Reputationsaktivitäten
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Harakiri hat eine Reaktion von GirlOnTrail erhalten in Gröna BandetBis Kautokeino ist die Strecke offensichtlich, wenn du weiter nach oben willst. Du kannst dich aber auch gut westlich halten, nachdem du aus Schweden raus bist. Dort kenne ich persönlich die Streckenführung nicht so gut, aber da wird sicherlich einiges sein.
Finnland hingegen ist schwierig, weil das südliche Enontekiö landschaftlich der Supergau ist, wenn man keinen guten Wanderweg findet. Im schlimmsten Fall schafft man in 14 Stunden Laufzeit 15km oder sogar noch weniger. Die Landschaft ist äußerst sumpfig, mückenreich, voller dicht bewaldeter Hügel mit Felsvorsprüngen und die Abstände zwischen Versorgungspunkten ist enorm. Ich würde behaupten, dass es ernsthaft gefährlich ist, dort abseits der hochfrequentierten Wege ohne Notfallsender unterwegs zu sein. Man braucht definitiv eine große Menge Nahrung dort oben, für 10 Tage mindestens. Aber das scheint sowieso keine Option zu sein, weil die wahrscheinlich keine Ausländer im Land haben wollen.
Sobald du auf dem Hochplateau der Finnmarksvidda angekommen bist, kannst du dir eine relativ freie Strecke auswählen, wenn du schnell wanderst und dir die langen Transporte zutraust. Es gibt zwischen Kautokeino und Alta keinen richtigen Laden. In der östlichen Vidda ist man noch viel isolierter. Das ist richtige Wildnis. Zwar gibt es Wege, aber sich eine eigene Strecke zu suchen macht mehr Spaß. Minustemperaturen im Juli sind normal und man ist viel weiter von der Zivilisation als an jedem Punkt des Sarek entfernt. Man kann in der Vidda gut Strecke machen, aber die Landschaft ist auch echt gefährlich.
Du kannst dir ja mal die Videos vom Wanderburschen angucken und dir kein Beispiel daran nehmen. Er hatte mit seinen Kollegen echt Glück mit dem Wetter. Ich mag sein Zeug total, aber was er gemacht hat, ist verdammt fahrlässig gewesen und hätte durchaus tödlich enden können: Sogar im Juli schneit es in der Vidda öfters. Im September sind zweistellige Minustemperaturen realistisch und Stürme stehen an der Tagesordnung. Dichter Nebel ist häufig, wenn es nicht windig ist. Sollte euer Shelter zusammenklappen oder ihr in einem Fluss stürzen, wird niemand schnell zur Rettung eilen können. Bis jemand bei euch wäre, wärt ihr längst erfroren. Dazu reicht es im Worst Case schon, wenn eure Sachen richtig nass werden und ihr keinen Ersatz dabei habt. Ihr braucht für eine Durchquerung dort andere Ausrüstung als für die Skanden und müsst früh starten, wenn ihr das wirklich in Angriff nehmen wollt. Wenn ihr früh genug in Kautokeino ankommt, wäre die Vidda das Highlight der Tour! Packt dafür aber unbedingt mehr Ausrüstung ein, wenn ihr dort durch wollt, auch auf Wanderwegen macht das Sinn. Fehler die die Skanden verzeihen, werden in der Finnmark bestraft.
Ihr könnt auch eine sichere Route durch die westliche Vidda nehmen, Alta anpeilen und entweder von dort günstig die Heimreise antreten, oder den wunderschönen Stabbursdalen Nationalpark zwischen Alta und Lakselv erkunden und entlang der Fv98 laufen. Wenn ihr euch südlich der Straße haltet, werdet ihr nichts von dem wenigen Verkehr sehen und habt trotzdem relative Sicherheit.
Spätestens in Kunes muss man Verpflegung kaufen, wenn man normal fit ist. Die Gegend zwischen Lakselv und Tana Bru ist äußerst dünn besiedelt und bringt einige Gefahren mit, ist dafür aber unvergleichbar schön. Das, was ich aus dem Bus gesehen habe, ist unvergleichlich! Man hat dort wirklich alles dabei. Zwischen Ifjord und Torhop sind die westlichsten richtigen arktischen Bereiche Norwegens. Offiziell arktisch wird es erst auf der Varangerhalbinsel. Im Sommer ist es aber gerade deshalb ziemlich schwierig, dort durch zu kommen. Ich habe in einem Bericht gelesen, dass einige wichtige Brücken fehlen sollen, die offiziell auf Karten eingezeichnet sind. Auch kann das Gelände äußerst tückisch sein, weil es auf der Karte flach aussieht, aber von schwierigen Felsformationen, Geröllfeldern und kleinen Canyons durchsetzt ist. Die Tundra auf Magerøya kommt dem eigentlich ziemlich nahe, wobei die kleine Insel nicht annähernd so abwechslungsreich ist. Dort kann man soweit ich weiß jeden Fluss locker furten. Varanger wird ziemlich ungünstig von großen Flüssen geteilt, die man unmöglich durchlaufen kann. In der Vidda kann man fast alles überqueren, genau wie bei den nördlicheren Halbinseln wie bei Sværholt usw. Darüber weiß ich übrigens nicht viel, aber wie Topografie sieht interessant aus. Wahrscheinlich ist die Halbinsel dort sogar noch schöner als das flache Varanger. Man kommt nur schlecht von dort weg, genau wie von der Nordkinn-Halbinsel, Varanger hat hingegen vier Flughäfen.
Vom Nordkapp kann man bequem per Anhalter zurück fahren. Obwohl es vier Stunden Autofahrt von dort aus bis nach Alta sind, kann man die Strecke an einem Tag per Anhalter schaffen. Das Nordkapp ist definitiv das mit Abstand einfachste Ziel und bringt viel weniger Gefahren als die anderen Destinationen im hohen Norden mit. Sehenswert ist es definitiv, wobei ich es schon verdammt frustrierend fand, dort anzukommen und erst einmal 30 Minuten auf einen Platz am Globus zu warten. Ich wäre die Strecke dorthin definitiv nicht wieder gegangen, und das obwohl gerade die Insel Magerøya wahnsinnig toll ist. Nirgendwo auf der Welt wird man so sicher arktische Tundra erleben können wie dort.
Überleg dir also mal gut, ob du vielleicht Lakselv, Berlevåg, Vardø oder das Kinnarodden im Nordosten anstelle des Nordkapps anläufst. Meiner Ansicht nach ist das Nordkapp jedenfalls das schlechteste Ziel in der Finnmark, nur Kirkenes steht dazu in Konkurrenz. Da ist nämlich einfach nur Wald und Wohnwagentrasse.
Vielleicht ist es am besten, wenn du mehrere Routen planst und dich dann spontan entscheidest. Zum Nordkapp kannst du dich sogar noch im Oktober durchschlagen, wenn du an der Straße bleibst und ggf. an dem ein- oder anderen Tag einen Roadwalk machst. Ich würde nach der ersten Septemberwoche nicht mehr in die östliche Vidda starten, nicht einmal nahe der Straße (außer auf Varanger vielleicht).
Danke übrigens für dieses Thema! Das Weiße Band klingt total aufregend und ich werde versuchen, es im nächsten Winter zu laufen. Von alleine hätte ich mir nie darüber Gedanken gemacht, obwohl ich mit einer Wanderin bei Singi darüber gesprochen habe. Sie hatte die Strecke bereits mehrfach im Sommer, aber auch im Winter durchquert. Sie hat es irgendwie durch ihre Kontakte geschafft, für die Strecke trotz der Corona-Beschränkungen kurz in Finnland einreisen zu dürfen. Und das war während der Hochphase der Krise. Vielleicht meldest du dich mal bei Mette Fosvald, wenn du unbedingt die normale Strecke laufen willst. Ob sie dir helfen wird, weiß ich aber nicht. Ich habe nur kurz mit ihr gesprochen und weiß nicht, ob ihre Angaben der Wahrheit entsprechen.
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Harakiri hat eine Reaktion von einar46 erhalten in SchneebiwakMoin!
In der Theorie klingt das meistens ganz toll, allerdings steigen ohne Zelt die Anforderungen an den Rest des Schlafsystems weiter. Vor einer Woche habe ich in einer sternklaren, windstillen Nacht bei knapp -20°C draußen unter freiem Himmel übernachtet und habe so gut wie fast noch nie geschlafen. Es ging schnell und war extrem unkompliziert. Allerdings ist es kaum zu vermeiden, dass Matte und Schlafsack so einiges an Feuchtigkeit abbekommen - und das mit VBL und Tyvek-Biwaksack.
Für eine Übernachtung oder zwei bzw. in Notfällen auch mal etwas länger geht das super, aber irgendwann wird die Feuchtigkeit bei längeren Touren zu einem riesigen Problem. Wo wir aber noch gar nicht bei Schneehöhlen wären.
Schneehöhlen sind finde ich ein interessantes Thema, über das man wochen- und monatelang diskutieren könnte. Wenn ich mal überlege, in wie vielen Situationen ich ernsthaft darüber nachgedacht habe, bei wirklich miesem Wetter eine Schneehöhle zu bauen und das dann nicht möglich war, weil bei normalen Touren in Skandinavien an fast allen gefährlichen Stellen nicht ausreichend Schnee vorhanden ist, läuft es mir kalt den Rücken herunter. Hätte ich mich auf eine Schneehöhle in der Situation verlassen müssen, wäre ich krepiert, wenn mich vorher nicht jemand geborgen hätte. Es mag vielleicht am Berg meistens irgendwie gelingen, eine Wechte, Vertiefungen oder wenigstens ausreichende Verwehungen zu finden, aber im hügeligen/fast flachen Fjäll ist das oft nicht der Fall. Oder wie soll man in einem schmalen Tal oder einer Hochebene eine Schneehöhle bauen, wenn der Wind nur noch wenige Finger breit Schnee übrig gelassen hat? Du warst ja vor kurzem noch Richtung Nikkaloukta unterwegs und wirst wissen, wie wenig Schnee manchmal zwischen Singi und der Fjällstation am Kebnekaise liegt, da müsste man schon eine Weile suchen. Und was macht man, wenn man einen großen See überquert und das Wetter schlechter wird? Was passiert, wenn man im Birkenwald ist und der Schnee zu locker für eine stabile Behausung ist? Zumindest aktuell ist es in vielen Gegenden so, dass man praktisch bodenlos im Schnee einsinkt, wenn man durch die oberste Schicht durchbricht - der Schnee darunter ist wie Sand und müsste erst einmal stark verdichtet werden, um damit irgendwas anzustellen. Dort eine Schneehöhle zu bauen würde nicht nur ein paar Stunden dauern, sondern vielleicht sogar einen Drittel Tag. Man müsste wohl die Streckenführung stark anpassen und müsste jeden Abend lange buddeln, wenn man konsequent nur in Schneehöhlen übernachten wollen würde. Für mich geht das als Rechnung nicht auf, aber theoretisch funktionieren würde es bestimmt.
Generell frage ich mich, ob es sich bei der immensen Arbeit, die eine Schneehöhle erfordert, nicht mehr lohnt, zumindest ein leichtes Zelt einzupacken. Für mich persönlich kann ich die Frage klar mit "ja" beantworten, aber wie andere dazu stehen, kann ich nicht beurteilen. Ich bin aber auch der Ansicht, dass ein mittelschweres Zelt oft besser als ein leichtes Zelt ist, weil man dann nicht jeden Abend zwei Stunden lang eine Schneemauer bauen muss oder genauso lange im Schnee eine Vertiefung ausheben muss. Mit meinem Helsport-Zelt, das vielleicht 1,5kg mehr als nötig wiegt, musste ich in den letzten 2 ½ Wochen im Fjäll exakt gar keine Schneemauer bauen. Hätte ich stattdessen ein Mid dabei gehabt, wäre ich bei der Tour wahrscheinlich insgesamt mindestens 10-15h lang damit beschäftigt gewesen, nur im Schnee herumzustochern und hätte dann noch die ganze Zeit davor Angst gehabt, dass sich der Wind dreht.
Man könnte auch noch den Bergsteiger erwähnen, der am Denali mit dem Plan, komplett ohne Zelt nur in Schneehöhlen zu übernachten, gestorben ist. Vielleicht hatte der Wanderer im Sarek einfach Glück. Der Franzose, der ohne Ski oder Schneeschuhe durch die Berge läuft, lebt ja auch noch.
(Was viele Leute übrigens vergessen: Legt mal einen Hilleberg- oder Helsport-Tunnel ohne Innenzelt auf die Waage. Auf einmal sind das gar keine so dicken Klopper mehr.)
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Harakiri hat eine Reaktion von dermuthige erhalten in Kungsleden im Winter@paddelpaulDanke für die Korrektur! Ich dachte immer, "Limit" hieße nur "sehr unangenehm, aber ohne ernsthafte Erfrierungen".
(Im Zweifelsfall kann man in solchen Nächten denke ich noch eine Daunenjacke in den Schlafsack über den VBL packen und sich dann am nächsten Tag in eine bewirtschaftete Hütten retten. Dazu will ich aber natürlich niemandem raten, versteh mich nicht falsch. Ich habe jedenfalls aus gutem Grund zwei Daunenjacken dabei und nicht nur eine.)
