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Ultraleicht Trekking

Salzburg: Tourenvorschläge 1-3 Tage und Verhalten in Bergen


T-Travel

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Moin,

ich ziehe gerade aus dem flachen Schleswig Holstein nach Salzburg und suche jetzt einerseits Tourenvorschläge in der Umgebung und anderseits Tipps zum Verhalten in den Bergen, insbesondere was das Nächtigen im sogenannten "alpinen Ödland" betrifft.

Die Touren sollten dann auch bevorzugt mit draußen schlafen sein statt in Hütten. Länge am besten zwischen Tages- und Wochenendtour.

Dann stellt sich noch die Frage, ob jemand gute Infos zum Vorbereiten für das Zelten oder Biwackieren im alpinen Ödland hat. Zum Zelten finde ich wenig Infos, welche über die rechtlichen Aspekte (u.a. in Salzburg scheinbar legal) hinausgehen und Tipps zum Wandern helfen da nur bedingt oder sind zu unspezifisch. Wetterbericht im Auge behalten z.B. ist ja klar, aber wie lange im Voraus ist der zuverlässig bei welcher Höhe? Man liest ja auch öfter, dass das Wetter in den Bergen ständig umschlagen kann und auch im Sommer plötzlich meterhoher Neuschnee liegt. Ab welcher Höhe gelten so Warnungen? 

Das alpine Ödland geht bei 2000m ca. wohl los und es gibt nur zwei Berge über 3500m in Salzburg. Ich denke da sollte es möglich sein Schlafplätze zwischen 2000m und 3000m zu finden. Ist man da überhaupt schon in dem Bereich, in dem "alles" passieren kann oder ist das noch recht gut vorhersehbar? Gibt es Empfehlungen für Wettervorhersagen und/oder historische Daten für bestimmte Höhen?

An Ausrüstung habe ich eine Art Lunar Solo Klon, einen wasserdichten Bivacksack, einen Daunenquilt mit Komfort um die 5 Grad und einen KuFa Schlafsack mit 7 Grad Komfort, eine Ven 2.5 Isomatte und eine Faltmatte.

Ich bitte um Nachsicht, falls die Fragen für Menschen aus höheren Lagen doof sind :-D

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Für das Wandern wird es nach dem Umzug sicher viel spannender! Kannst dich drauf freuen ;-) Ich wohne deutlich weiter westlich, kann daher keine konkreten Touren vorschlagen... aber wenn du eher Kurztouren machst, bist du zumindest im Bereich eines zuverlässigen Wetterberichtes (2-3 Tage passt das schon so einigermaßen). Du hast aber auch relativ regelmäßig Internet für einen neuen Wetterbericht. Wobei es im Sommer schon immer wieder heftige Wärmegewitter geben kann und das ist eher regionales Geschehen wo es sich schlecht vorhersagen lässt wo die genau auftreten... Sie kündigen sich aber anhand von Wolkenbildung etc an - man wird also nicht so ganz komplett überrascht wird. Dann sollte man schauen daß man sich fernhält von ausgesetzten Graten und Gipfeln etc. Neben Gewitter kann einem auch Wolken und Nebel das Laufen/Orientieren erschweren - auch das beobachtet man aber ja konstant während man unterwegs ist. man weiß aus Karte oder Tourbeschreibung ja in der Regel wo die kritischen Abschnitte liegen, sodass man sich darauf einstellen kann. Ich habe es tatsächlich erlebt daß im Juli auf etwa 2000m am nächsten Morgen 60cm Neuschnee lag, aber lange ist es her... Die weiße Pracht war am Nachmittag fast komplett wieder weg... Ein guter Nässe und Kälte Schutz ist Pflicht, ich mag in den Bergen Regenjacke und Hose, keinen Poncho, stabile Wanderstöcke, habe praktisch immer eine Daunenjacke mit, leichte Handschuhe und Mütze. Lange Hose und Handschuhe schützen auch ein wenig wenn man mal einen kurzen Abgang auf Schnee/Geröll macht(habe bisher aber Glück gehabt). mein myog Quilt hat einen Loft von 6-8cm, also ordentlich Reserve.
eine gute Stirn-Lampe ermöglicht die Bewegung auch in der Dämmerung/ Nacht. Mir reichen für das was ich mache trailrunner, aber ich gehe auch nicht Bergsteigen.. bin meistens auf (Fern-) Wanderwegen unterwegs. Dafür reicht mir persönlich auch fast immer das Smartphone zur Navigation aus, gelegentlich wenn die Navigation kritisch ist habe ich noch ein etrex 30 zur Sicherheit mit. Karte/Kompaß ist bei mir echt selten geworden.

