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gerry

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Reputationsaktivitäten

  1. Gefällt mir!
    gerry reagierte auf ChristianS in Leichtes "Inner" für Halbpyramidentarps   
    Servus an alle MYOGer,
    nach meiner letzten Tour, bei der sich fast nie die Gelegenheit für eine Hängemattennutzung ergab, reifte in mir der Wunsch nach einem richtigen Innenzelt für mein DCF Hängemattentarp für Touren mit hohem Bodenbrüteranteil. Das könnte dann nochmal einiges Gewicht einsparen. 
    Als Material für eine wasserdichte Bodenwanne kommt eigentlich nur 34er DCF in Frage, wenn es richtig leicht werden soll. Darüber kommt eine Kombination aus 10D Nylon Innenzeltstoff für den Windschutz und 25g Moskitonetz für die Belüftung zum Einsatz. Das noch leichtere Noseeum-Netz von Ripstopbytheroll hat sich an meiner Hängematte als zu empfindlich für meinen Geschmack herausgestellt.  Im Endergebnis zeigte die Waage für mich sensationelle 240g all inclusive, und das bei 220x75cm Grundfläche.
    Das "Inner" lässt sich bei guten Bedingungen auch ohne Tarp aufbauen, wenn man Insektenschutz haben möchte. 


    Die Schmalseiten aus Innenzeltstoff sollen ggf. auch tropfenden Kondenz abhalten. 

    Eine Tür gibt es, die offen nicht im Dreck rumliegt wie bei Zpacks 

    Magnetverschluss

    An den vier Ecken gibt es Schnüre mit Linelocs, die an Heringen oder am Tarp eingehängt werden können. 

    Hier mal mit Tarp, recht hoch und luftig aufgebaut. 

    Ecke mit Schnurabspannung zum Tarp, keine zusätzlichen Heringe nötig. 
    Das Duo aus Tarp und Inner machte bisher im Garten eine gute Figur und spart ggü. meiner Kombo mit Hängematte gute 200g! 
  2. Gefällt mir!
    gerry hat eine Reaktion von bluesphemy erhalten in Eure Meinung - Packliste für 4 Monate auf dem Camino   
    Ich habe 3 Kabel á 0,3m (USB-C, microUSB und Lightning) und komme auf 32g. Wenn ein Kabel mal kaputt geht, kannst du wenigstens die anderen beiden Kabel noch nutzen. Ich wollte auch erst Adapter bzw. 3-in-1 Kabel verwenden, bin dann aber nach dem Lesen von @bluesphemy‘s Reisebericht davon abgekommen. 
  3. Danke!
    gerry reagierte auf schrenz in Leichter Hoodie gesucht   
    Ich kenne das Merinoshirt nicht, würde aber schätzen unter einer Windblockerschicht ist der Allez schon wärmer, ohne ist er recht zugig. 
  4. Danke!
    gerry reagierte auf zopiclon in Lightest Carbon Tent Stakes - 1.2g / 2g   
    Werkzeug zur Metal Bearbeitung geht bestens. 
    Ein cutter eher nicht
     
     
    Gruß
  5. Danke!
    gerry reagierte auf Capere in Lightest Carbon Tent Stakes - 1.2g / 2g   
    Animiert durch eine geniale Idee auf Reddit von u/rockboxatx habe ich mir je 5 SUL und 5 XUL Carbon Tent Stakes hergestellt:
    SUL Version: 15cm, 3mm CFK Rundstab + 3mm Starlock Cap - 2,0g

    XUL Version: 15cm, 3mm CFK Rohr + 3mm Starlock Cap - 1,2g

    Die Langlebigkeit muss natürlich erst noch getestet werden, doch sie machen einen robusten Eindruck und der Erfinder + Nachahmer haben wohl auch gute Erfahrungen gemacht.

  6. Danke!
    gerry hat eine Reaktion von AnDrIx erhalten in Eure Meinung - Packliste für 4 Monate auf dem Camino   
    Ich habe 3 Kabel á 0,3m (USB-C, microUSB und Lightning) und komme auf 32g. Wenn ein Kabel mal kaputt geht, kannst du wenigstens die anderen beiden Kabel noch nutzen. Ich wollte auch erst Adapter bzw. 3-in-1 Kabel verwenden, bin dann aber nach dem Lesen von @bluesphemy‘s Reisebericht davon abgekommen. 
  7. Gefällt mir!
    gerry reagierte auf nitram in MYOG MÖCHTEGERN-MULTIPACK, MODULAR, "MEPHISTO"   
    Gut, ein paar Klicks entfernt liegen sie, die perfekten Originale, Zpacks Multipacks.
    Ich wollte mich aber dennoch versuchen und habe mich ans Planen und Umsetzen gewagt.

    Mein Wunsch war eine modulare Tasche, die mir dienen sollte als Hüfttasche, hierzu kombiniert mit einem gleicht gepolsterten Hüftgurt, als Brusttasche zu tragen zwischen den Schultergurten und als rückseitig am Rucksack zu befestigendes Zusatzfach. Eine Umhängetaschenfunktion benötige ich nicht.


    Obschon das Material wasserdicht ist, habe ich mich gegen ein abdichten der Nähte entschieden. Als Verbindungselemente habe ich Blitzverschlüsse und die T-Stopper/Zeltringvariante gewäht. Obere kurze und untere längere, mittels LineLocs verstellbare Befestigungsschlaufen, eingefädelt in DaisyChains oder sonstige Schlaufen am Rucksack, lässt sich die Tasche sowohl "hüpffrei" vor der Brust als auch sonst variabel befestigen.

    Alternativ können die vier T-Stopper zum anbringen einer "Zusatzgepäckoption" genutzt werden. Im Inneren der Tasche ist eine Schlaufe mit einer lösbaren Verbindung zum Zubehör-, bzw. Wertsachentäschchen angebracht.

     

    Die Maße der Tasche sind BHT 22 x 21 x 8,5 (ergibt rechnerich ein Volumen von knapp 4 Litern)
    Bei einer 5-tägigen Wandertour Anfang des Jahres im Pfälzer Wald hat sich die Tasche als Brusttasche sehr bewährt, bei vielen Einsätzen getragen als Hüfttasche samt Hüftgurt ebenso.
    Meine Frau hat die Tasche übrigens Mephisto getauft.
     
