Jump to content
Ultraleicht Trekking

Harakiri

Members
  • Gesamte Inhalte

    108
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

  • Tagessiege

    1

Harakiri hat zuletzt am 20. April gewonnen

Harakiri hat die beliebtesten Inhalte erstellt!

Über Harakiri

  • Rang
    Fliegengewicht
  • Geburtstag 08.07.1998

Profile Information

  • Geschlecht
    Male
  • Wohnort
    NRW

Letzte Besucher des Profils

Der "Letzte Profil-Besucher"-Block ist deaktiviert und wird anderen Benutzern nicht angezeit.

  1. Ich habe schon länger diese Wanderstöcke im Einsatz. Das Gewicht ist mit ca. 265g pro Stock recht hoch, allerdings sind die Dinger extrem gut verarbeitet und halten ewig. Bisher haben sie ca. 2000km Wandern und einen Monat Backcountry-Skifahren geschafft und sind noch super in Schuss. Man kann auch Tiefschneeteller anderer Hersteller montieren, was bei vielen anderen Stöcken leider nicht geht. Für die enorme Stabilität ist das Gewicht finde ich sogar gut. Die Dinger lassen sich bis ca. 145cm ausfahren, sind also für Leute bis 175cm sogar bedingt tauglich für Langlauf. Mir sind sie eigentlich etwas zu klein, aber ich benutze sie trotzdem noch, bis sie kaputt sind! Ich liebe die Stöcke. Ich schätze, dass die Dinger ohne Probleme 10.000km halten. Einmal ist mir bei einem ziemlich tiefen Sturz bei einer Traverse im Schnee ein Segment herausgeflogen. Die Stöcke waren dabei deutlich länger als empfohlen ausgefahren. Trotzdem ist nichts kaputt gegangen und ich konnte das Stück direkt wieder einfügen. (Na gut, ich musste erst noch eine halbe Stunde danach suchen. ) Die Teller kann man leicht austauschen, Ersatz gibt es auch bei Decathlon. Ich habe sie oftmals sogar abmontiert, um die paar Gramm zu sparen. Sie sind leider nicht so toll wie die Stöcke an sich verarbeitet, aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau. Es guckt sich ja niemand die Teile unter der Lupe an. Hier im Forum sind die billigen, leichten Stöcke von Decathlon beliebt und irgendwer hat sogar Löcher rein gebohrt. Ich persönlich ziehe Stöcke, die absolut verlässlich sind, solchen Spielerein vor. Die günstigen Poles sollen aber auch okay sein. Mittlerweile bin ich im Sommer mit leichteren Stöcken unterwegs, der Grund ist aber wirklich lediglich das Gewicht. Gerade die Verarbeitung ist bei den Trekking Poles absolut herausragend, besser als bei Markenstöcken der Mittelklasse. Man muss schon dreistellig zahlen, um wo anders diese Qualität zu bekommen.
  2. Entschuldigt die letzten Beiträge von mir in diesem Thema, scheinbar lag ich mit meiner Idee falsch und habe die Vorteile des Gepäckträgers deutlich unterschätzt bzw. den Preis überschätzt.
  3. Weshalb kosten dann andere Gepäckträger nur einen Bruchteil des Airys, die komplexer aufgebaut sind und trotzdem in Europa gefertigt werden? Am Preis von Titan wird das wohl kaum liegen. Und Tubus ist der Marktführer, keine Cottage aus der Garage... Ich frage nur aus Interesse, vielleicht sind ja wirklich 50 Eliteingenieure an diesem innovativen Meisterstück ins Grübeln geraten. (Oder es ist einfach nur reiner Wucher, weil es der erste Gepäckträger aus dem Material war.)
  4. (Ist alles auf den Airy bezogen) Es ist ein vom Aufwand her ein Witz, so einen Gepäckträger herzustellen und das Material kostet auch nur einen Bruchteil der >130€. Beim Tailfin bekommt man wenigstens ein halbwegs innovatives Design. Das so ein Zeug generell teuer ist, ist kein Argument. Das ist wie DCF, nur ohne die Innovation.
  5. Also ich würde das Ding bei dem Preis niemals kaufen. Der ist nämlich eine absolute Frechheit. Auch wenn es für einige das Geld wert sein sollte, würde ich ernsthaft darüber nachdenken, ob man so etwas unterstützen will...
  6. Harakiri

    Schuhe Gore Tex?