Ich schaue mich auch eigentlich immer nach einigermaßen geschützten Schlafplätzen um, weil ich dann einfach besser schlafe und mich besser erholen kann. Selbst bei gutem Wetter. Ich achte auf Windschutz, halte Abstand zu Bächen, Geröllrinnen etc. und daß ich nicht Blitzableiter bin... Ich bin seit 15 Jahren mit Tarps und Tarptents unterwegs - ich bevorzuge etwas mehr Schutz als nur das flat Tarp (zur Zeit XMID 2p, davor stratospire 2, davor golite Shangri la 2, davor verschiedene Tarps, davor Sack schweres Vaude Zelt). Für mich passt das so für den Sommer und frühen Herbst.

Edit: Wildzelten stellt sich von meinem Gefühl her in den Ostalpen etwas schwieriger dar als zB in den französischen und italienischen Alpen. Ich habe immer möglichst von den großen Hütten Abstand gehalten und mich möglichst unauffällig verhalten, früh ab und spät aufgebaut, nachts nicht überall herum leuchten, am besten ist es wenn keiner weiß dass man da ist oder eben mit Ausdrücklicher Erlaubnis, explizite Schutzgebiete sollte man finde ich respektieren, sonst zelte/ biwakiere ich eigentlich ohne schlechtes Gewissen...

Ich finde es wichtig dass man so ausgestattet ist, dass man lange alleine klar kommt, also nicht Hilfe anfordern muss weil man sich bei der Tourdauer verschätzt hat o.ä. dazu gehört auch, dass man mal eine (kühle) Nacht überstehen kann, ohne dass gleich Gefahr für Leib und Leben besteht. So kann man einfach auch mal abwarten, bis man sich ausgeruht hat oder sich die Wolken verzogen haben. Blöde Situationen entstehen glaube ich meistens aus überstürzten/ unüberlegten Aktionen... Geh einfach los und taste dich einfach bei jeder Tour etwas weiter vor...

Wünsche dir viel Spaß beim Entdecken der neuen Wanderziele!

Bearbeitet von mochilero
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Ich würde mich auf September / Oktober freuen. Gerade der August hat für mich (als jemand der nicht ständig in den Alpen unterwegs ist) tendenziell zu labile Wetterlagen mit lokalen Gewittern. Häufig muss man dann schon mittags / nachmittags exponierte Lagen verlassen. Höhere Unwetterwarnstufen unbedingt ernst nehmen!!! Ich würde an Deiner Stelle auf Kurztouren (mindestens anfänglich) eine analoge 1:50.000 Karte mitnehmen. Kann man gut gebraucht kaufen, wenn man auf eine halbwegs aktuelle Auflage achtet. Kein digitales Gerät kann Dir einen vernünftigen Überblick (besonders in Hinblick auf Ausstiegsmöglichkeiten) bieten. 

Körperliche Fitness schafft größere Gestaltungsspielräume. Bei mir nicht mehr vorhanden -> ich muss mit größeren Reserven agieren. 

Wie @mochilero schon geschrieben hat: Rantasten... 

https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/12332-klimadiagramme-und-länderspezifische-regionale-wetterdienste

OT: PS Will den Text gerade abschicken, aber die Antennenverbindung am Talschluss  ist durch ein fettes Wärmegewitter gestört :) Jetzt aber... 

Bearbeitet von momper
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vor 40 Minuten schrieb momper:

Ich würde mich auf September / Oktober freuen.

+1!!

Das sind oft sehr schöne Monate für die Berge. Oft auch mit weniger Betrieb... Unwetter/ Gewitterwarnungen können aber häufig sein und einen dann von geplanten Touren abhalten ohne dass das notwendig wäre - wie gesagt, wo das genau runter geht weiß man vorher nicht. Es ist auch wirklich nicht so dass man sich da überhaupt nicht drauf einstellen kann. Man sollte das Wetter halt im Blick haben bzw die Wetter-Entwicklung.. Eine lange Gratkletterei ohne Ausstiegsmöglichkeit fängt man vielleicht nicht an, wenn es Unwetter geben könnte - das ist natürlich schon richtig... Wenn man früh am Tag startet hat man viel mehr Luft - Gewitter gibt's oft nachmittags oder abends...

Was @momperzu Karten schreibt, habe ich oben vergessen. Der fehlende Überblick über verschiedene Routen und Ausstiegs/ Abkürzungsmöglichkeiten etc sowie zur Zeltplatzsuche ist ein wirklicher Nachteil wenn man nur elektronisch navigiert! Vorsicht auch mit den verschiedenen Zoom Stufen und den Details die dann jeweils nicht immer angezeigt werden. Mir ist es auch schon passiert, dass ich beim zoomen das Bild gedreht habe (oruxmaps mit zwei Fingern) und dann hat die Ausrichtung Norden oben nicht mehr gestimmt. Für das häufig begangene Gebiet vor der Haustür hat man bestimmt eine richtige Karte zu Hause bzw ist das anzuraten - von daher auch hier Zustimmung!

vor 40 Minuten schrieb momper:

Körperliche Fitness schafft größere Gestaltungsspielräume. Bei mir nicht mehr vorhanden -> ich muss mit größeren Reserven agieren. 

