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Ultraleicht Trekking

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waldhummel

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    waldhummel reagierte auf Oska in Portugal Fishermanstrail - Sao Torpes nach Lagos   
    Hi,
    so nachdem ich meinen Plan mit Nepal und dem Annapurna Circuit dieses Jahr verworfen hatte, musste ein Plan B her. Schon viel von gehört vom Fischerweg, daher war das dann meine Alternative. Ist ein recht entspannter Weg, man weiß am Anfang läuft man halt durch weichen Sand, später dann ein gefühltes zum nächsten Strand runter, wieder auf, wieder runter und so weiter. Sofern es trocken ist, was bei mir das Fall war, sind auch die steileren Passagen eigentlich kein Problem. Wenns nass ist könnte es allerdings recht rutschig und damit auch nicht ganz ungefährlich werden. Es wird wohl zunehmend touristischer, eine Menge Bauaktivitäten in den Orten gesehen, und im Oktober, wo ich unterwegs war sind auch teilweise noch recht viele Surfer unterwegs. In Carrapateira hat mich das dann für eine Nacht 100€ gekostet, aber da ich nicht vorgebucht hatte und durchgehen wollte, war das halt der Preis dafür. Eigentlich soll es bei den 13 Etappen möglich sein, wenn man die letzte von Salema nach Lago in 2 kurzen Etappen macht, mit 10 mal Campingplätzen zelten können, aber ich habe auf meiner Tour nur 3 davon genutzt. Teilweise liegen die etwas fernab vom Trail und ich war dann einfach zu faul. Es war recht warm, mir eigentlich so 5 Grad zu warm, aber so ist das nunmal in der Natur, wünschen kannst Du dir viel, aber das geht nicht immer in Erfüllung. Obwohl das mit dem Wünschen und nicht in Erfüllung gehen ja irgendwie, zumindest bei meiner subjektiven Wahrnehmung im (un)normalen Leben auch nicht immer so hinhaut.
    Habe dann doch recht häufig in Hostels gepennt, war überrascht, dass es doch recht zivilisiert war und man sogar pennen konnte. Ich habe mir dann nach den 2 Übernachtungen in Lagos noch einen Rede Expressos Bus nach Fatima gegönnt, das war auch so im Vorfeld geplant und habe mir dann den Wallfahrtsort angeschaut und dort noch mit 2 Übernachtungen meine Reise ausklingen lassen, was aus diversen Gründen dann partiell doch etwas emotional war, aber so sollte es auch sein. Ich war relativ schwer bepackt unterwegs, durch die Elektronik und mein Zeltsetup und da man keine sauberen und vorhandenen Flüsse unterwegs hat geht Wasser filtern nicht, also das Wasser jeden Tag mitgeschleppt, so ca. 3 Liter, warm, schwitzen und so weiter. Einmal in Odeixe wäre ich fast mit 5 Litern gestartet, da ich nicht auf dem Schirm hatte beim Einkaufen, dass ich noch genügend Wasser dabei hatte, hab dann morgens irgendwo 1.75l Wasser abgestellt, das war spürbar. Viele Solo Hiker/innen gesehen, viele mit sehr leichtem Gepäck, ok kein Zeltdabei und nicht so viel Elektronik, aber ich habe es eh als kostenloses Workout gesehen, da ich seit Schweden wieder faul war, von daher Win/Win, auch wenn die erste Woche partiell etwas zäh war und ich den Eindruck habe, dass die neuen Altra Lonepeaks nicht mehr dasselbe sind wie früher, ich hatte nach 20km teilweise so platte und schmerzende Fußsohlen. Ich hatte diese Schuhe letztes Jahr in Schweden beim Kungsleden wo ich doppelt so weit gewandert bin und kann mich da nicht dran erinnern.
    Achja, ich laufe mir ja gerne Blutblasen in den Trailrunnern unter den Zehennäglen, vor allem unter den Großen. Tag 3 hatte ich da eine am linken großen Zeh, hat etwas beim Drücken weh getan, aber ansonsten ging es. Plan war also, einfach weiterlaufen und möglichst nicht gegen alles gegentreten was auf dem Boden liegt und zur Prophylaxe diese Zehennägel noch etwas kürzen, damit dann bei einem Stoß von Vorne das nicht alles über den Zehnagel weiter getragen wird. Also Nagelknipser raus und Zehennägel kürzen, dabei aus Versehen die Haut unter dem Zeh zur Blutblase angeschnitten, kam dann halt raus, prinzipiell kein Problem, aber nun war das Ding offen und dadurch potentiell einer Entzündung empfänglich. Es war ja abzusehen, dass das unter dem Zehnagel wahrscheinlich nicht einfach trocknen und ausheilen wird. Ich also, KI befragt was man da am Besten macht. Mir wurde irgendwas mit Hydrochloridsprach empfohlen, das drauf sprühen und dann mit Compeed versiegeln. Dumm nur, Compeed hatte ich nicht mitgenommen, da ich mit normalen Blasen eigentlich weniger Probleme habe und das Hydrochloridspray hatte ich natürlich auch nicht zur Hand, aber es gab eine Apotheke, also dahin, mit Händen und Füßen erklärt worum es geht, das Spray erhalten, naja drauf gesprüht, Compeed gekauft in der XXl Version, draufgemacht und mit Tape dann nochmal fixiert. Ist gut gegangen. Glaube ich, also weh tuts nicht, aber ich sollte jetzt vielleicht mal das Tape abmachen und nachschauen was der große Onkel sagt.
    Achja, noch eine kleine Trailgeschichte, das hatte ich unterschlagen.
    Ich bin ja am Anreisetag nach Sines am Rete Sios in Lissabon gewesen, um dort den Rede Expressos Bus zu nehmen. In der Nähe vom Busbahnhof ist ein LIDL, da war ich dann noch für den ersten Wandertag shoppen, etwas zu trinken und Fingerfood. Dort gab es, wie mittlerweile in jedem größerem Supermarkt so eine Selbstbedienungsbackstation. Ich da durch, mir angeschaut was mich anspricht, 0 Ahnung was das sein soll, waren halt lokale Sachen die es hier nicht gibt, mich dann für 3 verschiedene Sachen entschieden, das ganze dann in meine schwarze Stofftüte gepackt und es ging los.

    Im Bus habe ich dann noch einen anderen Hiker aus Deutschland getroffen und wir hatten dann während der ca. 3 stündigen Fahrt viel zu quatschen, so ging die Zeit gut rum. Da der Bus in Sines, ca. 7 km vor Sao Torpes hält und der Weg dahin durch Industriegebiet bzw. Autobahn geht, habe ich schon für mich entschieden ein Uber dahin zu nehmen, sofern es da eines geben sollte. Gesagt getan, Philipp ist dann kurzerhand mit und für ca. 10€ ging es dann nach Sao Torpes mit Raul :), ein netter Fahrer der viel zu erzählen hatte (moment, das kennen wir doch irgendwoher :D) und schwupps, waren wir am Startpunkt. Achso noch ein Funfakt, die Fahrt mit den Rede Expressos Bussen muss man über eine App buchen, da werden dann Zeitfenster angezeigt und die jeweiligen Preise. Wonach die allerdings berechnet werden hat sich mir nicht erschlossen. Von Lissabon nach Sines, ca. 3 Stunden Busfahrt kostet so ca. 10-12€, was ich recht günstig finde, ich habe in meinem Zeitfenster 2,95€ gezahlt und war mir bis zur Abfahrt nicht sicher, ob ich nur das Gepäck dafür transportieren dürfe oder mich ebenfalls.

    Egal, also dann von Sao Torpes nach Vila nova de Milfontes gegangen, die erste Strecke mit weichem Sand, ca. 10km. Start war ca. gegen 12.30, also in der prallen Mittagshitze. Irgendwann dann an meinen Zielort angekommen und die erste Nacht sollt im Zelt auf einem Campingplatz sein. Alles schön aufgebaut, im Ort gab es einen SPAR, ich brauchte noch Wasser für den nächsten Tag, also meine schwarze Stofftüte leer gemacht, die Papiertüten mit den restlichen Backwaren ins Zelt gelegt. Den Inhalt einer Tüte hatte ich mittlerweile aufgegessen, sahen aus wie dickere Kroketten, irgendwas frittiertes mit einer Fischfüllung, schmeckte ähnlich wie Fischfrikadellen, die anderen Kroketten waren mit einer Fleischpaste gefüllt, da hatte ich von Vieren aber nur Eines bisher gegessen, also nach Adam Riese waren noch 3 übrig.
    Als ich dann vom Einkaufen wieder kam und meine Einkäufe ins Zelt legen wollte und die Apside vom Zpacks Duplex aufgemacht habe sah ich das Unglück, mein Mesh war zerrissen. Ungläubig schaute ich rauf und verstand es erstmal nicht, da war quer ein ca. 15cm Riss mit kleinen weiteren Rissen. Ich schaute dann von dort in das Zelt hinein und sah die Tüte mit den Kroketten und die war aufgerissen und es sah so aus als ob da jemand drauf gestampft wäre. Erst dachte ich, das wäre ein Mensch gewesen, ich hatte meine Kamera und meine DJI im Zelt gelassen, aber Klamotten drüber gelegt und war etwas nervös, dass da jemand einbrechen wollte, wobei ich mich gefragt habe, warum so brachial, man musste ja nur den Reissverschluss an der Seite hochziehen, das machte eigentlich keinen Sinn. Kamera und sonstige Sachen waren noch da, da dämmerte es mir was passiert war. Bevor ich mein Zelt aufgestellt habe ist mir aufgefallen, dass dort viele Katzen rumlaufen, Portugal scheint ein recht katzenfreundliches Land zu sein, bzw. erzählte mir jemand, dass Sie versuchen die Population der freilaufenden Katzen in den Griff zu bekommen und in und um Orten so dreieckige Minisatteldachhäuser als Katzenhotels aufgestellt haben um dann Zugriff zu den Katzen zu haben. Da also das Essen relativ frei und geruchsaromatisch herumlag, konnte die Katzennase dem nicht widerstehen. Das war dann eigene Dummheit. Um meine Trekkingstücke habe ich immer etwas Ducktape aufgerollt und das ist dann hier zum Einsatz gekommen und ich habe von Außen und Innen dann ein jeweils ca. 20cm langes Stück zwischen die Risse geklebt und dann war es provisorisch auch in Ordnung.

    Das Zelt hat bisher nach über 3000km keine größeren Schäden gehabt, aber mir ist auf der Reise aufgefallen, dass es den Zenit der Zeit wohl so langsam überschritten hat, da ich teilweise von Innen durch das Dach kleine Öffnungen sehen konnte, wo das Gewebe auseinander gezogen war, wahrscheinlich durch Zugkräfte bei Wind. Es sind keine großen Öffnungen, ich schätze max. einen halben Millimeter, aber wie dicht das dann noch bei einem Regen ist, möchte ich ungerne bei einer Wanderung ausprobieren. Jetzt ist die Frage ob ich da überall Patches drauf klebe, was das Zelt wieder schwerer macht oder ob ich langfristig das Setup ändere und ein eher etwas schwereres Zelt dann nehme, was langlebiger ist. Ich bin da noch unentschieden.

    Wenn Fragen da sind, fragen, ansonsten lasse ich das in der Tiefe hier mit einem Bericht. Ein paar Impressionen mit Bildern und wenn die Videoschnipsel was taugen gibts auch noch ein Hikervideo später dazu.
    so long - happy hiking
    Oska

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    Einführung
    In diesem Bericht fassen wir Erfahrungen zusammen, die wir während unserer diesjährigen Wanderung auf dem GR5/GTA gesammelt haben und stellen nützliche Informationen bereit, die bei der Planung einer ähnlichen Tour unterstützen können.
    Mit „wir“ meinen wir uns, zwei Wandersmenschen aus Aachen, die im Sommer 2026 auf dem GR5, auch als „Grande Traversée des Alpes“ (kurz GTA) bezeichnet, vom Genfer See nach Menton gewandert sind.
    Unser Anspruch ist es, euch die Informationen möglichst kompakt und übersichtlich aufzubereiten. Ob uns das gelungen ist…das dürft ihr am Ende bewerten. Aber seid gnädig, es ist unser erster Beitrag im Forum 😀
    Nach einer kurzen Aufführung der Key-Facts unserer Reise schreiben wir über die Vorbereitung, den genutzten Wanderführer, die Navigation, die erlebte Flora und Fauna, das Wetter, unsere Ausrüstung, Unterkünfte, über die Verpflegung auf Tour und abschließend noch kurz über ein paar Sicherheitsaspekte. Ach ja, zwischendurch gibt es natürlich auch ein paar Fotoimpressionen 😊
    Genug Vorgeplänkel, jetzt rein in die Wanderschuhe und los geht’s!

    Unsere Reise
    Die Idee, den GR5 in den französischen Alpen zu wandern, verfolgt uns schon längere Zeit, die Entscheidung, dieses Abenteuer im Sommer 2026 zu beschreiten treffen wir im Frühjahr und beginnen somit einige Monate vorher mit der Vorbereitung. Dazu mehr im entsprechenden Kapitel. Jetzt schreiben wir diesen Erfahrungsbericht im September rund einen Monat nach der Rückkehr vom Mittelmeer.
    Hier einige Randdaten zu unserer Tour:
    Start: St. Gingolph (Anreise per Bahn über Lausanne und St-Maurice)
    Ziel: Menton (Abreise per Bahn über Ventimiglia und Mailand)
    Hauptroute: GR5/GTA (im Folgenden GTA genannt)
    Abweichungen von der Hauptroute:
    Höher gelegene offizielle Alternativroute am Mont Blanc
    GR55 von Val Claret bis Modane
    GR52 von Saint-Dalmas-Valdeblore bis Menton
    Zurückgelegte Strecke: ca. 590 km
    Gesamter Anstieg: ca. 34.700 hm
    Unterkünfte: Zelt (Wildcamping, Campingplatz und Biwakplatz)
    Wanderzeitraum: 22.07.2026 Nachmittag – 17.08.2026 Vormittag (26 Wandertage, keine Pausentage)
    Jetzt noch ein paar kurze Infos zu uns. Wir sind 25 und 29 Jahre alt, haben ein solides Fitnesslevel und ein bisschen Bergerfahrung (1. Person: zwei kleinere Hüttentouren von 3-5 Tagen und 2. Person: mehrere kleine Hüttentouren und ein anderer Fernwanderweg - GR11, Pyrenäen im Juni 2023). Wir würden uns demnach niemals als Bergprofis oder Ähnliches bezeichnen. Wir waren halt einfach schon mal in den Bergen unterwegs. Mit dem Schlafen im Zelt waren wir beide schon aus früheren Touren vertraut.
    Insgesamt ist der GTA ein toller Fernwanderweg durch die französischen Alpen. Die Wege sind gut ausgebaut bzw. ausgetreten, angenehm zu laufen und es gibt wenig anspruchsvolle Stellen. Trotzdem verliert man nicht das Gefühl, im Gebirge unterwegs zu sein und kann an jeder Ecke Blicke auf wunderschöne Landschaft erhaschen, Tiere beobachten und die Pflanzenvielfalt bestaunen. Das Besondere an so einem Fernwanderweg sind ja auch die Veränderungen im Landschaftsbild und in Flora und Fauna, die sich über die vielen Kilometer ergeben.
    Ein kurzer Hinweis noch: Auf dem GTA bewegt man sich nicht über mehrere Wochen mehr oder weniger allein durch unberührte Natur, die Alpen sind in Frankreich sehr gut erschlossen. Der Weg führt durch beliebte Urlaubsgebiete, bekannte Nationalparks, passiert zahlreiche Ortschaften, kleine und mittelgroße Städte und quert (im Sommer) verwaiste Skigebiete. Auf den ersten beiden Dritteln des GTA, insbesondere rund um den Mont Blanc, ist recht viel los und man teilt sich die Wege mit Tagesausflügler*innen, Hüttentourmenschen und geführten Wandergruppen.
    Das erwähnen wir nicht, um den GTA unschmackhaft zu machen, sondern um euch eine realistische Vorstellung zu geben. Im Vergleich zum GR11 in den Pyrenäen war auf dem GTA deutlich mehr los. Dazu muss man aber auch bedenken, dass unsere Wanderzeit auf dem GTA in der absoluten Hochsaison lag.
    Nichtsdestotrotz bot uns der GTA an allen Tagen auch ruhigere Stunden, in weniger frequentierten Abschnitten, auch Tage mit nur sehr wenigen Menschenbegegnungen und zahlreiche einsame Nächte in den Bergen. Insbesondere in den weniger gut angebundenen höheren Gebieten, bei nicht so gutem Wetter und morgens und abends war es meist ruhig.

