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Ultraleicht Trekking

JanF

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Alle erstellten Inhalte von JanF

  1. JanF

    Kurze Regenhosen

    Ich nutze ganzjährig eine kurze Regenhose, die bis knapp unters Knie geht. Relativ weit geschnitten, sodass sie über die Schuhe geht und die Belüftung verbessert wird. Hat die Vorteile eines Regenkilts, aber mit mehr Bewegungsfreiheit. Drunter trage ich eine Nylonhose/Windhose, die kaum Wasser aufnimmt, damit finde ich es in Ordnung, wenn die Waden nass werden.
  2. OT: Start am Sandnesvatnnet, dann ungefähr an der Grenze entlang nach Sulitjelma und von da durch den Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark nach Mo i Rana. Bezüglich Mücken denke ich, dass die größte Seuche schon vorbei ist, dann gibt ein niedrig abgespanntes Pyramidenzelt + Deet ausreichend Schutz.
  3. Ich bin zu der gleichen Zeit auf der westlichen Seite der Padjelanta-Seen unterwegs. Vielleicht hilft dir ja ein Blick in meine Packliste weiter. Die Kleidungswahl hat sich schon auf einigen anderen Touren bewährt.
  4. Der Alpinist Steve House schreibt hier zu dem Thema: Natürlich nur bei kalten Temperaturen einsetzen! Ich meine, so ein System auch schon hier im Forum gesehen zu haben. Ich selbst hab's aber noch nicht verwendet (nutze im Winter auch den Kovea Spider bzw. gar keinen Kocher, solange ich nicht Schnee schmelzen muss).
  5. Na gut, ist ja dein Thread! Vielleicht mach ich mal einen eigenen Thread auf, wenn es bei mir akuter wird: "Zeigt eure Rennrad-Set-ups für Mehrtagestouren!"
  6. Im Rahmen der Diskussion ja, für die Umfrage sollte "Bikepacking" aber klar definiert sein, sonst wird sie aussagelos.
  7. @martinfarrentWäre es nicht sinnvoll, im Rahmen dieses Threads zu definieren, was du mit Bikepacking meinst? Wenn ich mit nem Trekkingrad (oder auch Rennrad), zwei Gepäckträgertaschen und ner Lenkerrolle den Elberadweg fahre, würdest du das doch nicht als Bikepacking bezeichnen, oder? Wenn ich das ohne Gepäckträger mache, aber schon? Und wenn ich dann mit den zwei Gepäckträgertaschen auf nen Trail abbiege, ist das wieder Bikepacking?
  8. Okay. Im Zusammenhang mit deiner Ausgangsfrage macht ja aber nur die "Ohne Gepäckträger"-Definition Sinn, oder?
  9. @khyal: Mir wäre es jetzt um Set-ups ohne Gepäckträger gegangen. Dass man bei Gepäckträgernutzung ohne Rucksack auskommt, ist klar. Finde deinen Ansatz Gepäckträger hinten/Lenkerrolle vorne aber auch sinnvoll. @martinfarrent (und andere): Bikepacking heißt für mich "ohne Gepäckträger". Ist meine Definition da falsch?
  10. Nein, bleiben wir mal ruhig bei Essen für 2 Tage. Mir persönlich geht es eh eher um Touren auf Radwanderwegen, wo Verpflegung für länger nicht nötig sein dürfte. Die fünf Tage deshalb, weil ich finde, dass ich für kürzere Touren auch mal auf mehr Komfort verzichten kann und zudem je nach Wetterbericht minimalistischeren Regenschutz einpacken kann. Also, rucksacklose Bikepacker vor! Gerne auch mit Vorstellung ihres Set-ups!
  11. Dann mal anders gefragt: Wer ist denn hier auf Touren, die länger als 5 Tage dauern, ohne Rucksack unterwegs?
  12. Laut einer kurzen Google-Bildersuche und auch laut den Bildern auf der Revelate-Homepage haben die meisten Fahrer einen Rucksack auf. Wenn ich mal ein Aliexpress-Set als Beispiel nehme: Lenkertasche 8 l, Rahmentasche 6 l, Satteltasche 10 l, vielleicht noch 5 l am Oberrohr/Cockpit. Da wäre ich dann bei knapp 30 l, um Campingausrüstung, Ersatzteile/Werkzeug, Nahrung für mindestens 2 Tage und Wasser anzubringen. Machbar, aber auch nicht unbedingt ein Kinderspiel.
  13. Kriegt ihr denn eure ganze Ausrüstung für mehrtägige Touren inklusive Wasser und Nahrung an das Fahrrad oder tragt ihr noch zusätzlich einen Rucksack? Beim Mountainbike verstehe ich ja die Notwendigkeit des Rucksacks, wenn ich aber eher auf Straßen und Radwegen unterwegs bin, würde ich wohl schon etwas an Aerodynamik aufgeben, wenn ich dafür ohne Rucksack fahren kann.
  14. Hätte auch zum Sun Runner geraten. Oder eine (aus Evazote selbt gebastelte) Visor-Mütze mit einem kleinen Handtuch kombinieren.
  15. Danke! Nein, eine "echte" Akklimatisation gab es nicht, aber ich war im Val Grande ja schon regelmäßig auf über 2.000 m, dann eine Nacht auf der Almagellerhütte auf 2.800. In der Nähe des ersten Gipfels hatte ich leichte Kopfschmerzen, aber letzten Ende ist man ja auch schnell wieder unten.