Eine Bürste halte ich für enorm hilfreich, wenn auch nicht essentiell. Irgendwie muss man ja das ganze Kondenswasser aus dem Zelt kriegen, Ausrüstung von Eis befreien usw. Ich würde niemals drauf verzichten wollen.
Von Gas würde ich weiterhin abraten, wenn man in richtig kalten Regionen unterwegs ist. Wenn man Pech hat, funktioniert es gar nicht mehr, wenn es nachts extrem kalt wird und man noch kochen will. Benzin ist auf jeden Fall verlässlicher (sogar als Wintergas - bei ODS habe ich mehrfach gelesen, dass auch das versagen kann und tut) und deutlich effizienter, sowohl was den Verbrauch angeht, als auch die Geschwindigkeit des Schneeschmelzens.
Mit der Arva Ultra hatte ich persönlich nie Probleme und ich kann mit nicht vorstellen, dass sich das Blatt verbiegt. Eher versagt die Schaufel am Schaft oder so und wackelt etwas herum, mehr aber auch nicht. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass Arva die Schaufel mittlerweile überarbeitet hat. Meine sieht ganz anders als das Modell in dem Test aus. Wenn man mit einem kleinen Zelt unterwegs ist, reicht finde ich eine so kleine und leichte Schaufel total aus. Sorgfältig sollte man ja immer mit der Schaufel umgehen, außerdem schaufelt man bei solchen Touren wie hier geplant ja fast nur zum Lagerbau und Schneeschmelzen.
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@aztec
Zur Schneeschaufel: Die Schneeschaufel ist essentiell, um das Lager vorzubereiten. Die wichtigste Aufgabe erfüllt sie beim Ausheben der Mulden für die Schneeheringe und beim Verbuddeln dieser. Außerdem hebt man mit ihr die Apsis im Zelt aus, um mehr Stauraum und Platz zum Sitzen zu erhalten:
Der Schneewall hinter dem Zelt ist meistens nur eine Spielerei und wird im Idealfall gar nicht benötigt oder hilft höchstens beim Kochen etwas. Bei schlechtem Wetter schützt er das Zelt vor Verwehungen und im Orkan sogar vor dem Kollabieren. Sollte ein richtiger Sturm angesagt sein, macht es Sinn, zwei oder drei Stunden an dem guten Ding zu arbeiten und die Mauer ringsum auf eine Höhe von über 1,5m anzuheben. Bei gutem Wetter reicht aber auch weniger.
Kleiner Tipp dabei: Eine stabile Schneeschicht mit der Schaufel suchen, freilegen und dann halbkreisförmig ausstechen. So kriegt man richtig stabile, steinförmige Stücke, die man über 2m hoch stapeln kann.
Auf dem Bild sieht man, wie das Zelt von Verwehungen begraben wird, wenn der Schneewall bei einem starken Sturm (Windstärke 9-10) falsch positioniert wird. Hier habe ich mein Zelt direkt hinter einem dicken Felsen aufgestellt, allerdings war es wohl zu nah und der Schnee türmte sich genau auf meinem Zelt auf:
Eine andere wichtige Aufgabe erfüllt die Schneeschaufel beim befreien von eingeschneiten Schutzhütten, verschütteten Personen und vor allem beim Graben einer Schneehöhle im Notfall. Letzteres wird oft als letztes Ass bezeichnet, das man in Notsituationen im Ärmel hat, aber meiner Erfahrung nach hat man an richtig kritischen Stellen oberhalb der Baumgrenze nahezu nie genug Schnee, um sich richtig einzugraben. Die exponiertesten/gefährlichsten Stellen sind oftmals sogar komplett schneefrei.
Zum Navi: Mit dem Garmin InReach Explorer+ kann man richtig navigieren! Es ist zwar ein lausiges GPS-Gerät für den Preis, aber man hat passable Karten zur Verfügung und kann sich für teuer Geld Wegpunkte eintragen. Ich habe damit prima auf der Varangerhalbinsel navigiert. Karten waren dort fast nutzlos bzw. war ich mit der Navigation mit Kompass dort überfordert, weil freundlich gesagt alles gleich aussah und komplett flach war. Entfernungen konnte man auch nicht abschätzen. Da war ein rudimentäres GPS-Gerät Gold wert.
Auf dem Kungsleden habe ich gar nicht navigieren müssen. Am schwierigsten war es noch, den Einstieg zu finden. Danach musste ich nur noch den roten Wegmarkierungen folgen und ab und zu auf die Schilder achten. Selbst im Whiteout und Sturm hatte ich fast nie Probleme damit, den Weg zu finden, auch als mehrere Schilder hintereinander fehlten.
(Ach ja: Man sollte immer zusätzlich in den Polarregionen Karten dabei haben, falls man einen Strom-Engpass hat usw.)
Zu Ski vs. Schneeschuhe: Ich würde in nahezu jedem Fall zu Backcountry-Ski mit Stahlkanten raten. In Norwegen bin ich ja auch mit Schneeschuhen gestartet und habe mir dann noch vor Ort Ski gekauft, weil das Laufen mit Schneeschuhen so langsam und beschwerlich war. 8-10km am Tag waren die Spitzenleistung! Mit Schneeschuhen hat man auch Vorteile, wenn man eine extrem schwere Pulka hat und steile Steigungen bewältigen muss oder nur fotografieren will. Manche Leute nehmen sogar beides mit. UL ist das aber nicht. Ich finde es da sinnvoller, breite Tourenski und Backcountry-Ski einzupacken. Am besten ist es wahrscheinlich meistens, einfach nur ein paar Ski mitzunehmen. Selbst mit alten Ski kann man mit etwas Fitness ohne Probleme 20-30km am Tag zurücklegen, wenn man etwas fahren kann.
(Ich persönlich würde die Sachen so ranken: Neue BC-Ski mit Stahlkanten > uralte gebrauchte BC-Ski > breite Tourenski > ganz lange gar nichts > Schneeschuhe )
Man sollte noch anmerken, dass man sich mit Ski Schneeheringe spart, was noch dafür spricht, aber Schneeschuhe dafür echt toll im Wald sind. Dort macht es tierisch Spaß, damit zu laufen, während es mit Ski eine Qual ist, dort ein Lager zu errichten.
Zu Pulka vs. Rucksack: Es ist eine individuelle Sache, wo man die Gewichtsgrenze zieht, ab der eine Pulka komfortabler als ein Rucksack ist. Oftmals habe ich 20kg Gesamtgewicht gelesen und würde dem zustimmen. Generell gilt, dass eine Pulka sich noch eher lohnt, wenn die Region eher flach ist. Bei "Polarregionen" denke ich jetzt nicht an den Kungsleden, auch wenn ein guter Teil davon nördlich des Polarkreises liegt. Und gerade in Regionen wie Grönland dürfte die Pulka die einzige Wahl sein.
Durch die vielen Steigungen, die Infrastruktur mit den Hütten, die Nähe an der Zivilisation usw. hat man in den Skanden andere Ausrüstung dabei. Es gibt viel mehr (kleine) Steigungen als anderswo, man braucht weniger Ersatzteile, kann sich unterwegs Nahrung kaufen und kann mit einem Rucksack schönere Abfahrten genießen. Das spricht, wenn man denn leichter als 15-20kg mit der gesamten Ausrüstung ist, finde ich klar für einen Rucksack. Es gibt aber auch Leute, die sogar mit leichtem Gepäck ausschließlich mit der Pulka unterwegs sind.
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Harakiri hat eine Reaktion von dermuthige erhalten in Kungsleden im WinterAbend! Es freut mich zu hören, dass mein Bericht dich dazu bewegt, eine Tour im hohen Norden zu planen!
Ich fasse mal die bisherigen Punkte zusammen, was die Kritik an deiner Ausrüstung angeht, und füge ein paar Dinge hinzu:
- dein Rucksack ist deutlich zu klein, selbst für eine Hüttentour. Bei einer Tour mit Zelt und Nahrung für einige Tage braucht man denke ich mindestens 70-80l. Ich war mit 110l und 13kg am Ende unterwegs. Mittlerweile habe ich auch eine Pulka, aber bei kürzeren Touren (bspw. auf dem Kungsleden) oder vor allem Hüttentouren halte ich einen Rucksack für vernünftiger
- das Akto ist für kürzere Touren bestimmt top, aber wenn du länger als eine Woche zelten willst, würde ich ein größeres Zelt wählen, in dem du weniger in Berührung mit dem Innenzelt kommst und auch mal einen Tag ohne Probleme abwettern kannst
- du brauchst definitiv Schneeheringe anstelle der Titanheringe. Man kann auch selbst welche basteln. Falls nicht, würde ich die Blizzard Stakes von MSR empfehlen. (Kleiner Hinweis an alle Mitleser, die Schneeheringe brauchen: Die Naturehike-Dinger von Aliexpress haben komplett falsche Gewichtsangaben, die sind viel schwerer... )
- in den Noppen der Z-Lite sammelt sich leider viel Eis. Ich würde daher eher eine 19mm EVA-Matte nehmen. Dein jetziges Schlafsetup ist viel zu wenig warm für eine richtige Wintertour nördlich des Polarkreises
- du brauchst wenn du zelten willst eine Bürste, um deine Sachen von Eis zu befreien. Eine normale Haarbürste reicht vollkommen
- der Schlafsack ist unpassend. Ich würde entweder mehrere Schlafsäcke kombinieren (hat bei mir super funktioniert) oder direkt in einen passenden Winterschlafsack investieren – Western Mountaineering ist da die beste Adresse, aber ist natürlich schweineteuer. Gebraucht gekauft spart man sich eine Menge Geld. Die Komforttemperatur sollte mindestens -35°C betragen, wenn es ein einzelner Schlafsack ist. Ich persönlich habe an einem Punkt sogar drei Schlafsäcke gleichzeitig verwendet und war somit für Temperaturen bis -45°C gewappnet - auch wenn es nur -20°C nachts waren.
- zur Kleidung sage ich erstmal nichts, du hast ja noch einen Regenrock auf der Liste stehen usw! Man kann sich eigentlich prima für sehr sehr wenig Geld beim Decathlon eindecken. Die Qualität der Kleidung dort ist jedenfalls über alle Zweifel erhaben. Solange man keine ethischen Bedenken damit hat, ist das definitiv die beste Anlaufstelle für Einsteiger. Lediglich eine gute Hardshelljacke und dünne Handschuhe würde ich wo anders kaufen
- du brauchst entweder Schneeschuhe und fette Stiefel oder, noch besser: Skistiefel, Ski, Wachs, Skistöcke, ggf. (Kurz)Felle. Ich würde ganz klar für Ski plädieren, damit wirst du viel mehr Spaß haben und man lernt das „Fahren“ schnell - am besten aber unter der Baumgrenze oder in der flachen Tundra - bitte nicht auf dem Kungsleden
- eine große Thermoskanne, einen leichten Topf und ein Multifuel-Kocher aller MSR XGK EX oder Whisperlite wirst du unbedingt zum Schneeschmelzen brauchen. Offenes Wasser wirst du nur selten finden und wenn es mal welches gibt, ist es beschwerlich, daran zu kommen. Ich würde ganz klar von Gaskochern, Spirituskochern usw. abraten und ausschließlich mit Benzin arbeiten. Als ich in Vardö in der Finnmark nicht an Waschbenzin kam, habe ich einfach Benzin an der Tankstelle gezapft. Das gibt zwar eine Menge Rückstände, aber funktioniert trotzdem ohne Abstriche, wenn man einen ordentlichen Multifuelkocher hat
- man kann grundsätzlich kalt essen, das habe ich auch größtenteils gemacht. Wichtig ist dann aber, dass man nur seht trockene Sachen mit hoher Kaloriendichte nimmt, die kaum Luft enthalten. Kekse, Nüsse, Riegel usw. Eis am Stiel geht auch immer, oder gefrorene Torten.
Wichtig ist immer, dass man Riegel und solche Dinge vorwärmt, wenn man nicht seine Beißer verlieren will. Warmes Essen ist gut für die Moral, das kann ich bestätigen, aber nicht zwingend nötig
- dir fehlt einer der wichtigsten Gegenstände überhaupt, die Schneeschaufel! Ich kann dir die Arva Ultra empfehlen, weil sie extrem leicht ist. Zwar ist die Verarbeitung nicht erste Sahne, was bei dem Preis etwas enttäuschend ist, aber halten tut sie und ist für das Gewicht (~310g) über alle Zweifel erhaben
- du wirst einen VBL (wie den Western Mountaineering HotSac) brauchen, wenn du länger mit dem Zelt unterwegs bist und zwischendurch deinen Schlafsack nicht in Hütten trocknen willst/kannst. Gerade zum Thema VBL solltest du dich unbedingt einlesen, das ist überlebenswichtig!
- für deine Füße brauchst du neben mehreren Schichten Socken, die übereinander passen und eine große Temperaturspanne abdecken unbedingt VBL-Socken oder einfach Plastiktüten, damit dein Schuhwerk nicht vom Schweiß nass wird. Auch hierzu musst du dich unbedingt so gründlich es geht informieren!
