Da Paragleiten quasi meine Version von Ultralight-Trekking ist, muss ich wohl auch fast meinen Senf dazugeben
Prinzipiell kann ich alles was @khyal schreibt bestätigen, zwei Kleinigkeiten muss ich aber berichtigen; Der "Oezi" heißt offiziell Schulungsbestätigung, und mit diesem darfst du nur unter Aufsicht eines Fluglehrers in einem zugelassenen Schulungsgelände fliegen. In der Praxis gibt es gegen Ende der Ausbildung vom Fluglehrer dann einen "Flugauftrag", was heißt, du sollst in einem bestimmten Gebiet fliegen gehen, welches dir der Fluglehrer vorher gezeigt hat. (Auch gängige Praxis ist, dass die meisten Flugschüler während ihrer Ausbildung "schwarz" fliegen, dh. illegal auf eigene Faust. Wenn da was passiert, ist es vorranging versicherungstechnisch problematisch). Nach der Ausbildung hat man den Sonderpilotenschein SoPi / A-Schein, mit dem darf man - ganz richtig - in Österreich überall dort fliegen, wo's nicht explizt verboten ist. In Deutschland nur von zugelassenen Startplätzen (hatte bislang aber auch abseits davon keine Probleme, solang man rücksichtsvoll ist) und für alle anderen Länder braucht man die "IPPI"-Card, die sowas wie die internationale Flugberechtigung ist. Nicht überall anerkannt, aber recht akzeptiert. Wichtig, mit dem SoPi darf man nur vom Berg runterfliegen, dh. keine Streckenflüge. Will man Kilometer machen, braucht man noch eine Zusatzausbildung (Streckenflugberechtigung / B-Schein), dann kann man überall fliegen, wo's luftrechtlich erlaubt ist. Wiederum, solang nichts passiert, bekommt man kaum Probleme, aber wenn was ist, steigt die Versicherung aus, wenn man illegal unterwegs war.
Das Abspringen mit Gleitschirmen aus einem Helikopter (Flugzeug ist zu schnell) ist in der Acro-Welt übrigends Standard und nennt sich D-Bag, weil der Gleitschirm in einer speziellen Form gepackt wird, sodass er gut öffnet und dann hüpft man raus. Machen also nicht nur die Finnen.
Ich bin auf dieses Forum gestoßen, weil ich Anhänger einer relativ unbekannten Variante des Gleitschirmsports bin; Vol-Biv. Vol = franz. für Fliegen, Biv= Bivy, eh klar ;). Obwohl die Szene da sehr sehr klein ist, trifft man selbst hier im Forum schon auf mir bekannte Namen, siehe den Thread von Boris:
Ultraleicht im Kontext Gleitschirmsport ist nicht unbedingt das was hier im Forum unter Ultraleicht verstanden wird. Eine traditionelle Gleitschirmausrüstung bringt schon alleine so 10-15kg auf die Waage. Speziell wenn man Distanz im Flug zurücklegen will und das auch bei widrigen Bedingungen, reicht ein Single-Skin (wie die Run&Fly-Version von JB oben) von der Leistung her nicht aus. Das ist dann eher lebensgefährlich bzw. man bleibt besser am Boden. Speziell wenn man gegen den Wind Strecke machen will/muss. Die wenigen verfügbaren Vol-Biv Streckenschirme wiegen zwischen 2.95 und 4.5kg, meiner z.B. 3.2kg. Die werden dann z.B. aus einem 27g Porcher Skytex gefertigt. Das derzeit leichteste vollverkleidete Gurtzeug mit genügend Stauraum bringt inkl. Protektor 1.8kg auf die Waage. Wen's interessiert, meine Packliste für unseren heurigen Sommertrip findet sich hier. Mit 15kg Basisgewicht ist man schon ganz gut dabei, i.d.R. hat man dann so um die 20kg am Rücken (was auch der Grund ist warum es sich oft bezahlt macht auf fliegbares Wetter zu warten, anstatt zu laufen). Mittlerweile ist mein Rucksack zum Glück schon wieder um fast 2kg optimiert, mit noch etwas Potenzial nach unten. Baue gerade an einem passenden Rucksack und versuche mein Zelt los zu werden (obwohl mit 1kg eh schon recht leicht). Die Standardoptimierung für Vol-Biv Aktionen ist, dass man den Protektor aus dem Gurtzeug entfernt, und durch den Schlafsack / Zelt / Gewand oder sonst irgendwas weiches ersetzt. Dadurch hat man zusätzlichen Stauraum im Gurtzeug und spart an Gewicht. Ich schlaf persönlich auch in den Schirm eingewickelt, was mir den Schlafsack erspart. Das funktioniert ganz gut bis etwa 0° oder leicht darunter.
Wen's interessiert, ich hab letztes Jahr ein Video meines ersten Test-Trips zusammengeschnitten, ich denke in den 7min sieht man so ziemlich alles was bei Vol-Biv regelmäßig passiert (mit eher geringen Auswirkungen, da einfaches Gelände): Nichts läuft wie gedacht, man läuft mehr als man glaubt, dann fliegts doch, man landet auf der einen Seite des Bergs, geht 15m rauf und fliegt auf der anderen Seite weiter, weil's effektiver ist als ewig nach Thermik zu suchen etc. Und schlussendlich ist's trotz der Anstrengung geil Das Video von der heurigen Alpenüberquerung ist noch in Arbeit, kann ich aber gerne auch mal teilen, sofern Interesse besteht.
Die 33h Rennversion schaut dann so aus, da sieht man auch einiges vom Equipment und ein paar Gedanken dahinter:
Liebe Grüße
Thomas