  16. Ja, auf dem Sentiero Bove dürfte alles maximal II sein. Wenn ich mal ein Stück falsch gelaufen bin, hab ich das häufig daran gemerkt, dass die Kletterstelle schwieriger war, aber auch dann vielleicht eher II+ als III (wobei meine Expertise im Grade-Vergeben auch sehr begrenzt ist). Zu den Hochtouren (wenn auch falscher Faden): Dass mich die Bergführer nicht mit runtergenommen haben, finde ich völlig verständlich. Fand nur, dass man das auch netter mitteilen kann. Ich weiß nicht, wie oft ich Hochtouren machen werde, mit den 12er-Steigeisen hab ich erst mal was Allroundiges. Zudem gebraucht gekauft. Habe aber auch generell versucht, bei der Ausrüstung einen Kompromiss zwischen UL und klassisch zu finden. Ich hab ja wie gesagt an den Firnstellen auch überlegt, ob ich den Pickel in die Hand nehme. Die Stellen waren aber kurz (so ca. 7 Schritte) und die Fußspuren recht tief und hart gefroren, ebenso wie die Pickelspuren, die ich als "Fingerlöcher" nutzen konnte. War vielleicht ein wenig "Abstiegsleichtsinnigkeit" (wollte schnell runter, um noch den Weg nach NRW zu schaffen), aber schon in Ordnung.
  17. Hier mein Bericht von meinen ersten beiden Hochtouren, ohne Fotos. Tag 1: Aufstieg zur Almagellerhütte Google-Earth-Track: Almageller.kml Nach dem Ende der Wanderung im Val Grande und der Nacht in Trontano breche ich morgens auf, um über die Grenze ins Wallis zu fahren. In Saas-Almagell kann man für 5 Franken pro Tag parken, was ich für schweizerische Verhältnisse ganz in Ordnung finde. Am Parkplatz packe ich den Rucksack um und ziehe die dicken Stiefel an. Es ist natürlich wieder schweineheiß, weshalb ich anfangs sogar ohne Shirt loslaufe, nachdem ich aus dem Wald bin, ist die Sonnenbrandgefahr aber zu groß, weshalb ich voll bekleidet, dafür aber gut durchnässt, sowohl vom Schweiß als auch von kühlem Bachwasser, weiterlaufe. Schnell ist man an der Almageller Alm, danach wird das Gelände alpin und man steigt auf schönem Pfad immer höher. Der Wind pfeift hier oben ordentlich, gelegentlich muss ich meine Mütze festhalten. Nach knapp 3 Stunden und 1200 Höhenmetern komme ich an der Hütte an, hier ist es jetzt so richtig windig und unter 20 Grad. Draußen muss ich sogar die Daunenjacke anziehen, um nicht zu frieren, nach den letzten brütend heißen Tagen eine Wohltat! Den Nachmittag verbringe ich mit einem Hörbuch, dann gibt es das „Nachtessen“. Anschließend setze ich mich in einen Nebenraum, dort scheint aber ein englischer Führer seiner Gruppe was erklären zu wollen und ich bin wohl nicht allzu erwünscht. Nach kurzem Bilder- und Kartenstudium ziehe ich mich deshalb ins Lager zurück. Tag 2: GE-Track Besteigung Weissmies (4017 m): Weissmies.kml GE-Track Wanderung zur Weissmieshütte: Weissmieshütte.kml Um kurz vor 4 werden wir geweckt, beim Frühstück geht es recht hektisch zu, und auch das Zusammenpacken wirkt eher so, als würden die Leute in eine Schlacht ziehen, als ihrem Hobby nachzugehen. Im Schein der Stirnlampe mache ich mich um kurz vor 5 auf, überhole eine kurz vor mir losgelaufene Gruppe und schließe dann zu der fünfköpfigen englischen Gruppe auf. Nachdem ich einige Zeit hinter ihnen das Schneefeld hochgegangen bin, sagt ihr Führer, ich könne auch überholen. Auf meine Entgegnung, dass ich gerade ganz gerne hinter ihnen gehen würde, fragt er, ob ich sie dann auch dafür bezahlen wolle. Er sagt das in unernstem Ton, aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass er das in gewisser Weise genau so meint. Kurz darauf überhole ich tatsächlich, am Zwischenbergenpass schließen sie aber wieder auf und ich frage den Führer, wo er das vor uns liegende Schneefeld verlassen würde, um auf den Grat zu steigen. Er antwortet nur „I don’t know“, irgendwie scheint der gute Mann wirklich zu fürchten, dass ich ihm seine wertvollen Dienste gratis aus der Tasche ziehe. Nun ja, so schwer ist das vor mir liegende Gelände auch nicht, deshalb nehme ich den Pickel vom Rucksack, ziehe die Steigeisen an und gehe erstmals in meinem Leben mit ihnen über Schnee. Letzten Endes ja eine ziemlich intuitive Sache, und auch die „Spitzkehren“ funktionieren ganz gut. Nach ca. einer halben Stunde geht es dann auf den Grat, ich verstaue Steigeisen und Pickel wieder am/im Rucksack und mache mich an den weiteren Aufstieg. Der besteht aus leichter, unausgesetzter Kletterei, die richtig Spaß macht. Ich suche mir meinen eigenen Weg, der sicher nicht immer ideal ist, aber letzten Endes ist doch jedes Hindernis vor mir erkletterbar. Zudem tun sich tolle Blicke auf die umliegenden Berge und Täler auf. Irgendwann geht es dann wieder durch Schnee, also wieder die Steigeisen an, und bald stehe ich auf dem Vorgipfel. Beim Anblick des Weiterwegs zum Hauptgipfel muss ich dann schon