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Ultraleicht Trekking

Mia im Zelt

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Alle erstellten Inhalte von Mia im Zelt

  1. Kampanien --> Campitello Matese bis Fortino --> 352 Kilometer & 16000 Höhenmeter --> 15 Tage Kurz nachdem ich Kampanien betrat und das Skigebiet hinter mir ließ, verschwand der Weg auch schon. Also musste ich mir mit Komoot den nicht mehr existierenden Weg suchen. Natürlich ging es einen Berg hinauf und auf der anderen Seite wieder runter. Im Tal befand sich ein schöner See, an dem ich im Anschluss vorbeigehen sollte. Glücklicherweise weideten alle drei Schafsherden gerade nicht auf dem Wanderweg, sodass ich problemlos passieren konnte. Bevor ich Piedimonte Matese erreichte, musste ich erneut einen Berg überqueren. Oberhalb vom Ort fand ich noch einen netten Zeltplatz, doch die vielen Mücken vertrieben mich schnell ins Innere des Zeltes. Der Monte Crocella am nächsten Morgen bot eine besonders tolle Aussicht. Da lohnte sich die Pause doppelt. Der Himmel zog leider immer weiter zu und schon bald regnete und gewitterte es. Erst am Abend klarte der Himmel auf. Doch da ich zwar in den späteren Stunden zivilisationsnah aber bloß nahe von zahlreichen Bauernhöfen unterwegs war, gestaltete sich die Zeltplatzsuche schwieriger. Erst auf einem verwaisten Olivenhain fand ich ein Plätzchen, welches am Abend noch ganz idyllisch gewirkt hat. Hätte ich in die Zukunft sehen können, wäre ich stattdessen lieber bis in die nächste Stadt durchgelaufen und hätte mir ein Hotelzimmer gesucht. Denn nachts um 5 Uhr fing es an zu gießen und zu gewittern. Der Boden weichte innerhalb von Sekunden so stark auf, dass meine Heringe nicht mehr hielten. So waren vier von sieben Heringen flogen raus und ich musste das Zelt festhalten, damit es nicht reinregnete. Versuche die Heringe erneut zu befestigen schlugen fehl. Nebenbei packte ich meinen Kram in den Rucksack und machte mich bei strömendem Regen auf den Weg. Der Boden war inzwischen so matschig, dass sich große Klumpen an meinen Schuhen gesammelt hatten. Da auch die Straße weiter unten sehr nass war, wurden meine Schuhe immerhin wieder "sauber". Eine Unterführung, unter die ich durch musste, stand komplett unter Wasser. Bis zu meinen Waden reichte es, als ich durchwatete. Auch die Wege in einem kleinen Waldgebiet vor Telese Terme, waren teils überflutet. In Telese Terme rettete ich mich in eine Bar und buchte mir ein Zimmer für den nächsten Tag. Während ich in der Bar saß, warnte mich meine Wetter-App nachträglich über heftige Unwetter in Italien, die in manchen Orten zu überfluteten Dörfern geführt haben. Es soll teilweise bis zu 400 (!) Liter in 30 Minuten geregnet haben. Der Rest des Tages verlief dann vergleichsweise unspektakulär. Es ging mal wieder steil einen Berg hinauf. Im Wald entdeckte ich einen Feuersalamander, der im Gegensatz zu mir das Wetter zu schätzen wusste. Bergab bis zu einem Picknick-Platz, wo auch Zelten erlaubt ist, ging es auch ein Stückchen durch mit Brombeeren zugewucherte Wege. Das schlechte Wetter ging weiter, denn es waren weitere Gewitter und Starkregenfälle vorhergesagt. Doch diesmal boten die großen Eichen einen guten Schutz. Einen weiteren überwucherten Weg kürzte ich über die Asphaltstraße ab. Erst war es noch lange Zeit sehr nebelig, doch dann klarte es auf und die Sonne schien. Dann sieht man auch mal, wie schön es eigentlich ist. Die nächsten Tage in Kampanien wechselten zwischen Sonnenschein und starken Regenfällen hin- und her. An schönen Tagen hatte ich immer wieder grandiose Aussichten. Aufgrund der südlichen Lage, konnte ich inzwischen sogar Inseln in der Ferne erkennen. Oben am Berg wurde es insbesondere wenn es windig war, selbst tagsüber empfindlich kühl. Hinauf auf den Monte Polveracchio lief ich sogar mit Handschuhen. Andere Gipfel boten stattdessen Aussicht auf die umliegenden Buchenwälder, die nun zart anfingen sich zu verfärben. Einen ganz besonderen Aufstieg gab es hinter dem Ort Serino. Der Weg bergauf zum Monte Terminio war nämlich sehr gut markiert, aber völlig weglos. Stattdessen musste ich mich durch hohes Gras und Büsche bergauf kämpfen. Manchmal war der "Weg" zudem sehr steil. Weiter oben wurde ich dafür mit atemberaubenden Szenerien belohnt. Es ist natürlich klar, dass ich da oben abgesehen von ein paar Kühen völlig alleine war. Da die Rifugios inzwischen bereits verschlossen waren, baute ich in Kampanien häufiger mein Zelt daneben auf. Auch in den nächsten Tagen waren (mal wieder) heftige Unwetter angekündigt. Vorsichtshalber hatte ich mir diesmal zwei Nächte in einem Hotel in Piaggine gebucht, um abwettern zu können. Aber es kam, wie es kommen musste. Das Unwetter kam bereits früher. Am Tag vorher war es noch angenehm. Da der Weg an dem Tag anspruchslos war, nahm ich noch einen weiteren Gipfel mit. Durch dichten Wald lief ich sanft bergauf, bis ich über felsiges Gelände zum Gipfel des 1465m hohen Monte Puglie aufstieg. Am Abend hatte ich dann großes Glück. Ich hatte mein Zelt vor einem verschlossenen Rifugio aufgestellt, als zwei Hüttenwirtinnen vorbeikamen, da dort am Tag zuvor eine Gruppe übernachtet hatte. So konnte ich die sehr verregnete Nacht im trockenen verbringen. Die letzten 9km bis Piaggine waren am nächsten Tag trotzdem ein Kampf, den die Wege, die teils weder erkennbar noch markiert waren, waren völlig aufgeweicht oder überflutet. Trotz Regenkleidung kam ich völlig durchnässt in Piaggine an. Hinter Piaggine ging es hoch auf den Monte Cervati, wo es zum Schluss weglos hinauf ging. Auch am Tag nach dem Ruhetag blieb das Wetter nicht lange schön. Am Nachmittag fing es erneut an zu regnen. Eigentlich hätte ich noch weiter laufen