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Ultraleicht Trekking

zweirad

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  1. Diese Woche stand ganz im Zeichen "Ziplock gegen MYOG Beutel ersetzen". So überlegte ich auch an einem neuen Portemonnaie rum und machte mir kurzerhand aus meinem Alltags-Portemonnaie ein Schnittmuster für eins aus Tyvek. Das Resultat seht ihr hier. Münzfach, Fach für Banknoten und eins für einige Karten. Zugegeben, mit 2 Gramm ists 100% schwerer als das alte Ziplock Am Schnitt fürs Münzfach werde ich nochmals minimal arbeiten, da das Tyvek halt nicht so formstabil ist und ich wirklich kein derart grosses Münzfach brauche Was sonst noch so entstand.
  2. Neulich meinte meine Freundin „Wenn du in dem Tempo weiterschreibst, wirst du nicht vor der nächsten Tour fertig“ Ok, hab den Wink verstanden 37. Tag - 15.09.2020 - Wehmut Serremorello - zum neuen Rifugio Fauniera (HP für 50 Euro, sehr gutes Essen) 31 Kilometer, + 2399 hm, - 1316 hm, 8 Stunden, 44 Minuten Bau(m)kunst? Nach einer recht erhellenden Nacht aber trotzdem gutem Schlaf machte ich mich auf. Ich war etwas wehmütig. Einerseits freute ich mich auf zu Hause, werde aber auch den Alltag auf der GTA vermissen. Der Weg nach Celle di Macra ist einfach und langweilig. Leider ist die Wegführung etwas irreführend und so lief ich schlussendlich grosse Teile auf der wenig befahrenen Strasse. Internationales in Celle di Macra Ein Kaffee ist kein Kaffee und so gönnte ich mir einen solchen im örtlichen Laden. Noch ein kleiner Schwatz mit einem Rentner, ein paar frische Lebensmittel einkaufen und weiter. Die Auswahl ist eher klein, das nötigste aber vorhanden. Mit einem Stück Peperonchinikäse und anderen Leckereien gings weiter. Das Salzmuseum war leider geschlossen, dafür interessierten sich ein paar Einheimische für meinen Rucksack und was ich hier so treibe. Bis zum Abend sollte ich nun keine Menschenseele mehr sehen. Piano Der Aufstieg via Alpe Fumè zum Monte Bastia verlief auf einer Alpstrasse und war jetzt auch nicht das Highlight der Tour. Leider bot er auch keinen gescheiten Platz für eine Pause, dafür einen Brunnen, was mir ebenso gelegen kam. Der weitere Weg via der Bassa di Narbona zum Passo delle Crossette gefiel mir dann deutlich besser. Zwar auch nur eine Alpstrasse, bot aber deutlich mehr Abwechslung. Zu meiner Überraschung sömmerten hier immer noch einige Schafe, Lämmer, Esel und ein Shetlandpony. Wirklich schön hier und ich kam wieder ins Träumen. Beim Passo delle Crossette gönnte ich mir dann endlich eine ausgiebige Pause. War für ein schöner und ruhiger Ort. Ein neues Kreuz wies auf einen kürzlich verstorbenen Knaben hin, was die Stimmung recht trübte. Pause beim Passo delle Crossette Rückblick Santuario San Magno von oben Santuario San Magno Weiter gehts dem schönen Santuario San Magno entgegen. Die Strasse versprüht wenig Reiz, trotzdem gönnte ich mir den Abstecher zum schönen Gebäude. Eine Nacht in diesem Historischen Gebäude wäre sicher ein Erlebnis. Da aber alles geschlossen war, schaute ich mich etwas um, mache Fotos, füllte Wasser und lief dem Colle dei Fauniera (im Rother noch als Colle dei Morti vermerkt) entgegen. Leider führt der Weg auch hier auf der Strasse, was dank dem schwachen Verkehrsaufkommen erträglich war. Mittlerweile wars auch gegen 17 Uhr und ich plante am Nachtlager. Allzu hoch oben möchte ich um diese Jahreszeit mit meinem Comforter nicht mehr schlafen, da dieser ab 2 Grad C deutlich nachlässt. Andererseits solls oben beim Colle dei Fauniera ein Biwak haben. Das dieses nur im Winter geöffnet ist, werde ich später erfahren. Da mich der Weg der Passstrasse nicht sonderlich reizte, studierte ich an der Variante rum. Der Rother schreibt „Ist aber nur etwas für Experimentierfreudige“. Naja meine Experimentierfreudigkeit hat nach dem einen oder anderen Erlebnis mit der Wegführung hier etwas nachgelassen. Die Lust auf einen kleinen alpinen Abstecher überwiegt dann aber und der Weg ist für meinen Geschmack einfach und gut signalisiert. Die Beschreibung im Rother empfand ich als unverständlich. Die beschriebene Baita Parvo, 1958 müM. fand ich nirgends. Dafür etwas weiter oben ein Wegweiser bei der Località Langra, 1971 müM. Von da weg gewinne ich schnell an Höhe und blicke alsbald auf die Passstrasse. Ich geniesse den schönen Bergwanderweg in vollen Zügen. In meinem „Tagebuch“ habe ich mir für die Variante „steil aber geil“ vermerkt. Vorbei an einer kleinen Kuhherde erreiche ich bald den Pass. Das Biwak ist leider geschlossen und mein Inreach prognostiziert kühle Temperaturen für die Nacht. Vielleicht ists doch bald mal Zeit für einen wärmeren Quilt. Nun hatte ich doch schon einige Nächte in höheren und kühleren Lagen. Kurzerhand frage ich im nigelnagelneuen Bivacco Fauniera für einen Nachtplatz an. Die schöne Hütte ist praktisch leer und dementsprechend stehe ich bald unter der neuen Dusche. Zusammen mit einem grossartigen Abendessen geniesse ich den Sonnenuntergang. Morgen wird der letzte Tag 38. Tag - 16.09.2020 oder der (vorerst) letzte Tag Rifugio Fauniera - Sambuco 14.4 Kilometer, + 298 hm, - 1394 hm, 3 Stunden, 42 Minuten Was es wohl dachte? "Was bist denn du für einer?" Der letzte Tag ist eigentlich schnell erzählt. Es war nicht mehr weit zu meinem diesjährigen Etappenziel. Einerseits freute ich mich sehr auf das Wiedersehen mit meiner Freundin und trotzdem war ich auch wehmütig. Dementsprechend hatte ich es alles andere als eilig. Ausser die Waschmaschine würde ich heute nichts mehr brauchen. So lief ich auf Umwegen via der Cima Fauniera zum Colle dei Fauniera wo ein monumentales Denkmal von Marco Pantani thront. Heisst der Pass nun eigentlich Colle dei Morti, Colle dei Fauniera oder gar Col Cuneo? Ich weiss es nicht. Vor Ort ist alles mit Colle dei Fauniera beschriftet. Hier gibts eine kleine Erklärung zum Namensrätsel. Naja, gewisse Berge haben keine Namen, dieser Pass hat gleich deren drei. Umwege lohnen sich eben doch. Zumindest manchmal. Jedenfalls erblickte ich auf dem Weg zum Pass mit den zahlreichen Namen nochmals einige Edelweiss. Was für eine Freude! Ich schlenderte auf der Passstrasse in Richtung Colle Valcavera und auf gemütlichen Alpstrassen in Richtung Rifugio don Franco. Zeit für eine kleine Pause an der Sonne will ich doch nicht zu früh in Sambuco sein. Alte Militärstrasse (nun Passstrasse) zwischen Colle dei Fauniera und Colle Valcavera Weiter auf der gemütlichen, immer leicht abfallenden Alpstrasse zur Gias Mure, wo der Weg in einen steilen Pfad mit zahlreichen Kehren übergeht. Am Ende dessen steht eine gemütliche Bank samt Tisch, wo ich mir nochmals eine lange Pause gönnte und in Erinnerungen schwelgte. Bis zum Albergo della Pace wars nun nicht mehr weit und ich verbrachte den Nachmittag mit der Waschmaschine, Dusche und etwas herumlümeln. In 38 Tagen habe ich nun 763 km, 48961 Höhenmeter +, 25698 Höhenmeter - zurückgelegt. Dabei bin ich total 1 Woche, 4 Tage und 4 Stunden gewandert. Ich freue mich auf die Fortsetzung im 2021, zusammen mit meiner Partnerin!
