@khyal Da liegst du mit 15 Sekunden zum Glück vieeeel zu hoch! Das ist die gute Nachricht. Bei den Standard-Einstellungen von Meshtastic ("Long Fast") dauert das Senden eines Positionspings oder einer Textnachricht nur ca. 0,5 bis 1,5 Sekunden. Das Gerät funkt aber nicht nur wenn du aktiv etwas schickst. Im Hintergrund sendet das Meshtastic-Protokoll regelmäßig von ganz alleine kleine Datenpakete (sogenannte "NodeInfos" mit Akkustand, Gerätenamen und Routing-Daten), um das Netzwerk am Leben zu halten. Unterm Strich gibt es über den Tag verteilt also deutlich mehr Sende-Impulse (Traffic), als man als User aktiv mitbekommt. Da diese Pakete aber extrem winzig und schnell gesendet sind, reißt der hohe Sendestrom (500-750 mA) am Ende des Tages trotzdem kein riesiges Loch in den Akku.
Hier kommt die kleine schlechte Nachricht: Das Datenblatt sagt 75 mA für den ESP32. Das stimmt für den nackten Chip. Auf dem Heltec V4 hängen aber noch der Spannungsregler, die Ladeschaltung, der USB-Chip und das Display (selbst wenn es aus ist). In der Realität zieht das gesamte Board beim reinen Lauschen permanent eher 100 bis 120 mA. (Zum Vergleich: Ein nRF52-Board zieht im Dauer-Lausch-Modus (Bluetooth im Hintergrund an, LoRa-Chip permanent auf Empfang) nur ca. 5 bis 10 mA)
Wenn ihr das wirklich auf 8 Stunden am Tag limitiert, ziehst du knapp 1 Ah pro Tag aus dem Akku. Das heißt, deine Rechnung mit der NB10000 Powerbank (umgerechnet ca. 30g Gewichtsanteil pro Tag für 2 Geräte) kommt in der Praxis trotzdem verdammt gut hin! Und was das Ganze für UL noch genialer macht: Wenn man ohnehin die dicke Powerbank zum Nachladen nutzt, braucht man am Heltec selbst gar keinen schweren 3000mAh Akku mehr mitzuschleppen. Ein kleiner 800mAh oder 1000mAh Lipo reicht als Tages-Puffer völlig aus, was das Basisgewicht des einzelnen Geräts nochmal spürbar drückt.
Der neue Heltec V4 hat tatsächlich als eines der wenigen Boards einen eigenen Anschluss, nur für ein "nacktes" Solarpanel (4,7 - 6V). Für einen festen DIY-Einbau auf dem Hausdach oder einer Hütte ist das genial.
Für uns Trekker macht dieser extra Ladeanschluss in der Praxis aber eigentlich wenig Sinn. Warum? Weil wir auf Tour ohnehin meistens ein handelsübliches Solarpanel mit normalem USB-Ausgang (für die Powerbank oder das Handy) dabei haben. Ein nacktes Spezial-Panel extra für das Heltec-Board mitzuschleppen, wäre totaler Quatsch. Man steckt das Board einfach über seinen normalen USB-C Port direkt an das vorhandene USB-Panel! Die Ladeelektronik auf dem Board kümmert sich dann genauso autark darum, den kleinen LiPo-Akku wieder vollzupumpen.