wollen, doch da ich spontan ein Biwak entdeckte, beendete ich den Wandertag frühzeitig. Am nächsten Tag regnete es nur noch wenig und die Wälder rochen saftig. Die ständigen Regenfälle in Kampanien hatten auch Tage später noch zur Folge, dass insbesondere Forststraßen manchmal sehr matschig waren. Durch die schweren Forstfahrzeuge, hatten sich tiefe Gräben gebildet, in denen sich das Wasser sammelte. Das Dörfchen Senerchia bestand zum Teil aus zerstörten alten Häusern. Doch das eigentliche Hindernis war ein 2m-hoher Bauzaun, den ich überqueren musste. Die Dörfer in Kampanien sahen lieblich gestaltet aus. Mir gefiel das Flair dort sehr. Doch aufgrund der Sprachbarriere gab es selten längere Gespräche. Trotzdem kamen mir die Menschen in Kampanien ganz besonders freundlich vor. In den Dörfern wurde ich immer wieder gefragt, wo ich hingehe und man reagierte mit anerkennenden Gesten. Die Wegmarkierungen waren nicht mehr durchgängig so gut, wie in den bisherigen Bundesländern, aber insbesondere in schwierigen Abschnitten waren sie häufig ausgezeichnet. Selbst wenn die Markierungen fehlten, war dies nie lange. Nach ein paar Kilometern tauchten sie ganz plötzlich wieder auf. Manchmal hat sich jemand richtig Mühe gegeben, wie z.B. hier: In Kampanien fand ich häufiger sehr große Kiefernzapfen. Die gibt es nicht nur in den USA. Die Wege waren überwiegend gepflegt, aber manchmal auch mehr oder weniger überwachsen. Wenn der Bewuchs aus hohem Gras oder Zweigen von Bäumen besteht, störte mich dies nicht so sehr. Die mit Brombeeren oder Ähnlichem überwucherten Abschnitte sind in der Beschreibung angegeben und können teilweise umgangen werden. Es gab auch ein paar Kilometer, die ich auf mehr oder weniger stark befahrenen Asphaltstraßen zurücklegen musste. Diese Abschnitte waren aber meistens nicht mehr als +- 5km lang. Zum Abschluss dieser Etappe gibt es noch ein Foto von einem schönen Sonnenuntergang:
  2. Achso, die sind in den Hütten zu finden. Das ist ja super hilfreich und mindert meine Resupply-Sorgen schon ordentlich. Danke für deine Erklärung zu den Unterschieden in der Stromversorgung in den DNT-Hütten. Einen normalen Stecker habe ich ohnehin dabei. Dann brauche ich aber für die 12V-Hütten noch einen USB-A-Adapter, da ich ansonsten auf USB-C (schneller) setze. Hmm. Turmat ist ja ziemlich teuer - ab und zu finde ich das ok. Wenn ich in anderen Ländern wandere mische ich meist verschiedenen Fertigkram mit Couscous oder Pasta und Nüssen. Couscous nur mit Brühe finde ich ziemlich unattraktiv. Mit wäre Couscous + vegetarische Fertigsuppe o.Ä. lieber. Den Blog von Sophie habe ich auch gelesen - super hilfreich - aber so viele Pakete vorschicken möchte ich nicht, da man damit zu unflexibel ist und das Risiko von Verlusten hat. Zudem hat Sophie ja auch teils LM für 14 Tage getragen. Das ist für mich definitiv zu viel. Achja so eine Zollgrenze gibt´s dann ja auch noch. Danke für die Tipps bezüglich der Möglichkeiten Pakete vorzuschicken. Zumindest für die Schuhe möchte ich dies nutzen. Steikvasselv wäre ja auch eine Alternative zu Umbukta.
  3. @mochilero Hast du diese Erfahrungen in Norwegen gemacht? Ich habe auf dem AZT durchaus auch die Erfahrung gemacht, dass es entspannend sein kann, nicht einkaufen zu müssen. Zudem muss man sich dann nicht auf die Auswahl vor Ort beschränken und kann einpacken, was einem schmeckt. Ein Problem sehe ich allerdings beim Thema Zoll. Innerhalb der EU wäre ich eher bereit viele Pakete zu verschicken. Um mich unterwegs nicht um neue Schuhe kümmern zu müssen, möchte ich mir zwei Pakete mit Trailrunnern + LM schicken. Viel mehr kann ich bei der Anreise nach Norge ohnehin nicht schleppen. @Schwarzwaldine Ich sehe es genauso wie du und plane daher erst so um den 1.6. loszulaufen. @Klaetterhaexa Gibt es inzwischen in manchen Orten in Norwegen echt schon "Hiker-Boxen" wie in den USA? Wo hast du denn diese Grabbelkisten gefunden? Den Tipp finde ich sehr interessant. Auch tut es gut zu lesen, dass es wohl auch ohne Versorgungspakete geht. Kannst du die Stromversorgung in den Hütten bitte noch näher erläutern? Ich plane gerade meine Route und lese in den Beschreibungen bei ut.no immer wieder "12V" und "220V", weiß aber nicht, was der Unterschied in der Praxis ist. Was wird benötigt um den Solarstrom der Hütte fürs Smartphone nutzen zu können? Ich werde ein Dual-Port-Ladegerät mit USB-C-Kabel dabei haben. Kannst du etwas zur Auswahl in den Supermärkten an vegetarischen LM für die warmen Mahlzeiten sagen? Zudem frage ich mich, wie teuer die Einkäufe in Norwegen werden. Meines Wissens nach kosten die LM dort etwa 2x so viel wie Zuhause.
  4. Meinst du die Montbell Stormcruiser? Die kann ich für Frauen nicht empfehlen, denn der Reißverschluss ist undicht.
  5. Ja, ich hatte in allen Rucksäcken das gleiche reingepackt. Wenn ich im Atompacks aber alles reingepackt habe, war er auch bis oben hin gefüllt und hatte nicht mehr viele Reserven innen. Mit dem Zelt in der Seitentasche, welches ein blödes Packmaß hat, würde mehr reingehen. Mir kam das Hauptfach vom Mariposa größer vor als das vom Atompacks. Der Atompacks lässt sich sehr hoch packen, hat aber weniger Tiefe. Zudem kommt mir der Stoff weniger flexibel vor als der vom Mariposa. So ging z.B. mein (wirklich voluminöser) Schlafsack mit Packsack quer rein, im Atompacks nur hochkant. Ohne Packsack war das dann wieder gleich, da der Schlafsack sich besser an die Maße des Rucksacks anpasst. Als Vorteil beim Atompacks sehe ich den wasserdichten Stoff. Sicher bin ich mir da auch nicht. Ich schätze, dass damit der obere Teil vom Hauptfach gemeint ist. Der Mariposa hat ja einen flachen Deckel, den man rüberschnallen kann. Dann kann man das Hauptfach besser überpacken.
