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Ultraleicht Trekking

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  1. Bisher war ich auf all meinen Touren immer mit einem Deuter Glide 35+10 Schitourenrucksack unterwegs. Super robust und zuverlässig, für mich optimal in der Größe, aber einerseits mit rund 1,5kg richtig schwer, und dazu auch noch nicht optimal vom Tragekomfort. Trotz minimalistischem Tragegestell (Kunststoffplatte) und recht stark gepolsterten Trägern und Hüftgurt hatte ich meist mit Druckstellen zu kämpfen, außerdem ist das Gewicht relativ weit entfernt von der Hüfte "gehangen" - die Passform wars einfach nicht ganz. Ich habe die zahlreichen Beiträge hier im Forum zu unterschiedlichsten tollen Rucksack-Projekten durchgearbeitet, und war gleichzeitig sehr inspiriert vom Tragekomfort meiner Laufweste (Black Diamond Distance 25). Entsprechend hat mich auch der Betalight von Black Diamond sehr inspiriert. Trotzdem habe ich mich dann sukzessive an das Endprodukt herangetastet. Vielleicht macht das auch der oder dem Nächsten Mut, langsam an das Thema heranzugehen. Die erste Station war das Nachnähen meines Ortlieb Commuter-Daypacks, allein um mich einmal an die Fertigungsschritte eines Rucksacks heranzutasten. Extrem simpler Schnitt, hier habe ich zum ersten Mal Schulterträger genäht - in dem Fall doppelt mit X-Pac (erstaunlich bequem). Als nächstes habe ich mich an einer rudimentären Laufweste probiert, um mehrere Dinge zu probieren: wie funktionieren Laufwesten-Träger vom Schnitt und Material, wie könnte ein Top-Verschluss aussehen (Rolltop hat mich initial nicht überzeugt), und wie sieht es mit Stretch-Taschen aus. Fazit war, dass ein sauberer Schnittmuster- und Materialmix gar nicht so trivial war, das Stretch-Material unerfreulich in der Verarbeitung, und der Top-Verschluss solala. Anschließend habe ich mich an das tatsächliche Werkstück getraut, auch hier habe ich mehrere Runden gedreht. Als erstes mit Trägern im Laufwesten-Stil und nur aus Spacer-Mesh, einem testweise improvisierten Drawcord-Verschluss und einem abnehmbaren Hüftgurt mit Kurve aus X-Pac mit EVA gefüllt. Hieraus entstanden mehrere Learnings: - ein abnehmbarer Hüftgurt ist mäßig sinnvoll, wenn man ihn extra an sich anpasst. - EVA einschieben ist furchtbar mühsam - Spacer-Mesh dehnt sich im Vergleich zu Beladungsgewichten von Laufwesten bei einem großen Rucksack zu stark - ich bekomme die Form der Träger nicht zufriedenstellend hin, die diagonale Aufnahme der Träger ist aufwändiger in der Verarbeitung und zieht sich beim Tragen komisch am Rucksack-Rücken - der Verschluss ist nicht praktisch da nicht kompressionsfähig, und wohl auch optisch nicht hinzubiegen Entsprechend habe ich ziemlich viel wieder aufgetrennt und neu gemacht: - Hüftgurt aus X-Pac und Spacer-Mesh ohne EVA, dafür aber "auf Maß": Ich habe mit Maler-Krepp die perfekte Form auf meine Hüften geklebt, alles angezeichnet, runtergezogen und genau diese Form als Schnittmuster verwendet - Rucksackträger im klassischen Stil (vom 1. Ortlieb-Versuch übernommen), aus X-Pac und Spacer-Mesh. Die Aufnahme ist eine gerade horizontale Linie, den schrägen Anfangsverlauf erreiche ich über das Schnittmuster der Träger und nicht über die Aufnahme - Rolltop-Verschluss, welcher für die Form und das Handling beim Rollen mit Gurtband (extra stark) hinterlegt ist Nun habe ich meine erste zweitägige Bergtour damit bestritten und bin grundsätzlich begeistert: - das Handling mit Rolltop ist angenehm - die Mesh-Außentasche ist extrem praktisch (hatte ich vorher nicht) - der Tragekomfort ist stark verbessert, der Schwerpunkt ist viel näher am Rücken, der Hüftgurt passt wie angegossen ohne irgendwelche Druckstellen - ich habe knapp 1kg Rucksackgewicht gespart (von 1,5kg auf ca. 500g) Was noch verbesserungswürdig ist: - die Mesh-Taschen sind wesentlich zu klein, man muss ziemlich quetschen - Loadlifter würden wahrscheinlich noch sehr helfen, das Gewicht kompakt am Körper zu halten und die Schultern zu entlasten - der Rolltop ist zu kurz und schon bei Sommer-Beladung ziemlich am Anschlag - Softflask-Aufnahmen an den Trägern, sowie Zipp-Taschen für Snacks Außerdem frage ich mich, ob ich noch von irgendeiner Art von minimalistischem Tragegestell profitieren würde - ob Stangenkanal, HDPE-Platte, EVA, ...; und, ob nicht doch optimierte Laufwesten-Träger noch angenehmer wären. Hier jedenfalls einmal zwei Bilder vom vorläufigen Letztstand auf Tour: Danke an dieser Stelle jedenfalls einmal für die ganzen Inspirationen hier im Forum, vielleicht ermutigt der Beitrag ja jemanden, sich einem ähnlichen Projekt zu widmen und sich von Testläufen und Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen! 😊
    2 Punkte
  2. schaut ja schon mal gut aus. Als Tip für EVA in die Träger zu bekommen: Den Schaumstoff vorher mit Babypuder "einschmieren". Das hat das ganze bei mir erheblich erleichtert. Die Loadlifter lassen sich bei deinem Konzept einfach in der Ansatznaht vom Rolltop unterbringen.
    1 Punkt
  3. khyal

