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Ultraleicht Trekking

Ollympus

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  1. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf icefreak in Kein Schlafsack mehr...   
    Habe mich mit dem Thema auch beschäftigt. Bin voriges Jahr so nolens-volens in die Langstrecken reingerutscht.
    Zuerst 40 km während eines ON, dann am zweiten Tag massive Fußrpobleme.
    Zu Deca gerannt, zwei Stunden Schuhe anprobiert, mit denen da rausgekommen:

    Jaaaa ...  und plötzlich lief es. Die Füße jubelten! So kam ich auf das Thema Trailrunning. Und Fastpacking.
    Trailrunning = ohne Übernachten
    Fastpacking = Backpacking meets Trailrunning
    Mein Trainings- und Ausprobierrevier wurde der Forststeig. 
    So bin ich dann losgewatschelt, Forststeig-in-zwei-Tagen-Versuch:

    ging irgendwie besser als es aussehen mag, sogar kleine Strecken in leichtem Trab. Wobei ich mir dann den Fuß umgeknickt habe. An sich kein Beinbruch, aber ein zweites Mal wäre dann wirklich übel geworden, also am zweiten Tag nachmittags Abbruch und geordneter Rückzug.
    Aber jetzt weiß ich, wie es geht! Forststeig, ich komme wieder!!
    Dabei hatte ich sogar allen Luxus mit:

     


     
    Dann wurde es wenigstens mein Tagestouren-Rekord, die Hohe Tour an einem Tag (Osterzgebirge - Elbe):

     
    Reichlich 60 km, damit meinen 20 Jahre alten persönlichen Rekord von ca. 50 km gebrochen. Mehr muss es aber dann wirklich nicht sein, der Forstweg ist auch sehr technisch und das mag ich mehr, als noch zwei Stunden glatten, geraden Forstweg stumpf zu latschen, nur um Kilometer "zu machen".
    So, genug gelabert, muss noch an die frische Luft 
    P.S. habe nicht den ganzen Fred gelesen, falls thematische Doppelungen vorhanden sind 
  2. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf danobaja in Impressionen von Touren   
    heut früh. ach, sis so schöööön wenn der frühling langsam kommt!


    und in der senke siehts dann so aus. schlammbäche die sich quer zum weg in den wald wälzen.
     


     
  3. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf cafeconleche in Impressionen von Touren   
    Vergangene Woche als Zweitagerunde auf der Oderinsel, die aus dem Oderbruch herausragt,  und im "Bergwanderpark" bei Bad Freienwalde unterwegs. Auf der Insel (natürlich nebst Landwirtschaft und Kiefernplantagen) trockenere Hochflächen...

    und Feuchtlandschaft, die Rückzugsraum für Rehe, Fasane, ziemlich viele Wildschweine und, so wurde uns erzählt, auch für Wölfe bietet...
     

    dann von Altranft aus einem Fontaneweg, auch Oderlandweg, auch Turmwanderweg bis Falkenberg durch den Bergwanderpark gefolgt: Immerhin gut 750 Höhenmeter (jawohl, Brandenburg!)
    Feudal mit Bank und Dach übernachtet...
    Wintersport in groß...

    ...und klein betrachtet,

    mehrere Türme von unten gesehen,

    aufm Watzmann gewesen (1062 Dezimeter hoch!)

    und Literatur genossen:

    Gefällt mir besser als der abgedroschene Havelländer Ribbeck.
    Hat Spaß gemacht.
  4. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf icefreak in Impressionen von Touren   
    Nach einigen Wander-Übernachtern wurde es Zeit für eine MTB-Tour mit draußen Schlafen.
    Es ging ins Osterzgebirge, zunächst mit der Bahn. Wo kommt da plötzlich der viele Schnee her?

    So wird es doch noch was mit der Winter-MTB-ON-Tour 
     


    Im Gimmlitztal. Schönes Tal mit unreguliertem Fluß, aber langweilige Forstwege. Also besser rollen statt laufen.

    Immer nur fahren ist ja auch langweilig.

    Gar nicht mal so klein, die Burg in Frauenstein.

    Tarp umsonst mitgeschleppt 

    Dorfkind! Ich will ein Dorfkind sein!

    Da waren 10 s zuwenig, um den Fuß auf's Pedal zu bekommen 
    Diesmal habe ich durch stundenlanges geduldiges Wiegen eine brutalstmöglich  ehrliche Ausrüstungsliste erstellt (teils Dinge zusammen gewogen).
    Wirklich ALLES, was ich real mithatte.
    Ui ui ui, da kommt so einiges zusammen. Ja, das ist noch viel Luft nach oben bzw. unten 
  5. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf realholgi in Impressionen von Touren   
    Am Wochenende in der Südpfalz eine kleine Runde auf zur Zeit "verbotenen" Wegen (Frankreich und so!) mit Übernachtung.
    Los ging es am Weintor in den Wald

    Weiche Waldwege

    Sonnige Waldwege

    Aber auch dramatische Aussichten

    Um dann kurz vor dem Dunkelwerden ein nettes Plätzshen zu finden

    Nach einer sehr ruhigen und angenehmen Nacht bei 2-3°C dann erst mal Kaffee

    Dann weiter, der Sonne entgegen...


    Die Kröten haben schon gelaicht

    Und ich ein sehr leckeres spätes Frühstück oder ein frühes Mittagessen gefunden habe....

    Dann wieder im Rheintal angekommen wird alles wieder grün

    Und über die Weinberge geht es zurück zum Weintor
    Endlich mal wieder draussen. Schon lange nicht mehr so gut geschlafen...
    Regards...
    /h.

  6. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf dr-nic in Impressionen von Touren   
    Grüße vom Weserberglandweg. Nun ab ins Zelt... 



  7. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf Krokodilalli in Impressionen von Touren   
    Wollte eigentlich was komplett anderes hochladen, aber jetzt habe ich wieder irgendwas mit den Bildern vermasselt , also kommen nur paar Bilder von einem kurzen Overnighter