    Material:
    Stoff Ripstop-Nylon, 40den, TPU-beschichtet, schweißbar, 70g/qm schwarz
    Reissverschluss YKK AQUAGUARD 3C Meterware rot
    3D-Netzgewebe, 3mm, unelastisch, 390g/qm, schwarz
    Gurtband (Polyamid) 15mm schwarz
    Gurtband (Polyamid) 10mm schwarz
    Kanteneinfaßband, Polyamid, leicht elastisch, 22mm schwarz
    Dyneema/Polyester-Kordel, 16fach, 1,5mm, 100m-Rolle leuchtgelb
    Alterfil S 100, Nähgarn, Polyester, 1000m schwarz
    Blitzverschluss zum einseitigen Fädeln, 15mm, Duraflex
    Kordelverbinder m. Sicherheitsverschluss, rund, 2-3mm
    Leinenspanner LineLoc
    T-stopper
    Zeltring, 12mm
    Fast vergessen, das Gewicht: Tasche 44, Hüftgurt 35, Zubehör samt Täschchen 18, Total 97 Gramm

    Liebe Grüße
     
     
     
  8. Gefällt mir!
    gerry reagierte auf Capere in - 20l - 250g Trail Running Vest / Rucksack - SimpleRun   
    Klar, in dem Fall ohne Isomatte am Rücken:

  9. Gefällt mir!
    gerry reagierte auf Capere in - 20l - 250g Trail Running Vest / Rucksack - SimpleRun   
    Eigentlich war ich bereits sehr happy mit meiner Aonijie 18l Trail Runinng Weste, doch gerade am Rucksackteil sah ich Möglichkeiten zur Optimierung. Insofern habe ich kurzerhand den Pack zerlegt und bis auf die "Schulterträger" alles komplett neu genäht.
    Im Ergebnis findet sich so ein Pack mit:
    40D TPU Nylon 70g/m² (leichter + wasserdichter als der Originalstoff) ~2l mehr Volumen dank verlängertem RollTop größere Mesh-Fächer mit mehr Stretch dank Nylon Light Lycra 80g/m² einer zusätzlichen Schlaufe f. Eispickel und ein Bottom-Mesh-Pocket ShockCord Halterung f. meine Thinlight-Matte am Rücken 75g Gewichtsersparnis vs. Aonijie Original
     

    Für die Arbeit eines Abends bin ich sehr happy damit. Ggf. wird es eine V2 mit anderen Materialien geben und überarbeitetem Tragesystem (das blau hat mich schon immer gestört...). Ggf. werde ich auch die Nähte noch versiegeln, dann könnte das Gewicht noch leicht erhöht werden.
  10. Gefällt mir!
    gerry reagierte auf Morgood in Rucksack mit Rollverschluß   
  11. Gefällt mir!
    gerry reagierte auf Morgood in Rucksack mit Rollverschluß   
    Hallo,
    vor einiger Zeit hegte ich den Wunsch, mir einen eigenen Rucksack herzustellen. Es sollte ein leichter und auch wasserdichter Rucksack werden. Bei der Suche nach Informationen, wie ich dieses Ziel erreichen kann, bin ich hier im Forum fündig geworden. Ich möchte euch nun das Ergebnis in Form von einigen Bilder vorstellen.
    Hauptmaterialen:         
    - X-Pac VX21, Rucksack-Laminat, 205g/qm
    - 3D-Netzgewebe, 3mm, unelastisch, 390g/qm, grau
    Gesamtgewicht: 596g
    Vor allen Dingen möchte ich mit diesem ersten Beitrag einfach nur Danke sagen, für die umfangreiche und professionelle Unterstützung. 
    Wenn der Wunsch besteht, bin ich auch gern bereit, meine für dieses Nähprojekt erstellten Planunterlagen, zur Verfügung zu stellen.
    Servus Thomas 





