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Kalteicher

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Reputationsaktivitäten

  1. Gefällt mir!
    Kalteicher hat eine Reaktion von hinrichfuchs erhalten in Isomatte aufblasbar oder Schaumstoff   
    Hallo @Rutabru
    Um eigene Erfahrungen kommst du wohl nicht drum herum. 
    Schaummatten sind : Robust , Günstig , einfach in der Handhabe ,  nicht so bequem wie eine aufblasbare Matte und haben ein großes Packmaß.
    Aufblasbare Isomatten sind : Bequemer , Teurer , nicht so robust , schwieriger in der Handhabe und haben ein kleines Packmaß. 
    Ich habe die letzten Jahre nur auf Schaummatten geschlafen ( Therm-A-Rest RidgeRest SoLite )und kam/komme damit zurecht , habe aber aus Bequemlichkeit und wegen des kleineren Packmaßes seit diesem Jahr eine aufblasbare Matte ( Therm-A-Rest NeoAir Trekker ). Den Schlafkomfort finde ich schon deutlich besser wie auf der Schaummatte. Somit wird die NeoAir in Zukunft eher eingepackt und die Schaummatte kommt nur mit , wenn ich mit schlechten Bodenverhältnissen rechne , oder halt zusätzlich. Ich hoffe das hilft dir weiter. 
    Gruß, Christian 
  2. Gefällt mir!
    Kalteicher hat eine Reaktion von Tao erhalten in 3mm Evazote Matte gesucht   
    Die Trittschalldämmung hat nicht annähernd die Festigkeit und den R-Wert von Evazote! Wenn man sich eine vernünftige EVA Matte kauft hat man da deutlich länger von uns das ganze ist viel Nachhaltiger!
    Gruß, Christian 
  3. Gefällt mir!
    Kalteicher hat eine Reaktion von JonasGo erhalten in 3mm Evazote Matte gesucht   
    Die Trittschalldämmung hat nicht annähernd die Festigkeit und den R-Wert von Evazote! Wenn man sich eine vernünftige EVA Matte kauft hat man da deutlich länger von uns das ganze ist viel Nachhaltiger!
    Gruß, Christian 
  4. Gefällt mir!
    Kalteicher reagierte auf wilbo in 1 Personen shelter, XUNSHANG   
    Der Lieferumfang wiegt 885 g und setzt sich wie folgt zusammen:
    Fly, 335 g Apsis, 95 g Inner, 345 g 8 Heringe & 1 Flicken, 95 g Packbeutel, 15 g Das shelter ist, wahrscheinlich selbst bei stärkeren Winden, recht einfach aufzubauen. Nach dem Setzen der beiden hinteren Abspannpunkte, kann man Vorne gleich die Zeltstange einstellen und die Front abspannen. Jetzt braucht es nur noch die beiden vorderen Heringe und abschließend wird der hintere peak hoch gespannt.
    Damit steht das shelter ziemlich flott.

    Die Abspannschnüre haben einen Durchmesser von 2,5 mm. Durch die reflektierenden Einflechtungen ist die Oberfläche rau, sodass die Schnur in den Lineloc´s bei Nässe nicht mehr durchrutscht. Allerdings macht dies das gesamte Verstellen sehr schwergängig.
    Der Schnitt ist in der Länge recht großzügig und selbst für größere Personen geeignet.
    Die Maße vom fly sind:
    Länge, (ohne Apsis), 250 cm Apsis, 110 cm Breite, vorne: 195 cm Breite, hinten: 90 cm Höhe, vorne: 115 cm Höhe, hinten: 55 cm
    (Aufbau bodenbündig) Die Maße von inner sind:
    Länge, 220 cm Breite, vorne: 110 cm Breite, hinten: 60 cm Höhe, vorne: 90 cm Höhe, hinten: 54 cm Bei luftigem Aufbau des fly´s bekommt man im vorderen Bereich beim inner 5 cm mehr Höhe. Mich interessiert allerdings in erster Linie das Schlecht-Wetter-Setup. Ein shelter offener und höher aufzubauen ist ja fast immer möglich, beim niedrigen Aufbau wird es bei vielen sheltern meist problematisch.




    Die Apsis erweitert den überdachten Raum nochmal um 110 cm und ist überraschend gut geschnitten. Selbst beim bodennahem Aufbau des shelters bleibt an der Apsis, eine handbreit Luft unterm Saum erhalten. Dies dürfte bei Regenwetter für ausreichend Luftzirkulation sorgen.