  8. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf icefreak in Goldene Schleimschnecke Award? Ein Lobgesang.   
    Hallo zusammen, 
    als kritischer Mensch ist man geneigt, immer die Fehler und Ungereimtheiten zu sehen. Oder es fallen Begriffe in den Diskussionen, die eine ähnliche Wirkung entfalten, wie im ersten Werner-Film der Fußball, den er auf den Marktplatz schmeißt. Und schon fliegen wieder die Fetzen.
    Aber heute will ich Euch mal eine andere Geschichte erzählen. Die Geschichte von einem Outdoorfan, für den die Berge zwischendurch unerreichbar waren, der in einer fetten Midlife-Crisis festhing und den irgendwann einmal eine Nähmaschine zugeflogen kam.
    Es folgten Recherchen nach Nähtipps, keine Ahnung, um was es da eigentlich ging. Die Nähtipps wurden auch gefunden, auf Seiten von solchen Verrückten, die mit unverantwortlich kleinen Rucksäcken breit grinsend durch die Gegend schlenderten.
    "Radikale Extremisten" war mein erster Gedanke. "Sowas kann ja gar nicht gut gehen". Einfach ein Zelt selber nähen? Darf man das? Ist das legal?? 
    Aber der Gedanke hatte sich eingenistet, der Funke glomm. Wie komme ich, ohne Geld und damals mit mieser Kondition, wieder zurück in die Berge? Stumpf bei Globi alles zusammenkaufen fiel schon aus finanziellen Gründen flach.
    Es war der Rucksack, also der selbstgenähte. Also zunächst der selbst zu nähende. Wissbegierig pflügte ich durch das Internet, informierte mich über "3D-Spacermesh", Ripsband, "frameless Backpacks" und so weiter und so fort. Dann war es soweit: nein, es ging nicht gleich in die Berge, sondern in den Supermarkt, und der Rucksack wurde dem inzwischen traditionellen "Bierflaschen-Belastungstest" unterworfen.
    Die erste Wandertour war der Hammer und auf den ersten Metern im Gelände hätte ich lauthals losheulen können. Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!
    Was war passiert? Dank der vielen und ausführlichen Tipps vor allem hier im Forum hatte ich es tatsächlich geschafft, mich am eigenen Schopf aus dem (Depressions-) Sumpf  zu ziehen! "Therapeutisches Basteln" nannte ich das einmal, die Fachleute nennen es wohl "Selbstwirksamkeit". Ich war wieder da, wo ich hingehöre und konnte mit minimalen Mitteln phänomenale Momente draussen in der Natur erleben. 
    Dafür allen Mitmachern hier ein dickes fettes 
    DANKE!
    Der rauhe Ton, der hier zuweilen herrscht, hatte mich tatsächlich lange Zeit abgehalten, hier aktiv zu werden. Aber die Erfahrungen seit ich hier dabei bin, sind in der Summe doch positiv. Gerade bei der Low-Budget-Gearlist kamen nicht nur fachlich Unmengen an Tipps zusammen, nein, mir wurden und werden direkt extrem preiswert einzelne Ausrüstungsgegenstände angeboten. Das nenne ich mal Hilfe, die ich größtenteils an paar arme Wanderfreundinnen weiterleite. Die sind in vergleichbarer Situation, in der ich auch mal steckte. 
    Es ist nicht übertrieben, wenn ich behaupte, dass ich dadurch so ein gesteigertes Selbstbewusstsein und so eine mentale Stabilität bekommen habe, dass ich tatsächlich im Berufsleben merklich vorwärts gekommen bin. Die Natur ist mein Arzt und das entspannte Wandern vereinigt in einmaliger Weise Ausarbeitung UND Erholung auf einmal. Gerade nachts draußen zu sein bringt immer wieder den nötigen Abstand zu allem, was einem im Alltag so belastet und beansprucht.
    Wenn jemand durch einen Begriff oder eine rhetorische Wendung "angefasst" wird, sage ich mir inzwischen: "Wer weiß, was derjenige durchgemacht hat, gerade durchmacht oder vor was er Angst hat".  Auch wenn es dann in der folgenden Diskussion munter nur um die eigene Befindlichkeit geht und das Thema in den Hintergrund rückt.
    Aber hier sind nun mal sehr individuelle Leute, die vielleicht schon öfters Ablehnung oder Aggressionen ausgesetzt waren, obwohl sie eigentlich nur ihr "Ding" machen wollen. Sei's drum, mit mir gehen auch immer wieder mal die Pferde durch und da schlägt das Zyn-O-Meter auch schon mal kräftig aus 
    Vielleicht hat der eine oder andere auch ein Geschichtchen auf Lager, was UL mit ihm gemacht hat oder wie sein Leben dadurch besser wurde? 
    Die Geschichte, wie ich dank Ultraleichtwandern einmal ein Essen in der Kneipe spendiert bekam, erzähle ich andermal, jetzt seid ihr erstmal dran 
     

  9. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf danobaja in danobaja´s kurztouren und overnighter   
    so, bin wieder da. kurzer overnighter mit morgendlicher suche. mittlerweile muss ich routenplanung betreiben wenn ich sowas amm weg nicht sehen will. dabei ist es nur 1,5 km. die fotos sind vom vormittag.
    harvester 1:0 wald


     
    bischen weiter rein ins tal, da siehts schon gleich bissl besser aus. also auch tagsüber uns ausserhalb der reichweite des blitzes.

    frost in der früh. weiter oben, an der stelle an der ich letztes mal mit henriette war, ist schon sonne. aber der kaffee wärmt die finger und so gegen 7 kündigen die eichelhäher kira an.



    um 8 bin ich wieder daheim.
     
     
  10. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf danobaja in danobaja´s kurztouren und overnighter   
    gestern wars richtig warm und bin gegen 5 noch schnell los. spur für kira gelegt, am hausberg über den westgrat und den schauerwald zum gipfel und dort neben den käferleichen ne flache stelle gesucht.


    zum sonnenuntergang nochmal zurück, die spur durch viele querungen verwischt, damits kira nicht so leicht hat morgen.

    gemütlicher tagesausklang bei vogelgezwitscher und später jimmy hendrix

    in der früh gabs den schnellsten kaffee ever. bis das pulver in der tasse war hats im topf schon gedampft.


    und gerade als ich  meinen beobachtungsposten beziehen wollte kam kira direkt ausm wald. wozu mach ich mir die mühe ne spur zu legen wenn das "mistvieh" einfach abkürzt? aber mensch gefunden ist was zählt. das wie ist egal. der wind stand in ihre richtung, der nase folgen ist erlaubt. muss nicht auf der spur suchen gehen.
    bin schon da.....

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    Ollympus reagierte auf danobaja in danobaja´s kurztouren und overnighter   
    da hab ich schon schlimme sachen gesehen, aber in dortmund bin ich auch sehr positiv überrascht worden. in den steilen hängen, im hauptsächlich buchenwald, sind einige mtb trails  angelegt. die erosion hielt sich dort wirklich in grenzen.
     
    weils in der früh so schön gruselig war bin ich abends noch wohin wo noch bäume stehen. es waren böen bis 78km angesagt und henriette wollte unbedingt mit.
    abends wurde es dann stündlich kälter. in der früh kam der regen und in einer pause zwischen den dunklen wolken bin ich dann schnell heim bevor der schnee kam.


    ich staune immer wieder wie gut die kleinen lüfter den regen abhalten.


    die ersten frühlingsboten sind auch da bei mir.


     
     
     
  12. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf danobaja in danobaja´s kurztouren und overnighter   
    nur mal kurz in der früh raus. spur fürn hund gelegt, diesmal richtig schwierig. während des wartens den neuen kocher ausprobiert. und ich muss sagen. nicht ul-konform, aber der bulin reactor-verschnitt ist das schnellste das ich je in fingern hatte.



    heisser tee, viel zu schnell fertig...

    hund taucht auf, wird auf die spur gebracht und ignoriert erstmal alles wissen. zuerst wird der platz kontrolliert an dem der typ letztes mal sass. blöd, aber da war der nicht...


    also zurück und ordentlich arbeiten

    geht doch...
    an der wildschweinkirrung unbeeindruckt vorbei

    oh, jessasnah, das fraule ist weg. schnell zurück schauen wo die bleibt...

    und dann gehts wieder weiter. rein in wald alle wildspuren ignoriert und auf meiner spur zu mir.

     
  13. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf ThomasK in Impressionen von Touren   
    Pünktlich zum Frühjahrsstart kam der Neuschnee, teils pulvrig, teils nass, je nach Lage und Tageszeit:



    Erster Aufstieg, erste Abfahrt - so schön-gleich nochmal


    Impressionen sind von der Kanzelwand und vom Grünten (Oberallgäu)


    So, das war es wohl im Schnee,- und tschüss bis nächsten Winter - inschallah


    ( die Kühe können wieder kommen !!!)
    Weitere Bilder und Skitourenvorschläge im Allgäu: https://www.thomas-koegl.de/skitouren/touren/allgäu/
  14. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf mosven in Impressionen von Touren   
    Hallo Allerseits,
     
    ähnlich wie @Kardemumma habe ich das phantastische Wetter am Wochenende genutzt und eine Schneeschuhwanderung auf den Schönberg (1602m) bei Fleck gemacht (900hm, 11km):

    Nach circa der Hälfte des Anstiegs öffnet sich ein Blick auf das Brauneck, die Benediktenwand und die Jachenau.

