Zum Inhalt springen
View in the app

A better way to browse. Learn more.

Ultraleicht Trekking

A full-screen app on your home screen with push notifications, badges and more.

To install this app on iOS and iPadOS
  1. Tap the Share icon in Safari
  2. Scroll the menu and tap Add to Home Screen.
  3. Tap Add in the top-right corner.
To install this app on Android
  1. Tap the 3-dot menu (⋮) in the top-right corner of the browser.
  2. Tap Add to Home screen or Install app.
  3. Confirm by tapping Install.

waldhummel

New Members
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Reputationsaktivitäten

  1. Gefällt mir!
    waldhummel reagierte auf cafeconleche in UL-Rucksack ca. 50l für Frauen   
    bisschen kleiner, habe ich jetzt bei den Fernwandertagen beim Stand von walk on the wild side gesehen: Symbiosis Aspen.
    Spezieller Rucksack für Menschen mit Brüsten von A bis wirklich ne Menge und relativ schmale Schultern.
    Kam dort allgemein gut an.
  2. Gefällt mir!
    waldhummel reagierte auf cozy in Pacific Northwest Trail   
    Hey Leute, 
    ich habs leider nicht geschafft den Blog unterwegs zu schreiben. Der PNT war zu fordernd mit langen Versorgungsabschnitten und schlechtem Netz. Aber, ich habe aber das Ziel erreicht. Insgesamt waren es dann über 1300 Meilen, da wir wegen Waldbränden lange Umwege gehen mussten. Ich habe 64 Tage gebraucht mit insgesamt 4 Ruhetagen. Im Anschluss war ich noch 150 Meilen auf dem JMT und bin auf Mount Whitney gestiegen. Ich werde die Blogeinträge nun nachschreiben, aber das wird eine Weile dauern.

    Cape Alava

    Mount Whitney
     
     
  3. Gefällt mir!
    waldhummel reagierte auf cozy in Pacific Northwest Trail   
    Heyhey,
    hab hier lange nichts mehr geschrieben. Ich sitze aber gerade am Flughafen und habe mich dazu entschlossen wieder regelmäßig zu bloggen. Diesmal geht es in die USA auf den PNT. 
    https://www.landstreicher.blog/blog/prolog
    Und natürlich die Packliste
    https://lighterpack.com/r/fkq0gm
     
    Cheers Constantin
     
  4. Gefällt mir!
    Hallo @dgraffe, vielen Dank für das Vorstellen Deiner coolen Erweiterungen! 
    Ich habe mir die Teile auch mal besorgt und montiert. Die Schulterpolster finde ich schonmal sehr angenehm.
    Ich habe nur Schwierigkeiten mit der Befestigung der Taschen: wenn ich sie in die Schlaufen einfädele, dann baumeln sie doch sehr. Kannst Du vielleicht nochmal zeigen, wie Du das genau gemacht hast? Vielen Dank schonmal!
    @crisensus Welche Modifikationen empfiehlst Du denn für schmal gebaute Menschen an den Schultergurten?
  5. Danke!
    Generell, soweit ich es verstanden habe, leben KI-gestützte Beiträge (so würde ich es gerne bezeichnen) ja nicht nur von einer Inet-Quelle sondern aus der Zusammenfassung verschiedener Quellen, auf die die Software Zugriff hat bzw. die sie bereits "verinnerlicht" (gefressen) hat.
    Von daher ist es mehr als ne normale Google-Suche und kann durchaus ne Bereicherung sein.
    Zum Anderen - verbieten ist ein Kampf von Vor-Vorgestern. Welchen Maßstab will man da anlegen? Wieviel "Eigenleistung" der Posters soll es denn sein? Nö, da sehe ich NUR Probleme auf das Forum zukommen. Bestenfalls kann man darum bitten, das der Poster die Informationen nochmal auf Sinnhaftigkeit überprüft. Thats it!
    Zudem, wer allzu platte KI-Antworten postet macht sich damit selber angreifbar und, in Grenzen, unglaubwürdig. Derartige Handeln mendelt sich über die Zeit vermutlich aus. 
    My2ct 
  6. Gefällt mir!
    Rein KI generierte Inhalte mag ich auch nicht, zumindest nicht in nen Forum. Wenn z.B. ein User nach einem Zelt fragt und jemand dann nur eine KI generierte Antwort liefert, ohne vll. selbst Ahnung von dem Zelt zu haben. Mag Nett gemeint sein, ab und zu sogar hilfreich, aber in der Regel eher unangebracht und wenig Hilfreich.
    Wenn ich KI nutze dann schreibe ich immer alles selbst. Beim durchlesen merke ich dann das es total unverständlich ist und der Satzbau komisch klingt usw. (Je nach Tagesverfassung fällt mir das Schreiben mal schwerer und mal leichter, war schon in der Schule so. Deutsch ist meine Muttersprache, aber nicht jeder ist eben wortgewand)
    KI nutze ich dann um den Text verständlich zu machen. Ich persönlich sehe darin aber keinen KI generierten Text, es ist einfach nur der Originaltext aber inhaltlich gut verständlich und besser strukturiert. Ich weiß nicht ob man das kennzeichnen sollte, einige lesen es dann vll. garnicht, obwohl es ja an sich meine Meinung ausdrückt und garnicht KI fantasiert ist. Genau davor haben die Leute hier doch Angst, vor reinem KI fantasierten Texten und nicht vor eigenen Text die nur inhaltlich unverändert von der KI verständlich gemacht wurden.
    Auch für Übersetzungen nutze ich es sehr gerne, KI Übersetzungen sind schon ein Meilenstein im Gegensatz zum guten alten Google Translator. Gerade auch was technisches angeht, ich konnte mich mit KI super in Marokko verständigen als mir die Kupplung von meinem VW Bus abgeraucht ist, die KI hat mein deutsch in perfektes Arabisch übersetzt - und umgekehrt. Für 10 Jahren hätte ich da über den ADAC wohl nen Dolmetscher gebraucht, heutzutage nicht mehr nötig.
    Als ich in nen Dorf mit vll 20 "Häusern" (eher Wellblechhütten) gestrandet bin wegen einem Doppelplatten und erstmal kein Netz war hat die Verständigung mit Händen und Füßen allerdings auch geklappt. Später im Dorfhaus als das ganze Dorf (Außer die Frauen) um mich versammelt war, weil sie noch nie nen Touristen gesehen haben, hat KI auch wieder wunderbar zum kulturellen Austausch beigetragen und wir konnten uns einwandfrei unterhalten. Ohne KI hätte ich halt alleine am Tisch gesessen und gewartet bis die nen Reifen in meiner Größe auftreiben.
    Achja, dieser Text wurde ohne KI geschrieben 
  7. Gefällt mir!
    waldhummel reagierte auf jessi in Vorstellungsthread   
    Hallo zusammen, 
    ich bin Jessi, 29 Jahre alt und wohne in der Bodensee-Region. Ich lese schon seit geraumer Zeit hier mit um meine Ausrüstung zu optimieren. Zu UL-Trekking komme ich mit meinem Körpergewicht einfach nicht mit einem schweren Rucksack losziehen kann. 
    Nun habe ich so einiges ausprobiert und immer noch nicht das optimale schlaf-Setup gefunden. Es geht um das heiß diskutierte Bivy Thema. Ich hoffe Unterstützung beim Einstieg mit Tarps zu finden. Falls das jemand ließt der sehr zufrieden mit seinem Shelter-Setup ist freue ich mich über Kaufempfehlungen (hab schon viel dazu gelesen, aber noch wenige konkrete Begründungen von jemandem der diverse ausprobiert hat und klare Pro/Cons nennen kann) 🙂
     
     

  8. Gefällt mir!
    waldhummel reagierte auf Stoffel in Vorstellungsthread   
    Hallo zusammen,
    ich bin Steffi, Mitte 40 und ich bin hier, weil ich es liebe alleine draußen in der Natur zu sein. Ich habe viele Jahre in Australien gelebt und gearbeitet - und war dort leidenschaftlich gerne mit meinem Campervan im Outback unterwegs. Draußen alleine in der Natur - das fehlt mir nun hier in Deutschland und so bin ich auf das Trekken gestoßen. So war ich nun schon ein paarmal in der Eifel auf den Trekkingplätzen unterwegs und fand es großartig. Aufgrund meiner etwas geringeren Köpergröße (157cm) kann ich allerdings nicht so viel Gewicht tragen und so bin ich auf das Thema UL und das Forum hier gestoßen. Groß Lust viel zu tragen habe ich auch nicht...  
    Ich erhoffe mir hier vor allem Tipps für Ausrüstung, ich lese auch gerne Erfahrungsberichte, ich bin hier um etwas zu lernen und damit ich das Gelernte umsetzen kann. Vor allem zum Thema Schlafsack/Quilt für kleine Frauen habe ich zur Zeit Fragen - dafür würde ich aber glaube ich einen eigenen Beitrag machen bzw Fragen stellen.
    Viele Grüße,
    Steffi
  9. Gefällt mir!
    waldhummel reagierte auf Bewegende_Natur in Vorstellungsthread   
    Hallo in die Runde,
    mein Name ist Sandra, ich bin 37 Jahre alt und komme aus der Gegend rund um Kassel/Göttingen. 
    Ich wandere schon länger, meist nur Tagestouren. Angefangen hat alles mit meiner Lauftrainerin, die vorgeschlagen hat bei einer Wanderveranstaltung einen Marathon zu wandern. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen alleine oder mit meinem Partner zu wandern, weil ich die Ruhe im Wald genieße und mich dort sehr verbunden mit der Welt fühle. 
    Die letzte Zeit kam dann die Idee von Mehrtagestouren dazu. Zwei haben wir absolviert im Bereich Schweden und dort der Höga Küste, sowie in Deutschland. Mein Traum ist es, irgendwann einmal vom Süden Schwedens bis nach Haparanda zu gehen. Weiterhin möchte ich gern den Nord/Süd Trail hier in Deutschland erwandern. 
    Die erste Mehrtagestour war katastrophal, da viel zu viel Gepäck und unnötiger Kram. So kam das Thema Ultraleicht auf, mit dem ich mich nun beschäftige.
    Hier angemeldet habe ich mich, um zum einen von anderen, erfahrenen Menschen zu lernen, mein eigenes Wissen vl irgendwann einmal weiterzugeben und um gleichzeitig Kontakte zu knüpfen. Denn ich kenne niemanden, der ähnlich unterwegs ist wie ich. Vor allem würde ich mich über weiblichen Kontakt freuen, vielleicht Mal eine gemeinsame Tour und einen Erfahrungsaustausch. 
    Und tatsächlich habe ich auch mit Angst zu kämpfen, an der ich aktiv arbeite: Nachts im Wald bei Dunkelheit habe ich große Angst alleine. Kognitiv weiß ich, dass sie unangebracht ist, aber wie das mit Angst so ist, ist sie nicht rational. Auch hier würde ich mich über einen Austausch mit Menschen freuen, die vl ähnliche Themen hatten und einen guten Umgang damit gefunden haben.
    Ganz viele Grüße aus Kassel und ich freue mich sehr hier zu sein.
    Viele Grüße,
    Sandra
  10. Gefällt mir!
    Hallo, ich habe eure Tipps befolgt und war nur kurz auf der Goriz-Hütte. Habe bei Fuen Blanca direkt am Rio Bello übernachtet. Super Badestelle. Da waren nicht viele Leute. Ich habe welche in der ziemlich heruntergekommenen Schutzhütte gesehen.
    GR 11 ist eine super Erfahrung für mich!


  11. Gefällt mir!
    waldhummel hat eine Reaktion von HEB erhalten in Hebridean Way Mai 2026   
    Tag 13: Do 21.05. (15km)
    Achmore – Stornoway
    Da wir nur knapp 15 km bis Stornoway vor uns haben, die zudem auch komplett auf alten Straßen verlaufen, können wir ganz bequem den Vormittag in unserer gemütlichen Unterkunft abwarten, bis der Regen endlich abgezogen ist. Die erste Hälfte des Weges nach Stornoway ist landschaftlich noch ganz schön, die zweite Hälfte dann nur noch dröge. Umso schöner, wenn man dann endlich Lews Castleground erreicht hat – den einzigen richtigen Wald mit Laubbäumen auf den Inseln! Für die Nacht haben wir uns im legendären Heb Hostel eingebucht.