  6. @ULgeher Das Volumen ist mit 50 Litern angegeben, er ist also etwas kleiner als der Mariposa. Da ich ja viele Ratschläge in Richtung, dass ein kleinerer Rucksack besser wäre, bekommen habe, wollte ich auch gerne darauf eingehen. Mit den 50 Litern dürfte ich auskommen. Noch weniger wäre allerdings schwierig, weil der Schlafsack so voluminös ist. Mist! Ich habe den Mariposa gestern zur Post gebracht. Sehr gerne hätte ich dir die gewünschten Maße nachgemessen, nun ist es zu spät. Optisch sah es sehr ähnlich aus wie beim Atompacks. Dessen Einschubfach ist ca. 11cm hoch und 14,5cm breit. @paddelpaul Du meinst den Lastenkontrollriemen zwischen Rucksackboden und dem Hüftgurt. Den habe ich auf dem Foto absichtlich locker gelassen, da der Hüftgurt mit angezogenem Lastenkontrollgurt schlechter saß. Beim Exped war es übrigens genauso.
  7. Danke für die Erläuterung @Trekkerling Um welche Uhrzeiten handelte es sich denn bisher so? Wenn die Treffen gewöhnlich eher kurz ausfallen sollten, würde ich es mit etwas anderem in München verbinden wollen. Dann zumindest ein Treffpunkt in der Nähe vom HBF für mich praktisch. Achja, kommen alle Teilnehmer vom Stammtisch direkt aus München oder dem Münchner Umland (für mich alles, was mit U-Bahn usw. erreichbar ist)? @crisensus einen fahrbaren Untersatz habe ich auch nicht. Bei mir gehen auch nur Touren, die mit Öffis machbar sind.
  8. Das habe ich auch probiert und konnte keinen Unterschied feststellen. Das stimmt. Wobei ich fürchte, dass da ein kleiner Abnäher nicht ausreichen würde. Schließlich kann ich in jede Seite drei Finger reinstecken, ohne dass sich diese gequetscht anfühlen. Eine durchgängige Verstärkerplatte konnte ich nicht finden. Nur der Hüftgurt hat irgendeine Art von Versteifung eingenäht. Ich finde den Mariposa weniger tief als den Flex Cap. Er befindet sich bezüglich der Tiefe zwischen dem Atompacks The Mo (wenig Tiefe) und dem Flex Cap (viel Tiefe). Das Gewicht habe ich schon beim probetragen rückennah gepackt, wie ich es ohnehin immer mache. Die Lösung des Problems ist das alleine nicht. Solch hohe schmal Türme finde ich auch besser! OT: Dein Rucki siehst schick aus Da stimme ich dir zu! Solche Taschen sind sehr nützlich. Lustigerweise haben hauptsächlich Ruckis von UL-Herstellern solche Taschen. ___ Insgesamt gefallen mir sowohl der Atompacks The Mo als auch der GG Mariposa wirklich gut. Beide empfinde ich nicht als perfekt für meine Anatomie - den perfekten Rucksack "von der Stange" habe ich noch nicht gefunden. Mein Plan ist es, den Atompacks The Mo zu behalten, denn dieser lässt sich meines Erachtens leichter und ohne etwas kaputt machen zu müssen, auf meine Anatomie anpassen als der GG Mariposa. Sollte der The Mo aber nach längerem Tragen (das kann ich nur tun, wenn ich sicher bin, den Rucki nicht zurückschicken zu wollen) nicht perfekt sitzen, geht die Suche weiter. Ggf. probiere ich dann den Mariposa in Gr. S, da die Schulterträger bei einem passenden Hüftgurt tendenziell zu hoch sitzen würden. Oder auch den Crux AK. Witzig finde ich übrigens, dass sich gerade bei den leichteren Modellen das Tragegefühl und die Lastübertragung am besten anfühlt. @Gibbon OT: Dann drücke ich dir die Daumen, dass der Exos auch langfristig gut sitzt! @mmaddin Das geht mir mit jedem Rucki so.
  9. Membrane 7 fühlt sich für mich weich und flexibel an. Eher so wie leichte Innenstoffe von ultraleichten Quilts oder Schlafsäcken. Natürlich fühlt sich ein angerauter Stoff "kuscheliger" an, ist aber auch schwerer. Mir ist hier das Gewicht besonders wichtig, da ich sie ohnehin dafür konstruiert habe, darunter noch Fleece-Handschuhe tragen zu können.
  10. @ULgeher Da liegst du richtig. Eine extra Kamera wäre auch nicht wirklich UL. @kai Du bist witzig! Das Forum war immer eine wunderbare Unterhaltung und auch Hilfe! Funktioniert aber nur, wenn man Empfang hat. Wanderpartner unterhalten ganz ohne 4G und Strom. ___ Molise --> Bivacco Campitelli bis Campitello Matese --> 83 Kilometer & 3400 Höhenmeter --> 3 1/2 Tage Der Abschnitt in Molise fiel sehr kurz aus, da sich hier der Sentiero Italia in zwei verschiedene Varianten aufgabelt. Eine Variante geht noch ein Stück weiter durch Molise, um sich dann in Apulien fortzusetzen. Ich nahm stattdessen die zweite Variante, die südlich nach Kampanien führt. Die Gabelung findet in der offiziellen Etappe 208 statt. Zunächst wanderte ich noch weiter gemeinsam mit dem E1-Wanderer Ulf. Dies war eine nette Abwechslung nach der vielen Einsamkeit in der vorangegangenen Zeit. Doch so ganz passte unser Wanderstil nicht zusammen, im Gegensatz zu mir war er gemütlicher und auch mit etwa 20kg+ ziemlich schwer unterwegs. Da ich aber in der Stadt Isernia einen Ruhetag einlegen wollte und es bis dahin nicht mehr weit war, passte dies ganz gut. So ließen wir es ruhig angehen. Molise begann sehr spektakulär mit schmalen abschüssigen Pfaden durch eine imposante Schlucht. Leider sind mir hier nur zweitklassige Fotos gelungen. Währenddessen regnete es. An einem idyllischen See schlugen wir abends unsere Zelt auf und genossen die Ruhe. Die nächsten beiden Tage waren landschaftlich zwar weiterhin durchaus schön, es ging aber vermehrt über Wirtschaftswege und Asphaltstraßen. Diese waren immerhin kaum befahren und es gab genügend Möglichkeiten Lebensmittel und Wasser aufzufüllen. Im Dorf Fornelli wurde Mario, ein in die USA ausgewanderter Italiener auf uns aufmerksam und führte uns durch sein pittoreskes und sehr verwinkeltes Heimatdorf. Das war so ein kleines Highlight am Wegesrand. Eine laue Nacht verbrachten wir auf einem Olivenhain zeltend. Abends wirkte der noch ziemlich verlasse, doch morgens parkte ein Auto in der Nähe. Etwas ängstlich traute ich mich erst aus dem Zelt, als das Auto wieder weg war. Der restliche Weg bis Isernia führte auf Asphalt an zahlreichen landwirtschaftlich genutzten Flächen vorbei. Zwischendrin gab es ein wenig Natur. In Isernia trennten sich unsere Wege wieder und ich verbrachte einen erholsamen Ruhetag in einem B&B. So konnte ich auch mein kürzlich kaputt gegangenes Kindle ersetzen. Als ich wieder aus der Stadt raus war, wurde der Weg wieder etwas natürlicher. Am Wegesrand besichtigte ich die Wallfahrtskirche Castelpetroso. Auf dem Weg dahinter waren lauter christliche Szenen mit Statuen nachgestellt. Es ging wieder bergauf ins Gebirge. Juhuu! Da kamen dann auch wieder einige Höhenmeter zusammen. Außer mir war dort natürlich keiner unterwegs. Zwischendrin hörte der Weg einfach auf - um dann ein paar 100m weiter wieder anzufangen. An Roccamandolfi lief ich vorbei, hatte aber einen richtig tollen Zeltplatz mit Blick von oben auf das Dorf. Obwohl es nur unweit davon lag, wirkte der Ort einsam und die Wege dahin wenig begangen. Dank der Bänke konnte ich den Abend mit Komfort genießen. Erneut ging es bei bestem Wetter steil hinauf ins Gebirge und bot tolle Weitblicke. Eine Schafsherde umrundete ich weglos. Auf dem "Weg" um sie herum sah ich ein totes Schaf, was noch ganz "frisch" aussah - kein schöner Anblick. Ob da wohl ein Wolfsrudel gejagt hat? Campitello Matese ist ganz offensichtlich ein im Winter sehr touristischer Skiort - erkennbar an den Skischulen, Skiverleihs, Skihotels etc. Im Sommer war dort außer einer Baustelle gar nichts los. Die Wege in Molise waren abgesehen von den Asphaltabschnitten durchaus schön und führten immer mal wieder durch Wälder. Manchmal waren sie aber auch massiv mit Brombeergestrüpp usw. überwuchert. Sowas ist richtig unangenehm zu gehen und zum Glück sind diese Abschnitte nicht lang. Die Markierungen waren dann aber hervorragend.