    Es liegt noch ordentlich Schnee, der Anstieg ist Steil, zum Ende hin habe ich keine Fotos mehr gemacht, sondern alle zehn Schritte angehalten zum Luft holen  Erst wieder am Gipfel:

    Blick zum Roß- und Buchstein.

    Blick Richtung Halserspitze, Blaubergschneid und Guffert.

    Blick ins Karwendel.

    und noch einmal ins Alpenvorland. Im Abstieg grüßt noch einmal das Brauneck:

    [Alle Bilder sind von mir.]
  15. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf Kardemumma in Impressionen von Touren   
    Letzten Samstag auf Skitour am Riedberger Horn. Trotz zweifelhafter Wetterprognose früh aufgestanden und früh gestartet. Mein Begleiter und ich wurden dafür mit einem kurzen Zeitfenster "gute Sicht" und Pulverschnee belohnt, bevor es wieder zu zog und der Abfahrtshang zerfahren war .




  16. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf Omorotschka in Impressionen von Touren   
    Hier ist ein schönes März Bild aus einem Hängemattenkalender, den mir @noodlesgeschenkt hat.
    Meine Story zu dem Bild... an dem Tag habe ich nach 7 Jahren draußen sein den Mietvertrag für meine kleine Wohnung unterschrieben. 
    Ich freue mich schon auf neue Wanderungen, Overnighter und Treffen mit euch allen 
     
  17. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf truxx in Gibt es im Ultra-Leichtforum eigentlich auch eine Leicht-Trekking Fraktion?   
    @JanF dann müsste erst mal eine saubere Definition gefunden werden, bevor man selbige regeln will oder? 
    Ich kann mir gut vorstellen, dass das in der Anfangsphase des Forums sinnvoll war - auch als klare Abgrenzung zu ODS - aber mittlerweile wissen glaube ich alle, worum es geht. Alternativ müsste man konsequent alle User sperren, die sich nicht dem wahren UL Gedanken verschrieben haben. 
  18. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf doast in Gibt es im Ultra-Leichtforum eigentlich auch eine Leicht-Trekking Fraktion?   
    Ich denke ein Kompromiss ist ganz wichtig. Einen in Teilen der Szene ausartenden Trend (den ich für mich persönlich vermute auszumachen), geradezu Wettkampf um den leichtest möglichen Rucksack, das kleinste Baseweight, usw. halte ich für wenig sinnvoll. Vor einigen Jahren habe ich auch versucht immer leichter und leichter zu werden, angefeuert durch ein ewiges Vergleichen mit anderen (wie es z.B. imho stark auf den US-Trails bzw. in der US-Szene passiert). Meine damalige Ausgangsbasis bzw. mein damaliges Baseweight lag höher als mein heutiges und ich bin trotz des "Wettkampfdenkens" nie deutlich unter UL gefallen. Mit erreichen bzw. unterschreiten der UL-Schallmauer von <5kg hat sich bei mir das Streben nach immer weniger Gewicht stark aufgeweicht. Klar bevorzuge ich ein möglichst kleines Baseweight aber nicht zu jedem Preis und vorallem nicht um jeden Verzicht. Ich würde das auf meine über die Jahre gestiegene Erfahrung, gestiegene "UL-Hiker-Selbstsicherheit" und meinen persönlichen Bedarf an "Komfort" zurückführen. Ist ein Hiker mit 3,5 kg Baseweight ein "besserer Hiker" als einer mit 4,5 kg? Vielleicht, aber nicht per sé.
    Mit den Jahren spielt bei mir das Geld (so dekadent es klingen mag) eher eine untergeordnete Rolle. UL-Weitwandern und Trailrunning sind meine großen Leidenschaften und eigentlich meine einzigen Hobbies, ansonsten bin ich ein sparsamer Mensch. Deshalb erlaube ich mir für meine Leidenschaft auch ein gewisses Budget. Über die Jahre habe ich für mich auch die Erfahrung gemacht, dass wer billig kauft, eben meist doch zwei- oder dreimal kauft... und das läppert sich dann ebenfalls zusammen. Besonders für jene welche dem UL-Hobby und insbesondere der Subkategorie "Gearheads" verfallen. Wenn ich also unbedingt etwas will, dann leiste ich es mir im Normalfall auch (einige Bedenkzeit und u.U. sparen z.B. durch Verkauf alten Gears etc. natürlich vorausgesetzt). Ich bin eigentlich ständig am optimieren und austauschen. Trotzdem habe ich in den letzten Jahren gemerkt, dass ich gewichtsmäßig auf der Stelle trete. Das Optimieren ist also ebenfalls mehr ein Hobby. Meine Luxus-3 Season Ausrüstung für lange Trips liegt konstant zwischen 4,5 und 4,8 kg. Klar könnte ich (eigentlich nur durch weglassen, da die jeweiligen Produkte in ihrem Bereich in vielen Fällen meist in der AAA-Liga vom Gewicht her mitspielen) auch locker <4kg gehen, dass mag ich dann aber nicht (mit Ausnahme kürzerer Trips natürlich), da spricht mein eigenes Bedürfnis nach Komfort und Sicherheit dagegen. Das respektiere ich mittlerweile.
    Ich behaupte darüber hinaus, dass andere Faktoren, neben dem reinen Baseweight ebenfalls eine bedeutende Rolle spielen. Der eigene körperliche Zustand wie Kraft, Fitness und Ausdauer spielen für mich auf Tour eine bedeutende Rolle. Ein absolut fitter Hiker A, der das ganze Jahr über "in shape" ist mit 4,5kg Baseweight wird sich wohl trotzdem auf Tour leichter tun als ein anderer Hiker B mit 3,0 kg Baseweight der aber gerade erst vom Sofa aufgestanden ist (übertrieben gesprochen). Klar, auf langen Trails wird man unterwegs fit. Bis Hiker B aber seine Trail Legs entwickelt hat, ist Hiker A vielleicht schon fast durch mit dem Trail :D. Man könnte also sagen (imho), Investition in das Hobby an sich (durch Bewegung, ausüben des Hobbies an sich, Training und Erfahrung sammeln) rentiert sich in gewisser Weise mehr als die Investition zur Vorbereitung seines Hobbies (feilen am letzten Gramm und ausgeben des letzten Euros).
    Um deine eingängliche Frage kurz zu beantworten: Klar, es geht immer leichter aber ein Kompromiss ist natürlich auch in Ordnung. Nur DU ALLEINE musst damit leben und zurecht kommen.
  19. Danke!
    Ollympus reagierte auf icefreak in Impressionen von Touren   
    Ein Winterbiwak ist nur echt mit Schnee, also musste ich nochmal nachbessern.
    Nachbessern musste ich auch beim Setup, das war das vorige mal doch etwas zu lässig. Deshalb mein Bikepacking Rucksack, der hat das meiste Volumen. Das frisst ja die TaR RidgeRest Solar extra schlagmichtot (die dickste aus der Serie - 2,5 cm Schaummatte) auch wieder auf:

    Da kann man noch so lange in einem Gebiet wandern, irgendeinen Weg kennt man noch nicht. Dorfbachklamm bei Altendorf:

     

    Biwak (Boofen) irgendwo in den Felsen. Schlafdecke aus einem alten Yeti Winterschlafsack genäht. Finde heute noch Daunen in irgendwelchen Ecken 

    Liebe Forenhilfspolizisten, gaaanz ruhig. Alles legal!

    Super-Exra-LowTec Teekessel aus dem Türkenladen! Mit "Bakelit"-Griffen (duroplastischer Kunststoff, extrem hitzefest, selten geworden). Wiegt 268g und damit kommt man bei max. 1,2l auf ca. 223g/l. Der Tuborg-Brenner brennt wie eine Rakete, ballert aber auch ordentlich Sprit durch die Düsen.

