Silberdistel Geschrieben 4. März Geschrieben 4. März Ich plane für Mitte Juli eine Tour auf dem Laugavegur und Fimmvörduhals in Island, wobei ich an den jeweiligen Hütten zelten möchte (und auch muss; Wildcampen anderswo ist meines Wissens nicht erlaubt). Nach den Beschreibungen, die ich bislang gelesen habe, sind die jeweiligen Zeltplätze sehr dem Wetter ausgesetzt und die Böden steinig. Vielfach wird daher die Verwendung eines sturmstabilen selbsttragenden Vierjahreszeitenzelts empfohlen. Ich besitze ein Hilleberg Enan, das mir letztes Jahr auf dem Skye Trail gute Dienste erwiesen hat. Die Bedingungen waren zwar teilweise naß, aber vom Wind her nicht übermäßig herausfordernd. Nun überlege ich, ob das Enan das geeignete Zelt für die Tour in Island ist. Zwei Fragen stellen sich mir vor allem: 1. Sind die Böden an den jeweiligen Zeltplätzen so beschaffen, dass ich die Heringe gut setzen kann, so dass ich das Zelt gut abgespannt bekomme? Oder ist wirklich ein selbsttragendes Zelt das Mittel der Wahl? Kennt Ihr die Situation dort und könnt mir einen Tip geben? 2. Das Enan hat ein DAC 9 mm-Gestänge. Würdet Ihr zur Steigerung der Windstabilität ein Upgrade auf ein 10 mm-Gestänge (Gewicht plus 44g) oder „double poling“ mit einem weiteren 9 mm-Bogen (Gewicht plus 166 g) für erforderlich/sinnvoll halten? Danke schon mal für Euren Input!
Ledertramp Geschrieben 4. März Geschrieben 4. März (bearbeitet) Ich bin 2016 ab dem Skógafoss über den Laugavegur und die Sprengisandur bis zum Godafoss gewandert. Dabei hatte ich ein Big Agnes Fly Creek UL. Das hat es in der ersten Nacht zerlegt, Stange gebrochen, Riss im Außenzelt. Konnte das fixen mit Reparaturhülse und Nadel und Faden. Ein Freund von mir hatte das Nordisk Lofoten 1 ULW und hatte überhaupt keine Probleme. Der Wind in der Nacht war wirklich heftig, danach ging es dann einigermaßen. Da das Enan vom Prinzip her dem Lofoten ähnelt, würde ich vermuten, dass du damit gut klar kommst. Die Zeltplätze sind eigentlich ok. Falls du mal keine Heringe reinbekommst, gibts dicke Steine. Bearbeitet 4. März von Ledertramp Silberdistel reagierte darauf 1
Gibbon Geschrieben Mittwoch um 22:23 Geschrieben Mittwoch um 22:23 Ich war noch nie in Island, deswegen habe ich keinerlei Hands-On Erfahrung, die ich teilen kann. Jedoch muss ich beim Thema Zelt+Island+Wind immer an dieses Video von einem Isländischen Camping Ground denken: Silberdistel reagierte darauf 1
Silberdistel Geschrieben Donnerstag um 05:21 Autor Geschrieben Donnerstag um 05:21 Danke, beeindruckend... Immerhin sind doch ein paar Tunneltelte ganz gut gestanden😀
kra Geschrieben Donnerstag um 08:46 Geschrieben Donnerstag um 08:46 und die mongolische Jurte mittendrin steht (ohne Abspannung!), unbeeindruckt vom Wind. Ein Design das über Jahrhunderte evolutionär verfeinert und angepasst wurde ☺️ Wenn's wahlweise an Logik, gesundem Menschenverstand oder elementarer Menschlichkeit hapert geht es mit Meinungen weiter und zu schlechterletzt verfällt man auf Ideologien. Gesunder Menschenverstand / Redewendung / - Eine seltene Form von Intelligenz. Heutzutage seltener zu finden als ein Rudel Einhörner.