    Die Überlappung von Apsis zu shelter ist reichlich und erfreulich passgenau. Die Spannung des beaks kann sehr gut an den verstellbaren Schnallen reguliert werden.

    Als Kritikpunkt wäre lediglich die ungünstig platzierte Aufnahme der Apsis-Schnalle in der Spitze zu nennen, sowie eine zu kurze Abspannleine die nicht bis zum Front-Hering reicht. Unnötigerweise braucht es hier zwei Heringe.
    Der hintere Peak-Abspannpunkt  bringt eine hohe Zuglast auf diese Spitze und zieht das fly in unschöne Falten. Vom Entwurf her ist, ist diese Abspannung aber schlau konstruiert, weil damit das Problem der hinteren Stange nach außen verlagert wird.

    Und für alle die keinen Mastwurf knoten können, gibt es hier übrigens eine gute Ersatzlösung. Der Ring hätte aber ruhig etwas größer ausfallen können.

    Das inner ist, wie gesagt schön lang aber ein wenig niedrig. Im Frontbereich kann ich, mit meinen 1-85, gerade mal so aufrecht sitzen, berühre dabei mit dem Kopf schon das Netz. Beim Anziehen der Schuhe und zum Kochen ist das nicht optimal aber immer noch okay.

    Das Abspannen des inners im fly finde ich nicht besonders gelungen. Die beiden hinteren Gummizüge werden auf den jeweiligen Hering gelegt und mit den vorderen Schnüren auf Spannung gebracht. Bei niedrigem Aufbau liegt der hintere Bereich des inners sehr dicht am fly an. Da man sich sowieso gerne mit dem Fußteil des Schlafsack Kondenswasser abstreift, wäre mir dort mehr Abstand lieber gewesen.

    Für einen höheren Aufbau sind die Gummibänder zu kurz, da sie den weiter entfernten Hering nicht mehr erreichen können. Mit zwei kleinen Karabinern kann man das leicht ändern.



    Die beiden vorderen Abspannpunkte des inners werden ebenfalls ungünstig fixiert. Sie ziehen die Bodenwanne mehr zur Seite als nach vorne. Das macht sich besonders beim niedrigen Aufbau bemerkbar. Wird das fly luftiger aufgebaut, wandern hier die Fixpunkte am Boden weiter nach außen und die Abspannwinkel verbessern sich.

    Stellt man die Bodenwanne zu stramm auf, bekommt man am Eingang ein kleines Problem beim Schließen des Reißverschlusses. Der 3c Schlitten kommt hierbei nur schwer um die Ecke und der Reißer wird wahrscheinlich genau hier seine ersten Macken bekommen. Nach dem Lockern der Abspannung funktioniert das Öffnen und Schließen wieder einwandfrei, die Konstruktion bleibt aber suboptimal.

    Das Einhängen des inners in der Spitze wird durch den Griff vom Trekkingstock behindert. Es wäre es sinnvoller gewesen die beiden Fixpunkte für inner und Apsis, mit etwas mehr Anstand zum peak anzunähen. (Foto kommt noch)


    Leider ist das fly ab Werk nicht wasserdicht. Besonders durch den „Naht-Raupen“ an den Spitzen dringt das Regenwasser ein, um dann hauptsächlich am Fußende abzutropfen.
    Fürs Erste habe ich nur diese beiden Bereiche, um die Spitzenverstärkung herum, von innen versiegelt. Mal sehen, ob das reicht.
    Bei Nässe dehnt sich das Zeltmaterial erfreulich wenig aus, nimmt aber einiges an Feuchtigkeit auf. Eine zusätzliche Silikonbeschichtung wäre gut gewesen, hätte aber damit den Stoff natürlich verteuert.
    Die Weiterreißfestigkeit hält sich wahrscheinlich in Grenzen, was ich aber noch testen werde.
    Im Großen und Ganzen ist dies ein gutes und günstiges, Einpersonen Schlecht-Wetter-shelter, das endlich mal für größere Leute geeignet ist. https://de.aliexpress.com/item/4000246913433.html
    Darüber hinaus könnte man das shelter mit kleinen Änderungen optimieren:
    - Um das Verstellen der Lineloc´s geschmeidiger zu machen, würde ich die reflektierenden Schnüre gegen eine simple 2,5 mm Schnur austauschen. Das als Nebeneffekt, das shelter damit bei Nacht unauffälliger wird, finde ich durchaus von Vorteil. https://www.schnurhaus-onlineshop.de/epages/15508078.sf/de_DE/
    - Zum Aufstellen des inners wurden keine Karabiner bei den Lineloc´s eingehängt. Damit ist man beim bodennahem Aufbau weitgehend unabhängig von der Position der Heringe.
    - Um die Gummizüge in hinteren Bereich des inners verstellbar zu machen, kann man den oberen Knoten lösen, die Gummizüge durch die Schlaufen fädeln und jeweils mit einem Tanka ergänzen.
    - Die untere Abspannschnur an der Apsis könnte man verlängern, sodass diese dann zusammen mit der First-Schnur auf einen Hering gelegt werden kann.
    - Und den Ring für die Abspannung des hinteren peak´s, würde ich einfach gegen einen Größeren austauschen.
    VG. -wilbo-
  5. Gefällt mir!
    Kalteicher reagierte auf Freestyler in DD Tarp 3x3 superlight: Anfängerfragen   
    Danke, eben mal bestellt  
     