- du brauchst definitiv eine Kopflampe, wenn du nicht erst Ende April unterwegs sein willst. Im Februar ist es noch richtig dunkel. Eine kleine Lampe von Nitecore wie die NU25 reicht finde ich aus, wenn du nicht im dunkeln unterwegs sein willst (was unnötig und gefährlich ist)
- zusätzlich zu deiner Brille benötigst du eine Skibrille, die darüber passt und deine Augen vor dem starken reflektiertem Sonnenlicht schützt. Getönte Gläser sind auch hilfreich, um bei schlechten Konditionen besser sehen zu können. Im Whiteout kann das einen großen Unterschied machen. Ich will jetzt aber keine falschen Angaben zu den Kategorien der Brillen machen - sicher ist nur, dass du definitiv eine Skibrille brauchst
- ich würde dir stark zu einem Notfallsender wie einem Garmin Inreach Mini oder -Exlorer+ raten, mit dem du bei einer Verletzung oä. hilfe rufen kannst, ohne auf Handyempfang angewiesen zu sein. Mit dem Inreach Explorer+ kannst du dir auch Wegpunkte setzen und rudimentär navigieren, wenn du nicht auf Karten angewiesen sein willst. Der Akku hält ewig. Trotzdem würde ich eine dicke Powerbank mitnehmen. Elektrische Geräte musst du permanent am Körper halten, das ist essentiell, sonst entleeren sich die Batterien bei Kälte
Das sind jetzt nur die Punkte, die mir auf die Schnelle eingefallen sind. Später werde ich ggf. noch Dinge ergänzen oder generell etwas schreiben. Lass dich nicht davon abschrecken, das einzig schwierige an Wintertouren ist die Finanzierung! Ich dachte letzten Winter, mit 1000€ wäre alles gegessen, aber habe jetzt schon über 4000€ für das Equipment hingeblättert – ich persönlich setze jetzt aber auch nur noch auf Spitzenprodukte. Mit gebrauchten Artikeln und Sachen von Decathlon lässt sich jedenfalls sehr viel Geld sparen!
Sowohl das investierte Geld, als auch die aufgewendete Zeit lohnen sich sehr. Es gibt nichts schöneres als Wintertouren...
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Harakiri reagierte auf Simon_ in Via Alpina Rot (meine Erfahrungen - Vergleiche mit PCT etc.)Hallo zusammen! Bisher war ich nur lesend im Forum unterwegs, nun möchte ich gerne einen bekannten aber nicht sehr oft in seiner Gesamtheit begangenen Weg vorstellen: die rote Via Alpina. Dabei vergleiche ich sie mit anderen bekannten Trails (PCT, AT, CDT, TA).
Letzten Sommer hatte ich die Gelegenheit, mir einige Monate frei zu nehmen und beschloss, nach 3,5 Jahren Pause, wieder einen langen Trail zu gehen. Da ich in weiter Ferne schon viel unterwegs gewesen war (PCTx2, ATx2, CDT, FT, AZT, LT, TA, INT ...), wollte ich endlich meine Heimat, die Alpen, einmal so richtig erleben. Die Entscheidung fiel dann auf die rote Via Alpina (alte Route, 2.632km).
Anmerkung: seit heuer verläuft die rote Via Alpina offiziell ident mit der bisherigen grünen Via Alpina in gerader Linie durch die Schweiz, weshalb sie nun wesentlich kürzer ist. Das finde ich persönlich schade, denn die frühere längere Route entlang der italienisch-schweizerischen Grenze hat mir ausgezeichnet gefallen. Und DEN langen Weitwanderweg in den Alpen abzukürzen leuchtet mir als begeisterter Langstreckenwanderer nicht ein.
Triest bis Monaco - 2.632 km - rund 150.000+ Hm
Edit Khyal : Karte ohne Rechte entfernt, Simon_ Link mit Anleitung fuer rechtekonforme Karte geschickt, sollte er daraus eine Karte erstellen, bastel ich die gerne rein...
Wegführung und -beschaffenheit
Die Via Alpina ist eine Kombination aus alpinen Wanderwegen, Forststraßen und gelegentlich auch etwas Asphalt. Die Wanderwege sind im Vergleich zum PCT um einiges steiler und rauher (ausgewaschene Wege, Geröllfelder etc.), die An- und Abstiege im Vergleich zum AT meist deutlich länger. 1.500 Höhenmeter und mehr, am Stück, sind keine Seltenheit. Weil die alpinen Wanderwege körperlich so herausfordernd sind, stellte die gelegentliche Forststraße für mich eine willkommene Abwechslung dar. Der Anteil an Asphaltstraßen ist meiner Meinung nach gering. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind erforderlich, allerdings gibt es keine richtigen Kletterpassagen. Versicherungen (Stahlseile, Leitern usw.) sind selten. Keine Bachüberquerungen wie am PCT oder TA und eigentlich niemals cross country wie am CDT.
Mit der Routenführung war ich, für mich überraschend, sehr zufrieden! Nur selten hatte ich das Bedürfnis, eine höhere Alternative zu gehen. Gelegentlich war das in Frankreich der Fall, wo ich mir dann mittels Gaia-App jeweils eine höhere Variante gesucht habe.
Timing
Ich war vom 1. Juli bis 20. September unterwegs (81 Tage), konnte bei meinen Eltern einige Tage pausieren (die Via Alpina verläuft durch mein Heimatdorf in Vorarlberg) und hatte sonst keine Pausentage. Wer sich länger Zeit nehmen möchte, kann normalerweise bereits im Juni starten und bis in den Oktober hinein unterwegs sein, ohne mit größeren Schneemengen rechnen zu müssen. Gestartet bin ich in Triest, es spricht aber eigentlich nichts gegen einen Start in Monaco.
Logistik
Triest und Monaco (bzw. Nizza) sind mit Bahn und Fernbussen problemlos erreichbar. Die Verpflegung auf dem Weg ist überwiegend einfach. Ich musste nie Hitchhiken, konnte ca. zwei mal pro Woche in Supermärkten einkaufen und bei Bedarf auf Hütten essen. Manche der Lebensmittelgeschäfte waren allerdings sehr klein, hatten wenig Auswahl und waren teuer.
Einen für mich problematischen Abschnitt gab es zum Abschluss nahe Monaco (Ceillac bis Garessio), wo ich für über 270 km keine Verpflegungsmöglichkeit finden konnte. Im September hatten auch viele Hütten bereits geschlossen und es waren teils große Höhenunterschiede zu bewältigen. Deshalb war erhöhtes Tempo und Rationieren angesagt.
Weder Visum noch Flüge zu benötigen spielte bei meiner Entscheidung zur Via Alpina eine wesentliche Rolle.
Camping/Übernachtung
Um Kosten zu sparen habe ich Hütten, Pensionen und Hotels möglichst gemieden. Geeignete Plätze für mein Zelt bzw. fürs Cowboycamping zu finden hat mir, vor Allem anfangs, einigen Stress bereitet. Halbwegs ebene Plätze, die außer Sicht und geschützt vor Wind und Gewitter waren, gab es eher selten. Die rechtliche Lage bezüglich Campieren ist in den Alpen problematisch und von Land und Gebiet abhängig. Unwohl haben ich mich oft in Österreich und Deutschland gefühlt, ein besseres Gefühl hatte ich in Italien, Frankreich, der Schweiz und Slovenien.
7 x habe ich auf Hütten übernachtet, 2 x auf einem Campingplatz und 1 x in einer Pension. Highlights waren für mich die wenigen Nächte in Biwakschachteln (3), die ich immer für mich alleine hatte.
Wer mit seinem Budget großzügiger ist, kann seine Wanderung natürlich wesentlich komfortabler gestalten und beinahe jede Nacht irgendwo unterkommen. Ein solcher Komfort ist auf den amerikanischen Trails natürlich nicht möglich, aber diese sind in Bezug auf wildes Campieren im Vergleich wesentlich attraktiver.
Community
Eine solche habe ich auf der Via Alpina nicht erlebt. Auf dem gesamten Weg habe ich nur drei Via Alpina Hiker getroffen, wobei zwei davon eigentlich Trailrunner waren. Alle drei waren aus Frankreich. Trail Magic ist meiner Erfahrung nach in den Alpen nicht zu erwarten, weshalb kleine Geschenke (wie z.B. die Einladung zu einer Tasse Kaffee) bei mir ein umso größeres Gefühl der Dankbarkeit ausgelöst haben.
Man trifft auf der Via Alpina, je nach Gebiet und Saison, viele Tageswanderer. Die Hütten sind im Juli und August natürlich auch sehr populär. Ich bin jedoch selten mit anderen Wanderern ins Gespräch gekommen, da habe ich die Menschen in den USA viel offener und interessierter erlebt. Trotzdem waren die Menschen, insbesondere in Frankreich und Italien, sehr wohlwollend und freundlich.
Wetter
In den Alpen ist eigentlich auch im Sommer mit jedem Wetter zu rechnen. Schönwetterphasen hatte ich in der ersten Julihälfte und gute zwei Wochen im September. Ab der zweiten Julihälfte bis Ende August hatte ich häufig Regen, zwei mal Schnee und zeitweise täglich (vormittags, nachmittags und während der Nacht) Gewitter. Besonders die Gewittergefahr war stressbehaftet, weil auf der Via Alpina beinahe täglich hohe Pässe zu bewältigen sind. Wegen des Wetters habe ich nicht allzu oft hochalpin gezeltet, sondern meist geschützte Stellen unterhalb der Baumgrenze gesucht.
Wildlife
Von den tollen Begegnungen mit Wildtieren war ich überrascht. Gesehen habe ich einen Wolf, sehr viele Steinböcke, Gämsen und Murmeltiere, Steinadler, einen Bartgeier und mehrere Kreuzottern. Somit ist die Via Alpina meiner Meinung nach in Bezug auf Wildlife mit dem PCT vergleichbar.
Erwähnenswert sind auch die unzähligen Kühe, Schafe und Herdenschutzhunde. Von diesen ging meiner Erfahrung nach keine Gefahr aus, allerdings hatte ich kurz vor Monaco einige nervenaufreibende Begegnungen mit freilaufenden Hunden in Ortschaften. Mücken waren kaum vorhanden, dafür in Slovenien und Teilen Österreichs sehr viele Zecken.
Landschaft
Zwar sind die landschaftliche Gegensätze auf der Via Alpina bei Weitem nicht so groß wie auf dem PCT oder CDT (Wüsten, Hochgebirge, ...), die Alpen sind aber trotzdem sehr vielfältig. Und trotz der gelegentlichen wenig attraktiven Abschnitte durch besiedelte Gebiete war für mich die Dichte an hochalpinen Highlights herausragend. Auf keinem meiner bisherigen Wege habe ich, aus meiner Sicht, so viele schöne Landschaftsfotos gemacht, und das obwohl die Via Alpina um einiges kürzer ist als beispielsweise die Triple Crown Trails es sind.
Gear
Meine Ausrüstung war sehr ähnlich jener vom PCT, AT, CDT oder TA und bereits gebraucht. Mein Baseweight lag bei 3,8 kg.
Zelt: SMD Gatewood Cape
Bivy: AS Tucas
Matte: Thermarest Zlite (gekürzt)
Schlafsack: WM Ultralight 20 degree (zu einem Quilt umgenäht)
Navigation: Gaia-App mit gpx-Track von der Via Alpina Homepage
Schuhe: Altra Lonepeak und Timp (3 Paar)
Microspikes und Wasserfilter hatte ich nur Anfangs dabei, wobei ein Filter auch später manchmal hilfreich gewesen wäre. Es ging aber auch ohne. 2 Liter Wasserkapazität haben mir gereicht.
Kosten
Unter 2.000 € (ohne Ausrüstung/Bekleidung/Schuhe), wobei das nur mit Sparsamkeit und Disziplin möglich war. Kaum Übernachtungen auf Hütten und nur gelegentlich ein Essen auf einer Hütte oder in einem Restaurant. Wer es komfortabler möchte kann sicherlich ohne Probleme auf Ausgaben jenseits der 5.000 € kommen.
Fazit
Wer sich körperlich fordern möchte, spektakuläre Landschaften liebt und eine große Portion Gelassenheit mit sich bringt, findet in der Via Alpina eine fantastische Alternative zu den bekannteren langen Trails in den USA und Neuseeland. Mir persönlich ist die Via Alpina sehr ans Herz gewachsen!
Hier noch einige Eindrücke:
Triglav Nationalpark
Triglav Nationalpark
Karnischer Höhenweg
Karnischer Höhenweg
Drei Zinnen
Parco Nationale Dolomiti d'Ampezzo
Allgäuer Hochalpen
Allgäuer Hochalpen
Rätikon
Silvretta
Ortlergruppe
Bivacco Strambini
Piz Bernina
Aufziehendes Gewitter in Graubünden
Kurz vor Riale, wo die blaue Via Alpina beginnt/endet
Aletschgletscher
Steinböcke und ein drohendes Gewitter
Neuschnee nahe Chamonix
SMD Gatewood Cape in den Italienischen Alpen
Verfallene Hütte in den Französischen Alpen
Parc National de Vanoise
Parc National de Vanoise
In den Französischen Alpen
Parco Naturale Alpi Marittime
Wenige Tage vor Monaco
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Harakiri reagierte auf FuchsVomWalde in Kungsleden Süd vom 15.09.-01.10.23 in Süd-Nord-Richtung - unter seeeehr nassen BedinungenSchlechte Eindrücke einziger Teil:
Kein Bach, es ist der Weg, Teil 1.