  11. Für den Außenstoff habe ich Pertex Quantum verwendet und für den Futterstoff Reste vom Membrane 7.
  12. Von mir gibt es, passend zur Jahreszeit, ein weiteres kleines Nähprojekt: 100er Apex Fäustlinge, genäht aus ultraleichten Stoffresten Ein Schnittmuster hatte ich nicht wirklich, ich habe es so weit möglich von meinen Aegismax Daunenfäustlingen kopiert. Da diese mir aber in manchen Bereichen etwas zu klein sind, habe ich die Größe angepasst. Trotzdem musste ich während des Nähens noch einiges wegschneiden, da die Fäustlinge sonst doch viel zu groß geworden wären. Auch sind die Nähte im Bereich des Daumens nicht immer so gelungen - irgendwo muss da an einem Handschuh mal etwas vom falschen Stoff unter die Nadel gerutscht sein. Hab es nicht geschafft, dies wieder zu lösen. Da es aber ohnehin nur optisch stört, finde ich es nicht so schlimm. Oberseite: Gewicht: 36g
  13. Danke @naturbezogen Kann mir jemand berichten, wie diese Stammtisch-Treffen früher abliefen? Ich wohne etwas weiter weg und hätte somit eine nicht ganz unbeträchtliche Anreise. Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, sich zu (Winter-)wanderungen zu treffen, dann würde sich bestimmt eher ein Tag am Wochenende anbieten? Ich kenne mich rund um München nicht sonderlich gut aus, aber da dürfte es doch bestimmt was geben. Im südlichen Raum kenne ich einige Wege bzw. Berge, die auch bei moderater Schneelage noch wanderbar sind, aber das wird wohl für die meisten zu weit weg sein.
  14. Danke für deine ausführliche Antwort. Das wirft noch ein anderes Licht auf diese heiklen Passagen. So klingt es für mich schon eher machbar. Dann nehme ich an, dass die Leiter an sich an der Felswand befestigt war? Dann sollte schon dadurch ja ein gewisser Halt entstehen. Die von mir beschriebenen Strickleitern aus dem Kletterwald waren komplett freischwingend, da sie nur oben und unten fixiert waren und quasi komplett in der Luft hingen.
  15. Jetzt verstehe ich, wie ein konischer Hüftgurt grundsätzlich genäht wird. Die Bogenform ergibt Sinn. Falls du einen konischen Hüftgurt genäht hast, würde mich das Schnittmuster tatsächlich interessieren. Richtig, der Hüftgurt vom Mariposa ist austauschbar. Aber das meine ich gar nicht. Der Hüftgurt befindet sich beim aktuellen Modell hinter einer Schaumstoffplatte und einem Rückennetz. Beides ist auf der gesamten Breite vom Rucksack angebracht und breiter als mein Rücken. Ich hänge zum Verständnis ein Foto an. ___ Den FlexCap habe ich nun erneut mit 14kg Gesamtgewicht getestet und kann nun ein besseres Foto liefern. Der Hüftgurt saß diesmal auch etwas besser, rutschte aber trotzdem beim Gehen etwas runter. Möglicherweise weil ich den ganzen Sack noch etwas stärker komprimiert habe? Ganz so toll fühlte sich der Rucksack trotzdem nicht an (aber viel besser als der Exped!), denn er zieht etwas vorne an der Schulter. Auch der Abstand zum Rücken gefällt mir wenig. Da passend locker zwei Hände durch. Am Atompacks The Mo habe ich zwei Modifikationen angenäht. Zwischen der Anbringung der Schultergurte und dem Beginn der Polsterung war etwas "Luft". Außen habe ich eine Naht eingefügt, damit der Schultergurt schräg sitzt. Die äußere Seite liegt dadurch deutlich tiefer als die innere. Außerdem habe ich eine Art "Beckenkamm-Bremse" aus einer sehr Polsterung am Hüftgurt an beiden Seiten angebracht. Dadurch soll bewirkt werden, dass der Hüftgurt sich oberhalb vom Beckenkamm "festkrallen" kann. Getestet habe ich ihn so ebenfalls mit dem gl. Gewicht. Und tatsächlich hatte ich den Eindruck, dass der Hüftgurt so deutlich satter aufliegt und nicht (!) rutscht. Bei den Schultergurten lag die (von mir aus) linke Seite richtig gleichmäßig an. Schon so gut, dass ich den Schultergurt kaum bemerkt habe, wenn alles passend eingestellt ist. Bei der rechten Seite (da ist meine Schulter noch etwas steiler) war es noch etwas zu ungleichmäßig. Ich habe versucht, es zu fotografieren. Den Mariposa habe ich ebenfalls mit fast 14kg aufgesetzt. Er fühlt sich besser an als der FlexCap, bringt aber einen kleinen Zug auf die vordere Schulterpartie. Den Atompacks fand ich mit den Modifikationen besser.