    Tag 14: Fr 22.05. (28 km)
    Stornoway  - Tolsta (Garry Beach)
    28km komplett auf Asphalt, dazu noch an einer auf der ersten Hälfte überraschend stark befahreren Straße… das Wetter kühl, windig, immer mal wieder leichter Nieselregen. Das in der Mitte der Strecke sehnsüchtig erwartete Café entpuppt sich als Takeaway. Wir flüchten uns mit unserem Kaffee in den Shop der Tankstelle, wo wir ihn im Stehen schlürfen. Immerhin finden wir kurz darauf eine offene Kirche, die gerade renoviert wird. Man gestattet uns freundlich, auf den Treppenstufen im Eingangsbereich zu rasten. Immerhin mal sitzen und kurz drinnen sein. Je weiter wir gehen, desto weniger Verkehr gibt es. Schließlich ist es ja auch eine Sackgasse. Das Wetter klart endlich auf. Im letzten Dorf New Tolsta kaufen wir noch ein paar Snacks im Community Shop und füllen unser Wasser auf. Nun geht es hinunter zum letzten Strand, der per Straße erreichbar ist. Dort schlagen wir auf der Wiese unser Zelt auf, inmitten von friedlich grasenden Schafen.



    Tag 15: Sa 23.05. (29km, 670 Hm)
    Tolsta (Garry Beach) - Butt of Lewis 
    Nach der „Bridge to Nowhere“ endet die Asphaltstraße und kurz darauf auch der geschotterte Weg. Gut 10 km wegloses Moor liegen vor uns. Wir folgen zunächst dem „Heritage Trail“, der jedoch sehr nah an der Steilküste entlang führt (mir zu gruselig). Der Wanderführer schlägt auch eine etwas direktere Route im Landesinneren vor. Manchmal sehen wir Markierungspfosten, manchmal nicht. Es geht ordentlich rauf und runter, zwei Mal durchklettern wir Schluchten und balancieren auf Steinen über das Wasser. Ein besonders buckliges Terrain zwingt uns dazu, immer wieder ein bis zwei Meter hochzuklettern, um dann wieder kleine Wasserflächen zu überqueren. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir wieder einen befestigten Weg. Die Aussicht auf Essen im „Wobbly Dog of Lewis“ treibt uns auf dem monotonen Wirtschaftsweg und später auf dem Asphaltsträßchen weiter. Im Café angekommen, bestellen wir das größte Frühstück auf der Karte! Frisch gestärkt und mit neuer Energie nehmen wir die letzten 5 km in Angriff. Zunächst auf Straße, dann auf einem angenehmen Wiesenweg entlang der Küste geht es zum Leuchtturm. Nach offiziellen 307 Trailkilometern haben wir es geschafft, wir sind den kompletten Hebridean Way inklusive der beiden Verlängerungsetappen und Rhenigidale-Variante gegangen!



    Wanderführer:
    Richard Barret: Hiking the Hebridean Way (Cicerone Verlag)
    The Offcomers: The Official Guide - Walking the Hebridean Way
    https://www.walkhighlands.co.uk/outer-hebrides/hebridean-way.shtml
    Der Official Guide nennt sogenannte „PitStops“, bei denen Wanderer Wasser und andere Unterstützung bekommen können.

    Fazit, Erkenntnisse:
    Ich finde, wir hatten echt Glück mit dem Wetter – wir sind nur einmal richtig nass geworden. Ansonsten hat es gerne mal abends, nachts oder früh morgens geregnet und da waren wir immer irgendwo drinnen. Der krasse Nordwind in der ersten Woche war natürlich schon eine Herausforderung. Da war ich mit unserer Entscheidung, hauptsächlich in Hostels zu übernachten, sehr einverstanden, zumal sich unser Zelt eher als Schönwetterzelt entpuppt hat.
    Mit meiner Ausrüstung war ich prinzipiell zufrieden, mit der Kleidung kam ich gut zurecht. Wenn es sehr windig war, habe ich noch die Regenjacke übergezogen. In den ersten Nächten war mir kalt an den Beinen und Füßen, aber da hatte es auch nur 4 Grad. Später war mir dann warm genug. Mit meinen Schuhen (knöchelhohe Kunstlederschuhe mit Membran) war ich auch sehr zufrieden. Bis auf die letzten zwei Mooretappen hielten sie gut trocken. In nassem Zustand waren meine Füße immerhin noch warm. Auch die Merino-Socken haben sich sehr bewährt.
    Was wir nicht gebraucht hätten: Kopfnetz (keine Midges), eine ganze Rolle Toilettenpapier, Powerbank.
    Was wir gut gebrauchen konnten: Sonnenbrille und Sonnencreme, die Healing Salve (Füße, aufgeplatze Lippen), Schlafbrille (es ist fast nie dunkel) und Ohrstöpsel. Sehr dankbar war ich auch über meine „Campschuhe“.
    Meine Packliste: https://lighterpack.com/r/wq5qi8
    Busfahren kostet auf den Hebriden übrigens nur noch 2 Pfund pro Person und Fahrt (bezahlbar mit Karte). Man kann den Bus überall anhalten. Die Busfahrer sind sehr freundlich und hilfsbereit.
    Lebensmittel bekommt man auch in Tankstellen und Community Shops, oft sehr gut sortiert.
    Tesco und Coop liefern sogar Lebensmittel (haben wir aber nicht selbst ausprobiert)!
    Die Gatliff Trust Hostels (Howmore, Berneray, Rhenigidale) haben die Besonderheit, dass man sie nicht reservieren kann. Man kann jederzeit dort „einchecken“ und solange man ein Bett hat, kann man bleiben. Auch wenn kein Bett mehr frei ist, muss man nicht wieder gehen, man findet auf jeden Fall Obdach: https://gatliff.org.uk/
    In den Wartehäuschen der kleinen Ferry Terminals auf den südlichen Inseln kann man auf jeden Fall auch übernachten (bin nicht sicher, wie es danach aussieht). 
    Es gibt an zwei Orten am Weg Shelter, in denen man auch übernachten kann: im Langass Woodland und im Aline Woodland.
  12. Gefällt mir!
    waldhummel hat eine Reaktion von izi erhalten in Hebridean Way Mai 2026   
    Tag 13: Do 21.05. (15km)
    Achmore – Stornoway
    Da wir nur knapp 15 km bis Stornoway vor uns haben, die zudem auch komplett auf alten Straßen verlaufen, können wir ganz bequem den Vormittag in unserer gemütlichen Unterkunft abwarten, bis der Regen endlich abgezogen ist. Die erste Hälfte des Weges nach Stornoway ist landschaftlich noch ganz schön, die zweite Hälfte dann nur noch dröge. Umso schöner, wenn man dann endlich Lews Castleground erreicht hat – den einzigen richtigen Wald mit Laubbäumen auf den Inseln! Für die Nacht haben wir uns im legendären Heb Hostel eingebucht.



    Tag 14: Fr 22.05. (28 km)
    Stornoway  - Tolsta (Garry Beach)
    28km komplett auf Asphalt, dazu noch an einer auf der ersten Hälfte überraschend stark befahreren Straße… das Wetter kühl, windig, immer mal wieder leichter Nieselregen. Das in der Mitte der Strecke sehnsüchtig erwartete Café entpuppt sich als Takeaway. Wir flüchten uns mit unserem Kaffee in den Shop der Tankstelle, wo wir ihn im Stehen schlürfen. Immerhin finden wir kurz darauf eine offene Kirche, die gerade renoviert wird. Man gestattet uns freundlich, auf den Treppenstufen im Eingangsbereich zu rasten. Immerhin mal sitzen und kurz drinnen sein. Je weiter wir gehen, desto weniger Verkehr gibt es. Schließlich ist es ja auch eine Sackgasse. Das Wetter klart endlich auf. Im letzten Dorf New Tolsta kaufen wir noch ein paar Snacks im Community Shop und füllen unser Wasser auf. Nun geht es hinunter zum letzten Strand, der per Straße erreichbar ist. Dort schlagen wir auf der Wiese unser Zelt auf, inmitten von friedlich grasenden Schafen.



    Tag 15: Sa 23.05. (29km, 670 Hm)
    Tolsta (Garry Beach) - Butt of Lewis 
    Nach der „Bridge to Nowhere“ endet die Asphaltstraße und kurz darauf auch der geschotterte Weg. Gut 10 km wegloses Moor liegen vor uns. Wir folgen zunächst dem „Heritage Trail“, der jedoch sehr nah an der Steilküste entlang führt (mir zu gruselig). Der Wanderführer schlägt auch eine etwas direktere Route im Landesinneren vor. Manchmal sehen wir Markierungspfosten, manchmal nicht. Es geht ordentlich rauf und runter, zwei Mal durchklettern wir Schluchten und balancieren auf Steinen über das Wasser. Ein besonders buckliges Terrain zwingt uns dazu, immer wieder ein bis zwei Meter hochzuklettern, um dann wieder kleine Wasserflächen zu überqueren. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir wieder einen befestigten Weg. Die Aussicht auf Essen im „Wobbly Dog of Lewis“ treibt uns auf dem monotonen Wirtschaftsweg und später auf dem Asphaltsträßchen weiter. Im Café angekommen, bestellen wir das größte Frühstück auf der Karte! Frisch gestärkt und mit neuer Energie nehmen wir die letzten 5 km in Angriff. Zunächst auf Straße, dann auf einem angenehmen Wiesenweg entlang der Küste geht es zum Leuchtturm. Nach offiziellen 307 Trailkilometern haben wir es geschafft, wir sind den kompletten Hebridean Way inklusive der beiden Verlängerungsetappen und Rhenigidale-Variante gegangen!



    Wanderführer:
    Richard Barret: Hiking the Hebridean Way (Cicerone Verlag)
    The Offcomers: The Official Guide - Walking the Hebridean Way
    https://www.walkhighlands.co.uk/outer-hebrides/hebridean-way.shtml
    Der Official Guide nennt sogenannte „PitStops“, bei denen Wanderer Wasser und andere Unterstützung bekommen können.

    Fazit, Erkenntnisse:
    Ich finde, wir hatten echt Glück mit dem Wetter – wir sind nur einmal richtig nass geworden. Ansonsten hat es gerne mal abends, nachts oder früh morgens geregnet und da waren wir immer irgendwo drinnen. Der krasse Nordwind in der ersten Woche war natürlich schon eine Herausforderung. Da war ich mit unserer Entscheidung, hauptsächlich in Hostels zu übernachten, sehr einverstanden, zumal sich unser Zelt eher als Schönwetterzelt entpuppt hat.
    Mit meiner Ausrüstung war ich prinzipiell zufrieden, mit der Kleidung kam ich gut zurecht. Wenn es sehr windig war, habe ich noch die Regenjacke übergezogen. In den ersten Nächten war mir kalt an den Beinen und Füßen, aber da hatte es auch nur 4 Grad. Später war mir dann warm genug. Mit meinen Schuhen (knöchelhohe Kunstlederschuhe mit Membran) war ich auch sehr zufrieden. Bis auf die letzten zwei Mooretappen hielten sie gut trocken. In nassem Zustand waren meine Füße immerhin noch warm. Auch die Merino-Socken haben sich sehr bewährt.
    Was wir nicht gebraucht hätten: Kopfnetz (keine Midges), eine ganze Rolle Toilettenpapier, Powerbank.
    Was wir gut gebrauchen konnten: Sonnenbrille und Sonnencreme, die Healing Salve (Füße, aufgeplatze Lippen), Schlafbrille (es ist fast nie dunkel) und Ohrstöpsel. Sehr dankbar war ich auch über meine „Campschuhe“.
    Meine Packliste: https://lighterpack.com/r/wq5qi8
    Busfahren kostet auf den Hebriden übrigens nur noch 2 Pfund pro Person und Fahrt (bezahlbar mit Karte). Man kann den Bus überall anhalten. Die Busfahrer sind sehr freundlich und hilfsbereit.
    Lebensmittel bekommt man auch in Tankstellen und Community Shops, oft sehr gut sortiert.
    Tesco und Coop liefern sogar Lebensmittel (haben wir aber nicht selbst ausprobiert)!
    Die Gatliff Trust Hostels (Howmore, Berneray, Rhenigidale) haben die Besonderheit, dass man sie nicht reservieren kann. Man kann jederzeit dort „einchecken“ und solange man ein Bett hat, kann man bleiben. Auch wenn kein Bett mehr frei ist, muss man nicht wieder gehen, man findet auf jeden Fall Obdach: https://gatliff.org.uk/
    In den Wartehäuschen der kleinen Ferry Terminals auf den südlichen Inseln kann man auf jeden Fall auch übernachten (bin nicht sicher, wie es danach aussieht). 
    Es gibt an zwei Orten am Weg Shelter, in denen man auch übernachten kann: im Langass Woodland und im Aline Woodland.
  13. Gefällt mir!
    waldhummel hat eine Reaktion von izi erhalten in Hebridean Way Mai 2026   
    Tag 5: Mi 13.05. (20km)
    Moorcroft - Lochmaddy (Bus nach Berneray, John's Bunkhouse)
    Nachdem der Wind noch weitere zwei Tage kräftig aus Norden kommen soll, planen wir weitere Hostelübernachtungen und einen Ruhetag ein. So haben wir heute nur angenehme 20km vor uns, die wir bei Sonnenschein beschwingt beginnen. Es geht auf schönen Pfaden durchs Moor und wir sehen Rotwild, das sich aber schnell verdrückt. Der Weg führt an einer kleinen Galerie vorbei, wo uns die freundliche Besitzerin und die wunderschönen Bilder sehr begeistern. Wir erwerben eines davon, welches uns nach unserer Rückkehr direkt nach Hause geschickt wird! Im gemütlichen Langass Lodge Hotel genehmigen wir uns Tee und Kuchen. Wir sehen einen Steinkreis und laufen tatsächlich durch einen kleinen Wald. Hier gibt es einen kleinen Shelter, in dem man auch übernachten kann (Platz für zwei Personen). Der Wald ist dafür leider nicht geeignet (Bäume stehen eng, es ist hügelig und teilweise auch sumpfig). Die anschließenden 8 km Straße geht man angenehmerweise ohne Autoverkehr auf der „old road“, parallel zur neuen Straße. Die Landschaft ist angenehm anzusehen. Der Nachmittagsbus bringt uns dann nach Berneray, wo wir ein Doppelzimmer im gemütlichen John’s Bunkhouse (Preis-Leistungssieger!) bekommen haben. Der Berneray Shop ist gut sortiert und wir kaufen gut ein. Zum Shop gehört auch noch ein Bistro, in dem man sowohl Kaffee trinken als auch Essen kann. 