Kein Bach, es ist der Weg, Teil 2.
Kein Bach, es ist der Weg, Teil 3. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie ätzend es ist, kilometerweit auf dem Gemüse am Rand zu laufen, das auf Steinen wächst?
Das ist die Stelle, an der auf Maps eine Brücke zu sehen ist. Man sieht, glaub ich, ganz gut, dass drumherum alles überflutet ist. Ich hab 45 min erfloglos nach einer Stelle zum Furten gesucht. Hier an der Stelle war die Strömung so stark und es so tief, dass ich mit dem Stock nicht bis unten kam. Beim Suchen bin ich schon auf Steinen ausgerutscht und lag halb im Wasser, sodass ich überhaupt nur auf die Idee kam da durchzugehen.
Letztlich habe ich weiter links eine Art Insel gefunden, wo der Fluss sich teilt und minimal schmaler und weniger tief war als hier. Dort hab ich meine Hündin beim ersten Mal rübergeworfen (in flauschiges Gras, zumal auch alles überflutet) und beim zweiten Mal stand ich eben bis zum Bauch in dem breiteren Teil und hab sie am Halsband durchs Wasser gezogen, in der Hoffnung, dass es mir nicht die Beine wegzieht.
Wie sagt man so schön, macht das bitte nicht daheim nach. Warum ich das so lang und breit erzähle? Weil ich es loswerden muss. Wer nicht wandert und nicht in der Wildnis war, versteht einfach nicht das Problem.
Kurz hinter der Sylarna-Station. Man erkennt zwar die Breite der sonstigen Touristen-Autobahn, aber ist es ein Geröllfeld? Ist ein Bach? Ist es Schlamm? Es ist Schlammgeröllbachweg!
Ja sorry, es gibt Schöneres, aber wenn ich schon davon erzähle, soll man es auch glauben können. Zum Verständnis, das links ist nicht mein Oberschenkel, sondern mein linker Knöchel direkt am Tage meiner Ankunft in Storlien.😬 Wohlgemerkt, das kommt nur von der Sehne, der Knöchel ist heile. Spannende Frage, wie das wohl mit Stiefeln gegangen wäre.
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Harakiri reagierte auf FuchsVomWalde in Kungsleden Süd vom 15.09.-01.10.23 in Süd-Nord-Richtung - unter seeeehr nassen BedinungenSchöne Eindrücke 2. Teil:
Kein Regen, kein Sturm und pure Stille. Trotzdem wäre ich fast von der Planke gefallen.
Kurz vor Grövelsjön hatte die Tour für mich die ersten "normalen" Wandermomente. Einfache Wege, kaum Matsch oder Sumpf, einfach wandern und schauen.
Da sind wir in den Anfängen des Rogen-Gebietes, das ich, wie geschrieben, einen angenehmen Kontrast fand. Es hinter sich zu lassen, war doch auch irgendwie nicht schlecht.
Die phänomenale Sicht auf den Rogen, die man in Süd-Nord-Richtung praktischerweise vor sich und nicht im Rücken hat.
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Harakiri reagierte auf FuchsVomWalde in Kungsleden Süd vom 15.09.-01.10.23 in Süd-Nord-Richtung - unter seeeehr nassen BedinungenErst Bericht, dann Fotos. 😉 Wer nur Fotos will, scrollt runter.
Lange Jahre habe ich darauf gewartet, endlich ein Zeitfenster zu haben, um den Südlichen Kungsleden im Herbst am Ende der Saison im Indian Summer zu wandern. Das hat insgesamt mehr schlecht als recht geklappt. 😅
Ich bin mir nicht sicher, ob ich ohne den Austausch mit Mia im Zelt, die zu der Zeit ihre NPL-Tour machte, die Tour überhaupt durchgezogen hätte.
Woran lag´s? Am Regen. Es hatte vorher schon ordentlich geregnet, aber vor allem in der 1. Woche, zwischendurch und auch am Ende. Letztlich hatte ich von 15 Tagen, 14 Tage mindestens einmal knöcheltief im Wasser gestanden und 6 ohne Regen. Ein Tag bzw. die Nacht war besonders schlimm, da regnete es irgendwas jenseits der 50 l und die Schweden meinten, so was hätten sie noch nicht erlebt - und es war am folgenden Tag die schlimmste Etappe.
Die Vorhersage hatte übrigens zwei eklige Regentage für den Tourzeitraum berichtet.
Die Tour war letztlich mental und physisch das Härteste, das ich je gemacht habe. Auch 1 Monat nach dem Ende bin körperlich nicht regeniert.🤕
Die Planung:
Ich hatte 14 Tage angedacht, aber für Anfahrt, Tour, konventionellen Urlaub und Abfahrt 4 Wochen Zeit gehabt. Ich wollte locker wandern, aber hatte auch die Schließung der größeren Hütten ab Oktober im Blick und befürchtete auch zum Oktober tiefere Temparaturen. Letztlich wurde es durch die Regenfälle 15 Tage mit knapp 24 km im Schnitt. Für die Bedingungen sehr gut, aber auch ein Grund, warum ich immer noch nicht fit bin.
Ich hab mich für die Süd-Nord-Richtung entschieden, um die beeindruckende Berglandschaft um Helags- und Sylarna-Massiv am Ende zu haben. Zudem spart man sich ein gutes Stück an Anfahrt zu Beginn.
Stichwort "Anfahrt": Ich bin mit Auto angereist und das kann in Sälen bzw. am Startpunkt echt heikel sein, denn vor Ort wird alles bewirtschaftet, wofür man ne App braucht, mit der man dann aber auch nur höchstens 6 h parken darf. Erst durch den Supermarkt am Startpunkt hab ich von ein paar unbewirtschafteten Parkplätzen erfahren. Wer mehr in der Saison starten möchte, wird vermutlich Probleme haben, ein Auto unterzubekommen.
Die Rückfahrt gestaltet sich indes problemlos mit Zug bis Brunflo und von dort mit Bus bis Mora und dann wieder mit Bus direkt bis zum Högfjällshotell. Rund 10 h, die ich lieber müde nach der Tour als ungeduldig vor der Tour machen wollte.
Verpflegung:
Da Resupply eher schwierig ist, habe ich mich zu einer Mischform entschlossen: die warmen Mahlzeiten (Knorr-Tüten) habe ich für 14 Tage mitgenommen, alles andere für 1 Woche. Resupply dann teils in der Grensbua und in der Fjällstation Grövelsjön.
Ausrüstung:
Wegen der Sümpfe etc., die auch in normalem Zustand auf dem Weg vorkommen, wollte ich das erste Mal ne lange Tour mit Trailrunnern machen. Das Setup waren Altra Olympus 5 mit Sealskinz und Scoken in verschiedenen Dicken.
Als Rucksack sollte der Lightning dienen, aber der entpuppte sich beim Packen als zu klein. Das hätte man noch durch Anfrickeln retten können, aber ich entdeckte eine Beschädigung, die durch die Rückenstange verursacht worden ist, sodass ich zähneknirschend auf den 1 kg schwereren Exped Expediton 80 ausweichen musste. Vorteil: der ist wasserdicht, wofür ich dann aus bekannten Gründen gar nicht mal so undankbar war.
Dritte spannende Komponente war die mobile Unterkunft, da ich das erste Mal in Skandinavien tarpen wollte. Das erwies sich für die Bedingungen letztlich als Schnapsidee, aber ich hatte auch wenig Glück auf der Tour.
Ich hatte einiges für die Tour umgemodelt und neu gekauft. Im Anschluss werde ich noch ne Gear-Review anfügen.
Bedingungen:
Diese haben sich als superhart entpuppt. Zum Glück konnte ich das mit Mia im Zelt, die den Weg 2 Jahre zuvor gewandert ist, noch auf der Tour abgleichen, sonst hätt ich an meinem Verstand gezweifelt. Schließlich gilt der Südliche Kundsleden nicht gerade als anspruchslos, aber trotzdem nicht sonderlich problematisch. Ich hatte den Outdoor-Wanderführer von Michael Hennemann dabei und ich musste mehrfach furten, wo unter normalen Bedingungen die Querungen nicht mal ne Erwähnung wert waren.
Am schlimmsten und im Grunde schon traumatisch war für mich die Querung irgendeines namenlosen Flüsschens zwischen Id Persättern und Röskosen nach der schlimmsten Regennacht, das so reißend und so tief war, dass ich meine Hündin rüberwerfen musste und selbst bis zum Bauch furtend fast mitgerissen worden wäre. Und ja, das war eine absolut fahrlässige Aktion. Im Nachhinein muss man da eigentlich umkehren und abwarten. Aber hinter mir lagen mehrere Sümpfe, die auch kein Spaß waren.
Ab da an bin ich jede Nacht mit Sorgen ins Bett und morgens mit Sorgen raus, das könne noch mal vorkommen, da diese Stelle weder Im Führer erwähnt wurde noch bei den Berichten, die ich vorher gelesen habe.
Mysteriös ist, dass auf Maps an der Stelle eine Brücke zu sehen ist, die einfach nicht da war.
Abseits dieses kleinen "Dramas" waren die Wege häufig selbst kleine Bäche und ich war oft gezwungen am Rand auf der Vegetation zu laufen, was heftige Verdrehungen im Fußgelenk nach sich zog, sodass meine Achillessehnen ab dem 2. Tag schmerzten. Ab der Mitte der Tour waren die Sehnen spürbar geschwollen und ab Mitte der 2. Woche meine Knöchel davon geschwollen. Die letzten 2 Tage gingen nur mit Schmerzmitteln und bei Ankunft in Sälen war besonders der linke Knöchel faustgroß geschwollen und ich hab 3 Tage gebraucht, um zum Supermarkt laufen zu können.
Ich hab 1 einziges Mal das Tarp genutzt, weil am Helags alle Zimmer mit Hund ausgebucht waren. Sonst musste ich aufgrund der Bedingungen erlaubt oder weniger erlaubt auf Hütten ausweichen. In der 1. Woche war eh alles überflutet oder arg widrig und am Ende war ich auch einfach mental durch und brauchte Wände, wenn ich schon völlig durchnässt war.
Übrigens gab es zu dem Regen sehr häufig Orkanwinde, sodass ich mehrfach drohte, von den Planken geweht zu werden, kein Witz.
Hund
Wer in den wenigen Fjällstationen, die Hunde erlauben, übernachten möchte, muss zeitig buchen. Das kann sich aber gerade beim Thru-hike schwierig gestalten, denn wann ist man da?
Ich habe meine Hündin meist frei laufen lassen. Nicht nur aus Bequemlichkeit, sondern auch wegen der Bedingungen, denn auf rutschigen Blockfeldern, beim Furten oder bei den schwierigen Wegen, waren meine und ihre Ideallinie sehr unterschiedlich. Grad wenn ich springen musste, war das mit ihr nicht machbar. Das Verletzungsrisiko war beidseitig einfach zu hoch.
Allerdings sollte man den Teil mit den Rentieren ernstnehmen (Grob Grövelsjön bis Gamle Sylan). Man sieht wirklich viele Rentiere! Und sie tauchen gerne auch einfach mal nach dem nächsten Hügelchen auf, weswegen das Anleingebot absolut einzuhalten ist.
Ankunft Storlien:
Ich hab irgendwie kein Tor oder Schild für den Kungsleden in Storvallen gesehen, wo der Weg offiziell endet/anfängt. Die Weiterführung nach Storlien ist ziemlich unproblematisch. Man muss zwar ein Stück Landstraße laufen, aber das ist zum Glück nicht lang.
Als Unterkunft zum Ausruhen ist unbedingt das Le Ski zu empfehlen. Ein Etablissement, dass es schon seit dem 19. Jh. geben soll, meine ich. Jedenfalls innen urig und in unkitschigem Western-Style bietet es leckeres Essen und Unterkünfte zu schwedisch günstigen Preisen. Mit das Beste: gleich gegenüber gibt es für die Norweger einen riesigen Süßigkeitenshop mit Toblerone-Tafeln in Kleinkindergröße. Bestens, um Kalorien nachzuholen.
In längerer Fußweite gibt es auch noch ein Einkaufszentrum.
Fazit:
Die Wanderung bestand nur aus wenigen Genussmomenten. Das, was üblicherweisen am Härtesten genannt wird - das Rogengebiet - fand ich am angenehmsten, denn wo Geröll- und Blockfelder sind, da kann man nicht bis zum Knie einsinken. Ich hab Sümpfe, Moorlöcher, Pfützen, Bäche, Flüsse etc. in allen durchnässenden Varianten und auch in allen Winkellagen erlebt. Wirklich erstaunlich wie es in einem Steilhang sumpfig sein kann.
Nur 1 Tag länger ist an sich ne gute Sache, aber ich wünsche jedem bessere Bedingungen, um besser bei 15-20 km zu bleiben. Ich bin 2x bei 13 km gelandet und bin 3x über 30 km gewandert. Grad letzteres ist einfach nicht zu empfehlen, wenn man das vermeiden kann. Erst mal, um die Natur zu genießen, und dann weil es einfach auslaugend ist und das Geläuf das nicht wirklich hergibt.