ein wenig schlucken: Ein recht scharfer, verschneiter Grat, zwar sieht man ein Paar Fußspuren, aber noch lange keine eingetretene Spur. Nun ja, hilft ja nichts, ich werde jetzt nicht umkehren, also setze ich sehr langsam und voll konzentriert einen Fuß vor den anderen, den Blick stur auf den Boden gerichtet. Irgendwann weitet sich der Grat wieder, vor mir liegt ein kleiner Hubbel, um diesen herum geht es nur bergab. Ein Blick auf den Höhenmesser der Uhr bestätigt: Ich bin auf dem Gipfel. Der Himmel ist klar und die Aussicht großartig, allerdings geht ein ziemlich starker Wind. Von hier würde ich gerne auf der anderen Seite absteigen, da gibt es nur ein Problem: einen Gletscher. Ich habe Gurt und die übliche Gletscherausrüstung bis aufs Seil dabei und habe vor, hier Leute zu fragen, ob sie mich mit sich runternehmen würden. Ich ziehe also den Gurt an und warte. Nach einer Viertelstunde kommen die Engländer, die sind aber nun mal eine geführte Gruppe und gleichzeitig irgendwie ein Lehrgang und nehmen mich verständlicherweise nicht mit. Die anderen Leute, die mit mir aufgebrochen sind, lassen lange auf sich warten, mir wird im Wind richtig kalt und ich ziehe meine Daunenjacke an. Zwischendurch kommt noch ein Paar von der anderen Seite hoch, die steigen aber auf der für mich falschen Seite ab, und sind darüber hinaus wohl auch Führer + Kundin, wenn ich das extrem kurze Seil im ungefährlichen Gelände richtig deute. Irgendwann kommen dann die anderen beiden Gruppen zum Gipfel, leider sind auch die geführt. Der niederländische Bergführer reagiert recht patzig auf meine Frage, ob sie mich mit runternehmen, der Franzose sagt, er könne nicht mehr Leute am Seil mitnehmen. Nun gut, also geht es wieder den gleichen Weg runter zur Almagellerhütte, wieder den schmalen Schneegrat entlang, wieder entspannte Kletterei bis zum Schneefeld. Nur hier unterscheidet sich der Abstieg deutlich vom Aufstieg: Der Schnee ist um 10 Uhr schon ordentlich aufgeweicht und ich versinke regelmäßig hüfttief. Das macht das Ganze ziemlich unangenehm, hin und wieder finde ich aber auch gut tragende Abschnitte und gelange deshalb einigermaßen zügig zurück zum Zwischenbergenpass. Von hier ist der weitere Weg bis zur Hütte unschwierig, ich berichte dem Hüttenwirt kurz von meinem Teilerfolg, trinke noch eine Apfelschorle und mache mich auf den Weg: Die Weissmieshütte, die vom Gipfel aus direkt zu erreichen gewesen wäre, muss ich jetzt über einen 10 km langen Wanderweg mit 800 Höhenmetern Aufstieg ansteuern. Die Sonne brennt, der Wind pfeift, das bin ich ja mittlerweile gewöhnt. Der Wanderweg ist auf ein paar Metern noch schneebedeckt, ein Ausrutscher würde einen hier so weit nach unten befördern, dass ich kurz überlege, dafür die Steigeisen anzuziehen. Am Ende geht es aber auch so, und nach knapp vier Stunden bin ich endlich an der Weissmieshütte. Schattenplatz suchen , Rivella trinken, Hörbuch hören, dann wieder Nachtessen und zeitig ins Matratzenlager. Tag 3: Besteigung Lagginhorn (4010 m) GE-Track: Lagginhorn.kml Heute geht es noch früher los, um 2:45 Uhr klingelt der Wecker und ich begebe mich in den Speisesaal. Wir sind nur 3 Tourengänger um die Uhrzeit, die anderen beiden gehen aber aufs Weissmies, weshalb ich alleine starte. Von der Hütte aus war mir der Weg eher unklar, weil eine Moräne die Sicht versperrt, der Hüttenwirt erklärt mir aber noch einmal die ersten Meter, außerdem habe ich ja den Track auf der Uhr. Zunächst geht es auf einen Pistenfahrweg, von dem zweigt dann ein Pfad ab, dem ich bis zu einem Schneefeld folge. Hier sehe ich Fußspuren, die das Schneefeld queren, die gehen dann aber in Richtung Jegihorn, weshalb ich dem Schneefeld entlang eines Baches folge. Mein GPX-Track verläuft einige Meter weiter rechts, und als das Schneefeld aufhört, merke ich, dass die ganze Zeit über ein gut ausgebauter Pfad auf der Moräne neben mir verlief. Nun ja, jetzt bin ich ja immerhin auf dem Weg und komme gut voran, bis ich schließlich den Beginn des Gletschers erreiche. Dieser ist übrigens so spaltenarm, dass man ihn guten Gewissens solo betreten kann. Nun sehe ich ein gutes Stück vor mir auch die Stirnlampen zweier Gruppen leuchten, die vier Leute sind vom Tal aus aufgestiegen. Ich ziehe mir jetzt meine Steigeisen an und nehme den Pickel zur Hand, anfangs geht es in milder Steigung nach oben, dann wird es aber deutlich steiler. Mein GPX-Track biegt hier schon nach links auf den Grat, die Stelle sieht mir aber irgendwie komisch aus, auch die anderen beiden Gruppen folgen weiter dem Gletscher bis zu dessen höchsten Punkt. Die letzten Höhenmeter bis dahin lege ich auf den Frontzacken zurück, dann schließe ich zu den anderen auf, die gerade ihre Steigeisen verstauen. Weiter geht