Zum Inhalt springen
Ultraleicht Trekking

Empfohlene Beiträge

Geschrieben

Hi,

ich bin über folgenden Beitrag bei den Nachrichten gestolpert:

https://home.1und1.de/magazine/reise/gefaehrlicher-trend-wandern-42530912

oder auch

https://www.chip.de/news/hobby-freizeit/vorsicht-wanderer-nach-neuen-vergiftungen-warnen-hochgebirgsretter-wasser-aus-baechen-und-seen-zu-trinken_5131e438-9441-4cdc-b121-e2d2e618eade.html

In den Pyrenäen kam es wohl jetzt wiederholt zu Rettungseinsätzen wegen Brechdurchfall, weil Wanderer aus Quellen und Bächen getrunken haben.

Ich wäre jetzt eigentlich naiv davon ausgegangen, dass in fließenden Gewässern ein vernünftiger Wasserfilter Bakterien und größeres heraus Filtert und Viren nicht so ein Thema sind (Chemikalien werden natürlich nicht heraus gefiltert, die würde ich in den Bergen jedoch nicht erwarten).

Was meint Ihr?
 

Geschrieben (bearbeitet)

Ich meine, ich habe jetzt über knapp 500 km bei meiner Pyrenäendurchquerung Wasser gefiltert, und hatte nie Probleme.

Anders sah das leider nach dem Genuss einer Käsetorte in Salardù aus... 🤮 hat mich einen Marschtag gekostet.

Man kann natürlich auch vor allem und jedem Angst haben, aber wenn man einen ernsthaften Trek in den Pyrenäen angeht, ist es unrealistisch, kein Oberflächenwasser zu brauchen, wenn man sich nicht zu Tode schleppen will. Klar bei einer Tageswanderung sollte man eher Leitungswasser oder Wasser aus Flaschen mitnehmen.

Bearbeitet von sbeigl
Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Gibbon:

Ich wäre jetzt eigentlich naiv davon ausgegangen, dass in fließenden Gewässern ein vernünftiger Wasserfilter Bakterien und größeres heraus Filtert und Viren nicht so ein Thema sind (Chemikalien werden natürlich nicht heraus gefiltert, die würde ich in den Bergen jedoch nicht erwarten).

Was meint Ihr?
 

Ich filtere mittlerweile kein Wasser mehr. Wenn ich unsicher bin und unbedingt Wasser brauche, chlore ich das Wasser.

Die Entnahme ist individuell: Wo entnehme ich das Wasser und wie? Dann verträgt auch jeder "Schmutzwasser" anders. Bei einem löst schmutziges Wasser Magengrummeln aus, der andere muss ins Krankenhaus. 

Diese Warnungen kann man im Prinzip für jedes Gebiet schreiben.

Geschrieben

Schmutzwasser ist (k)ein sauber definierter Begriff! Schmutzwasser kann Wasser mit aufgewirbeltem Sand, aber auch Wasser in einer Kläranlage sein. Ersteres ist MEIST unbedenklich, letzteres eher nicht.

Bei einem Fließgewässer kommt es natürlich auch darauf an, wodurch das Wasser geflossen ist. Lag da ein verwesendes Schaf drin oder floß es an einer Kuh-Weide vorbei... kann es noch so klar sein, die Wahrscheinlichkeit einer Infektion ist (sehr) hoch.

Fließt es aus unbewirtschaftetem Gelände, als den Bergen kann es durchaus trüb sein, die Wahrscheinlichkeit einer Kontamination ist eher gering.

Bei erwartbarem Wasserbedarf in landwirtschaftlich "verseuchtem" Gelände macht ein kleiner Sawyer und ne 1/2 ltr Faltflasche fürs Schmutzwasser durchaus Sinn.

Justmy2ct

Wenn's wahlweise an Logik, gesundem Menschenverstand oder elementarer Menschlichkeit hapert geht es mit Meinungen weiter und zu schlechterletzt verfällt man auf Ideologien.

Gesunder Menschenverstand / Redewendung /
- Eine seltene Form von Intelligenz. Heutzutage seltener zu finden als ein Rudel Einhörner.

Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb Gibbon:

Ich wäre jetzt eigentlich naiv davon ausgegangen, dass in fließenden Gewässern ein vernünftiger Wasserfilter Bakterien und größeres heraus Filtert und Viren nicht so ein Thema sind (Chemikalien werden natürlich nicht heraus gefiltert, die würde ich in den Bergen jedoch nicht erwarten).

Was meint Ihr?
 

Normale Filterflaschen filtern gar keine Viren:

https://www.amazon.de/AQUAPHOR-Wasserfilter-Flasche-Wasserflasche-unterwegs-BPA-frei/dp/B09RX3P1Y3/
 

Sowas wie Viren filtern können nur sehr spezielle Lösungen wie die von Sawyer, Platypus & Co.!