    Das Geheimnis warmer Füße: MYOG Booties. Tafetta Nylon und 60er PL. Okay, nu isses kein Geheimnis mehr 

    Es dröppelt die ganze Zeit aus 20m Höhe vom Fels herab und das Ergebnis sieht so aus! Bubbel Tea?

    Winterlandschaft.

    Einmal Schnabel wetzen! Ein paar Amseln flattern durch den Wald.

    Aus Schnee wird langsam Regen.

    Schmilka. Man kann aus den richtigen Körnern und Pflanzen auch Bier brauen, was die Leute da so richtig gut können. 
     
  20. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf mtp in Impressionen von Touren   
    "Winter-Comeback" (oder die heutige Nachmittagsskitour)
    So frühlingshaft es vor ein paar Wochen schon war, so kräftig ist der Winter diese Woche zurückgekommen.
    Im frisch verschneiten Winterwald war es richtig nett:


    Irgendwann weiter oben reduzierte sich dann die Sicht gegen Null, und meine Felle sind mir im kalten Pulverschnee mindestens dreimal von den Skiern runtergefallen (ich sollte mal wieder meine Felle einkleistern - es geht nichts über eine gute Vorbereitung ).
    Nachdem ich die Felle jedesmal am Körper angewärmt habe, haben sie wieder eine Weile gehalten, und ich war froh, als ich endlich die Bergstation auf 1.770m erreichte:

    Oben traf ich dann sogar einen guten Bekannten, und wir konnten gemeinsam runterfahren.
    Hier irgendwo geht die Abfahrt runter (in der Mitte befindet sich eine Markierungsstange):

  21. Gefällt mir!
    Ollympus reagierte auf berghutze in Kungsleden (Hemavan - Abisko) inklusive Skierffe und Kebnekaise im Aug/Sept   
    Saltoluokta – Abisko
    Aufgrund meiner viel zu großzügigen Zeitplanung stehen mir für den letzten Abschnitt bis Abisko noch neun Wandertage zur Verfügung. Statt vom Kungsleden über den Durlings led auf den Kebnekaise zu steigen, überlege ich mir daher, zur Kebnekaise Fjällstation zu laufen und den Kebnekaise von dort aus zu besteigen. Außerdem entdecke ich einen Weg, der über die Tarfala-Hütte einmal um den Kebnekaise herum wieder auf den Kungsleden führt. Schließlich habe ich mehrfach gehört/gelesen, dass der Weg über die Nallostugan und die Vistasstugan sehr schön sein soll. Irgendwie werde ich die Zeit schon rumbringen.
    Tag 13 (30.08.) 360,8 – 382,25 km (inklusive 1 x Boot)
    Von Saltoluokta aus nehme ich Boot und Bus bis Vakkotavare. Von Reto verabschiede ich mich, der ist puristisch unterwegs und läuft den Weg von Kebnats bis Vakkotavare. Bis ich dort ankomme, dauert es aber auch seine Zeit, da man auf dieser kurzen Strecke einmal umsteigen und einen anderen Bus nehmen muss, was mit einem längeren Zwischenstopp verbunden ist.
    Während ich auf der Busfahrt noch gutes Wetter habe, zieht es danach leider wieder zu. Erstmal geht es von der Vakkotavare Fjällstuga – wie sollte es auch anders sein – den Berg hoch und dann übers Fjäll, wo ich viele Rentiere sehe. Hinter mir habe ich eine dunkle Wetterfront, der ich zu entkommen versuche. Leider weht auch ein ziemlich kalter Wind und irgendwann holt mich der bereits bekannte Nieselregen ein. Ich laufe daher zügig durch bis zur letzten Bootsfahrt zur Teusajaure Fjällstuga.

    Dort lasse ich das schlechte Wetter hinter mir und laufe in wunderbarer Abendsonne weiter bis kurz vor die Kaitumjaure Fjällstuga, wo ich einen windgeschützten (aber trotzdem ziemlich kalten) Zeltplatz finde.

     
    Tag 14 (31.08.) 382,5 – 393 km + 14 km zur Kebnekaise Fjällstation
    Morgens geht es wieder durch eines dieser u-förmigen Täler, bei denen man förmlich sehen kann, wie sich der Gletscher hier einmal durchgewälzt hat. Auf dem Weg sehe ich zahlreiche Rentiere und es wird bergiger. Leider habe ich auch wieder das schlechte Wetter hinter mir, dem ich aber fast den ganzen Tag schaffe, zu entkommen.

    Ich laufe nicht ganz bis zur Singistugorna, sondern biege schon vorher rechts Richtung Kebnekaise Fjällstation ab und schneide damit ein Stück Kungsleden ab. Es geht den Berg hoch zu einem See, an dem ich ein Päuschen mache. Da erwischt mich mal wieder der Nieselregen, der kurz davor ist, sich in Schnee umzuwandeln. Keine der Flocken schafft es aber bis auf den Boden.

    Dann biege ich wieder auf den Weg von der Singi Hütte nach Nikkaluokta ein und laufe weiter bis zur Kebnekaise Fjällstation. Dort komme ich schon recht zeitig an und bekomme noch ein Bett im Lager. Als ich abends im großen Aufenthaltsraum gerade mein Essen mampfe, sehe ich ein bekanntes Gesicht: Reto – ich habe es mir ja schon halb gedacht, dass der Verrückte sich nach den eher kurzen Wandertagen davor austoben will und einen Gewaltmarsch einlegt.
     
    Tag 15 (01.09.)
    Eigentlich will ich an diesem Tag auf den Kebnekaise und sitze zeitig beim Frühstück. Der Blick aus dem Fenster zeigt allerdings ziemlich trübes Wetter. Reto will erst am nächsten Tag hoch, da soll das Wetter besser sein. Dadurch steigt meine Motivation nicht gerade und ich beschließe auch, einen Tag an der Kebnekaise Fjällstation abzuhängen – Zeit genug habe ich ja. An der Rezeption der Fjällstation sitzt leider nicht gerade deren fähigster Mitarbeiter. Zuerst bittet er mich, später wiederzukommen, weil er es nicht schafft, ein Zimmer/Bett zu buchen. Beim zweiten Anlauf verkündet er mir, dass das Lager schon ausgebucht sei, es gäbe aber noch ein Zimmer. 130 EUR für ein ungefähr 8 qm großes Zimmer mit Doppelstockbett, Etagenklo und Etagendusche, aber ohne Bettwäsche, da zieht es mir fast die Schuhe aus – die Preise, die an der Kebnekaise Fjällstation aufgerufen werden, sind echt eine andere Liga.
     
    Tag 16 (02.09.) Kebnekaise + Tarfalastugan
    Am nächsten Tag sitzen wir wieder zeitig beim Frühstück – und das Wetter ist tatsächlich besser. Wir essen in aller Ruhe und lassen die Wandergruppen losziehen. Dann machen wir uns auch auf den Weg nach oben. Ich habe nur leichtes Gepäck dabei, der Rest lagert in der Fjällstation.
    Schön ist der Kebnekaise nicht, an Steinen haben sie nicht gespart und den Humor der Schweden, in den Aufstieg einen Abstieg von fast 200 hm einzubauen, finde ich auch etwas merkwürdig. Aber nach 3 ½ Stunden, die sich zwischendurch etwas ziehen, da man den Gipfel erst kurz vor Schluss sieht, sind wir oben. Nach einem längeren Päuschen in der Schutzhütte unterhalb des Gipfels machen wir uns wieder auf den Weg nach unten. Im Kaffedalen verabschiede ich mich wieder von Reto – dieses Mal endgültig – der auf dem Durlings led zurück zum Kungsleden läuft.


