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Ultraleicht Trekking

Empfohlene Beiträge

Geschrieben

Hallo,

vor einigen Wochen war ich im Zelt bei -10 Grad und über 80% Luftfeuchtigkeit.
Alter. Man konnte den Kristallen beim wachsen zuschauen. Nebelfrost nenn ich es mal.

Der Schlafsack war am Limit und ich habe kein Auge zugemacht.
Trotz meiner Fettschichten und mehr Kleidung ging gar nichts mehr außer Feuer machen und Kniebeugen.
Was hätte ich mir eine (überhaupt nicht UL) dicke Schweizer Armee-Decke gewünscht.

Wochen später plante ich eine Tour ins Karwendel (Mai) mit einem Kumpel, der noch unerfahren ist.
Er ging davon aus mit leichten Hosen loszugehen... is ja Frühling!

Erzählt mal, wie es Euch mit Kälte geht :)
Unterschätzt ihr auch die Kälte oder seid ihr immer bestens vorbereitet?

P.S. Ich habe ein (sehr einfaches!!) Tool gebaut um sinkende Temperaturen bei mehr Höhenmeter auszurechnen: https://www.packologe.de/packologe-tools/berge-temperatur/bergtempV1.html

https://www.packologe.de/packologe-tools/

Geschrieben

Habe mit Kälte keine Probleme, ganz einfach weil ich beim Schlafsack eben nicht wochenlang überlege "wie kriege ich es hin irgendwie, vielleicht, möglicherweise doch den Quilt mit 100g Daune weniger mitnehmen zu können" obwohl der nicht nur im Grenzbereich sondern sicher drunter liegt, nee, da packe ich lieber 200g mehr Daunen ein (die spüre ich beim Tragen nur dann wenn mein Hirn ständig denkt was für einen fürchterlichen UL Frevel ich da begehe) ohne groß zu fragen, warum, weil nachts frieren scheiße ist und mir die ganze Tour versaut. Kniebeugen mache ich lieber wenn ich Bock drauf hab :mrgreen: Jaja, irgendwer schreibt jetzt ganz sicher irgendwas mit Skills und so, frieren ist trotzdem scheiße.

Geschrieben

Was ist Kälte? Höhenmeter + Wind + Feuchtigkeit.. und noch einiges mehr.

Du hast Erschöpfungszustand, Tageszeit, Ernährung vergessen. Alleine diese 3 Punkte können locker gefühlte 5-10°C gefühlten) Unterschied ergeben. Dazu noch Pausendauer, Stimmung, alleine oder zu mehreren etc. Da spielt sehr viel eine Rolle.

Temperatur alleine auf die physikalische Größe zu reduzieren ist kaum zielführend, speziell wenn du mit einem Neuling unterwegs bist.

Wenn's wahlweise an Logik, gesundem Menschenverstand oder elementarer Menschlichkeit hapert geht es mit Meinungen weiter und zu schlechterletzt verfällt man auf Ideologien.

Gesunder Menschenverstand / Redewendung /
- Eine seltene Form von Intelligenz. Heutzutage seltener zu finden als ein Rudel Einhörner.

Geschrieben

Man darf bei dem ganzen Fokusssieren auf das Gewicht nicht vergessen daß UL auf den großen amerikanischen Weitwasnderwegen "erfunden" wurde und dort auch durch Youtube usw. popularisiert wird. Da sind die Temperaturen im Sommer moderat und das Wetter auch eher so prima (südl. PCT). Diese Verhältnisse und die dort erzielten Packgewichte lassen sich nun mal nicht auf nasskalten Winter in Mitteleuropa übertragen - Punkt.

Geschrieben (bearbeitet)

Speziell im Gebirge kommt auf jeden Fall die Wahl des Schlafplatzes dazu. 

Klar, oben auf einem Gipfel ist es meist unangenehmer als an einer geschützten Stelle.

Was aber oft vergessen wird...

Der am Abend so idyllisch wirkende Bach oder See macht es in der Nacht nicht nur feucht sondern auch oft kälter als ein paar Meter weiter oben. Die Kälte sammelt sich gerne unten in der Senke in der der See liegt oder "fließt" dem Bachlauf folgend nach unten (und es zieht auch noch). Kleinräumig ergeben sich da schnell mal locker 5°C Unterschied. 

Leider zwingt einen das Gelände oft zu einer ungünstigen Platzwahl. 

Bearbeitet von Cullin

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