  3. Mal wieder ein paar Fotos von einer anderen Tour als der GTA. Wie es der Zufall wollte, hatten S. und ich 1.5 Tage gemeinsam frei. Ein kurzes Telefonat später stand eine wunderschöne und menschenleere Tour in der Innerschweiz. Europaleiter. Unten ist der Seefeldsee zu sehen. Schon das x-te in diesem Jahr. Trotzdem immer wieder ein wunderschöner Anblick! Im Abstieg zur Melchsee-Frutt. Rechts im Bild ist der Haupt 2312 müM (ca. T5+). Ein lohnenswerter Abstecher. Unser Nachtlager. Dank dem Windschutz blieben die Temperatur sehr mild. Die einzige Begegnung mit anderen Lebewesen. Was für ein erhabender Anblick! S. im Abstieg vom Rothorn, 2526 müM. Blick vom Glogghüs, 2534 müM zurück zum Rothorn und Läubler, 2490 müM. Zum Abschluss der Tour besuchten wir noch den tatsächlichen Mittelpunkt der Schweiz. Dies nachdem ich am 1. August nur den symbolischen Mittelpunkt (rund 500 Meter entferne, problemlos zugänglich) besucht hatte. Der Punkt ist wirklich schwer zugänglich und liegt mitten im Wald. Eine wunderschöne aber auch anstrengende Tour welche ich nie vergessen werde!
  4. 36. Tag - 14.09.2020 oder nackt im Dorf Posto Tappa Elva Serre - Serremorello 22.4 Kilometer, + 1182 hm, - 1497 hm, 7 Stunden, 10 Minuten Nach dem ausgiebigen Frühstück kam ich eher spät los und kam auch lange nicht so richtig auf Touren. Da kamen die angenehmen An- und Abstiege gerade recht. Und Ironie des Schicksals, keine halbe Stunde nach Start stiess ich beim Colle San Giovanni auf einen perfekten Platz für ein Nachtlager. Hätte ich das mal gestern gewusst. Prompt lief ich dann noch einige Meter dem falschen Weg nach, da ich schlicht den Abzweiger verpasst. Den Fehler glücklicherweise schnell bemerkt und auf angenehmen Wegen via Colle Bettone San Martino entgegen gewandert. Ein wirklich traumhaft gelegener Ort und für einmal war auch die Kirche offen. San Martino Chiesa San Peyre di Stroppo (wäre ein kleiner Abstecher von der GTA) Die Futtervorräte wurden langsam wieder etwas knapp und so freute ich mich auf den im Rother angegebenen Laden in Bassura. Dieser schien dauerhaft geschlossen zu sein. Keine Ahnung. Im einzigen geöffneten Restaurant gabs auch kein Mittagessen und so zottelte ich weiter. Zahlreiche Schilder deuten daraufhin, dass hier zukünftig der eine oder andere Euro in den Umbau der zahlreichen verfallenen Häuser investiert wird. Soll wohl so eine Art Ferienhausprojekt geben. Auf den Fotos sahs ganz nett aus. Alte Werbung für Sonnensticks in Stroppo. Das Teil könnte man hier sicher für viel Geld verkaufen. Kirchturm in Stroppo. Ich wählte den Weg via Fluss und nicht die Alternative via Pessa. Unten beim Fluss stiess ich auf einen herrlich gelegenen Picknickplatz samt Wasserhahn und so beschloss ich Mittagspause zu machen. Viel Essen hatte ich nicht mehr und so kochte ich für einmal etwas Warmes zu Mittag. Via Capella la Madonna nach Aramola auf gemütlichen Wegen. Maurengo war etwas surreal. Das Dorf wirkte wie zahlreiche andere völlig ausgestorben. Teilweise waren die Türen offen und bei einem Blick hinein schien es, als hätten die Bewohner die Häuser Hals über Kopf verlassen müssen. Madonna nach Aramola, welche die besten Zeiten leider definitiv hinter sich hat. Verlassenes Wohnhaus Maurengo. Die Situation habe ich exakt so angetroffen. Und jetzt, direkter Weg oder Umweg via Palent? Ich beschloss die längere Variante zu gehen, was ich im Nachhinein doch etwas bereute. Einerseits war das schön gelegne Restaurant in Palent geschlossen. Es war zwar alles offen, ich traf aber keine Menschenseele. Die schlafende Katze wollte ich zum Fragen auch nicht aufwecken und so zottelte ich weiter. Leider war die Signalisation hier total ungenügend und so lief ich einige Meter doppelt. Irgendwann fand ich den Anschluss, habe aber keine Ahnung, ob das wirklich der offizielle Weg war. Mühsam war die Wegfindung und das Gehen dort aber allemal und der eine oder andere umgestürzte Baum musste überklettert oder umgangen werden. In Colletto fand ich dann auch eine kleine Karte, welche mit derjenigen vom Rother resp. der Rother Beschreibung absolut nicht korrespondierte. Egal, ich habs nun geschafft. Colletto ist denn auch ein wirklich schmucker Weiler und ich überlegte hier mein Tarp aufzustellen. Ich beschloss aber noch etwas weiter zu gehen und überlegte, den Abstecher nach Garino (das verlassene Dorf) zu machen. Die schlafende Katze von Palent „Hmm, eigentlich sehe ich hier doch andauernd verlassene Dörfer“ und so verwarf ich die Idee. In Serremorello angekommen, fand ich einen Brunnen und weiter unten einen gut gelegenen Picknickplatz (einfach Tisch und Bänke) neben einem offenbar neuen Museum. Zuerst wollte ich hier lediglich eine Pause machen, beschloss dann aber hierzubleiben. Serremorello scheint so eine Art Ferienhaus-Siedlung zu sein. Zahlreiche schön renovierte Häuser und Wohnungen, aber weit und breit kein Mensch. Am Dorfbrunnen wusch ich mich etwas, und nachdem ich die Hemmungen abgelegt hatte, legte ich auch meine Kleider ab und stand dort nackt mitten im Dorf um mich anständig zu waschen. Hoffentlich hat hier keiner eine Webcam. Frisch gewaschen machte ich mich ans Abendessen. Das Tarp stelle ich direkt vor dem Eingang der schönen Kirche auf. Was ich leider nicht bedachte, waren die Strassenlampen die hier hell leuchteten. Hier brachte meine Regenjacke, übers Tarp gelegt, glücklicherweise etwas mehr Dunkelheit. Trotz der röhrenden Hirsche und dem eher harten Untergrund schlief ich aber überraschend gut. Wenn der Topf randvoll ist, ists genug