  12. Gefällt mir!
    gerry reagierte auf hmpf in MYOG Nähkoffer - nützliches Zubehör und Werkzeug   
    Je besser die Werkzeuge, desto besser das Ergebnis, daher soll hier eine kleine Sammlung von Hilfsmitteln für MYOG Projekte an der Nähmaschine entstehen.
    1           Planung
    1.1         Software zum Erstellen eigener Schnittmuster
    Zwar habe ich 13 Jahre lang Mathe-Unterricht genossen aber dennoch gehören Algebra und Geometrie nicht zu meinen Stärken. Deswegen bin ich auch Geisteswissenschaftler :D. Zum Glück gibt es Software, mit der man dieses Defizit ausgleichen kann.
    Leider kann ich für die Erstellung von Schnittmustern nur kostenpflichtige Software empfehlen, weil ich mit anderen Programmen keine Erfahrung habe und diese auf den Rechner im Digilab der Bibliothek verfügbar sind.
    Zunächst ist da SketchUp von Google. Dieses Programm ist übersichtlich und bietet sich für den Einstieg an. Es lassen sich einfache geometrische Formen einfügen, Längen und Winkel bestimmen. Es ist für MYOG Projekte mit geraden Linien vollkommen ausreichend und die erstellten Modelle lassen sich auch maßstabsgetreu ausdrucken.
    Wesentlich komplexer und daher auch mit mehr Möglichkeiten ausgestattet ist Rhino 3D. Auf dieses Programm hat mich @Andreas K. gebracht und bin ich nachhaltig beeindruckt. Es erfordert m.E. eine intensivere Einarbeitung, dafür lassen sich aber auf professionelle Ergebnisse erzielen.
    1.2         Software zum Skalieren von Vorlagen
    Für viele Projekte liegen Anleitungen mitsamt Schnittmuster vor, die man getrost übernehmen kann. Der große Vorteil hierbei ist, dass bereits alles durchdacht ist und Denkfehler und Schwierigkeiten dokumentiert sind. Weiterhin hat man mit Glück jemanden zum Ansprechen bei Problemen mit der Umsetzung.
    Gerade bei Kleidung und Schlafsystemen gibt es unterschiedliche Größen und es lohnt sich die Vorlage zu vergrößern oder zu verkleinern. Ein hilfreiches kostenfreies Programm dazu ist Poste Razor Link zu Chip. Hiermit lassen sich Bilder in beliebiger Größe ausdrucken und eine Vorlage auf mehrere Blätter verteilen, die im Anschluss nur noch zusammengeklebt und beschnitten werden müssen.
    1.3         Papiermodelle und Schnittvorlagen
    Nicht immer gelingt es, von einem Bild auf dem platten Bildschirm auf das fertige Projekt in 3D zu schließen. Gerade, wenn nur ein Schnittmuster vorliegt lohnt es sich Papiermodelle im Maßstab von 1:10 anzufertigen. Auf die Idee bin ich durch den Blog von @HAL23562 (Link zu plünnenkreuzer) gekommen.
    Ist der Schnitt dann optimiert bietet es sich an, eine Schablone herzustellen. Zum einen lässt sich schwieriges Material wie dünnes, silikonisiertes Nylon wesentlich besser schneiden und zum anderen geht die Herstellung eines zweiten Modells schneller.
    Wenn die Projekte etwas größer sind, wird dementsprechend mehr Pappe benötigt (falls man nicht wie @Southern Flyer alte Seekarten oder wie @wilbo 150 x 5000 cm Backpapier am Start hat). Anfangs habe ich aus runtergerockten Umzugskartons eine Patch-Work Pappe zusammengebastelt. Inzwischen gehe ich aber zum Fahrradladen um die Ecke, der hat immer riesige Versand Kartons parat und ist froh, wenn er nicht immer die Altpapiertonne stopfen muss. Alternativ war ich auch schon mal beim Möbel-Laden an den Containern und hatte ebenfalls eine riesige Auswahl.
    2           Abmessung und Anzeichnen
    2.1         Gerade Linien
    Damit die Linien auch wirklich gerade werden lohnt sich ein Besuch im Baumarkt, um folgendes zu kaufen:
    Trapez-Kartätsche: wird eigentlich zum Verputzen benutzt und hat eine abgeflache Kante, an der man wunderbar den Stift, den Rollschneider und den Heißschneider entlangführen kann. Ich selbst habe eine 2m lange aus Alu von Obi für 25€ und würde beim nächsten mal auch 2,50m kaufen, da gerade die Schnittkanten bei Tarps so lang sein können.
    Kreuzlinien-Laser: Am Anfang ein Strich und am Ende, dann den Laser angelegt und die Linie nachgezeichnet, das wars. Super praktisch. Kostenpunkt sind 10-25 €. Gibt es manchmal auch beim Discounter.
    Winkel: Alternativ zum Laser gibt es im Baumarkt auch zahlreiche Winkel, in verschiedenen Größen und Materialien, von denen sollte auch einer in den Einkaufswagen
    Neben dem unerlässlichen Zollstock komnmen weitere Messwerkzeuge hinzu: Messschieber (nützlich, um die Nähbreite abzumessen), Geo-Dreieck, 360Grad Winkelmaß (hab ich eigentlich noch nie gebraucht) , extra breiter Messschieber (damit lässt sich gut die Nahtzugabe einzeichen). 
    2.2         Kurven
    Erneut gebührt der Dank @HAL23562 der eine einfache Methode zur Anfertigung von catenary cuts veröffentlicht hat (Link zu plünnenkreuzer). Voraussetzung dafür ist eine vorhandene originalgetreue Schablone. Dazu werden noch Bleischnur, eine Wasserwaage und ein paar Pinnwand – Nadeln benötigt.
    2.3         Anzeichnen
    Für das Anzeichnen selbst sind auch verschiedene Hilfsmittel nötig, da nicht überall die Universal Schneiderkreide (Stichwort für den Onlineshop: Schneiderkreidestift oder Kreidestift, Kosten: 3- 5 €) deutlich zu sehen ist. Gerade bei beschichteten Stoffen muss man nur einmal darüberwischen(wie es bspw. @doman bei der Anfertigung seines Kältebrücken freien Schlafsacks passiert ist) und schon ist nichts mehr zu sehen.
    Für kurze Linien hat sich beim mir ein Stück Seife bewährt, was mit dem Messer angespitzt auch sehr fein malt. Leider ist der Abrieb sehr hoch und die Seife wird schnell unpräzise.
    Wenn die Striche hinterher eh in der Naht verborgen sind, geht auch ein schmaler Edding, der hat bisher auf jeder Beschichtung gehalten.
    Für unbeschichtete Stoffe habe ich in verschiedenen Farben Magic Marker (Kosten: 2 -5 € pro Stück), dessen Füllung an der Luft oxidiert und damit nach einiger Zeit verschwindet. Daher sind diese nicht dafür geeignet, wenn auf die Anzeichnung nicht unmittelbar der Zuschnitt folgt. 
    Für meinen letzten Rucksack habe ich Cordura und Nylon mit PU Beschichtung verwendet, hierbei haben sich Buntstifte aus dem Grundschul-Etui absolut bewährt. 

    Damit der Stoff beim Anzeichen nicht verrutscht, sollte er beschwert werden. Dazu eignet sich alles Mögliche: Reissäcke, Dosen, Kissen, Einmachgläser, Unterlegscheiben M6 (Tipp von @ThomasK), 10 Kg Gewichte vom Flohmarkt (wie @wilbo sie verwendet).
    3           Zuschnitt
    Eine der nervigsten Eigenschafften von dünnem Nylon ist das Ausfransen der Ränder (Hier sieht man, was bei unversiegelten Nähten passieren kann). Gerade, wenn der Stoff noch mehrfach verschoben oder nach dem Zuschnitt noch gelagert wird, lösen sich die Ränder auf und die Schnittkante ist nicht mehr einheitlich gerade. Der Versuch mit dem Feuerzeug, die Kanten zu versiegeln ist bei mir stets gescheitert. Wesentlich besser lässt sich mit einem einfachen Lötkolben arbeiten (gibt es auch oft im Discounter oder massenhaft auf Ebaykleinanzeigen: 10-15 €). Einfach an der Trapezkartätsche entlanggeführt ist die Kante gerade und versiegelt.

     
    Präziser und professioneller aber auch teurer ist ein Heißschneider (70-90 €) mit spezieller  (20 - 30 €) Schneidespitze. Damit lässt sich auch Gurtband sehr gut versiegeln. Damit die Spitze nicht wegen der Unterlage abstumpft und die Hitze verlustfreier übertragen wird, empfiehlt sich ein spezieller Schneidefuß, der entweder für 30 Euro erworben oder mit einem U-Profil aus dem Baumarkt für 5 Euro nachgebaut werden kann (Der Dank geht für dieses Idee geht an @doman von crosshammock.com).