  16. Das ist tatsächlich in meinen Augen ein klarer Nachteil vom SI. Der soziale Aspekt ist gering, wenn man nicht gerade fließend italienisch spricht. Im Sommer, als die Tage lang waren, hat mich das nicht so sehr gestört, da ich bis spät in den Abend hinein wandern konnte. Ein paar mehr Gespräche mit Wanderern am Wegesrand hätte ich trotzdem gerne mehr gehabt. Als die Tage kürzer und die Nächte länger wurde, fand ich dies zunehmend störend. Über Telefonate mit Freunden und Verwandten habe ich mich in der Zeit daher ganz besonders gefreut.
  17. Das wäre zu hoffen. Der Hüftgurt vom Damenmodell des GG Blaze war leider gerade geschnitten. Andere Hersteller kriegen das vielleicht besser hin. Zumindest wenn der Hüftgurt hinten tendenziell zu tief sitzt. Denn wenn ich den Hüftgurt ein klein wenig anhebe, sitzen die Schultergurte nicht mehr so perfekt. Alle getesteten Ruckis würden dann ein Stückchen höher sitzen. Danke für diesen Impuls! Das würde tatsächlich irgendwie Sinn ergeben. Ich weiß ja nicht, wie das "normalerweise" ist, aber bei mir befinden sich zwischen dem 7. Wirbel und der Mitte der Schulter locker 5 cm Abstand. Wenn ich ein Schnittmuster o. Ä. hätte und vorher wüsste, dass der dann auch passt, hätte ich wahrscheinlich schon längst einen genäht. Die letzte Variante finde ich besser - wobei ich keine Ahnung habe, wie ich einen Hüftgurt konisch nähen kann. Allerdings fände ich dieses Projekt mit dem Atompacks The Mo erfolgsversprechender, denn da ist die Fläche, wo der Hüftgurt angebracht ist viel schmaler. Beim Mariposa müsste ich auch die Rückenpolsterung und das Netz entfernen. Ich versuche ein "richtiges" Fotos (also kein Selfie) zu liefern. Weder noch. Etwa die Mitte von beidem. Für das Minimalvolumen reicht der Platz mit Ausrüstung + 5kg Essen nicht. Meinst du die Ausrichtung am Rücken, wo sich diese Lücke zur Belüftung befindet. Der ganze Sack hängt irgendwie runter. 100%ige Zustimmung! Warum sind deiner Meinung nach Rucksäcke von Osprey nur in der ersten Woche bequem und danach nicht mehr? Meinst du die generelle Marke oder ein bestimmtes Modell? Das würde ja auf eine geringe Qualität der verwendeten Materialien schließen lassen.
  18. Ja, er gefällt mir schon in vielerlei Hinsicht. Das bezweifle ich jedoch sehr, es ist sogar gar nicht möglich. Denn der Hüftgurt sitzt an der Unterkante auch am Übergang zwischen Hüfte und Rücken auf, aber an der oberen Hälfte nicht. Denn direkt oberhalb vom Beckenkamm bin ich viel schmaler, d.h. es ist zu viel Stoff da. @Gibbon Das ist echt lustig! Welche Ruckis hast du noch getestet? Ja, normalerweise laufe ich mit zwei Flaschen am Schultergurt. Genau aus diesem Grund um das Gewicht aus dem Rucki rauszukriegen. Den Zug am Schultergurt reduziert das aber nicht. In Norwegen werde ich wohl nur eine Flasche brauchen und kann an der anderen Seite etwas anderes reintun. ___ Der geliehene Sierra Designs Flex Capacitor in Gr. S/M ist nun auch angekommen und wurde heute getestet. Das Gesamtgewicht betrug rund 12,5kg. Die Schultergurte passen sich aufgrund der Anbringung mit dem Gurtband gut an meine Schulteranatomie an. Die Lastübertragung fühlt sich auch gut an, die Schultern werden kaum belastet. Nur auf der vorderen Schulterpartie lastet wie bei allen ein ganz kleiner Zug. Jedoch habe ich auch bei diesem Modell das Problem, dass der Hüftgurt am hinteren Beckenkamm rutscht. Die Einkerbung für den Beckenkamm sitzt etwa 3cm tiefer. Insgesamt fühlt es sich an, als würde die Last hauptsächlich auf dem Steiß liegen. Was mir auch weniger gefällt, ist die im Vergleich zum Atompacks The Mo und GG Mariposa deutlich bauchigere Form. Das Kompressionssystem ist natürlich toll. Den Bergans Helium habe ich inzwischen auch retourniert, da der Hüftgurt sich nur gerade so fest genug schließen lässt. Das ist ein No-Go, denn sollte ich auf dem Trail nur ein kleines bisschen weniger wiegen als jetzt, sind Probleme vorprogrammiert. Die Favoriten bisher sind Atompacks The Mo, Gossamer Gear Mariposa sowie Sierra Designs Flex Capacitor.
  19. @BitPoet Super, darauf freue ich mich schon sehr. Der PCT steht auch noch auf meiner Liste. Freut mich auch, dass dir der SI so sehr zusagt. Mit englisch und deutsch kommt man vielerorts nur schlecht durch, denn meiner Erfahrung nach sprechen nur weniger Italiener im ländlichen Bereich Englisch. Deutsch noch seltener. Es hilft also schon, vor dem Trail noch etwas italienisch zu lernen. Ich habe vorab ein paar Wochen mit dem Smartphone italienisch gelernt. Es hat auf jeden Fall geholfen, auch wenn ich keine richtigen Gespräche führen konnte. @Mars Warum hattest du denn nach dem Bericht von @German Tourist keine Lust durch Italien zu wandern? Was hat dich daran abgeschreckt? Aggressive Hunde gab es reichlich. In den Dörfern gibt es viele freilaufende Hunde, die ihr Grundstück verteidigen. Diese waren zwar nervig, haben mich aber meist in Ruhe gelassen, wenn ich nicht mehr in der Nähe ihres Grundstücks war. Mit einem Stein in der Hand (oder einem Trekking-Stock), kann man die Hunde mit Gesten mit Gesten warnen. Das hat mir zumindest geholfen. Viel nerviger und auch gefährlicher fand ich die Herdenschutzhunde, die grundsätzlich alle Schafs- und Ziegenherden begleiten und diese beschützen. Diese sollte man am besten weiträumig umgehen, am besten so, dass man außer Sichtweite der Hunde ist. Ich habe auch versucht zu warten, bis die Herde weiterzieht. Doch die Hunde haben gleichzeitig darauf gewartet, dass ich verschwinde...