    Also beim Laufen finde ich GTX-Trailrunner schon nett, wenn es ordentlich regnet und matschig ist. Eigentlich sind Goretex-Schuhe bei allen Aktionen, die kürzer als drei oder vier Stunden sind, ziemlich praktisch. Und die meisten Leute gehen mit ihren Schuhen ja nicht auf Fernwanderungen, sondern trocknen sie nach der (seltenen) Nutzung an der Heizung. Für viele Kunden sind GTX-Schuhe also gar nicht so eine schlechte Wahl. Für Fernwanderungen sind sie absolut unpassend, klar. Aber hier geht es nicht explizit darum. (Das schmale Schuhe im hochalpinen Bereich - also da, wo man in der Regel keine Fernwanderungen macht - absolut sinnvoll sind, dürfte eigentlich klar sein.)
  7. Ich habe das gleiche Problem wie Marko, aber aus anderen Gründen: Je nach Breite der Hüfte und Dicke der Beine kann es schnell passieren, dass man die Rahmentasche ständig mit den Innenseiten der Oberschenkel berührt, wenn man sie verkehrt herum auf dem Oberrohr anbringt. Außerdem verformen sich die Taschen mit der Zeit und werden immer weiter, wenn man sie nicht von allen Seiten befestigt. Eine kleine Tasche kann man durchaus umgedreht nahe der Sattelstütze anbringen, aber keine riesige Rahmentasche, die sonst das ganze Dreieck ausfüllt. Eine Option ist noch, unter dem Rahmen, am Lenker oder hinter dem Sattel Flaschen anzubringen und sie nicht im Rahmendreieck zu behalten. Ich finde Rahmentaschen aber auch so eher störend, sie zu packen ist nervig und ich berühre sonst schon fast mit den Knie das Oberrohr... Da eine Lenkertasche nicht so richtig aero ist, herumschlackert und auch einiges wiegt, überlege ich mittlerweile, ob klassische Satteltaschen nicht wirklich die beste Lösung sind. Die sind halt das Rundum-Sorglos-Packet und zicken nicht ständig herum. Trails kann man damit natürlich nicht fahren, aber Ortlieb-Taschen machen schon einiges mit und haben durch ihre enorme Lebenserwartung ein ziemlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Einige der kleineren Modelle verzichten auf jeden Schnickschnack. Natürlich ist das Material noch immer relativ schwer, aber jetzt auch nicht ultraheavy. Mehrere Hundert Euro für 400g Gewichtsersparnis finde ich für Fahrradtaschen nicht angemessen, daher fallen ultraleichte Taschen für mich eindeutig weg.
  8. Ja, natürlich! Wobei man auch einfach DCF-Packsäcke für die Lenkertasche nehmen kann. Ich würde auf dem Rad mein Geld dafür nicht ausgeben, aber wenn es dir das wert ist, guck mal auf diesem Kanal vorbei. Dort werden immer wieder sündhaft teure, ultraleichte Bikepacking-Produkte vorgestellt - vieles ist DCF. In den meisten Situationen lohnt es sich aber fast schon mehr, am Rad etwas zu ändern, als 200€ für 20g weniger auszugeben. Es gibt schweineteure Stabilisierungssysteme bzw. Gepäckträger von Tailfin, die einiges abkönnen und sehr leicht sind. Das funktioniert zweifellos besser als das System von Alpkit, aber spielt auch in einer ganz anderen Preisklasse. Ich persönlich habe beim Bikepacking bisher kein angenehmes Setup gefunden. Aktuell bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich überhaupt beim eigentlichen Bikepacking bleiben will. Zumindest die Satteltasche nervt total und mein Rad gibt durch die Geometrie keinen Stauraum im Rahmendreieck her. Habe ein Hardtail und will mit Gepäck gar nicht erst Trails fahren. Eigentlich kriegt man auch alles mit hohem Gewicht in zwei kleinen Taschen am Rahmen unter und kann in den Rucksack dann nur noch Dinge mit großem Volumen packen - also <2kg Gewicht (Schlafsystem und Kleidung). Die Luftmatratze kommt in einen Flaschenhalter. Vielleicht dürfte es dann ganz angenehm sein, mit Rucksack zu fahren. Weiß ich aber noch nicht, müsste man mal ausprobieren. Mich stört die Lenkertasche aber auch nicht. Wenn man dann nur mit einem leichten Daunenquilt, einem extrem leichten Rucksack und einem Biwaksack unterwegs ist, könnte es sich wirklich lohnen, doch noch einmal über einen Rucksack nachzudenken. Damit ist man eben auch deutlich flexibler usw. Man wird aber trotzdem noch stark am Rücken schwitzen...