  5. Nachdem @sja hier so fleissig mit Schreiben ist, lege ich auch mal wieder eine Etappe nach. Immer dieser Gruppendruck 35. Tag - 13.09.2020 oder mal wieder eine Dusche und Wäsche „waschen“ Bivacco Bertoglio - Posto Tappa Elva Serre 29.4 Kilometer, + 1645 hm, - 2736 hm, 8 Stunden, 19 Minuten Der morgendliche Blick aus der (Biwak)tür "Danke Biwak!" Lächerlich? Egal, ich habe mich am Morgen immer bei meinen Nachtplätzen bedankt Was habe ich schlecht geschlafen. An der Kälte lags jedoch mitnichten, wird die Metallkiste tagsüber durch die Sonne angenehm erwärmt. Da ich die Hoffnung hatte noch vormittags in Pontechianale einkaufen zu können, ging ich für meine Verhältnisse zeitig, also um 8 los. Anfangs wars noch recht windig und kalt. Kunststück auf über 2500 müM. Mit der Sonne wurde es jedoch sukzessive wärmer und milder. Mit durchschreiten der Baumgrenze nahm schlagartig auch der Wind ab. Vorbei an einer Herde Kühe die mich erstaunt betrachteten, „Guten Morgen zusammen“ und ich begegnete den ersten Wanderern. Hmm ungewöhnlich. Die Wanderer wurden immer mehr und ich überlegte am Wochentag rum. In Castello wurde das Geheimnis gelüftet. Sonntag, tolles Wetter, viel Verkehr und volle Parkplätze. Das war mir im ersten Moment etwas viel. Schnell die Flaschen aufgefüllt und weiter gehts in meine Tagträumereien versunken. Guten Morgen zusammen! Beim Staudamm wurde ich von einem Ehepaar angesprochen, ob ich auch die GTA gehen würde. K. + A., ein deutsches Ehepaar, wandert ebenfalls zwei Wochen (wenn ich mich recht erinnere) auf der GTA und wir kamen sehr nett ins Gespräch. Sie staunten etwas ab meinem eher kleinen Rucksack und wir plauderten über dieses und jenes und erreichten Maddalena im Handumdrehen kurz vor 11 Uhr. Eigentlich wollte ich nur kurz einkaufen und weiter, denn auch hier herrschte emsiges Treiben. Das nette, schön gelegene Städtchen scheint sehr beliebt zu sein. Da wir so nett plauderten und ich die Gesellschaft und Gespräche auch wieder mal genoss, beschlossen wir, einen Tisch fürs Mittagessen zu reservieren. Zuvor ging aber einkaufen. Der kleine Laden war gut sortiert und alles nötige war vorhanden. Die nahe gelegene Bäckerei wollte ich natürlich auch nicht links liegen lassen und so wanderte noch das eine oder andere Brötchen und Patisserie in meinen Rucksack. Die Geschäfte schienen übrigens über Mittag offen zu sein, hab das aber nicht überprüft. Die anschliessende Pizza genossen wir sehr und plauderten nett. Der Service war aber offensichtlich gestresst und stark unterbesetzt. Schade fürs Personal. Nach dem obligaten Kaffee verabschiedeten wir uns vorerst. Ich wollte noch kurz ein WLAN suchen und meine Partnerin anrufen. Nebenbei wurde noch etwas Süsskram reduziert. Beim Colletto Battagliola Der Aufstieg zum Colletto Battagliola war äusserst angenehm, da dieser am Schatten verlief, aber dennoch steil war. Unterwegs überholte ich wieder K. und A. und legte auf dem Colletto eine gemeinsame Pause ein. Ich vernichtete noch den Rest meines Süsskrams und genoss die Sonne. Wenig später traf ich erneut auf A. + K. und wir plauderten nochmals ein Weilchen. Die schöne, einfache Schotterstrasse lud richtiggehend dazu ein und der Blick konnte wieder etwas schweifen. Im Abstieg nach Chiesa Wenig später verabschiedeten wir uns endgültig. K. + A. werden nach Chiazale absteigen, ich hingegen nach Chiesa. Dort gönnte ich mir nochmals einen Kaffee (Eis war leider aus) und füllte meine Flaschen. Hmm, schon 17 Uhr. Was tun? Ich beschloss weiterzugehen und lief zügig weiter. Ich war dermassen im Fluss und hatte den perfekten Rhythmus gefunden, sodass ich den steilen Anstieg zum Colle Bicocca in Rekordzeit zurücklegte. Oben angekommen war ich überwältigt. Die Sonne und der Nebel zauberten eine wunderschöne Lichtstimmung am Himmel. Kurz hinter dem Colle Bicocca Phantastisch! Militärstrasse mit Blick zum Colle Bercia Rückblick Ich schlenderte auf der wenig befahrenen Militärpiste dem Colle Bercia entgegen und genoss die Stimmung. Im Abstieg schaute ich mich nach einem geeigneten Nachtlager und vorallem Wasser um. Leider fand ich aber kein Wasser und liess mir mit der Lagersuche etwas gar viel Zeit, sodass ich mit dem Sonnenuntergang das PT Elva Serre erreichte. Ich ärgerte mich etwas über mich und meinen Schlendrian, sodass ich keinen gescheiten Tarpplatz fand. Ist so, wie es ist. Kurzentschlossen habe ich im PT nachgefragt, ob sie ein Bett frei haben. Das Restaurant war proppenvoll und so machte ich mir wenig Hoffnung. Wenig später stand ich jedoch in meinem grossen Zimmer. Neben mir waren lediglich drei weitere GTAler einquartiert. Die übrigen Gäste schienen lediglich zum Abendessen dort zu sein. Fürs Abendessen beschloss ich mich aus dem Rucksack zu verpflegen, da ich ein schlechtes Gewissen hatte so auf den letzten Drücker im PT zu erscheinen und dann noch ein Abendessen in Anspruch nehmen zu wollen. Ich wusch noch meine Wäsche, hängte noch meine Akkus ans Netz, verschickte einige Nachrichten (WLAN vorhanden) und gönnte mir im Anschluss, nachdem es ruhiger war, noch ein Bier im Restaurant. Ich schlief wie ein Murmeltier und genoss am nächsten Morgen ein sehr leckeres Frühstück. Das PT ist eine klare Empfehlung meinerseits. Weils einfach so schön war. Nochmals ein Bild von der Militärstrasse, oben beim Colle Bicocca