    Vorbereitung
    Manchmal aufwendig und nervig, aber ein bisschen Vorbereitung sollte vor einer solch großen Tour erfolgen. Und fangt nicht zu spät damit an, sondern nehmt euch Zeit. Wir haben unsere Reise über mindestens 4 Monate geplant. Angefangen mit der Festlegung des Reisezeitraums, über das Buchen von Zugtickets bis zur finalen Auswahl unserer Ausrüstung, worauf wir später noch genauer zu sprechen kommen.
    Der Wahl des Reisezeitraums kommt bei der Buchung der Tickets natürlich eine besondere Bedeutung zu. Aber woher soll man vor der Tour wissen, wie lange man braucht? Wir haben uns durch verschiedene Blogs gelesen und herauskristallisiert hat sich eine Wanderdauer von ca. 25-35 Tagen. Da wir vermuteten, dass wir durchschnittlich schnelle Wandersmenschen sind, sind wir von einer Wanderzeit von ca. 30 Tagen ausgegangen. Wir wollten noch mindestens 2-3 Tage am Mittelmeer verbringen, haben uns einen kleinen Puffer von ebenfalls 2-3 Tagen für Pausentage, Krankheit oder sonstige ungeplante Zwischenstopps eingeplant und somit die Rückreise für den 25.08.2026 angesetzt. So hatten wir insgesamt 35 Tage Zeit. Tatsächlich haben wir keine Pausentage gemacht, haben uns nicht ernsthaft verletzt, sind nicht krank geworden und haben 26 Wandertage benötigt. An den meisten Tagen sind wir zwischen 9-11 Stunden unterwegs gewesen, inklusive 1,5-3 Stunden Pause für Frühstück, Mittagessen, Einkauf oder auch einfach mal zum Verschnaufen und Ausblick genießen.
    Außerdem ist für die Festsetzung der Reisedauer gut zu wissen, dass die Route einige Möglichkeiten der Abkürzung oder Verlängerung bietet. Wer z.B. nach Nizza (GR5) und nicht nach Menton (GR52) geht, spart gut 2-3 Tage ein oder rund um den Vanoise Nationalpark gibt es den GR55 (höher und kürzer) oder den GR5E (flacher und länger) als Alternativen, die ebenfalls 1-2 Tage abkürzen können. Wenn nun also ein paar Tage Krankheit dazwischenkommen, kann einfach spontan eine kürzere Route genutzt werden oder auch ein kurzer Bustransfer sinnvoll sein.
    Wer nicht mal schnell einen Monat frei machen kann oder möchte, kann den GTA auch in Teilen laufen. Wir haben ein bisschen diskutieren müssen, weil der Weg wirklich viele schöne Abschnitte hat, aber wenn wir jetzt nur eine Woche Zeit gehabt hätte, wären wir das Teilstück zwischen Landry und Briancon durch den Vanoise Nationalpark auf dem GR5 und GR55 gelaufen.
    Vielleicht noch zwei Hinweise für die Anreise nach St. Gingolph und die Abreise aus Nizza bzw. Menton.
    Wir haben, weil der Weg ja am GENFER See startet, den dummen Fehler gemacht und auch unsere Zugtickets bis nach Genf gebucht. Wenn ihr von St. Gingolph starten wollt, dann bucht auch eure Tickets auf jeden Fall direkt bis dorthin. Der Zug fährt dann nämlich auf der Ostseite des Sees entlang. Genf liegt an der Westseite.
    Die Abreise vom Mittelmeer kann insbesondere zur Hauptsaison schnell zu einer teuren Angelegenheit werden, wenn nicht 4-6 Monate im Voraus gebucht wird. Wir sind mehr durch Zufall auf eine sehr komfortable und recht günstige Verbindung gestoßen, die wir 4 Monate vor Fahrdatum gebucht haben. Und zwar fährt diese nicht durch Frankreich, sondern durch Italien. Von Nizza bzw. Menton kann mit einem Regionalzug entspannt nach Ventimiglia (Italien) gefahren werden. Von dort über Genua nach Mailand. Aus Mailand gibt es einen Eurocity nach Frankfurt und schon seid ihr innerhalb eines halben Tages mitten in Deutschland.
    Weitere Sinnvolle ToDos für die Vorbereitung nun stichpunktartig:
    Ausrüstung zusammenstellen/kaufen/ausleihen und testen (siehe Kapitel)
    Je nach Fitnessstatus etwas trainieren (haben wir allerdings kaum gemacht)
    Navigation planen und Offline-Karten beschaffen (siehe Kapitel)
    Wanderführer beschaffen oder über Lebensmittelläden/Unterkünfte/ Wasserstellen/Höhenprofil informieren (siehe Kapitel und pdf-Anhang)
    An- und Abreise planen

    Wanderführer
    Für eine Fernwanderung kann es sich lohnen, sich einen Wanderführer zuzulegen. Weniger für die Beschreibung des Weges oder der Landschaft, sondern insbesondere für Informationen über Schlaf- und Einkaufsmöglichkeiten, Wasserbrunnen oder Besonderheiten bei den Campingregeln. So muss man nicht im Vorhinein alles akribisch recherchiert und notiert haben, sondern kann einfach immer die Wegbeschreibungen der nächsten Tage lesen und dementsprechend planen. So ist es beim Einkaufen z.B. überaus praktisch zu wissen, wann man das nächste Mal wieder einkaufen kann, um nicht zu viel und nicht zu wenig mitschleppen. Auch wenn man beim Trinkwasser im Sommer wirklich nicht sparen sollte, kann sich auch hier lohnen, die Wassermenge zu beschränken, wenn in nächster Zeit noch weitere Wasserstellen kommen.
    Für die Tour auf dem GR11 vor drei Jahren ist der entsprechende Wanderführer vom Cicerone Verlag zum Einsatz gekommen und waren damit sehr zufrieden. Jetzt haben wir wieder den Wanderführer dieses Verlags gekauft, in der Hoffnung auf ähnlich sinnvolle Informationen. Leider stellte sich der Wanderführer zum GTA „GR5 Trail“, erschienen 2025, eher als Wanderführer für Menschen ohne Zelt heraus. Es wurde zwar auf die meisten Biwakplätze und offiziellen Campingplätze hingewiesen, aber ein Großteil der Wasserstellen und mögliche Orte fürs Wildcampen wurden nicht beschrieben. Die Wegbeschreibungen waren dafür sehr ausführlich. Das Ärgerlichste war jedoch, dass jegliche Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel als „Shop“ beschrieben waren. Sowohl der riesige Supermarkt als auch die Campingplatzrezeption, an der drei Packungen Nudeln viel zu überteuert erworben werden können. Mehr zur Verpflegung dann im entsprechenden Abschnitt.
    Soweit wir wissen, gibt es noch zwei Wanderführer auf Deutsch, die ggf. besser geeignet sind.
    Wir sind aber trotzdem sehr glücklich, dass wir den Wanderführer hatten und würden ihn jederzeit wieder kaufen, wenn die Alternative wäre, keinen zu haben. An dieser Stelle können wir auch wärmstens empfehlen, den Wanderführer als E-Book zu kaufen, um ihn auf einem E-Reader oder auf dem Handy lesen zu können. Das spart noch mal einiges an Gewicht. Und auf einem E-Reader können während der Tour noch weitere Bücher gelesen werden 😊

    Wegführung, Markierung und Navigation
    Der GTA führt einmal über die französischen Alpen – durch zahlreiche Täler und über viele Bergketten. Dabei nimmt der Weg nahezu keine Gipfel mit, sondern überschreitet die Berge immer an Pässen. Die Wege sind sehr gut zu gehen und es gibt nur wenigen Passagen, in denen man die Hände am Fels zur Hilfe nehmen sollte. Nichtsdestotrotz sind die An- und Abstiege teilweise recht steil und lang, erfordern eine gute Krafteinteilung und insbesondere beim Abstieg knieschonendes Gehen – Wanderstöcke empfohlen. Der schwierigste Abschnitt war auf dem GR52, wo man für mehrere Stunden über Geröllfelder den Berg hochkraxeln musste, und später wieder runter.
    Der GTA ist durchweg gut markiert. Einerseits gibt es die gewohnten weiß-roten GR-Markierungen und andererseits sind die Zwischenziele meist auf Wanderschildern mit der ungefähren Wanderzeit ausgewiesen. Ein GPS-Gerät zur ständigen Navigation wird demnach nicht benötigt. Es ist jedoch sinnvoll den Track als Backup auch digital dabei zu haben, wenn man den Weg dann doch einmal verlieren sollte. Es gab nur wenige Stellen mit ungenauer Markierung. Da im Gebirge nur sporadisch Internetempfang ist, lohnt es sich die Wanderroute in einer Offline-Karte herunterzuladen z.B. über Komoot. Wir haben uns den .gpx Track (z.B.: hier) heruntergeladen und in die Karten-App „OsmAnd“ importiert. In OsmAnd kann man sich Wanderkarten offline herunterladen und Wasserstellen sind größtenteils eingezeichnet. Diese App ist wirklich sehr empfehlenswert! Zusätzlich hatten wir die Wegbeschreibung und das Höhenprofil des Wanderführers auf dem E-Reader immer schnell parat.

    Flora und Fauna (ein laienhafter Einblick)
    Die Botaniker*innen und Ornitholog*innen unter euch müssen wir leider enttäuschen: Wir können euch wirklich nicht sagen, wie all die die Pflanzen, Vögel und sonstigen Lebewesen bezeichnet werden, die wir auf dem GTA beobachtet haben. Was wir euch aber sagen können, es waren einige! Die prominentesten Tiere sind sicherlich Gämsen, Murmeltiere und Steinböcke. Plus natürlich die Kühe und Unmengen an Schafen. Auch einige Geier konnten wir erspähen.
    Von den Pflanzen her bietet der GTA eine große Vielfalt. Mit jedem Tag der Wanderung gibt es neue Pflanzen zu entdecken und andere Pflanzen verschwinden aus der Landschaft. Von sattgrünen Laubwäldern über moosige Nadelwälder bis zu sandigen Pinienwäldern im stark mediterranen Einfluss war alles dabei.
    Was uns ganz besonders erstaunt hat, waren die großen Mengen an wilden Himbeeren und an manchen Tagen auch wilden Johannisbeeren und Brombeeren, die teilweise kilometerweit am Wegesrand zu finden waren. Aber bevor wir hier in rechtliche Schwierigkeiten kommen: Das ist keine Verzehrempfehlung für jegliche Beeren, informiert euch besser selbst noch mal, bevor ihr zugreift 😊

    Wetter
    Der vielleicht kritischste Aspekt, sowohl für die Auswahl der Ausrüstung als auch für das Wohlbefinden und die Stimmung während der Tour: Das Wetter.
    Grundsätzlich kann man während 3-4 Wochen Wanderung mit jeder Wetterlage konfrontiert werden: Regen, Hagel, Sturm, Hitze, Gewitter, Schnee. Bis auf den Schnee haben wir auch alles erlebt. Insgesamt hatten wir aber Glück mit dem Wetter. In den ersten 2,5 Wochen der Tour hatten wir nur an 2-3 Tagen mal kurz oder wenige Stunden unsere Regenkleidung an. Das änderte sich jedoch schlagartig beim Erreichen des Nationalpark Mercantour. Landschaftlich und von der Tier- und Pflanzenwelt ist der Nationalpark wirklich toll. Tiere, die wir die letzten Wochen wenn überhaupt nur hin und wieder aus der Ferne beobachten konnten, kamen plötzlich bis auf wenige Meter an uns heran und waren deutlich häufiger zu sehen: Gämsen, Murmeltiere, Steinböcke, sogar ein paar große Greifvögel haben wir bestaunt.
    Was das Wetter anging, präsentierte sich das Mercantour zwar vorhersehbar, aber auch nass. Das lief folgendermaßen: Jeden Morgen sagten wir uns „Wow, so tolles Wetter, so wenig Wolken, heute regnet es niemals“. Am Mittag war es dann ein „Naja, es zieht schon zu…“ und nachmittags dann „Kannste mir die Regenhülle drübermachen?“ und „Eins, zwei, drei, …. ,zehn, elf [Buuuuumm]. Das Gewitter ist noch 4 Kilometer entfernt!“. Zum Glück waren die Abende und Nächte dann immer wieder trocken und ruhig. Der viele Regen über dem Mercantour rührt daher, dass die feuchte Meeresluft über dem Gebirge des Nationalparks aufsteigt und sich dann abregnet. Also auf eine Art doch auch motivierend, weil das Meer immer näher kommt. Je näher man dem Meer kommt, desto früher am Tag regnet es übrigens.
    Wenig Regen in den ersten 2,5 Wochen heißt aber nicht, dass das Wetter optimal war…es war viel zu heiß!!! Wir wussten gar nicht, an wie vielen Körperstellen man schwitzen kann und wo der Schweiß einem überall runterlaufen kann. Insbesondere im Tal und in den Städten hat sich der Hitzesommer mit bis zu 40°C von seiner intensivsten Seite gezeigt. Aber gut, wir haben uns ja auch Südfrankreich und nicht Skandinavien als Ziel ausgesucht…
    Wir konnten auf dem GTA die allermeiste Zeit entspannt in kurzer Hose und T-Shirt wandern. Abends ohne Bewegung und in der Höhe mit ggf. noch Wind und Regen wurde es aber auch schnell frisch. Daher sind eine Isolationsschicht, z.B. ein Fleece, und eine Wind-/Regenjacke auf jeden Fall Pflicht.