     
    Sofern ohne Schneidefuß gearbeitet wird, sollte eine möglichst flache Ebene untergelegt werden. Bei mir sind es einfach zwei Laminatteile vom Sperrmüll. Von @kra kam aber auch noch der Tipp Linoleum-Bodenbelag vom Bodenleger aus dem Restelager zu besorgen.
    Eine weitere Alternative, die @khyal im Nähkoffer hat (aber hauptsächlich Seile damit schneidet), ist eine Lötpistole mit entsprechender Seilschneidespitze. Dieses Set liegt im Preisbereich von 20-30€ und bietet gegenüber dem einfachen Lötkolben den Vorteil, Hitze auf Knopfdruck zu liefern und ergonomisch besser in der Hand zu liegen. (Ein klassischer Brennpeter wird quasi wie ein Stift geführt)
    Für alle anderen Stoffe lohnt sich die Anschaffung einer ordentlichen Schneider-Schere  (> 20€) und eines Rollschneiders (15 -25 €)Gerade mit dem Rollschneider lassen sich Rundungen besser schneiden. Das ist zumindest mein Empfinden. Was besser geeignet ist, hängt eigentlich nur von den Skills und den Vorlieben ab. Damit die Rollschneider-Klinge scharf und das Parkett makellos bleibt, bietet sich eine Schneidematte an (ab 20 €), sonst macht das Schneiden keinen Spaß. Es sollte eine Matte mit mehrere Schichten sein, diese schont die Klinge und die Nerven.

    4           Nähen
    4.1         Fixierung
    Nachdem nun alle Teile natürlich fein säuberlich zugeschnitten sind, kommt die nächste Herausforderung: das eigentliche Nähen. Doch bevor die Nadel den Stoff durchlöchern darf müssen die einzelnen Teile aufeinander fixiert werden.
    Stecknadeln und Wonder Clips: Über lange Zeit haben sich Stecknadeln zum Abstecken bewährt. Sie sind günstig und universal und wenn sie exakt im 90 Grad Winkel zur Naht stecken,  lässt sich auch direkt darüber nähen (auch wenn ich das nicht empfehle, da die Nähmaschine Nadel dadurch Schaden nimmt). Ein gewichtiger Nachteil ist, dass die Nadeln weitere Löcher verursachen und den Stoff unnötig schwächen, deshalb gibt es als Alternative sogenannte Wonder Clips. Mit ihnen lässt sich alles, was am Rand liegt mühelos fixieren ohne den Stoff zu beschädigt. Stecknadeln und Clips sollten in ausreichender Stückzahl vorhanden sein, für einen Quilt habe ich bspw. 50 Clips (15 €) benötigt, damit auch ja nichts verrutscht.

    Klebe– Stift, wenn’s mal rutschig wird: Bei glatten, rutschigen Stoffen hilft es sie vor oder beim Abstecken zusätzlich mit einem Klebestift zu fixieren. Dadurch können beide Stofflagen nicht so einfach gegeneinander verrutschen und die Maschine hat es leichter mit dem Transport. Etwas aufwendiger, dafür genauer hat auch @ULgeher einen Tramplite Klon angefertigt und eine bebilderte Anleitung geliefert.
    Vielfach wird bei der Buffle-Herstellung eines Daunenquilts Maler-Klebeband verwendet, um die Moskitonetz Streifen auf Position zu halten. Beispiele dazu:
    03.2016 Karo Step von @Raeuberin, 02.2018 Querkammern von @bergziege, 01.2018 Karo Step von @Southern Flyer,  06.2019 Karo Step @Jonathan,  11.2019 Schlafsack mit Querkammern von @doman Deshalb sollte auch Maler Klebeband in keinem MYOG-Nähkoffer fehlen.
    4.2         Maschine
    Nadel und Garn: Die richtige Kombination von Nadel, Faden, Stoff und Maschine ist essentiell und eine Wissenschaft für sich. Daher soll an dieser Stelle kein Ratgeber für die richtige Auswahl stehen, sondern nur auf die in diesem Forum geläufigsten Garne eingegangen werden. Als Nadeln wird stets die Microtex Variante (ab 4€ für ein 5er Paket)empfohlen (wie hier von @micha90 in seiner grandiosen Anleitung für einen Kunstfaser Quilt), da diese mit ihrer dünnen Spitze dem Stoff am wenigstens schaden.

     
    Und als Garn gibt es die Wahl zwischen einem Polyester Garn von Alterfil  (4€) und einem Polyester Garn mit Baumwollkern, beim Hersteller Rasant bekannt unter dem Namen Corespun. Dieses empfiehlt der Profi Waldschneider @Andreas K. in seinen zahlrreichen, detaillierten Anleitungen zur Rucksackherstellung, weil bei Nässe der Kern aufquillt und die Nahtlöcher abdichtet.
    Die Anleitungen von @Andreas K. in chronologischer Reihenfolge: 
    08.15 Ein Rucksack mit Rollverschluss,  12.2015 Ein robuster Rucksack für Wintertouren, 07.2016 und noch ein Rucksack, 07.2016 Und noch ein Rucksack... UPDATE, 09.2016 Ein Rucksack mit Frontöffnung, 01.2018 Ein robuster großvolumiger Rucksack für Wintertouren, 01.2018 Ein Rucksack mit Frontöffnung - Finale Version Wenn man mehrere Garne zur Auswahl hat und diese sortieren will, kann man einfach wie @ThomasK (Link zum Beitrag) und @ALF (Link zum Beitrag) Nägel auf ein Brett schlagen und die Spulen daraufstecken. @doman empfiehlt, das Garn nicht offen zu lagern, um Verschmutzungen, die die Funktion einschränken zu vermeiden. 
    Einfädler und Fadenschere: um den Faden durch das Nadelöhr zu führen braucht es eine ruhige Hand oder eine Einfädel-Hilfe. Einige Maschinen haben solch ein Teil integriert, ansonsten gibt es Nadeleinfädler, die man im Multiuse auch zum Zeckenentfernen nutzen kann, falls man mal eine Nähmaschine samt Zubehör mit auf Tour nimmt :D.
    Eine scharfe Fadenschere macht richtig Spaß, am Anfang habe ich entweder den integrierten Faden Abschneider oder eine Nagelschere benutzt. Seitdem ich eine Fadenschere habe, freue ich mich auf jedes Nahtende. Wichtig ist dabei, entweder eine mit ab montierbaren Klingen zum Schärfen zu kaufen oder mehrere parat zu haben. Eine stumpfe Schere macht weder beim Stoff, noch beim Faden Spaß. (Die weiße Schere war schnell stumpf und quietscht, die schwarze hält schon länger und lässt sich schleifen) 

    Nahtauftrenner: Ebenfalls unerlässlich ist ein Nahtauftrenner, am besten gleich mehrere, denn ein stumpfer Trenner richtet mehr Schaden an, als er behebt.

