochebenen.
    Ja, wenn du den Mittelweg mit anderen Wegen, wie dem Westweg, dem Schluchtensteig oder dem Albsteig kombinieren willst. Das geht nämlich wunderbar.
     
    Nein, wenn du Forst- und Teerstraßen nicht leiden magst und lieber Zertifikatswege läufst, die sich um naturnähere Wegführung bemühen als der Mittelweg.
    Nein, wenn du einen aus Funk und Fernsehen bekannten Fernwanderweg gehen willst, wo andere Menschen sagen: Boah! DEN wollte ich auch immer mal mal gehen!
    Nein, wenn du gerne andere Wanderer treffen willst, um dich über gemeinsame Erfahrungen der Reise auszutauschen. Mittelwegswanderer sind eine seltene Spezies.
     
     
    Fazit:
    Seien wir ehrlich: Die Höhepunkte des Mittelweges müssen hart erarbeitet werden und einige Abschnitte, zb der Start von Pforzheim nach Bad Wildbad müssten dringend radikal überarbeitet werden. Der Anteil der Forststraßen ist sehr hoch und auch Teerstraßen scheut der Mittelweg nicht. Dennoch bietet der Mittelweg täglich tolle Passagen und Highlights und zudem ständig Möglichkeiten doofe Teile des Weges umzuplanen, zB durch den NP Schwarzwald. Ich hatte jede Hütte für mich und insbesondere die langen Pfadabschnitte waren unglaublich schön und zumeist völlig menschenleer.
     
    Ein ein paar Bilder zum Mittelweg:
     

    Die Brunnenhütte oberhalb von Bad Wildbach. Guter Anlaufpunkt für die erste Nacht.
     

    Der traumhafte Pfad zwischen der Prinzenhütte und der Hütte Toter Mann.
     

    Auch das ist der Mittelweg: Die Alte Weinstraße. Die sollte man sich sparen, sprich: umgehen.
     

    Der Ölleitungsweg durch den NP Schwarzwald. Die ersten Kilometer sind Forststraße, aber durch den ringsherum langsam verfallenden Wald in der Kernzone des NP Schwarzwald nicht minder interessant. Dieser Abschnitt endet in der Nähe vom Wildsee.
     

    Der Grenzweg.
     

    Der Teisenkopfturm. Übernachtungshighlight. Mit den dort wohnenden Siebenschläfern muss man sich arrangieren. Der Turm hat drei Etagen. Unten gibt es jede Menge Kerzen und die Bänke lassen sich zusammenschieben.
     

    Anstieg nach Schiltach. Nicht schön, aber ganz schön anstrengend.
     

    Hochebene vor Neustadt mit Feldbergblick.
     

    Der Titisee vom Hochfirst aus.
     

    Idyllisches Blasiwald.
     

    Der Felsenpfad nach Höchenschwand. Tolle Blicke ins tiefeingeschnittene Schwarzatal. Teilweise Seilversichert, aber nicht wirklich gefährlich.
     