  6. 34. Tag - 12.09.2020 oder vom Hagel und weiteren Pflaster Pian Melzè - Bivacco Bertoglio 17.7 Kilometer, + 1708 hm, - 704 hm, 7 Stunden, 21 Minuten Haha, ich und mein Chaos mit den Daten. Die gestrige Etappe war natürlich am 11.9 und nicht am 9.9. Zudem lebt der Salamander nicht auf 15000 müM, sondern lediglich auf 1500 müM. Danke an meine Partnerin für den Hinweis. Nun aber zur Sache. Nachdem ich diese Nacht sehr schlecht geschlafen habe war ich alles andere als motiviert und entsprechend liess ich mir sehr viel Zeeeiiiiiiiit mit dem packen. Zuerst mal Sonnenaufgang genissen und alles an die Sonne legen zu trocknen. Da auch die Schuhe etwas an die Sonne durften, mussten meine Regenhosen als Schuhersatz hinhalten. Man könnte natürlich auch einfach die Socken abziehen, aber dann würden ja die Füsse nass werden Wie könnte ich noch etwas Zeit schinden? Ach ja, ein Kaffee Es herrschte ganz schön Betrieb. Dies einerseits auf dem Wanderweg und auch auf der Strasse. Hmm. Vielleicht sollte ich auch mal los? Scheint ein schöner Tag zu werden. Kapelle bei Pian del Re. Leider wie die meisten anderen verschlossen, aber gut gepflegt und von aussen schön anzusehen. Zwei Stunden nach dem Aufstehen bewegte auch ich meine Knochen auf den Weg und erreichte auf dem schönen Weg zügig Pian del Re. Hier traf mich fast der Schlag. Der Parkplatz war schon äusserst gut gefüllt und die Karawane bewegte sich in die gleiche Richtung wie ich. Ich gönnte mir kurz die überraschend saubere, öffentliche Toilette und reihte mich dann ein. Vorbei an der Quelle des Po; Kaum zu glauben das hier der Po entspringt… Da kommt hoffentlich noch etwas Wasser hinzu Hier wird der Po geboren. Vorbei an zwei schönen, kleinen Seen windet sich der Weg eher langsam, aber sicher in die Höhe. Die Gegend bekommt auch wieder einen alpineren Charakter, der Weg ist aber hervorragend ausgebaut. Irgendwo im Bereich des Lago Chiaretto wurde die GTA in Folge Steinschlaggefahr umgeleitet. Die meisten schien dies nicht zu kümmern, aber ich widerstand der Versuchung, es ihnen gleichzutun und nahm die längere Umleitung (Kurzer Ab-/ Aufstieg und mehr Strecke). Naja bei rund 1000 km kommts auf den Kilometer dann auch nicht mehr an Auf dem Colle dei Viso angekommen versteckte sich der Monte Viso gerade hinter einem Nebelschleier. Der zeigt sich schon nochmal. Ich überlegte kurz am Abstecher für den Viso Mozzo rum. Hmm, eigentlich hab ichs am Morgen etwas gar gemütlich genommen, aber nochmals die 3000 Meter Marke zu knacken überzeugte mich dann. Ausserdem habe ich für heute ohnehin kein Plan wo ich übernachten will. Wegen zu geschlossen... Hier könnt ihr euch den Monte Viso vorstellen. Bei solchen Fotos bin ich immer froh die RX100 M6 dabei zu haben. Tele ist für solche Bilder einfach unentbehrlich. Unterwegs zeigten sich noch zwei mächtige Steinböcke. Einfach ein fantastischer und überwältigender Eindruck. Auf dem Viso Mozzo (ca. 50`) gönnte ich mir dann eine sehr lange und ausgiebige Mittagspause und selbst der Monte Viso zeigte sich das eine oder andere Mal. Na also, der Monte Viso vom Viso Mozzo aus. Der Lago Grande di Viso vom Viso Mozzo. Um 14:30 Uhr wars dann auch für mich Zeit wieder zum Colle dei Viso abzusteigen. Da ich keine Lust auf CAI Hütte hatte, beschloss ich, mir den Weg zum Rif. Alpetto zu schenken und gleich zum Passo Gallerino zu queren und ab da das Bivacco Bertoglio anzupeilen. Unterwegs zwischen Rif. Quintino Sella und Passo Gallerino. Der Berg rechts könnte der Viso Mozzo sein, bin mir da aber nicht sicher. Unterhalb des Passo Gallerino traf ich auf ein französisches Paar. Sie schien recht erschöpft zu sein und ihr Partner erkundigte sich bei mir nach den Wegen und den Gehzeiten. Für mein Empfinden waren sie etwas dürftig vorbereitet und ausgerüstet. Naja, immerhin hatten sie „richtige“ Bergschuhe und nicht nur selbstmörderische Trailrunner wie ich Zum Glück für die beiden war es von dort nicht allzu weit zu den beiden Rifugios. Kaum hatte ich mich von den beiden verabschiedet, zog das Wetter bedrohlich zu. Karma, habe ich was falsch gemacht? Erstmal Regenjacke angezogen um mich vor dem Wind zu schützen. Kaum hinter dem Passo Gallarino öffnete der Himmel die Schleusen und ich zog noch schnell die Regenhose über. Wenig später gesellte sich noch Hagel zum Regen und ich zog den Kopf wie eine Schildkröte ein. Ich legte einen Zahn zu, passierte den Passo San Chiaffredo, wo ich kurz das obligate Foto schoss und keine 15 Minuten später war der Spuk vorbei. Natürlich waren die Schuhe triefnass, aber die trocknen schon wieder. Beim Biv. angekommen versuchte ich den Kram einigermassen zu trocknen. Naja war eher ein untauglicher Versuch. Es bleib zwar trocken, aber die Sonne vermochte sich heute nicht mehr durchzusetzen. Das tat meiner guten Laune jedoch keinen Abbruch und ich genoss die schöne Abendstimmung. In meinem Dusel schaffte ich es jedoch wiedermal mir meinen Fuss (ich laufe am Abend gerne barfuss) an einem Stein „aufzuschlitzen“. Naja, für das habe ich ja Pflaster dabei. Kurz vor dem Sonnenuntergang gesellten sich noch zwei Steingeissen mit einem Kitz zu mir und wir genossen einen phänomenalen Sonnenuntergang. Was gibt es Schöneres?