    Ausrüstung
    Empfehlungen für sinnvolle Ausrüstung findet man im Internet wie Sand am Meer, jede und jeder hat eine andere Meinung dazu. Daher versuchen wir es hier allgemein zu halten und kurz darauf einzugehen, was für uns gut funktioniert hat. Grundsätzlich gilt aber: Nimm das mit, womit du gut klarkommst und dich wohl fühlst.
    Was man auf jeden Fall empfehlen kann, ist auf das Gewicht der Ausrüstung zu achten. Ein Kilo mehr oder weniger macht sich auf über 500 km früher oder später bemerkbar. Zur Gewichtsreduktion gibt es dann zwei Möglichkeiten: Einzelne Gegenstände durch eine leichtere Variante ersetzen oder sie ganz weglassen. Manchmal braucht es auch beim Wandern den berühmten Mut zur Lücke 😉 Solange das nicht auf Kosten der eigenen Sicherheit geht…
    Im PDF im Anhang findet ihr eine Liste mit den wichtigsten Gegenständen unseres Equipments, mit denen wir überaus glücklich waren. Die Liste ist ausdrücklich nicht vollständig. Und ja, wir wissen, dass die ca. 2,5 kg Kameraausrüstung alles andere als zwingend nötig gewesen wären, aber so sind für jede Person eben andere Gegenstände für so eine Reise wichtig. Insgesamt sind wir auf rund 13 kg Rucksack-Startgewicht pro Person inklusive 3 kg Wasser und 3 Tage Essen gekommen. Die am Körper getragene Kleidung haben wir nicht mitgewogen. Das Durchschnittsgewicht auf dem Weg war aber deutlich niedriger, da das Wasser nicht immer voll war und weniger Essen mitgeschleppt wurde.
    Bevor es mit der großen Reise losgeht, kann es sich lohnen, neue Ausrüstung vorher zu testen. Insbesondere sollten Schuhe eingelaufen sein, vor allem falls es sich um dicke Wanderschuhe handelt. Bei leichten Trailrunningschuhen, die wir für den GTA empfehlen können, ist das sicherlich nicht ganz so wichtig. Aber auch in unseren Altra Olympus haben sich Blasen und Druckstellen gebildet. Da konnten uns nur noch gute Blasenpflaster retten.

    Unterkünfte und Camping
    Wir haben auf dem GTA jede Nacht im Zelt geschlafen. Den Großteil der Nächte haben wir dabei „bivouak“ gemacht. In den französischen Alpen heißt biwakieren, dass man für nur eine Nacht an einem Ort schläft, das Zelt erst abends aufbaut und es morgens wieder abbaut. So ist das Schlafen im Zelt auf dem GTA an den meisten Orten geduldet, weshalb z.B. an den schönen Bergseen abends meist mehrere Zelte stehen.
    Es gibt jedoch ein paar Ausnahmen – rund um den Mont Blanc gibt es Sonderregelungen und auch in den Nationalparks ist das Biwakieren teilweise eingeschränkt. Zum Glück haben einige Berghütten Biwakplätze neben der Hütte, wodurch das Schlafen im Zelt auch in Nationalparks möglich wird. Außerdem gibt es in manchen Gegenden, in denen das Biwakieren verboten ist, trotzdem buchbare Biwakplätze, diese sind kostenlos. Der QR-Code zu der Buchungswebsite ist dann oft auf Schildern ausgewiesen. Es lohnt sich also, sich im Vorhinein zu informieren, wie die Campingregeln in den Nationalparks sind und an welchen Hütten biwakiert werden kann. Das Zelten neben den Hütten kostet meist nur wenige Euro pro Person und beinhaltet die Nutzung von Toilette und Dusche. Im PDF im Anhang findet ihr eine Liste mit allen Hütten, an denen das Biwakieren möglich ist. Insgesamt gibt es noch deutlich mehr Hütten zum drinnen Übernachten. Hierfür lohnt es sich zusätzlich zum normalen Schlafsack evtl. noch einen Hüttenschlafsack mitzunehmen.
    Ein Großteil der freien Grasflächen in den Alpen ist in Privatbesitz und durch Schaf- oder Kuhherden besetzt. Die Landwirt*innen finden es meist nicht so toll, wenn Zelte auf den Flächen stehen, so unsere Erfahrung. Einmal mussten wir das Zelt um 21 Uhr wieder abbauen und weiterstapfen, weil ein wütender Schafshirte uns partout nicht auf seiner anscheinend privaten Skipiste zelten lassen wollte…
    Neben den Berghütten gibt es in diversen Städten und Ortschaften auf dem Weg Unterkünfte und Campingplätze. Den GTA auch ohne Zelt zu wandern ist demnach kein Problem, erfordert nur etwas mehr Geld und Organisationaufwand, insbesondere in der begehrten Sommerzeit, in der frühzeitig gebucht werden sollte.
    Und noch ein kleiner Hinweis zu Unterkünften am Mittelmeer. Es ist teuer, sehr teuer. Der Wunsch nach Entspannung in einer kleinen Wohnung schlägt im Sommer für zwei Personen gut und gerne mit 150-200 € pro Nacht zu Buche. Deutlich günstiger, zumindest in Menton, ist der Campingplatz, welcher sich etwas oberhalb der Stadt befindet. Hier kostet die Nacht nur rund 30 €. Runter in die Innenstadt und zum Strand dauert es zu Fuß nur 10 Minuten und rauf vielleicht 15 Minuten. Laut Internet können nur 3 Nächte am Stück gebucht werden. Wenn man anruft oder direkt vorbeigeht, sind aber auch einzelne Nächte möglich.

    Verpflegung und Kochen
    Das lang ersehnte Abendessen nach einem harten Wandertag, der kleine Snack nach einem schweißtreibenden Aufstieg oder der wohlverdiente Zwischenstopp auf der Berghütte. Neben Schlafen, Pinkeln und Kacken ist die Verpflegung auf Tour wohl eines der wichtigsten Bedürfnisse. „Ohne Mampf kein Kampf“ heißt es doch…wobei wir hoffen, dass das Wandern weder kämpferisch noch quälend empfunden wird 😊
    Der GR5 bietet in puncto Essensversorgung super viele Möglichkeiten. Lebensmittelläden oder kleine Supermärkte werden meist jeden zweiten Tag erreicht. Bis zum Abzweig auf den GR52 mussten wir für maximal 2-2,5 Tage Essen mitnehmen, also wirklich machbar. Der GR52 hat da andere Ansprüche, dazu gleich mehr. Mit Lebensmittelläden sind Läden gemeint, die einen Großteil der Dinge für den täglichen Wanderbedarf anbieten, aber nicht so groß sind wie der typische Supermarkt in z.B. Deutschland. Wobei es diese Supermärkte auf der Strecke auch hin und wieder in den größeren Städten gibt. Dass die Preise in den Alpen und insbesondere in den abgelegenen Bergläden merklich höher sind als im Tal oder in der Großstadt, hat uns erst etwas erschreckt, es führt aber kein Weg daran vorbei. Wir sind ja glücklich, dass es die Läden überhaupt gibt! Übrigens bieten die Lebensmittelläden teilweise auch Campingbedarf an, wie z.B. Gaskartuschen.
    Die meisten Läden haben sonntags am Vormittag geöffnet und manche machen an Werktagen eine Mittagspause. Das lohnt sich im Hinterkopf zu behalten.
    Im PDF im Anhang findet ihr eine Liste mit allen Lebensmittel-Einkaufsmöglichkeiten. Wir haben versucht, die Läden auch grob nach ihrem Angebot zu kategorisieren.
    Zusätzlich zu den Einkaufsmöglichkeiten gibt es, wie in Frankreich üblich, viele Restaurants in den Ortschaften und Städten. Wenn man gerade nicht im Tal unterwegs ist, kommt man auf dem Weg zusätzlich sehr regelmäßig an Hütten vorbei, die ebenfalls warmes Essen und Snacks anbieten. Es ist also auch möglich, nur wenig Essen mitzuschleppen und dafür häufiger mal auf Hütten einzukehren. So lässt sich das Rucksackgewicht steuern. Wir haben unser Essen aber immer getragen und nicht in Hütten gegessen, was unserer veganen Ernährung geschuldet ist, auf die die Hütten und Restaurants leider nicht verlässlich eingestellt sind.
    Insbesondere in den heißen Monaten ist die Versorgung mit Wasser sehr bedeutend. Wie oben schon geschrieben, hatten wir in den ersten Wochen fast jeden Tag über 30 Grad, haben uns über jede Minute Schatten gefreut und so viel geschwitzt wie nie zuvor. Über die 3 Liter Wasserkapazität pro Person waren wir äußerst glücklich. Wir haben meist Wasser aus öffentlichen Wasserstellen z.B. an Hütten oder in Ortschaften genommen. Oft stand „Eau potable“ (Trinkwasser) dran, manchmal stand aber auch nichts oder „Eau non controlée“ (Nicht überwachtes Wasser) an den Zapfsäulen. All diese Varianten haben wir getrunken, ohne jegliche Beschwerden zu haben. Wenn ausdrücklich „Eau non potable“ (Kein Trinkwasser) ausgeschildert war, dann haben wir die Münder davongelassen. Wasserstellen gab es an so gut wie jeder Hütte und in jeder Ortschaft. Ansonsten hilft es auch mal in einem Restaurant oder bei Privatmenschen nach Wasser zu fragen, uns hat das noch niemand ausgeschlagen.
    Wenn nun keine Wasserstelle verfügbar ist, dann bieten Bergbäche eine weitere gute Möglichkeit für Wasser. Wir haben das Wasser dann jedoch gefiltert. Einmal haben wir auch aus einem kristallblauen Bergsee Wasser genommen und zusätzlich zum Filtern noch Micropur Forte Chlortabletten genutzt, um auch Viren aus dem nicht-fließenden Gewässer zu eliminieren.
    Jetzt aber zum GR52 – der Kür der Tour, der letzten Prüfung vor dem Ziel. Die Alternativroute nach Menton ist nicht nur vom Wandern und vom Wetter her anspruchsvoller als die Hauptroute nach Nizza, sondern auch was die Lebensmittelversorgung angeht. (Nicht falsch verstehen, wir würden immer wieder den GR52 nehmen, weil er landschaftlich einfach toll ist!) Zwischen dem Trennungsort Saint-Dalmas-Valdeblore und der Stadt Sospel (letzte Etappe vor Menton) gibt es keine Einkaufsmöglichkeit. Das sind 85 km oder rund 4-5 Tage zu gehen. Wer sich hier selbst versorgen möchte und nicht auf Essen in Hütten zurückgreifen möchte, sollte sich in Saint-Dalmas-Valdeblore gut überlegen, wie viel Essen benötigt wird. Wir haben aus Versehen sogar für 6 Tage Essen gekauft, weil wir den Supermarkt in Sospel nicht auf dem Schirm hatten und unser Reiseführer noch einen Tag länger eingeplant hatte, als wir am Ende gebraucht haben. Da sind unsere Rucksäcke kapazitätsmäßig auf jeden Fall an ihre Grenze gekommen. Zwischen Sospel und Menton haben wir übrigens nur eine Möglichkeit zum Wasser nachzufüllen gefunden, und zwar an einem super süßen Picknick-Ort, den liebe Menschen für Wandersleute geschaffen haben. Dort gibt es Wasser, Sirup und ein Gästebuch.
    Wo Trinken und Essen rein geht, muss es auch wieder raus. Unserer Beobachtung nach gab es sehr viele öffentliche Toiletten, auch in mittelgroßen Dörfern. Diese sind ausgeschildert oder mit der oben genannten „OsmAnd“-App auffindbar 😊
    Insgesamt kann man sagen, dass die Versorgung mit Essen und Wasser auf dem GTA gut ist, aber auf dem letzten Drittel der Tour etwas mehr Organisation erfordert als in den ersten Wochen. Insbesondere was das Wasser angeht, sind wir Richtung Ende in den Modus „immer alles vollmachen“ übergegangen.
    Kurzer Zusatz: Wir haben uns als vegan lebende Personen auch auf unserer GTA-Tour vegan ernährt. Wir sind immer wieder erstaunt gewesen, wie wenig das französische Lebensmittelangebot die pflanzliche Ernährung im Blick hat und wie stark der Fokus auf tierischen Lebensmitteln liegt. Dementsprechend schrumpft das Angebot. Andererseits wird man so auch von sehr verlockenden, aber natürlich ungesunden Keksen und Supermarkt-Backwaren ferngehalten. Überall muss ja bekanntlich noch ein bisschen Süßmolkenpulver und nen gutes Stück Butter rein! Nichtsdestotrotz gab es genug vegane Auswahl, um leckere Abendessen zu zaubern und mittags war es dann häufig das Hummus-Baguette mit Oliven…

    Mobiles Netz und Sicherheit:
    In diesem kurzen Kapitel möchten wir noch kurz auf die Sicherheit in den Bergen und die Netzsituation eingehen. Da wir zu zweit unterwegs waren, haben wir dem Thema Sicherheit nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit gewidmet, vielleicht naiv? Wir hatten beide je ein Handy dabei. Zusätzliche Satellitenkommunikation wirkte auf uns etwas Overpowered für die doch recht gut angebundenen Alpen. Trotzdem muss man sich im Klaren sein, dass man auch mal einige Stunden oder nahezu ganze Tage kein mobiles Netz hat. Meistens hatten wir zum Akku sparen ein Handy im Flugmodus und das andere ausgeschaltet. Dabei kann es sinnvoll sein, zwischen den Wandernden die SIM-PINs und normalen PINs der Handys auszutauschen. Da der GTA zumindest im Sommer gut besucht ist, muss man im Regelfall nicht lange suchen, um andere Wandernde zu finden, die im Notfall unterstützen können.
    Und noch eine Empfehlung für alle, die ihre Reise mit Familie und Freunden teilen wollen. Wir haben gute Erfahrungen mit „FindPenguins“ gemacht. In der App kann man z.B. für jeden Tag einen sogenannten „Footprint“ anlegen mit der Position des Schlaf-/Zeltplatzes, Bilder des Tages hochladen und einen kleinen Tagesbericht schreiben. Den Link zur Reise können dann andere Menschen öffnen und die Reise mit verfolgen. Die App ist kostenfrei und für die anschauenden Menschen sind kein App-Download oder eine Anmeldung nötig.