    Kurz vor dem Ziel. Irgendwo in der Ferne glitzert bereits der Rhein. Diese Passage verläuft über Landstraße. Aber die 360-Grad-Fernblicke machen das mehr als wett.
  11. Gefällt mir!
    TopperHarley reagierte auf kai in Alleine unterwegs   
    Bis auf wenige Ausnahmen mache ich meine Touren eigentlich immer alleine und sehe da kein Problem drin. Den Bammel kenne ich auch, aber mir ist noch nie irgendwas schlimmes passiert. Ganz im Gegenteil hatte ich auf jeder Tour viele schöne Erlebnisse. Tiere begegnen mir recht häufig. Sie blieben bisher aber immer auf Abstand, egal ob ich mitten im Wald im Zelt lag oder in einer Schutzhütte. Für die etwas zähen Abschnitte ohne landschaftliche Highlights nehme ich mittlerweile meine Kopfhörer mit. Davon packe ich mir dann einen ins Ohr und tanze hüpfend durch den Wald. Wenn mich da mal jemand bei beobachten würde... 😂 Eigentlich hoffe ich jedesmal, ein paar andere Thruhiker zu treffen, aber das bewahrheitet sich leider nur sehr selten, weshalb ich dann meistens doch alleine bin. Deshalb fange ich dann auch spätestens am dritten Tag an, Selbstgespräche zu führen... 😅
    @DaNilz Viel Spaß und alles Gute für deine erste Solo-Tour.
  12. Danke!
    TopperHarley reagierte auf GirlOnTrail in „Barfuss“ durch den Harz   
    Hallo Topper, das kann ich schwer beantworten, da ich schon so viele Jahre hier unterwegs bin und nicht nach ausgewiesenen Wegen laufe. Es ist schon, wie Moyashi sagt - zumindest streckenweise können immer mal wieder Schotterpisten vorkommen, es ist eben im Wesentlichen ein Forst, ein Wirtschaftswald.
    Trotzdem gibt es auf den rund 10.000km (!) Wegenetz schier endlose kleine Pfade und schöne trails. Insgesamt würde ich sagen, dass es im Westharz noch mehr Forststrassen gibt als im Ostharz, aber das ist jetzt „gefühlt“, ob das so stimmt, weiß ich nicht. Ich empfehle Dir nicht den Försterstieg und nicht die Hauptwege an den Brockenflanken. Es scheint mir ein guter Vorschlag, Dir Karten zuzulegen (z.B. „Der Harz in 4 Teilen“ und ergänzend vielleicht wirklich das Kartenset der „Harzer Wandernadel“, das im Maßstab größer ist, aber auf dem Du gut die Hauptwege sehen kannst zwecks Auslese) und dann stets die kleineren „Schleichwege“ zu wählen.
    Ich will gerne mal überlegen, welche Strecken man empfehlen kann, aber das sind dann eher Teilstrecken als ein ganzer Fernwanderweg.
    Auf Komoot findest Du ganz sicher Wanderer, die auch die schönen Pfade bevorzugen. Ich kann auch mal was aufzeichnen, aber das sind dann eher meine „Kringel querbeet“ (von Tagestour bis etwa 1 Woche) als eine Strecke 1x durch. 
    Ich selber habe viele schöne trails gefunden, indem ich via Karte von A nach B gestartet bin und an reizvollen Einmündungen Komoot befragt habe, ob man da alternativ auch langgehen könnte. Die trial & error - Quote (zugewucherter Urwald, der irgendwann mal ein Weg war) ist dabei allerdings ziemlich hoch.  
  13. Gefällt mir!
    TopperHarley hat eine Reaktion von shotta51 erhalten in Achillessehnenentzündung durch Trailrunner   
    Ich habe dafür irgendwann das Laufen angefangen. Erst kleinere Runden, dann regelmäßig 10 km (bis Halbmarathon, aber das muss sicherlich nicht jeder unbedingt machen) durch den Wald mit 200-350 Höhenmetern. Dadurch hatte ich irgendwann keine Probleme mehr. Hatte jahrelang Rückenprobleme und beim wandern zusätzlich Schmerzen in der Hüfte.
    Wanderungen von 30 km und mehr sind Extrembelastungen für unseren Körper. Darauf kann man sich durch regelmäßige Bewegung (= Muskelaufbau in allen wanderwichtigen Bereichen) vorbereiten. Meine Schuhe für's laufen und wandern sind dabei die gleichen. 
    Das Laufen aber langsam steigern und nicht direkt längere Strecken anpeilen. Sonst verletzt man sich wieder.
  14. Gefällt mir!
    TopperHarley reagierte auf moyashi in GR 54 - Sammlung für Fragen   
    OT: Nur als Info: Ich werde eure Antworten und evt. auch weitere Fragen in meinen Anfangspost mit hineinpacken, so dass ebenfalls Interessierte diese leichter finden. Ich selbst finde das in anderen Foren immer ganz hilfreich. 
  15. Gefällt mir!
    TopperHarley reagierte auf moyashi in GR 54 - Sammlung für Fragen   
    Bonjour mes amis! 