Ich habe die Tour hauptsächlich durch die Kapuze erlebt. Ich habe auf den meisten Fjällebenen keine Aussicht gehabt und hatte immerhin das Glück, das Helags-Massiv und die Sicht auf den Rogen ungetrübt erlebt zu haben.
Meine Hündin, die erst 2 Monate zuvor wegen Krebs operiert worden war, hat die Tour bestens überstanden und hat bei der furchtbaren Flussüberquerung mir bewundernswert vertraut. Das ist mit das Schönste, das ich von der Tour mitnehme. Aber auch die netten Begegnungen mit den Schweden auf dem Weg und in den Orten. Auch wenn ich sehr wenig Menschen getroffen habe, waren einige Deutsche darunter, und tatsächlich kennen die meisten Schweden den Südlichen Kundsleden nicht. Selbst wenn man sie auf ihm trifft.
Eigentlich wünsche ich nur, dass niemand ebenfalls diese Bedingungen auf dem Südlichen Kungsleden hat. Letztlich habe ich es geschafft und habe ich mich unterwegs nicht verletzt, was ein halbes Wunder ist.
Impressionen:
Noch frohgemut und bei bestem Wetter.
Eine der wenigen Fjällaussichten. Das macht den völlig falschen Eindruck von der Tour.
Was so idyllisch aussieht, war unangenehm und windig.
Ein wenig Herbstimpressionen. Der Indian Summer war zwar irgendwie da, aber vom Regen auch irgendwie weggewaschen.
Ein Schönwettereindruck vom Mittelteil der Tour. Um Flötningen rum gibt es viel Schotterpiste, die eigentlich doof ist, aber im meinem Falle höchst willkommen war, denn man konnte ausnahmsweise den Kopf beim Wandern ausschalten und Strecke machen.
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Harakiri reagierte auf Mia im Zelt in Gear Review Norge på langsHej,
inzwischen bin ich von meiner NPL-Tour zurück und möchte euch davon berichten, wie gut oder schlecht die Ausrüstung für mich unterwegs funktioniert hat. Vielleicht hilft das dem ein oder anderen, der eine Tour unter ähnlichen Bedingungen (Mai-Oktober in Skandinavien) plant.
Link zur Packliste: Klick
Schlafsack: MYOG Schlafsack (ohne Daunen-Balaclava)
In den Monaten Mai-August war der Schlafsack die meiste Zeit über wärmer als nötig, da es nur selten Nächte mit Frost hatte. In den wärmeren Nächten habe ich mich mit dem Schlafsack bloß zugedeckt und konnte so wunderbar schlafen. Denn wenn es etwas zu warm ist, schlafe ich gut, ist es hingegen etwas zu kalt, werde ich ständig wach. Ab September war ich froh über die starke Isolation, da sowohl die Tage und auch die Nächte deutlich kälter wurden. Im Herbst wurde es nicht bloß kälter, sondern auch deutlich windiger. Insbesondere in Nächten, in denen ich Polarlichter beobachten konnte, fror ich abends und brauchte eine extra starke Isolation, um wieder warm zu werden. Der Schlafsack leistete da gute Dienste. Statt dem Daunen-Balaclava nutzte ich eine MYOG-Daunenmütze, die ihren Zweck sehr gut erfüllt hat. Insgesamt wäre wohl auch der etwas leichtere WM Apache (-70g) in Kombination mit der Daunenmütze ausreichend gewesen.
Isomatte: Therm-a-rest XTherm regular
Dazu brauche ich nicht viele Worte verlieren: ich bin sehr zufrieden. Die Matte ist bequem und wärmt sehr gut. Lediglich die Größe finde ich nicht optimal. Sie könnte für mich 20cm kürzer sein, dafür in der Mitte ein klein wenig breiter.
Isomatte: 3mm-Evazote, gekürzt auf 170cm.
Die Matte habe ich tagsüber für Pausen genutzt oder auch als Schutz für die Therm-a-rest in Schutzhütten und auf steinigen Untergründen. Sie ist schon mehrere Tausend Kilometer im Einsatz gewesen und wurde bereits geflickt, tut aber noch ihren Job.
Rucksack: Gossamer Gear Mariposa
In den ersten 2,5 Wochen nutzte ich den Atompacks The Mo mit 50 Liter Volumen in Kombination mit meinem MYOG Hüftgurt. Mit dem Tragekomfort war ich bis dahin zufrieden, aber mit mehr als etwa 12kg konnte ich ihn nicht testen. Wenn ich Lebensmittel für fünf Tage dabei hatte, war er randvoll, obwohl das Zelt außen befestigt war. Wie ich in ihn Resupply für sieben Tage oder mehr reinbringen sollte, war mir unklar.
Aus dem Grund tauschte ich ihn durch den Gossamer Gear Mariposa (60 Liter Volumen, ebenfalls mit MYOG-Hüftgurt). Hier hatte ich genügend Platz, da das Hauptfach deutlich größer ist als beim Atompacks The Mo. Die großzügigen Seitentaschen empfand ich als sehr praktisch, denn so konnte ich in die ganz große Außentasche das Zelt reinstecken, in eine Tasche kam Regenjacke + Regenhose und in die obere packte ich Kleinkram wie Mückenspray und Snacks. In die hintere Mesh-Tasche kam der Raincover, die Faltflasche, Klopapier und der Müll. Vom Tragekomfort her empfand ich den Mariposa (und auch den Atompacks, wobei ich diesen nur vergleichsweise kurz benutzt habe) als deutlich bequemer als den Exped Lightning, den ich früher benutzt habe. Um die Schultern zu entlasten habe, ich an beiden Rucksäcken einen Unterbrustgurt angenäht. Der Gurt ist am Rucksackrücken angenäht und wird direkt unter die Brust geschnallt. Ich würde einschätzen, dass ich mit dem Mariposa ein Gewicht von +- 12kg gut tragen konnte, darüber hinaus wurde es unangenehm. Schmerzen entstanden dann an Hüfte und am Rücken, weniger an den Schultern. Die weiche Polsterung gefällt mir. Leider ist trotz meinem MYOG Hüftgurt auch diesmal ein Problem aufgetreten, dass der Hüftgurt nicht waagerecht sitzt, sondern oberhalb vom Po deutlich tiefer sitzt als an der Vorderseite.
Raincover: MYOG DCF
Den Raincover hatte ich kurz vor Beginn der Tour genäht, da ich bei vorangegangenen Wanderungen die Erfahrung gemacht habe, dass Rucksäcke bei Dauerregen dazu neigen, sich vollzusaugen. Das sich dadurch das Eigengewicht erhöht, brauche ich ja nicht extra zu erwähnen Die Maße hatte ich auf den Atompacks The Mo zugestimmt, wodurch er beim Mariposa nicht mehr optimal saß und zu klein war. Seinen Job erfüllte der Raincover trotzdem: Der Rucksack wurde zwar bei Dauerregen oder Starkregen feucht, durchnässte aber viel weniger als ohne Raincover. Wenn ich auf einer Tour viel Regen erwarte, würde ich wieder das Mehrgewicht eines leichten Raincovers in Kauf nehmen.
Liner: Nylofume
Mit der Performance bin ich sehr zufrieden. Nach 3 Monaten bekam der Liner ein großes Loch und wurde durch einen neuen Liner ersetzt, den mir selbst in mein Paket für die Huskyfarm Innset gepackt hatte.
Schuhe: Hoka Speedgoat 4 Mesh
Die Schuhwahl ist für mich der größte Ausrüstungs-Fail! Mit dem Schuh an sich bin ich zufrieden und habe insgesamt drei Paare gebraucht. Grip und Passform waren super, aber ich würde NIE wieder Mesh-Schuhe in Norwegen benutzen. Angeblich würden Trailrunner aus Mesh, wenn sie einmal nass geworden sind, sehr schnell wieder trocknen. So heißt es zumindest in den Gerüchten und im Forum. Kann ich absolut nicht bestätigen - zumindest in Norwegen funktioniert das überhaupt nicht! Denn um Schuhe trocken laufen zu können, müssen sowohl Wetter und Wege trocken sein - eine seltene Kombination in Norwegen. Trocknen konnte ich die Hokas nur am Ofen, einer beheizten Unterkunft oder über mehrere Stunden im Sommer in der prallen Sonne. Ab Ende August war dafür die Sonne aber nicht mehr stark genug. Zur meiner abendlichen Routine gehörte es, meine Socken auszuwringen.
Nasse Füße und ich - wir werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Im Sommer war es während des Laufens zwar warm genug, aber das Gefühl dauerhaft nasse Füße zu haben, empfinde ich als unangenehm. Zudem neigen nasse Socken viel mehr zur Geruchsbildung als trockene Socken. Ab September hatte ich immer öfters selbst beim Wandern Probleme mit kalten Füßen, wenn Schuhe und Socken nass waren. Dabei gehöre ich eigentlich gar nicht zu den Frauen, die zu kalten Füßen neigen...
In den ersten 2,5 Wochen hatte ich die das gleiche Modell in der Variante mit GTX an und bekam nur nasse Füße/Socken, wenn das Wasser den Schuh überragte. Auf längere Dauer hätte die Membran höchstwahrscheinlich an irgendwo nachgegeben. Trotzdem kommt dort nicht die gleiche Menge an Wasser durch wie bei einem Mesh-Schuh. Fazit: In Zukunft werde ich in Skandinavien oder anderen Regionen mit nasskaltem Wetter Trailrunner mit Goretex bevorzugen! Trailrunner mit Mesh kann ich nur denen empfehlen, die Bock auf dauernasse Füße haben. Selbst einen Gewichtsvorteil kann ich nicht erkennen, schließlich saugen sich die Mesh-Trailrunner beim ersten Wasserloch voll und nehmen entsprechend an Gewicht zu.
Socken:
Insgesamt habe ich auf dieser Tour so wenig Blasen bekommen, wie noch nie. Meine vielen Maßnahmen gegen Blasenbildung (Zehensocken, MYOG Hirschtalg-Salbe, wasserdichte Socken) haben demnach gut funktioniert.
Injinji Liner Zehensocken aus Merinowolle: Ich habe unterwegs zwei Paare benutzt und beide sind noch in Ordnung. Ein Paar hatte ich zum wechseln dabei, aber da ich dieses nicht gebraucht habe, habe ich im Laufe der Tour nach Hause geschickt. Mit Passform und der Wirkung bin ich sehr zufrieden und werde sie in Zukunft wieder verwenden.
Darn Tough 1/4 Socken: Die Socken habe ich selten tagsüber genutzt, da ich stattdessen die wasserdichten Socken als zweite Schicht getragen habe. In Zukunft werde ich in Skandinavien darauf verzichten.
Wasserdichte Socken: Fast jeden Tag habe ich sie über die Injini Zehensocken getragen, um meine Füße und die Liner trocken zu halten. Anfangs hat das hervorragend funktioniert, doch im Juli habe ich dooferweise die Socken auf dem Ofen getrocknet und danach waren sie undicht. In meinem Paket in Umbukta war ein 2. Paar. welches länger dicht hielt. Nach etwa einem Monat Nutzungsdauer nahm die Dichtigkeit nach und nach ab, am Ende war die Ferse innen aufgescheuert. Trotzdem wurden die Merinosocken meistens nur feucht und nur manchmal richtig nass. Die wasserdichten Socken musste ich jeden Abend auswringen.
Wenn ich einen Fluss furten musste, habe ich die Socken ausgezogen und bin barfuß mit den Trailrunnern durchgelaufen. Erst nach der Furt habe ich die Socken wieder angezogen. Dieses Vorgehen hat sehr gut funktioniert. Einmal habe ich mit Socken einen knietiefen Fluss gequert und die Linersocken waren danach klatschnass, weil das Wasser von oben reinlief. Das habe ich danach nie wieder getan.
Schlafsocken: Decathlon Quechua SH500
Ich war mit der Wärmeleistung im Zelt sehr zufrieden. Nach drei Monaten war allerdings die Ferse sehr dünn geworden und daher trug ich sie abends in Kombination mit den Darn Tough Socken. Da ich keine Campschuhe dabei hatte, lief ich auch in den Hütten mit den Socken herum. Möglicherweise sind sie deshalb schneller durchgescheuert. Ab Ende September waren mir die Socken in der Hütte ohne Campschuhe selbst in Kombination mit den Darn Tough nicht mehr warm genug, da der Boden kalt war. Manchmal gab es zum Glück Hüttenschuhe, die ich mir ausleihen konnte.
Schneeschuhe: ABS Above Gr. S
Da im Winter 22/23 extreme Schneemassen gefallen sind, lag auch im Mai und Juni noch meterhoch Schnee im Fjell. Manch andere sind deshalb auf Straßen ausgewichen, ich hingegen wollte trotzdem durchs Fjell gehen und habe die ersten 2,5 Wochen daher Schneeschuhe mitgeschleppt. Im Endeffekt habe ich sie kein einziges Mal genutzt, obwohl ich viele Tage durch verschneite Landschaften gewandert bin. Meistens trug der Schnee auch so relativ gut. Aber gerade dort, wo die Schneedecke unterbrochen war, sackte ich oft ein. Hätte ich die Schneeschuhe dort nutzen wollen, hätte ich sie ständig an- und ausziehen müssen. Das Mehrgewicht von 1,1kg inkl. Luftpumpe hätte ich mir also sparen können.