    Fazit
    Wow, das waren ganz schön viele Informationen auf einmal. Wer bis hier gelesen hat, verdient unseren Respekt! Hoffentlich haben euch die Hinweise und Erfahrungen geholfen. Wenn ihr weitergehende Fragen habt, zögert nicht sie zu stellen 😊
    Jetzt noch unser Fazit zum GTA:
    Eine Fernwanderung, die auch als erste Fernwanderung gut geeignet ist. Etwas Bergerfahrung ist sicherlich sinnvoll, aber nicht zwingend erforderlich. Die Versorgungssituation mit Essen und Wasser ist relativ entspannt und bedarf auf den meisten Abschnitten keiner großen Planung. Der Weg ist super markiert, eine digitale Offline-Karte ist aber trotzdem empfehlenswert. Es ist unkompliziert möglich, über den gesamten Weg im Zelt zu übernachten, solange man aufmerksam ist und regionale Sonderregelungen beachtet. Übernachten in Unterkünften ist ebenfalls gut möglich. Je nach Fitnesslevel und Ambition sollten 25-35 Tage eingeplant werden. Wer nicht so viel Zeit hat, kann die Route auch ganz bequem auf mehrere Urlaube aufteilen.
    Die von uns gewählte Route (GR5, GR55, GR52) hat uns sehr gut gefallen! Die anstrengenden Anstiege wurden mit tollen Aussichten belohnt, wir haben nette Menschen kennenlernen dürfen, haben an traumhaften Zeltplätzen übernachtet und ganz nebenbei einen Monat am Stück Sport gemacht. Der Körper dankt. Der einzige Aspekt, den wir uns auch anders hätten vorstellen können, war die Anzahl an Menschen auf manchen Teilabschnitten. Insbesondere rund um den Mont Blanc wurde es recht voll. Aber als Zeltmenschen hatten wir ja zumindest morgens und abends meist die Natur ganz für uns, also alles halb so schlimm. Abschließend können wir in fester Überzeugung sagen: Die Erfahrungen dieses Wanderabenteuers werden wir niemals vergessen!
    GTA_Ausruestung_Biwakplaetze_Einkauf.pdf
  3. Gefällt mir!
    9. Lučice hory und České Švýcarsko bis Děčín
    29.-31. August
    88 km
    Die Regennacht war gar nicht so übel wie befürchtet. Das Gewitter blieb aus, der Sturm war nicht wild und gegen das Pladdern der Regentropfen auf mein Zelt halfen Ohrenstöpsel. Kein Wunder, dass es um 6 Uhr morgens im Schlafsack am gemütlichsten ist.

    Es hilft nix, ich möchte nicht zu spät los, sonst bin ich wieder in einem Trödelmodus, der den ganzen Tag her hält.
    Schon gleich nach 700 m des Weges begeistert mich eine Felsenformation mit Aussicht: Vraní skály, lt. Tafel ein Kletterfels.


    Dann kommt man durch die Ortschaft Petrovice, die keinerlei Einkaufsmöglichkeiten anbietet. Am Ortsrand esse ich auf einer Wiese meine letzten Reste Käse und Wurst und überlege mir eine Versorgungsstrategie. Die nächste Möglichkeit zum Resupply wäre in Hřensko, das ca. 75 km entfernt ist, also 2-3 Tagesmärsche. Hřensko will ich aber eventuell abschneiden, da die Strecke bis dahin seit der Brände 2022 zum Teil umgeleitet wird und ich die Gegend von vor 2022 kenne. Da fällt mir ein, dass ich was von einem quasi 24/7 Selbstbedienungs-Supermarkt in Oybin gelesen habe und so lasse ich die Hochwaldbaude aus und gehe schnurstracks nach Oybin hinunter. Der Weg ist gar nicht schlecht und führt an den sehenswerten Kelchsteinen und anderen Felsriesen vorbei. In dem Tante-M-Laden bekomme ich eigentlich alles, was ich so brauche. Prima, da leiste ich mir doch gleich ein Magnum und ein Radler.

    Nach der Mittagspause gehe ich zurück bis nach Hain, dem Grenzübergang und genieße die Felsenstadt bei Jonsdorf, die ich eigentlich schon kenne, da dort der Oberlausitzer Bergweg entlang führt.




    Ich mache Mittagspause auf einem Aussichtsfelsen mit gleichzeitiger Sicht auf Ještěd und Hochwald/Hovzd. Für den Abend ist die Lausche mein Ziel. Der letzte Anstieg zum Gipfel vergeht schnell und die Mühen haben sich gelohnt. Ein fantastischer Rundumblick!




    In der Ferne sehe ich das Isergebirge, von wo ich hergekommen bin, den Turm des Ještěd, viele Pyramidenkegel, deren Namen ich nicht weiß, bis auf den Jedlová und Studenec, auf die mein Weg hinführen müssten. Und ganz in der Ferne sieht man den Fernsehturm von Děcin, den Ort, wo ich gerne einen Zeroday einlegen möchte. Der ist aber noch ganz schön weit weg. 2 km hinter der Lausche finde ich in einer wilden Wiese ein Kuhle, in der ich mein Zelt platziere. Die Unebenheiten werden mit Packsäcken ausgepolstert. Wird schon gehen für die Nacht. Es gibt schönere Plätze, aber man muss zugreifen, wenn sich etwas einigermaßen Passables ergibt.

    Gerade als ich morgens aufstehen möchte, fängt es das regnen an. Na super, nasses Zelt einpacken. Doch dann geht's im Trockenen los.


    Nach nicht mal 5 km vor dem steilen Aufstieg zum Tolštejn schon wieder Pause an einem Getränkeautomaten. Dort versorge ich mich mit einem Birell und einer Schokowaffel. Vor dem letzten Aufstieg zum Tolštejn mache ich in der Sonne erstmal Frühstückspause und trockne die Schlafsäcke. Schon überlege ich mir, die letzten Höhenmeter auf den Gipfel zu sparen, sehe aber einen einwandfreien Aussichtsturm. So verstecke ich meine Habe und mache mich ohne Rucksack auf den Weg zum Gipfelchen. An dem Tolštejn-Restaurace bekommt man noch umgerechnet 1,80 € für das Drehkreuz zur Aufstiegsleiter abgeknöpft. Das ist mir jetzt auch egal, das sonnige Wetter verspricht eine geniale Sicht. Und so ist es, der Wow-Effekt stellt sich prompt ein.

    15 min später stelle ich fest, dass die Besteigung eine gute Idee war, da der weitere Weg nicht auf den benachbarten Jedlová führt.

    Vorbei an unzähligen Bunkern kommen die Basaltsäulen des Zlatý vrch immer näher. Das ist bereits das dritte Mal, wo ich dort bin und immer wieder bin ich beeindruckt von den Steinformationen.

    Dann aber heißt es nochmals ranhalten, der Aufstieg zum Studenec ist schweißtreibend, aber auch lohnend. Und der Aufstieg auf den Aussichtsturm kostet nichts.

    Es folgt ein elend langer Abstieg nach Studený. Das anvisierte Restaurant ist geschlossen, aber der Imbiss 500 m weiter hat alles, auf was ich Lust habe: gegrilltes Hermelin mit Toast und Pivo. Es schleichen sich etliche Stezka čezkem -Wanderer aus der anderen Richtung vorbei, nicht ohne einen Drink oder ein Softeis zu kaufen.

    Mit dem Ehemann der Imbissbetreiberin komme ich ganz nett ins Gespräch. Er heißt Petr und hatte Verwandtschaft aus meiner Geburtsstadt und der Oberpfalz-Ecke, die ich auch meine nähere Heimat nenne. Ihm gefällt es in Tschechien nicht so gut, tja, die Regierung....ich frage, ob wir zu dritt ein Selfie machen können, ja, machen wir. Seine Frau heißt Jana.
    So gestärkt geht es die letzten Kilometer durch die Kamnitz Schlucht.

    Die kenne ich auch, aber vor 6-7 Jahren lagen da keine abgestorbenen Bäume an den Seiten. Da ich am späten Nachmittag unterwegs bin, ist kein Mensch dort. Das nutze ich aus und steige splitterfasernackt in die Kamnitz für ein kurzes Erfrischungsbad. Es ist wunderschön dort, aber halt Reservace und so steht fest, dass ich den Campingplatz in dem unaussprechlichen Jetřichovice ansteuere. Der ist für tschechische Verhältnisse teuer, aber fest in ostdeutscher Hand von der Kundschaft her. Obwohl, die umgerechnet 15€ inkl. Duschmarke sind gut investiert. Endlich mal wieder mit warmen Wasser Haare waschen, welch ein Luxus. Und morgen nehme ich Kurs nach Děcin, da möchte ich meinen ersten und wahrscheinlich letzten Zeroday machen.

    Der Campingplatz ist im Prinzip empfehlenswert, ein sauberer Platz mit gepflegten Anlagen. Ich schlafe mit meinen Ohrenstöpsel ganz gut. Das Problem ist die Lage an der Kamnitz, das Zelt ist morgens auch ohne Regen vollkommen nass. Einmal durch die Wiese gehen und das Fußbad ist garantiert. Ich bin die erste, die zusammen packt. In einer Stunde gibt's für 2 Stunden Starkregen, ein Regengebiet zieht durch. Also ist der Verlängerungsplan über Mezní Louka hinfällig, ich mag nicht im Regen durch die Felsenstadt der Böhmischen Schweiz die Stiegen auf und ab stapfen und suche mir einen direkteren Weg nach Děcin. Dort habe ich für 2 Nächte so ein "Bungalow" auf dem Campingplatz gebucht. Es soll jetzt mal einen Pausentag für mich geben, evtl. neue Schuhe, eine neue Gaskartusche, eine neue Speicherkarte...

    Durch Zufall stoße ich auf eine große Höhle und durch Zufall fängt es genau da zum Schütten an. Ich mache eine ausgedehnte Frühstückspause und bin fast am Einnicken, als der Regen durch ist. Also geht es wieder auf, der Weg verläuft über die Bunkerlinie und führt am alten Friedhof von Schemmel vorbei.

    Den erkenne ich wieder, da war ich schon mal auf meiner Kammtour vor 7 Jahren und ärgerte mich damals, dass es kein Wasser gab. Wie so oft auf tschechischen Hřbitovs.
    Später geht es steil eine Klamm hinauf und irgendwann stehe ich vor der Entscheidung, den Gipfel des Růžovský vrch, des Rosenbergs, mitzunehmen. Der hat aber keine Aussicht und so lasse ich es und steige lieber auf den viel niedrigeren Pastevní Vrch, der hat wenigstens eine klasse Aussicht ins Elbsandsteingebirge.



    Beim Abstieg komme ich nach Rusová und dort ist ein Restaurant geöffnet. Ich esse gegrilltes Gemüse und einen Salat. Das erste Mal auf der Reise komme ich auf meine 500 g Gemüse. Dann zieht sich der Weg auf dem E3 ziemlich bis Děčín, hat aber doch noch wunderschöne Highlights zu bieten, ein toller Wegverlauf mit immer wieder Aussichten auf die Labe/Elbe.

    Die letzten 2-3 Kilometer durch Děcin sind verkehrsreich und laut und die Lage des dortigen Campingplatzes auch. Obendrüber verlaufen Bahnlinien und ein Autobahnkreuz und die Bungalows sind alle belegt, an meinem tapsen ständig deutsch sprechende junge Damen vorbei. Ich sehe schon, ohne Ohrenstöpsel finde ich da keine Ruhe. Die erste Phase der Pflichten hat schon begonnen: Meine Schlafsäcke und mein Zelt trocknen bereits und die ersten Klamotten sind durchgewaschen. Morgen geht's zum Einkaufen, gegoogelt hab ich schonmal.

    Wenigstens ist das Bett bequem.
  4. Danke!
    7. Krkonoše (Riesengebirge) mit versehentlicher Königsetappe über die Schneekoppe
    23.-25. August
    90 km
    Die Hotelnacht in dem 10 stöckigen Gebäude in Trutnov war super. Morgens um 6 Uhr kann man vor lauter Nebel gar nichts von der Stadt sehen. Aber ich bin ja erst mit zusammenpacken beschäftigt, den Frühstück gibt es erst um 8 Uhr am Wochenende. In der Hoffnung, schon ein Käffchen vorher zu ergattern, bin ich schon um 20 vor 8 vor dem Frühstücksraum, umsonst. Ist noch abgesperrt. Und dann sind auf einmal 30 bis 40 Frühstücksaspiranten vor der Glastür, und als aufgeschlossen wird, bin ich die 3. am Kaffeeautomaten und warte geduldig lange 5-10 Minuten, bis mein Kaffee aus der Kiste produziert wird. Es gibt heute morgen Speisen, die sonst nie um diese Zeit verzehren würde: Rührei mit Speck, Wiener Würschtl, gebratenes Gemüse und 2 Stück Kuchen mit Blaubeerjoghurt. So gestärkt geht es um 8:30 geht es los aus Trutnov. Ich habe spontan am frühen Morgen etwa 25 km weiter nochmals eine Nacht in einer Baude gebucht, da ich heute spät wegkomme und ich nicht irgendwo auf der Schneekoppe am Abend landen möchte. Keine Lust auf kalte Nacht und Rangerkontrollen.

    Etwas abseits von der Via Czechia lockt die Lysečinská bouda und es klappt mit der Buchung über mapy.com. So mache ich auf ganz gemütlich und schaue mir Mittags erstmal ganz ausführlich die Bunker auf dem Stachelberg an.

    Hitler hat Tschechien bereits weit vor dem 2. Weltkrieg gedroht, was die Tschechen frühzeitig veranlasst hat, mit dem Aufbau der Bunkerlinie zu beginnen. Nur gab es dann schon im September 1938 ein Abkommen, in dem Tschechien Gebiete abtreten musste, und so griffen sich die Nazis die Bunker. Umso verständlicher wird die radikale Vertreibung der Deutschen nach Kriegsende. Alle haben es schon vor Kriegsausbruch gewusst, wie sehr Deutschland als Kriegstreiber fungiert, aber das was uns Nachkommen vermittelt wurde, ist, dass man "ja nichts gewusst hat".

    Die Wege in Richtung Sniězka sind wunderschön und ich genieße die Ruhe der Landschaft.


    Ich komme an drei Unterständen vorbei, die sich zum Übernachten eignen, aber ich freue mich auf meine Berghütte.

    Die erreiche ich dann am mittleren Nachmittag und bin entzückt über das gemütliche Kammerl im 2. Stock. Als Abendessen gönne ich mir Hühnerschnitzel, wohlwissend, dass die letzten 2 Tage eher hyperkalorisch ausgefallen sind. Aber ich habe ja noch 3 Wochen zu wandern!