    Ich möchte diesen Sommer gerne den GR54 laufen (alleine, will durchgängig zelten, es gibt da ja sehr viele Campingplätze und Hütten an denen man wohl schlafen darf) und hätte wahrscheinlich immer mal wieder ein paar Fragen dazu, daher soll das hier ein Sammelfaden für alle werden, die sich für den GR54 interessieren. Hängt euch gerne mit euren Fragen dran. 

    Meine Fragen zu diesem Zeitpunkt, da kommen garantiert über die Zeit noch mehr:
    Hinweis: Eure Antworten habe ich zusammengefasst in kursiv unter die Fragen gesetzt, um so eine gute Zusammenfassung bieten zu können.
    So wie es aussieht, werde ich in Le Bourg-d'Oisans starten, kommend aus Lyon/Grenoble. Gibt es in LB-d'O (ich bin faul) eine Möglichkeit, Gaskartuschen mit Schraubverschluss zu kaufen oder muss ich auf die französische Variante gehen?
    Antwort: Es gibt Outdoorläden in Le Bourg-d'Oisans, ob diese Schaubkartuschen verkaufen, ist nicht ganz sicher. In Grenoble gibt es einen Decathlon und andere Shops, in denen sollte man auf jeden Fall Schraubkartuschen kaufen können. 
      Ich habe ab und an Höhenangst, bin aber trotzdem mutig und traue mich an ausgesetzte Stellen heran, es hilft mir aber zu wissen, was auf mich zukommt (geht nicht immer, aber es hilft halt generell). Wie schlimm sind die ausgesetzten Stellen? Ich habe ein paar Videos geguckt, da ist wohl einiges dabei. Wie viel ist da zumindest ein bißchen gesichert? Gibt es Stellen, die wirklich hart sind? Wie gefährlich sind die mir in Komoot angezeigten supergefährlichen Streckenabschnitte in Wirklichkeit?
    Antwort: Es ist alles gut versichert und die Stellen sind auch nur kurz (Am Col de l'Aup Martin gibt es eine Querung im steilen Schotter, da braucht man gute Trittsicherheit.)
      Gibt es irgendwelche Tipps, die ihr mir geben möchtet? Schöne Nebenstrecken, irgendwelche besonderen Örtlichkeiten, die ich besuchen sollte, wo werde ich von den Hütehunden zerfleischt, wo kann ich super Supplies einkaufen etc.? 
    Antwort:
    Läden: in kleinen Bergdörfern mittags bis nachmittags geschlossen, Richtung wie im Topoguide beschrieben: zu Beginn mehr Möglichkeiten einzukaufen, später weniger, La Chapelle-en-Valgaudémar: kleiner Laden mit gutem Baguette, regionalem Käse,... + Pizzabude (zum Mitnehmen), ganz in dessen Nähe (nur abends geöffnet)
    Varianten: Refuge des Souffles > Variante über den Lac Lautier empfehlenswert
    Hütehunde sind vorhanden, wie immer Abstand halten, die Schäfer passen aber auf
      Wie gut sollte mein Französisch sein? Ich kann es ein bißchen (Schulfranzösisch, aber über 30 Jahre her und nur minimal in meinen Urlauben gebraucht). Ich übe gerade eh schon, aber wie intensiv sollte ich üben? Minimaler Smalltalk, Einkaufen, Bestellen, nach dem Weg fragen, Beschreiben von Schmerzen, das ist alles kein Problem, eigentlich reicht das doch, oder? 
    Antwort: Kein Problem, inzwischen sprechen die meisten Englisch + Google Translate ist dein Freund
      Ist Biwakieren erlaubt? (Frage von @Ameisenigel)
    Antwort: Ja, mit gewissen Regeln 
    Empfehlung: hier ist es schön und am Lac Lautier auch Sonstiges:
    Rund um die Zeiten der Tour de France soll Le Bourg-d'Oisans sehr überlaufen/rennradlastig sein (meist Juli).
  16. Danke!
    TopperHarley reagierte auf zoppotrump in Saar-Hunsrück-Steig / Mai 2024   
    Fazit / Völlig subjektiv 
    Mir hat der Saar-Hunsrück-Steig super gefallen. Für einen mittellangen Wanderweg, der durch die deutsche Kulturlandschaft führt, gab es einen sehr hohen Anteil an Pfaden und  verdammt wenig Asphalt. 
    Für Misanthrope, Menschen die beim Wandern ungestört über die Probleme der Welt sinnieren möchten oder diejenigen, die einfach in Ruhe wandern wollen, ist der Saar-Hunsrück-Steig schlicht DER Weg. 
    Für diejenigen die eine Trail-Community erwarten müssen diese selbst mit an den Start bringen oder wenigstens einen Volleyball mitschleppen. 
    Zumindest im Bereich des Saarlandes wurde in der Nähe der Ortschaften regelmäßig auf Restaurants und Pensione o.ä. hingewiesen. So kann der Weg evtl. auch ohne Zelt und mit weniger Nahrung im Rucksack erwandert werden. Diese Hinweistafeln fehlten allerdings im weiteren Verlauf Richtung Boppard. 
    Einkaufsmöglichkeiten gibt es natürlich in den Orten entlang des Weges. Allerdings werden Ortschaften häufig umgangen. Einzige größere Ausnahme ist Kastellaun, wo der Weg, wegen der Burg, mitten durch den Ort führt. Die anderen Orte, die durchwandert werden sind eher Sehenswürdigkeiten und bieten Restaurants und Unterkünfte, aber keine Lebensmittelgeschäfte. 
    Wasser war, Filter vorausgesetzt, nie ein Problem. Es gab zumindest zu dieser Jahreszeit mehr oder minder regelmäßige kleine Bäche und sogar einige Quellen. 
  17. Gefällt mir!
    TopperHarley hat eine Reaktion von Dune erhalten in Himmel und Hölle auf dem Mittelweg - Ein Wanderweg-Review   
    Der Mittelweg ist der vergessene Nachbar des deutlich mehr begangenen Westwegs, zu welchem es hier, wie überall zahlreiche Berichte gibt. Zum Mittelweg findet man wenig Information (bei Youtube zB beim Fernwanderer), darum wollte ich hier mal ein paar Zeilen zum Weg schreiben. Startend in Pforzheim an der Goldenen Pforte, führt der Mittelweg einmal von Nord nach Süd durch den Schwarzwald bis nach Waldshut am Rhein an der Schweizer Grenze.
     