es auf dem Felsgrat, in schöner Kletterei, an zwei bis drei Stellen vielleicht etwas schwieriger als gestern, aber meist unausgesetzt. Die erste Gruppe habe ich bald überholt, zur zweiten schließe ich beim Überwinden einer abschüssigen Platte auf. Wir kommen ins Gespräch und gehen den Rest des Aufstiegs gemeinsam an. Das eine oder andere kurze Schneefeld muss überquert werden, die hart gefrorenen Abdrücke von Schuhen und Eispickeln machen die paar Schritte aber recht leicht. Weiter oben wird der Fels dann leider recht brüchig, ziemlich unangenehm, jetzt wo wir zu dritt unterwegs sind. Dann ist aber auch bald schon der Gipfel in Sichtweite und die letzten Höhenmeter dorthin sind noch einmal nette Kraxelei. Zu dritt ist es recht eng auf dem Gipfel, der im Gegensatz zum Weissmies immerhin ein Kreuz hat. Wieder ein toller Blick auf die umliegenden Berge, mein einer Begleiter hat auch einigermaßen Ahnung von der Gegend und kann einige Gipfel identifizieren. Nach ca. einer Viertelstunde mache ich mich an den Abstieg. Der geht einigermaßen zügig vonstatten, nur bei den kleinen Schneefeldern stutze ich kurz. Ich hatte beim Aufstieg gar nicht bemerkt, wie schnell man hier bei einem Ausrutscher im freien Fall wäre, nach ca. drei Metern enden die Felder nämlich an einer Wand. Ich überlege kurz, ob ich den Pickel hervorkrame, aber am Ende ist der Schnee noch hart und die Spuren klar genug, deshalb gehe ich dann doch einfach so drüber. Zurück am Gletscher kommen mir die ersten geführten Gruppen entgegen, die an der Bergbahn Hohsaas gestartet sind. Auch deren Führer scheinen mir irgendwie nicht allzu freundlich, Berufskrankheit? Der weitere Weg den Gletscher runter geht schnell, heute ist der Schnee auch noch nicht so sehr aufgeweicht, dass ich einsinke, obwohl es schon wieder ziemlich heiß ist. An der Hütte mache ich mir noch mal meine Kleidung nass, dann geht es weiter nach unten zur Bergbahnstation Kreuzboden, wo ich nach insgesamt sieben Stunden ankomme. Ich nehme die Seilbahn nach Saas-Grund, trampe zurück zu meinem Auto und fahre dann noch neun Stunden nach Hause, mit freundlicher Unterstützung von Cola und Koffeintabletten. Fazit: Für meine ersten Hochtouren ist das doch ganz gut gelaufen: zwei Viertausender bestiegen! Auch wenn ich den Abstieg über den Gletscher gerne gemacht hätte. Aus sportlicher Sicht hätte ich einen direkten Aufstieg vom Tal aus interessanter gefunden, wäre aber letzten Endes doof gewesen: heißer, teurer, schlechtere Aussicht. Packliste: https://www.geargrams.com/list?id=52053 Letzten Endes habe ich die ganze Gletscherausrüstung (Gurt, Bandschlinge, Karabiner, Schnüre, Eisschraube) nicht gebraucht. Vermisst habe ich eigentlich nichts, größere Teller an den Stöcken wären hin und wieder ganz nett gewesen. Die Gamaschen haben das 2 kleine Löcher bekommen, war aber mit Cubentape schnell geflickt. Wie nötig die Gamaschen sind, muss ich mir auch noch mal durch den Kopf gehen lassen. Mit einer robusteren Hose hätte ich mich vielleicht getraut, das Schneefeld am Weissmies auf dem Hintern runterzurutschen. Vielleicht aber auch nicht, gehend hat man ja definitiv mehr Kontrolle.
  18. Hier ein Reisebericht über meine beiden Touren im Val Grande, wie auch die letzten meiner Berichte ohne Fotos. Sentiero Bove, Tag 1 (21. Juni) Google-Earth-Track: SB1.kml Um 6:30 Uhr morgens ging es mit dem Auto von Düsseldorf los, bis Locarno eigentlich unproblematisch und zügig, am Lago Maggiore dann auf einer kleinen Straße am See entlang. Als ich meinen Abzweig nach Cicogna endlich gefunden hatte (Navi kaputt), ging es bergauf, bis ich von einer Absperrung aufgehalten wurde. Straßenbauarbeiten. Auf dem nahen Parkplatz steht ein deutsches Paar mit einem Camper, sie informieren mich darüber, dass die Absperrung in ca. einer Stunde aufgehoben wird. Ich nutze die Zeit, um meinen Rucksack zu packen. Als es endlich weitergeht, beginnt ein heftiger Regen, der die Fahrt über die sehr schmale und serpentinenreiche Straße nicht unbedingt angenehmer macht. Irgendwann bin ich dann endlich in Cicogna und stelle das Auto ab, um 18:30 kann ich endlich mit der Wanderung beginnen. Es regnet immer noch in Strömen, weshalb ich zunächst in Regenjacke und -hose loslaufe, doch schon nach wenigen Minuten und trotz absteigendem Weg bin ich bald aufgrund der immer noch warmen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit so verschwitzt, dass ich ohne Regenkleidung weiterlaufe. Dann beginnt der lange Aufstieg, die Markierungen sind meist gut und nur an wenigen Stellen etwas uneindeutig. Der Regen wird bald zu einem leichten Nieseln, ich freue mich auf die Hütte und habe nach der langen Autofahrt Lust auf Bewegung, weshalb die 850 Höhenmeter bald geschafft sind und