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Fortsetzung folgt!
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Harakiri hat eine Reaktion von Mooritz erhalten in Kungsleden im WinterAbend! Es freut mich zu hören, dass mein Bericht dich dazu bewegt, eine Tour im hohen Norden zu planen!
Ich fasse mal die bisherigen Punkte zusammen, was die Kritik an deiner Ausrüstung angeht, und füge ein paar Dinge hinzu:
- dein Rucksack ist deutlich zu klein, selbst für eine Hüttentour. Bei einer Tour mit Zelt und Nahrung für einige Tage braucht man denke ich mindestens 70-80l. Ich war mit 110l und 13kg am Ende unterwegs. Mittlerweile habe ich auch eine Pulka, aber bei kürzeren Touren (bspw. auf dem Kungsleden) oder vor allem Hüttentouren halte ich einen Rucksack für vernünftiger
- das Akto ist für kürzere Touren bestimmt top, aber wenn du länger als eine Woche zelten willst, würde ich ein größeres Zelt wählen, in dem du weniger in Berührung mit dem Innenzelt kommst und auch mal einen Tag ohne Probleme abwettern kannst
- du brauchst definitiv Schneeheringe anstelle der Titanheringe. Man kann auch selbst welche basteln. Falls nicht, würde ich die Blizzard Stakes von MSR empfehlen. (Kleiner Hinweis an alle Mitleser, die Schneeheringe brauchen: Die Naturehike-Dinger von Aliexpress haben komplett falsche Gewichtsangaben, die sind viel schwerer... )
- in den Noppen der Z-Lite sammelt sich leider viel Eis. Ich würde daher eher eine 19mm EVA-Matte nehmen. Dein jetziges Schlafsetup ist viel zu wenig warm für eine richtige Wintertour nördlich des Polarkreises
- du brauchst wenn du zelten willst eine Bürste, um deine Sachen von Eis zu befreien. Eine normale Haarbürste reicht vollkommen
- der Schlafsack ist unpassend. Ich würde entweder mehrere Schlafsäcke kombinieren (hat bei mir super funktioniert) oder direkt in einen passenden Winterschlafsack investieren – Western Mountaineering ist da die beste Adresse, aber ist natürlich schweineteuer. Gebraucht gekauft spart man sich eine Menge Geld. Die Komforttemperatur sollte mindestens -35°C betragen, wenn es ein einzelner Schlafsack ist. Ich persönlich habe an einem Punkt sogar drei Schlafsäcke gleichzeitig verwendet und war somit für Temperaturen bis -45°C gewappnet - auch wenn es nur -20°C nachts waren.
- zur Kleidung sage ich erstmal nichts, du hast ja noch einen Regenrock auf der Liste stehen usw! Man kann sich eigentlich prima für sehr sehr wenig Geld beim Decathlon eindecken. Die Qualität der Kleidung dort ist jedenfalls über alle Zweifel erhaben. Solange man keine ethischen Bedenken damit hat, ist das definitiv die beste Anlaufstelle für Einsteiger. Lediglich eine gute Hardshelljacke und dünne Handschuhe würde ich wo anders kaufen
- du brauchst entweder Schneeschuhe und fette Stiefel oder, noch besser: Skistiefel, Ski, Wachs, Skistöcke, ggf. (Kurz)Felle. Ich würde ganz klar für Ski plädieren, damit wirst du viel mehr Spaß haben und man lernt das „Fahren“ schnell - am besten aber unter der Baumgrenze oder in der flachen Tundra - bitte nicht auf dem Kungsleden
- eine große Thermoskanne, einen leichten Topf und ein Multifuel-Kocher aller MSR XGK EX oder Whisperlite wirst du unbedingt zum Schneeschmelzen brauchen. Offenes Wasser wirst du nur selten finden und wenn es mal welches gibt, ist es beschwerlich, daran zu kommen. Ich würde ganz klar von Gaskochern, Spirituskochern usw. abraten und ausschließlich mit Benzin arbeiten. Als ich in Vardö in der Finnmark nicht an Waschbenzin kam, habe ich einfach Benzin an der Tankstelle gezapft. Das gibt zwar eine Menge Rückstände, aber funktioniert trotzdem ohne Abstriche, wenn man einen ordentlichen Multifuelkocher hat
- man kann grundsätzlich kalt essen, das habe ich auch größtenteils gemacht. Wichtig ist dann aber, dass man nur seht trockene Sachen mit hoher Kaloriendichte nimmt, die kaum Luft enthalten. Kekse, Nüsse, Riegel usw. Eis am Stiel geht auch immer, oder gefrorene Torten.
Wichtig ist immer, dass man Riegel und solche Dinge vorwärmt, wenn man nicht seine Beißer verlieren will. Warmes Essen ist gut für die Moral, das kann ich bestätigen, aber nicht zwingend nötig
- dir fehlt einer der wichtigsten Gegenstände überhaupt, die Schneeschaufel! Ich kann dir die Arva Ultra empfehlen, weil sie extrem leicht ist. Zwar ist die Verarbeitung nicht erste Sahne, was bei dem Preis etwas enttäuschend ist, aber halten tut sie und ist für das Gewicht (~310g) über alle Zweifel erhaben
- du wirst einen VBL (wie den Western Mountaineering HotSac) brauchen, wenn du länger mit dem Zelt unterwegs bist und zwischendurch deinen Schlafsack nicht in Hütten trocknen willst/kannst. Gerade zum Thema VBL solltest du dich unbedingt einlesen, das ist überlebenswichtig!
- für deine Füße brauchst du neben mehreren Schichten Socken, die übereinander passen und eine große Temperaturspanne abdecken unbedingt VBL-Socken oder einfach Plastiktüten, damit dein Schuhwerk nicht vom Schweiß nass wird. Auch hierzu musst du dich unbedingt so gründlich es geht informieren!
- du brauchst definitiv eine Kopflampe, wenn du nicht erst Ende April unterwegs sein willst. Im Februar ist es noch richtig dunkel. Eine kleine Lampe von Nitecore wie die NU25 reicht finde ich aus, wenn du nicht im dunkeln unterwegs sein willst (was unnötig und gefährlich ist)
- zusätzlich zu deiner Brille benötigst du eine Skibrille, die darüber passt und deine Augen vor dem starken reflektiertem Sonnenlicht schützt. Getönte Gläser sind auch hilfreich, um bei schlechten Konditionen besser sehen zu können. Im Whiteout kann das einen großen Unterschied machen. Ich will jetzt aber keine falschen Angaben zu den Kategorien der Brillen machen - sicher ist nur, dass du definitiv eine Skibrille brauchst
- ich würde dir stark zu einem Notfallsender wie einem Garmin Inreach Mini oder -Exlorer+ raten, mit dem du bei einer Verletzung oä. hilfe rufen kannst, ohne auf Handyempfang angewiesen zu sein. Mit dem Inreach Explorer+ kannst du dir auch Wegpunkte setzen und rudimentär navigieren, wenn du nicht auf Karten angewiesen sein willst. Der Akku hält ewig. Trotzdem würde ich eine dicke Powerbank mitnehmen. Elektrische Geräte musst du permanent am Körper halten, das ist essentiell, sonst entleeren sich die Batterien bei Kälte
Das sind jetzt nur die Punkte, die mir auf die Schnelle eingefallen sind. Später werde ich ggf. noch Dinge ergänzen oder generell etwas schreiben. Lass dich nicht davon abschrecken, das einzig schwierige an Wintertouren ist die Finanzierung! Ich dachte letzten Winter, mit 1000€ wäre alles gegessen, aber habe jetzt schon über 4000€ für das Equipment hingeblättert – ich persönlich setze jetzt aber auch nur noch auf Spitzenprodukte. Mit gebrauchten Artikeln und Sachen von Decathlon lässt sich jedenfalls sehr viel Geld sparen!
Sowohl das investierte Geld, als auch die aufgewendete Zeit lohnen sich sehr. Es gibt nichts schöneres als Wintertouren...
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Harakiri reagierte auf shotta51 in Endlos wandern nach Trauerfalldu solltest zum nächsten Psychologen, Tagesklinik oder Notfalleinrichtung wandern.
Du bist nicht der erste und letzte der auf Tour feststellt, dass man vor seinen Problemen nicht fliehen kann, egal wo man ist. Vorallem nicht wenn du abends laaaange Zeit hast dir im Zelt Gedanken zu machen. Vor allem bist du dann ganz alleine mit deinen Gedanken.
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Harakiri reagierte auf Namie in Hin & wieder zurück, eine Sarek-Kurz-GeschichteHier bin ich schon wieder …. Wollte ich nicht 10 Tage in den Sarek? Und sollte ich nicht noch im Nirgendwo stecken?
Ja genau, alles soweit richtig.
Ich bin jedoch seit Samstag schon wieder zurück!
Nein es ist nichts schief gegangen, ich hatte perfektes Wetter ☀️, meine Ausrüstung hat wunderbar funktioniert und auch sonst gibt es keine Verletzungen oder Ähnliches.
Also von Vorne:
Am Freitag früh um 06:00 starte ich aufgeregt und motiviert in mein Abenteuer. Der Abschied von meinem Liebsten fällt mir schwerer als ich es zeige… ☺️
Die ersten ca. 7 km gehen von Kvikkjokk auf dem Kungsleden Richtung Norden. Es ist ziemlich nass unter mir, von Bächen die den Weg nutzen bis hin zu Pfützen die eher einem See anmuten bietet sich mir alles. Zwischendrin gibt es aber auch trockene Stellen und natürlich, gerade über die Moore, viele der in Schweden üblichen Planken.
Die Mücken sind so aktiv das ich und mein Moskitospray schon nach kurzen aufgebe. Ich ziehe die Regenjacke an und die Kapuze tief ins Gesicht, dass funktioniert super, ist jedoch recht warm. Später ziehe ich daher obenrum einfach alles bis auf den Sport-BH aus, so geht es dann ganz gut.
Die Stelle an denen sich mein Weg vom Kungsleden trennt und ich weiter Richtung Pårek/Boarek laufe ist auch ein kleiner See, heute werden meine Füße nur einmal nass und kein mal trocken .
Ein recht kleiner Bach den ich jedoch nicht ganz überspringen kann verschluckt fast meinen Fuß, der von der Kante abrutscht und im Untergrund direkt ein ganzes Stück versinkt.
Ansonsten klappt aber alles prima. Auch die erste richtige Furt gehe ich Mutig und Konzentriere an und komme gut durch. Trotzdem registriere ich wie rutschig die Steine sind, wie wichtig es ist jeden Schritt sorgsam zu machen, wie viel Zug die Strömung hat wenn man mal Knietief drin steht!
Mein nächstes Etappen Ziel auf Höhe von Pårek/Boarek erreiche ich so gegen 14:20.
Langsam werden die Bäume kleiner und weniger, bis sie dann verschwinden.
Ich bin hin und weg von der Landschaft durch die ich wandere. Die Berge vor mir… und das ist ja erst der Einstieg zum Sarek.
Obwohl ich noch massig Zeit hätte weiterzulaufen und auch weitere 3 km geplant hatte, spüre ich eine Unsicherheit im Bauch. Es ist wunderschön hier. Das Wetter könnte kaum besser sein, ich bin wunderbar voran- und mit allem zurecht gekommen… trotzdem wächst da etwas in mir… ich kann es gar nicht genau beschreiben.
Ich habe mich ein Jahr auf den Sarek vorbereitet, davon geträumt, meine Ausrüstung zusammen gestellt, mehrere Routen und Alternativen raus gesucht, mich mental auf schlechtes Wetter vorbereitet, mit meinem Partner immer wieder darüber gesprochen der mich nur schweren Herzens ziehen lässt und mir dennoch den Rücken gestärkt hat.
Jetzt stehe ich hier in meinem Traum … in diesem Wahnsinns Abenteuer …. und spüre dass es für mich allein zu groß ist.
Ja ich möchte in den Sarek, gerade jetzt wo ich schon im „Eingang“ stand und ich erahnen kann wie sehr mich das beeindrucken wird, hat dieser Wunsch an Größe gewonnen.
Hier und jetzt fühle ich mich dem jedoch allein nicht gewachsen.
Ich treffe die Entscheidung umzukehren noch nicht gleich.
Erst ein Mal beschließe ich nicht weiter zu gehen, sondern mir nach 20km Strecke einen Zeltplatz unterhalb des Boarekmassiv zu suchen.
In Ruhe Baue ich mein Zelt auf. Koche und Esse, genieße es hier zu sein und bin in Ruhe mit mir.
Gegen Abend wird der Wind stärker, aber mein Zelt steht wunderbar, nur schlafen kann ich nicht so richtig. Ich spüre in mir dem Gefühl nach… Es ist nicht so ganz leicht mir zu zugestehen das ich hier nicht alleine weiter möchte.
Auch nicht das ich meinen Liebsten ganz schön doll vermisse….
Nach einer etwas unruhigen Nacht bin ich gegen 04:30 Wach.
Beim Frühstück entscheide ich mich endgültig meinem Bauchgefühl zu folgen. Ich erinnere mich daran was für mich Yoga bedeutet und was ich den Menschen in meinen Kursen mit geben möchte: „Sei frei du selbst zu sein“ Dass beinhaltet die eigenen Entscheidungen nach eigenem Gefühl zu treffen. Sich in ein Abenteuer auf zu machen und umzudrehen wenn es doch nichts ist.