    Tag 6: Do 14.05.
    Ruhetag auf Berneray, Berneray Hostel
    Leider können wir nur eine Nacht in John’s Bunkhouse bleiben. Also warten wir im Bistro auf den Mittagsbus, der uns zum Berneray Hostel bringt, welches ca. 4km entfernt ist. Wir genießen einen sonnigen Nachmittag am windgeschützten Strand und einen ruhigen Abend im Hostel. Außer uns sind nur noch zwei weitere Gäste da, wir haben unser Zimmer für uns allein.



    Tag 7: Fr 15.05. (18km)
    Lochmaddy – Berneray
    Der Busfahrer amüsiert sich darüber, dass er uns nach Lochmaddy bringt, nur damit wir zurück nach Berneray laufen können… Der Wind ist immer noch da, aber immerhin nicht mehr in Sturmstärke und wir freuen uns über zwei landschaftlich sehr schöne und gut zu gehende Moorpassagen mit fantastischen Aussichten. Am Berneray Ferry Terminal angekommen nutzen wir den Fish&Chips Takeaway (das Bistro ist nur 500m entfernt) für das Abendessen und treffen Lynn wieder (und zum letzten Mal). Das Wartehäuschen ist so geräumig, dass wir dort einfach unsere Isomatten hinlegen und windgeschützt schlafen. Entgegen des an der Tür angebrachten Hinweises wird die Tür weder automatisch noch manuell abgeschlossen.



    Tag 8: Sa 16.05. (19km)
    Leverburgh - Horgabost Campsite
    Die Morgenfähre bringt uns rüber nach Harris. Dort bietet der „Butty Bus“ bereits frischen Kaffee und Frühstück an. Im Community Shop kaufen wir sicherheitshalber Vorräte für 4 Tage ein, denn zwischen Leverburgh und Stornoway gibt es lediglich noch in Tarbert einen Supermartk, und der hat sonntags geschlossen. Der Weg führt in ein weites Tal, umgeben von beeindruckenden Bergen. Hier kommt Highland-Feeling auf! Durch das Moor führt aber leider kein gut angelegter Schotterdamm mehr, sondern lediglich ein Torfpfad mit Entwässerungsgräben. Es ist recht matschig, lässt sich aber noch ganz gut gehen. Der Weg führt über einen Pass wieder hinunter zum Meer – Ausblick auf Traumstrände! Nach einem kurzen Straßenstück geht es wieder hinauf auf den Berg. Die nun folgende Passage empfinde ich als die schwierigste des ganzen Trails. Es geht weglos über sehr unebenes, sumpfiges Gelände an der steilen Bergflanke entlang. Da ich weder trittsicher noch schwindelfrei bin, zudem kurze Beine und ein kaputtes Knie habe, ist das sehr anstrengend und stressig für mich. Die 6km ziehen sich wie Kaugummi. Ich bin erleichtert, als wir zum Horgabost Campsite absteigen können. Dieser Campingplatz ist sehr schlicht, die Küche ist winzig. Immerhin kann man zu Büroöffnungszeiten ein paar Nahrungsmittel erwerben. Der Wind ist mittlerweile tatsächlich wieder moderat und kommt aus südlicher Richtung. Als wir unser Zelt aufstellen, beginnt es zu regnen.



  14. Gefällt mir!
    waldhummel hat eine Reaktion von Stoffel erhalten in Hebridean Way Mai 2026   
    Tag 13: Do 21.05. (15km)
    Achmore – Stornoway
    Da wir nur knapp 15 km bis Stornoway vor uns haben, die zudem auch komplett auf alten Straßen verlaufen, können wir ganz bequem den Vormittag in unserer gemütlichen Unterkunft abwarten, bis der Regen endlich abgezogen ist. Die erste Hälfte des Weges nach Stornoway ist landschaftlich noch ganz schön, die zweite Hälfte dann nur noch dröge. Umso schöner, wenn man dann endlich Lews Castleground erreicht hat – den einzigen richtigen Wald mit Laubbäumen auf den Inseln! Für die Nacht haben wir uns im legendären Heb Hostel eingebucht.



    Tag 14: Fr 22.05. (28 km)
    Stornoway  - Tolsta (Garry Beach)
    28km komplett auf Asphalt, dazu noch an einer auf der ersten Hälfte überraschend stark befahreren Straße… das Wetter kühl, windig, immer mal wieder leichter Nieselregen. Das in der Mitte der Strecke sehnsüchtig erwartete Café entpuppt sich als Takeaway. Wir flüchten uns mit unserem Kaffee in den Shop der Tankstelle, wo wir ihn im Stehen schlürfen. Immerhin finden wir kurz darauf eine offene Kirche, die gerade renoviert wird. Man gestattet uns freundlich, auf den Treppenstufen im Eingangsbereich zu rasten. Immerhin mal sitzen und kurz drinnen sein. Je weiter wir gehen, desto weniger Verkehr gibt es. Schließlich ist es ja auch eine Sackgasse. Das Wetter klart endlich auf. Im letzten Dorf New Tolsta kaufen wir noch ein paar Snacks im Community Shop und füllen unser Wasser auf. Nun geht es hinunter zum letzten Strand, der per Straße erreichbar ist. Dort schlagen wir auf der Wiese unser Zelt auf, inmitten von friedlich grasenden Schafen.



    Tag 15: Sa 23.05. (29km, 670 Hm)
    Tolsta (Garry Beach) - Butt of Lewis 
    Nach der „Bridge to Nowhere“ endet die Asphaltstraße und kurz darauf auch der geschotterte Weg. Gut 10 km wegloses Moor liegen vor uns. Wir folgen zunächst dem „Heritage Trail“, der jedoch sehr nah an der Steilküste entlang führt (mir zu gruselig). Der Wanderführer schlägt auch eine etwas direktere Route im Landesinneren vor. Manchmal sehen wir Markierungspfosten, manchmal nicht. Es geht ordentlich rauf und runter, zwei Mal durchklettern wir Schluchten und balancieren auf Steinen über das Wasser. Ein besonders buckliges Terrain zwingt uns dazu, immer wieder ein bis zwei Meter hochzuklettern, um dann wieder kleine Wasserflächen zu überqueren. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir wieder einen befestigten Weg. Die Aussicht auf Essen im „Wobbly Dog of Lewis“ treibt uns auf dem monotonen Wirtschaftsweg und später auf dem Asphaltsträßchen weiter. Im Café angekommen, bestellen wir das größte Frühstück auf der Karte! Frisch gestärkt und mit neuer Energie nehmen wir die letzten 5 km in Angriff. Zunächst auf Straße, dann auf einem angenehmen Wiesenweg entlang der Küste geht es zum Leuchtturm. Nach offiziellen 307 Trailkilometern haben wir es geschafft, wir sind den kompletten Hebridean Way inklusive der beiden Verlängerungsetappen und Rhenigidale-Variante gegangen!



    Wanderführer:
    Richard Barret: Hiking the Hebridean Way (Cicerone Verlag)
    The Offcomers: The Official Guide - Walking the Hebridean Way
    https://www.walkhighlands.co.uk/outer-hebrides/hebridean-way.shtml
    Der Official Guide nennt sogenannte „PitStops“, bei denen Wanderer Wasser und andere Unterstützung bekommen können.

    Fazit, Erkenntnisse:
    Ich finde, wir hatten echt Glück mit dem Wetter – wir sind nur einmal richtig nass geworden. Ansonsten hat es gerne mal abends, nachts oder früh morgens geregnet und da waren wir immer irgendwo drinnen. Der krasse Nordwind in der ersten Woche war natürlich schon eine Herausforderung. Da war ich mit unserer Entscheidung, hauptsächlich in Hostels zu übernachten, sehr einverstanden, zumal sich unser Zelt eher als Schönwetterzelt entpuppt hat.
    Mit meiner Ausrüstung war ich prinzipiell zufrieden, mit der Kleidung kam ich gut zurecht. Wenn es sehr windig war, habe ich noch die Regenjacke übergezogen. In den ersten Nächten war mir kalt an den Beinen und Füßen, aber da hatte es auch nur 4 Grad. Später war mir dann warm genug. Mit meinen Schuhen (knöchelhohe Kunstlederschuhe mit Membran) war ich auch sehr zufrieden. Bis auf die letzten zwei Mooretappen hielten sie gut trocken. In nassem Zustand waren meine Füße immerhin noch warm. Auch die Merino-Socken haben sich sehr bewährt.
    Was wir nicht gebraucht hätten: Kopfnetz (keine Midges), eine ganze Rolle Toilettenpapier, Powerbank.
    Was wir gut gebrauchen konnten: Sonnenbrille und Sonnencreme, die Healing Salve (Füße, aufgeplatze Lippen), Schlafbrille (es ist fast nie dunkel) und Ohrstöpsel. Sehr dankbar war ich auch über meine „Campschuhe“.
    Meine Packliste: https://lighterpack.com/r/wq5qi8
    Busfahren kostet auf den Hebriden übrigens nur noch 2 Pfund pro Person und Fahrt (bezahlbar mit Karte). Man kann den Bus überall anhalten. Die Busfahrer sind sehr freundlich und hilfsbereit.
    Lebensmittel bekommt man auch in Tankstellen und Community Shops, oft sehr gut sortiert.
    Tesco und Coop liefern sogar Lebensmittel (haben wir aber nicht selbst ausprobiert)!
    Die Gatliff Trust Hostels (Howmore, Berneray, Rhenigidale) haben die Besonderheit, dass man sie nicht reservieren kann. Man kann jederzeit dort „einchecken“ und solange man ein Bett hat, kann man bleiben. Auch wenn kein Bett mehr frei ist, muss man nicht wieder gehen, man findet auf jeden Fall Obdach: https://gatliff.org.uk/
    In den Wartehäuschen der kleinen Ferry Terminals auf den südlichen Inseln kann man auf jeden Fall auch übernachten (bin nicht sicher, wie es danach aussieht). 
    Es gibt an zwei Orten am Weg Shelter, in denen man auch übernachten kann: im Langass Woodland und im Aline Woodland.
  15. Gefällt mir!
    waldhummel hat eine Reaktion von Stoffel erhalten in Hebridean Way Mai 2026   
    Wanderzeitraum: 09.-23.05.2026
    Anreise aus dem Ruhrgebiet mit dem Eurostar über Brüssel nach London, Caledonian Sleeper nach Glasgow, Regionalzug nach Oban, Fähre nach Castlebay
    Rückreise von Stornoway über Ullapool, Inverness, Aberdeen, Caledonian Sleeper nach London, Eurostar nach Brüssel und Ruhrgebiet
    Hintergrund: 2022 sind wir bereits die Strecke von Tarbert nach Stornoway gewandert.
    Tag 1: Sa 09.05. (25km, 850 Hm)
    Vatersay - Eriskay, Camping am Strand
    Wir starten bei bestem Wetter, es ist sonnig und bleibt auch den ganzen Tag trocken. Der Wind ist teilweise kräftig. Ein perfekter Einstieg in unsere Wandertour. Gleich der erste Anstieg ist der höchste der ganzen Tour, aber gut zu gehen. Die Pfade sind alle trocken und die Aussicht begeistert uns einfach restlos. Der erste Tag bietet gleich alles im Paket: Traumstrände, Berge, Aussicht, Moor, Einsamkeit, Wiesen mit Schafen und Kühen – nicht zu Unrecht wird Barra als „die Hebriden en miniature“ bezeichnet. Wir erreichen noch die (vermeintlich) letzte Fähre des Tages und setzen gleich nach Eriskay über – drei Inseln an einem Tag! Das Wartehäuschen im Eriskay Ferry Terminal nutzen wir zum wingeschützten Kochen, praktisch sind auch die Toilette und der Wasseranschluss draußen. Anschließend gehen wir nur noch rüber zum Strand und schlagen dort zum Sonnenuntergang unser idyllisches Lager auf. Die Nacht ist recht frisch, nur ca. 4 Grad. Beine und Füße sind kalt, brrr.



