the EL Geschrieben Sonntag um 16:37 Geschrieben Sonntag um 16:37 Ich bin grad zurück von der Via Ellenica und möchte kurz meine Erfahrungen zusammenfassen. Wann: 27. März bis 3. April 2026 Wetter: eher durchzogen. Meist bedeckt, oft Regen. Tagsüber okay, aber vor allem nachts recht kalt (oft einstellig). Für draussen schlafen wäre es mir zu nass-kalt gewesen. Vermutlich hatten wir etwas Pech, ich würde normalerweise mildere Bedingungen erwarten. Organisation: Die offizielle (?) Website ist sehr gut gemacht und liefert viele brauchbare Infos (Etappen, GPX, ÖV, Unterkünfte etc.). Die GPX-Tracks sind zuverlässig. Der Weg ist insgesamt ca. 170 km lang, das deckt sich auch mit meinem GPS-Track. Die Markierung ist nicht durchgehend. Ohne GPS/Smartphone würde ich es nicht empfehlen. Kartenmaterial: Ich habe Outdooractive mit openTopo genutzt, das wirkte ausreichend aktuell. Wasser: Kaum natürliche Wasserquellen. Ich habe nie Bäche oder Seen gesehen, aus denen ich hätte trinken wollen. Auch Brunnen in Dörfern sind selten. Man muss sich darauf einstellen, Wasser in Läden zu kaufen oder in Restaurants aufzufüllen. Verpflegung & Unterkünfte: In den Ortschaften gibt es meist kleine Läden, Bäckereien etc.. Versorgung grundsätzlich gut, aber mit langen Siesta-Zeiten (teils bis 16:00). Restaurants öffnen oft erst ab 20:00. Wer früher essen will, landet schnell bei Pizza/Focaccia , die gibt es dafür fast überall, sehr gut und sehr günstig (Pizza ca. 5–8 €, Focaccia ~1.50 €). Unterkünfte waren ausreichend vorhanden und meist mit Heizung/Klima, was bei diesen Temperaturen wichtig war. Das würde ich ggf. im Voraus prüfen. Menschen: Sehr freundlich und entspannt, vor allem im Hinterland. Wandertourismus scheint kaum vorhanden, ich habe praktisch niemanden auf dem Trail getroffen. Draussen schlafen: Grundsätzlich möglich, aber wegen Wasserknappheit und Landwirtschaft nicht immer ideal. Es gibt mehr Waldabschnitte als z. B. auf Teilen der Via Francigena (Sizilien). Anreise: Von der Schweiz sehr gut machbar: Bern → Milano → Nachtzug nach Bari (Einzelkabine, bequem), Ankunft morgens ca. 08:00, dann weiter nach Alberobello (Startpunkt). Bari selbst ist einen Abstecher wert. Charakter des Weges: Ruhig, wenig touristisch, teilweise sehr idyllisch (Schluchten, Landschaft), aber auch unspektakuläre Abschnitte durch Felder. Relativ hoher Anteil Teerstrassen (geschätzt ~1/3). Meist wenig Verkehr und rücksichtsvolle Autofahrer, aber es bleibt Asphalt. Gerade bei Städten läuft man oft längere Stücke hinein und wieder hinaus auf Strasse. Abkürzungen sind schwierig, da Alternativen meist ebenfalls Teer sind. ÖV unterwegs: Mit Zug relativ einfach. Busse sind deutlich mühsamer (unübersichtliche Anbieter, Ticketkauf etc.). Fazit: Ich bin etwas ambivalent. Der Weg ist ruhig und kulinarisch sehr dankbar, aber landschaftlich nicht durchgehend spektakulär und mit relativ viel Asphalt. Empfehlenswert vor allem, wenn man eine entspannte, wenig frequentierte Wanderung sucht, gerne gut isst und sich an Teerstrassen nicht allzu sehr stört. khyal, Steintanz und Linkshaenderin reagierten darauf 3
Ernie0815 Geschrieben Gestern um 08:26 Geschrieben Gestern um 08:26 Hallo EL Danke für den Kurzbericht. Wir sind vor zwei Jahren von Matera nach Brindisi gegangen. Allerdings haben wir den direkteren Weg über Santeramo., Gioia und Noci nach Alberobello genommen. Nach der spektakulären Landschaft in Matera ist man natürlich verwöhnt und es geht erst mal über viele Felder. Ich fand den Weg aber trotzdem ganz ansprechend. Und in Alberobello kommt man dann ja wieder auf die Via Francigena. Bist du öfter dort unterwegs? Dieses Jahr wollen wir von Brindisi das letzte Stück nach Santa Maria di Leuca gehen. Kennst du eventuell auch die via Ionica? Das wäre eventuell noch eine Alternative. Viele Grüße, Ernie
the EL Geschrieben vor 22 Stunden Autor Geschrieben vor 22 Stunden vor 6 Stunden schrieb Ernie0815: Bist du öfter dort unterwegs? Dieses Jahr wollen wir von Brindisi das letzte Stück nach Santa Maria di Leuca gehen. Kennst du eventuell auch die via Ionica? Das wäre eventuell noch eine Alternative. In Süditalien war ich jetzt zum zweiten Mal zum wandern. Vor 2y war ich zur gleichen Zeit auf der Via Francigena in Sizilien. In Norditalien war ich mehrere male, aber das ist ein anderes Thema. Die Via Ionica kenn' ich nicht. Ich hoffe mein Fazit war nicht zu negativ. Es war schon nett, aber bspw. in Sizilien hat's mir insgesamt besser gefallen. Mag sein, dass meine Einschätzung wegen des mässigen Wetter ein bisschen schlechter ausgefallen ist.
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