    Der Plan des heutigen Tages ist folgender: die Baudenübernachtung nutzen, um einen Frühstart hinzulegen. Es ist kein Zelt und Zeugs einzupacken. So früh wie möglich los um die 4 h bis zur Schneekoppe abzusolvieren, bevor der große Gipfelansturm kommt, und der kommt so sicher wie das Amen in der Kirche.

    Ich stehe um kurz vor 4 Uhr mit Stirnlampe auf der Asphaltstraße und folge ihr in der Dunkelheit bis Horní Malá Úpa. Komme dadurch rasch vorwärts. Dann geht es bereits in der Morgendämmerung den Grenzsteig entlang.

    Alle Wege im Riesengebirge sind mit Steinen ausgelegt, was es manchmal schwierig macht, vorwärts zu kommen. Ich muss sehr aufpassen, um nicht umzuknicken. Aber die frühmorgendliche Aussicht auf Polen ist großartig. Dann rückt sie auch endlich ins Visier, die Schneekoppe.

    Von ihr hat mir schon mein Großvater erzählt. Der Weg verläuft natürlich nochmals nach unten, um dann wieder anzusteigen.


    An der Bouda Jelenka mache ich um 7 Uhr erstmal Frühstück, um dann die restlichen 3,5 km in Angriff zu nehmen. Da fällt mir das Via Czechia Schild ins Auge, das verheißt, dass es bis zur Labská Bouda (Elbfallbaude) nur mehr 22 km weit ist.

    Warum dort nicht gleich einbuchen? 12 km hab ich schon, noch die 4 km bis zum Gipfel und dann den Rest, pillepalle! Gesagt, getan, gebucht, bezahlt, weil ich habe hier gerade auch Netz.
    Auf den letzten Metern zum Gipfelplateau hüpft mir doch prompt ein junger Baumpieper ins Sichtfeld!

    Allein die Aussicht schon auf dem Anstieg ist großartig, auch wenn die Sonne längst vormittäglich am Himmel steht.

    Dann erreiche ich den Gipfel noch vor neun Uhr, die Seilbahn baggert schon vereinzelt Leute hoch. Das Bistro hat noch zu und im Schlesierhaus am Sattel weiter unten ist noch tote Hose.


    Ich will dem rot-markierten Weg weiter folgen, aber halt, "Ugawa", der ist Einbahnstraße, nur für die Aufsteiger. OK, mapy.com schlägt mir eine Umgehungsschlaufe vor, denn ich bin hier heroben ohne Netz und deswegen wird mir die polnische Topokarte nicht angezeigt, die ich mir vorab nicht zum offline-Gebrauch heruntergeladen hatte. Schwerer Fehler!

    Und so mache ich mich auf den Weg auf einem Umweg auf der tschechischen Seite, erstmal nichts ahnend, dass der erstmal 5 km ganz weit hinunter führt und dann 5 km bis zu einem Talschluss zwar wildromantisch, aber dann verflucht steil wieder bergauf. Es ist bereits Mittag, als ich auf dem Sattel links des Schneekoppegipfels stehe. Mittlerweile werde ich von den Massen von Gipfelstürmern erschlagen. Und dann sehe ich auch noch, dass es doch eine Abkürzung auf der polnischen Rückseite der Schneekoppe gegeben hätte.

    Zu spät, um sich zu ärgern. Ich verlaufe mich kurz auf die polnische Seite und stolpere dann den richtigen Weg weiter bis zur Luční Bouda, wo ich dringend eine Pause brauche für Kofola, polévka, Cappuccino und koláče.



    Dann funktioniere ich wieder besser und stürme ein enggeschnittenes Tal hinunter. Keine Chance zum Wildcampen hier, bin ich froh um die gebuchte Baude. Eigentlich hätte ich der Via Czechia nochmals über einen Kamm mit mehreren 1400er folgen sollen. Ich merke aber, dass ich nach 38 km und 1700 hm ziemlich alle bin. Außerdem habe ich mich schon wieder verlaufen und bin einen Wasserlaufweg an der Bílý Labe (Weiße Elbe) falsch abgebogen. Wunderschön, aber falsche Richtung. Also wieder zurück.

    Dann suche ich mir auf der Karte einen weiter unten liegenden Weg bis zur Labská Bouda, der sich als Höhenweg mit toller Aussicht entpuppt.


    Zum Genießen bin ich ehrlicherweise viel zu platt. Ich muss das morgen wieder im Genussbereich machen, denn die letztlich 45 km und 2200 hm auf meinem Tagestacho sind mir auf Dauer zu viel.

    Die Baude ist mehr oder weniger ein Ski-Hotel aus geschätzt den 90ern, aber das ist mir heute egal. Duschen, Essen, Schlafen und morgen das Frühstück um 8 zelebrieren. Morgen wird ein kurzer Tag, versprochen.

    Heute lasse ich es líný angehen. Nach einer guten Nacht, ich habe zeitweise geschlafen wie ein Stein, bleibe ich bis nach 8 im Bett und trolle mich erst um halb 9 zum Frühstück, in der Hoffnung auf freien Zugang zum Kaffeeautomaten. Und das hat sich gelohnt. Ich ergattere 4x káva lungo und einen Teller voller Rührei mit Wiener Würstchen als ersten Gang. Der zweite wird Kuchen mit Sahnejoghurt-Topping. Das brauche ich auch, weil nach 3 Wochen Wandern sind meine angefutterten 2 Kilo zu viel mittlerweile fast abgeschmolzen, wie ich nach der Nacht feststellte. Um halb 10 geht's erst los für mich, es sind heute tatsächlich nur 16 km bis Harrachov, wo ich mich im Skizentrum vor den Sprungschanzen für einen schmalen Taler eingebucht habe. Ein "Nero-Day" also.

    Der erste Teil der Strecke besteht aus einem absoluten Panoramaweg durch den Rest des Krkonoše mit permanenter Aussicht.


    Am Václav Vrbrata und Bohumil Hanč Denkmal begegne ich 2 Österreichern aus dem Mühlviertel und wir kommen ganz nett ins Gespräch, so dass wir uns zum gemeinsamen Selfie entscheiden.

    Dann geht es aussichtsreich weiter auf der Langlaufmagistrale bis zum Bergkamm, wobei mir immer mehr Leute, überwiegend Polen, entgegen kommen. Später Vormittag/Mittag zertreten sich die Touris insbesondere im Riesengebirge, zumindest im August, das muß man wissen. Ein Stück des Weges verläuft auf polnischen Boden, die Reifträger Baude ist bereits kilometerweit zu sehen, ich aber werde einige hundert Meter davor wieder nach links in die Tschechische Republik abbiegen.

    Da sind dann auch etwas weniger Leute. Der zweite Teil der Strecke verläuft dann sehr idyllisch kilometerweit durch das Mumlava-Tal, zwar auf Asphalt, aber das ist mir fast lieber als die sonst so steinigen Wege. An der Mumlava Bouda mache ich nochmals Halt, damit ich nicht zu früh im Hotel einchecke.

    Und dann geht's auch recht schnell. An den Sprungschanzen steht das Hotel und hat Schullandheimcharakter.

    Ich bin in einem 5-Bettzimmer mit Etagenklo und -dusche. Das Zimmer habe ich aber für mich alleine und für 30€ mit Luxus-Frühstück darf man nicht meckern. Es ist mittlerweile bewölkt und herbstlich kalt geworden, da wäre es auf dem Campingplatz auch nicht idyllisch. Im Potraviny gegenüber hole ich mir Linseneintopf und Birell zum Abendessen und schaue mir noch die diversen Sprungschanzen an.

    Alles lost places mittlerweile, der tschechische Skiverband hat kein Geld mehr und die Sportstätten verfallen und sind überwuchert.

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    waldhummel hat eine Reaktion von Gaeubodenhex erhalten in Den halben Sommer in Tschechien: Via Czechia severní (Nordtrail)   
    Großartiger Bericht und tolle Fotos!
    Bekomme sofort Lust, loszuwandern!
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    waldhummel hat eine Reaktion von khyal erhalten in Den halben Sommer in Tschechien: Via Czechia severní (Nordtrail)   
    Großartiger Bericht und tolle Fotos!
    Bekomme sofort Lust, loszuwandern!
  7. Witzig!
    Das dir das peinlich ist, mit der Sprache, kann ich verstehen!
    Ich wohne nur ca 100Km von der Holländischen Grenze und bin immer wieder peinlich berührt, das unheimlich viele Holländer ein ganz passables Deutsch sprechen und umgekehrt fast niemand meiner Mitbürger (einschließlich mir) auch nur mehr als drei Worte Holländisch spricht!
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    Gäuhex ist korrekt 🤗
    Ja, kommt alles noch. Ich werde euch aber nicht jeden Tag Tagebucheintrag präsentieren, da lest ihr euch einen Wolf, sondern versuchen, die Tour in Regionen zusammen zu fassen. Also kleines bissi Arbeit😂

  9. Danke!
    Zur Planung:
    Man braucht sich nicht das Hirn zermartern. Erster Schritt ist die Festlegung auf das Projekt mit Auswahl der Jahreszeit und des Zeitrahmens. Natürlich gibt's wunderbare (auf tschechisch) Bildbände von Jan Hocek, die einem die Vorfreude potenzieren. Es gibt auch Papierkarten über den gesamten Trail. Das Entscheidende aber ist die richtige gute App Mapy.com, in der man sich die Regionen vorab runterlädt und die Einzeletappen darauf legt. Dort ist alles zu finden, von Quelle bis Útulná (Unterstandshütte), Unterkünfte sind teils mit booking.com vernüpft, jedes Potraviny (Lebensmittelgeschäft) mit Öffnungszeiten, so auch die Restaurants oder Imbisse. Eigentlich muss man nicht viel planen. Vielleicht gelegentlich vorher checken, wann die Abschnitte kommen, wo es mal für eine knappe Woche keine potravinys gibt. Selbst Unterkünfte buchen ist spontan ein Kinderspiel und ist für einzelne Regionen, in denen Wildcampen ein No-Go ist, wie z.B. im Riesengebirge, wichtig.
    Ich entschied mich für August bis Mitte September, wohl wissend, das in Tschechien und Polen Ferienzeit ist und stellte mich für August auf die Höhe Besucherfrequenz in den Mittelgebirgen ein. D.h. aber auch, auf die schönen Útulnás kann man nicht zählen, die sind immer belegt. Wildcampen ist genauso wie bei uns formal nicht erlaubt, was aber toleriert wird ist Cowboy Camping. An warmen Sommerabenden erscheinen zig bis Hunderte Tschechen flashmobartig auf den namhaften Gipfeln und Biwakieren, um die paar Minuten Sonnenunter- und -aufgang zu zelebrieren. So auch ich.
    Ein paar Campingplätze liegen günstig, und auch die nutzte ich gelegentlich, um warm zu duschen und Powerbank aufzuladen, auch wenn im Sommer viele Jugendgruppen anzutreffen sind.
    Einen Zeroday gönnte ich mir nach 4 Wochen in Děcin in einer Campingplatzhütte, um paar Sachen zu erledigen, aber auch da kam ich vor lauter Sightseeing auf 10 km. Ansonsten taten es zur Erholung 3-4 "Uzwa's", unter 20 km, zum Schürfwunden pflegen oder wegen eines leichten grippalen Infekts.
    Nach einem einzigen Gewaltritt mit 45 km und 2200 hm über die Schneekoppe merkte ich schnell, das mein Genusstagespensum so bei 27-32 km im Schnitt liegt. Da fehlt sich nix.
    Die Tour insgesamt ist kein Spaziergang. Ich kam auf 1100 km (kleine Abwandlungen der Strecke waren auch mal drin) und 32000 hm. Dessen soll man sich bewusst sein. Und die dicken hm hatte ich speziell in den ersten 2/3.
    Die Temperaturen lagen zwischen 38° bis weit in den einstelligen Bereich hinein. Ich hatte eine Mischung aus ultraleicht und mini-Luxus, z.b. die Kombi Sommerschlafsack mit Sommerquilt (sehr gute Kombi), leichte Daunenjacke, 3 Powerbanks (eine zuviel, obwohl die große 20000er mal versagte), den Agilität von Weitläufer (eigentlich ein toller Rucksack, der mir aber bis zum Schluss "Rücken" bescherte und das Plex Solo Lite von Zpacks, eine schöne Behausung. Meine Trailerinnungsschuhe von La Sportiva haben die 1100 km ausgehalten, ein Regenschirm war Gold wert, die Regenhose habe ich nicht gebraucht (weiß man's vorher?) und die lange Montura-Hose war im Riesengebirge angenehm. Kocher mit dem Rocket von Msr bissi schwer, dafür sparsam im Gasverbrauch. Kartuschen Nachkauf erst nach 4 Wochen. Nun, die TR NXT mit Pumpsack, eine 0,3 mm Evazote, das Ultralightbivi von Cumulus. Das sind so die wichtigsten Eckdaten. Anfangs war der Rucksack knallschwer, weil ich bei der Hitze bis zu 3 l mit schleppte. Im September war das Wassergewicht kein Problem.
    Essen muß man je nach Gelegenheit. Ramensuppen in Hülle und Fülle. Ich nahm immer Käse und Wurst (Hermelin und Klobása) und diese tschechischen Brötchen mit, hatte unzählige Waffelsnacks und Nescafé 3 in 1 dabei. Und natürlich futtern und trinken, was sich unterwegs so bietet, smažený sýr mit hranolky, Klobása, Hamburger, Birell, Kefir, Milch oder ein Pivo vom Fass. Alles viel günstiger als bei uns daheim.
  10. Gefällt mir!
    Es gibt in Tschechien wunderschöne Wanderwege durch Landstriche, die wilder erscheinen als bei uns. Etwa zeitgleich um 2020 wurden 2 in weiten Teilen ähnliche Wanderwege kreiert, die das Land umrunden: die Stezka Čezkem und die Via Czechia. Es heißt, Stezka Čezkem sei noch mehr abseits der Zivilisation, und viele wanderlustige Tschechen sind eher auf diesem Trail unterwegs. Ich jedoch wählte die Via Czechia severní, also die Nordroute, und zwar von Ost nach West.
    Vorab, 40 Tage Primetimewandern (und An- und Abreisetag) in einem Land, das man unbedingt gerade noch als einen Geheimtipp für den natur- und landschaftsliebenden Wanderer bezeichnen darf.
    Für den Interessierten werde ich gerne in Etappen über die durchwanderten Regionen berichten. Und auch über bestimmte Teilaspekte wie Ausrüstung, Planung, Übernachtung, "Resupply"....