  7. Das blaue Gebäude (ehemals Bivacco Marigonda) ist verschlossen und wird nicht mehr als Biwak betrieben. Dieses wird nun von der CAI Sektion genutzt. Das sog. Nebengebäude ist das neue Biwak und heisst ‚Dino del Custode‘. War im letzten Jahr (14.-15.8-2020), als ich dort übernachtet habe zumindest so gekennzeichnet. Ich bin etwas verwirrt. Kannst du mir bei Gelegenheit bitte den Unterscheid zwischen "ambitioniert" und "pazzo" erklären?
  8. 33. Tag - 09.09.2020 oder von netten Begegnungen Oberhalb Rif. Wily Jervis - kleiner Picknicklatz oberhalb Pian Melzè 21.2 Kilometer, + 1596 hm, - 1751 hm, 6 Stunden, 51 Minuten Dunkle Wolken ziehen auf über dem Land, wo die Schoschonen schön wohnen. - Trübe Aussichten Früh am Morgen weckten mich die Regentropfen auf meinem Tarp. Hmm die Motivation zum Aufstehen ging so etwas gegen null, war es doch so schön warm und trocken im Quilt. Ein späterer Kontrollblick ergab: Kein Regen und passable Sicht. Also kroch ich aus meiner Hundehütte (so wurde mein Tarp zuvor schon in der Alpe Veglia bezeichnet) und machte mich nach dem obligaten Kaffee gegen 9:15 Uhr auf den Weg. Ich stelle ohnehin äusserst selten einen Wecker und am Morgen schlafe ich irgendwie immer am besten. Zudem bin ich unterwegs selten der Typ der aufsteht und schnell in die Gänge kommt. Egal, ich kann ja machen wie ich will! Nachdem ich den Geocache beim Rif. Jervis nicht finden konnte, ging es sogleich wieder an den Aufstieg in Richtung Colle Barant. Es waren noch kaum Leute draussen. Im Einstieg begegnete ich noch einem schweigsamen Hirten und seinem lustigen kleinen Hund. Erinnerte mich an eine Fledermaus Der Wanderweg querte immer wieder die alte Militärstrasse und durchs nasse Gras waren meine Schuhe innert Kürze nass. Egal, sollte heute nicht das letzte Mal sein. Weiter oben stiess ich auf eine Schafherde und aus der Ferne erspähte ich auch die beiden Herdenschutzhunde. Ich hoffte noch die Herde umgehen zu können, musste diese, bedingt durch Topografie und Wegführung aber durchqueren. Unbeaufsichtigte Hunde sind gar nicht mein Ding und diese Maremmano-Hunde sind mir etwas suspekt. Beide lagen anfänglich gemütlich an ihrem Platz, sprangen aber urplötzlich auf und verbellten mich vehement aus kurzer Distanz. Im Hinterkopf hatte ich noch die Verhaltenstipps, welche in der Schweiz immer wieder an den Wegen angeschlagen sind. Entgegen der Empfehlung spreche ich jeweils ruhig mit den Tieren. Der Punkt „Sobald der Hund die Anwesenheit akzeptiert hat und nicht mehr bellt, kann der Weg langsam fortgesetzt werden.“ kannte der Hund wohl nicht. Ich lief jedenfalls langsam weiter und nach einigen Metern erkannte der Hund wohl, dass von mir keine Gefahr ausgeht. Ich war erleichtert. In diesem Jahr machten wir nochmals eine ähnliche Erfahrung (Etappe 60). Im Aufstieg zum Colle Barant Der Weg führte ab hier auf der Militärstrasse bis zum botanischen Garten und weiter zum Pass. Unterwegs entdeckte ich noch einen seltsamen, schwarzen Salamander. Beim botanischen Garten war leider nicht mehr viel zu sehen und nach einer kurzer Pause veschlechterte sich das Wette schlagartig. Die Sicht ging nahe gegen Null und es setzte Regen ein. Ich beschloss beim Rif. Barant eine Pause einzulegen. Ich war der einzige Gast und unterhielt mich lange mit Luca, dem Hüttenwart in meinem super Italienisch. Ich erzählte ihm das seine Hütte gemäss Rother geschlossen sei und versprach ihm, dies dem Verlag mitzuteilen, was ich auch gemacht habe. Die Hütte ist von ca. Juni bis ca. September geöffnet. Das im Rother angegebene Problem mit dem Wasser wurde mit einer neuen Quelle gelöst. Zwei grosse Tee und viele netten Gespräche später verabschiedete ich mich gegen 13:45 Uhr. Das Wetter war noch immer nicht grossartig aber einigermassen passabel. Der Hüttenwart freute sich dermassen über mein bisschen Italienisch, sodass er mir mich auf ein Getränk einlud. War eine echt nette Begegnung. Im Abstieg Der Abstieg im wieder einsetzenden Nieselregen auf der Militärstrasse und den zahlreichen Abkürzungen war eine kurzweilige und landschaftlich reizvolle Angelegenheit. Am Strassenrand waren einige Schilder angebracht welche auf den schwarzen Salamander (Lanzai Salamander, welcher über 15000 müM lebt) und den Bau der Strasse hinwiesen. Wie üblich verstand ich längst nicht alles aber angeschaut habe ich mir die Sachen trotzdem. Nach einem kurzen Gegenanstieg erreichte ich eine Kapelle vor dem Rif. Lowrie wo eine einladende Bank stand. Zeit um etwas Gewicht aus meinem Rucksack zu reduzieren. Der Regen hatte inzwischen wieder aufgehört und ich genoss die Stille und schaute den beiden Pferden zu, welche ihrerseits etwas Gewicht ab der Wiese reduzierten Lanzai Salamander Wie weiter? Hier vor der Hütte kann ich nicht übernachten und in die Hütte will ich nicht. Gemäss Rother sinds knapp 4 Stunden nach Pian Melzè was machbar ist. Auch wenn der Aufstieg zum Colle della Gianna etwas „technischer“ war als bisher am heutigen Tag gewann ich schnell an Höhe und war praktisch für mich alleine. Kurz unterhalb des Passes bot sich mal wieder ein besonderes Schauspiel. Ein Rudel Steinwild von rund 20 Tieren war knapp oberhalb meiner Position unterwegs. Immer wieder eindrücklich und schön zu beobachten! Steinwild beim Colle della Gianna Im Abstieg nach Pian Melzè Im Abstieg vertat ich mich dann prompt und ging rechts, einige hundert Meter auf dem falschen Weg. Die umliegenden Berge waren noch immer in Wolken gehüllt was meiner Stimmung aber keinen Abbruch tat. Ich genoss den etwas einfacheren Untergrund und kam gut voran. In Pian Melzè war ich froh mal wieder eine kleine Abfallsammelstelle zu finden und vorallem den Wasserhahn am Rande des Parkplatzes. Wenns nicht anders geht schmeisse ich den ganzen Müll jeweils in einen Eimer. In Italien gibt es jedoch oftmals Eimer für Plastik, Alu usw. was mir doch etwas sympathischer ist. Mein Nachtlager hatte ich bereits im Abstieg ausgemacht und ich nutze den leichten Wind im mein nasses Polycro zu trocknen. Währenddessen wurde der nahe Bach für ein erfrischendes Bad genutzt. Zeit für das letzte Traktandum: Kochen. Mittlerweile musste ich die Pasta nicht mehr abmessen. Genug wars wenn der Topf randvoll mit Pasta gefüllt war. Die Sauce unterzurühren war dann jeweils etwas tricky aber geht schon. Ja, ich weiss, Aludose und UL, aber die Sosse ist einfach zu gut!