ich an der Alpe Curgei stehe. Die Hütte ist super ausgestattet, mit Licht, Toilettenspülung und relativ viel Nahrung (keine Ahnung ob das alles von anderen Wanderern dagelassen wurde oder ob es hier irgendein System gibt). Hier haben sich schon drei junge Italiener einquartiert, mit denen ich mich nett unterhalte. Tag 2 GE-Track: SB2.kml Ich wache um 7:00 Uhr auf, doch es regnet recht stark, wie auch schon die ganze Nacht, weshalb ich beschließe, mich noch mal hinzulegen. Der Regen will zunächst einfach nicht aufhören, wird dann aber doch zu einem Nieseln und ich gehe los. Der erste Teil des Weges verläuft auf einem einfachen Pfad, hier kommen mir auch einige Tageswanderer entgegen. Dann geht es auf den Grat, bzw. auf den knapp östlich davon verlaufenen Weg, der zunächst auch noch leicht zu begehen ist, später aber immer öfter auch Handeinsatz erfordert. Wie auch die Karte vermuten lässt, wird der Weg ab der wunderschön auf dem Grat gelegenen Kapelle deutlich schwieriger, der immer wieder einsetzende Regen und das nasse Gras an den steilen Flanken machen es auch nicht unbedingt einfacher. Quasi jeder Schritt muss hier genau überlegt sein, ein Sturz kann hier schnell unschön enden. Am Ende bleibt mir aber nichts anderes übrig, als einen Schritt nach dem anderen zu bewältigen. Am Monte Zeda biegt ein leichterer Weg ab, ich gehe aber weiter nach Norden (der Weg ist zwar markiert, aber nicht ausgeschildert), bis ich endlich die Abzweigung zum Bivacco erreiche und zügig über den Nebengrat absteige. Ich bin froh, hier zu sein, die fünfstündige Wanderung, in der ich gerade einmal 7 km geschafft habe, war dann doch anstrengend, vor allem psychisch. Auch diese Hütte ist sehr schön und gut eingerichtet. Es gibt sogar einen Gasherd und wieder auffallend viele Lebensmittel, aber keine Anweisung zwecks Bezahlung oder Ähnlichem. Kurz nach mir trifft noch ein Deutscher ein, der aus dem Tal aufgestiegen ist. Gemeinsam bringen wir ein Feuer zum Laufen und trinken ein Tetrapack Wein. Bald fängt es wieder ordentlich an zu regnen. Tag 3 GE-Track: SB3.kml Das Morgenlicht lässt auf einen schönen Tag hoffen, und als ich wieder zum Grat aufsteige, wird die Vegetation immer trockener. Leider verläuft der Weg heute anfangs auf der Westseite des Grates, die noch deutlich feuchter ist, also geht es weiter wie gestern: Jeder Schritt wird vorsichtig gesetzt. Kurz vorm Passo delle Crocette wird der Weg dann deutlich leichter. Hier gibt es auch wieder einen Wegweiser und am Pass sitzt eine Dreiergruppe, die gerade aus dem Tal hochgestiegen ist. Hoffnung auf ein leichteres Vorankommen steigt in mir auf, bis die Dreiergruppe ihre Helme und Klettersteigsets anzieht … Nun ja, ich gehe vor ihnen los und schaue mal, was da kommt. Gleich am Anfang steht auch eine heikle Passage durch eine steile Rinne an. Sie ist zwar mit einer Kette gesichert, doch es kommt Wasser die Rinne herunter und sowohl die Kette als auch die Felsen sind nass, wodurch die Tritte alles andere als optimal sind. Ab dem Monte Torrione wird der Weg aber dann doch deutlich leichter, auch hat die mittlerweile ordentlich brennende Sonne den Untergrund ausgetrocknet. Endlich kann ich mich wieder auf den Grip meiner Schuhe verlassen, was das Gehen direkt deutlich schöner macht. Nun geht es durch meist wenig ausgesetzte, schrofige Hänge, hin und wieder verliere ich den Weg, aber wenn man 30 m keine Markierung gesehen hat, weiß man, dass man falsch ist. Ich will mich wahrlich nicht über die Sonne beschweren, aber mittlerweile wird mir doch ziemlich heiß, auch meine Wasservorräte neigen sich dem Ende zu. Irgendwann tropft ein kleines Rinnsal den Felsen runter, an einer kettenversicherten Stelle. So halte ich mich mit einer Hand an der Kette fest und mit der anderen meine Flasche unter das Tröpfeln, bis ich nach ca. 10 Minuten genügend getrunken und volle Flaschen habe. Weiter geht es, zwischendurch stiftet eine nicht in der Karte eingezeichnete Abzweigung noch einmal Verwirrung, schlussendlich lande ich aber dennoch in schöner Kletterei auf dem Gipfel des Cima Marsicce und bald darauf an einem Pass, nach dem der Weg laut Karte wieder leichter sein soll. Dem ist dann auch so, was auch die Anzahl der anderen Wanderer deutlich erhöht, nun geht es auf einem „normalen“ alpinen Wanderweg zum Bivacco Bocchetta di Campo, das spektakulär auf einem Pass liegt. Erst hier merke ich so richtig, wie viel Sonne ich abbekommen habe, und ich suche mir ein schattiges Plätzchen, während die vier anderen Wanderer, die hier untergekommen sind, noch Sonne tanken. Ich entdecke eine Zecke an mir, womit ich nach der heutigen Etappe überhaupt nicht gerechnet hätte. Ich selbst habe keine Pinzette oder Ähnliches dabei, erhalte aber eine von