    Nähfüße: Grundsätzlich lässt sich alles mit dem Universalfuß der Nähmaschine bewerkstelligen. Welcher Fuß eine sinnvolle Ergänzung ist und arbeitserleichternd wirkt ist abhängig von der Maschine und vom Fuß selber. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Kapper für meine Pfaff 90 gemacht (Hier ein Video zur Funktion von Bernina). Immer wieder kommt die die Frage auf (wie jüngst in diesem Thread) ob ein Obertransportfuß sinnvoll ist. Dies ist eine gute Lösung, wenn kein Geld für eine teurere Maschine mit nativen Obertransport ausgegeben werden soll. Allerdings ist es auch umständlicher damit zu arbeiten, weil er laut rattert, das Sichtfeld auf die fertige Naht versperrt und nur vorwärts nähen kann.

    Stichplatte: Für richtig dünne Stoffe (10D abwärts) kann sich auch eine Geradstichplatte für die Nähmaschine lohnen. Das Loch in der Platte ist genau auf den Geradstich angepasst und der Stoff wird nicht mehr in das Unterfadengehäuße hineingezogen. Leider gibt es diese nicht für jedes Modell, deswegen verweise ich erneut auf die Quilt Anleitung von @micha90, wo jene Platte empfohlen wird.
    Anschiebetisch: Bei langen Nähten, wie sie beim Tarp-, Rucksack- und Quiltbau des Öfteren vorkommen sollen, ist Anschiebetisch sehr nervenschonend. Hierzu benötigt es eigentlich nur eine Stichsäge und ein rechteckiges, ebenes Stück Holz vom Sperrmüll und irgendwas als Füße.


    Weiteres Zubehör für die Maschine: Wenn die Naht exakt werden soll kann man auch einen Seitenanschlag zur Hilfe nehmen, an dem die Stoffkante gleichmäßig entlanggeführt wird. Bei meiner Maschine ist ein Anschlag zum anschrauben mit dabei, es gibt aber auch magnetische Hilfen, die sich auf mechanischen (keine computergesteuerten) Maschinen befestigen lassen.
     
    Reinigung und Wartung: Mit der Zeit sammeln sich allerhand Flusen und Fadenreste an und verstopfen die Mechanik der Maschine, daher sollte sie regelmäßig mit einem Pinsel gereinigt werden. Dazu schraube ich mit einem passenden Schraubendreher oder einer passenden Geldmünze die Stichplatte ab und pinsele alles weg, wo ich rankomme, danach puste ich mit einem Blasebalg, der früher der Objektivreinigung diente hinterher (das mit der Druckluft ist allerdings ein umstrittenes Thema und wird oft abgeraten).
    Bei mechanischen Maschinen darf alle paar Nähstunden ein Tropfen Nähmaschinen Öl nicht fehlen.

    Einige Stoffe lassen sich auch komplett Kleben, dazu wird dann noch ein Tapetenroller oder eine Andrückrolle, sowie ein Spatel zum Verteilen des Klebers benötigt. Tipps zum Kleben von silikonisierten Stoffen finden sich hier im Forum und bei Plünnenkreuzer, für Dyneema gibt es hier im Forum auch einen Thread.
    Welche der gezeigten Helferlein findet ihr überflüssig und was fehlt noch in meinem Nähkoffer? 
  13. Danke!
    gerry reagierte auf bluesphemy in HRP Reisebericht: Die Pyrenäen auf Steroiden   
    hi @gerry
    schön, dass dich mein Bericht zum HRP motiviert hat!
    Bezüglich GAIA: GAIA hat wirklich super funktioniert. Ich benutze Premium um alle offiziellen IGN Karten von Frankreich und Spanien offline speichern zu können und die sind beide wirklich detailliert. Hilft also enorm bei der oft sehr schwierigen Navigation. Ich hatte das iPhone 7 dabei und GAIA hat bei doch recht häufigem Einsatz über meine 12 Stunden Tage ca. 45-50% Akku gefressen. Wäre wesentlich weniger auf dem GR11 oder GR10, da diese viel besser markiert sind und nicht ganz so durchs nirgendwo führen. Wenn ich mal den halben Tag auf dem GR10/11 war hatte ich fast keinen Akkuverbrauch. Hoffe das hilft und bei weiteren Fragen nur zu
  14. Danke!
    gerry reagierte auf Daune in Der „Kurze Frage, kurze Antwort“-Thread   
    @gerry
    Die Z-Lite (zumindest einige Elemente davon) wird oftmals als Rückenpolster am Rucksack benutzt, und damit außen an der Rückseite befestigt.
    Die restlichen Elemente müssen dann ggf. an anderer Stelle untergebracht werden.
  15. Gefällt mir!
    gerry hat eine Reaktion von dr-nic erhalten in Schutzhütten Schwarzwald im Prisental / Schönwald   
    Ich nutze für Recherchen zu Schutzhütten, Trinkwasser, Supermärkten etc. ganz gerne OpenStreetMap. Im OSM-Wiki findet man eine Beschreibung der Attribute, also wie die Objekte getagged werden. Zum Beispiel:
    amenity=shelter Jetzt gehe ich auf Overpass Turbo und gebe dort das Merkmal in die eckigen Klammern unter "node" ein:
    node [amenity=shelter] ({{bbox}}); out; Kurz noch den Kartenausschnitt justieren, auf "Ausführen" gehen und schon hast du eine erste Übersicht über mögliche Schutzhütten, die man auch als GPX-Datei für die Nutzung auf Handys, GPS etc. exportieren kann. Hier ist der Link zur beispielhaften Abfrage.
    Update
    Hier noch einige OSM-Tags, nach denen ich häufiger suche:
    Trinkwasser Supermärkte (hier sollte man ggf. die ähnlichen Schlüssel beachten und in die Suche mit einbeziehen) Schutzhütten, alpine Hütten Jugendherbergen, Campingplätze Welche Tags könnte man hier noch mit aufführen?
    Vielleicht hilft dir das.
    Viele Grüße
    gerry