    Tag 2: So 10.05. (42km)
    Eriskay - Howmore Hostel
    Der Tag beginnt mit ca. 8 km auf Asphalt. Autos sind an diesem Sonntag morgen fast keine unterwegs, so dass wir den nächsten Causeway nach South Uist und die Aussicht zurück nach Barra genießen können. Danach geht es den ganzen Tag entweder auf Wiesen- oder Wirtschaftswegen oberhalb des Strandes oder auch mal etwas weiter im Landesinneren, oder direkt auf dem Strand. Es ist flach und angenehm zu gehen. Wir sehen wieder viele Schafe mit kleinen Lämmchen, einfach eine große Freude. Der Wind kommt uns jetzt frontal entgegen – Nordwind ist eigentlich untypisch für die Hebriden (er wird uns allerdings noch ein paar weitere Tage erhalten bleiben!). Wir machen einen Abstecher nach Daliburgh um einzukaufen (der dortige Coop hat Sonntag Nachmittags geöffnet). Spontan kehren wir dabei noch im Borrodale Hotel zum Mittagessen ein – und bekommen das beste Essen, das ich seit langem in einem Restaurant zu mir genommen habe! Vor allem der Sticky Toffee Pudding zum Nachtisch ist der Hammer.
    Beschwingt gehen wir den ganzen Nachmittag direkt auf dem Strand. Hier erfreuen uns Hunderte von Vögeln, hauptsächlich die lärmenden Austernfischer und Sandregenpfeifer, die aussehen als ob sie über den Sand schweben! Gegen Abend geht es dann nochmal einige Kilometer durch Croftland. Zwei Mal geht es durch Kuhherden mit Kälbchen – wir sind froh, dass die Kühe gelassen bleiben und uns passieren lassen. Entgegen unserer Hoffnung macht der Wind keine Anstalten, schwächer zu werden, im Gegenteil. Uns dämmert, dass zelten hier wohl nicht möglich sein wird: die Landschaft bietet keinerlei Schutz, keine Bäume, keine Hügel oder Felsen, nichts… das wäre mit unserem Zelt wohl keine gute Idee. Zudem fängt es auch noch an zu regnen. Also auf nach Howmore, ins Hostel! Wir gehen die letzten drei Stunden ohne Pause, Abendessen fällt aus (dafür war es also gut, dass wir ins Hotel eingekehrt sind!). Ausgerechnet jetzt macht der Weg wieder einen idyllischen Schlenker zurück zur Küste, puh… gegen 21:30 Uhr erreichen wir endlich das Hostel, wo wir die letzten beiden Betten ergattern. Sofort hinlegen und schlafen.



    Tag 3: Mo 11.05. (28km)
    Howmore Hostel - Otters Edge Campground
    Der Morgen ist sonnig und windstill. Nach einem gemütlichen Frühstück im Hostel (alle anderen Gäste waren Radfahrer und sind längst unterwegs) brechen wir auf. Heute steht zum ersten Mal Moor auf dem Programm! Beide Moorpassagen machen großen Spaß zu gehen. Größtenteils verlaufen sie jeweils auf gut angelegten Wegen (geschotterte Dämme) und sind recht trocken. Brücken führen über größere Wasserflächen (teilweise kollabiert, aber noch passierbar). In der Mitte gibt es jeweils eine Strecke ohne Damm, da kann es teilweise nasser werden. Meist kann man die Stellen aber entweder umgehen oder drüberhüpfen. Ein Traum wird wahr, als wir tatsächlich eine Herde wilder Ponys sehen!
    Über einen weiteren Causeway erreichen wir die nächste Insel Benbecula. Das Liniclate Leisure Center beeinhaltet eine Schule und eine Schwimmhalle. Das Center ist noch geöffnet, als wir um 18 Uhr dort ankommen, die Cafeteria hat aber leider schon geschlossen.
    Wir steuern den Campingplatz Otters Edge an in der Hoffnung, dort etwas Windschutz zu finden. Vor Ort sind wir schnell ernüchtert: es ist brettflach und die Gebäude in Windrichtung sind recht weit weg. Schon unter gewissen Mühen bauen wir unser Zelt auf. In der geräumigen Küche können wir kochen und treffen die erste andere Wanderin, Lynn aus England. Gegen Mitternacht wachen wir auf, weil etwas auf unsere Beine drückt – das Zelt! Der angekündigte Sturm ist da. Schnell wird uns klar, dass es keine gute Idee ist, weiter im Zelt zu bleiben. Wir packen unsere Sachen und bringen sie in die Küche, das Zelt tragen wir ebenfalls dort hinein. Wir legen uns dann einfach mit unseren Isomatten auf den Boden und schlafen dort.



    Tag 4: Di 12.05. (28km)
    Otters Edge Campground - Moorecroft Bunkhouse
    Am Morgen warten wir noch einen Regenschauer ab und werfen uns dann dem Sturm entgegen. Wieder geht es einige Kilometer direkt auf dem Strand. In Balivanich machen wir einen Abstecher zum Supermarkt. Danach folgt das nervendste Wegstück des ganzen Trails: es geht ca. 6 endlose Kilometer schnurgeradeaus auf einer kleinen Straße auf den Berg Ruaval zu, der scheinbar überhaupt nicht näher kommt. Es gibt nicht mal Schafe zur Ablenkung… (hier könnte es lohnensweter sein, weiter durch Balivanich zu gehen und dann von dort aus auf einem Sträßchen zurück zum Trail, vor allem wenn man sowieso den Abstecher zum Supermarkt plant). Der Aufstieg auf den Ruaval auf einem trockenen Pfad macht Spaß. Oben angekommen nimmt uns der Sturm fast den Atem – und die Aussicht auch! Wir machen uns sofort wieder an den Abstieg, der uns in eine sumpfige Senke führt. Ein Weg ist nicht mehr zu erkennen, Markierungspfosten sind an eher merkwürdigen Orten aufgestellt. Aber wir finden ohne Schwierigkeiten den Weg zurück zur Straße. Anschließend geht es auf den nächsten Causeway, der uns von Benbecula über die Insel Grimsay nach North Uist führt. Auf diesen 8 km Straße kann man immerhin die Aussicht auf das Meer, kleine Inseln und Schafe genießen! Direkt nach dem Causeway gelangen wir zu Moorcroft Holidays, wo man campen kann und wo es auch ein kleines Bunkhouse mit drei Doppelzimmern gibt. Wir bekommen noch das letzte davon! Hier treffen wir auch zwei weitere Wanderer, Daniel aka „Englishman just walking“ und seine Frau Caroline aus Cambridge.



     


  16. Danke!
    Ich vermute das Problem sind hier eher Kontamination durch unsachgemäße Handhabung oder irgendwelche Produkte, die mehr versprechen, als sie halten (tolle Flasche hast du da, Ursula, das geht ja viel schneller als mit diesem Sawyer). 
    Aber die bisherigen Artikel bleiben von der Substanz allesamt ziemlich dünn und auch die Aussage der Bergrettung geht nicht darauf ein, was die Ursache jetzt sein könnte, die ein guter Filter nicht filtern kann. Ist aber auch nicht deren Fachgebiet, daher will ich denen keinen zu großen Vorwurf daraus machen. Dass man in den Pyrenäen sorgfältig filtern sollte, ist aber nichtsdestotrotz eine wichtige Info.
    Ich bleibe beim Filter, einige meiner Wanderungen wären mit Flaschenwasser auf dem Buckel für mich auch gar nicht zu bewerkstelligen.
    EDIT: Teilweise sind die "Filterflaschen" ja nur Flaschen mit kleinem Aktivkohle-Filter. Dass die nicht in der Lage sind, die üblichen Übeltäter (Giardien, Kryptosporidien) zu filtern, überrascht mich nicht. Da müssen wir nichtmal in die Viren-Diskussion eintauchen.
  17. Danke!
    Viren sind ubiquitär.
  18. Danke!
    Normale Filterflaschen filtern gar keine Viren:
    https://www.amazon.de/AQUAPHOR-Wasserfilter-Flasche-Wasserflasche-unterwegs-BPA-frei/dp/B09RX3P1Y3/
     
    Sowas wie Viren filtern können nur sehr spezielle Lösungen wie die von Sawyer, Platypus & Co.!
  19. Gefällt mir!
    Ich filtere mittlerweile kein Wasser mehr. Wenn ich unsicher bin und unbedingt Wasser brauche, chlore ich das Wasser.

    Die Entnahme ist individuell: Wo entnehme ich das Wasser und wie? Dann verträgt auch jeder "Schmutzwasser" anders. Bei einem löst schmutziges Wasser Magengrummeln aus, der andere muss ins Krankenhaus. 

    Diese Warnungen kann man im Prinzip für jedes Gebiet schreiben.
  20. Gefällt mir!
    waldhummel reagierte auf Ein.Plattfüssler in Rennen auf dem Steig   
    … naja, bin eher geschlichen, denn gerannt… auf dem Rennsteig.
    Gedacht ist die Tour als Warmlaufen für den ‚Fränkischen Gebirgsweg’... Es sollte anders kommen… Es ist Sommer und somit ganz gut eingeheizt. Aber der Höhenweg des Thüringer Waldes ist ja baumbestanden, wenn auch kein Wald sondern Forst… Dachte ich…. Es sollte anders kommen…
    Die Bahn ist unberechenbar, aber sie fährt, selten jedoch pünklich. Also vorgezogener Start mit dem Bus, später 300 m Blindsprint immer den anderen Reisenden nach und schon bin ich im Zug des dritten Umstieges… So gegen sechs am hereinbrechenden Abend starte ich an diesen Tage dann erfreulicher Weise doch noch in Hörschel. Schnell noch einen Wackerstein aus der Werra gefischt, der am Ende der Latscherei in die Selbitz geschmissen werden soll. Sofern man die passende Tauchausrüstung nicht eingepackt hat, ist ein Stein der Wahl bequem aus einem bereitgestellten mit Wasser gefüllten Steinbecken zu wählen und zu entnehmen. Ich hatte keinen Schnorchel und keine Taucherbrille eingepackt… Also was für ein Service !  3061
    Ein Getröpfel von oben. Kurz unter dem Riesenbaum von Linde (?) abgewartet und schon schleiche ich von dannen. Vorbei an der architektonisch interessanten Kirche. Mich ruft aber der Weg… Und siehe da, eben waren es noch 169,3 km und ein paar Zentimeter bis zum Ziel in Blankenstein an der Selbitz. Kaum hab ich ein paar Meter zurückgelegt, sind es nur noch 171 km…

    Im Walde, dem Thüringer, zählen die Meter halt anders. Oder gibt es eine Abkürzung ?
    So ziehe ich grübelnd von dannen, den Berg hinauf… Laubmischbaumbestand… Kühlende Briese...
    Eine Hütte, nicht mehr ganz neu, aber immer noch vollen Schutz bietend. Und mit abgetrennten Liegepodest ! Im vorderen Teil Tisch und Bänke… Schon wieder so ein Service. Das kann ja toll werden…
    Die nächste, schon instandreparierte Hütte ist meine. Bahnfahren macht eben hungrig. Außerdem pfeift ein munterer Wind um den vor der Hütte stehenden Stein, hier auf den Höhen des Eichelberg (311 m). Da braucht’s Schutz...