einer Wanderin und finde anschließend noch drei weitere Zecken. Unschöne Sache. Anschließend gehe ich Wasser holen, was einen ca. 10-minütigen Abstieg zu einem Bach erfordert, und wasche mich bei der Gelegenheit auch in dem kalten Wasser, das aus einem Schneefeld strömt. Für die heutige Etappe habe ich 9 Stunden gebraucht, deutlich länger als die Angaben, die man im Internet findet. Ich führe das mal auf den nassen Untergrund am Morgen und Vormittag zurück. Oder war’s der Dreiviertelliter Wein gestern Abend? Tag 4 GE-Track: SB4.kml Von hier gibt es zwei Varianten, um zurück nach Cicogna zu kommen, beide laut Karte unmarkiert. Eine führt weiter über den Grat und soll recht anspruchsvoll sein, die andere geht runter ins Tal und folgt dann einer Schlucht. Ein Paar, das von der Schlucht hier hochgestiegen ist, sagt mir, dass sie die Abzweigung für den Gratweg nicht gesehen haben. Auch die beiden Carabinieri, die in einem separaten Teil der Hütte übernachtet haben, sagen mir, dass der Weg nicht markiert ist, auch nicht mit Steinmännchen, und dass man sich leicht in gefährliches Gelände verlaufen kann. Sie raten mir also klar ab. Nach dem anstrengenden Tag gestern höre ich das gar nicht so ungern, so wird mein heutiger Weg nicht nur etwas leichter, sondern vor allem auch schattiger. Unmarkiert ist der Abstieg allerdings nicht, immer wieder sieht man rote Farbe an den Felsen, wenn auch deutlich spärlicher als am Rest des Sentiero Bove. Auch hier sind noch einige interessante Stellen zu überwinden, aber kaum ausgesetzt. Irgendwann stehe ich an einem Felsen, auf dem ein Pfeil mit Hinweis zum Gratweg aufgemalt ist, in Richtung der leichteren Variante sehe ich hingegen keine Markierung. Ich überlege kurz, ob ich nicht doch den Gratweg gehen will, aber ich weiß natürlich nicht, ob der nun doch komplett durchmarkiert ist, und vertraue mal den Carabinieri. Am Ende steige ich also weiter ab und finde auch bald wieder spärliche Markierungen. Die Vegetation wird immer dichter, bis ich in einem schönen Wald laufe, der mich runter zum Rio Pogallo bringt. Hier führt ein übertrieben ausgebauter Weg an der Schlucht entlang nach Cicogna, es ist wieder richtig heiß, mit nass gemachten Longsleeve-Ärmeln und Mütze geht es dann aber. Nach insgesamt fünf Stunden bin ich in Cicogna, wechsle in unverschwitzte Kleidung und stelle die Klimaanlage des Autos an. Dann geht es wieder die enge Straße hinunter und in Richtung Trontano. Fazit: Der Sentiero Bove ist mit T5 bewertet, ich fand ihn allerdings nicht unbedingt leichter als die Via Alta della Verzasca, die mit T6 angegeben wird. Die VAV hat vielleicht 1-2 noch mal deutlich ausgesetztere einzelne Stellen, beim SB fand ich dafür aber die psychische „Grundbelastung“ (stundenlang in Gelände, wo man wirklich voll konzentriert sein muss) höher. Das mag aber auch an der Feuchtigkeit liegen: Der Moment, ab dem ich den Weg wieder als einfach empfand, fiel letzten Endes ziemlich genau mit dem Zeitpunkt zusammen, an dem der Untergrund wieder trocken war. Auch ein Unterschied zur VAV: Während dort oft „richtige“ Felswände auf einen warten, falls man stürzt, sind es hier eher steile Grashänge. Der Unterschied ist meiner Meinung nach aber letzten Endes minimal: Auf dem Sentiero Bove hätte man oft vielleicht 3 Meter, um einen Sturz noch zu halten, danach würde man mit einer so hohen Geschwindigkeit den Hang runterpurzeln, dass schwere Verletzungen ziemlich sicher sind. Ansonsten super Weg, tolle Ausblicke, viele schöne Kletterstellen, wenig los, tolle Hütten! Val Grande Norddurchschreitung, ich habe mich an Tim Shaws Beschreibung orientiert: http://www.piemont-trekking.de/tourdetails.php?id=65 Tag 1 GE-Track: ND1.kml Auf der Fahrt nach Trontano hielt ich noch an einer Apotheke, um eine Zeckenzange zu besorgen, ansonsten blieb ich aber im Auto sitzen, die Hitze außerhalb war wie eine Wand. Auch in Trontano war es unglaublich heiß, ich hoffte auf angenehmere Temperaturen im Wald und in größerer Höhe. Zumindest bis zu einer bewirtschafteten Hütte würde ich es heute noch schaffen und dort zu übernachten war mir eh lieber als hier unten im Tal. Als ich dann aber in der Nähe der Hütte angekommen war, stand auch schon das nächste Bivacco auf dem Wegweiser, und auch das würde ich locker noch vor Sonnenuntergang erreichen. Also ging es weiter bergauf, bis nach 1200 Höhenmetern mein Etappenziel, die Alpe Rina, auftauchte. Eine tolle Unterkunft, gelegen über einer steilen Wand, die andere Seite wird von einem Blockfeld abgeschlossen. Hier oben waren schon ein älterer Italiener und ein jüngerer Schweizer, mit dem ich mich nett unterhielt. Ich gönnte mir einen Kaffee, entfernte Zecken, wusch mich und meine Kleidung im eiskalten Wasserlauf und