  6. Gefällt mir!
    Kalteicher hat eine Reaktion von Michas Pfadfinderei erhalten in DD Tarp 3x3 superlight: Anfängerfragen   
    Hallo Freestyler
    Schau mal hier: https://www.extremtextil.de/dyneema-polyester-kordel-16fach-2mm-einfarbig.html , ist schön leicht und extrem reißfest.
     
    Gruß, Christian
  7. Danke!
    Kalteicher hat eine Reaktion von Freestyler erhalten in DD Tarp 3x3 superlight: Anfängerfragen   
    Hallo Freestyler
    Schau mal hier: https://www.extremtextil.de/dyneema-polyester-kordel-16fach-2mm-einfarbig.html , ist schön leicht und extrem reißfest.
     
    Gruß, Christian
  8. Gefällt mir!
    Kalteicher reagierte auf Christian Wagner in Torwald mit Tor   
    Nachdem ersten Prototypen des Torwald, ein kleines, nach drei Seiten geschlossenes Zelt, war die naheliegende Frage wie man die vierte Seite zu bekommt. Ein Tor für das Torwald musste her. Da das Torwald nur aus drei laufenden Meter Stoff ohne Verschnitt hergestellt wird sollte die Türe ebenso sparsam mit den vorhandenen Ressourcen umgehen. Ein Reißverschluss ist fehleranfällig und schwer, und sollte daher bei dem fast tarpähnlichen Torwald nicht zum Einsatz kommen. Glücklicherweise hat Zpacks eine schöne Methode gefunden einigermaßen regendichte Eingänge zu bauen ohne dass man dafür einen Reißverschluss braucht. Letztendlich ist beim fertigen Produkt die Ähnlichkeit zum Zpacks Hexamid Tarp nicht zu leugnen. Für die Tür braucht man nochmal 0,5 m Laufmeter Stoff. Dieser wird dann schräg durchschnitten, so dass man zwei rechtwinklige Dreiecke erhält. Diese werden dann an den Katheten umsäumt, an der Ecke mit dem rechten Winkel kommt jeweils ein Abspannpunkt hin. Die Hypothenuse wird anschließend mit der Unterkante des festen Vordachs des Torwald vernäht. Die Abspannpunkte der Tür sollten sich genau lotrecht unterhalb des mittleren Abspannpunktes des Vordachs befinden. Ich bitte die losen Fäden und losen Stoffkanten gnädig zu übersehen. Das Zelt ist ein Prototyp und nix was man so auf Tour mit nimmt.
    Die ersten Bilder zeigen einen Aufbau mit einem 1,1 m hohen Stock, was zu einem guten Rundumschutz führt. Weiter unten wird ein 1,2m hoher Stock benutzt was dann eine offenere, besser belüftete Behausung ergibt.

    Von allen Seiten gut geschützt.

    Ein Eingang zurück gerollt.

    Beide Eingänge zurückgerollt. Jetzt ist das Zelt wie das ursprüngliche Torwald.

    Hier die Tür mit der Doppelung in der Mitte. IMHO eine elegante Methode um den Eingang regendicht zu bekommen.

    Hier ist der gedruckte Ankerhaken mit integriertem Leinenspanner im Einsatz.  Ich bitte das prototypenmäßige Nähwerk zu ignorieren.

    Hier der Aufbau mit 1,2 m hohem Stock.

    LG, Christian
     
  9. Gefällt mir!
    Kalteicher reagierte auf bikefritzel in Tyvek Jacke und Hose (Raidlight)   
    Hallo in die Runde,
     
    ich bin ja normalerweise nur sehr aktiver Leser.
     