  9. 32. Tag - 10.09.2020 oder die rätselhafte Katze Ghigo di Prali - Oberhalb des Rifugio Wily Jervis 27.6 Kilometer, + 2088 hm, - 1644 hm, 9 Stunden, 35 Minuten Nach einer guten Nacht und dem typisch italienischen, also eher spärlichen Frühstück machte ich mich auf den Weg. Da ich wie bereits erwähnt gestern hungrig und dementsprechend zuviel einkaufte war der Rucksack entsprechend schwer So fiel es heute auch etwas schwerer, der vom Rother vorgeschlagenen Versuchung, der Sesselbahn auf den Bric Rond, welche mir 1000 hm eingespart hätte zu widerstehen. Aber die fuhr heute ja ohnehin nicht, also fertig träumen und laufen! So suchte ich anfänglich erfolglos den wichtigen Wanderweg und landete bald auf der Skipiste/ Wanderweg welche, typisch Skipiste eben keine halben Sachen machte und zügig nach oben führte. Die rätselhafte Katze Aber geteiltes Leid ist halbes Leid und so begleitete mich ab den ersten Metern bis beinahe zur Mittelstation die rätselhafte Katze. Ich bin nun nichtmal ein Katzenfreund, aber das Tierchen folgte mir dennoch tapfer auf Schritt und Tritt rund 1 Stunde lang. Ich unterhielt mich nett mit der Katze auch wenn die Konversation eher einseitig ausfiel. Wenn ich irgendwo mal abkürzte, kam die Katze zurück und folgte mir auch dorthin. Im oberen Teil überholte ich dann noch zwei Deutsche, welche ich später aber nicht mehr sah. Trotz dem schweren Rucksack kam ich überraschend schnell voran und hatte die ersten 1000 Höhenmeter nach 1 3/4 Stunden hinter mir. Zeit für eine verdiente Mittagspause. Für alle die es nicht so genau nehmen mit den „zusammenhängenden Schritten“. Den Aufstieg könnte man sich gut sparen und die Sesselbahn nehmen. Zweite Sesselbahn im oberen Teil Die andere, tierische Begleitung Kleines Bildrätsel. Wo ist der Rocciamelone? Auflösung am Schluss. "Mittagspause". Darf ich hier sowas posten oder gibt das eine Verwarnung? Der weitere Weg zu den diversen Seen war sehr angenehm und dort angekommen musste ich natürlich kurz die Militärruinen inspizieren. Die alten Militärpfade bis kurz vor dem Colle Giulian waren ebenfalls sehr angenehm zu gehen und wenig später erreichte ich die Bergerie Giulian wo ich eine grausige Entdeckung machte. Mitten auf dem Wanderweg lag der Fötus eines Kalbes. Gehört zum Leben dazu, aber ob man den unbedingt auf dem Wanderweg gleich neben der Hütte liegen lassen muss… Weg von der Bric Rond zu der Conca dei 13 laghi. Keine Ahnung wie die hier auf 13 Seen kommen... Ein Teil der dortigen Militärruinen Die wenig reizvolle Strecke auf der Schotterstrasse bis zur Colletta delle Faure war nun perfekt um Kilometer zu Fressen. Ist wohl mal wieder Zeit für eine Pause. Das Wetter zog inzwischen etwas zu und ich befürchtete Regen, welcher aber ausblieb. Wie immer in den Pausen beschäftigte ich mich etwas mit dem Rother und der Karte und entdeckte noch eine Alternativroute welche im Rother nicht erwähnt ist. Vom Colletta delle Faure führt nämlich eine alte Militärstrasse zur Alpe Bancet und dort weiter zum Rif. W. Jervis. Die Strecke schien mir sehr reizvoll und würde mir zudem einen unnötigen Abstieg von immerhin knapp 900 hm und langweiligen Wiederanstieg zum Rif. ersparen. Gebucht! Colletta delle Faure. Im Bild ist die Militärstrasse welche in einigen Kehren, nach oben zur Alpe Bancet führt. Nochmal die erwähnte Strasse Der weitere Weg zur Alpe Bancet war zwar auch nur Schotterstrasse, gefiel mir aber deutlich besser. Abgesehen von der Älplerfamilie, welche mir mit kläffenden Hunden vom Col Content entgegenkam begegnete ich heute niemandem mehr. Um den Col Content bestaunte ich die gut erhaltenen Militärsträsschen und die paar Bunker. Eindrückliche Arbeit. Zusammen mit dem Nebel wirkte das ganze auch landschaftlich sehr reizvoll. Alte Militärstrasse zwischen Alpe Bancet und Col Content. Ich gönnte mir einen kleinen Abstieg auf der Strasse zu einigen der auf den Wegweisern beschriebenen Anlagen. Col Content Bei der Alpe Crosenna konnte ich das im Rother beschriebene Agriturismo nicht mehr finden. Gemäss meinen heutigen Recherchen wurde es dauerhaft geschlossen. Mittlerweile war es gegen 16 Uhr und ich spürte den langen Tag. Ich wollte aber noch etwas Strecke machen und den anstrengenden Anstieg nach der Alpe Crosenna hinter mich bringen. Immerhin wurde dieser durch zahlreiche wilde Himbeeren versüsst. Der weitere Weg war dann sehr schön und landschaftlich reizvoll. Leider war aber Wasser eine Fehlanzeige und so blieb mir nichts anderes übrig als noch etwas weiterzugehen. Walk-In Vitamine Drive-In Wasseraufnahmestelle. Rund 40 Minuten vor dem Rif. Jervis. Eine kleine Pause und etwas 70 Minuten später traf ich auf einen Bach um meine Wasservorräte aufzufüllen. Ich lief noch einige Minuten und machte es mir auf dem erstbesten Platz gemütlich. Die in der nähe lebenden Ameisen hatten aber etwas gegen meine Idee und so verlegte ich mein Lager notgedrungen nochmals um rund 30 Meter. Müde aber glücklich kochte ich mir etwas Pasta und schlief allerbestens. Und hier noch die versprochene Auflösung des Bildrätsels Der Rocciamelone.