legte die Sachen in die Sonne, die auch hier und um die schon spätere Uhrzeit noch ordentlich brannte. Tag 2 GE-Tracks: ND2a.kml und ND2b.kml Nachdem man zunächst eine Weile hübsch am Hang quert, mit regelmäßigen Blicken ins dicht besiedelte Tal im Westen, ging es dann hoch in eine Scharte. Auf der anderen Seite ging es weiter am Hang entlang. Hier könnte man auch auf den Grat steigen und über den Monte Togano, den höchsten Berg des Val-Grande-Nationalparks, bis zum Ende meiner Tour gehen (eine Beschreibung davon hatte ich vorher auf hikr.org gefunden), ich hatte heute aber Lust auf entspannteres Gehen, auch gegen den späteren Abstieg in ein bewaldetes , schattiges Tal hatte ich nichts einzuwenden. Zunächst ging es aber entlang eines niedrigeren Grates nach Südosten, bis man das Bivacco Alpe Mottac erreicht. Dieses ist deutlich spärlicher ausgestattet als die Alpe Rina, aber für mich war es sowieso noch viel zu früh, um Schluss für heute zu machen. Nachdem ich mir einige Zecken entfernt hatte, ging es also weiter, steil bergab in baumbestandene Regionen und dann wieder am Hang entlang. Der Weg ist hier teilweise schmal und feucht, dann aber mit Ketten versichert, sodass die Stellen kein Problem darstellen. Auch die Flussquerungen waren gut machbar, könnten früher im Jahr aber durchaus zu nassen Füßen führen. Irgendwann erreichte ich die Alpe Vald di Sopra, wo es früher wohl auch mal ein Bivacco gab, das allerdings abgebrannt ist. Von hier hat man einen tollen Blick auf einen herrlichen Pass und den Weg dorthin, der mich irgendwie an manche weglose Strecken in Nordeuropa erinnerte. Entsprechend motiviert ging ich die Steigung an und war dann auch bald oben. Auf der anderen Seite lag noch etwas Schnee und zwei Gämsen sprangen nicht weit von mir herum, ohne sich groß um mich zu kümmern. Das Bivacco war schnell erreicht, hier wollte ich eigentlich Schluss machen für heute. Leider gefiel mir das Bivacco nicht allzu gut, dunkel und ohne jegliche Ausstattung, außerdem war es immer noch recht früh, weshalb ich einen Blick auf die Karte warf. Nicht allzu weit entfernt war das Rifugio Al Cedo, Rifugios schienen mir bewirtete Hütten zu sein, und gegen eine kalte Limonade hatte ich heute nichts einzuwenden. Auch auf dem Wegweiser war die Hütte schon ausgeschildert, in einer entspannten Zeit. Ich ging also wieder los und stieg ins nächste Tal ab, in dem man schon bald an Almhütten und Vieh vorbeikommt. Hier habe ich irgendwie den Weg verloren, folgte mal einem Pfad nach oben, der aber im Nichts verlief, ging dann wieder zurück und versuchte den nächsten. Irgendwann stand ich oben auf einer weitläufigen Wiese mit recht vielen Hütten, hier waren Ziegen mitsamt Hirten, und ich frage eine Hirtin, wo das Rifugio sei. Sie zeigte in die Richtung und sagte, dass man von hier gut über einen Pfad hinkommt, fragte dann aber noch, ob ich denn einen Schlüssel hätte. Scheiße, hatte ich natürlich nicht. Ich hatte das Hüttensymbol auf der Karte falsch interpretiert bzw. einfach nicht vernünftig geschaut. Dunkel erschien jetzt auch wieder ein Satz von Tim Shaws Blog in meinem Hinterkopf, in dem er schreibt, dass man einen Schlüssel braucht. Nun ja, hier bleiben konnte ich jetzt auch nicht, also ging ich erst mal in Richtung Rifugio. Zu allem Überfluss folgte mir jetzt eine Ziegenherde, der Hütehund war anscheinend neu in seinem Job. Auf dem schmalen Pfad am teilweise steilen Hang fand ich es gar nicht so angenehm, eine dicke Ziege einen halben Meter hinter mir zu haben, die Viecher folgten mir auch noch tatsächlich weiter, bis ich das Rifugio erreichte. Dieses hat eine eingezäunte Terrasse, ich ging schnell durch das Tor und verschloss es wieder, um die Ziegen loszuwerden. Die wollten sich aber anscheinend noch nicht verabschieden, zwei sprangen über den Zaun und standen dann gelangweilt auf der Terrasse. Scheiß Tag, bzw. scheiß letzte zwei Stunden! Ich war komplett nass geschwitzt, stand auf der Terrasse einer verschlossenen Hütte in der Hitze und versuchte, Ziegen zu verscheuchen! Immerhin hatte ich irgendwann Erfolg, ich konnte mich ein wenig waschen und im Schatten sitzen und mich mit der Situation anfreunden: Die Terrasse war eigentlich ein guter Schlafplatz, jedenfalls auch nicht unbedingt schlechter als das Bivacco, das ich verschmäht hatte, und Wasser war hier sogar näher verfügbar. Irgendwann sah ich dann aber unten drei Wanderer aufsteigen, und ich vermutete, dass die auch hier hinwollten, hoffentlich vorbereiteter als ich. Dem war dann auch so, die drei (ein Herr und zwei Damen, allesamt etwas älter) knöpften mir einen Beitrag (mit DAV-Rabatt) ab und luden mich dann zu Kaffee und Essen ein. Ich duschte zunächst einmal (eiskalt!) und entfernte Zecken, dann