  20. @BitPoet Ich fürchte diesen Virus wird man nie wieder los. Kommt eigentlich von dir auch ein PCT-Bericht? Würde mich darüber freuen. ___ Latium und Abruzzen --> San Martino di Acquasanta bis Bivacco Campitelli --> 326 Kilometer & 14500 Höhenmeter --> 12 1/2 Tage Der Beginn dieser Etappe war nass, denn es gewitterte mal wieder. Die Regenmenge war ausreichend um für sehr nasse Wege zu sorgen. Das ist dann immerhin ein Grund sich in der Mittagspause eine Pizza zu gönnen. Wenn es schon mal die Möglichkeit gab, wollte ich diese nutzen. Solche Möglichkeiten gab es nämlich eher selten. Zwar führte der SI durch zahlreiche Dörfer, doch insbesondere Mittags sind viele Lokale geschlossen oder aber sie haben zwar auf, haben es aber nicht nötig, Gäste zu bewirten. Solche Gespräche laufen dann ungefähr so ab: Mia sieht eine Ristorante, wo groß das Wort "Pizzeria" zu lesen ist. Daneben befindet sich ein Aushang mit der Speisekarte. Mia: "Guten Tag, ich würde gerne eine Pizza essen." Kellner: "Nein, Pizza gibt es erst ab 19 Uhr!" Mia: "Und Pasta?" Kellner: "Erst ab 13 Uhr!" Mia schaut auf die Uhr, da es erst 12 Uhr ist, beschließt sie weiterzulaufen. Das alles dann natürlich auf italienisch. Auch in den Regionen Abruzzen und Latium bewegt man sich auf dem SI immer wieder zwischen beiden Regionen hin und her. Dabei werden die Berge mit Rang und Namen mitgenommen und man befindet sich immer in einem Nationalpark. Bloß der Name vom Nationalpark ändert sich, man bemerkt es dann an der Beschilderung. Besonders beliebt ist der Corno Grande, welcher mit 2912m der höchste Berg vom Apennin auf dem Festland darstellt. Der Weg bergauf hat es nicht nur von der Anzahl der Höhenmeter in sich. Genussorientierte Wanderer können sich per Seilbahn ca. 600 davon sparen. Der letzte Abschnitt bergauf ist nicht nur sehr steil, sondern auch technisch anspruchsvoll. Es gibt ein paar seilversicherte Stellen und generell ist es mehr eine Kraxelei als wandern. Gut, dass meine Schuhsohlen noch frisch waren. Zusammen mit zahlreichen Ausflüglern kämpfte ich mich den Berg hoch. Am Gipfel soll man eine ganz tolle Aussicht haben. Danke Wolken sah ich nichts davon. Als dann die Luft auf einmal elektrisch geladen war, machte nicht ich mich rasch auf den Weg nach unten. Noch während des ersten Teils vom Abstieg fing es an zu donnern. Der Regen hielt zum Glück nicht lange an und weiter unten war die Aussicht trotz der dunklen Wolken grandios. Ich kam mir vor, wie in den Alpen. Für die Nacht hatte ich mir eine Übernachtung im Rifugio duca degli Abruzzi reserviert und konnte mich erholen. Kurz nach Ankunft gewitterte es erneut. Ein Gewitter reicht in Italien wohl einfach nicht aus. Eine italienische Familie, die dort ebenfalls übernachtete, sorgte für heitere Stimmung. Im mittelalterlich wirkenden Dorf Santo Stefano hatte ich mir zwei Nächte in einem B&B mit riesigem Zimmer gemietet. Die Unterkunft hatte sogar eine Küche, doch leider war die Auswahl an Lebensmitteln im örtlichen Dorfladen mehr schlecht als recht. Es gab nicht mal Obst oder Gemüse. Da ich an dem Ruhetag dann auch noch meine kaputte Trekkingstock-Spitze auswechseln musste, bekam ich nur wenig Erholung. Das auswechseln der Spitze gestaltete sich nämlich sehr schwierig. Vorsorglich hat Leki die Spitze so fest montiert, dass wohl nur Meister Proper sie ohne Probleme entfernen kann. Immerhin entging ich einem heftigen Unwetter. Der Weg nach Santo Stefano war zwar überwiegend flach, aber trotzdem anstrengend. Ungefähr eine Millionen Fliegen kreisten stundenlang um mich herum und raubten mir damit den letzten Nerv. Da wäre mir Regen dann doch lieber gewesen... Der Corno Grande war natürlich nicht der einzige hohe Berg, den ich bestieg. Im Prinzip wechselte der Trail immer zwischen Tagen mit sehr vielen Höhenmetern Anstieg und Tagen, an denen es überwiegend bergab ging. Manchmal gab es auch flache Abschnitte wie z.B. zwischen Santo Stefano und Populi. In den tieferen Lagen war die Landschaft stark von der mediterranen Landwirtschaft geprägt. Auch diese eher karge Natur gefiel mir. Die Dörfer (unten: Pacentro) zeigten sich überwiegend sanft in die Natur eingebettet und störten das Landschaftsbild weniger als die Dörfer in Deutschland. Ansonsten ist es mir nämlich lieber, wenn ich vom Berg aus keine Zivilisation sehe. Unterkünfte zu bekommen war immer noch schwierig. Auf meine Anfragen bekam ich, so wie z.B. in Pietracamela, überwiegend Absagen. Pietracamela ist das Dorf, welches ich am Tag des Aufstiegs zum Corno Grande durchquert habe. Hinter Populi ging es rund 2000 Höhenmeter auf gut markierten und schmalen Pfaden bergauf bis zum Monte Rotondo. Ganz einfach war der Weg zwar nicht, aber dafür umso schöner. Es ging an einem schmalen Grat entlang. Solche Gratwege gefallen mit ganz besonders. Genauso wie dieser. Am Gipfel war ich dann mal sogar nicht alleine, denn eine italienische Wandergruppe war auch dort. In einer schön gelegenen Biwakhütte übernachtete ich, bevor es am nächsten Tag hinauf zum Monte Morrone ging. Doch bevor ich zum Monte Morrone lief, sah ich einen Gipfel mit christlichen Statuen neben dem Gipfelkreuz. Diese gefielen mir so sehr, dass ich einfach querfeldein hinauf lief. Wie man sehen kann, hat sich die Optik der Berge im Vergleich zu denen in Marken und Umbrien merklich verändert. Das Gras ist überwiegend grün statt gelb und es gibt häufiger felsige Abschnitte. Generell fühlte ich mich oft, als wäre ich "dahoam" in den Alpen, denn optisch könnte ich die nicht immer vom Apeninn unterscheiden. Wie z.B. hier: Grandiose Aussichten waren insbesondere nach langen Anstiegen garantiert, wie z.B. hier mit Blick auf den Lago Campotosto. Die dunklen Wolken kündigten ein (weiteres) Gewitter an und so genoss ich den Ausblick nur kurz. Der Weg bergab zum See war ein richtiger Genuss. In diesem Teil vom Sentiero Italia lernte