  16. Danke!
    gerry hat eine Reaktion von Bombelbob erhalten in Schutzhütten Schwarzwald im Prisental / Schönwald   
    Mehrere Attribute kann man übrigens in Overpass Turbo so abfragen:
    node [amenity=shelter]({{bbox}}); out; node [amenity=drinking_water]({{bbox}}); out; Link zur Abfrage (Schutzhütten und Trinkwasser)
  17. Danke!
    gerry hat eine Reaktion von einar46 erhalten in Schutzhütten Schwarzwald im Prisental / Schönwald   
    Mehrere Attribute kann man übrigens in Overpass Turbo so abfragen:
    node [amenity=shelter]({{bbox}}); out; node [amenity=drinking_water]({{bbox}}); out; Link zur Abfrage (Schutzhütten und Trinkwasser)
  18. Danke!
    gerry hat eine Reaktion von einar46 erhalten in Schutzhütten Schwarzwald im Prisental / Schönwald   
    Hallo @einar46,
    gerne! Soweit ich weiß, gibt es keine App. Ich habe Overpass Turbo bislang nur zur Vorbereitung von Touren am Computer verwendet und die GPX-Dateien dann aufs Handy oder Garmin geladen.
    Viele Grüße
    gerry
    Update
    Overpass Turbo ist nur ein Frontend für die Schnittstelle (API). Hier gibt es eine Übersicht von Apps weiteren Websites, die auf die API zugreifen, allerdings habe ich noch keine davon getestet nutze ich keine dieser Websites. Vielleicht hilft dir das trotzdem weiter, @einar46
  19. Danke!
    gerry hat eine Reaktion von Biker2Hiker erhalten in Schutzhütten Schwarzwald im Prisental / Schönwald   
    Ich nutze für Recherchen zu Schutzhütten, Trinkwasser, Supermärkten etc. ganz gerne OpenStreetMap. Im OSM-Wiki findet man eine Beschreibung der Attribute, also wie die Objekte getagged werden. Zum Beispiel:
    amenity=shelter Jetzt gehe ich auf Overpass Turbo und gebe dort das Merkmal in die eckigen Klammern unter "node" ein:
    node [amenity=shelter] ({{bbox}}); out; Kurz noch den Kartenausschnitt justieren, auf "Ausführen" gehen und schon hast du eine erste Übersicht über mögliche Schutzhütten, die man auch als GPX-Datei für die Nutzung auf Handys, GPS etc. exportieren kann. Hier ist der Link zur beispielhaften Abfrage.
    Update
    Hier noch einige OSM-Tags, nach denen ich häufiger suche:
    Trinkwasser Supermärkte (hier sollte man ggf. die ähnlichen Schlüssel beachten und in die Suche mit einbeziehen) Schutzhütten, alpine Hütten Jugendherbergen, Campingplätze Welche Tags könnte man hier noch mit aufführen?
    Vielleicht hilft dir das.
    Viele Grüße
    gerry

  20. Danke!
    gerry reagierte auf Jan in Bikepacking - eure Räder   
    Leider nur eine Tagestour mit dem Fatbike aber eine Tour mit Übernachtung nehme ich mir vor 

  21. Gefällt mir!
    gerry hat eine Reaktion von einar46 erhalten in Schutzhütten Schwarzwald im Prisental / Schönwald   
    Ich nutze für Recherchen zu Schutzhütten, Trinkwasser, Supermärkten etc. ganz gerne OpenStreetMap. Im OSM-Wiki findet man eine Beschreibung der Attribute, also wie die Objekte getagged werden. Zum Beispiel:
    amenity=shelter Jetzt gehe ich auf Overpass Turbo und gebe dort das Merkmal in die eckigen Klammern unter "node" ein:
    node [amenity=shelter] ({{bbox}}); out; Kurz noch den Kartenausschnitt justieren, auf "Ausführen" gehen und schon hast du eine erste Übersicht über mögliche Schutzhütten, die man auch als GPX-Datei für die Nutzung auf Handys, GPS etc. exportieren kann. Hier ist der Link zur beispielhaften Abfrage.
    Update
    Hier noch einige OSM-Tags, nach denen ich häufiger suche:
    Trinkwasser Supermärkte (hier sollte man ggf. die ähnlichen Schlüssel beachten und in die Suche mit einbeziehen) Schutzhütten, alpine Hütten Jugendherbergen, Campingplätze Welche Tags könnte man hier noch mit aufführen?
    Vielleicht hilft dir das.
    Viele Grüße
    gerry

  22. Danke!
    gerry reagierte auf fettewalze in Selbstbau Hexamid/ Solomid, Fragen zur Konstruktion   
    Das Hexamid Solo Tent von Zpacks geht ja eher in Richtung SMD Gatewood Cape, SMD Deschutes Tarp oder MLD Cricket.
     
    Zuschnitt vom MLD Solomid kann ich liefern:
     

     
    Den vom Cricket ebenso:
     

     

     
     
    Stimmt schon. Nur wären die Seiten ziemlich flach (Kontakt mit Schlafsack und Kopf). Bei Deinen 1,60m wäre es aber einen Versuch wert. Es hängt auch davon ab, ob du mit separatem Nettent, Wintertouren o.ä. liebäugelst.
     
    Wenn Du besser planen willst, nimm Dir das kostenlose Google SketchUp zur Hand und probiere damit ein wenig rum. Auch ein Probekleben mit Malerfolie haben hier einige schon gemacht oder sind mit dem Ergebnis sogar unterwegs gewesen.
     
    Auf Youtube kann man am besten die realen Größenverhältnisse der Mids erkennen. Sonst MYOG-Bereich durchforsten! Dort sind gleiche Projekte und deren FAQ zu finden.
     
    Hier sind Waldschneiders-Projekte auf einen Blick: klick.
     