gab es Nudeln mit Soße aus zuvor gesammelten Steinpilzen und Süßigkeiten zum Nachtisch. Und so wurde es noch ein hervorragender Abend mit angeregten Gesprächen in Zeichensprache und eingemischten Bröckchen Englisch, Italienisch und Spanisch. Zum Schluss legte ich mich in ein separates Zimmer ins Bett und schlief fantastisch, nach ca. 10 gewanderten Stunden heute. Tag 3 GE-Track: ND3.kml Die Wanderer wollten heute den Pizzo Ragno besteigen, weshalb wir früh aufstanden. Sie hatten mich gestern auch gefragt, ob ich sie begleiten möchte, nach ihrer großen Hilfsbereitschaft konnte ich schlecht ablehnen, außerdem gab es vom Gipfel auch noch eine nett aussehende Möglichkeit, zur von mir anvisierten Bahnstrecke abzusteigen. Am Morgen war der Pizzo Ragno und auch die umliegenden Berge allerdings in dichte Wolken verhüllt, da hätte das wenig Sinn gemacht. Beim älteren Herrn kamen jetzt auch irgendwie die Vaterinstinkte durch und er schalt mich, man solle nicht alleine in die Berge und dass auf der von mir anvisierten Abstiegsroute schon Leute gestorben seien. Nun ja, ich folgte dann also dem „Normalweg“, am Hang traversierend statt nach oben. Wieder gabelte ich dabei eine Ziegenherde auf, mit dem gleichen jungen Hund, kurz vor einer Kapelle ließen sie mich dann aber in Ruhe. Von hier ging es auf einem gut ausgebauten Weg zügig ins Tal, in Santa Maria Maggiore fand ich schnell den Bahnhof und nahm den Zug zurück nach Trontano. Es war zwar noch recht früh, aber weiterreisen fand ich heute zu stressig, weshalb ich mich in einem Hotel anmietete und den restlichen Tag mit Nahrungsaufnahme, fernsehen und duschen verbrachte. Am nächsten Morgen ging es dann weiter ins Wallis, um Weissmies und Lagginhorn zu besteigen. Packliste Val Grande: https://www.geargrams.com/list?id=54771 Für die zweite Tour kommt dann noch die unbedingt notwendige Zeckenzange dazu. Hat alles so weit funktioniert, das Zelt war aber letzten Ende komplett unnötig. Auf dem Sentiero Bove waren zeltfähige Stellen eh praktisch nicht vorhanden, das Netz an Bivaccos ist aber auch einfach dicht genug. Besonders bei der Hitze fand ich die Bivaccos auch deutlich angenehmer als ein Zelt. Statt Zelt und Heringen würde ich vielleicht noch einen Notfall-Bivy wie den ME Ultralight Bivy einpacken, um doch eine gewisse Flexibilität zu haben. Würde ich dann noch die Eva-Matten durch eine aufblasbare tauschen, könnte ich alles in meinen 20l-Rucksack kriegen. Auf dem Sentiero Bove wäre ein schmalerer Pack teilweise ganz angenehm gewesen, wenn es eng an Felsen entlangging. Die Trekkingstöcke hab ich auf dem Sentiero Bove auch nur wenig genutzt, da hatte ich meist lieber die Hände frei. Ansonsten hab ich natürlich auch kaum was von meiner Kleidung gebraucht, was aber nicht heißt, dass ich sie beim nächsten Mal zu Hause lassen würde.
  19. OT: Mir geht's nur ums Rechthaben. Das gelingt mir aber immerhin ziemlich gut: Hauptzweck dieses Forums ist die gegenseitige Hilfe bei der Gewichtsreduktion. Der TO bittet um Hilfe bei der Gewichtsreduktion. Ein anderer User sagt, der TO soll nicht um Hilfe bei der Gewichtsreduktion bitten. Ich weise darauf hin, dass dies genau der Zweck dieses Forums ist.
  20. OT: Du hältst es ab einem Baseweight von 6,5 kg also für überzogen, weiter Gewicht sparen zu wollen? Dann wäre meine Ausgangsfrage beantwortet.
  21. Dann entschuldige meine Zurückschnipperei! Klang so, als wolltest du mich als Wildwiesen zerstörendes Umweltmonster hinstellen. Bei Zecken gehe ich tendenziell davon aus, dass ich mir die beim Gehen hole und dann gegebenenfalls mit in den Schlafsack nehme, egal ob mit oder ohne Moskitonetz. Da hilft nur, sich abzusuchen.
  22. OT: Wow, du suchst offensichtlich dringend nach Möglichkeiten, dich zu empören! Was ist da los? Ich erklär es dir dennoch: 1. Im September gibt es doch eh nicht mehr so viele Mücken, in den meisten Nächten nutze ich also überhaupt kein Deet. 2. Wenn, dann reibe ich mir die offen liegenden Körperstellen, also meist nur Gesicht und Hände, ein. Da reichen für gewöhnlich ca. 4 Tropfen aus dem Dropperbottle. 3. Ich liege auf einem Groundsheet. Selbst wenn ich also etwas Deet von meiner Haut abstreife, landet es auf meiner Ausrüstung. 4. Und wenn ein Pikoliter Deet auf einen Grashalm kommt, wird die Wiese danach nicht gleich nach nuklearem Winter aussehen. Das reine Übernachten dort schadet den Organismen wahrscheinlich mehr.
  23. Ich stecke statt eines Moskitonetzes lieber eine kleine Flasche Deet ein.
  24. Ich seh deine Signatur. Klick mal oben rechts auf deinen Benutzernamen -> Kontoeinstellungen -> Signatur, dann den "Schalter" bei "Signaturen anzeigen" umlegen und auf Speichern klicken.
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