  9. Ich würde da widersprechen. Wandern ist kein Sport, auch keine 40km am Tag. Das zu schaffen ist vor allem Kopfsache und außerdem stark von der Organisation und äußeren Umständen abhängig. Zwar ist eine gute Fitness unabdingbar, um das dauerhaft zu schaffen, aber es ist garantiert nichts "futsch" nur weil man eine Zeit lang nicht unterwegs ist oder übertrainiert. Man muss keine 7km/h zurücklegen, um sehr weit zu kommen. Für die meisten Leute dürfte das sogar eher kontraproduktiv sein, wenn man länger unterwegs ist. Natürlich wollen das viele Leute hier nicht hören, aber es ist nun einmal Tatsache, dass so ziemlich jeder halbwegs gesunde Mensch eine Fernwanderung durchführen kann und das kein Hexenwerk ist. Durch gutes Training holt man vielleicht noch 5-10km mehr am Tag heraus, mit ordentlicher Planung geht das aber auch. Am wichtigsten für den Erfolg wird wohl sein, dass irgendwann der Schalter im Kopf umgelegt wird und man in den Flow kommt bzw. eine gute Routine entwickelt, die viel Erfahrung voraussetzt. Also ich würde eher gegen 20-25km/Tag bei meiner Planung gehen. Sollte man nach vier oder fünf Tagen merken, dass nach jeweils 25km noch viel Spielraum nach oben ist, kann man sich ja noch immer steigern. Ausbrennen und sich zu verletzen, indem man total überzogene Distanzen anpeilt, kann jedenfalls nicht die Lösung sein. Versuch vor allem, deine Ausrüstung zu testen. Gerade beim Zeltaufbau, der Organisation im Lager und ggf. beim Kochen lässt sich unfassbar viel Zeit herausholen. Teilweise sind sogar triviale Dinge wie das Packen des Rucksacks wichtige Faktoren. Auch navigieren zu üben ist meiner Ansicht nach wichtiger als so zeitraubende Trainingseinheiten. Wenn du Zeit sparen willst, kannst du Intervalle auf Trails mit schwierigem Untergrund laufen oder etwas in der Art, womit du deine Füße trainierst, oder wenigstens längere Laufeinheiten unterhalb der anaeroben Schwelle. Gerade durch gute Lauftechnik spart man viel Zeit, vor allem bergab. Die Ausdauer kann für längere Anstiege aber auch nicht schaden. Vielleicht am meisten unterschätzt ist etwas, das hier bereits angeschnitten wurde: Die Regeneration. Um sie zu verbessern, kannst du auch einfach üben, im Zelt zu schlafen. So sparst du nicht nur eine Menge Zeit beim Aufbau, sondern schläfst auch besser am Anfang der Tour. Meiner Ansicht nach wären also kurze Overnighter ein besseres Training als längere Tageswanderungen, da der "sportliche Teil" weniger ausschlaggebend für den langfristigen Erfolg ist.
  10. Ich habe neulich im Decathlon Herne sämtliche Lauf- und Trailrunningschuhe durchprobiert. Meistens war ich ziemlich enttäuscht davon. Von den Trailrunnern hat mir persönlich kein einziges Modell zugesagt. Richtig schlecht waren nur die sehr günstigen Modelle. Mich hat vor allem gestört, dass die Schuhe praktisch durchweg eine schmale Fußbox hatten - und ich bin da wirklich nicht anspruchsvoll. Die Verarbeitung ist nicht schlecht, aber bei den Materialien wurde schon gespart. Man kann sicherlich auch mit den Einsteigermodellen von Decathlon wandern, nur gefiel mir wirklich nichts davon wirklich gut. Wenn man sich nicht auf einen speziellen Schuh festlegt, ist es meiner Meinung nach besser, generell nach großen Angeboten anderer Marken (70% Rabatt aufwärts) dauerhaft Ausschau zu halten und sie zu bestellen bzw. falls man das Modell mag, gleich mehrere zu nehmen. (Mit anderen Produkten von Decathlon habe ich bisher recht gute Erfahrung gemacht, vor allem die Kleidung ist vom Preis-Leistungs-Verhältnis richtig gut. Teilweise sogar gut, ohne das Preis-Leistungs-Verhältnis als Argument zu benutzen. Schuhe und Rucksäcke von dort finde ich aber sehr enttäuschend. Mit Letzteren bin ich leider auch sehr unzufrieden. So richtig schlecht ist beides nicht und definitiv outdoortauglich, aber ich würde es mir nicht kaufen, weil da der Unterschied zwischen Discounter und etablierten Marken doch noch sehr groß ist - anders bei den Kleidungsstücken und kleineren Ausrüstungsgeständen.)