  10. 31. Tag - 09.09.2020 oder der quasi Pausentag Colleto delle Fontane - Ghigo di Prali 9.4 Kilometer, + 438 hm, - 571 hm, 2 Stunden, 43 Minuten Nachdem ich endlich die Ursache für mein wiederholtes Chaos bei den Daten und Tagen eruiert und beseitigt habe, lege ich nochmals einige Tage nach. Eigentlich fast zu wenig für einen eigenen Beitrag, aber zusammen mit dem nächsten werden es einfach wieder zu viele Bilder Morgenstimmung Auch heute war ich für meine Verhältnisse um 7 Uhr recht zeitig wach und genoss den Sonnenaufgang bei einem Kaffee. Ich fühlte, dass ich heute keine Bäume ausreissen würde, was wohl auch am fehlenden Essen lag. zMorgä (Frühstück) gabs dementsprechend keines, da der Rest meiner Vorräte aus einem Sack Guetsli (Kekse) bestand Ghigo di Prali konnte ich schon aus der Ferne ausmachen, der Weg dorthin zog sich aber überraschend in die Länge und wegen des Hungers waren die kurzen Anstiege mühsam. Mit den paar Guetsli konnte ich den Weg einigermassen überbrücken, kam aber nicht so recht in Fahrt. Um den Weg über die Strasse am Ortseingang zu umgehen überquerte ich den Fluss auf einigen Steinen was dank meiner Körpergrösse und des niedrigen Wasserstandes gut machbar war. Der Ort wirkte wie ausgestorben, lediglich im Ortskern herrschte Betrieb. Ghigo di Prali kurz hinter dem Colleto delle Fontane Zuerst mal orientieren. Kurzerhand beschloss ich im nahen Hotel delle Alpi (HP = 60 Euro) einzuchecken und hier den restlichen Tag Pause zu machen. Das Hotel war jetzt nicht der Knaller aber ich hatte ein sauberes Zimmer. Leider war das dortige WLAN in etwa so motiviert wie ich, sodass ich mich später im Dorf auf die Suche nach einem WLAN machte um meine Partnerin anzurufen. Ich wartete kurz die Öffnung des Einkaufsladens (Tiziana Alimentari) ab und machte mich ans Einkaufen. Der Laden war gross und alles notwendige ist vorhanden. So konnte ich auch meine beiden leeren Capri-Sun Beutel wieder mit Spiritus befüllen. Frühstück-technisch war aber eher ebbe. Ich esse jeweils gerne Müesli, konnte aber leider nur einen 1 kg Sack finden der dann doch etwas übertrieben ist. Auch sonst waren die Verpackungen eher etwas gross. Aber was will machen machen und so zog ich mit viel Obst, Käse, Fleisch, Brot, Joghurt, Tiramisu, 1 l Spiritus und dem erwähnten Müslisack ab. Man solle nie, erst recht nicht während einer Wanderung hungrig einkaufen… Wie ich am Folgetag feststelle, wäre weiter oben im Dorf noch ein weiterer, kleinerer Laden vorhanden. Vielleicht hätte es dort geeignetere Grössen gegeben. Aber genug gejammert! Hauptsache es gibt wieder Essen! Die nächsten drei Tage bis Maddalena gibts nämlich keine Läden mehr am Weg. Das Abendessen im Hotel war reichhaltig und ganz ok, auch wenn es der Koch mit dem Olivenöl etwas gar gut meinte. Aber das sind schliesslich geschenkte Kalorien
  11. Vielen Dank für den Hinweis und den Link! Während unserer diesjährigen Wanderung kamen wir mehrmals an Infotafeln vorbei welche das Logo aus der von dir verlinkten Seite trugen. Leider waren die Texte (entgegen der mehrsprachigen Überschrift) jeweils nur in Italienisch und ich verstand diese nur teilweise. Es ging aber jeweils um Menschen und Ereignisse während der Zeit des 2. Weltkrieges.
  12. Vielen Dank für deine nette Rückmeldung! 30. Tag - 08.09.2020 oder auf alten Pfaden Oberhalb Lago del Laux - Colleto delle Fontane 23.2 Kilometer, + 1306 hm, -1962 hm, 8 Stunden, 26 Minuten Nach wenigen Minuten laufen. Im Aufstieg zum Colle dell`Albergian So! Nachdem meine Partnerin und ich die GTA am 2.9.2021 gemeinsam beendet haben wird es Zeit auch hier vorwärts zu kommen. Nach einer guten Nacht kam ich für meine Verhältnisse früh (oder sagen mir mal etwas zeitiger) los und konnte mich alsbald an der Sonne wärmen. In der Nacht spürt man teilweise bereits den einziehenden Herbst und die Höhe tat ihr übrigens dazu. Aber ich will nicht jammern, tat mein Comforter seine Arbeit doch ausgezeichnet. Auf dem gut ausgebauten Wanderweg kam ich gut und schnell voran in Richtung Colle dell`Albergian. Doch schnell einmal wurde mein Trott von zahlreichen Murmeltieren unterbrochen welche wie wild pfiffen. Das alleine wäre noch kein Grund zum Anhalten, pfeifen doch die ganze Zeit Murmeltiere rum. Die kleinen Vieher waren aber nicht wirklich scheu und genossen wie ich die Sonne. Dabei erspähte ich in einiger Entfernung noch eine alte Militärkaserne (Caserma dei Laghi dell`Albergian). Mich interessieren solche alten Ruinen und die Geschichte dahinter immer sehr. Ich überlegte noch kurz auch diese Ruine zu besuchen, verwarf den Plan aber da es ein zu grosser Umweg gewesen wäre. Ich sollte auch so noch zu meinen Losplaces kommen und die Anlagen sind leider so gut wie nie beschrieben. Ab und an finden sich mal alte Jahressteine oder ähnlich. Caserma dei Laghi dell`Albergian Edelweiss am Wegesrand. Leider etwas unscharf. Abstieg vom Colle dell`Albergian Der anschliessende Abstieg via einer anderen Militärruine zog sich dann ganz schön in die Länge. Immerhin konnte ich diesen auf dem ersten Stück auf einem alten, gut erhaltenen Militärpfad zurücklegen. Zu meiner Überraschung kamen mir auf diesem auch noch vier andere Wanderer entgegen. Es sollten nahezu die einzigen Menschen sein die ich heute sehe. Dafür wurde ich weiter unten Zeuge eines beeindruckenden Schauspiels. Ein Schaf leckte gerade sein neugeborenes Lamm ab. Dieses war noch sichtlich unsicher auf den Beinen und der Mutter war meine Anwesenheit, selbstverständlich aus einiger Distanz vom Wanderweg, offenbar nicht so ganz geheuer. Ich entfernte mich etwas und