Christian Wagner Geschrieben Donnerstag um 09:40 Geschrieben Donnerstag um 09:40 vor 53 Minuten schrieb kra: und die mongolische Jurte mittendrin steht (ohne Abspannung!), unbeeindruckt vom Wind. Ein Design das über Jahrhunderte evolutionär verfeinert und angepasst wurde ☺️ Wiegt aber halt auch das fünfzigfache. Silberdistel reagierte darauf 1
kra Geschrieben Donnerstag um 11:10 Geschrieben Donnerstag um 11:10 Stimmt natürlich, aber der 15-20 fache Platz bei voller Stehhöhe sollte auch nicht unterschlagen werden 😎 khyal reagierte darauf 1 Wenn's wahlweise an Logik, gesundem Menschenverstand oder elementarer Menschlichkeit hapert geht es mit Meinungen weiter und zu schlechterletzt verfällt man auf Ideologien. Gesunder Menschenverstand / Redewendung / - Eine seltene Form von Intelligenz. Heutzutage seltener zu finden als ein Rudel Einhörner.
TheRebel Geschrieben Donnerstag um 20:46 Geschrieben Donnerstag um 20:46 mein enan musste so manch stürmische nacht mitmachen und es hat sie immer mit bravur gemeistert über das upgrade zum stärkeren gestänge hab ich damals auch nachgedacht, es dann aber aus kosten und Gewichts gründen verworfen und bezweifel das es einen so großen unterschied macht! wenn der wind so stark ist das der bogen verformt wird ist das aussenzelt sowieso schon wild am herumflattern und ich hatte nie das gefühl das ein stabileres gestänge dann den unterschied gemacht hätte... wenn der wind so stark ist bewegt sich so ein leichtes zelt halt einfach und das gute dac Gestänge macht da so einiges mitt bevor es bricht! für steinige böden empfehle ich ein paar titannägel um die vier ecken gut abspannen zu können weil man beim enan hier relativ wenig spielraum für die positionierung der heringe hat und sich ein titan nagel einfach überall reinprügeln lässt mein ideal setup war: 4x EOE Nohl TI 5x155 RP (für harte böden) 6x Easton nano peg 22,5cm 2x EOE Nohl TI 25x160 V (für kopf/fußende bei Sandigen böden) vor 21 Stunden schrieb Gibbon: dieses Video von einem Isländischen Camping Ground denken: erinner mich an eine nacht in patagonien wo ich mich morgens schön verschlafen aus dem enan geschält habe und rundherum nahezu alle anderen zelte in trümmern lagen mein einziges großes problem mit dem zelt war die kondensation! es wird schnell zur tropfsteinhöhle wobei das wasser hauptsächlich im inneren des aussenzelts nach unten läuft doch wenn dann noch der wind ein bisschen schräg auftrifft klebt schnell aussenzelt an innenzelt und es wird nass im fuss/kopfbereich ausserdem muss man sich beim abbauen immer enscheiden ob man wirklich sein nahezu trockenes innenzelt zusammen mit dem völlig durchnässten aussenzelt abbauen und verpacken möchte oder ob man umständlich auf dem boden herumkriecht und das innenzelt jedes mal aus- und einbaut anbei ein kleines video von einer windigen nacht fd1249a617f84d9db88515c3cfb6af9c.MOV khyal, Gibbon und Silberdistel reagierten darauf 2 1
Silberdistel Geschrieben Freitag um 05:04 Autor Geschrieben Freitag um 05:04 Danke @TheRebel für Deine Erfahrungen! Und den Tip zu den Heringen. Das Kondensationsthema kenne ich, konnte damit aber bis jetzt umgehen. Davon, dass ich ein Zelt trocken einpacken kann, habe ich mich schon lange verabschiedet…Das gilt übrigens auch für viel besser belüftete Modelle... TheRebel reagierte darauf 1