  11. Mich motiviert unter anderem an der UL-Philosophie, dass sie einem komplett neue Möglichkeiten eröffnet. Neue Strecken sind denkbar, weiter entfernte Ziele werden erreichbar, schwierige Passagen werden einfach und längere Touren werden in einem normalen Zeitfenster denkbar. Aber das sind nur oberflächliche Vorteile, es gibt noch viel mehr. Ursprünglich war meine Motivation rein pragmatisch. Ich wollte meine Ausrüstung erleichtern, um Geld zu sparen und längere Strecken autark gehen können. Mittlerweile ist das leichter werden fast schon zum Selbstzweck geworden. Und das ohne in einen Kaufrausch zu verfallen. Nur durch Wiegen und Weglassen kann man schon eine Menge bewegen - und das praktisch umsonst. Wenn man dann noch dazu bereit ist, einen niedrigen dreistelligen Betrag zu investieren, kommt man schon locker unter 4kg Basisgewicht. Ohne die unzähligen Guten Ratschläge, die man hier im Forum bekommt, wäre mein Weg in den Ultraleicht-Bereich sehr teuer und langwierig geworden. Ich will nicht wissen, wie viel Müll ich ohne eure Ratschläge gekauft hätte. Wahrscheinlich hätte ich irgendwann frustriert aufgegeben. Eigentlich war ich bei meinen Reisen schon seit Tag 1 an Minimalist, aber trotzdem immer schwer unterwegs, weil mir damals niemand vorgemacht hat, dass es auch leichter geht. Für mich war daher der Umstieg sehr einfach, da ich nie ein Camper-Typ war und selbst zum Kochen zu faul bin. Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn man auf einmal ohne Probleme 40km wandern kann. Mit 25kg auf dem Rücken war ich nach spätestens 25km absolut fertig. Längere Strecken habe ich für unmöglich gehalten, ich dachte, dass das mit meinen "kaputten Füßen" nicht geht. Vorher habe ich immer alle 4km Pause gemacht, wenn nicht öfter. Jetzt muss ich mich zu Pausen zwingen, um zu essen und kann einfach drei Stunden am Stück gehen, ohne mir Gedanken zu machen. Scheinbar sind meine Füße komplett gesund - ein Drittel seines Körpergewichts zu tragen ist nicht gesund! Mit 25kg im Rucksack hieß es immer: "Ich gegen die Natur", natürlich unbewusst. Die Reise wurde ungewollt zu einer Belagerung. Hat man nur das Allernötigste dabei und nicht fünf Paar Kleidung, kommt man der Essenz viel näher. Wandern wird echter und das Erlebnis authentischer. Ich kann mich noch daran erinnern, wie passiv-aggressiv ich hier am Anfang war, weil ich Ultraleicht für die meisten Situationen ziemlich albern fand. Das war ziemlich engstirnig. Jetzt fange ich an, zu verstehen, was das alles mit sich bringt. Ich bin der Community hier wirklich dankbar dafür.
  12. Beim Wandern dürfte man aber eigentlich nicht in Extremsituationen kommen, beim Bergsteigen vielleicht. Ausnahme wäre, wenn man gezielt schlechtes Wetter sucht. Innerhalb der Saison muss man sich schon dumm anstellen, wenn man durch einen Wetterumschwung stirbt oder ernsthaft Schaden nimmt. Unter Windstärke 12 wird man nicht weggepustet, zur Not liegt man halt auf dem Boden. Worum es mir aber eigentlich ging: Die meisten ordentlichen Zelte dürften ohne Probleme mit Sommerwetter in den Alpen klar kommen. Gewitter sind inbegriffen. Es gibt auch Windsäcke für zwei, die sind dann richtig geschlossen! Bei den klassischen nordischen Firmen wie Helsport, Hilleberg, Norrøna und so weiter wird man bestimmt fündig, falls man das sucht. In den Alpen wäre das aber eher ungewöhnlich. Das ist eigentlich ein klassischer Pack Your Fears-Gegenstand. Über der Baumgrenze würde ich einfach immer einen Notbiwaksack einpacken - also eine Rettungsdecke, in die man wie in einen Schlafsack