    Disclaimer:
    Ich bin nicht den ganzen Mittelweg gegangen, sondern habe mir das Stück zwischen Besenfeld und Freudenstadt gespart, welches besonders verschrien ist für seine Langweiligkeit. Stattdessen bin ich über den Huzenbacher See und den Ölleitungsweg einmal quer durch den Nationalpark Schwarzwald bis ca. zum Wildsee gelaufen, dort dem Westweg bis zur Alexanderschanze gefolgt und bin dann den Grenzweg bis Zwieselhof gelaufen und dort wieder auf den Mittelweg getroffen. Diese Alternativroute bringt meine Gesamtstrecke auf etwa 250 km.
     
    Der Weg:
    Der offizielle Weg ist 233 km lang (lt. Schildern des Schwarzwaldvereins, im Internet findet man verschiedene Angaben) und fast ausschließlich ein Höhenweg, man bewegt sich meist zwischen 700 und 1000 Metern und steigt selten tiefer ab. Knackige Anstiege erwarten einen von Schiltach aus und von Neustadt hinauf zum Hochfirst, mit 1196 Metern dem höchsten Punkt der Tour. Ich würde den Weg als absolut anfängergeeigneit bezeichnen.
    Die Wegebeschaffenheit ist höchst unterschiedlich. So besteht der Weg aus vielen langweiligen Forststraßen und auch einigen Abschnitten direkt an Straße (vor allem am Anfang und am Ende), bietet jedoch auch mehrere kilometerlange Pfadabschnitte durch Wald, ohne das ein anderer Weg kreuzt, geht über Hochebenen mit erhebenden Fernsichten, zB zum Feldbergmassiv oder zur Schwäbischen Alb. Viele Pfadabschnitte gehören zu den schönsten, die ich in Mittelgebirgen je gelaufen bin.
    Highlights: der Pfad zwischen Prinzenhütte und der Hütte Toter Mann, der gesamte Grenzweg von der Alexanderschanze bis zum Schmidtsberger Platz (mehr als 18 km lang), der Felsenweg nach Höchenschwand oder die Hochebene nach Indlekofen kurz vor dem Ziel.
    Lowlights: die Alte Weinstraße vor Besenfeld (die sollte man möglichst umgehen, was aber kein Problem ist), Umleitungen über Straßen im Feierabendverkehr und unendliche, knüppelharte Forststraßen.
     