    Ich gehe zurück zur Kebnekaise Fjällstation und benötige für den Abstieg insgesamt dann doch 3 Stunden. An der Kebnekaise Fjällstation beschließe ich, dass für 130 EUR noch eine schnelle warme Dusche drin sein muss, bevor ich mich weiter auf den Weg zur Tarfalastugan mache. Der Weg dorthin lässt sich gut laufen, es geht gemütlich immer leicht bergauf. Das Tal, durch das ich laufe, gefällt mir sehr gut. Kurz vor der Tarfalastugan baue ich unterhalb eines Gletschers mein Zelt auf.

     
    Tag 17 (03.09.) Tarfalastugan zum Kungsleden
    Heute soll es wandertechnisch anspruchsvoller werden. Ich will über eine unmarkierte Route am Drakryggen vorbei zurück auf den Kungsleden laufen. Zum Glück ist das Wetter gut. Bei einem Blick auf mein anvisiertes Ziel bin ich nicht mehr ganz überzeugt, beschließe aber erstmal loszulaufen. Falls sich herausstellt, dass das keine gute Idee war, werde ich umkehren. Der erste Aufstieg lässt sich aber besser machen, als gedacht. Zum Glück hat die Sonne das Schneefeld im oberen Bereich schon so weit angetaut, dass man auch ohne Steigeisen oder Spikes gut drüber kommt.

    Auf der anderen Seite geht es dann weglos und unmarkiert durch Blockgelände weiter. Dort ist es bitterkalt und es ist nicht daran zu denken, die Schneefelder in Trailrunnern zu queren. Ziemlich sicher habe ich nicht immer die optimale Linie – aber ich finde meinen Weg durch die Steine. Nach ungefähr drei Stunden bin ich aus dem gröbsten raus und auch wieder in der Sonne. Dort mache ich – auch ein bisschen erleichtert, dass alles geklappt hat – eine Pause. In meine Richtung ist an diesem Tag niemand mehr unterwegs, aber mir kommt eine 2-er und eine 3-er Gruppe entgegen. Ich bin immer ganz froh, wenn ich weiß, dass ich zumindest gefunden werden würde...

    Ich laufe den restlichen Tag aus dem Tal heraus, mache immer wieder Pause, lege mich hocherfreut über das schöne Wetter ins Gras und lasse die Sonne auf mich scheinen. Leider wird mittags der Wind stärker und kündigt ein Ende des schönen Wetters an. Ein paar Kilometer laufe ich dann noch auf dem Kungsleden und schlage mein Zelt ein Stück vor der Sälka Fjällstugan auf.
     
    Tag 18 (04.09.)
    Mit dem schönen Wetter ist es dann auch wieder vorbei. Nachts fängt es an zu regnen. Als ich morgens aus dem Zelt schaue, regnet es immer noch und sieht auch nicht so aus, als ob es bald wieder aufhört. Ich entscheide mich daher einfach im Zelt liegen zu bleiben und den ganzen Tag zu lesen – das kostet immerhin nichts.
    Ich verlasse das Zelt nur während einer kurzen Regenpause, um frisches Wasser zu holen und zur Sälka Fjällstugan zu gehen. Dort sehe ich, dass für die nächsten Tage noch mehr Regen angekündigt ist und entscheide mich daher, den Schlenker über Nallostugan und Vistasstugan zu streichen und stattdessen auf dem Kungsleden direkt nach Abisko zu laufen.
     
    Tag 19 (05.09.) 407 – 437 km
    Auch diese Nacht hat es weiter geregnet. Als ich aufwache ist es aber trocken, sogar die Sonne scheint. Ich bin jedoch schlagartig wach, als ich feststelle, dass sich an einer Stelle unter meinem Zelt eine riesige Wasserlache gebildet hat. Ich schaffe es, meine Sachen ins Trockene zu retten, ohne dass das Zelt überschwemmt wird oder mir irgendwas ins Wasser fällt.
    Nach diesem Schreck frühstücke ich auf einem Hügel in der Sonne, als ein Rentier immer näher kommt. Offensichtlich scheine ich direkt neben den leckersten Gräsern und Kräutern zu sitzen.

    An der Sälka Fjällstugan laufe ich vorbei in Richtung Tjäkta-Pass und man muss sagen, dass sich der Kungsleden zeitweise von seiner schönsten Seite zeigt. Das Wetter ist zwar nicht besonders stabil, aber der angekündigte Regen zeigt sich nicht und zwischendurch gibt es tolles Licht.



    Über den Tjäktja-Pass laufe ich an der Tjäktjastugan vorbei in Richtung Alesjaure Fjällstuga.


    Es sieht zwar zeitweise nicht danach aus, aber ich entkomme den ganzen Tag dem Regen. Trotzdem bin ich froh, dass ich (trotz Corona) in der Alesjaure Fjällstuga eine Pause machen darf. Der Blick von dort ist einfach Wahnsinn.

    Nach fast drei Wochen in Schweden/auf dem Kungsleden bin ich dann endlich auch so weit und es siegt die Neugier – ich kaufe mir im Laden der Fjällstuga eine Tube Käse und finde heraus, dass das genau so schlecht schmeckt, wie man sich das vorstellt :-). Ich gehe noch ein Stück weiter und finde einen tollen Zeltplatz am See für den letzten Abend auf dem Kungsleden.

     
    Tag 20 (06.09.) 437 – 465 km, bis Abisko
    Als ich morgens aufwache regnet es wieder. Da ich nicht damit rechne, dass es bald aufhört und da ich ja weiß, dass ich abends auf jeden Fall im Trockenen bin, packe ich meine Sachen im Regen zusammen und laufe los. Nach einer Stunde hört es dann aber doch auf zu regnen und bleibt den restlichen Tag trocken. Schön ist das Wetter deshalb aber noch lange nicht. Ich laufe bis zur Abiskojaure Fjällstuga durch und freue mich auf eine Pause dort. Die Hüttenwirtin ist aber streng und verbannt mich wegen Corona in den Holzschuppen :-(.

    Also marschiere ich noch das letzte Stück des zum Spazierweg breit getretenen Kungsleden bis Abisko und quartiere mich in der STF Fjällstation ein, wo ich auch die nächsten beiden Tage abhänge, bevor es am 09.09. zurückgeht.
     
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    Kvikkjokk – Saltoluokta
    Tag 10 (27.08.) 262 – 289,5 km
    Nach dem mehr als ausgiebigen Frühstück starte ich als eine der letzten von der Kvikkjokk Fjällstation - es gibt aber auch keinen Grund, sich zu beeilen. Dann kam der für mich mit Abstand ätzendste Abschnitt auf dem Kungsleden. Nach acht Tagen durchwachsenem Wetter gibt es endlich den ganzen Tag blauen Himmel und Sonnenschein und ich laufe rund 20 km durch einen beschissenen Wald. Noch dazu war der Weg total unangenehm zu gehen. Es war zwar mehr oder weniger flach, aber der Weg war voller Steine, so dass man praktisch keinen geraden Schritt machen konnte. Ich versuche, diesem Elend so schnell wie möglich zu entkommen. Eine Pause mache ich erst bei der Parte Stugan. Von dort geht es noch ein Stück weiter durch den Wald und dann – endlich – nach oben und aus dem Wald heraus.
    Als ich den Wald verlasse und freie Sicht habe, fühlt sich das wie eine körperliche Befreiung an, als ob ich auf einmal wieder tiefer atmen kann. Ich lasse die Sicht auf mich wirken und gehe fast schon euphorisch und erleichtert weiter.