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    waldhummel reagierte auf cafeconleche in UL-Rucksack ca. 50l für Frauen   
    bisschen kleiner, habe ich jetzt bei den Fernwandertagen beim Stand von walk on the wild side gesehen: Symbiosis Aspen.
    Spezieller Rucksack für Menschen mit Brüsten von A bis wirklich ne Menge und relativ schmale Schultern.
    Kam dort allgemein gut an.
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    waldhummel reagierte auf cozy in Pacific Northwest Trail   
    Hey Leute, 
    ich habs leider nicht geschafft den Blog unterwegs zu schreiben. Der PNT war zu fordernd mit langen Versorgungsabschnitten und schlechtem Netz. Aber, ich habe aber das Ziel erreicht. Insgesamt waren es dann über 1300 Meilen, da wir wegen Waldbränden lange Umwege gehen mussten. Ich habe 64 Tage gebraucht mit insgesamt 4 Ruhetagen. Im Anschluss war ich noch 150 Meilen auf dem JMT und bin auf Mount Whitney gestiegen. Ich werde die Blogeinträge nun nachschreiben, aber das wird eine Weile dauern.

    Cape Alava

    Mount Whitney
     
     
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    waldhummel reagierte auf cozy in Pacific Northwest Trail   
    Heyhey,
    hab hier lange nichts mehr geschrieben. Ich sitze aber gerade am Flughafen und habe mich dazu entschlossen wieder regelmäßig zu bloggen. Diesmal geht es in die USA auf den PNT. 
    https://www.landstreicher.blog/blog/prolog
    Und natürlich die Packliste
    https://lighterpack.com/r/fkq0gm
     
    Cheers Constantin
     
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    Hallo @dgraffe, vielen Dank für das Vorstellen Deiner coolen Erweiterungen! 
    Ich habe mir die Teile auch mal besorgt und montiert. Die Schulterpolster finde ich schonmal sehr angenehm.
    Ich habe nur Schwierigkeiten mit der Befestigung der Taschen: wenn ich sie in die Schlaufen einfädele, dann baumeln sie doch sehr. Kannst Du vielleicht nochmal zeigen, wie Du das genau gemacht hast? Vielen Dank schonmal!
    @crisensus Welche Modifikationen empfiehlst Du denn für schmal gebaute Menschen an den Schultergurten?
  15. Danke!
    Generell, soweit ich es verstanden habe, leben KI-gestützte Beiträge (so würde ich es gerne bezeichnen) ja nicht nur von einer Inet-Quelle sondern aus der Zusammenfassung verschiedener Quellen, auf die die Software Zugriff hat bzw. die sie bereits "verinnerlicht" (gefressen) hat.
    Von daher ist es mehr als ne normale Google-Suche und kann durchaus ne Bereicherung sein.
    Zum Anderen - verbieten ist ein Kampf von Vor-Vorgestern. Welchen Maßstab will man da anlegen? Wieviel "Eigenleistung" der Posters soll es denn sein? Nö, da sehe ich NUR Probleme auf das Forum zukommen. Bestenfalls kann man darum bitten, das der Poster die Informationen nochmal auf Sinnhaftigkeit überprüft. Thats it!
    Zudem, wer allzu platte KI-Antworten postet macht sich damit selber angreifbar und, in Grenzen, unglaubwürdig. Derartige Handeln mendelt sich über die Zeit vermutlich aus. 
    My2ct 
  16. Gefällt mir!
    Rein KI generierte Inhalte mag ich auch nicht, zumindest nicht in nen Forum. Wenn z.B. ein User nach einem Zelt fragt und jemand dann nur eine KI generierte Antwort liefert, ohne vll. selbst Ahnung von dem Zelt zu haben. Mag Nett gemeint sein, ab und zu sogar hilfreich, aber in der Regel eher unangebracht und wenig Hilfreich.
    Wenn ich KI nutze dann schreibe ich immer alles selbst. Beim durchlesen merke ich dann das es total unverständlich ist und der Satzbau komisch klingt usw. (Je nach Tagesverfassung fällt mir das Schreiben mal schwerer und mal leichter, war schon in der Schule so. Deutsch ist meine Muttersprache, aber nicht jeder ist eben wortgewand)
    KI nutze ich dann um den Text verständlich zu machen. Ich persönlich sehe darin aber keinen KI generierten Text, es ist einfach nur der Originaltext aber inhaltlich gut verständlich und besser strukturiert. Ich weiß nicht ob man das kennzeichnen sollte, einige lesen es dann vll. garnicht, obwohl es ja an sich meine Meinung ausdrückt und garnicht KI fantasiert ist. Genau davor haben die Leute hier doch Angst, vor reinem KI fantasierten Texten und nicht vor eigenen Text die nur inhaltlich unverändert von der KI verständlich gemacht wurden.
    Auch für Übersetzungen nutze ich es sehr gerne, KI Übersetzungen sind schon ein Meilenstein im Gegensatz zum guten alten Google Translator. Gerade auch was technisches angeht, ich konnte mich mit KI super in Marokko verständigen als mir die Kupplung von meinem VW Bus abgeraucht ist, die KI hat mein deutsch in perfektes Arabisch übersetzt - und umgekehrt. Für 10 Jahren hätte ich da über den ADAC wohl nen Dolmetscher gebraucht, heutzutage nicht mehr nötig.
    Als ich in nen Dorf mit vll 20 "Häusern" (eher Wellblechhütten) gestrandet bin wegen einem Doppelplatten und erstmal kein Netz war hat die Verständigung mit Händen und Füßen allerdings auch geklappt. Später im Dorfhaus als das ganze Dorf (Außer die Frauen) um mich versammelt war, weil sie noch nie nen Touristen gesehen haben, hat KI auch wieder wunderbar zum kulturellen Austausch beigetragen und wir konnten uns einwandfrei unterhalten. Ohne KI hätte ich halt alleine am Tisch gesessen und gewartet bis die nen Reifen in meiner Größe auftreiben.
    Achja, dieser Text wurde ohne KI geschrieben 
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    waldhummel reagierte auf jessi in Vorstellungsthread   
    Hallo zusammen, 
    ich bin Jessi, 29 Jahre alt und wohne in der Bodensee-Region. Ich lese schon seit geraumer Zeit hier mit um meine Ausrüstung zu optimieren. Zu UL-Trekking komme ich mit meinem Körpergewicht einfach nicht mit einem schweren Rucksack losziehen kann. 
    Nun habe ich so einiges ausprobiert und immer noch nicht das optimale schlaf-Setup gefunden. Es geht um das heiß diskutierte Bivy Thema. Ich hoffe Unterstützung beim Einstieg mit Tarps zu finden. Falls das jemand ließt der sehr zufrieden mit seinem Shelter-Setup ist freue ich mich über Kaufempfehlungen (hab schon viel dazu gelesen, aber noch wenige konkrete Begründungen von jemandem der diverse ausprobiert hat und klare Pro/Cons nennen kann) 🙂
     
     

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    waldhummel reagierte auf Stoffel in Vorstellungsthread   
    Hallo zusammen,
    ich bin Steffi, Mitte 40 und ich bin hier, weil ich es liebe alleine draußen in der Natur zu sein. Ich habe viele Jahre in Australien gelebt und gearbeitet - und war dort leidenschaftlich gerne mit meinem Campervan im Outback unterwegs. Draußen alleine in der Natur - das fehlt mir nun hier in Deutschland und so bin ich auf das Trekken gestoßen. So war ich nun schon ein paarmal in der Eifel auf den Trekkingplätzen unterwegs und fand es großartig. Aufgrund meiner etwas geringeren Köpergröße (157cm) kann ich allerdings nicht so viel Gewicht tragen und so bin ich auf das Thema UL und das Forum hier gestoßen. Groß Lust viel zu tragen habe ich auch nicht...  
    Ich erhoffe mir hier vor allem Tipps für Ausrüstung, ich lese auch gerne Erfahrungsberichte, ich bin hier um etwas zu lernen und damit ich das Gelernte umsetzen kann. Vor allem zum Thema Schlafsack/Quilt für kleine Frauen habe ich zur Zeit Fragen - dafür würde ich aber glaube ich einen eigenen Beitrag machen bzw Fragen stellen.
    Viele Grüße,
    Steffi
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    waldhummel reagierte auf Bewegende_Natur in Vorstellungsthread   
    Hallo in die Runde,
    mein Name ist Sandra, ich bin 37 Jahre alt und komme aus der Gegend rund um Kassel/Göttingen. 
    Ich wandere schon länger, meist nur Tagestouren. Angefangen hat alles mit meiner Lauftrainerin, die vorgeschlagen hat bei einer Wanderveranstaltung einen Marathon zu wandern. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen alleine oder mit meinem Partner zu wandern, weil ich die Ruhe im Wald genieße und mich dort sehr verbunden mit der Welt fühle. 
    Die letzte Zeit kam dann die Idee von Mehrtagestouren dazu. Zwei haben wir absolviert im Bereich Schweden und dort der Höga Küste, sowie in Deutschland. Mein Traum ist es, irgendwann einmal vom Süden Schwedens bis nach Haparanda zu gehen. Weiterhin möchte ich gern den Nord/Süd Trail hier in Deutschland erwandern. 
    Die erste Mehrtagestour war katastrophal, da viel zu viel Gepäck und unnötiger Kram. So kam das Thema Ultraleicht auf, mit dem ich mich nun beschäftige.
    Hier angemeldet habe ich mich, um zum einen von anderen, erfahrenen Menschen zu lernen, mein eigenes Wissen vl irgendwann einmal weiterzugeben und um gleichzeitig Kontakte zu knüpfen. Denn ich kenne niemanden, der ähnlich unterwegs ist wie ich. Vor allem würde ich mich über weiblichen Kontakt freuen, vielleicht Mal eine gemeinsame Tour und einen Erfahrungsaustausch. 
    Und tatsächlich habe ich auch mit Angst zu kämpfen, an der ich aktiv arbeite: Nachts im Wald bei Dunkelheit habe ich große Angst alleine. Kognitiv weiß ich, dass sie unangebracht ist, aber wie das mit Angst so ist, ist sie nicht rational. Auch hier würde ich mich über einen Austausch mit Menschen freuen, die vl ähnliche Themen hatten und einen guten Umgang damit gefunden haben.
    Ganz viele Grüße aus Kassel und ich freue mich sehr hier zu sein.
    Viele Grüße,
    Sandra
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    Hallo, ich habe eure Tipps befolgt und war nur kurz auf der Goriz-Hütte. Habe bei Fuen Blanca direkt am Rio Bello übernachtet. Super Badestelle. Da waren nicht viele Leute. Ich habe welche in der ziemlich heruntergekommenen Schutzhütte gesehen.
    GR 11 ist eine super Erfahrung für mich!


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    waldhummel hat eine Reaktion von HEB erhalten in Hebridean Way Mai 2026   
    Tag 13: Do 21.05. (15km)
    Achmore – Stornoway
    Da wir nur knapp 15 km bis Stornoway vor uns haben, die zudem auch komplett auf alten Straßen verlaufen, können wir ganz bequem den Vormittag in unserer gemütlichen Unterkunft abwarten, bis der Regen endlich abgezogen ist. Die erste Hälfte des Weges nach Stornoway ist landschaftlich noch ganz schön, die zweite Hälfte dann nur noch dröge. Umso schöner, wenn man dann endlich Lews Castleground erreicht hat – den einzigen richtigen Wald mit Laubbäumen auf den Inseln! Für die Nacht haben wir uns im legendären Heb Hostel eingebucht.



    Tag 14: Fr 22.05. (28 km)
    Stornoway  - Tolsta (Garry Beach)
    28km komplett auf Asphalt, dazu noch an einer auf der ersten Hälfte überraschend stark befahreren Straße… das Wetter kühl, windig, immer mal wieder leichter Nieselregen. Das in der Mitte der Strecke sehnsüchtig erwartete Café entpuppt sich als Takeaway. Wir flüchten uns mit unserem Kaffee in den Shop der Tankstelle, wo wir ihn im Stehen schlürfen. Immerhin finden wir kurz darauf eine offene Kirche, die gerade renoviert wird. Man gestattet uns freundlich, auf den Treppenstufen im Eingangsbereich zu rasten. Immerhin mal sitzen und kurz drinnen sein. Je weiter wir gehen, desto weniger Verkehr gibt es. Schließlich ist es ja auch eine Sackgasse. Das Wetter klart endlich auf. Im letzten Dorf New Tolsta kaufen wir noch ein paar Snacks im Community Shop und füllen unser Wasser auf. Nun geht es hinunter zum letzten Strand, der per Straße erreichbar ist. Dort schlagen wir auf der Wiese unser Zelt auf, inmitten von friedlich grasenden Schafen.



    Tag 15: Sa 23.05. (29km, 670 Hm)
    Tolsta (Garry Beach) - Butt of Lewis 
    Nach der „Bridge to Nowhere“ endet die Asphaltstraße und kurz darauf auch der geschotterte Weg. Gut 10 km wegloses Moor liegen vor uns. Wir folgen zunächst dem „Heritage Trail“, der jedoch sehr nah an der Steilküste entlang führt (mir zu gruselig). Der Wanderführer schlägt auch eine etwas direktere Route im Landesinneren vor. Manchmal sehen wir Markierungspfosten, manchmal nicht. Es geht ordentlich rauf und runter, zwei Mal durchklettern wir Schluchten und balancieren auf Steinen über das Wasser. Ein besonders buckliges Terrain zwingt uns dazu, immer wieder ein bis zwei Meter hochzuklettern, um dann wieder kleine Wasserflächen zu überqueren. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir wieder einen befestigten Weg. Die Aussicht auf Essen im „Wobbly Dog of Lewis“ treibt uns auf dem monotonen Wirtschaftsweg und später auf dem Asphaltsträßchen weiter. Im Café angekommen, bestellen wir das größte Frühstück auf der Karte! Frisch gestärkt und mit neuer Energie nehmen wir die letzten 5 km in Angriff. Zunächst auf Straße, dann auf einem angenehmen Wiesenweg entlang der Küste geht es zum Leuchtturm. Nach offiziellen 307 Trailkilometern haben wir es geschafft, wir sind den kompletten Hebridean Way inklusive der beiden Verlängerungsetappen und Rhenigidale-Variante gegangen!



    Wanderführer:
    Richard Barret: Hiking the Hebridean Way (Cicerone Verlag)
    The Offcomers: The Official Guide - Walking the Hebridean Way
    https://www.walkhighlands.co.uk/outer-hebrides/hebridean-way.shtml
    Der Official Guide nennt sogenannte „PitStops“, bei denen Wanderer Wasser und andere Unterstützung bekommen können.