    Infrastruktur:
    Zum ersten: der Weg ist immer noch hervorragend ausgeschildert und bis auf sehr wenige Abschnitte auch gepflegt. Die Hütten am Weg sind zahlreich und zum Teil mit Brunnen ausgestattet. Ich habe von 8 Nächten, einmal im Gasthaus, einmal mitten im Wald und sonst immer an Hütten campiert, wo man immer noch ein Zelt daneben aufstellen konnte. Wer zwischendurch irgendwo zum Essen oder Übernachten einkehren möchte, hat die freie Auswahl. "Hütten"-Highlight: der Teisenkopfturm! Dreistöckiger Holzturm mit fantastischen Ausblicken ins Tal. Abends kommt hier niemand mehr vorbei.
    Einkaufsmöglichkeiten gibt es ebenfalls zahlreiche und man muss nie mehr als für zwei Tage Essen mitschleppen. Wasser gibt es an unzahligen Bachläufen, Brunnen, Quellen oder man fragt nett im nächsten Gasthaus. Selten habe ich mehr wie 1-1,5 l Wasser tragen müssen, insbesondere in einem relativ regenreichen Jahr wie diesem.
     
    Sollte man den Mittelweg laufen?
    Ja, wenn du die Ruhe und Einsamkeit suchst, denn viele Abschnitte sind sehr ruhig und ich war selbst auf schmalsten Pfaden stundenlang alleine im Wald, sogar am Wochenende.
    Ja, wenn dich die Forststraßen nicht schrecken und du bereit bist, dir die Höhepunkte des Weges gewissermaßen zu "erarbeiten".
    Ja, wenn du bereit bist, dir für unschöne Abschnitte wie von der Schützhütte Toter Mann bis Freudenstadt eine Alternative zu überlegen. Neben dem Huzenbacher See, kann man zB noch den Schurmsee mitnehmen.
    Ja, wenn du gerne eine sich verändernde Landschaft durchquerst, denn das tut sie von Tag zu Tag, von Mischwäldern zu Fichtenwäldern bis hin zu Weiden und Feldern und Hochebenen.
    Ja, wenn du den Mittelweg mit anderen Wegen, wie dem Westweg, dem Schluchtensteig oder dem Albsteig kombinieren willst. Das geht nämlich wunderbar.
     
    Nein, wenn du Forst- und Teerstraßen nicht leiden magst und lieber Zertifikatswege läufst, die sich um naturnähere Wegführung bemühen als der Mittelweg.
    Nein, wenn du einen aus Funk und Fernsehen bekannten Fernwanderweg gehen willst, wo andere Menschen sagen: Boah! DEN wollte ich auch immer mal mal gehen!
    Nein, wenn du gerne andere Wanderer treffen willst, um dich über gemeinsame Erfahrungen der Reise auszutauschen. Mittelwegswanderer sind eine seltene Spezies.
     
     
    Fazit:
    Seien wir ehrlich: Die Höhepunkte des Mittelweges müssen hart erarbeitet werden und einige Abschnitte, zb der Start von Pforzheim nach Bad Wildbad müssten dringend radikal überarbeitet werden. Der Anteil der Forststraßen ist sehr hoch und auch Teerstraßen scheut der Mittelweg nicht. Dennoch bietet der Mittelweg täglich tolle Passagen und Highlights und zudem ständig Möglichkeiten doofe Teile des Weges umzuplanen, zB durch den NP Schwarzwald. Ich hatte jede Hütte für mich und insbesondere die langen Pfadabschnitte waren unglaublich schön und zumeist völlig menschenleer.
     
    Ein ein paar Bilder zum Mittelweg:
     

    Die Brunnenhütte oberhalb von Bad Wildbach. Guter Anlaufpunkt für die erste Nacht.
     