    Eine sehr gute Step by Step Anleitung für ein GG SL3 mit vielen Bildern von hownted gibt es hier.
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    gerry reagierte auf Robert Klink in Eigenes Kartenmaterial drucken / Offline PDF erzeugen   
    Hallo zusammen,
    ich habe mich in den letzten Zeit intensiv mit dem Thema Eigenes Kartenmaterial drucken beschäftigt und viele verschiedene Lösungen ausprobiert. Dabei musste ich feststellen, dass für mich keine der vorgeschlagenen Lösungen, egal ob kostenlos oder kostenpflichtig, wirklich ausreichend geeignet war und wirklich effizient und platzsparend Karten in guter Qualität und mit vielen Details erzeugen konnten. Zudem kommt noch das Problem, das viele wirklich mächtige kostenlose Kartentools fortgeschrittene IT Kenntnisse erfordern und es dazu nur vereinzelte Tutorials oder praktische Dokumentationen gibt, die es einem normalen Outdoorbegeisterten erlauben würden ohne tagelanges einlesen, brauchbares Kartenmaterial für eine geplante Route auszudrucken. 
    Ich habe nun für mich nach langem Testen einen überschaubar einfachen Weg gefunden, um für meine nächste Route perfektes Kartenmaterial zu erstellen und wollte dazu mal hier eine einfache praktische Anleitung schreiben, damit ich es bei der nächsten Planung nicht wieder alles vergesse und es hoffentlich anderen dabei hilft, eine Karte als Backup für die nächste Trekking-Tour zu erstellen.
    In Betracht gezogen habe ich dabei alle Tools die hier gelistet sind: https://wiki.openstreetmap.org/wiki/OSM_on_Paper, dazu noch Einzelanbieter wie Caltopo, Outdooractive Premium, maposmatic.osm, printmaps-osm und viele mehr..
    Folgende Punkte mussten dafür für mich erfüllt werden:
    Keine überflüssige Legende oder Beschreibung auf den Ausdrucken Hoher Detailgrad und hohe Auflösung des .PDF Dokuments zum Drucken (300 dpi), dadurch mehr Platz bei gleichem Detailgrad Sinnvolle Stückelung der einzelnen Kartenausschnitte, um möglichst wenig Blätter mitzunehmen Volles Ausnutzen des gesamtes DIN A4 Blattes um Platz zu sparen Das Verwenden von einer Karte, die alle für eine Trekking Tour interessanten Punkte übersichtlich anzeigt (OSM Basis: Wasserquellen, Schutzhütten.. usw.) Die perfekte Lösung für mich habe ich mit der Kombination aus dem Programm MOBAC (Mobile Atlas Creator), der Verwendung von OpenAndroMaps Karten, dem Kartenstil Elevate und dem Tool PDFsam gefunden.
    Hier also eine einfache Step-by-Step Anleitung, um aus dem Nichts einen Kartendruck für seine Route zu erstellen: 
    1. MOBAC in der aktuellen Version herunterladen (Windows): https://sourceforge.net/projects/mobac/
    2. Einen Ordner erstellen (zB. auf dem Desktop) und MOBAC dort entpacken. (zB. mit Winrar https://www.winrar.de/download.php)
    3. Die geplante Route als .GPX-Datei besorgen und ebenfalls in den MOBAC Ordner schieben. 
    4. Den passenden Kartenabschnitt für die Route auf https://www.openandromaps.org/downloads/laender-und-regionen heruntenladen und die Dateien auch in den Ordner entpacken. 
    5. Den Kartenstil Elevate auf https://www.openandromaps.org/kartenlegende/elevation-hike-theme herunterladen (Manueller Download wählen) und ebenfalls in den Ordner schieben.
    6. Im MOBAC-Ordner gibt es einen Unterordner "mapsources". In dem Ordner eine neues Textdokument erstellen und diesen Inhalt einfügen:
    <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <mapsforge> <name>ElevateMap</name> <minZoom>0</minZoom> <maxZoom>22</maxZoom> <mapFile>D:\MOBAC\Germany_Mid_oam.osm.map</mapFile> <xmlRenderTheme>D:\MOBAC\Elevate.xml</> <transparent>false</transparent> <textScale>2.0</textScale> </mapsforge> "D:\MOBAC" dadurch durch euren Ordnerpfad zum Ordner ersetzten. "Germany_Mid_oam.osm.map" durch den Namen eures heruntergeladenen Kartenabschnittes ersetzten. Danach das Textdokumente mit "Speichern Unter" als "ElevateMap.xml" wieder abspeichern. (Auf die Dateiendung achten: .txt ist falsch, .xml ist richtig)
    7. (OPTIONAL) Wieder zurück im Ausgangsordner die Datei "Elevate.xml" öffnen und eigene Anpassungen vornehmen, die darüber entscheiden welche Elemente auf der Karte sichtbar sind. Die Standardeinstellungen sind fürs Trekking schon sehr gut geeignet. Ich habe dort noch 3 kleine Änderungen gemacht, um noch ein wenig mehr Klarheit zu schaffen:
    In Zeile 25: <stylemenu id="elv-menu" defaultvalue="elv-hiking" defaultlang="en"> zu <stylemenu id="elv-menu" defaultvalue="elv-hiking" defaultlang="de">
    In Zeile 79: <layer id="elv-c_routes" enabled="true"> zu <layer id="elv-c_routes" enabled="false">
    In  Zeile 88: <layer id="elv-c_s_routes" enabled="false"> zu <layer id="elv-c_s_routes" enabled="true">
    in Zeile 113: <layer id="elv-mtb_routes" enabled="true"> zu <layer id="elv-mtb_routes" enabled="false">
    Danach wieder speichern.
    8. MOBAC mit der Mobile Atlas Creator.exe starten. Links in der Leiste oben bei "Map Source" aus der Liste ganz unten "ElevateMap" auswählen. 
    9. Darunter bei "Zoom Levels" alle Haken entfernen und nur bei 16 einen Haken hinzufügen.

    10. Darunter bei "Atlas Content" alle Layer / Atlas löschen (Soweit möglich) und bei "New" dann "Paper Atlas (PDF) auswählen.
    11. Auf der Karte oben links befindet sich direkt rechts neben dem Zoomregler eine DropDown Box die standardmäßg auf "Grid Disabled" gestellt ist: Dort "Grid Zoom 16" einstellen.
    12. Daneben (falls vorhanden) die Haken bei "WGS 84 Grid" und "Ruler" entfernen. 