    Das Porridge schmeckt, der Kaffee auch (großer Fehler, der Kaffee !), der Prozessionsspinner spinnt in der hiesigen Eiche, die Wartburg grüßt aus der Ferne. Nicht das letzte Mal…
    Durch die blühenden Wiesen rechts und links gehe ich etwas abwärts, um die Ecke, wieder berauf, vorbei am ‚Flüchtenden Hirsch‘ (Hirschberg, schon 380 m !)…
    Langsam wird es Zeit einen Lagerplatz zu finden. Da hilft auch ein weiterer Wartburgblick nicht, abgesperrt. Der Spinner spinnt auch hier. Vom Weg und der Absperrung ist das informierende Warnschild nur mit Stielaugen oder technichem Hilfsmitteln erkennbar… Im Thüringer Wald hat mensch offensichtlich bessere Augen oder mensch guckt anders... 
    Hinter Clausberg passiere ich den Vachaer Stein. Nirgends zu sehen, offensichtlich abgetaucht, der Stein. Egal, ich muß weiter. Es geht der Dämmerung entgegen. Immerhin finde ich noch große Pfützen zum Auffüllen des Bidet und etwas Katzenwäsche erlaube ich mir auch. Die Fingerspitzen sind nun sauber(er)…
    Der steile kurze Anstieg zur ‚Wilden Sau’ ist wieder mittels rot-weißem Band abgesperrt. Kein Hinweis. Ich ahne den Spinner in den Eichen…
    Der Stein oben soll aus dem Jahre 1483 stammen und der älteste noch erhaltene am Rennsteig sein. Die Sage berichtet von einer wilden Sau, einem Jagdunfall oder einen Mord, der hier erfolgt sein soll… Hoffentlich war’s kein wild zeltender Wanderer…

    Ich werde heute Nacht hier bleiben (müssen). Ein Zelt steht vor Ort schon. Nach Besichtigung von Stein, Schutzhütte, Infotafeln etc. frage ich den Bewohner des Stoffgebildes, ob es stören würde, wenn ich nebenan mein Lager aufschlage. Der Wanderkollege verneint und verabschiedet mich mit einem ‚Gute Nacht’… Am Morgen erfahre ich, sein Ziel ist Masserberg… Ich schlage mein Lager auf und habe einen Blick auf die nun angestrahlte und somit leuchtende Wartburg. Ob da gerade wieder jemand ein Tintenfass wirft ? Ich schlafe jedenfalls noch recht aufgekratzt von den Erlebnissen des Tages (und dem späten Kaffee !?) ein, wache, auf, schlafe ein… und schon brüllen die Vögel versteckt in den Zweigen der Laubäume ringsum los. Zeit das Lager abzubrechen und die Latscherei erneut aufzunehmen…
    Auf zur ‚Hohen Sonne‘! Das Wasser ist knapp, eine Quelle hab ich bisher nicht entdeckt. Also erbitte ich im dortigem Imbiss Wasser. Eine Dame bereitet gerade Brote zu und gab mir freundlicher Weise ohne Zögern das erbetende Wasser… Danke !…
    Doch Überraschung: Es dauer nicht lange, nur ein paar Hundert Meter, und ich bin am (ehemaligen) Kneipp’schen Wasserbecken. Ehemalig, weil zugeschüttet. Die Quelle der ‚Schäfersbrunnen‘ (?) mit vorzüglichen Wasser daneben zum Glück nicht. Ein idealer Früchstücksplatz mit Sitzgelegenheit und Tisch, wenn auch nicht mehr ganz neu… Alles ist vergänglich. So spielt halt das Leben….
    Die Rennsteiggrotte wenig später lass ich links liegen. Höhenmeter verlieren, ist jetzt gerade nicht nach meinem Geschmack. Grotten befinden sich ja meist doch nicht so ganz auf der Höhe… Außerdem keine Entfernungsangabe am Hinweisschild. Da werd ich doch glatt mißtrauisch…
    Weiter geht’s… durch zunehmend Bestände mit Nadelbäumen… und viel Sonne...
    Am ‚Ruhlaer Häuschen‘, genau gesagt der der dortigen Schutzhütte, zieht am Himmel ein Streifen dunkler Wolken heran. Gerade als ich nach Studium der Infotafeln zum Ort und dessen Geschehen weiterziehen will, beginnt es zu tröpfeln. Na gut, wenn es sein soll, mache ich eben ein kurzes Nickerchen in der Hütte. Wird nicht lange dauern… 
    Jetzt kommen noch ein Paar Rennsteig-Wanderer in die Hütte. Sie waren falsch abgebogen, nachdem sie von Ruhla, ihrem Übernachtungsort, wieder aufgestiegen sind. Ihr letzter Tag, wie sie sagen. Sind in Blankenstein gestartet… Ich bestärke sie in der Absicht, ihre Regenbekleidung anzuziehen, weil es dann garaniert schnell aufhört zu regnen. Und so war es… Die besagte Hütte hat übrigens einen eingezogen Holzboden. Eine absolute beachtendswerte Rarität bei den Schutzhütten auf dem Rennsteig… bei sonst immer Schotter…
    Auch ich ziehe nun weiter… aber entgegengestzt nach Blankenstein…
    Ein übergroßer Schlüssel, an einen Baum genagelt. Eigenartig… Ah, hier steht’s. Als Erinnerung, dass in besagten Baum eine Zeit lang der Schlüssel für einen nicht zerstörten Teil des ‚Ruhlaer Häuschen’ versteckt wurde...

    Der ‚Glöckner‘ ist ein kleines Granitfelsmassiv mit Blockfeld und Gedenktafel. Hier blüht einiges und es gibt Aussicht… 


    Wenig später komme ich an ‚Fredis Quell‘ vorbei. Mittag, teilsonniger Platz, Wasseranschluß. Topf untergestellt, ein wenig Warten. Voll… Perfekt. Quilt und Wäsche lüften… und futtern. Was ? Na klar ! Kartoffelmus mit Würstchen. Nachtisch Schokolade. Bloß keine Unregelmäßigkeiten…
    Die ‚Schillerbuche‘ sichte ich nicht. Der Weg folgt nun ein Stück parallel der Straße. Eigenartigerweise ist das hier, wie an anderen Stellen des Rennsteiges, kaum zu bemerken. Ein schmaler gewundener Pfad durch Baum und Busch zur Straße abgeschirmt. Läßt Langeweile nicht aufkommen. Doch Achtgeben ! Ich bin auf dem Pfad nicht allein. Da krabbeln Käfer und Ameisen, huschen Eidechsen in die Deckung. Blaubeeren locken zum Naschen. Wie schön !

    Bald quere ich die Straße und lasse die Hirschbalzwiese links liegen. Ist sowieso keiner da, von den beweihten Vierbeinern…
    Ah, der erste ‚Dreiherrenstein‘, hier am ‚Großen Weisenstein‘, Grenzstein zu drei ehemaligen Fürstentümern. So einen Stein gibt’s wohl noch öfters am Rennsteig…
    Jetzt wird’s ernst. Rüsten zum Aufstieg auf den Inselsberg (ca. 917m). Recht steile lange Anstiege, erstmal hinauf zum Beerberg. Anzweig zur ‚Beerberggrotte’. Naja, Felsüberhang halt. Weiter hinauf mit Schnauf. Ver-Schnauf dann am ‚Venetianerstein‘.  

    Na los ist hier nix, auf dem Gipfel. Ein großer Teil des Gipfelplateau ist abgesperrt für Funkturm und ein Gebäude unbekannter Nutzungsart. Dann noch der futuristische Aussichtsturm. Im letzterem eine Ausstellung…
    Ich bin geschafft. Hier oben pfeift eine steife Briese. Da hilft die Sonne kaum. Am Imbiss könnte ich eine Thüringer Rostbratwurst essen. Sonst alles verschlossen und eher verlassen. Ein paar Leutchen sitzen auf Bänken. Bissel Aussicht gibt`s dennoch…
    Die Stufen des Abstieges haben auch schon bessere Zeiten gesehen. Alles in allem ist der Inselsberg für mich eine Enttäuschung…
    Der Weiterweg zur Grenzwiese ist wegen Treppenbauarbeiten gesperrt. Auch erfahrene Wanderer werden gebeten, die ausgewiesene Umleitung zu nutzen. Na da will ich als Anfänger mal nicht so sein. Die Umleitung ist ein asphaltierter steil abwärts führender Fußweg mit Buckeln, Vertiefungen und Löchern zum Füssebrechen… Mit Vorsicht komme ich unten dennoch gut unten an…
    Über ‚Trockenberg’, ‚Großem und kleinem Jagdberg‘ gelange ich zum Heuberghaus mit (geschlossener) Gastronomie. Ich muß mich nochmals setzen und ruhen. Dann gehe ich den Weg durch Fichtenbestand Richtung ‚Spießberghaus‘. Am Wege eine Aussichtsplattform. Die jungen Fichten waren doch schneller. Eine Richtung geht noch…
    Weiter: Trotz heute heute schon 1053 Höhenmetern und über 30 km in den Beinen bin ich  (natürlich) noch topfit…

    Naja, eben Zeit für nächtliche Erholung. In Fichtenbestand bietet den nötigen Schutz…
    Morgens das Lager abrechen. Es beginnt zu nieseln. Also das Cape als Poncho nutzen. Unter der Kapuze muß ich wohl das ‚Possenröder Kreuz‘ übersehen haben…
    Am ‚Splitterblick’ stellt wer die Dusche ab. Wieder bessere Sicht. In den Steinbruch. Den Abstieg zum ‚Splitterfall‘ verkneife ich mir. Bald ein weiterer Grenzstein mit dem Namen ‚Springender Löwe‘ (die Karte sagt ‚Dreiherrenstein‘ ?).Ein Dublikat. Das Original von 1690 wurde geklaut. 
    Daneben eine kleine Quelle. 
    Bald darauf an der Eberwiese (FND) scheint bereits die Sonne. Ich treffe auf die ‚Schmalkalder Hütte‘ mit überdachten Veranda, sowie Wasseranschluß (Quellwiese, Bach). Bestens ! Frühstück ! Waschen ! Trinkwasser nachfüllen ! Das Müsli und der Kaffe sind perfekt. Da stört der erneut einsetzende Nieselregen nicht. Ich sitze gut versorgt im Trockenen…
    Als ich weiterlatsche, kommt nix Nasses mehr vom Himmel. Bergan gelange ich zur ‚Alten Ausspanne‘, weiter zur ‚Neuen Ausspanne‘. Hier wurden früher die zusätzlichen Pferde der Fuhrwerke ausgespannt, welche vorher im Tal wegen der steilen Anstiege zusätzlich angespannt wurden…
    Es geht den Sperrhügel hinauf (der Name ist Programm) und so in gemächlichem Schleichen weiter und weiter. Über den ‚Wachsenrasen‘ in Richtung Oberhof mit seinen Wintersportanlagen. Wintersportler haben hier Vorfahrt. Mir begegnet keiner… im Sommer… Am Wachsenrasen soll eine Rarität von aus Stein gebauter Schutzhütte stehen. Hab ich wohl übersehen...
    Am ‚Stein 16‘ (wieder ein Grenzstein vom unzähligen) biege ich in den Ort ab (ca. 1,5 km). Ein Einkauf ist fällig (tegut, gut zu finden). Ich haue ordentlich rein. Dann muß ich weniger schleppen und werde auch mal satt…Zurück zum ‚Stein 16‘... 
    Als ich am ‚Rennsteiggarten‘ vorbeischleiche, ist der bereits geschlossen. 
    In der Nähe, vor Überqueren der Straße per Fußgängerbrücke steht ein Forstarbeiterdenkmal. In den Nachkriegsjahren gab es schon mal eine Borkenkäferinvasion. Zur Beseitigung der Folgen haben hier Angehörige der Sowjetarmee und Bürger der umliegenden Orte zugepackt…
    Das vorher oft und lange vorher angezeigte ‚Rondell’ ist für mich nicht erwähnenswert...
    Zwischen Fichtenbeständen geht es weiter. Doch mehr und mehr sehe ich heideartige Flächen und die sorgen für angenehme Abwechslung. Auf diesen Flächen war der Borkenkäfer zu Tisch. Gräser dominieren. Das Weidenröschen setzt violette Blütenakzente, die roten Beeren des Hirschholunder leuchten, die Eberesche trägt schwer an ihren Früchten. Überall summt und hüpft es. Die Waldeidechse jagt dem Futter nach…