    Der traumhafte Pfad zwischen der Prinzenhütte und der Hütte Toter Mann.
     

    Auch das ist der Mittelweg: Die Alte Weinstraße. Die sollte man sich sparen, sprich: umgehen.
     

    Der Ölleitungsweg durch den NP Schwarzwald. Die ersten Kilometer sind Forststraße, aber durch den ringsherum langsam verfallenden Wald in der Kernzone des NP Schwarzwald nicht minder interessant. Dieser Abschnitt endet in der Nähe vom Wildsee.
     

    Der Grenzweg.
     

    Der Teisenkopfturm. Übernachtungshighlight. Mit den dort wohnenden Siebenschläfern muss man sich arrangieren. Der Turm hat drei Etagen. Unten gibt es jede Menge Kerzen und die Bänke lassen sich zusammenschieben.
     

    Anstieg nach Schiltach. Nicht schön, aber ganz schön anstrengend.
     

    Hochebene vor Neustadt mit Feldbergblick.
     

    Der Titisee vom Hochfirst aus.
     

    Idyllisches Blasiwald.
     

    Der Felsenpfad nach Höchenschwand. Tolle Blicke ins tiefeingeschnittene Schwarzatal. Teilweise Seilversichert, aber nicht wirklich gefährlich.
     

    Kurz vor dem Ziel. Irgendwo in der Ferne glitzert bereits der Rhein. Diese Passage verläuft über Landstraße. Aber die 360-Grad-Fernblicke machen das mehr als wett.
  18. Witzig!
    TopperHarley hat eine Reaktion von RaulDuke erhalten in Atom+ oder Mo? Jemand Erfahrungen bzw. Empfehlungen?   
    Die Maximierung der Minimierung meinte ich natürlich!  Und hinterher nochmal mit der Walze über den Rucksack fahren. DANN müsste 1 Woche Essen reinpassen... nachdem man den Rucksack wieder aufgeblasen hat. Möglicherweise mit der neuen Flextail-Zero-Pump?
  19. Danke!
    TopperHarley hat eine Reaktion von Dune erhalten in Atom+ oder Mo? Jemand Erfahrungen bzw. Empfehlungen?   
    Zwischen 40 und 50 Litern sind es lt. Homepage 19 Gramm Unterschied. (das ist weniger als eine Packung Taschentücher)
    Wenn du die 7 Tage Futter vorher zuhause kalorienmaximiert (und damit volumenmaximiert) zusammenstellst und wenn du ansonsten sehr wenig Volumen im Rucksack für deine Grundausrüstung brauchst (zB. weil du mit Sommerquilt und Tarp unterwegs bist, keine Luxusartikel, etc), dann kann ich mir vorstellen, dass mit ganz viel Gequetsche die 7-Tage-Verpflegung reinpasst (vorne die Meshtasche muss komplett vollgestopft werden). Ob das dann noch bequem ist, ist eine andere Frage.
    Bei mir haben 5 Tage in die 40l-Version kaum hineingepasst. Ich habe allerdings auch unterwegs in nem sehr kleinen Supermarkt in FR eingekauft, da muss man kaufen, was da ist.
    Meine persönliche Einschätzung: Wenn du nicht super-minimalistisch unterwegs bist, wirst du für 7 Tage Essen eine 50L-Version brauchen. Insbesondere wenn du unterwegs einkaufen musst - da ist es mit der Volumen- und Kalorienmaximierung nämlich schnell vorbei.
     