    Heute möchte ich euch mal zwei Neuzugänge in meiner Ausrüstung vorstellen, da ich vor dem Kauf einfach nichts brauchbares darüber gefunden hatte. Vllt. interessiert es ja potentielle Nachkäufer. 
    1x Jacke Raidlight Tyvek Waterproof WR - 83gr selbstgewogen in Grösse S
    1x Hose Raidlight Tyvek - 65gr selbstgewogen in Grösse S
     
    Ich bin zufällig über sie gestolpert und da sie jeweils unter 20€ Kosten war es mir den Versuch wert.
    Ich hatte bisher noch nie etwas aus Tyvek (bis auf Briefumschläge) und nur viel davon gelesen.
     
    Meine bisherigen Einsätze:
    Joggen und Berglauf für die Jacke, (schnelles) Wandern und stationäres rumsitzen in Camp, Zug oder sonstwo nach Radtouren mit der Hose.
    Fazit:
    Die Hose begeistert mich jedes Mal aufs neue.
    Fühlt sich federleicht an, klebt, zumindest an haarigen, Beinen nicht an.
    Wärmt für ihr Gewicht erstaunlich gut.
    Winddicht.
    Packmass finde ich für die Lesitung absolut in Ordnung (Auf dem Foto links). So Nylonzeug wäre vllt. noch kleiner, klebt aber am Bein (bei mir zumindest)
     
    Die Jacke kann alles was die Hose kann, aaaber:
    diese nutze ich ja gerne auch für Sport, bei dem ich viel schwitze. Eine Zeit lang geht das sehr gut, wehe aber wenn sich die Feuchtigkeit mal ins Tyvek vorgearbeitet hat...dann wirds klebrig und feucht. Das dauert bei mir ca. 1Std laufen, aber so lange trage ich sie meistens nicht am Stück. Ist also i.O. für lange Läufe  packe ich aber trotzdem wieder meine Nylonwindjacke ein. Die ist zwar ca. 30gr schwerer, aber deutlich kleiner im Packmass und einen Tick atmungsaktiver.
    Optik: Wer beides in Kombi trägt, kann sich auf jedenfall auf den ein oder anderen Blick gefasst machen. Ich trage sie eh selten in Kombi und deshalb war das für mich kein Argument.

    Wie sind eure Erfahrungen mit Tyvekklamotten? Im Forum lese ich viel über alle möglichen Tyvek Einsatzbereiche aber zu Hosen zb. habe ich nichts gefunden.
    Uli


  10. Gefällt mir!
    Kalteicher reagierte auf effwee in sowas wie ein fanny pack   
    ich muss ja ehrlich sagen, dass ich nie gedacht hätte dass ich in der rubrik hier mal was posten würde - hand-, wie heimwerken waren nie so meins. nun habe ich es getan. 
    nach meinem e1/e5 thruhike habe ich festgestellt, dass ich mir sowas wie ein fanny pack praktisch vorstelle, sonnenbrille, buff, handy, rotzfahne und den ganzen kleinkram, den ich immer zwischen hosentasche, hemdtasche und verlust(angst) jongliere. 
    here we go mein ersten myog-projekt.
    68gr pu beschichtetes rip stop nylon, dxg left-overs vom down cut meines attila von , ein stinknormaler reissverschluss und 2mm dyneema schnur.
    viermal nähte nochmal auftrennen, dreimal unterfaden verloren, zwei gläser rotwein, einmal leuchtende augen und ein breites lächeln als es fertig war...
    alles in allem 12.5 gramm leicht, passt alles rein was soll. 
    mit der schnürung bin ich noch etwas unzufrieden. egal. ein paar sachen, wie die dxg schlaufen sind leicht schief. egal. nicht jede naht ist sauber. egal. es ist mein erstes erster myog fanny pack!!


    ... und bitte keine fachlichen fragen stellen. ich hab das irgendwie genäht, aber nerdige nähfragen kann ich nicht beantworten, ich weiss ehrlich gesagt noch nicht mal welches garn ich verwendet habe (irgendwas aus plastik) oder welche nadel... “ich hab halt genäht” sach ich ma.
     
    in diesem sinne
    *f
  11. Gefällt mir!
    Kalteicher reagierte auf schwyzi in Dosenkocher - die 112te ;)   
    Moin! Musste heute Mittag länger mit dem Essen auf meine Traumfrau warten, da fiel mir die Dose wieder ins Auge - flugs die Wartezeit genutzt und nen ultimativen Dosenkocher gecraftet.

