Die Frage nach dem Sinn des Selbstbau ist sicher berechtigt, stellt sich aber auch bei Zelt, Tarp etc. So habe ich z.B. Tarps und Quilts genäht, einfach aus Spass am Selbstanfertigen.
Aber zu deinen Punkten:
Nitecore PB10000:
Meine Erfahrungen mit Solarpaneln direkt an PBs war, dass bei gewissen Kombinationen (von Panel und PB) bei wenig Sonne oder periodischer Abschattung wieder Ladung verloren geht. So hatte ich z.B. in Kalifornien ein Panel + PB in einen Busch gehängt. Die PB war praktisch voll. Als ich sie dann abends als es dunkel wurde wieder eingesammelt habe, war sie wieder fast leer. Dieses Verhalten wurde hier schon mehrfach beschrieben, auch im Riesenthread von Stromfahrer. Meine Erklärung dazu ist, dass die Laderegler der PBs nicht dafür gebaut sind, eine Unterspannung am Eingang zu sehen, und deshalb eine "Entladung rückwärts" stattfindet, so wie hier beschrieben. Auch ist meiner Meinung nach die Laderei mit zwei Schaltreglern (erst einer im Panel um die USB-Spannung von 5V zu erzeugen, und dann einer in der PB selbst um mit der 5V Spannung den Li-Ionen-Akku zu laden) "überkompliziert" und funktioniert häufig bei wenig Licht/Strom nicht bzw es ist unklar, wie effizient.
Das andere ist, dass eine PB normalerweise eine stabile Stromquelle erwartet, die gewissen Standards entspricht. Z.B. eben dem USB Battery Charging Port, der maximal 1.5A bedienen können muss, oder sonst eine definierte, konstante Stromstärke, die dauerhaft zur Verfügung stehen muss (entweder gemäss den USB-Spezifikationen (normalerweise 500 oder 900mA) oder über USB Power Delivery verhandelt). Eigentlich darf sich eine PB, die USB-konform ist, gar nicht anders verhalten. Ein Solarpanel passt da einfach nicht rein. Ein grosses Panel mag in der Sonne normgemäss viel Strom liefern können, kleine Panels, wie ich sie verwende, tun das aber nicht. Ein USB-Verbraucher "findet" deshalb keinen passenden USB-Stromentnahmemodus und dürfte deshalb nicht das Maximum an verfügbarem Strom vom Panel beziehen (sondern den nächsttieferen Standardmodus), oder müsste ganz abbrechen, sobald die Spannung zusammenbricht. Mein Telefon macht das z.B.: Wenn es einen BC Port entdeckt, lädt es mit genau 1.5A. Wenn diese aber nicht mehr zur Verfügung stehen, bricht es den Ladevorgang komplett ab (es lädt dann nicht mit z.B. 1.1 A weiter, auch wenn das ginge). Es kann sein, dass diese Probleme mit der Nitecore PB10000 alle nicht auftreten, ich weiss es aber nicht (es würde mich aber interessieren, v.a. auch ob sie bei wechselndem Angebot von z.B. 50 mA bis 300mA dauerhaft lädt).
USB-Meter:
Ja, theoretisch könnte man eins mitnehmen und dazwischenhängen. Meins hat 5-6 mA Eigenverbrauch und produziert auch wieder einen Spannungsabfall für die Strommessung. Wiegen tut es 20g. Die genaue Akkuspannung sehe ich damit aber wieder nicht, da muss ich mich auf die 4 LEDs der PB verlassen. Dann hat man auch noch eine weitere Steckverbindung in der Kette drin (siehe weiter unten).
Ich habe tatsächlich Wirkungsgradmessungen durchgeführt (siehe z.B. hier), und es ist (eigentlich nicht erstaunlicherweise) so, dass die "Elektronen" nicht verloren gehen, d.h. die mAh die reingehen lassen sich auch wieder entnehmen. Das ist am Ende Chemie. Die Verluste sind zu sehen, wenn man in mWh misst (also entnommene Energie, nicht Ladung). Das sind Verluste am Innenwiderstand. Dann gibt es natürlich noch Wandlerverluste, und (ganz wichtig!) Kontaktwiderstände.