    Impressionen von Touren

    Also hier oben in Friesland NL ist perfektes Wetter, was Wind (klar auch richtig zum Segeln ) daß die Sonne nicht ganz so brät, für die ganzen Paddler kaum Welle, die vielen Marrekritte-Plätze zum Übernachten (1* Jahr 20 € für die Flagge finde ich da sehr günstig). Man denkt ja nicht zuerst an Nord-NL, wenn man an Paddeln denkt, da ist mir erstmal auch bewegtes Wasser lieber, aber über die Jahre habe ich das Gebiet hier oben auch zum Paddeln schätzen gelernt, an vielen Marrekritte-Plätzen darf man auch mit Zelt übernachten z.B. im Princehof gibt es eine Menge kleiner Kanäle, Wasserflächen, die man nur mit dem Paddelboot befahren kann und so Inselumrundungen machen auch Spaß. Wer also mal eine etwas andere Paddeltour machen will, einfach mal ausprobieren und natürlich an alle Segler ne Handbreit Wasser unter´m Kiel. Das Pic ist von gestern abend unmittelbar nach dem Anlegen.
    1 Punkt
  4. Also um UL Gear zu kaufen, braucht es NICHT auf jeden Fall viel Geld. Bei Zelten, Neuware, zum Beispiel die Lanshan Zeltreihe… um die 150 (?) Euro. Ich habe, als bekennender Gear Nerd recht viel Auswahl im Schrank… so etwas kostet natürlich recht viel, aufgrund der schieren Masse. Aber im einzelnen, habe ich selten viel Geld ausgegeben! Da hilft mir immer wieder der Kleinanzeiger, oder hier im Forum wird ja auch immer mal wieder etwas interessantes Angeboten. Mein 40L Atompacks „the Atom“ z.B. 150 Euro. Gebraucht, Zustand wie neu. Den werde ich voraussichtlich mit ins Grab nehmen, so robust erscheint er mir. Habe den Hüftgurt vom Gossamer Gear MurMur daran befestigt. Zusammen bringt diese Kombi 530g auf die Waage. Übrigens der mit Abstand bequemste Rucksack, den ich je besessen habe! Den MurMur habe ich übrigens auch gebraucht gekauft, für lumpige 70€, da er schon ordentlich abgetragen aussieht, funktioniert aber prächtig. Der Hüftgurt ist mir so einem Klicksystem verbaut, man kann ihn ganz einfach vom einen, auf den anderen Rucki wechseln. Zelte habe ich, bis auf zwei Ausnahmen alle gebraucht gekauft. Haben alle prima funktioniert. Ich habe sogar meinen ersten Quilt gebraucht gekauft, einen Kunstfaser Quilt natürlich, denn Daune kann man nicht warm genug Waschen, das auch etwaiger Fußpilz daraus verschwindet. Einen Daunenquilt habe ich dann ein paar Jahre später, hier im Forum gebraucht gekauft und habe auch das nicht bereut! Heringe alle gebraucht. Selbst meine Luftmatratzen waren, bis auf meine erste, alle gebraucht. Das schöne ist ja, das Therma-rest alles repariert, bzw umtauscht, auch ohne Kaufquittung. Derzeitig benutze ich meistens eine Therma-Rest Neoair Womens, die ich vor ca 2 Jahren gebraucht, über Kleinanzeigen gekauft habe, für lumpige 80€. Um auf Zelte zurück zu kommen, wer gar auf eines verzichten kann, oder will, geht mit Tarps noch mal viel leichter und billiger auf Tour. Also, man braucht etwas Geld, aber eben nicht viel, um wirklich leicht und bequem unterwegs zu sein. Man muß nur die Finger vom DCF weg lassen! Wer die Skills besitzt, etwas selbst zu nähen, kommt noch mal billiger dabei weg!
    1 Punkt
  5. Oder MYOG Ich ziehe Kunstfaser vor: weniger feuchtigkeitsempfindlich, viel problemloser zu waschen
    1 Punkt
  6. traveloors