schlüpfen kann. Das ist wesentlich leichter und hält bei gutem Umgang auch mehrfach. In einem Notbiwaksack habe ich ca. zwei Wochen lang geschlafen, der wurde am Ende etwas mit Tape geflickt. Die Kosten sind dann ein Zwanzigstel eines richtigen Windsacks. Ich persönlich würde mir ein leichtes, vernünftiges Zelt kaufen, bei dem das Gestänge stabil ist und das Außenzelt bis zum Boden reicht. Freistehend ist nett, aber ein Mid ist eigentlich genauso gut und dann gibt es kein Gestänge, das brechen kann. Sollte es wirklich gefährlich werden, kann man auch mit dem Notbiwaksack unter freiem Himmel übernachten. Schlafen wird man so oder so nicht, wenn man richtig schlechtes Wetter nicht über sehr lange Zeiträume gewohnt ist. Ohrstöpsel sind auf jeden Fall ein wichtiger Ausrüstungsgestand, nichts gibt so viel Komfort für so wenig Geld und Gramm! Falls du schon einmal bei Windstärke 9+ im Zelt übernachtet hast, wirst du wissen, dass es dann auch im Zelt nicht mehr gemütlich ist. Unter Umständen ist es im Notbiwaksack dann sogar angenehmer, weil dann das Gehör nicht in ernster Gefahr ist und man auch nicht mit dem Zelt weggepustet werden kann. Das kann nämlich theoretisch zu einer Falle werden, wobei es dann schon absurd stürmisch draußen sein müsste. Von Himalaya-Besteigungen habe ich das mal gehört, aber in den Alpen wäre das nur schwer vorstellbar. In den Alpen müsste man in einem guten Zelt meistens sicher sein. Und auch wenn das Gestänge bricht, ist das eigentlich nicht immer ein Problem, in einigen Fällen stehen die Zelte weiter und man kann das kaputte Segment einfach am nächsten Morgen austauschen. Deutlich über der Baumgrenze - gerade bei schlechtem Wetter - sind Krabbeltiere normalerweise kein Problem. Wenn es gefährlich ist, hat man sowieso größere Sorgen. Vergiss nicht, dass das ganze Geschäftsmodell der Ausrüstungshersteller darauf beruht, Leuten Angst einzureden.
  13. Herzlich Willkommen im Forum! Extremsituationen findet man in den Alpen eigentlich nur selten, ohne das Klima über der Baumgrenze jetzt herunterspielen zu wollen. Guck dich einfach mal um, mit was Leute wie Andrew Skurka zu ihren Touren aufbrechen. Ein Lofoten 2 ULW ist zwar durchaus gut gegen Wind durch die flache Konstruktion gewappnet, aber da gibt es sicherlich weitaus bessere Alternativen. Die Wassersäule ist nur wenig relevant, das ist einfach ein Marketing-Gag. Ich würde mir darüber keine Gedanken machen. Undichte Nähte und Kondenswasserbildung sind eher etwas, worüber ich mir Sorgen machen würde. Generell ist meistens das Gestänge die Schwachstelle. Das Nordisk ist eine Art Mini-Tunnel und hat somit eine Hauptstange, die brechen kann. Bei Zelten, die man mit einem Trekkingstock aufbaut, ist diese Schwachstelle nicht gegeben. Wobei eigentlich ein 9mm DAC Featherlite stabil genug ist, um bei einem ordentlich konstruierten Zelt auch bei Windstärke 10 nicht nachzugeben. Durch die Tunnelkonstruktion muss man darauf achten, dass das Zelt in die richtige Richtung bei Wind gerichtet ist. Das kann schon bei einem nicht-freistehenden Zelt recht schwierig sein, wenn man oberhalb der Baumgrenze ist und nur begrenzt Platz zur Verfügung hat, Geröll herumliegt usw. Wichtig ist auch, dass das Außenzelt bis zum Boden reicht, damit der Wind nicht so leicht greifen kann. Das ist natürlich minimal schwerer und verschlechtert die Belüftung, aber lohnt sich wahrscheinlich schon. Beim Nordisk finde ich den Namen des Alu-Gestänges nicht und das Außengewebe ist gerade einmal 7D-Nylon. Leider kommen konventionelle Hersteller wie Big Agnes oder auch Nordisk nur auf die niedrigen Gewichte, indem sie schwache Materialien verwenden. Vielleicht haben daher ultraleichte Produkte einen schlechten Ruf bei einigen Leuten. Schlagzeilen von zerfetzten DCF-Zelten ließt man eher selten. UL-Cottages haben oft bessere Entwürfe, weil ihre Zelte geräumiger und trotzdem