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Biker2Hiker:

Normale Filterflaschen filtern gar keine Viren:

Ja eh aber wo sollen die Viren da oben herkommen? Chemtrails?

Geschrieben

Viren sind ubiquitär.

Wenn's wahlweise an Logik, gesundem Menschenverstand oder elementarer Menschlichkeit hapert geht es mit Meinungen weiter und zu schlechterletzt verfällt man auf Ideologien.

Gesunder Menschenverstand / Redewendung /
- Eine seltene Form von Intelligenz. Heutzutage seltener zu finden als ein Rudel Einhörner.

Geschrieben

Jein. Die meisten Viren können, im Gegensatz zu Bakterien, außerhalb vom Wirt nur sehr kurz überleben. Da müssen also schon Recht zeitnah Fäkalien ins Wasser gelangt sein um eine Infektion zu verursachen. In der Großstadt ist das Risiko einer Virusinfektion also viel größer als in der freien Natur.

Geschrieben

Für die Luft mag das in Grenzen stimmen (vor allem bei starker UV-Strahlung), aber in Wasser und im Boden können viele Viren-Arten durchaus lange überleben und infektiös bleiben. Gerade auch Noroviren und Adenoviren, die beide bei landläufig "Brechdurchfall" genannten Krankheiten Verursacher sein können. Da werden durchaus Zeiträume von Wochen genannt. 

Oder schau mal die Hanta-Viren, die auch im getrockneten Kot von Mäusen lange infektiös bleiben.

Das die Gefahr zivilisationsnah deutlich höher ist stimmt natürlich, weil die Quelle der Viren sehr oft Fäkalien sind. 

Wenn's wahlweise an Logik, gesundem Menschenverstand oder elementarer Menschlichkeit hapert geht es mit Meinungen weiter und zu schlechterletzt verfällt man auf Ideologien.

Gesunder Menschenverstand / Redewendung /
- Eine seltene Form von Intelligenz. Heutzutage seltener zu finden als ein Rudel Einhörner.

Geschrieben

Ich hab noch nie so viel Scheiße von Tieren gesehen wie auf meiner GR11 Tour letztes Jahr. Auch einige Kadaver von Kühen und Vögeln hab ich gesehen. Ich hab all mein Wasser mit dem Katadyn Befree gefiltert. Hatte nie Probleme. 

Geschrieben (bearbeitet)

Ich vermute das Problem sind hier eher Kontamination durch unsachgemäße Handhabung oder irgendwelche Produkte, die mehr versprechen, als sie halten (tolle Flasche hast du da, Ursula, das geht ja viel schneller als mit diesem Sawyer). 

Aber die bisherigen Artikel bleiben von der Substanz allesamt ziemlich dünn und auch die Aussage der Bergrettung geht nicht darauf ein, was die Ursache jetzt sein könnte, die ein guter Filter nicht filtern kann. Ist aber auch nicht deren Fachgebiet, daher will ich denen keinen zu großen Vorwurf daraus machen. Dass man in den Pyrenäen sorgfältig filtern sollte, ist aber nichtsdestotrotz eine wichtige Info.

Ich bleibe beim Filter, einige meiner Wanderungen wären mit Flaschenwasser auf dem Buckel für mich auch gar nicht zu bewerkstelligen.

EDIT: Teilweise sind die "Filterflaschen" ja nur Flaschen mit kleinem Aktivkohle-Filter. Dass die nicht in der Lage sind, die üblichen Übeltäter (Giardien, Kryptosporidien) zu filtern, überrascht mich nicht. Da müssen wir nichtmal in die Viren-Diskussion eintauchen.

Bearbeitet von rajatas
Geschrieben (bearbeitet)
vor 18 Stunden schrieb Christian Wagner:

Jein. Die meisten Viren können, im Gegensatz zu Bakterien, außerhalb vom Wirt nur sehr kurz überleben. Da müssen also schon Recht zeitnah Fäkalien ins Wasser gelangt sein um eine Infektion zu verursachen. In der Großstadt ist das Risiko einer Virusinfektion also viel größer als in der freien Natur.

Die meisten ja, aber ein relevanter eben nicht. Beim Norovirus bis zu 12 Tage in der Natur. Und es reichen auch 10-100 Einheiten für eine symptomatische Infektion. Deshalb ist es auch so ansteckend (trotz der sehr kurzen Inkubationszeit).
Norovirus

Da die Pyräneen sehr erwandert sind und bei mangelhaftem LNT + Hygiene kann sich sowas rasch ausbreiten.

Bearbeitet von Patirou

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde Dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde Dich hier an.

Jetzt anmelden
×
×
  • Neu erstellen...