  20. Gefällt mir!
    TopperHarley reagierte auf ChrisS in Atom+ oder Mo? Jemand Erfahrungen bzw. Empfehlungen?   
    Die Fraktion, die 200g Mehrgewicht auf dem Rücken ERNSTHAFT negativ spürt…vor allem, wenn sie in ein leistungsfähigeres Tragesystem fließen .
  21. Danke!
    TopperHarley hat eine Reaktion von Dune erhalten in Langzeittest: Atompacks Atom+   
    Habe die 40-Liter-Version und ca. 5-5,5-kg Baseweight. 5 Tage Lebensmittel sind das maximum was ich bislang reingekriegt hab. Mit Dauenquilt.
    Für Touren ohne regelmäßige Einkaufsmöglichkeiten oder wo viel Wasser geschleppt werden muss, werde ich deshalb einen Mo50 oder 60 anschaffen. 
    Der Atom+ ist jetzt 4 Jahre alt und hat mich bislang auf ca. 1000 km und 200 Wocheneinkäufen begleitet - bislang ohne Schäden. Sehr bequemer Rucksack (Größe M bei 1,78 m und 72 kg).
  22. Gefällt mir!
    TopperHarley hat eine Reaktion von theuol erhalten in Langzeittest: Atompacks Atom+   
    Habe die 40-Liter-Version und ca. 5-5,5-kg Baseweight. 5 Tage Lebensmittel sind das maximum was ich bislang reingekriegt hab. Mit Dauenquilt.
    Für Touren ohne regelmäßige Einkaufsmöglichkeiten oder wo viel Wasser geschleppt werden muss, werde ich deshalb einen Mo50 oder 60 anschaffen. 
    Der Atom+ ist jetzt 4 Jahre alt und hat mich bislang auf ca. 1000 km und 200 Wocheneinkäufen begleitet - bislang ohne Schäden. Sehr bequemer Rucksack (Größe M bei 1,78 m und 72 kg).
  23. Gefällt mir!
    TopperHarley hat eine Reaktion von ULgäuer erhalten in Wann ist für mich ein ThruHike ein "echter" ThruHike?   
    Ist das Label Thruhiker echt so wichtig für manche, dass man nach echten und falschen Thruhikern unterscheidet? Aber jeder wandert eben wie er möchte und das ist auch in Ordnung. wdeww = wander deinen eigenen Wanderweg!
    Um noch mehr "th's" reinzubringen, die wir Deutsche so gut aussprechen können, würde ich die Begriffe "Authentic-Thruhike" und "Semi-thouroughly-Thruhike" einführen - dann weiß jeder was gemeint ist. 
     
  24. Gefällt mir!
    TopperHarley hat eine Reaktion von Namie erhalten in Gar nicht leicht - Tötungsdelikt an einem Wildcamper   
    Ich finde es nicht hilfreich auf ein völlig singuläres Ereignis hinzuweisen, in dem ein Mensch sich vollkommen irrational verhält. Wie soll da die Eigensicherung aussehen? Schauen ob irgendwo ein Holzscheit rumliegt oder jeden Menschen, mit dem ich draußen Kontakt habe nach seiner geistigen Verfassung zu fragen? Die normalsten Menschen können plötzlich ausrasten. Dagegen kann sich niemand absichern.
    Zudem suggiert das posten solcher Artikel, dass unser Hobby ein unsicheres ist, was nachweislich nicht der Fall ist. Schließe mich da @RaulDuke an: Sinn solcher Artikel ist allein die Befriedigung von Sensationslust und das Verbreiten von Angst. Ich lerne nichts daraus - außer, dass es Verrückte gibt. Das weiß ich allerdings ganz ohne solche Artikel schon.
  25. Gefällt mir!
    TopperHarley hat eine Reaktion von Tao erhalten in Gar nicht leicht - Tötungsdelikt an einem Wildcamper   
    Ich finde es nicht hilfreich auf ein völlig singuläres Ereignis hinzuweisen, in dem ein Mensch sich vollkommen irrational verhält. Wie soll da die Eigensicherung aussehen? Schauen ob irgendwo ein Holzscheit rumliegt oder jeden Menschen, mit dem ich draußen Kontakt habe nach seiner geistigen Verfassung zu fragen? Die normalsten Menschen können plötzlich ausrasten. Dagegen kann sich niemand absichern.
    Zudem suggiert das posten solcher Artikel, dass unser Hobby ein unsicheres ist, was nachweislich nicht der Fall ist. Schließe mich da @RaulDuke an: Sinn solcher Artikel ist allein die Befriedigung von Sensationslust und das Verbreiten von Angst. Ich lerne nichts daraus - außer, dass es Verrückte gibt. Das weiß ich allerdings ganz ohne solche Artikel schon.

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