leichter sind - ihr Gesamtkonzept ist gut, anders als das der Platzhirsche, die einfach nur Abstriche machen und an ihrer eigentlich Konstruktion gar nichts ändern. Cuben Fiber (DCF) ist ein ziemlich tolles Material für das Außenzelt, aber kostet auch ordentlich. Das Lofoten 2 ULW hat gerade einmal 70cm Sitzhöhe, was ich absolut mikrig finde. Darin einen längeren Sturm abzuwettern ist bestimmt nicht spaßig. Und gerade darum geht es ja mit so einem Zelt. Da kann man besser einen Notbiwaksack oder Windsack nehmen, ich fände das vielleicht noch schöner. Auch bei Windstärke 12 im Sommer ist man nicht in Gefahr, wenn man in einem Biwaksack liegt. Normalerweise kann man dann sowieso nicht schlafen, weil es unfassbar laut im Zelt ist - also teilweise um die 100 Dezibel! Unwetter in den Bergen dauern ja oft nicht lange. [Ich schätze, dass du bei MLD am ehesten ein passendes Zelt findest, in ausgesetzten Bereichen ist ein Mid top. Das Nordisk wäre wahrscheinlich stabil genug, aber nicht sehr geräumig und für den Preis meiner Ansicht nach insgesamt eher suboptimal. Wenn du dich derartig unsicher mit einem Noname-Zelt fühlst, kauf dir ein Geodät bzw. ein reinrassiges Bergsteigerzelt. Die sind dann freistehend, Abstriche werden halt beim Komfort gemacht und richtig ultraleicht sind sie nicht.]
  14. Natürlich könnte man genauso tolle Landschaften wie in den USA auch in Eurasien für viel weniger Geld finden, aber das wäre dann schon wieder eine Ecke zu extrem und exotisch für die meisten Leute. Wer Landschaften sehen will, die es mit Yosemite und co. aufnehmen können, kann sich ja mal Anschauen, was bspw. die Nationalparks in Russland zu bieten haben. Dort fehlen eben nur die Strukturen, die man als Westmensch so braucht. Wenn man will, findet man dort mit Leichtigkeit schönere Strecke als an der Westküste der USA oder in Skandinavien usw. Nur ist das mit anderen Hürden verbunden und Gefahren, denen sich viele Leute nicht aussetzen wollen. Auf den westlichen Trails bekommt man die Wildnis und das Abenteuer nur vorgespielt bzw. Mundgerecht portioniert, weil echte Gefahr kaum besteht und wenn, dann leicht bewältigt werden kann. Echt fühlt es sich trotzdem an bzw. kommt es so herüber, bei den albernen Geschichten die man da so von Leuten hört, die auf den Trails angeblich fast von Berglöwen zerfleischt wurden oder hochgefährliche Schneefelder von 200m durchqueren mussten - und das ohne Schrotflinte oder Eispickel! Sicherlich sind die großen Trails in den USA ein besserer Trend als Microadventures, Bushcrafting oder andere Erfindungen vom Überfluss gelangweilter Mittelschichtler, ohne Frage. Das Abenteuer ist da schon deutlich echter. Immerhin ist es noch eine sportliche Herausforderung für die meisten Leute und ein echtes Commitment, seinen Job zu kündigen usw.
  15. Harakiri

    3F Lanshan 2

    Es gibt sowohl bei Aliexpress, als auch bei teuren Cottages wie Zpacks faltbare Carbonstöcke, die man dafür prima benutzen kann. Beachte allerdings die Lieferzeiten, falls du dringend etwas brauchst. Das wäre sicherlich die optimale Lösung. Vielleicht findest du auch jemanden, der dir spontan etwas leiht oder gebraucht verkauft. Ansonsten gibt es bestimmt etwas bei Extremtextil. Ich persönlich könnte mir auch gut vorstellen, ein dickes Fliegfix-Gestänge zu benutzen. Das, was ich habe, ist viel steifer als die üblichen DAC-Segmente. Aktuell finde ich leider nichts dazu auf der Website. Wobei ich da schon lieber einen Trekkingstock mitnehmen würde, das ist neben der ersten Variante mit dem Carbon-Zeltstock die beste Möglichkeit.
×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir haben Cookies auf Ihrem Gerät platziert, um die Bedinung dieser Website zu verbessern. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind. Lies bitte auch unsere Datenschutzerklärung, sowie unsere Nutzungsbedingungen und die Netiquette.