ich die, wie ich sie nenne, "weglosen Wege" kennen. Diese kommen im südlicheren Verlauf vom SI häufiger vor und zeichnen sich überwiegend durch das das nicht Vorhandensein von einem Pfad aus. Allerdings sind diese meistens sehr gut markiert, wie z.B. in diesem steilen Abstieg durch den Buchenwald. Wenn man von einer Markierung bis zur nächsten läuft, ist die nächste meistens irgendwo in der Ferne erkennbar. Hin und wieder fehlten aber auch die Markierungen, wie z.B. in diesem Abschnitt oberhalb der Baumgrenze. Da hilft dann nur noch GPS. In den Beschreibungen der einzelnen Etappen wird auf den Umstand der fehlenden Markierung oder der fehlenden Wege hingewiesen. Zwar sieht man manchmal "Pfade", doch sollte man es meiden, diesen zu folgen. Fast immer führen sie ins nichts. Öfters mal bin ich ihnen gefolgt und musste mich mit GPS zurück zum Trail navigieren. Manchmal sind die Wege zwar vorhanden, aber mit Pflanzen überwuchert und daher kaum zu erkennen. Wenn es aber nur Farne sind, kommt man trotzdem gut voran. Nicht nur die Wege zu den besonders hohen Gipfeln können anspruchsvoll sein. Manchmal sind es eher die unscheinbaren Wege, die in ein kleines Dorf hinab führen. Bergab nach Cesacastina war der Weg nicht bloß schwer zu erkennen, sondern ich musste auch um steile Felsvorsprünge herum navigieren. Nicht nur fehlende Wege oder Wegmarkierungen können einem das Wanderleben erschweren. Als noch viel nerviger empfand ich die Schafsherden mit ihren mindestens fünf riesigen Herdenschutzhunden. Diese reagieren sehr aggressiv auf alles, was sich auch nur grob in die Nähe ihrer Herde bewegt. Meistens suchte ich mir einen weiten Weg drum herum, wo es nicht selten durch wegloses Gelände ging. Wenn der Schäfer bei der Herde war, war es viel einfacher, denn dieser rief seine Hunde zurück und so konnte ich passieren. Auch die Wälder fand ich wieder sehr schön. Aufgrund der hohen Lage gab es einen hohen Anteil an Buchenwald, der von vielen Wegen durchzogen ist. Die suche nach einem Zeltplatz empfand ich im Buchenwald als besonders unkompliziert. Manchmal wachsen die Bäume an interessanten Stellen. Aber die schönsten Zeltplätze fand ich lustigerweise in Regionen, wo die Suche mir schwieriger erschien. Aufgrund des nahenden Herbstes fand ich am Wegesrand einige interessante Pilze. Seltener sah ich auch schöne Blümchen. Zu Beginn der Etappe sah ich einen sehr schönen Wasserfall. Im Vergleich zu den Alpen sieht man diese im Apennin seltener. Am Ende der Etappe, traf ich mit Ulf den ersten anderen Fernwanderer in Italien. Er prophezeite mir, dass er auch der letzte bleiben werde. Wo er recht behielt... Erfreut darüber, nach so langer Zeit mal jemanden aus Deutschland zu treffen, mit dem man ein längeres Gespräch führen kann, entschieden wir uns dazu, ein paar Tage gemeinsam zu laufen. Die erste Zeltnacht verbrachten wir nach einem heftigen Gewitter mit Hagel direkt auf dem Wanderweg. Nach dem Gewitter wurde es dann auch wieder gemütlicher. Er war im Gegensatz zu mir weniger ängstlich gegenüber den Herdenschutzhunden und lief einfach mitten durch eine große Herde. Es ging alles gut, aber der Schäfer war auch in der Nähe. Dieser empfahl uns ein nahegelegenes Café. Wir beide freuten uns schon auf einen heißen Kaffee, doch leider war das Café geschlossen. Bevor wir die Region Molise betraten, überquerten wir noch einen idyllischen Pass.
  21. Mit Ripstop, wie im Link zu erkennen ist.
  22. Hey, ich hatte für den Arizona Trail eine Windhose aus 7D-Nylon genäht. Sie hat schon ein paar kleine Löcher und Risse bekommen. Der Untergrund auf dem ich gesessen bin, war aber auch oft felsig.
  23. Ich habe ansonsten noch dieses No-Name Ladegerät. Hat aber nur 20 Watt, man kann immerhin zwei Geräte gleichzeitig laden. Es wiegt 51g und funktioniert seit einem Jahr zuverlässig. Messungen kann ich aber nicht vornehmen. Wenn ich nur einen USB-C Port mit 25 Watt braucht, nehme ich mein Ladegerät von Samsung mit. Es wiegt 56g.
  24. Hab mir auch einen Anker 521 Nano Pro bestellt und mit der Küchenwaage ebenfalls 93g gewogen.
  25. Danke, ebenfalls fürs nachmessen. Dann kommen die Rucksäcke von Bach doch in Frage. Gregory-Rucksäcke gibt es in München (näher dran nicht). Aber da ich in München auch noch mehr versch. (halt eher traditionelle) Modelle. Da stimme ich dir zu. Ich finde bereits den Exos bzw. Eja unbequem. Da brauche ich die weniger komfortable Variante nicht auch noch zu probieren. Das hoffe ich... Richtig!! Den Flex Cap kann ich dankenswerterweise bei einem Mitglied im Forum ausleihen. Einen HMG mit rund 60 Litern habe ich bereits ausprobiert. Doch der saß, trotz passender Rückenlänge, sehr schlecht an den Schultern und hat schon nach fünf Minuten gedrückt. Meines Wissens nach sind die HMG Rucksäcke am Schultergurtansatz alle gleich geschnitten - sollte ich mich da irren, ändere ich gerne meine Meinung. Zudem fällt die Polsterung sehr dünn aus - laut den Testerinnen von Outdoorgearlab wird der Rucksack bei Lasten bis max. 13,5 Kilo als angenehm empfunden. Den Granite Gear Crown 2 habe ich nicht bestellt, aber den Blaze in der Damenvariante. Laut Fotos wirkt die Schulteranatomie vom Crown 2 unpassend. Und wenn der Hüftgurt der gleiche ist, wie beim Blaze, wird der mir nicht passen. Dazu unten mehr. ____ In den letzten Tagen sind alle fünf Rucksäcke bei mir eingetrudelt. Inzwischen kann ich besser erkennen, wie ein Rucksack für mich sitzen soll und was stört. Einen Vorteil muss meine Rucksack-Odyssee ja haben... Nach und nach habe ich sie mit mehr und weniger Gewicht probegetragen. Heute habe ich alle 5 mit insg. ca. 12kg getestet. OT: Ehrlich gesagt fällt es mir schwer überhaupt so viel Gewicht in die Säcke zu bringen - da muss ich mir schon Mühe geben. Alle wurden mit dem gleichen gepackt, auch die Packtechnik war die gleiche. Einzig in den Atompacks konnte ich meinen