Wandlerverluste: Bei wenig bis mittlerem Licht ist die Schaltung, die ich verwende (direkte Ladung ohne Schaltregler) sehr nahe am Maximum Power Point, und es gibt kaum Wandlerverluste, da kein Schaltregler im Spiel ist.
Innen- und Kontaktwiderstände: Da habe ich die Erfahrung gemacht, dass besonders Kontaktwiederstände (Batteriekontakte, USB-Steckkontakte) bei hohen Strömen durchaus zu deutlichen Verlusten führen können (da sind schnell mal ein paar Zehntel Volt messbar). Wenn nun ein 18650er gegenüber einem direkt verlöteten LiPo-Flachakku ineffizienter ist (was die entnommenen mWh angeht), so kann dies eigentlich nur wegen der Kontaktwiderstände sein. Jeder Stecker, Schraubkontakt etc in der Kette sollte vermieden werden. Bei mir sind das die Batterieclips. Diese sind fest eingelötet (keine Schraubkontakte) und vernickelt und der Anpressdruck ist relativ hoch (ich habe den Abstand der Clips bewusst so gewählt). Ausserdem sind die zwei 18650er parallel und die Ströme entsprechend geringer. Da sollte also nicht viel passieren (ich kann den Spannungsabfall an den Kontakten aber nachmessen).
Bei Nitecore und Ansmann traue ich der Nennkapazität (die Nitecore habe ich Nachgemessen, und die gemessene Kapazität war sogar etwas grösser als aufgedruckt). Aber bei vielen Billigakkus ist das ja nicht der Fall.
Die Parallelschaltung ist kein Problem. Die Akkus haben ja die gleiche Chemie, und werden auf die gleiche Endspannung aufgeladen (nachgemessen unbelastet 4.1V, nachdem das PB-IC die Ladung abgeschlossen hat) und dann auf dieselbe Endspannung entladen (ca. 3.2V unbelastet, wenn ich mich richtig erinnere). Wenn die Ladekurven voneinander abweichen, dann kommt während des (Ent)ladevorgangs zwischendurch der eine Akku etwas stärker zum Zug und dann der andere. Über die gesamte (Ent)ladekurve gleicht sich das aber aus (muss ja!). Und selbst wenn die Kurven so dermassen unterschiedlich wären, dass zeitweise nur 1 Akku "aktiv" wäre (das sind sie aber nicht), ist der (Ent)ladestrom für die Zellenart sehr gering (max 1A). Die Schaltung ist also "sicher", selbst wenn nur 1 Akku zum Zug kommen würde.
Das Einzige ist, dass die Akkus nicht mit sehr unterschiedlichen Spannungen in die Halterung eingesetzt werden sollten (z.B. einer voll, einer leer). Dann würden tatsächlich hohe Ströme fliessen. Ich habe deshalb erst beide einzeln vollgeladen.
Zusammenfassend:
Ich glaube, meine Schaltung ist nicht schlechter und auch nicht deutlich schwerer als käufliche Komponenten, und ich weiss genau, was ich damit habe und wie sie funktioniert.
Meine Erfahrung mit Paneln + PBs und Lösungen mit dazwischengeschalteten "Fertigmodulen" von Aliexpress etc. (Schaltregler, Batteriehalter) war bisher nicht sehr gut (ineffizient, ungewolltes Entladen bei Teilbeschattung, Kontaktwiderstände an Batterie und Schraubklemmen). Es kann aber gut sein, dass gewisse Kombinationen (wie etwa die Nitecore PB (?) ) ebensogut funktionieren, allerdings ohne den "Spielfaktor" mit genauer Strom- und Akkuspannungsmessung. Am Ende war für mich auch der Spiel- und Selbstbaufaktor wichtig.
Das Gewicht liesse sich zudem nochmals deutlich verringern mit einer LiPo-Flachzelle und einer Miniaturisierung der Elektronik. Im Grunde ist die Schaltung auch ausbaubar. Ich könnte z.B. easy einen Datenlogger einbauen (z.B. Temperatur), oder sogar einen GPS-Logger.