    Fazit, Erkenntnisse:
    Ich finde, wir hatten echt Glück mit dem Wetter – wir sind nur einmal richtig nass geworden. Ansonsten hat es gerne mal abends, nachts oder früh morgens geregnet und da waren wir immer irgendwo drinnen. Der krasse Nordwind in der ersten Woche war natürlich schon eine Herausforderung. Da war ich mit unserer Entscheidung, hauptsächlich in Hostels zu übernachten, sehr einverstanden, zumal sich unser Zelt eher als Schönwetterzelt entpuppt hat.
    Mit meiner Ausrüstung war ich prinzipiell zufrieden, mit der Kleidung kam ich gut zurecht. Wenn es sehr windig war, habe ich noch die Regenjacke übergezogen. In den ersten Nächten war mir kalt an den Beinen und Füßen, aber da hatte es auch nur 4 Grad. Später war mir dann warm genug. Mit meinen Schuhen (knöchelhohe Kunstlederschuhe mit Membran) war ich auch sehr zufrieden. Bis auf die letzten zwei Mooretappen hielten sie gut trocken. In nassem Zustand waren meine Füße immerhin noch warm. Auch die Merino-Socken haben sich sehr bewährt.
    Was wir nicht gebraucht hätten: Kopfnetz (keine Midges), eine ganze Rolle Toilettenpapier, Powerbank.
    Was wir gut gebrauchen konnten: Sonnenbrille und Sonnencreme, die Healing Salve (Füße, aufgeplatze Lippen), Schlafbrille (es ist fast nie dunkel) und Ohrstöpsel. Sehr dankbar war ich auch über meine „Campschuhe“.
    Meine Packliste: https://lighterpack.com/r/wq5qi8
    Busfahren kostet auf den Hebriden übrigens nur noch 2 Pfund pro Person und Fahrt (bezahlbar mit Karte). Man kann den Bus überall anhalten. Die Busfahrer sind sehr freundlich und hilfsbereit.
    Lebensmittel bekommt man auch in Tankstellen und Community Shops, oft sehr gut sortiert.
    Tesco und Coop liefern sogar Lebensmittel (haben wir aber nicht selbst ausprobiert)!
    Die Gatliff Trust Hostels (Howmore, Berneray, Rhenigidale) haben die Besonderheit, dass man sie nicht reservieren kann. Man kann jederzeit dort „einchecken“ und solange man ein Bett hat, kann man bleiben. Auch wenn kein Bett mehr frei ist, muss man nicht wieder gehen, man findet auf jeden Fall Obdach: https://gatliff.org.uk/
    In den Wartehäuschen der kleinen Ferry Terminals auf den südlichen Inseln kann man auf jeden Fall auch übernachten (bin nicht sicher, wie es danach aussieht). 
    Es gibt an zwei Orten am Weg Shelter, in denen man auch übernachten kann: im Langass Woodland und im Aline Woodland.
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    waldhummel hat eine Reaktion von izi erhalten in Hebridean Way Mai 2026   
    Tag 13: Do 21.05. (15km)
    Achmore – Stornoway
    Da wir nur knapp 15 km bis Stornoway vor uns haben, die zudem auch komplett auf alten Straßen verlaufen, können wir ganz bequem den Vormittag in unserer gemütlichen Unterkunft abwarten, bis der Regen endlich abgezogen ist. Die erste Hälfte des Weges nach Stornoway ist landschaftlich noch ganz schön, die zweite Hälfte dann nur noch dröge. Umso schöner, wenn man dann endlich Lews Castleground erreicht hat – den einzigen richtigen Wald mit Laubbäumen auf den Inseln! Für die Nacht haben wir uns im legendären Heb Hostel eingebucht.



    Tag 14: Fr 22.05. (28 km)
    Stornoway  - Tolsta (Garry Beach)
    28km komplett auf Asphalt, dazu noch an einer auf der ersten Hälfte überraschend stark befahreren Straße… das Wetter kühl, windig, immer mal wieder leichter Nieselregen. Das in der Mitte der Strecke sehnsüchtig erwartete Café entpuppt sich als Takeaway. Wir flüchten uns mit unserem Kaffee in den Shop der Tankstelle, wo wir ihn im Stehen schlürfen. Immerhin finden wir kurz darauf eine offene Kirche, die gerade renoviert wird. Man gestattet uns freundlich, auf den Treppenstufen im Eingangsbereich zu rasten. Immerhin mal sitzen und kurz drinnen sein. Je weiter wir gehen, desto weniger Verkehr gibt es. Schließlich ist es ja auch eine Sackgasse. Das Wetter klart endlich auf. Im letzten Dorf New Tolsta kaufen wir noch ein paar Snacks im Community Shop und füllen unser Wasser auf. Nun geht es hinunter zum letzten Strand, der per Straße erreichbar ist. Dort schlagen wir auf der Wiese unser Zelt auf, inmitten von friedlich grasenden Schafen.



    Tag 15: Sa 23.05. (29km, 670 Hm)
    Tolsta (Garry Beach) - Butt of Lewis 
    Nach der „Bridge to Nowhere“ endet die Asphaltstraße und kurz darauf auch der geschotterte Weg. Gut 10 km wegloses Moor liegen vor uns. Wir folgen zunächst dem „Heritage Trail“, der jedoch sehr nah an der Steilküste entlang führt (mir zu gruselig). Der Wanderführer schlägt auch eine etwas direktere Route im Landesinneren vor. Manchmal sehen wir Markierungspfosten, manchmal nicht. Es geht ordentlich rauf und runter, zwei Mal durchklettern wir Schluchten und balancieren auf Steinen über das Wasser. Ein besonders buckliges Terrain zwingt uns dazu, immer wieder ein bis zwei Meter hochzuklettern, um dann wieder kleine Wasserflächen zu überqueren. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir wieder einen befestigten Weg. Die Aussicht auf Essen im „Wobbly Dog of Lewis“ treibt uns auf dem monotonen Wirtschaftsweg und später auf dem Asphaltsträßchen weiter. Im Café angekommen, bestellen wir das größte Frühstück auf der Karte! Frisch gestärkt und mit neuer Energie nehmen wir die letzten 5 km in Angriff. Zunächst auf Straße, dann auf einem angenehmen Wiesenweg entlang der Küste geht es zum Leuchtturm. Nach offiziellen 307 Trailkilometern haben wir es geschafft, wir sind den kompletten Hebridean Way inklusive der beiden Verlängerungsetappen und Rhenigidale-Variante gegangen!



    Wanderführer:
    Richard Barret: Hiking the Hebridean Way (Cicerone Verlag)
    The Offcomers: The Official Guide - Walking the Hebridean Way
    https://www.walkhighlands.co.uk/outer-hebrides/hebridean-way.shtml
    Der Official Guide nennt sogenannte „PitStops“, bei denen Wanderer Wasser und andere Unterstützung bekommen können.

    Fazit, Erkenntnisse:
    Ich finde, wir hatten echt Glück mit dem Wetter – wir sind nur einmal richtig nass geworden. Ansonsten hat es gerne mal abends, nachts oder früh morgens geregnet und da waren wir immer irgendwo drinnen. Der krasse Nordwind in der ersten Woche war natürlich schon eine Herausforderung. Da war ich mit unserer Entscheidung, hauptsächlich in Hostels zu übernachten, sehr einverstanden, zumal sich unser Zelt eher als Schönwetterzelt entpuppt hat.
    Mit meiner Ausrüstung war ich prinzipiell zufrieden, mit der Kleidung kam ich gut zurecht. Wenn es sehr windig war, habe ich noch die Regenjacke übergezogen. In den ersten Nächten war mir kalt an den Beinen und Füßen, aber da hatte es auch nur 4 Grad. Später war mir dann warm genug. Mit meinen Schuhen (knöchelhohe Kunstlederschuhe mit Membran) war ich auch sehr zufrieden. Bis auf die letzten zwei Mooretappen hielten sie gut trocken. In nassem Zustand waren meine Füße immerhin noch warm. Auch die Merino-Socken haben sich sehr bewährt.
    Was wir nicht gebraucht hätten: Kopfnetz (keine Midges), eine ganze Rolle Toilettenpapier, Powerbank.
    Was wir gut gebrauchen konnten: Sonnenbrille und Sonnencreme, die Healing Salve (Füße, aufgeplatze Lippen), Schlafbrille (es ist fast nie dunkel) und Ohrstöpsel. Sehr dankbar war ich auch über meine „Campschuhe“.
    Meine Packliste: https://lighterpack.com/r/wq5qi8
    Busfahren kostet auf den Hebriden übrigens nur noch 2 Pfund pro Person und Fahrt (bezahlbar mit Karte). Man kann den Bus überall anhalten. Die Busfahrer sind sehr freundlich und hilfsbereit.
    Lebensmittel bekommt man auch in Tankstellen und Community Shops, oft sehr gut sortiert.
    Tesco und Coop liefern sogar Lebensmittel (haben wir aber nicht selbst ausprobiert)!
    Die Gatliff Trust Hostels (Howmore, Berneray, Rhenigidale) haben die Besonderheit, dass man sie nicht reservieren kann. Man kann jederzeit dort „einchecken“ und solange man ein Bett hat, kann man bleiben. Auch wenn kein Bett mehr frei ist, muss man nicht wieder gehen, man findet auf jeden Fall Obdach: https://gatliff.org.uk/
    In den Wartehäuschen der kleinen Ferry Terminals auf den südlichen Inseln kann man auf jeden Fall auch übernachten (bin nicht sicher, wie es danach aussieht). 
    Es gibt an zwei Orten am Weg Shelter, in denen man auch übernachten kann: im Langass Woodland und im Aline Woodland.
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    waldhummel hat eine Reaktion von izi erhalten in Hebridean Way Mai 2026   
    Tag 5: Mi 13.05. (20km)
    Moorcroft - Lochmaddy (Bus nach Berneray, John's Bunkhouse)
    Nachdem der Wind noch weitere zwei Tage kräftig aus Norden kommen soll, planen wir weitere Hostelübernachtungen und einen Ruhetag ein. So haben wir heute nur angenehme 20km vor uns, die wir bei Sonnenschein beschwingt beginnen. Es geht auf schönen Pfaden durchs Moor und wir sehen Rotwild, das sich aber schnell verdrückt. Der Weg führt an einer kleinen Galerie vorbei, wo uns die freundliche Besitzerin und die wunderschönen Bilder sehr begeistern. Wir erwerben eines davon, welches uns nach unserer Rückkehr direkt nach Hause geschickt wird! Im gemütlichen Langass Lodge Hotel genehmigen wir uns Tee und Kuchen. Wir sehen einen Steinkreis und laufen tatsächlich durch einen kleinen Wald. Hier gibt es einen kleinen Shelter, in dem man auch übernachten kann (Platz für zwei Personen). Der Wald ist dafür leider nicht geeignet (Bäume stehen eng, es ist hügelig und teilweise auch sumpfig). Die anschließenden 8 km Straße geht man angenehmerweise ohne Autoverkehr auf der „old road“, parallel zur neuen Straße. Die Landschaft ist angenehm anzusehen. Der Nachmittagsbus bringt uns dann nach Berneray, wo wir ein Doppelzimmer im gemütlichen John’s Bunkhouse (Preis-Leistungssieger!) bekommen haben. Der Berneray Shop ist gut sortiert und wir kaufen gut ein. Zum Shop gehört auch noch ein Bistro, in dem man sowohl Kaffee trinken als auch Essen kann. 



    Tag 6: Do 14.05.
    Ruhetag auf Berneray, Berneray Hostel
    Leider können wir nur eine Nacht in John’s Bunkhouse bleiben. Also warten wir im Bistro auf den Mittagsbus, der uns zum Berneray Hostel bringt, welches ca. 4km entfernt ist. Wir genießen einen sonnigen Nachmittag am windgeschützten Strand und einen ruhigen Abend im Hostel. Außer uns sind nur noch zwei weitere Gäste da, wir haben unser Zimmer für uns allein.



    Tag 7: Fr 15.05. (18km)
    Lochmaddy – Berneray
    Der Busfahrer amüsiert sich darüber, dass er uns nach Lochmaddy bringt, nur damit wir zurück nach Berneray laufen können… Der Wind ist immer noch da, aber immerhin nicht mehr in Sturmstärke und wir freuen uns über zwei landschaftlich sehr schöne und gut zu gehende Moorpassagen mit fantastischen Aussichten. Am Berneray Ferry Terminal angekommen nutzen wir den Fish&Chips Takeaway (das Bistro ist nur 500m entfernt) für das Abendessen und treffen Lynn wieder (und zum letzten Mal). Das Wartehäuschen ist so geräumig, dass wir dort einfach unsere Isomatten hinlegen und windgeschützt schlafen. Entgegen des an der Tür angebrachten Hinweises wird die Tür weder automatisch noch manuell abgeschlossen.



    Tag 8: Sa 16.05. (19km)
    Leverburgh - Horgabost Campsite
    Die Morgenfähre bringt uns rüber nach Harris. Dort bietet der „Butty Bus“ bereits frischen Kaffee und Frühstück an. Im Community Shop kaufen wir sicherheitshalber Vorräte für 4 Tage ein, denn zwischen Leverburgh und Stornoway gibt es lediglich noch in Tarbert einen Supermartk, und der hat sonntags geschlossen. Der Weg führt in ein weites Tal, umgeben von beeindruckenden Bergen. Hier kommt Highland-Feeling auf! Durch das Moor führt aber leider kein gut angelegter Schotterdamm mehr, sondern lediglich ein Torfpfad mit Entwässerungsgräben. Es ist recht matschig, lässt sich aber noch ganz gut gehen. Der Weg führt über einen Pass wieder hinunter zum Meer – Ausblick auf Traumstrände! Nach einem kurzen Straßenstück geht es wieder hinauf auf den Berg. Die nun folgende Passage empfinde ich als die schwierigste des ganzen Trails. Es geht weglos über sehr unebenes, sumpfiges Gelände an der steilen Bergflanke entlang. Da ich weder trittsicher noch schwindelfrei bin, zudem kurze Beine und ein kaputtes Knie habe, ist das sehr anstrengend und stressig für mich. Die 6km ziehen sich wie Kaugummi. Ich bin erleichtert, als wir zum Horgabost Campsite absteigen können. Dieser Campingplatz ist sehr schlicht, die Küche ist winzig. Immerhin kann man zu Büroöffnungszeiten ein paar Nahrungsmittel erwerben. Der Wind ist mittlerweile tatsächlich wieder moderat und kommt aus südlicher Richtung. Als wir unser Zelt aufstellen, beginnt es zu regnen.



  24. Gefällt mir!
    waldhummel hat eine Reaktion von Stoffel erhalten in Hebridean Way Mai 2026   
    Tag 13: Do 21.05. (15km)
    Achmore – Stornoway
    Da wir nur knapp 15 km bis Stornoway vor uns haben, die zudem auch komplett auf alten Straßen verlaufen, können wir ganz bequem den Vormittag in unserer gemütlichen Unterkunft abwarten, bis der Regen endlich abgezogen ist. Die erste Hälfte des Weges nach Stornoway ist landschaftlich noch ganz schön, die zweite Hälfte dann nur noch dröge. Umso schöner, wenn man dann endlich Lews Castleground erreicht hat – den einzigen richtigen Wald mit Laubbäumen auf den Inseln! Für die Nacht haben wir uns im legendären Heb Hostel eingebucht.