khyal Geschrieben Gestern um 15:01 Geschrieben Gestern um 15:01 Am 4.3.2026 um 17:33 schrieb Silberdistel: 1. Sind die Böden an den jeweiligen Zeltplätzen so beschaffen, dass ich die Heringe gut setzen kann, so dass ich das Zelt gut abgespannt bekomme? Oder ist wirklich ein selbsttragendes Zelt das Mittel der Wahl? Kennt Ihr die Situation dort und könnt mir einen Tip geben? 2. Das Enan hat ein DAC 9 mm-Gestänge. Würdet Ihr zur Steigerung der Windstabilität ein Upgrade auf ein 10 mm-Gestänge (Gewicht plus 44g) oder „double poling“ mit einem weiteren 9 mm-Bogen (Gewicht plus 166 g) für erforderlich/sinnvoll halten? Ich würde auf ein sturmstabiles selbsttragendes Querlieger-Zelt mit 2 Eingängen und mehr Raum bzw Sitzhöhe setzen, damit bist Du bei sehr starken Winden aus wechselnden Richtungen oder längeren Schlechtwetterphasen deutlich besser aufgestellt, aber ich zelte auch viel bei rauhen Bedingungen und habe es dann gerne relaxed / sicher, mag sein, daß ich deswegen die "Meßlatte" recht hoch ansetze... Als Heringe halt Y-Marken-Heringe in Standardlänge (ca 18 cm) die haben deutlich breitere Flanken als die Mini/UL-Versionen, damit habe ich unter rauhen / herausfordernden Bedingungen deutlich bessere Erfahrungen, als mit allen anderen Kombis, gemacht. Ein paar Stücke Reepschnur, um evtl Felsbrocken in die Zelt-Verankerung einbeziehen zu können, schaden auch nichts. Aber wie Du ja gut am Beitrag / Erfahrungen von @TheRebel sehen kannst, unterschiedliche Leute machen unterschiedliche Erfahrungen, haben unterschiedliche Anforderungen und wo ich ihm klar zustimme, daß ein Double Poling oder verstärktes Gestänge bei dem "Flatterteil" keinen Sinn macht... Wenn ich das richtig sehe, mußt Du ja eh neben den Hütten zelten und könntest Dich notfalls, wenn es Dir dynamisch das Zelt zerlegt in Diese flüchten ? Dann ist das Risiko ja nicht so groß, als wenn Du solo irgendwo im Nirgendwo zeltest, wenn Dein Herz am Enan hängt und es Dir groß genug ist, um auch mal Schlechtwetter abzufeiern, könntest Du es ja dann auch auf der Tour da ausprobieren und kannst dann ja auch vielleicht positive Starkwind-Erfahrungen berichten (aufgrund der geringen Höhe und "angeblasenen" Flächen mit Wind aus Richtung Kopf/Fußende halte ich das Risiko mit der "Sturm-Fluchtmöglichkeit" in die Hütten für nicht zu hoch). Gymbooo, TheRebel und Silberdistel reagierten darauf 2 1 Terranonna.de
TheRebel Geschrieben Gestern um 20:02 Geschrieben Gestern um 20:02 sehe das ähnlich wie @khyal und würde wenn es "nur" um die eine tour geht das enan einfach der challenge aussetzen und das risiko eingehen ein paar unruhige nächte zu haben... falls du natürlich auf nummer sicher gehen möchtest und/oder vor hast in zukunft öfters/länger touren in sehr windreichen regionen zu machen kann sich der blick richtung "sturmstabiles selbsttragendes expeditionszelt" durchaus lohnen khyal und Silberdistel reagierten darauf 1 1
Silberdistel Geschrieben vor 14 Stunden Autor Geschrieben vor 14 Stunden Danke, @khyal und @TheRebel, für Eure differenzierten Beiträge. Ja, ich zelte nur neben Hütten. Also im Notfall würde das schon helfen. Aber ich möchte natürlich schon auch entpannt unterwegs sein… Tatsächlich finden meine Touren zunehmend im Norden statt, ist halt faszinierend. Nachdem ich meine Wanderei eher mit ultraleichten DCF-Zelten angefangen habe, fällt mir jetzt der Schritt zu doch deutlich schwereren, massiveren Zelten gar nicht so leicht. Dir richtige Balance zu finden, ist dann die Herausforderung… Mal sehen, ob ich für die Tour beim Enan bleibe. GGf. werde ich gerne meine Erfahrungen teilen…. TheRebel reagierte darauf 1
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