    An der Suhler Ausspanne werde ich Pause machen, nehme ich mir vor. Wieder kommt es anders. Hier werkelt ein Forstunternehmen und sägt Totholzbäume ab, um sie an Ort und Stelle zu Hackschnitzel zu verarbeiten. Bissel laut, so zwischen all den Großgeräten. Also den Berg noch hoch. Es soll ein Picknickplatz sogar mit Aussicht (‚Plänckners Aussicht‘) in der Nähe geben. Es kommt anders… Eine Wandergruppe ist vor Ort und trollt sich nicht. Nun gut, gehe ich erst mal auf die Aussichtsplattform. Danach noch immer keine Bewegung in der nicht mal grüßenden Wandertruppe. Weiter…
    Am ‚Adler‘ finde ich den gesuchten ruhigen Platz…
    Der schmale Pfad folgt nun einer Straße. Sichtkontakt besteht aber nicht. Ist also angenehm… und Zeit eines Lagerplatz zu finden. Ein Jungfichtenbestand macht`s möglich…
    Frühstück gibt’s am ‚Mordfleck‘ vor einer der vielen Schutzhütten des Rennsteiges. Schön, dass vor den Hütten i.d.R. Sitzbänke und Tische aufgestellt sind, sowie Infotafeln über die Besonderheiten der Flurnamen informieren. In diesem Falle soll in der Nähe, wie der Name vermuten lässt, ein Mord passiert sein. Der Name könnte aber auch vom Wort Moor abstammen...
    An der ‚Alten Tränke‘ fülle ich meinen Wasservorrat auf. Straßennah latsche ich zum Bahnhof, dem Bahnhof ‚Rennsteig‘. Regelzugverkehr nur an Wochenenden und Feiertagen. Ist beides heute nicht. Zum Schummeln eignet sich der Zug aber ohnehin nicht, da  er nicht in meine Richtung fahren würde. Ich will ja nicht vom Rennsteig absteigen…

    Wer will, kann sich das ‚Bunkermuseum‘ ansehen. Ich wähle, vom Rennsteig etwas abweichend, den Weg über den ‚Alten Bahndamm‘. Ein Fahrplan existiert, fahren tut aber wohl nix. Nach einer angemessenen Wartezeit, habe mein Gepäck bereits im Waggon verladen, ziehe per pedes weiter. Eine Lok kommt nicht...


    ‚Allzunah‘ ist nah. Durch den Ort hindurch laufe ich am ‚Großen Hundskopf’ vorbei wieder mal zu einem Dreiherrenstein. Dieses Mal dem ‚Großen Dreiherrenstein‘. Groß ist relativ. In der Nähe befindet sich auch der ‚Historische Mittelpunkt des Rennsteiges‘… 
    Ich treffe auf ein Wanderpärchen mit recht minimalem Gepäck (Tagesausflügler ? Gepäcktransport ?). Es gibt doch tatsächlich noch andere Wanderer auf dem Rennsteig. Große Überraschung...

    Ich nähere mich Neustadt am Rennsteig. Hier finde ich direkt am Weg eine Einkaufsmöglichkeit (nahkauf). Alles für mich als Wanderer gut sortiert. Da schlemme ich doch mal: Joghurt, Bananen, Apfelsaftnektar, Kuchen…
    Nächste größere Ansiedlung ist dann Masserberg. Es geht wieder straßennah hoch und runter über oft baumlose (Heide-) Flächen, vorbei an allerlei historischen Steinen und der Teufelsbuche. Der Teufel soll hier mit Schmugglern im Bunde gewesen sein und die Zöllner ausgetrickst haben… Pause an der blütenreichen Kleinteichwiese. Die Sonne bretzelt recht unangenehm. Gut da, der kühlende Wind…

    Die ‚Triniusbaude’ am gleichnahmigen Stein hat bereits geschlossen. Getränke und Snacks gibt es dennoch. Ein Automat macht‘s möglich. An einem Baumstumpf hängt lose eine wassergeschützte Steckdose mit ausdrücklichem Hinweis, sich zu bedienen. Die einzige unlimitierte und kostenftreie Lademöglichkeit am Rennsteig ! Nutzen !!! (Ich hab’s nicht ausprobiert)…
    Am folgenden steilen Anstieg treffe ich auf einen Jungen mit einem Mann (Vater ?) mit kleinem Rucksack. Der südländisch aussehende Junge spricht akzentfrei deutsch und fragt nach einer Quelle in der Richtung, aus der ich komme. Ich muß verneinen, aber sie werden ja auf den Getränkeautomat treffen...
    Ich lasse Masserberg links liegen und schnaufe gen Rennsteigwarte bergauf. Erklimmen tue ich den doch sehr hohen Turm nicht. Scheinbar endlose Treppen sind von unten sichtbar. 
    Auf dem weiteren Weg hoppeln mir immer wieder Hasen entgegen. Die scheinbar kurzsichtigen Tiere drehen jedes Mal kurz vor mir um, laufen zurück. Bei der Anzahl der Tiere muß die Familie recht groß sein…
    Etwas später begutachte ich an der ‚Heidehütte’ den erneuten ‚Dreiherrenstein‘. Hier zweigt ein Weg zur Werraquelle ab. Eine Familie nebst Hund spielt hier aḿ zeitlich fortgeschrittenen Abend kurz vor Sonnenuntergang noch Karten.
    Die Werraquelle will ich besuchen, auch der Wasserversorgung und der Körperpflege wegen, Heute abend gehe ich aber noch bis zur ‚Eisfelder Ausspanne’. Esse was und finde einen Lagerplatz…
    Der nächste Morgen ist angenehm kühl. Erst ab zehn wird’s üblicherweise warm.
    Die Werraquelle ist nicht weit. Sitzbänke, Tische, Quellteich, luftiger Holzsteig mit Blick auf den Teich. Die Gaststätte hat so früh am Morgen natürlich noch geschlossen. Wasservorrat auffüllen, Körperpflege, Frühstück. Ohne Kaffe läuft’s bei mir nun mal nicht rund. Da würd ich beim Laufen einschlafen… und umfallen… oder abstürzen...

    Friedrichshöhe durchlaufe ich. Möglich hier einem Moorpfad zu folgen und das Informationszentrum ‚Naturpark Thüringer Wald‘ zu besuchen. Interessant die Infohütte in Form eines Köhlermeilers. Wenig später erreiche ich den ‚Dreistromstein’. An diesem Punkt laufen niederfallende Regentropfen unterirdisch in verschiedene Richtungen und werden zu unterschiedlichen Strömen, Flüssen…

    Limbach berühre ich nur kurz bei Überquerung der Straße. Immerhin soll es hier ganzjährig eine ‚Glasbläserei Weihnacht‘ geben, also auch im Sommer.
    Auf dem Sandberg an der Hütte ist Mittagspause. Ringsum wieder blühende Heide. Summe Flugobjekte auf Nahrungssuche. Ins Tal geht der Blick auf die Trinkwassertalsperre Scheibe-Alsbach.

    An der ‚Steinheider Hütte‘ lockt ein Schild Richtung Schwarzaquelle. Nur 500 m… Ich brauche Wasser… 500 m mag ja stimmen, aber die 100 Höhenmeter steil bergab und wieder rauf werden verschwiegen. Naja, Quellen liegen wohl selten auf einem Gipfel… Uff, ich schaffe es dennoch…

    Der Weg durch Neuhaus am Rennweg schlaucht. Eine lange Straßenpassage in der größten Stadt am Rennsteig. Immerhin gibt’s als Belohnung eine Einkaufsmöglichkeit für Proviant. Also den Bauch vollschlagen. Muß ich es nicht tragen und bin fühke mich satt…
    Hinter Ernsthal bemerke ich bei einer Pause sich auftrennende Nähte an Hüft- und Schultergurt. Ohje, besser gleich nähen. Gedacht, getan. Ausräumen des Rucksack lasse ich, denn dann fehlt die rechte Form. Am Abend im Lager kann ich dann den Proviantsack nicht aus dem Rucksack entnehmen. Da hält doch einer fest !?... Ein Stich ging wohl zu tief… Auf den Schreck geh ich erst mal schlafen…

    An der Laubeshütte mache ich Frühstück. Heidelandschaft. Blühen ringsum. Reife, süße Himbeeren als Zugabe zum Porridge. Und immer wieder kommen hier Leute vorbei. Am Sonnabend um ca. 6.30 Uhr ! Mehrmals echte Mountainbiker (keine Mofas), zu Fuß mit Hund. Donnerwetter, die stehen aber früh auf, die(se) Thüringer…
    Nach ein paar Schritten stehe ich am ‚Frankenwaldblick‘. Beeindruckend… genauso kahl wie der Thüringer Wald, den ich längst in Thüringer Heide umbenannt habe. 
    In diesen ‚Heidegebieten‘ kommt durch das Fehlen großer Bäume und die ausgedehnten Grasfluren Hochgebirgsgefühl auf. Das bringt mir angenehme Abwechslung gegenüber den jetzt zusammengebrochenen Monokulturen von Fichten...

    Viel kahle Flächen im Blick und da will ich über 400 km langwandern, auf dem ‚Fränkischen Gebirgsweg’, in praller Sonne… ? Ich glaub, ich hab sie nicht alle… Ich werde nachdenklich. Noch ist Zeit für eine Programmänderung. Bin jetzt so etwa an Kilometer 125 von ca. 169 .
    Am Triniusblick sind sich Kennzeichnung im Gelände, Karte und GPS nicht einig. Ich entscheide mich für die Kennzeichnung im Gelände… und verpasse so die Steinbruch für Griffelschiefer, die Finnhütten-Ferienhäuser, ‚die Clemens-Major-Schutzhütte’ und steige dennoch wieder auf dem Rennsteig von Karte und GPS nach Spechtsbrunn ab. Ein riesiges Gewerbegebiet ist sichtbar und ein Friedhof. Wasser ! Dort entschuldige ich mich, dass ich Wasser mopse. Die Dame sagt nur, ‚kein Problem, ist ja nicht meins‘. Ich bitte sie, mir doch die Rechnung zuzuschicken… Spaß muß sein !
    Weiter gehe ich durch die ‚Kalte Küche‘, am Rennsteigmahnmal und Schildwiese vorbei.
    Bevor ich die Strasse erreiche, weißt ein Schild auf einen nun folgenden Alternativvariante des Verlaufs des Rennsteiges hin. Originalverlauf hin und her. Kilometerweit auf Asphalt, an einer stark befahrenen Straße macht mir keinen Spaß. Ich entscheide mich für die Alternative…
    Anfangs ein schmaler Pfad. An einer Quelle steht eine Sitzgarnitur und lädt zum Verweilen ein. Teils ist es sonnig, teils ist es schattig an diesem Platz. Besser geht’s nicht !