    13. Ganz unten rechts dann auf "Load Gpx" klicken und die heruntergeladene .GPX-Datei der geplanten Route importieren.
    14. Danach oben rechts auf "Tools" -> "Settings" klicken und im Reiter "Paper Atlas" folgende Einstellungen wählen:
    Size: Default A4 mit Landscape aktiviert Margins: Alle auf 0,50cm Additions: Alle 4 Haken entfernen (auch Page numbers! Die kommen später anders drauf) Advanced: Resolution: 300, Overlap: 0,50cm, Compression 0, Crop 10%
    15. Das Programm wurde nun so eingestellt, dass wenn man auf der Karte ein Rechteck zieht, das genau 13 x 9 Kästchen groß ist (Breite x Höhe) eine komplette DIN A4 Seite bei 300 DPI perfekt füllt. Dabei ist es egal in welcher Zoomstufe man sich in der Kartenansicht befindet: Gedruckt wird immer in Stufe 16 und das Grid ist auch immer entsprechend gleichgroß. 
    Man fängt nun beim Start seiner Route an, die in rot markiert ist, und zieht ein 13*9 Rechteck darum, sodass die Route platzsparend abgebildet wird:

    16. Hat man den ersten Abschnitt markiert, drückt man links in der Leiste in der Mitte auf "Add Selection" und fügt so einen neuen Layer hinzu. Um ihn sichtbar zu machen, macht man einen Rechtsklick auf "Layer" und wählt "Display selected areas". 
    17. Danach wird der nächste Abschnitt angrenzend wieder ausgewählt und erneut hinzugefügt. Da bei jedem "Add Selection" Klick auch ein neuer Layer erschaffen wird, muss man leider danach den Abschnitt aus dem neu erstellen Layer in den oberen ziehen und den neu erstellten Layer danach löschen, ansonsten erhält man später für jeden Abschnitt einen eigenen Ordner. Das macht man solange bis die komplette Route mit den 13x9 Rechtecken ausgefüllt ist. (Geht viel schneller als man zunächst denkt, mit ein bisschen Übung)
    18. Zum Schluss benennt man die einzelnen Abschnitte noch in die jeweilige Seitenzahl um: Man markiert den ersten Layer, drückt F2 (Oder Rechtsklick "rename") und schreibt "1", "2", "3" usw. von oben nach unten. (Bestätigung mit Enter) Am Ende sollte also alles so aussehen: 

    19. Für eine spätere Nachbearbeitung oder Korrekter kann man links unten in der Leiste noch sein Profil speichern, damit die Ausschnitte nach Programm-Neustart auch erhalten bleiben.

    20. Klickt man dann auf "Create Atlas" erhält man nach einer kurzen Rechenzeit im "Open Atlas Folder" eine perfekte DIN A4 300 DPI Datei selektierten Kartenabschnitt. (Bei mir sind sie pro Seite etwa 22mb groß)
    21. Um jetzt noch Seitenzahlen hinzuzufügen und daraus ein druckfertiges .PDF Dokument zu erstellen lädt man sich das Tool PDFsam herunter (https://pdfsam.org/de/). Bei "Zusammenführen" zieht man alle erstellen .PDF Kartenabschnitte herein und hakt unten noch die Option "Eine Fußzeile hinzufügen" an:

     
    22. Mit Klick auf Start erhält man das fertige PDF-Dokument, das in etwa so aussehen sollte:
    Volle Seite:

    Rangezoomt für Details und Seitenzahl:

    Das Dokument war bei meiner 300km+ route am Ende fast 1 Gigabyte groß und umfasste 36 Seiten, welche ich doppelseitig auf 60g/m² Papier mit 300 DPI gedruckt habe. So habe ich am Ende 18 Blatt Papier erhalten, die zusammen nur 67g wiegen. Im Schnitt kann man sagen, dass man für 100km Strecke nur etwa 5 Blätter mit dieser Einstellung doppelseitig drucken muss und trotzdem alle Details und Wege klar lesen kann. ich verwende dazu noch einen Linealkompass mit Lupe, um auch bei schlechteren Bedingungen noch alle Symbole gut lesen zu können. 

     
    Ich hoffe diese Anleitung kann jemanden helfen eine Karte in der Qualität zu drucken, ohne sich Tagelang damit aufhalten zu müssen. Mir hätte so ein Tutorial zumindest viel Zeit und Ärger erspart.
    Falls jemand diese Anleitung Schritt für Schritt befolgt und sich an einem Punkt unsicher ist wie es weitergeht, kann er gerne hier kommentieren und ich editiere an dieser Stelle die Anleitung ein bisschen deutlicher!
  24. Danke!
    gerry hat eine Reaktion von Trekkerling erhalten in Schutzhütten Schwarzwald im Prisental / Schönwald   
    Ich nutze für Recherchen zu Schutzhütten, Trinkwasser, Supermärkten etc. ganz gerne OpenStreetMap. Im OSM-Wiki findet man eine Beschreibung der Attribute, also wie die Objekte getagged werden. Zum Beispiel:
    amenity=shelter Jetzt gehe ich auf Overpass Turbo und gebe dort das Merkmal in die eckigen Klammern unter "node" ein:
    node [amenity=shelter] ({{bbox}}); out; Kurz noch den Kartenausschnitt justieren, auf "Ausführen" gehen und schon hast du eine erste Übersicht über mögliche Schutzhütten, die man auch als GPX-Datei für die Nutzung auf Handys, GPS etc. exportieren kann. Hier ist der Link zur beispielhaften Abfrage.
    Update
    Hier noch einige OSM-Tags, nach denen ich häufiger suche:
    Trinkwasser Supermärkte (hier sollte man ggf. die ähnlichen Schlüssel beachten und in die Suche mit einbeziehen) Schutzhütten, alpine Hütten Jugendherbergen, Campingplätze Welche Tags könnte man hier noch mit aufführen?
    Vielleicht hilft dir das.
    Viele Grüße
    gerry

  25. Gefällt mir!
    gerry hat eine Reaktion von Ranger erhalten in Schutzhütten Schwarzwald im Prisental / Schönwald   
    Ich nutze für Recherchen zu Schutzhütten, Trinkwasser, Supermärkten etc. ganz gerne OpenStreetMap. Im OSM-Wiki findet man eine Beschreibung der Attribute, also wie die Objekte getagged werden. Zum Beispiel:
    amenity=shelter Jetzt gehe ich auf Overpass Turbo und gebe dort das Merkmal in die eckigen Klammern unter "node" ein:
    node [amenity=shelter] ({{bbox}}); out; Kurz noch den Kartenausschnitt justieren, auf "Ausführen" gehen und schon hast du eine erste Übersicht über mögliche Schutzhütten, die man auch als GPX-Datei für die Nutzung auf Handys, GPS etc. exportieren kann. Hier ist der Link zur beispielhaften Abfrage.
    Update
    Hier noch einige OSM-Tags, nach denen ich häufiger suche:
    Trinkwasser Supermärkte (hier sollte man ggf. die ähnlichen Schlüssel beachten und in die Suche mit einbeziehen) Schutzhütten, alpine Hütten Jugendherbergen, Campingplätze Welche Tags könnte man hier noch mit aufführen?
    Vielleicht hilft dir das.
    Viele Grüße
    gerry

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