schaute noch eine Weile aus der Ferne zu. Schon bald stiess ich aber auf die nächsten Tiere (Azzinos oder Mulas - ich kann die nie unterscheiden). Ich weiss nicht ob die Tiere für den Herdenschutz eingesetzt wurden oder einfach so auf der Weide sömmerten. Jedenfalls waren auch die ab dem Wanderer nicht so begeistert und beäugten mich misstrauisch. Vielleicht stinke ich mittlerweile auch einfach wie ein toter Marder. Dann lasse ich die Tiere mal ihrer Tätigkeit nachgehen und ziehe weiter unter/ neben dem schönen Wasserfall durch. Wenig später sah ich aus einiger Entfernung noch den Hirten der Tiere. Irgendwann erreichte ich dann endlich Balsiglia. Der lange Abstieg ging ganz schön in die Beine und ich war etwas erschöpft. Ich machte es mir beim Picknickplatz unterhalb des PT gemütlich und schaufelte Wildschweinwurst, Nutella und Piadina rein. Offenbar übertrieb ich es etwas oder die Kombination war selbst für meinen Magen zu abentuerlich. Jedenfalls hatte mein Magen keine Freude daran und rebellierte etwas. Auch wenn ich keine wirkliche Freude am nun zusätzlichen Abstieg auf der Strasse hatte, wird aber jeder Meter zu Fuss bewältigt. Anfänglich wie vom Rother beschrieben auf der selten befahrenen, steilen Strasse. Bald aber zweigte die GTA auf Bergwanderwege und später auf breite Pisten ab und so erreicht man entgegen der Buchbeschreibung (auch die Karte im Rother ist falsch) die Foresteria auf schönen Wegen. Ich beschloss mir in der Foresteria einen Kaffee zu gönnen und vorallem die Toilette aufzusuchen. Der weitere Weg von Masello nach Didiero war dann kein wirkliches Highlight und jeder der hier den Shuttle (im Rother beschrieben) in Anspruch nimmt verpasst nichts. In DIdiero war dann zu meiner Überraschung einiges los was mir nach dem heutigen Tag etwas zu viel war. So liess ich die vorgenommene Besichtigung des Örtchens bleiben und bestaunte nur kurz einige der schönen Murales (Wandbilder). Ich nahm noch den letzten Anstieg zum Colleto delle Fontane unter die Füsse und beschloss es für heute gut sein zu lassen. Der schöne Picknickplatz mit Brunnen war einfach perfekt für ein Nachtlager. Dazu die ideale Gelegenheit mich und die Kleider mal wieder richtig zu waschen. Weiter war es mal wieder Zeit etwas Planung für den weiteren Tourverlauf zu machen. Zu Beginn hatte ich mir mal Ghigi di Prali als mögliches Ziel ausgesucht. Nun hatte ich noch acht Tage und es galt ein neues Ziel mit ÖV-Anschluss zu bestimmen. Leben unterwegs
  13. Wir sind aktuell gerade in Italien und haben die GTA abgeschlossen und verbringen nun noch einige Tage in einigen Städten. Mal ganz davon abgesehen, dass praktisch keiner unseren ‚Green Pass‘ = Impfnachweis (wird hier überall so genannt) sehen wollte, haben wir den in Form der offiziellen Schweizer Covid App (QR Code) dabei. Dieser wirde bisher überall problemlos akzeptiert. Aber eben. Weder das EU PLF (die Online Anmeldung für Italien) noch das Covid Zertifikat wollte bei der Einreise mit dem Zug jemand sehen. In den Hütten/ Herbergen verlangte auch nie jemand danach. An Biwaks kamen wir dieses Jahr nicht vorbei. Im letzten Jahr waren diese lediglich auf dem Papier geschlossen, waren aber allesamt jederzeit zugänglich und wurden auch sehr fleissig (auch von mir) genutzt. Nach meinen dies- und letztjährigen Erfahrungen wird das Thema Covid in Italien, in der Praxis deutlich weniger heiss gegessen als in der Theorie. Das gilt, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt auch für die von uns besuchen Städte. Polizei und Armee sind in den Städten jedoch stark präsent, was ich aber vorallem auf die Terrorgefahr zurückführe.
  14. War noch drei Tage mit meiner Flexmat auf Tour, daher erst heute eine Antwort. Für mich gabs mehrere Gründe für die 8/4 Aufteilung. - Einerseits habe ich 8 Segmente als Torsolänge. Somit verschiebt sich in der Nacht nicht plötzlich ein Stück unter dem Rücken. Anderseits passt das für mich ideal mit Stromfahrers Knopflochgummi-Methode zusammen. Gerade letzte Nacht war das wieder super. - Mit einer Teilung ist der Transport einfach massiv einfacher. Meistens habe ich nun 8 Segmente innen als Tragegestell und 4 Segmente aussen und kann die ggf. als Sitzkissen hernehmen. Das mit der 8/4 Aufteilung ist für mich perfekt, mag aber für jeden anders sein. Ungeteilt ist das Ding einfach zu sperrig. Leider habe ich die vergangenen Nächte total schlecht geschlafen. Ich bin nur am werweissen obs an der Matte liegt (schon "plattgelegen"?), dem Wetter liegt oder ob ich halt einfach schlecht geschlafen habe. Optisch wirkt die Matte immer noch tiptop und die Noppen sind eigentlich auch noch gut in Schuss, sprich eigentlich nicht plattgelegen.
  15. Die 26 Summits Challenge einer Schweizer "Tageszeitung" und eines Sportgeschäfts passen da perfekt dazu. Im Vergleich zu deren Tafeln sind diejenigen der GKB aber klein. Das selbe mit irgendwelchen idiotischen, nicht notwendigen Hängebrücken. Die Sitzbänke stören mich persönlich nun aber nicht. Nutze die ab und an auch gerne Von Sachbeschädigungen (Graffiti fällt da für mich auch darunter) halte ich persönlich nichts. Die Leute sind keinen Dreck besser als diejenigen, welche den Mist aufstellen. Ausserdem, was bringts? Die Tafeln stehen immer noch dort, sind dann aber halt beschädigt/ verschmiert. Grossartige Leistung Frage mich ohnehin immer was für Vollidioten mit einem Permanentmarker wandern gehen und irgendwelche Wegweiser verschmieren und mit Kleber zupflastern. DIe Petition habe ich auch unterschrieben. Danke für den Hinweis dazu!
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