Es bedeutet auszuprobieren was ausprobiert werden will und frei zu sein jeder Zeit den Weg, zu ändern!
Und so halte ich mich selbst daran und treffe frei meine Entscheidung umzukehren. Hier und jetzt will ich zurück zu meinem Partner und es fühlt sich zu 100% gut und richtig an.
Gegen 06:00 starte ich und laufe den Weg von Gestern wieder zurück. Nicht ohne den Wunsch wieder zu kommen - mit Begleitung - aber das hat Zeit.
Ich freue mich auf 8 Tage mehr gemeinsames Erleben, viele kleine und größere Wanderungen in Schweden und Norwegen und alles was uns dieser Urlaub noch so bringt!
So endet meine Sarek- Kurz- Geschichte nach zwei Tagen zurück in den Armen meines Partners, Glücklich und Müde und um viele Erfahrungen reicher.
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Harakiri reagierte auf ChrisS in Modepolizei beim BikepackenLive erlebe ich die RR-Szene eigentlich genauso durchmischt wie in den Foren. Es kommt mMn auch gut in dem Thread raus: Es gibt die Fahrer, die klar und bewußt ihre Ruhe haben wollen, dementsprechend nicht grüßen (was wiederum eher unhöflich ist) und sich abgrenzen. Dann die Stammtischfahrer, die gerne und zuviel herumlabern (besonders gerne ungefragt) und sich halt über den Kaufpreis des Rades und der Klamotten profilieren wollen. Gibbet hier aber auch...
Dann gibt es die freundlichen Jungs und Mädels, die grüßen, bei Pannen anderer Fahrer anhalten und smalltalken, mitfahren (lassen) etc. Und dann gibt es noch die große Grauzone dazwischen.GIbbet hier aber auch...
Ist doch hier genauso: Hier wird auch moralisiert, sich über sein Verhalten profiliert (nachhaltig, Onlinehandel,LNT,Ausbeutung bla bla bla), herumgeschwafelt, polemisiert und verbal genervt. Genauso wird von anderen Usern fachkundig diskutiert, differenziert und ein angenehmer Umgangston gepflegt, Wenn ich daran denke, wie hier früher Neu-User teilweise weggebissen wurden von sogenannten Insidern und Experten. Das ist schon deutlich besser und die Ausreisser weniger geworden (Grüße an Telegram).
Was allerdings erschreckend ist: Der Umgangston im MTB-Forum. Da wird viel zu wenig moderiert...
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Harakiri reagierte auf dermuthige in Impressionen von TourenSo'n Krams will ich auch nicht rauf. Aber uns war's schon auf der Westtour um den Hardangerjøkulen in der Hardangervidda zu heikel, weshalb wir letzte Woche doch umgedreht und östlich rum sind. Wo doch letztens erst im Sicherheitsfaden über Tourabbruch gesprochen wurde, ganz passend.
Am 2. Juli gegen 12:30 Uhr in Finse aus der Bahn gestiegen, in der Hütte eine Waffel verspeist, dann los. Schöner Blick! Leider direkt den ersten T-Marker verpasst und 5 km am falschen See entlang weiterspaziert. Kann kommen, wenn man zu zweit unterwegs ist und sich verplaudert. Weitere 5 km voller Abkürzungs- und Furtversuche später erreichen wir dann den richtigen Weg und die erste sehr willkommene Sommerbrücke:
Wie man sieht, liegt noch ordentlich Schnee. Aber hey, mit der Brücke ist der Sommerwanderweg in Richtung Rembesdalseter ja schließlich eröffnet? Das schwere Teleobjektiv macht sich hier immerhin bezahlt, oder "getragen":
Wir waren vorhin versehentlich irgendwo dort auf der anderen Seite des ersten Sees rechts:
Nach einer Furt, die ich mir alleine nicht zugetraut hätte – ging dahinter den Berg runter –, verdichtet sich in der Höhe die Schneelage:
Die eingebrochenen Schneefelder mit reißenden Schmelzwasserbächen darunter gefallen uns überhaupt nicht – haben hiermit keine Erfahrung. Wir sind zwar fast am höchsten Punkt der Strecke, aber es ist schon spät. Also vertagen wir die Entscheidung.
Am Morgen erwartet uns dicker Nebel. Als ich aus dem Zelt blicke, weiß ich: Wir drehen um. Nur mein Mitwanderer weiß das noch nicht so sicher. Als zwei Schneefelder später aber wohl ein Bach unter uns durchgerauscht war, den wir vorher nicht sehen und damit die Gefahrenlage überhaupt nicht einschätzen konnten, sagt auch er: Lass mal umkehren. Hilft auch nix, dass nebst Nebel viele Wegmarker noch verschneit und viele Wegstöcke schon umgefallen sind.
24 Stunden später sind wir also zurück in Finse. Unsere 6-tägige Tour über den Harteigen bis Trolltunga ist damit gelaufen, ohne dass wir viel gelaufen wären. Wir gehen stattdessen östlich über Kjeldebu nach Liseth/Garen, lassen uns Zeit. Die Route hat zwar ebenfalls viel Schneeblick, dafür einen deutlich besser machbaren Wanderweg.
Den Vøringsfossen haben wir natürlich auch nicht ausgelassen:
Hat alles in allem Spaß gemacht. Für die eigentliche Tour muss ich eigentlich nochmal wiederkommen. Allerdings sind die meisten meiner Bilder auf den ersten beiden Tagen nah am Hardangerjøkulen entstanden, wo es noch viel hoch und runter ging – der Eindruck der Vidda südlich des Gletschers war mir im Vergleich etwas zu flach (bzw. gleichmäßig hoch?) und fotografisch langweilig. Mal schauen!
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Harakiri reagierte auf Jever in Packliste hüttengestützte Tour in den AlpenDa immer mal wieder die Frage nach einer Packliste für Mehrtagestouren in den Alpen (z.B. für den E5) auftaucht, kommt hier mal meine Grundliste. Und da eine Liste als Vorlage ohne Erläuterungen sinnlos ist, nun im Detail. Die Liste ist keine Theorie, sondern ist das Ergebnis von rund 1000 Hüttenübernachtungen.
Kleidung oben:
Ich setze auf vier Lagen, bestehend aus dem Unterhemd sowie je einer Windblocker- und Regenschutzschicht, und dazwischen noch eine Wärmeschicht. Zusammen genommen sind die Schichten warm genug für ein Worst Case Scenario (Abstieg bei Wettersturz im Schneefall, Sturm und bei unter Null Grad). Ich nutze nur langärmliges Material und rolle notfalls die Ärmel hoch. Unbedeckte Haut muss gegen Sonne geschützt werden und ist suboptimal im Firn, Fels, Geröll und Schutt (Verletzungsgefahr).
Alle Schichten sind oben herum farblich so gewählt, dass ich im Gelände sichtbar bin (rot, orange, gelb, neongelb,. ..),bei Touren abseits der Touristenmassen setze ich durchgehend auf Neonfarben in allen Schichten. Die Meinung anderer bezüglich Aussehen ist mir da herzlich egal, es geht um meine Haut und darum, ob mich eine Suchtruppe möglichst gut auch bei suboptimalen Bedingungen (Regen, Nebel, Schneefall, Dämmerung) findet, oder nicht. Farbe funktioniert ohne Strom, ohne Knopfdruck und 24 Stunden pro Tag und ist der beste passive Schutz im Gebirge. Nebenbei hat noch kein einziges Mal jemand irgendwelche Bemerkungen fallen lassen, und die Regacrew, die mich 2016 mit kaputtem Bein vom Berg kratzen musste, war hocherfreut darüber, mich so einfach im Gelände auffinden zu können.
Alle Klamotten sind aus Synthetik. Wolle saugt sich mit Wasser voll, Wasser muss verdampfen und führt zur Auskühlung, und Kälte tötet. Also lieber etwas mehr stinken und zum Ausgleich weniger frieren.
Handschuhe: Pfanner Stretch Flex Ice Grip, oder wenn man die nicht bekommt, Gartenarbeitshandschuhe vom Obi. Dank der Gummischicht wasserunempfindlich und mit sagenhaftem Grip am Fels. Aufgrund der roten Farbe vergisst man die im Gras seltener, und der Klettverschluss ist ein hübscher Bonus für Handschuhe, die pro Paar etwa 8-9 Euro kosten. Am besten gleich mehrere Paare kaufen, zumindest mir fallen die gerne in steileren Kletterstellen gerne den Hang runter, wenn ich sie ablegen muss.
passende Arbeitshandschuhe aus dem Baumarkt für unterwegs
Kappe: winddicht in Helmform ohne dick auftragende Nähte an der Kopfseite, damit auch mal ein Helm drauf passt und die Kappe auch dann nicht stört, wenn man sie im Bett trägt.
Kleidung unten:
Neben einer 0815-Unterhose kommt entweder eine gefütterte Hochtourenhose zum Einsatz, ergänzt um eine Regenhose, oder in tieferen Lagen eine dünne Wanderhose (Decathlon) plus Regenhose, ergänzt um eine lange Unterhose auf längeren Touren mit unsicherer Wettervorhersage (Stichwort Wettersturz).
Als Socken kommen Kompressionsstrümpfe (Blasenschutz), ergänzt um dünne Trekkingsocken /Falke TK2 o.ä.) bzw. Seal Skins bei Regen oder längeren Touren im Schnee im Hochsommer. Die Skinz halten hervorragend warm und die Füsse trocken.
Kleidung generelle Anmerkungen:
Aufgrund der zig Schichten ist es kein Problem, unterwegs mal ein Kleidungsstück durch einen Waschzuber o.ä. zu ziehen. Dann sitze ich eben einen Abend in der Regenhose in Hütte herum.
Bei der Wetterschutzschicht setze ich auf leicht&billig, nachdem zig teure Gorejacken oft jahrelang ungenutzt im Rucksack mitgetragen wurden, nur um beim ersten oder zweiten Einsatz bereits undicht zu sein. Das ist mir das Geld nicht wert.
Hüttenschuhe: lohnen sich vor allem bei An-/Abreise per ÖV, zumindest in CH sind überall ausreichend Hüttenschuhe vorhanden, eigene somit unnötig. Ich nutze billige Badelatschen (ca. 7 Euro) mit wasserdichter Gummisohle vom Ali. Leicht, brauchen kaum Platz, sind stabil
Schuhe: passend zum Gelände. Auf touristischen Pfaden im Bereich T1-T3 Trailrunner, bei Touren abseits der Pfade und bei T4 und darüber leichte Bergstiefel, und wenn die Route unbekannt ist: Bergstiefel.
Sonstige Ausrüstung :
Der Rucksack hat grob 35L Volumen. Wer für eine hüttengestützte Tour mehr braucht, hat falsch gepackt. Beim Rucksack sind Aussenbefestigungen für Stöcke, ev. Eisbeile und Steigeisen wichtig. Netzttaschen und Täschchen am Hüftgurt sind imo Gimmicks, die habe ich nie vermisst. Wichtig ist eine schlanke Rucksackform, falls es unterwegs enger zugeht.
Das Komfortlimit sollte bei mind. 10kg liegen, so dass man unterwegs auch mal frische Lebensmittel (Brot, Käse, Wurst etc.) oder eine Dose Bier einpacken und neben dem Rest (Trinkwasser,…) tragen kann, ohne dass das System gleich wegen Überladung zusammen klappt. Lohnenswert ist es, zumindest 3-5 Minikarabiner (so 2 cm lange Dinger) einzuklippen, um irgendwelche Dinge am und im Rucksack besser befestigt zu bekommen (Geldbeutel, Riemen der Stöcke, Handschuhe).
Traditionelle, wandernde Schrankwände (Pfälzerhütte, 2h oberhalb des Talorts) - k.A. was die alles schleppen, aber es ist zu viel.
Mein Rucksack sah trotz Hüttenübernachtung nicht wirklich annähernd so prall aus (nicht im Bild die Gehkrücken, die ich auch mittragen durfte, weil man mir 2.5 Wochen davor Schrauben aus dem Fussgelenk entfernt hatte).
Stöcke: Alu, kein Carbon. Ich habe noch keinen Alustock abgebrochen bekommen (maximal verbogen) und mittlerweile grob 10 Paar Stöcke herunter genudelt. Ein Paar Leki Carbonstöcke, die ich zum Testen bekam, war nach ersten Tourentag bereits ein Fall für den Restmüll.
Sonnenbrille: Gletscherbrille, Kat 4. Dann ist es egal, wo man entlang läuft und braucht keine zweite Brille.
Sonnencreme: LSF 50, Daylong. Beste Creme am Markt, hält lange, fettet nicht, zieht schnell ein.
Taschenlampe: bei touristischen Touren (Strom/Licht auf den Hütten) reicht eine kleine Lampe für das Schlaflager, wenn man morgens früh im Dunkeln am Berg unterwegs ist, sind 200 Lm dauerhaft und stundenlang Pflicht, bei Touren abseits der gepflegten Wege (Schutt mit Steinmännchen bei Dunkelheit) kann man höchstens ausreichend, nie aber zu viel Licht dabei haben. Beste Lichtfarbe, um andere z.B. im Schlaflager nicht zu stören, ist blau. Rotes und weisses Licht geht quasi ungefiltert durch geschlossene Augenlider und stört, blau wird gefiltert.