Das ist ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Punkt. Wenn man fit ist kann man einfach noch eine Etappe dran hängen wenn das aus irgendeinem Grund notwendig sein sollte - oder man kann weiter laufen, wenn es in Ruhe zu kalt ist usw. Je weniger fit man ist desto mehr Reserven müssen eingeplant werden - sehr guter Punkt! Meine Reichweite ist zB durch eine alte Fußverletzung beschränkt, einmal bzgl Tages-Km-Leistung zum anderen max. 8-10 Tage beim Essen wegen Rucksackgewicht...

Bearbeitet von mochilero
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Am 7.8.2022 um 11:28 schrieb T-Travel:

Ab welcher Höhe gelten so Warnungen? 

Das alpine Ödland geht bei 2000m ca. wohl los und es gibt nur zwei Berge über 3500m in Salzburg. Ich denke da sollte es möglich sein Schlafplätze zwischen 2000m und 3000m zu finden. Ist man da überhaupt schon in dem Bereich, in dem "alles" passieren kann oder ist das noch recht gut vorhersehbar?

Ich wohne weiter östlich in den Bergen auf 700m. Du scheinst risikobewusst und dich nicht naiv ins Bergabenteuer zu stürzen. Gut so, die meisten Notfälle ergeben sich aus unpassender Ausrüstung (und Selbstüberschätzung). Meine kurzen Gedanken:

Google nach den Empfehlungen der Alpinvereine zwecks Ausrüstung  (Alpenverein oder Naturfreunde ...). Not-Biwak (oder sturmfestes Zelt), warme Handschuhe und Haube sind "Pflicht" ...

Höhe ist egal bzgl. Warnungen. Bei mir auf 700m kanns sehr ungemütlich werden, wenn eine Front oder ein Gewitter durchzieht, da möchte ich nicht im Billig-Zelt vor meiner Wohnung übernachten. Auch sind tiefe Wolken alleine schon ein Problem ohne Gewitter. Solche Wolken halten sich gerne an höheren Bergen. Dort drinnen ("Nebel") kann es auch ganz schön kalt werden, vor allem mit dem Wind-Chill.

Ich weiß nicht wie Ödland definiert ist. Frei von Bäumen und Latschen kann schon weiter unten losgehen, man braucht nicht unbedingt 2000m. Das hängt mehr vom Gestein ab. Der Kalk der Nordalpen (wie bei mir und rund um Salzburg) speichert kein Wasser, wenn es dort dann noch steiler wird, ist das schnell mal Ödland. Ich will hier keine Namen nennen, aber schau dir mal einige Kalk-Plateau Gebirge südlich von Salzburg (Stadt) auf Satelitenbildern an - die großen weißen Flecken. Richtung Alpenhauptkamm (m.W. Schiefer und Gneis) hebt sich die Waldgrenze um einiges, da schaut es auch am Satelit viel grüner aus.

Bearbeitet von ma-al-k
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Unsortiertes:

Wetterbericht einholen und wenn möglich unterwegs immer mal wieder aktualisieren. Grosse Wetteränderungen sind in der Regel gut abgebildet und zudem teilweise schon 1 Woche zuvor angekündigt. Problematisch sind Dinge wie "örtlich Schauer und Gewitter nicht ausgeschlossen". Sieht man auf den Karten oft nicht, wird trotzdem auch mal nass und ungemütlich. Achtung bei "Bise" - das ist ein a*-kalter Wind aus dem Norden, da wird es ziemlich kühl am Berg, und bei einer angekündigten Kaltfront geht man runter ins Tal. Da kommt es dann gerne zu Temperaturstürzen von 10-20°C in kurzer Zeit, verbunden mit Regen bzw. Schnee auch mal runter bis auf 1300m mitten im August.

 

Die wichtigsten Gegenstände, die immer dabei sein sollten (ausser man hockt 200m neben der Kabinenbahn im Gras): Handschuhe, winddichte Kappe, Windjacke und Taschenlampe mit ausreichender Helligkeit und Brenndauer. Ausreichend hell/lang heisst 200 Lm dauerhaft über 5-6 Stunden, notwendig für die Wegfindung, wenn es mal wieder länger dauert.

Schuhe: mit Bergstiefeln anfangen. Die haben mehr Sicherheitsreserven, sollte man unverhofft und schlechteres Gelände kommen.

Klamotten/Rucksack: in leuchtenden Farben, am besten orange, gelb, gerne auch neongelb. Wer in erdbraun/dunkelblau/beige/schwarz gekleidet liegen bleibt, hat schlechte Karten, wenn einen der Heli suchen muss - vor allem bei Nebel. Der Herr hier ist solch ein Beispiel - bei schlechterer Sciht findet man den nicht.

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Das dürfte in etwa die Distanz Heli - Boden bei einem Suchflug sein, und es sind vier Leute im Bild.

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Biwak: örtliche Regeln beachten, Finger weg von Naturschutzgebieten, keine romantische Lagerfeuer sondern regulärer Kocher. Kein Müll herum liegen lassen, Müll mitnehmen.

 

 

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