    Auf dem Weg treffe ich die zwei Schweden, die ihr Zelt an einer geschützten Stelle aufbauen. Dort ist auch Reto, der ebenfalls noch ein Stück weitergeht. Ich entscheide mich, mein Zelt lieber an einer etwas exponierteren Stelle, dafür aber mit freier Sicht, aufzubauen.


     
    Tag 11 (28.08.) 289,5 – 306,5 km (inklusive 1 x Boot) + 13 km Skierffe
    Morgens kratze ich zum ersten Mal Eis vom Zelt (das ist der Preis für die exponierte Lage). Dann mache ich mich auf den Weg zum Boot, wo wir uns alle wieder treffen. Es geht zur Aktse Stugan und von dort auf den Skierffe.


    Der Skierffe liegt zwar nicht direkt auf dem Kungsleden, aber wer diesen Abstecher nicht macht, ist aus meiner Sicht verrückt. Der Skierffe ist für mich das absolute Highlight der Wanderung. Das Wetter ist fantastisch. Hätte ich auf der ganzen Wanderung nur einen Tag gutes Wetter gehabt, so hätte ich es mir für den Skierffe-Tag gewünscht. Gegen 12:30 Uhr bin ich oben, die Jungs sind natürlich schon da. Der Weg hat sich länger gezogen, als ich von unten dachte. Auf dem Rückweg bin ich mir aber auch nicht ganz sicher, ob ich immer den direktesten Weg gewählt habe. Zwischendurch ging es außerdem ordentlichen durch Matsch. Wir bleiben fast zwei Stunden oben, dann trudeln nach und nach andere Leute ein.


    Die Schweden verabschieden sich und wollen querfeldein zum nächsten Boot laufen. Reto und ich gehen den Weg zurück. Ich hatte mein ganzes Zeug mit nach oben genommen. Wer seinen Rucksack am Abzweig vom Kungsleden zum Skierffe liegen lassen will, sei gewarnt: Ein kleines Mäuschen hat auch schon herausgefunden, dass dort gelegentlich was zu holen ist...
    Wir laufen noch ein Stück weiter, hoch, übers Fjäll und dann runter. Ich entscheide mich wieder für einen Schlafplatz oberhalb der Baumgrenze, Reto läuft noch ein Stück weiter – am nächsten Morgen treffen wir uns wieder beim Boot.
     
    Tag 12 (29.08.) 306,5 – 332 km (inklusive 1 x Boot), bis Saltoluokta
    Nachdem ich meine Sachen zusammen gepackt habe, geht es in einer halben Stunde zum Boot. Dort holt uns der sehr nette, aber etwas einsam wirkende Bootsmann, mit dem wir uns länger unterhalten, ab. Wer aus Saltoluokta kommt und ihm einen Gefallen tun will, bringt frisches Obst mit :-).
    Es geht wieder hoch übers Fjäll. Das Wetter ist wechselhaft – umso mehr weiß ich den vorangegangenen Tag zu schätzen. Wir sehen viele Rentiere. Kurz vor 15 Uhr kommen wir bereits in der Saltoluokta Fjällstation an, das hätte sogar noch für Boot und Bus gereicht. Wir entscheiden uns aber beide, in der Fjällstation zu bleiben. Das Abendessen ist schon ausgebucht, aber wir bekommen noch ein Zimmer. Bett, Dusche, Wäsche waschen, Trockenraum, eine Küche zum Abendessen kochen, Frühstücksbuffet – was will man mehr. Hier gefällt es mir eindeutig besser, als in der Kvikkjokk Fjällstation.

    Was die zeitliche Planung angeht, ist zu dem Abschnitt Kvikkjokk – Saltoluokta zu sagen, dass der Zeitrahmen stark durch die Boote vorgegeben ist. Wenn man nicht selbst rudert, wird allein dadurch das Tempo bzw. die tägliche Wegstrecke reduziert.
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    Jäkkvik – Kvikkjokk
    Tag 7 (24.08.) 171 – 198 km (inklusive 2 x Boot)
    Ab Jäkkvik geht es los mit der Bootsfahrerei. Als erstes steht die kurze Überquerung mit dem Ruderboot an und dann die lange (und sauteure) Fahrt mit dem Motorboot, das erst um 18 Uhr kommt. Dadurch ist auch der Rahmen für den Tag vorgegeben.
    Ich laufe morgens gemütlich mit einem Belgier vom Hostel los und die erste Ruderpassage meistern wir gemeinsam. Ich bin ganz froh, nicht alleine rudern zu müssen, denn am Vorabend habe ich im Hostel eine Deutsche getroffen, die mit dem Ruderboot abgetrieben ist und letztendlich den Notruf gewählt hat. Das hat nicht zu meiner Ermutigung beigetragen... Die größte Schwierigkeit besteht darin, dass alle paar Ruderschläge eines der Ruder aus der Dolle (wie dieses Ding wohl heißt) flutscht und in der Zeit, bis man das Ruder wieder eingefädelt hat, treibt man natürlich ab. Wir schaffen es jedenfalls ans andere Ufer, genau wie zwei Schweden, die ebenfalls im Hostel übernachtet haben und kurz nach uns los sind. Wir sind uns aber alle einig, dass wir für die längeren Stücke gerne in die Tasche greifen und das Motorboot bezahlen.
    Es geht dann relativ lang durch den Wald, gefolgt von einem Aufstieg und einem schönen, aussichtsreichen Stück Weg über das Fjäll, bevor es wieder runtergeht in den Wald.

    An der Bootsanlegestelle treffen wir uns alle wieder (2 Schweden, Belgier und ich) und warten ziemlich lange auf das Boot. Die zwei schwedischen Jungs sind letztes Jahr den AT gelaufen und absolut ultraleicht unterwegs (Baseweight unter 5 kg). Sie erzählen von 50 km-Tagen, die sie auf den nächsten Etappen einlegen wollen. Nach einiger Zeit trifft auch Reto ein, ein Schweizer, der ein ordentliches Tempo vorlegt (ist schon den PCT gelaufen) und morgens erst, kurz bevor ich los bin, im Hostel in Jäkkvik ankam, wo er nur einen Dusch-, Wasch- und Einkaufszwischenstopp eingelegt hat, bevor es weiterging. Zu fünft fahren wir mit dem Boot auf die andere Seite. Als einzige trage ich keine Altras.
    Auf der anderen Seite folge ich dem Herdentrieb und laufe, wie die vier Jungs, noch etwa 2,5 km weiter (genau genommen renne ich quasi hinterher). An einem See finden wir ein Plätzchen, an dem wir alle unsere Zelte aufstellen können.
     
    Tag 8 (25.08.) 198 – 225,4 km
    Als ich morgens aus meinem Zelt krieche, sind die zwei Schweden schon weg, Reto ist gerade am Aufbrechen – ich gehe nicht davon aus, einen der Herren jemals wieder zu sehen. Auch der Belgier macht sich auf den Weg. Ich komme als letzte los.
    Es geht erst durch den Wald, über Stock und Stein (nicht so mein Fall), dann aber wieder nach oben übers Fjäll. Leider ist das Wetter nicht so toll: Nieselregen, Wind, kühl, keine gute Sicht, immerhin aber nicht so richtig nass. Die Wege sind allerdings ziemlich matschig und die Holzstege nicht in bestem Zustand. Zudem komme ich an zahlreichen kaputten Brücken vorbei. Da es ziemlich ungemütlich ist, bin ich froh über diese Hobbithöhle (Tjäurekatan), in die ich für ein wind- und regengeschütztes Päuschen kriechen und in der ich mir einen Tee kochen kann. Dort treffe ich auch den Belgier wieder.