    Eigentlich noch etwas früh für den Mittagsschmaus, aber was soll’s. Bin ja flexibel und wasche mich erst mal. Die Ausrüstung wird ausgepackt und darf trocknen und lüften. Ich gieße mal eben noch die herumstehenden Blumentöpfe. Und erfreue mich an der Beflaggung und dem geschmückten Maibaum. Der ist zugegebener Weise schon etwas trocken geworden…
    Ich wähle das Mahl a’la cart. Es schmeckt. Muß es auch. Nur eine Position auf der Karte…
    Schokolade als Nachtisch und da höre ich jemanden trällern. Eine junge Frau in kurzer Hose und auffälligen Kniestrümpfen oder Gamaschen schwebt vorbei, als könne sie den Rennsteig an einem Tag abfliegen… Konnte oder hat sie aber nicht. Sie schwebte am letzten Tag meiner Rennsteigwanderung erneut locker und flockig an mir vorbei. Wieder bei meiner mittaglichen Rast mit gleicher Wahlmöglichkeit des Gerichtes, aber dieses Mal waren ihre Kniestrümpfe/ Gamaschen leuchtend himmelblau…
    Egal, der alternative Weg zog sich etwas und führte auch über längere Schotterwege bei praller Sonne, naja eben Thüringer Heide… Doch da… ein kapitaler Hirsch mitten auf dem Weg. Ich staune, er staunt… und läuft gemächlich ins dichte Gebüsch am Weg...

    In Steinbach am Wald steht im Kreisverkehr der lange als Ziel angezeigte ‚Wasserscheidenobelisk’. Etwas Glas, etwas Stahl… was das darstellen soll, erchließt sich mir nicht. Zu vergessen… Aber wieder Einkaufsmöglichkeit. Also Futtern, was rein geht…
    Am nun folgendem Abschnitt stehen jede Menge denkmalgeschützer Grenzsteine.
    Auch einen ‚Kurfürstenstein‘ kann man besuchen.
    An der Hütte ‚Jagdhaus‘ werfe ich etwas in die aufgestellte Mülltonne… und siehe da, in der unmittelbaren Nähe steht ein (rot-)braunes Zelt. Alles ruhig. Werde ich mal nicht stören…
    Etwas weiter, finde ich in einem Jungbaumbestand einen Lagerplatz. Es ist noch recht früh am Abend. Aber ich habe Zeit. Schon morgen werde ich wahrscheinlich in Blankenstein ankommen. Zu einer Zeit, wo eine Rückfahrt per Bahn an einem Tag nicht mehr möglich sein wird. Ebensowenig ein Weiterwandern ohne Proviant. Morgen ist Sonntag… 
    Ich habe mich entschieden: Bei der Hitze und vor allem Sonneneinstrahlung ohne schützende Bäume werde ich die Tour ‚Fränkischer Gebirgsweg‘ nicht antreten. Wäre allenfalls noch der ‚Kammweg Erzgebirge-Vogtland‘. Doch da war ich schon. Reizt auch nicht recht… Zuhause höre dann im Radio von umfangreichen Wegesperrungen am landschaftlich schönsten Teil des Kammweges… und von einigen Unwettern mit Gewitter, Starkregen, Hagel… Wer hat mir das nur schon vorher zugeflüstert ?...

    Ich suche einen schönen Frühstücksplatz. Die ‚Hohe Tanne‘ mit Schutzhütte sollte den Wunsch erfüllen. Doch hier steht genau an der sonnigen Sitzgruppe ein Traktor. Im umliegenden Himbeergestrüpp entdecke ich einen Kopf und immer wieder Arme und Hände, die offensichtlich Himbeeren einsammeln. Bei so vielen Himbeeren braucht’s zum Transport natürlich einen Traktor… Frühstück neben einem Traktor ist nichts für mich. Ich ziehe weiter…
    Die Sonne brezelt schon wieder. Ein schattiger Platz wäre günstig. Neben dem kleinen Ort Grumbach, in der Nähe des örtlichen Friedhofes steht die gewünschte Sitzgruppe. Interessante Blicke in die Gegend inklusive. Auch zum Altvaterturm. Der Rennsteig tangiert den nicht direkt. So sehe ich ihn aber mal aus der Ferne…

    Wasser ist an Friedhöfen i.d.R. reichlich vorhanden. Ich brauche keines... 
    Zum Abschluß des Frühstückes nähern sich drei wandernde Wesen, eines zweibeinig, zwei vierbeinig. Ich frage kurz, ob sie das (rot-)braune Zelt seien. Die Dame bejaht. Ich sage, ich sei die Mülltonne (mit dem quietschenden Deckel). Ein paar Worte und sie ziehen weiter. Ich packe meine Siebensachen und folge…
    Bei Rodacherbrunn gibt es, vom Weg etwas abweichend, die Rodachquelle. Meine Wasservorräte sind noch ausreichend…
    Schon wieder Mittagszeit. Die Schutzhütte ‚Am Kulmberg‘ sollte für eine Rast geeignet sein… 
    Dort treffe ich auf das wandernde Trio und werde von den Vierbeiner gebührend angekündigt. Ein energisches Wort der Chefin und es herrscht Ruhe…
    Es gibt Bänke aber keinen Tisch. Zum Kochen erschwerend. Nach einem längeren interessanten Gespräch, in dem ich mich u.a. wundere, was so alles in ein so winziges Zelt passt, latsche ich weiter. Am ehemaligen unsichtbar bleibenden Diabas-Steinbruch und der ebenso tischlosen Hütte ‚Am Pferdeweg‘ vorbei, finde ich eine Sitzgruppe mit Tisch…
    Während des Essens kommt die Dreiergruppe erneut vorbei. Auch die Kniestrumpf/ Gamaschendame schwebt vorbei…
    Am Weg hinter Schlegel gibt es Kirschen vom Baum zu naschen. Durch die in den Arten wechselnden Bäume ist der Weg beschattet. Echte Erholung…
    Es ist wohl am Picknickplatz ‚Windrose‘, da treffe ich erneut auf die Dame mit dem zwei lieben Hunden. Wieder ein wenig Erfahrungsaustausch zur Tour auf dem Rennsteig…
    Die letzten Kilometer bis nach Blankenstein hinein laufen wir nun zu viert…
    Am Rennsteigbrunnen, im Prinzip bereits im Ort, eine letzte Verschnaufpause mit Wasserauffüllen…
    Für die Ankunft erwarten wir mindestens eine aufspielende Blaskapelle und eine Rede des Oberbürgermeisters zu Ehren unserer siegreichen Tour über die gesamte Länge des Rennsteiges bei praller Sonne, quälendem Durst, stechenden Flugobjekten, über knirschendem Schotter, immer verkehrt herum stehenden Bergen. Da sind wir uns einig...
    Es sollte anders kommen. Keiner beachtet uns...
    Das Wanderdrehkreuz wird aufgesucht, die Wackersteine aus der Werra in die Selbitz versenkt. Selbstverständlich wird der Moment gebührend fotografisch dokumentiert…

    Sonst: Wir fläzen uns an eine der Rennsteig-Sitzgruppen. Quatschen, durchaus auch tiefgründig, in den Abend hinein, essen etwas, und beschließen die Nacht hier auf dem grünen Rasen mitten im Ort zu verbringen… Zu viert ist man stark und traut sich was…

    Die Runst ist vorbei, ein letztes Frühstück, zusammenpacken, auf zum Bahnhof…
    Fazit: Die Tour war interessanter, abwechslungsreicher und durch die Sonne in den vielen baumlosen Abschnitten auch anstrengender, als erwartet. Bin den Weg gern gegangen. In 6...7 Tagen gut zu erlaufen. Empfehlenswert allemal...
    Hinweise: Mit etwas Achtsamkeit (und Karte) ist die Versorgung mit Trinkwasser aus örtlichen Quellen kein Problem. Lebensmittel nachzukaufen ist mindestens in Oberhof, Masserberg, Neustadt am Rennsteig, Neuhaus am Rennweg möglich…
    Ich verwendete die Karte ‚Rennsteig‘ 1. 35.000, Zick-Zack-Faltung vom Dr. Barthel Verlag.
    Dank an die drei Begleiter der letzten Kilometer. Angenehme Begleitung, bereichernde Gespräche, moralische Unterstützung für das nicht ganz legale Biwakieren in Blankenstein u.a.m… Danke !



    Auf zur nächsten Tour !
    Ruft    Ein.Plattfüssler
  21. Danke!
    Am schönsten, für dich und mich, wäre es gewesen, zu erwähnen, was der HRP überhaupt ist, bzw, was für ein Wanderweg.
    Ich hätte mich gefreut, zu wissen, worum es geht, du hättest dich evtl über Tips von mir freuen können.
    Ich bin nicht mehr gewillt, solche Abkürzungen zu googeln.
  22. Gefällt mir!
    waldhummel reagierte auf RaulDuke in Nachschub auf dem Cape Wrath Trail   
    Also außer durch die gesundheitlichen Aspekte (die ich nicht habe), würde es mir nie und nimmer einfallen, Resuply Pakete an Orte zu verschicken, an denen ich meinen Einkauf in örtlichen Geschäften erledigen kann…
    Zum Reisen in anderen Ländern, gehört für mich auch dazu, deren Bewohner und eben auch deren Essen kennen zu lernen!
  23. Danke!
    waldhummel reagierte auf Gerd1890 in Eifelsteig im April   
    Update Eifelsteig Juni 2026.
    Bin den Eifelsteig von Kornilimünster bis Kordel (letzte Etappe vor Trier) gewandert vom 01.06.2026 bis 11.06.2026. Übernachtung im Zelt.
    Hatte mich damals zwischen Tatra und Eifelsteig entschieden (beides von mir Zuhause ähnlich weit entfernt). Weil ich mit Hund gewandert bin, wurde es dann wegen der besseren Versorgungslage der Eifelsteig.
    Einzelne Abschnitte waren sehr schön, insgesamt haben mir die Abschnitte Kornelimünster bis grob Blankenheim und dann wieder ab Daun bis Kloster Himmerod super gefallen. Nicht schön fand ich den Abschnitt Mirbach bis Gerolstein, dort teilweise viele breite Forststraßen und einfache Feldwege in nicht allzuschöner Landschaft. Auch die Orte sind teilweise nicht so schön.
    Die o. g. Brücke vor Kordel ist immer noch weg. Die Einheimischen empfehlen selbst inoffiziell den Umweg über die Eisenbahnbrücke (ein paar Hundert Meter westlich der fehlenden Brücke), die Zugänge sind auch sauber ausgemäht  Benutzung ist natürlich verboten und m. E. auch nicht ganz ungefährlich...
    Da es bei mir viel geregnet hat (ich ziehe das irgendwie an, glaube ich) waren Wanderstöcke auf den teilweise wirklich sehr rutschigen Wegen sehr hilfreich. Ansonsten ist der Weg nicht sehr anspruchsvoll und auch nicht sehr anstrengend. Ich bin jeden Tag so zwischen 25 und 35 km gelaufen.
    Viele Restaurants waren geschlossen, obwohl auf Google als offen gekennzeichnet. Komisch, da ich ja eigentlich nicht gerade in der Nebensaison unterwegs war. Aber die Versorgungslage mit Supermärkten ist gut, also insgesamt kein Problem.
    Jahreszeit war auch sehr schön. Das nächste Mal gehe ich dann vielleicht im Herbst, was bei den vielen Buchenwäldern bestimmt auch sehr schön ist.
    Zusammenfassung: Super, würde ich auf jeden Fall wieder machen!
     