Schlafsack nicht quer reinstopfen. Keinen der Rucksäcke finde ich wirklich perfekt, aber manche sind deutlich besser als andere. Aber der Reihe nach... Der Vaude Zerum 48+ hat ziemlich versagt. Der Hüftgurt umfasst die Hüfte nicht komplett, am Übergang zwischen Rücken und Hüfte bildet sich eine Lücke. Auch die Lastübertragung funktioniert nicht gut, es liegt viel Gewicht auf der Schulter. Zudem sorgen die umgreifenden Schultergurte für einen großen Abstand zum Rücken. Den kann ich nur verringern, wenn ich die Lastenkontrollgurte sehr straff ziehe. Diese funktionieren gut, bringen aber zu viel Zug auf die vordere Schulterpartie. Die weiche Polsterung ist bei diesem Rucksack aber sehr gut, ebenso die sehr schlanke Form. Der Bergans Helium 55 W hat einen Hüftgurt, der selbst bei mir gut sitzt. Jedoch muss ich diesen maximal eng ziehen, sonst sitzt er zu locker. Spielraum ihn enger zu ziehen habe ich also keinen. Die Rückenlänge lässt sich clever mit einem am Rückenteil festgenähten Gurtband und einem Haken schnell und einfach einstellen. Verschiedene Einstellungen habe ich ausprobiert, die dritte von unten hat sich als am besten herausgestellt. Stelle ich sie länger ein, bildet sich eine Lücke zwischen Schultergurten und Schultern. Die Lastübertragung auf Hüfte + Wirbelsäule wirkt ok. Trotzdem spüre ich von Anfang an einen deutlichen Zug auf der vorderen Schulterpartie. Lasse ich die Lastenkontrollriemen locker, erhöht sich der Zug. Das war auch schon beim Exped so. Die Schultergurte liegen an der Innenseite etwas mehr an als außen. Der Granite Gear Blaze Womens hat sehr viele Möglichkeiten Einstellungen vorzunehmen, hat aber trotzdem versagt. Den Hüftgurt musste ich mittels Re-Fit-System für schmale Hüften einstellen, auch die Schulterhöhe hatte ich mal auf 18 und mal auf 19 inch eingestellt. Die Schultergurte liegen sehr ungleichmäßig (va. an Halsseite) an, sie passen sich gar nicht an meine Anatomie an. Auch der Hüftgurt umschließt die Hüfte nur unzureichend, es bleibt eine Lücke am Übergang zum Rücken. Das führt dazu, dass der Hüftgurt nach unten rutscht, auch wenn ihn ihn möglichst eng ziehe. Auch spüre ich einen deutlichen Zug auf der vorderen Schulterpartie. Die Ausstattung und das Kompressionssystem sind top. Das Volumen empfinde ich als zu groß. Der Hüftgurt vom Gossamer Gear Mariposa umschließt meine Hüfte ebenfalls nicht komplett, es bildet sich die bekannte Lücke und der Hüftgurt rutscht ein Stück nach unten. Der Hüftgurt ist am Rückenteil auf einer sehr breiten Fläche angebracht (darüber liegt ein Polster und ein dünnes Netz) - so kann der Hüftgurt die Hüften von zierlichen Personen gar nicht komplett umschließen. Trotzdem wirkt die Lastübertragung überraschend gut. Es bildet sich weniger Zug auf die Schultern, als bei den oben genannten Modellen. Die Ausstattung ist sehr gut, ebenso die schlanke Form. Die Schultergurte liegen auch hier nicht gleichmäßig an, aber es ist weniger ausgeprägt. Die weiche Polsterung gefällt mir. Der Atompacks The Mo hat am Hüftgurt ein ähnliches Problem, Mithilfe der zweigeteilten Einstellungsmöglichkeit lässt sich dies reduzieren, wenn ich den Hüftgurt sehr eng ziehe. Tue ich dies nicht, rutscht der Hüftgurt runter. Ähnlich wie beim Mariposa funktioniert die Lastübertragung ganz gut. Trotzdem entsteht ein etwas stärkerer Zug auf die vordere Schulterpartie als beim Mariposa. Doch Tom Gale hat ohne es zu wissen ein top Feature eingebaut: Etwa mittig ist eine Verschlussmöglichkeit für den Rucksack angebracht, der sich prima anders benutzen lässt. Verwende ich ihn wie einen Unterbrustgurt, verschwindet die Last komplett von den Schultern. Die Schultergurte liegen nicht gleichmäßig auf, aber besser als beim GG Blaze. Solange kein Gewicht darauf liegt, ist das vielleicht weniger problematisch? Aus Neugier habe ich noch einen Deuter Air contact 65 + 10 SL von meinem Mann anprobiert, die Rückenlänge lässt sich hier einstellen. Diesen Rucksack fand ich schon mit etwa 8 Kilo Zuladung als ziemlich unbequem, die eher hart gepolsterten Schultergurte drückten an der vorderen Schulterpartie und oben an der Halsseite. Der riesige Hüftgurt saß ganz gut. Naja mit Deuter bin ich schon früher nicht zurecht gekommen. Drei Baustellen haben sich herauskristallisiert: Abgesehen vom Bergans Helium liegen bei allen anderen Rucksäcken die Hüftgurte nicht überall gleichmäßig an. Es bildet sich am Übergang zwischen Hüfte und Rücken eine je nach Modell mehr oder weniger große Lücke. Hier beispielsweise beim GG Mariposa. Dadurch rutschen die Hüftgurte. Alle Hüftgurte, die dieses Problem haben, sind gerade (also nicht konkav) geschnitten. Demnach ist ein nicht zu weicher und stark vorgeformter Hüftgurt (d.h. oben enger als unten) besser. Oder ein Hüftgurt, der an dieser Stelle durchbrochen ist. @ULgeher Die abnehmbaren Hüftgurte haben sich übrigens tatsächlich als völlig in Ordnung herausgestellt. Sie müssen halt nur wirklich fest sitzen. Die andere ist die Passform der Schultergurte, bei keinem Modell liegen sie bei meiner stark abfallenden Schulterform gleichmäßig an. Immer ist die Innenseite enger. Ich vermute jedoch, dass dies nur ein Problem ist, wenn Gewicht auf die Schultern übertragen wird. Am besten ist Anpassbarkeit an meine Anatomie noch beim Vaude Zerum, u.a. da die Schultergurte nicht ganz so breit sind. Generell mag ich lieber schmalere und weich gepolsterte Schultergurte, da sich diese leichter anpassen können. Leider sind abgesehen vom Vaude Zerum alle breit. Alle Rucksäcke üben einen mehr oder weniger starken Zug auf die vordere Schulterpartie aus. Insbesondere bei Modellen mit umlaufenden Schultergurten mit dem dadurch entstehenden Abstand zum Rückenteil des Rucksacks scheint dies stärker ausgeprägt. Nur beim GG Mariposa und beim Atompacks The Mo ist dies besser.
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