    Entlang ungeheuer matschiger Wege geht es weiter. Mittags sind meine Schuhe dann irgendwann nass. Ich kapituliere und versuche erst gar nicht mehr, einen trockenen Weg zu finden. Als ich an einen schön gelegenen Zeltplatz an einem See komme, habe ich keine Lust weiterzulaufen, obwohl schon vier Packrafter da sind. Ich baue mein Zelt auf und wasche mich tapfer im See.

     
    Tag 9 (26.08.) 225,4 – 262 km (inklusive 1 x Boot), bis Kvikkjokk
    Morgens geht es weiter in Richtung Kvikkjokk, zuerst auch wieder über matschige Wege (egal, meine Schuhe sind eh noch nass) und durch trübes Wetter. Dann kommt ein richtiger Aufstieg. Ich kann es fast nicht glauben, als es immer weiter nach oben geht. Bisher ließ sich der Weg eigentlich mit Buckel hoch, übers Fjäll, Buckel runter, durch den Wald, dann wieder Buckel hoch, … beschreiben. Die Wegführung ist auf einmal richtig spannend – wie in den Bergen, wenn man über den Grat geht und noch nicht weiß, wie es auf der anderen Seite aussieht. Von oben sehe ich tatsächlich erstmals hohe Berge. Das Wetter wird auch immer besser. Ich komme ein bisschen zu früh oben an und habe noch keine richtige Fernsicht. Aber mittags kommt die Sonne raus!


    Der Tag entwickelt sich zu einem wunderbaren Wandertag. Blauer Himmel, Sonnenschein, tolle Landschaft. Ich entscheide mich daher, den Tag zu nutzen und stramm nach Kvikkjokk weiterzumarschieren.

    Von unterwegs rufe ich das nächste Boot an und muss nicht allzu lang warten. An Bord befindet sich bereits eine Frau, die eine Bootsrundfahrt gebucht hat. Daher komme ich in den Genuss einer Fahrt durch enge Kanäle – wofür mir aber auch 50 SEK extra abgeknöpft werden :-).


    In der STF Fjällstation in Kvikkjokk treffe ich zu meinem allergrößten Erstaunen Reto und die zwei Schweden. Die schwedischen Jungs wurden – so heißt es – von einer hübschen Schwedin aufgehalten :-). Reto hingegen wartet auf sein Proviantpaket (das dann auch ankommt). Leider ist die Fjällstation vollständig ausgebucht. Reto bietet mir zwar das zweite Bett in seinem Zimmer an, das erlaubt die Hüttenwirtin allerdings nicht – wegen Corona (spoiler alert: in der Saltoluokta Fjällstation teilen wir ein Zimmer). Auch Duschen darf ich in der Fjällstation nicht – wegen Corona. Immerhin ist mein Fresspaket angekommen. Und ich darf für den nächsten Morgen das Frühstücksbuffet buchen und sitze ungefähr 2 ½ Stunden mit Reto an einem Tisch und mampfe, was das Zeug hält – trotz Corona.
    Ergänzung: Über mein Fresspaket bin ich äußerst glücklich. Der Laden in der Kvikkjokk Fjällstation ist nicht besonders toll ausgestattet, obwohl Kvikkjokk eine Straßenanbindung hat. Auf Brot habe ich vergeblich gehofft. Die Kvikkjokk Fjällstation ist meine least favorite.
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    Ollympus reagierte auf berghutze in Kungsleden (Hemavan - Abisko) inklusive Skierffe und Kebnekaise im Aug/Sept   
    Ammarnäs – Jäkkvik
    Tag 4 (21.08.) 79 – 113,5 km
    Morgens gehe ich im Nebel los. Das Wetter ist aber temperaturmäßig äußerst angenehm zum Laufen. Aus Ammarnäs geht es durch den Wald nach oben, bevor man wunderschön einen Bergrücken entlang durch das Fjäll läuft. Die Sicht könnte zwar besser sein, dieser Abschnitt gefällt mir aber trotzdem ausgesprochen gut und man kommt ziemlich flott voran. Obwohl es den ganzen Tag nicht regnet, hole ich mir aber erstmals nasse Füße.


    Richtung der unbewirtschafteten Rävfallsstugan geht es durch den Wald wieder nach unten und über den Vindelälven. Genau passend kommt die Sonne heraus und ich lasse sie mir auf einer Bank vor der Rävfallsstugan auf den Bauch scheinen. Durch den Wald geht es dann wieder hoch aufs Fjäll und mit dem schönen Wetter ist es vorbei.
    Eine erste Zeltmöglichkeit mit Wasser am Guoletsbäcken verschmähe ich noch. Dann muss ich aber feststellen, dass auf dem Kungsleden zwar keiner verdursten wird, dass es aber auch nicht auf jedem Kilometer Wasser gibt, das man trinken möchte. Ich laufe ein ganzes Stück weiter als geplant, bis ich schließlich ein Plätzchen finde, an dem mein Zelt einerseits nicht im Sumpf versinkt und an dem ich andererseits einen kleinen Bach zum Waschen und Wasserholen finde. Das Wetter verschlechtert sich währenddessen zunehmend. Ich schaffe es gerade noch, alle abendlich anfallenden Aufgaben zu erledigen und das Zelt zuzumachen, bevor es anfängt zu regnen (dieses Mal richtig).

     
    Tag 5 (22.08.) 113,5 – 143 km, bis Bäverholmen
    Nachts regnet es und der Wind weht ordentlich, mein Zelt steht aber zum Glück gut. Zum Abmarsch will ich morgens eine kurze Regenpause nutzen, bin aber zu langsam (oder die Regenpause zu kurz). Ich warte mit (bis auf das Zelt) gepacktem Rucksack ab und gegen 9 Uhr komme ich im Trockenen los. Ich freue mich über jeden Schritt, den ich ohne Regen laufen kann und für immerhin fast drei Stunden bleibt es trocken. 15 Minuten vor der Sjnulttjie-Hütte holt mich der Regen dann aber doch wieder ein. Leider schüttet es ziemlich, so dass auch 15 Minuten reichen, um nass zu werden. Ich bin aber froh, dass die Hütte zumindest nicht mehr weit ist und mache den kurzen Abstecher gerne. Zwei Schweden, die dort ihren halben Hausstand ausgepackt haben, haben schon ordentlich eingefeuert, so dass sich der Regenschauer gut aussitzen lässt.

    Auf zum Teil ziemlich matschigen Wegen geht es weiter Richtung Bárasjuhka-Emergency Shelter. Als ich in dem gemütlichen Innenraum ein kurzes Päuschen mache, erscheint es mir eine Überlegung wert, dort zu bleiben. Ein Schwede, der im selben Bus von Umea nach Hemavan saß wie ich und den ich schon am Tag zuvor öfters wiedergetroffen habe, hat dort aber bereits sein Zelt aufgebaut. Außerdem habe ich kurz zuvor zwei Wanderer überholt, die so aussahen, als ob sie auch an der Hütte bleiben wollen. Mir wird es daher (prognostisch) zu voll und ich laufe weiter. Dabei kommen mir noch mehrere Wanderer entgegen, die auch auf dem Weg zur Bárasjuhka-Hütte sind und ich bin froh über meine Entscheidung. Unter anderem treffe ich auch noch einen Deutschen, der den Kungsleden von Abisko nach Hemavan wandert und mir allen Ernstes erzählt, dass dies sein erster Regentag sei. Unverschämtheit!
    Da ich zwischendurch an keinem ansprechenden Zeltplatz mehr vorbei komme, laufe ich letztendlich bis Bäverholmen. Dort ist kein Mensch und ich komme mir etwas merkwürdig vor, wie ein Eindringling. Auf der Wiese baue ich im Nieselregen mein Zelt auf und mache es mir zum Abendessen auf der Terrasse bequem. Dann fällt mir ein, dass der Deutsche irgendwas von Toiletten bei Bäverholmen gesagt hat. Tatsächlich – die Räume sind nicht abgeschlossen. Ich frage mich, ob das wohl Absicht oder ein Versehen ist und komme mir noch mehr vor, wie ein Eindringling, als ich die Räume dort betrete. Aber die Versuchung ist einfach zu groß (fließendes Wasser!).
     