  24. Danke!
    waldhummel reagierte auf schrenz in Eifelsteig im April   
    Da in einem anderen Tread @Wander Schaf drum gebeten hat ein paar Worte zu berichten, überwinde ich jetzt mal meine dahingehende Faulheit und schreibe ein paar Sätze zum Eifelsteig.
    Eigentlich war für die Osterferien was sehr entferntes geplant, was sich dann zerschlagen hat, also ein Blick auf "top trails of Germany", zwei Wochen Zeit heißt mit Hund irgendwas um 300km, der Eifelsteig hat eine schön einfache Anreise - bazinga! Zum Thema Anreise mal gleich ein dreifaches Hurra für unsere vielgescholtenen Kollegen der DB, vier verschiedene Züge und drei zum Teil knappe Umstiege, ich war eigentlich schon gleich davon ausgegangen, dass das in die Hose geht, aber ich komme pünktlich in Aachen an. Eigentlicher Startpunkt ist Kornelimünster ungefähr 8km entfernt, also gleich los und relativ unspektakulär durch Aachens Vororte gelatscht. Am Start selbst hab ich nur eine relativ langweilige Infotafel gefunden, da krankt es bei den deutschen Wegen irgendwie dran, wer also ein schönes Startfoto machen will, sollte das an der Eifelsteigstele am Ortseingang tun. 
    Da es auch hier in den letzten Wochen recht viel geregnet hat, sind die Wege ziehmlicher Schlammpisten. Von Anfang zeigt sich, dass der Weg sehr abwechslungsreich ist, bei den deutschen Mittelgebirgswegen besteht ja immer die Gefahr, dass man stundenlang durch Wirtschaftswälder läuft, aber hier geht es oft an Flüssen entlang durch vergleichsweise offene Landschaften. Der Schlenker durch Belgien ist landschaftlich schön, ähnelt dem Hohen Venn, die Teerstraßen aber eher abtörnend. Da man im Nordteil durch den Nationalpark und viele NSG läuft, übernachte ich die ersten drei Nächte auf Campingplätzen, die dort, gerade in der Nähe der Seen, relativ dicht beieinander liegen (Achtung für die Hundewanderer, es gibt tatsächlich ein paar, auf denen Vierbeiner unerwünscht sind, also vorher Website checken). Die ersten Nächte sind noch frisch, bei -6°C kommt meine Schlafausrüstung an die Grenze, da ich kein Bock hatte, zu winterlich zu packen . Südlich von Gmünd wird dann wild gecampt, bzw. die recht üppigen Schutzhütten genutzt. In dem Zusammenhang empfehle ich besonders die Brotpfadhütte südlich von Blankenheim, ein Kleinod mit Tischdeckchen und Kerzenschein, fatalerweise wohl in manchen Apps als bewirtschaftete Übernachtungshütte eingezeichnet, weshalb mein Hund und ich uns am Ende noch mit zwei weiteren belgischen Wanderern auf 6m² zusammenkuscheln . 
    Der mittlere Teil des Weges um Daun und Gerolstein verläuft ebenfalls wieder sehr abwechslungsreich und aufgrund der Osterfeiertage in machen Ecken trifft man relativ viele Tageswanderer (die vielen Feiertage bescheren mir auch noch unerwarteten Versorgungsstreß), aber sofort ab Dienstag wird es ausgesprochen ruhig. Um Manderscheid kommt der für mich interessanteste Part des trails ein sehr langer Teil entlang der Lieser, über enge Singletrails und durch einsame enge Täler - toll. Die Hüttendichte lässt südlich von Manderscheid dann schlagartig nach, manche der Vorhandenen sind auch dahingehend beschildert, dass Übernachtungen unerwünscht sind, da sie aber eh nicht so geeignet sind, man hat das architektonische Kunststück fertig gebracht, sie fünfseitig offen zu gestalten, es zieht durch den Boden, da sie über dem Hang hängen. 
    Das letzte Viertel kommt auch am ehesten einer typischen Waldwanderung nahe, aber immer noch mit ein paar netten Highlights wie Burgen oder die Höhlen vor Trier. 
    Wichtiger Wegetipp: Die Brücke über die Kyll bei der Deimlinger Mühle ist nicht mehr existent, ja einfach futsch, ich weiß jetzt nicht, ob ich weiter nördlich ein Umleitungsschild übersehen hab, aber zumindest vor Ort gingen die Wegmarken einfach bis zum Fluss. Alternative ist leider entlang der Kreisstraße nach Kordel. Ich hatte das Glück, dass mich ein DB Streckenarbeiter über die Eisenbahnbrücke gebracht hat, schräge Sachen, die man echt nur beim Wandern erlebt , aber bitte nicht auf eigene Faust nachmachen, die Brücke und die folgende Bahnstrecke sind sehr eng! 
    Nach zehn Tagen kam ich dann in Trier an, mein kleiner Terrier hatte sich hervorragend geschlagen, alle Beteiligten glücklich und zufrieden. 
    Fazit: Für mich bislang einer der abwechslungsreichsten Wege in Deutschland, kann man auf jeden Fall weiter empfehlen. 
    (Ein paar Bilder folgen noch) 
     











  25. Gefällt mir!
    waldhummel hat eine Reaktion von schwyzi erhalten in Hebridean Way Mai 2026   
    Wanderzeitraum: 09.-23.05.2026
    Anreise aus dem Ruhrgebiet mit dem Eurostar über Brüssel nach London, Caledonian Sleeper nach Glasgow, Regionalzug nach Oban, Fähre nach Castlebay
    Rückreise von Stornoway über Ullapool, Inverness, Aberdeen, Caledonian Sleeper nach London, Eurostar nach Brüssel und Ruhrgebiet
    Hintergrund: 2022 sind wir bereits die Strecke von Tarbert nach Stornoway gewandert.
    Tag 1: Sa 09.05. (25km, 850 Hm)
    Vatersay - Eriskay, Camping am Strand
    Wir starten bei bestem Wetter, es ist sonnig und bleibt auch den ganzen Tag trocken. Der Wind ist teilweise kräftig. Ein perfekter Einstieg in unsere Wandertour. Gleich der erste Anstieg ist der höchste der ganzen Tour, aber gut zu gehen. Die Pfade sind alle trocken und die Aussicht begeistert uns einfach restlos. Der erste Tag bietet gleich alles im Paket: Traumstrände, Berge, Aussicht, Moor, Einsamkeit, Wiesen mit Schafen und Kühen – nicht zu Unrecht wird Barra als „die Hebriden en miniature“ bezeichnet. Wir erreichen noch die (vermeintlich) letzte Fähre des Tages und setzen gleich nach Eriskay über – drei Inseln an einem Tag! Das Wartehäuschen im Eriskay Ferry Terminal nutzen wir zum wingeschützten Kochen, praktisch sind auch die Toilette und der Wasseranschluss draußen. Anschließend gehen wir nur noch rüber zum Strand und schlagen dort zum Sonnenuntergang unser idyllisches Lager auf. Die Nacht ist recht frisch, nur ca. 4 Grad. Beine und Füße sind kalt, brrr.



    Tag 2: So 10.05. (42km)
    Eriskay - Howmore Hostel
    Der Tag beginnt mit ca. 8 km auf Asphalt. Autos sind an diesem Sonntag morgen fast keine unterwegs, so dass wir den nächsten Causeway nach South Uist und die Aussicht zurück nach Barra genießen können. Danach geht es den ganzen Tag entweder auf Wiesen- oder Wirtschaftswegen oberhalb des Strandes oder auch mal etwas weiter im Landesinneren, oder direkt auf dem Strand. Es ist flach und angenehm zu gehen. Wir sehen wieder viele Schafe mit kleinen Lämmchen, einfach eine große Freude. Der Wind kommt uns jetzt frontal entgegen – Nordwind ist eigentlich untypisch für die Hebriden (er wird uns allerdings noch ein paar weitere Tage erhalten bleiben!). Wir machen einen Abstecher nach Daliburgh um einzukaufen (der dortige Coop hat Sonntag Nachmittags geöffnet). Spontan kehren wir dabei noch im Borrodale Hotel zum Mittagessen ein – und bekommen das beste Essen, das ich seit langem in einem Restaurant zu mir genommen habe! Vor allem der Sticky Toffee Pudding zum Nachtisch ist der Hammer.
    Beschwingt gehen wir den ganzen Nachmittag direkt auf dem Strand. Hier erfreuen uns Hunderte von Vögeln, hauptsächlich die lärmenden Austernfischer und Sandregenpfeifer, die aussehen als ob sie über den Sand schweben! Gegen Abend geht es dann nochmal einige Kilometer durch Croftland. Zwei Mal geht es durch Kuhherden mit Kälbchen – wir sind froh, dass die Kühe gelassen bleiben und uns passieren lassen. Entgegen unserer Hoffnung macht der Wind keine Anstalten, schwächer zu werden, im Gegenteil. Uns dämmert, dass zelten hier wohl nicht möglich sein wird: die Landschaft bietet keinerlei Schutz, keine Bäume, keine Hügel oder Felsen, nichts… das wäre mit unserem Zelt wohl keine gute Idee. Zudem fängt es auch noch an zu regnen. Also auf nach Howmore, ins Hostel! Wir gehen die letzten drei Stunden ohne Pause, Abendessen fällt aus (dafür war es also gut, dass wir ins Hotel eingekehrt sind!). Ausgerechnet jetzt macht der Weg wieder einen idyllischen Schlenker zurück zur Küste, puh… gegen 21:30 Uhr erreichen wir endlich das Hostel, wo wir die letzten beiden Betten ergattern. Sofort hinlegen und schlafen.



    Tag 3: Mo 11.05. (28km)
    Howmore Hostel - Otters Edge Campground
    Der Morgen ist sonnig und windstill. Nach einem gemütlichen Frühstück im Hostel (alle anderen Gäste waren Radfahrer und sind längst unterwegs) brechen wir auf. Heute steht zum ersten Mal Moor auf dem Programm! Beide Moorpassagen machen großen Spaß zu gehen. Größtenteils verlaufen sie jeweils auf gut angelegten Wegen (geschotterte Dämme) und sind recht trocken. Brücken führen über größere Wasserflächen (teilweise kollabiert, aber noch passierbar). In der Mitte gibt es jeweils eine Strecke ohne Damm, da kann es teilweise nasser werden. Meist kann man die Stellen aber entweder umgehen oder drüberhüpfen. Ein Traum wird wahr, als wir tatsächlich eine Herde wilder Ponys sehen!
    Über einen weiteren Causeway erreichen wir die nächste Insel Benbecula. Das Liniclate Leisure Center beeinhaltet eine Schule und eine Schwimmhalle. Das Center ist noch geöffnet, als wir um 18 Uhr dort ankommen, die Cafeteria hat aber leider schon geschlossen.
    Wir steuern den Campingplatz Otters Edge an in der Hoffnung, dort etwas Windschutz zu finden. Vor Ort sind wir schnell ernüchtert: es ist brettflach und die Gebäude in Windrichtung sind recht weit weg. Schon unter gewissen Mühen bauen wir unser Zelt auf. In der geräumigen Küche können wir kochen und treffen die erste andere Wanderin, Lynn aus England. Gegen Mitternacht wachen wir auf, weil etwas auf unsere Beine drückt – das Zelt! Der angekündigte Sturm ist da. Schnell wird uns klar, dass es keine gute Idee ist, weiter im Zelt zu bleiben. Wir packen unsere Sachen und bringen sie in die Küche, das Zelt tragen wir ebenfalls dort hinein. Wir legen uns dann einfach mit unseren Isomatten auf den Boden und schlafen dort.



    Tag 4: Di 12.05. (28km)
    Otters Edge Campground - Moorecroft Bunkhouse
    Am Morgen warten wir noch einen Regenschauer ab und werfen uns dann dem Sturm entgegen. Wieder geht es einige Kilometer direkt auf dem Strand. In Balivanich machen wir einen Abstecher zum Supermarkt. Danach folgt das nervendste Wegstück des ganzen Trails: es geht ca. 6 endlose Kilometer schnurgeradeaus auf einer kleinen Straße auf den Berg Ruaval zu, der scheinbar überhaupt nicht näher kommt. Es gibt nicht mal Schafe zur Ablenkung… (hier könnte es lohnensweter sein, weiter durch Balivanich zu gehen und dann von dort aus auf einem Sträßchen zurück zum Trail, vor allem wenn man sowieso den Abstecher zum Supermarkt plant). Der Aufstieg auf den Ruaval auf einem trockenen Pfad macht Spaß. Oben angekommen nimmt uns der Sturm fast den Atem – und die Aussicht auch! Wir machen uns sofort wieder an den Abstieg, der uns in eine sumpfige Senke führt. Ein Weg ist nicht mehr zu erkennen, Markierungspfosten sind an eher merkwürdigen Orten aufgestellt. Aber wir finden ohne Schwierigkeiten den Weg zurück zur Straße. Anschließend geht es auf den nächsten Causeway, der uns von Benbecula über die Insel Grimsay nach North Uist führt. Auf diesen 8 km Straße kann man immerhin die Aussicht auf das Meer, kleine Inseln und Schafe genießen! Direkt nach dem Causeway gelangen wir zu Moorcroft Holidays, wo man campen kann und wo es auch ein kleines Bunkhouse mit drei Doppelzimmern gibt. Wir bekommen noch das letzte davon! Hier treffen wir auch zwei weitere Wanderer, Daniel aka „Englishman just walking“ und seine Frau Caroline aus Cambridge.



     


Account

Navigation

Suche

Suche

Configure browser push notifications

Chrome (Android)
  1. Tap the lock icon next to the address bar.
  2. Tap Permissions → Notifications.
  3. Adjust your preference.
Chrome (Desktop)
  1. Click the padlock icon in the address bar.
  2. Select Site settings.
  3. Find Notifications and adjust your preference.