    Tag 14: Fr 22.05. (28 km)
    Stornoway  - Tolsta (Garry Beach)
    28km komplett auf Asphalt, dazu noch an einer auf der ersten Hälfte überraschend stark befahreren Straße… das Wetter kühl, windig, immer mal wieder leichter Nieselregen. Das in der Mitte der Strecke sehnsüchtig erwartete Café entpuppt sich als Takeaway. Wir flüchten uns mit unserem Kaffee in den Shop der Tankstelle, wo wir ihn im Stehen schlürfen. Immerhin finden wir kurz darauf eine offene Kirche, die gerade renoviert wird. Man gestattet uns freundlich, auf den Treppenstufen im Eingangsbereich zu rasten. Immerhin mal sitzen und kurz drinnen sein. Je weiter wir gehen, desto weniger Verkehr gibt es. Schließlich ist es ja auch eine Sackgasse. Das Wetter klart endlich auf. Im letzten Dorf New Tolsta kaufen wir noch ein paar Snacks im Community Shop und füllen unser Wasser auf. Nun geht es hinunter zum letzten Strand, der per Straße erreichbar ist. Dort schlagen wir auf der Wiese unser Zelt auf, inmitten von friedlich grasenden Schafen.



    Tag 15: Sa 23.05. (29km, 670 Hm)
    Tolsta (Garry Beach) - Butt of Lewis 
    Nach der „Bridge to Nowhere“ endet die Asphaltstraße und kurz darauf auch der geschotterte Weg. Gut 10 km wegloses Moor liegen vor uns. Wir folgen zunächst dem „Heritage Trail“, der jedoch sehr nah an der Steilküste entlang führt (mir zu gruselig). Der Wanderführer schlägt auch eine etwas direktere Route im Landesinneren vor. Manchmal sehen wir Markierungspfosten, manchmal nicht. Es geht ordentlich rauf und runter, zwei Mal durchklettern wir Schluchten und balancieren auf Steinen über das Wasser. Ein besonders buckliges Terrain zwingt uns dazu, immer wieder ein bis zwei Meter hochzuklettern, um dann wieder kleine Wasserflächen zu überqueren. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir wieder einen befestigten Weg. Die Aussicht auf Essen im „Wobbly Dog of Lewis“ treibt uns auf dem monotonen Wirtschaftsweg und später auf dem Asphaltsträßchen weiter. Im Café angekommen, bestellen wir das größte Frühstück auf der Karte! Frisch gestärkt und mit neuer Energie nehmen wir die letzten 5 km in Angriff. Zunächst auf Straße, dann auf einem angenehmen Wiesenweg entlang der Küste geht es zum Leuchtturm. Nach offiziellen 307 Trailkilometern haben wir es geschafft, wir sind den kompletten Hebridean Way inklusive der beiden Verlängerungsetappen und Rhenigidale-Variante gegangen!



    Wanderführer:
    Richard Barret: Hiking the Hebridean Way (Cicerone Verlag)
    The Offcomers: The Official Guide - Walking the Hebridean Way
    https://www.walkhighlands.co.uk/outer-hebrides/hebridean-way.shtml
    Der Official Guide nennt sogenannte „PitStops“, bei denen Wanderer Wasser und andere Unterstützung bekommen können.

    Fazit, Erkenntnisse:
    Ich finde, wir hatten echt Glück mit dem Wetter – wir sind nur einmal richtig nass geworden. Ansonsten hat es gerne mal abends, nachts oder früh morgens geregnet und da waren wir immer irgendwo drinnen. Der krasse Nordwind in der ersten Woche war natürlich schon eine Herausforderung. Da war ich mit unserer Entscheidung, hauptsächlich in Hostels zu übernachten, sehr einverstanden, zumal sich unser Zelt eher als Schönwetterzelt entpuppt hat.
    Mit meiner Ausrüstung war ich prinzipiell zufrieden, mit der Kleidung kam ich gut zurecht. Wenn es sehr windig war, habe ich noch die Regenjacke übergezogen. In den ersten Nächten war mir kalt an den Beinen und Füßen, aber da hatte es auch nur 4 Grad. Später war mir dann warm genug. Mit meinen Schuhen (knöchelhohe Kunstlederschuhe mit Membran) war ich auch sehr zufrieden. Bis auf die letzten zwei Mooretappen hielten sie gut trocken. In nassem Zustand waren meine Füße immerhin noch warm. Auch die Merino-Socken haben sich sehr bewährt.
    Was wir nicht gebraucht hätten: Kopfnetz (keine Midges), eine ganze Rolle Toilettenpapier, Powerbank.
    Was wir gut gebrauchen konnten: Sonnenbrille und Sonnencreme, die Healing Salve (Füße, aufgeplatze Lippen), Schlafbrille (es ist fast nie dunkel) und Ohrstöpsel. Sehr dankbar war ich auch über meine „Campschuhe“.
    Meine Packliste: https://lighterpack.com/r/wq5qi8
    Busfahren kostet auf den Hebriden übrigens nur noch 2 Pfund pro Person und Fahrt (bezahlbar mit Karte). Man kann den Bus überall anhalten. Die Busfahrer sind sehr freundlich und hilfsbereit.
    Lebensmittel bekommt man auch in Tankstellen und Community Shops, oft sehr gut sortiert.
    Tesco und Coop liefern sogar Lebensmittel (haben wir aber nicht selbst ausprobiert)!
    Die Gatliff Trust Hostels (Howmore, Berneray, Rhenigidale) haben die Besonderheit, dass man sie nicht reservieren kann. Man kann jederzeit dort „einchecken“ und solange man ein Bett hat, kann man bleiben. Auch wenn kein Bett mehr frei ist, muss man nicht wieder gehen, man findet auf jeden Fall Obdach: https://gatliff.org.uk/
    In den Wartehäuschen der kleinen Ferry Terminals auf den südlichen Inseln kann man auf jeden Fall auch übernachten (bin nicht sicher, wie es danach aussieht). 
    Es gibt an zwei Orten am Weg Shelter, in denen man auch übernachten kann: im Langass Woodland und im Aline Woodland.
  25. Gefällt mir!
    waldhummel hat eine Reaktion von Stoffel erhalten in Hebridean Way Mai 2026   
    Wanderzeitraum: 09.-23.05.2026
    Anreise aus dem Ruhrgebiet mit dem Eurostar über Brüssel nach London, Caledonian Sleeper nach Glasgow, Regionalzug nach Oban, Fähre nach Castlebay
    Rückreise von Stornoway über Ullapool, Inverness, Aberdeen, Caledonian Sleeper nach London, Eurostar nach Brüssel und Ruhrgebiet
    Hintergrund: 2022 sind wir bereits die Strecke von Tarbert nach Stornoway gewandert.
    Tag 1: Sa 09.05. (25km, 850 Hm)
    Vatersay - Eriskay, Camping am Strand
    Wir starten bei bestem Wetter, es ist sonnig und bleibt auch den ganzen Tag trocken. Der Wind ist teilweise kräftig. Ein perfekter Einstieg in unsere Wandertour. Gleich der erste Anstieg ist der höchste der ganzen Tour, aber gut zu gehen. Die Pfade sind alle trocken und die Aussicht begeistert uns einfach restlos. Der erste Tag bietet gleich alles im Paket: Traumstrände, Berge, Aussicht, Moor, Einsamkeit, Wiesen mit Schafen und Kühen – nicht zu Unrecht wird Barra als „die Hebriden en miniature“ bezeichnet. Wir erreichen noch die (vermeintlich) letzte Fähre des Tages und setzen gleich nach Eriskay über – drei Inseln an einem Tag! Das Wartehäuschen im Eriskay Ferry Terminal nutzen wir zum wingeschützten Kochen, praktisch sind auch die Toilette und der Wasseranschluss draußen. Anschließend gehen wir nur noch rüber zum Strand und schlagen dort zum Sonnenuntergang unser idyllisches Lager auf. Die Nacht ist recht frisch, nur ca. 4 Grad. Beine und Füße sind kalt, brrr.



    Tag 2: So 10.05. (42km)
    Eriskay - Howmore Hostel
    Der Tag beginnt mit ca. 8 km auf Asphalt. Autos sind an diesem Sonntag morgen fast keine unterwegs, so dass wir den nächsten Causeway nach South Uist und die Aussicht zurück nach Barra genießen können. Danach geht es den ganzen Tag entweder auf Wiesen- oder Wirtschaftswegen oberhalb des Strandes oder auch mal etwas weiter im Landesinneren, oder direkt auf dem Strand. Es ist flach und angenehm zu gehen. Wir sehen wieder viele Schafe mit kleinen Lämmchen, einfach eine große Freude. Der Wind kommt uns jetzt frontal entgegen – Nordwind ist eigentlich untypisch für die Hebriden (er wird uns allerdings noch ein paar weitere Tage erhalten bleiben!). Wir machen einen Abstecher nach Daliburgh um einzukaufen (der dortige Coop hat Sonntag Nachmittags geöffnet). Spontan kehren wir dabei noch im Borrodale Hotel zum Mittagessen ein – und bekommen das beste Essen, das ich seit langem in einem Restaurant zu mir genommen habe! Vor allem der Sticky Toffee Pudding zum Nachtisch ist der Hammer.
    Beschwingt gehen wir den ganzen Nachmittag direkt auf dem Strand. Hier erfreuen uns Hunderte von Vögeln, hauptsächlich die lärmenden Austernfischer und Sandregenpfeifer, die aussehen als ob sie über den Sand schweben! Gegen Abend geht es dann nochmal einige Kilometer durch Croftland. Zwei Mal geht es durch Kuhherden mit Kälbchen – wir sind froh, dass die Kühe gelassen bleiben und uns passieren lassen. Entgegen unserer Hoffnung macht der Wind keine Anstalten, schwächer zu werden, im Gegenteil. Uns dämmert, dass zelten hier wohl nicht möglich sein wird: die Landschaft bietet keinerlei Schutz, keine Bäume, keine Hügel oder Felsen, nichts… das wäre mit unserem Zelt wohl keine gute Idee. Zudem fängt es auch noch an zu regnen. Also auf nach Howmore, ins Hostel! Wir gehen die letzten drei Stunden ohne Pause, Abendessen fällt aus (dafür war es also gut, dass wir ins Hotel eingekehrt sind!). Ausgerechnet jetzt macht der Weg wieder einen idyllischen Schlenker zurück zur Küste, puh… gegen 21:30 Uhr erreichen wir endlich das Hostel, wo wir die letzten beiden Betten ergattern. Sofort hinlegen und schlafen.



    Tag 3: Mo 11.05. (28km)
    Howmore Hostel - Otters Edge Campground
    Der Morgen ist sonnig und windstill. Nach einem gemütlichen Frühstück im Hostel (alle anderen Gäste waren Radfahrer und sind längst unterwegs) brechen wir auf. Heute steht zum ersten Mal Moor auf dem Programm! Beide Moorpassagen machen großen Spaß zu gehen. Größtenteils verlaufen sie jeweils auf gut angelegten Wegen (geschotterte Dämme) und sind recht trocken. Brücken führen über größere Wasserflächen (teilweise kollabiert, aber noch passierbar). In der Mitte gibt es jeweils eine Strecke ohne Damm, da kann es teilweise nasser werden. Meist kann man die Stellen aber entweder umgehen oder drüberhüpfen. Ein Traum wird wahr, als wir tatsächlich eine Herde wilder Ponys sehen!
    Über einen weiteren Causeway erreichen wir die nächste Insel Benbecula. Das Liniclate Leisure Center beeinhaltet eine Schule und eine Schwimmhalle. Das Center ist noch geöffnet, als wir um 18 Uhr dort ankommen, die Cafeteria hat aber leider schon geschlossen.
    Wir steuern den Campingplatz Otters Edge an in der Hoffnung, dort etwas Windschutz zu finden. Vor Ort sind wir schnell ernüchtert: es ist brettflach und die Gebäude in Windrichtung sind recht weit weg. Schon unter gewissen Mühen bauen wir unser Zelt auf. In der geräumigen Küche können wir kochen und treffen die erste andere Wanderin, Lynn aus England. Gegen Mitternacht wachen wir auf, weil etwas auf unsere Beine drückt – das Zelt! Der angekündigte Sturm ist da. Schnell wird uns klar, dass es keine gute Idee ist, weiter im Zelt zu bleiben. Wir packen unsere Sachen und bringen sie in die Küche, das Zelt tragen wir ebenfalls dort hinein. Wir legen uns dann einfach mit unseren Isomatten auf den Boden und schlafen dort.



    Tag 4: Di 12.05. (28km)
    Otters Edge Campground - Moorecroft Bunkhouse
    Am Morgen warten wir noch einen Regenschauer ab und werfen uns dann dem Sturm entgegen. Wieder geht es einige Kilometer direkt auf dem Strand. In Balivanich machen wir einen Abstecher zum Supermarkt. Danach folgt das nervendste Wegstück des ganzen Trails: es geht ca. 6 endlose Kilometer schnurgeradeaus auf einer kleinen Straße auf den Berg Ruaval zu, der scheinbar überhaupt nicht näher kommt. Es gibt nicht mal Schafe zur Ablenkung… (hier könnte es lohnensweter sein, weiter durch Balivanich zu gehen und dann von dort aus auf einem Sträßchen zurück zum Trail, vor allem wenn man sowieso den Abstecher zum Supermarkt plant). Der Aufstieg auf den Ruaval auf einem trockenen Pfad macht Spaß. Oben angekommen nimmt uns der Sturm fast den Atem – und die Aussicht auch! Wir machen uns sofort wieder an den Abstieg, der uns in eine sumpfige Senke führt. Ein Weg ist nicht mehr zu erkennen, Markierungspfosten sind an eher merkwürdigen Orten aufgestellt. Aber wir finden ohne Schwierigkeiten den Weg zurück zur Straße. Anschließend geht es auf den nächsten Causeway, der uns von Benbecula über die Insel Grimsay nach North Uist führt. Auf diesen 8 km Straße kann man immerhin die Aussicht auf das Meer, kleine Inseln und Schafe genießen! Direkt nach dem Causeway gelangen wir zu Moorcroft Holidays, wo man campen kann und wo es auch ein kleines Bunkhouse mit drei Doppelzimmern gibt. Wir bekommen noch das letzte davon! Hier treffen wir auch zwei weitere Wanderer, Daniel aka „Englishman just walking“ und seine Frau Caroline aus Cambridge.



     


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