Uhr/Höhenmesser: die wichtigsten Elemente sind absolute Höhe, Uhrzeit sowie Vertikalgeschwindigkeit, damit man abschätzen kann, wie gut man zeitlich unterwegs ist. GPS braucht es nicht in der Uhr, da reicht bei gutem Wetter entsprechende Software auf dem Handy aus. Im Winter ist ein dediziertes GPS Pflicht, Handy reicht nicht.
Handysoftware: OSMAnd Vollversion mit Hill Shading und Höhenlinien Addon reicht in 90% der Fälle aus, denn für AT/CH/IT sind die relevanten Wege alle drin. Für CH ist noch die Swisstopo App wichtig (Karten daheim herunter laden, können dann offline genutzt werden). Wer CH Karten für die Feinnavigation braucht: auf https://map.geo.admin.ch/ kann man pdfs bis zu 1:10k Auflösung erstellen und mitnehmen.
Wasserfilter: ich saufe aus jedem Bach, sofern dieser nicht eindeutig unterhalb einer dicht bestossenen Weide verläuft, und habe in 30 Jahren noch kein einziges Mal Probleme gehabt. Daher kein Wasserfilter.
Erste Hilfe Set: enthält neben dem öfters benötigten Kram (Pflaster) auch eine Kompresse für stark blutende Wunden (Israeli-Verband), denn dies ist eine der wenigen Möglichkeiten, dass jemand trotz Heli ins Gras beisst, bevor die Profis da sind. Oben drauf noch eine Rettungsdecke sowie Panzertape, fertig.
Als Biwaksack nutze ich ein leichtes Mehrwegteil (Aliexpress, 20 Euro). Ist stabiler als die PET/PE-Tüten, kann man oben herum halbwegs gut verschliessen und ist zudem als Biwakhülle für Schlafsäcke nutzbar.
Elektronik: muss jeder selber wissen, ob er Kamera mitnimmt oder nicht. So eine Sony Alpha mit Zeiss Objektiv stellt jedes Handy qualitativ in den Schatten, mir ist das das Gewicht wert.
Ladegerät: kein billiges und leichtes Teil aus China (Brandgefahr), sondern lieber ein qualitativ hochwertiges Schnellladegerät, damit der Ladevorgang schnell über die Bühne geht. Dazu eine 10000mAH Powerbank als Ergänzung reicht mir.
Worst Case Szenario - Wettersturz /Kaltfront:
Obwohl der Wetterbericht mittlerweile hervorragend ist und zudem quasi an jeder Ecke der Alpen abgerufen werden kann, kommt es ständig zu solchen Ereignisse:
https://www.polizeinews.ch/nach-alarm-aus-israel-rega-crew-evakuiert-neun-wanderer-vom-corona-die-redorta-ti/
Wichtig:Wenn der Wetterbericht einen Wettersturz oder eine heranrückende Kaltfront ankündigt, dann nimmt man die Beine in die Hand und sucht sich entweder eine Hütte, auf der man notfalls auch mal 1-2 Tage verbleiben kann, oder man steigt ins Tal ab. Kaltfronten sind wie Schwangerschaften - das Kind kommt eventuell später als angekündigt, oder eben auch mal verfrüht, aber es kommt garantiert.
Eine Kaltfrontbedeutet im Hochsommer Schnee bis tw. runter auf 1300m und in höheren Lagen 30-50cm Neuschnee, alles verbunden mit Gewitter und Stürmen. Man findet danach kein Wegzeichen mehr, Felsen sind überfroren und/oder mit Schnee bedeckt, und Grashänge werden zu Rutschbahnen.
So sah es z.B. bei uns in der Greina im August aus, nachdem die Sonne schon das Meiste vom Vortag wieder weggebrannt hatte:
Für so etwas muss(!) die Ausrüstung ausgelegt sein, sollte man trotz aller Informationsmöglichkeiten in so etwas hinein geraten. Jap, es ist "unnötiger Ballast" (Handschuhe, Kappe, lange Unterhose), und mit Glück schleppt man es das ganze Leben lang umsonst auf Tour herum, aber wenn man es braucht, dann rettet es einem den Hintern.
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Harakiri reagierte auf Green Freedom in Impressionen von TourenImpressionen aus unserem 2-wöchigen Campingtrip durch Schweden.
Wir haben uns einen Camper ausgeliehen uns sind mit Ziel Schweden los gefahren.
Zuerst haben wir tolle Strände an der Westküste besichtigt.
Dann sind wir in das Glaskogen Naturreservat gefahren, wo wir einige Tage verbracht haben. Dort hat es uns sehr gut gefallen. Die Natur war sehr schön, wild und ruhig. Die Wandertrails sind aber teilweise sehr wenig begannen,was sie schwer zu laufen macht, dafür hat man ruhe pur. Hier haben wir auch schon einen ersten Vorgeschmack bekommen, was uns bezüglich Mücken im Fjäll erwarten würde.
Zuerst waren wir in den Fjälls rund um Sälen, wo ich 2021 schon war und den südlichen Kungsleden begonnen hatte. Diesen hatte ich damals im Fulufjället aus diversen Gründen abgebrochen. Einer der Gründe war, dass mir das Fjäll zu rau und karg war. Ich wollte dem skandinavischem Hochland aber nochmal eine Chance geben. Somit waren wir auch noch im Fulufjället und im Femundsmarka (Norwegen/Schweden). Leider hat es uns dort nicht so sehr gefallen, als dass wir die Mücken weiterhin hin nehmen wollten. Entsprechend hab ich auch nicht viele Bilder gemacht. Immerhin haben wir auf unserer "Flucht" noch einen riesigen Elch über die Straße laufen sehen.
Wir haben dann noch ein paar entspannte tage am Meer verbracht und sind dann wie geplant abgereist.
Am Ende muss ich doch feststellen dass Schweden einfach nicht mein Land ist, die Wildnis ist zwar sehr anziehend, aber "nur" für die tolle Wald-Moor-Seen-Landschaft fahr ich dort so schnell nicht mehr hin.
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Harakiri reagierte auf Jever in Impressionen von TourenHütteneröffnung Saison 23 an der Stüdlhütte, und es gab Platz, und somit wurde der Grossglockner angegangen, über den Stüdlgrat. Der ist AD+, Fels III obligatorisch - bei guten Bedingungen.
Am Einstieg in den Grat schon einmal Schnee, aber noch Sicht
Auf den ersten Metern dann schneefrei (dafür nass und tw. überfroren), aber die Sicht verschwindet.
Und ab SL3 dann Mixed Gelände bis rauf auf den Gipfel sowie manchmal unter 15m Sicht und Schneefall. Bonuspunkte dann für den Firn, der trotzdem fröhlich vor sich hin taute und für extra Spannung sorgte, wenn man mal wieder 10m ohne Zwischensicherung einen 50° Hang (oder Platte) rauf musste, und nicht wusste, ob das noch hält. Zusatzbonus für zwei Fastabflieger, als bei meinem Kollegen Schneebrücken nachgaben.
Das letzte Bild knapp unter dem Frühstückplatz, danach war ich bis zum Gipfel busy mit aufgeweichtem Firn, ausbrechenden Tritten im Schnee und Eis.
Am Gipfel zum Ausgleich dann auch Null Sicht - nach 8.5 Stunden ab Hütte (Normalzeit 4.5h). Danach gab es noch 1800Hm runter zum Auto und 5 Stunden Autofahrt.
Beim Abstieg zum Vorgipfel dann reisst es doch noch auf.
Stüdlgratkante in der Seitenansicht (von der Erzoghütte aus).
Um Mitternacht war dann mein Zug in Memmingen längst weg, zum Glück hatten wir vor Ort einen Spontanplatz. Und so ging es eben eine Nacht verspätet heim.
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Harakiri reagierte auf Oska in Impressionen von TourenUnd weiter gehts. Bilder vom München-Venedig Trip. Alpes - Nature Series 16:9
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Harakiri reagierte auf wilbo in UL und SicherheitDas war eines meiner oben genannten lehrreichsten Erlebnisse.
Nachdem ich einen ganzen Tag lang, eine 70 kg Pulka auf eine schwedische Hochebene gezogen hatte, bin ich gegen Ende des Tages einfach umgefallen. Mein Kopf gab noch die Anweisung, die Skistöcke zum Stützen zu verwenden, doch die Arme wollten einfach nicht mehr.
Als ich so im Schnee lag, wurde mir klar, dass ich heute keinen Schritt mehr weiter komme und genau hier campen werde. Die Entscheidung war keinen Augenblick zu früh, denn in kurzer Zeit würde mein Zeltplatz von einem Gebirgszug beschattet werden, was bei -15 grad ungemütlich wird. Ich schaffte es gerade mal so, noch bei Sonnenschein das Lager einzurichten und ins Zelt zu kriechen. Augenblicklich fiel die Temperatur drastisch und ich war froh meine Innenschuhe endlich am Kocher langsam auftauen zu können. Die waren inzwischen mit den Socken zusammengefroren und ich machte mir ernsthafte Sorgen um meine tauben Zehen.
Alles in allem lief das Biwak glimpflich ab. Ich konnte hin und wieder eindösen und war mit meinen beiden Schlafsäcken und der dicken Daunenjacke über allem halbwegs geschützt.
Es hatte in der Nacht tiefe Temperaturen, jenseits der -35 Grad. Mein Gefriertruhen-Thermometer konnte nicht weniger anzeigen, sodass ich bis heute nicht weiß, wie kalt es wirklich war.
Die einzige Frostblase holte ich mir übrigens beim Aufdrehen der Alu-Ventilschraube meines Benzinkochers. Diese Blase war zwar irgendwann vernarbt, hat mich aber noch viele Jahre bei allen Wintertouren durch "Frostzwicken" an diese Nacht erinnert.
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Harakiri hat eine Reaktion von whr erhalten in Biwack/Zelt für Bikepacking und FernwandernOT: Man sollte in einem Forum, in dem sich der durchschnittliche Nutzer für gefühlte 3000€ im Jahr Gear kauft, nicht die falschen Fragen stellen. Zweifellos ist es gesünder für den Planeten, wenn man sich zehn verschiedene DCF-Zelte im Jahr ordert, als sich ein Silnylon-Zelt aus China von seinem Studenten-/Azubigehalt zu kaufen.
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Harakiri reagierte auf Mittagsfrost in VorstellungsthreadWenn Du aus der Survival-Szene kommst, kann Dir ja nichts mehr passieren.
Normal -> leicht -> UL -> stupid light -> survival
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Harakiri reagierte auf Cyco2 in Schnäppchen-Thread 2.0Minimalismus fängt bei mir an, dass ich mir nicht 21 Bücher (eBooks) zum Thema Minimalismus kaufe
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Harakiri reagierte auf khyal in Schnäppchen-Thread 2.0Erinnert mich ein bisschen daran, wie ich mir mal vor vielen Jahren ein paar Buecher zum Time Management kaufte und das Lesen / Durcharbeiten ca doppelt so viel Zeit brauchte, wie die dadurch eingesparte Arbeitszeit
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Harakiri reagierte auf Namie in Sockenmanagement mit Trailrunners in Norwegen/SchwedenHey, ich war dieses Jahr 8 Tage auf dem Kungsleden und hatte Regen satt
Ich hatte zwei paar Socken dabei und Trailrunner auch von Salomon.
Zuerst: ich hatte auf Beratung aus diesem Forum extra die ohne Gorotex dabei. Denn wenn die Schuhe nass werden trocknen sie schneller ohne Membran. Genau so ist es auch. So werde ich auch in Zukunft Schuhe ohne Membran mit nach Schweden und ähnlich nasse Touren mit nehmen.
Am Anfang dachte ich auch noch das mit trockenen Füßen laufen das Ziel wäre….Am zweiten Tag habe ich mich von dieser Vorstellung verabschiedet!
Ich hatte ein Paar Socken immer zum Wandern an… oft war es morgens eben noch nass und wenn nicht, dann eben ein paar Stunden später.
Für Nachts hatte ich aber immer mein absolut trockenes Paar Socken!
Und das war für meine Füße auch wichtig. Ich habe mir selbst mit nassen Füßen keine Blase gelaufen. Habe aber abends meine Füße ordentlich getrocknet, gewärmt und in die trockenen Socken gesteckt.
Ich habe mir jetzt gerade Socken mit Merino Anteil gekauft und will mal schauen ob die vielleicht noch besser sind auch wenn es nass wird.
Aber der Plan bleibt: ein paar Socken darf nass werden, dass Andere bleibt absolut trocken und ist für die Nacht und den letzten Tag oder wenn ganz sicher gestellt ist das man einen Ort vor sich hat an dem man alles waschen und trocknen kann bevor es wieder weiter geht.
Viele Grüße
Namie
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Harakiri reagierte auf burarum in Zeigt her eure (Weihnachts-)Geschenkewir haben Leute aufgefordert und nichts zu schenken, da wir doch im Grunde alles haben.
Wer es denoch tun wollte, sollte spenden..
Somit 200€ an Apotheker ohne Grenzen
200€ an die Ukraine Hilfe
200€ geht an das örtliche Tierheim