    Tag 6 (23.08.) 143 – 171 km, bis Jäkkvik
    Morgens geht es durch den Wald Richtung Adolfsström, ich habe ziemlich schnell nasse Füße, der Weg ist nicht so mein Fall, es regnet. Aber ich habe ein Ziel vor Augen: Jäkkvik.
    Erstmal komme ich aber nach Adolfsström. Dort hat alles geschlossen. Zum ersten Mal geht es ein Stück auf Asphalt und dann einen Forstweg entlang. Das ist mir in diesem Fall aber recht, denn ich will vorwärts kommen. Leider führt der Weg auch den restlichen Tag durch viel Wald und ist ziemlich matschig. Zur Entschädigung gibt es am Wegesrand aber unendlich viele Heidelbeeren. Und nach dem Regen am Morgen bleibt es immerhin trocken. Irgendwann zeigt sich sogar die Sonne und ich entdecke meine erste Moltebeere.
    Das Highlight an diesem Tag ist aber ganz klar das Hostel in Jäkkvik, das das reinste Wandererparadies ist. Hier kann man sogar die Sauna nutzen, die auf den STF-Hütten wegen Corona überall geschlossen ist. Außerdem gibt es in Jäkkvik die letzte gute Einkaufsmöglichkeit in einem riesigen Supermarkt.
     
    To be continued...
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    Ollympus reagierte auf berghutze in Kungsleden (Hemavan - Abisko) inklusive Skierffe und Kebnekaise im Aug/Sept   
    Hemavan - Ammarnäs
    Wandertag 1 (18.08.): 0 – 14 km
    Nach fast sechstündiger Busfahrt und halbstündiger Paketabgabe geht es gegen 14:00 Uhr fast schon los. Im Supermarkt (groß und gut ausgestattet) kaufe ich noch Brot und in der Hemavan Fjällstation eine Gaskartusche. Dort wird mir auch die Entscheidung abgenommen, ob ich eine kleine oder eine mittlere Kartusche mitnehme – es gibt nur noch die mittleren. Das ist für mich mehr als genug, zwischendurch bin ich aber ganz froh, dass ich an Gas nicht sparen muss und mir auch mal was Warmes zu trinken machen kann.
    Ich laufe bei strahlendem Sonnenschein los und es ist wahnsinnig heiß. Die Hitze bringt mich fast um. Ich bin viel zu warm angezogen (leicht gefütterte Leggings, die ich sonst im Winter zum Sport trage) und habe keine kurze Hose dabei. Da dies der einzige derart heiße Tag ist und ich an vielen anderen Tagen über meine Hose froh bin, ist meiner Kleiderauswahl insgesamt betrachtet okay. Wäre es aber so heiß geblieben, weiß ich nicht, was ich gemacht hätte (Schere?).

    Ich laufe vorbei an der Viterskalsstugan in das u-förmige Sytertal. Nach ungefähr 14 km baue ich an einem schönen flachen Fleckchen mein Zelt auf. Eigentlich wäre ich gerne noch ein Stück weitergegangen. Ganz aus dem Tal wollte ich aber nicht mehr laufen und aufgrund der Schraffierungen in meiner Karte war ich mir nicht sicher, ob bzw. wie sumpfig der Boden weiter hinten im Tal noch wird (ein Plätzchen hätte sich aber auch noch ein oder zwei km weiter gefunden).

    Abends tauchen ein paar Moskitos auf, mit denen ich in diesem Augenblick nicht gerechnet habe. Da sie das Überraschungsmoment auf ihrer Seite haben, schaffen es die ersten tatsächlich, mich zu stechen. Das bleiben aber auch die einzigen. Die Zahl der Moskitos ist bereits sehr überschaubar und zudem besitzen die schwedischen Moskitos die Höflichkeit, sich erschlagen zu lassen, bevor sie zustechen. Man muss halt nur aufpassen und darf sich nicht ablenken lassen – insbesondere nicht beim Zähneputzen :-).
     
    Tag 2 (19.08.) 14 – 45 km
    Morgens wache ich bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel auf. Trotz der vielen Bäche um mich herum ist mein Zelt zu meinem größten Erstaunen trocken. Ich laufe aus dem Tal heraus Richtung Syterstugan. Hier darf man auf keinen Fall vergessen, einen Blick zurück zu werfen.

    Das war es dann aber auch erstmal mit gutem Wetter, der Himmel zieht bereits zu. Die Bänke vor der Systerstugan nutze ich, um meine Regensachen auszupacken. Den restlichen Tag ist das Wetter durchwachsen, Regen, Wolken, Sonne im Wechsel.

    Es geht über sieben Brücken und dann am See entlang bis zur Tärnasjöstugan. Dort mache ich ein kleines Päuschen, bevor es noch ein Stück aufwärts geht. Ich finde einen schönen Zeltplatz mit Blick auf einen See. Von meinem Logenplatz aus, sehe ich eine Rentierherde, die sich dort zum Abendessen einfindet. An diesem Abend mache ich auch erste Bekanntschaft mit Knots, die in Heerscharen auftauchen und mich dazu bringen, das Moskitonetz über den Kopf zu stülpen und mich schneller als geplant in mein Zelt zu verziehen.

     
    Tag 3 (20.08.) 45 – 79 km, Ammarnäs
    Die erste Nacht sollte auch die letzte mit trockenem Zelt bleiben. In der Luft ist so viel Feuchtigkeit, die nachts kondensiert, dass ich ab diesem Morgen den Tag immer mit Zelt abwischen beginne.
    Ich starte eher früh, da es so aussieht, als ob ich an diesem Tag noch gut bis Ammarnäs laufen kann und ankommen will, so lange der Supermarkt noch offen hat. Zur Servestugan geht es erstmal über einen Hügel. Auf dem Weg nach oben bekomme ich aus einiger Entfernung eine Elchkuh zu sehen, auf dem Weg nach unten zahlreiche Rentiere (aber Rentiere kann ja jeder :-)).


    Das Wetter ist wieder durchwachsen, neblig und regnerisch. Ich packe eigentlich früher oder später an fast jedem Tag meine Regensachen aus. Der Regen, der mich die meiste Zeit begleitet, ist so ein leichter Nieselregen, bei dem man am Anfang denkt, dass man dafür kein Regenzeug braucht, von dem man auf Dauer aber doch nass wird. Immer noch besser als strömender Regen, versuche ich mir zu sagen...
    Nach der Servestugan kommt tatsächlich mal ein längerer Aufstieg und es geht bis auf 900 hm hoch. Im Vuomatjahkka Emergency Shelter mache ich windgeschützt und trocken ein Päuschen, bevor es über eine ziemlich karge Hochebene Richtung Aigert Stugan weitergeht. Die Hütte sieht man schon von weitem und es geht einfach und flott nach unten. Von der Aigert Stugan folgt ein weiterer Abstieg bis Ammarnäs, der sich zieht. Obwohl ich eigentlich noch nicht viel brauche, statte ich dem Supermarkt einen Besuch ab. Nach nur zwei Nächten im Zelt gönne ich mir im Ammarnäs Wärdshus außerdem ein Bett und eine Dusche.

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