    Vorstellungsthread

    Hallo Zusammen, ich bin Anna und schon von kleinauf mit dem Zelt unterwegs. Früher als Kind mit meinen Eltern per Bikepacking und seit einem (ersten) Neuseelandaufenthalt vor knapp 10 Jahren im Wanderfieber. In Neuseeland waren wir aufgrund Studentenbudget noch mit dem unterwegs, was uns vererbt wurde, günstig zu haben war oder in unserem gekauften Campervan sowieso schon drin lag. D.h. wir waren zu Beginn statt ultraleicht eher ultraschwer unterwegs mit Sommerschlafsack, 3,5kg Discounterzelt und Heimkochtopf, der aufgrund seines dicken Bodens immerhin die Hitze super lange gehalten hat. *ironie off* Als ersten Kontakt mit UL haben wir uns damals aus Kostengründen immerhin einen Dosenkocher selbst gebastelt. Hier in Europa waren wir lang eher auf Hütten unterwegs und hatten an Basisgewicht eh nicht so viel dabei, aber dafür häufig Sonderequipment für Klettersteig, Hochtour etc. dabei, bei dem man nicht soo viel sparen kann. Seit zwei Jahren sind wir jetzt aber ins Packraften eingestiegen und damit hat sich vor allem mit einer längeren Tour in Nordschweden im letzten Jahr die Notwendigkeit ergeben, unser Normalequipment nochmal zu überprüfen. Für 10 geplante Tage und entsprechend Verpflegung für 12, waren wir inkl. ca. 10kg Packrafting-Equipment mit jeweils fast 30kg auf dem Rücken unterwegs und das war richtig hart. Unser Equipment haben wir über die Jahre erweitert, aber manchmal aufrund von Notkäufen auf Tour oder aus mangelnder Erfahrung nicht unbedingt clever ausgesucht. Vor Allem beim Zelt und beim Kocher ist noch ordentlich Luft nach unten. Da sind wir aktuell mit einem Vaude Invenio SUL 2p (ca. 2kg) und einem Primus Multifuel (schweeer) unterwegs. Ich lese hier schon eine Weile mit, auch was MYOG angeht und jetzt war es mal an der Zeit sich hier auch anzumelden. Ich freu mich auf jeden Fall auf einen guten Austausch und hoffe auf viele Inspirationen. Im Herbst geht es hoffentlich das dritte Mal nach Neuseeland und vorher soll das Gepäckgewicht noch etwas runter. Und damit ihr was zu lachen habt, hier noch ein Foto von unserem super Einsteiger-Koch-Setup:
    1 Punkt
  7. Vielleicht hat hier jemand etwas davon, der selbst ein eigenes Design macht. Vor dreißig Jahren wurde ich in Irland von einem Rucksackhersteller eingeladen, der damals einen ultraleichten Rucksack entwerfen wollte, etwas, was zu diesem Zeitpunkt noch neu war. Verschiedene Leute, darunter auch ich, suchten damals nach Konzepten. Ich bin mir sicher, dass mein 45‑Liter‑Rucksack – vollständig wasserdicht und relativ komfortabel – mit seinen 200 Gramm der leichteste überhaupt war. Kürzlich habe ich noch eine Version davon in DCF und Dyneema gefertigt, um näher an die 100 Gramm zu kommen. Aber ich bin mir auch sicher, dass es der am wenigsten kommerzielle Rucksack war. Die Idee bestand darin, eine Ridge‑Rest‑Isomatte (die noch jemand nutzt?) groß aufzurollen und das Material in der Hohlfalte zu verstauen. Die Steifigkeit der Ridge‑Rest sorgte für eine gute Gewichtsübertragung. Die beiden Klettverschlüsse an der Oberseite dienen einem abnehmbaren Deckelfach. Das sieht dann ein bisschen aus wie eine Frisbee.
    1 Punkt
  8. TheRebel

    Impressionen von Touren

    OT: ich wechsel aktuell von BigTech ins fediverse und habe mir in diesem zuge einen Pixelfed account erstellt wo ich von nun an mehrfach die woche fotos von vergangenen wanderungen poste... falls jmd lust auf tour fotos habt schaut gerne rein und kommt generell alle mal ins fediverse
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