    Sollte mal stylisch werden

    Ideal für die Kaffeepause unterwegs, oder?
    Abends mal ne Brennprobe...funxt!

    7,4 g , weil ich den etwas höher machen musste
    - die Kaffeetasse sollte ja ganz zu sehen sein
    LG schwyzi
  12. Gefällt mir!
    Kalteicher reagierte auf Christian Wagner in Zwei-Personen-Querliegerfirstzelt   
    Bzgl. meines Zweimannzeltes kam von @wilbo die Anfrage:
     
    So richtig vorgestellt hatte ich das Zelt ja wirklich noch nicht. Ich hatte aber am Wochenende etwas Zeit um ein Paar Fotos zu schießen und um meine Webseite zu updaten.
    LG, Christian
  13. Danke!
    Kalteicher hat eine Reaktion von effwee erhalten in Rheinsteig-Section von Bonn nach St.Goarshausen 3.11.-8.11.   
    Auch von mir ein Dankeschön für diesen , wie von dir gewohnt , Großartigen Bericht!!
    Liebe Grüße aus Siegen , Christian
  14. Gefällt mir!
    Prolog...
     
    Den Rheinsteig komplettieren steht noch auf meiner Agenda.Bis St.Goarshausen kenne ich den Weg bereits über Section- und Dayhikes, somit ist das Minimalziel klar, weil ich aber Freund des Groß-Denkens bin, will ich natürlich – wenn ich schon dabei bin – das komplette Mittelrheintal mitnehmen, 243.5 km oder so. Und weil man ja bekanntlich an seinen Herausforderungen wächst und mögliches Scheitern sich immer auch an den Maximalzielen bemisst... blabal egal: ich habe dafür nur 5 einhalb Tage Zeit. Passt doch.
    Damit ist dem sportlichen Aspekt genüge getan, wer gibt sich aber damit schon zufrieden? Also steht noch auf der Agenda, quasi by the way, auszutesten wie sich das neuerworbene Zelt – ein Zpacks Duplex - so im Trailalltag schlägt; sowie meine vorläufige, beinah endgültige Packliste für den Israel National Trail den ich gemeinsam mit meiner Freundin ab dem 25.12. laufen werde. Somit bin ich freichlich auch so schwer wie seit beinah 2 Jahren nicht mehr unterwegs – 3845gr sagt das BW... mindestens 300gr über meinem persönlichen Wohlfühlgewicht. Aber so ist das im Herbst/ Winter. Mehr Speck um den Bauch, mehr BW aufm Rücken oder so ähnlich...
    Das Wetter war so gnädig mir ungefähr das zu präsentieren was der Norden Israels laut Wetterdaten bereithalten könnte - viel Regen, durchwachsen irgendwas zwischen 16 und 8 Grad und Nächte durch ausmal unter 4 Grad - , das hört sich nach perfekten Laborbedingungen an. Aber um ganz ehrlich zu sein, ich hätte fast jedes andere Wetter auch genommen. Aus unterschiedlichen – namentlich - beruflichen, familiären und sonst welchen Diesdas-Befindlichkeiten, habe ich meine Rheinsteigpläne von Anfang Oktober bereits auf Anfang November legen müssen und folglich kribbelte es langsam wieder in den Fußsohlen...
    Und noch ein by the way: Ich habe das Ganze mit einem Besuch bei meinem Cousin in Köln verbunden. Wir haben uns lange nicht gesehen. Es gab viel zu erzählen, viel zu trinken und die Nächte waren dementsprechend kurz – oder lang, je nach Standpunkt.
    Beste Startbedingungen.
     
    Los geht’s
    Ich wollte nachdem wir uns drei Jahre nicht gesehen hatten, nicht so unverschämt sein und das Wochenende am Sonntagmorgen bereits beenden und gen Bonn aufbrechen, somit stand erstmal lange Katerfrührstück mit meinem Cousin auf dem Plan – und ganz ehrlich(er): ich hab es überhaupt gar nicht in Erwägung gezogen. Fakt ist als ich um 15h in Bonn am Marktplatz loslaufe bin ich ziemlich müde, etwas verschallert und der Kopf ist nicht der leichteste.
    Zum Glück ist das Wetter so wie es. Grau. Und ein ziemlicher Wind pustet mir die Müdigkeit und den letzten Promille aus dem Schädel. Ziel für den heutigen Tag, damit das Unterfagen überhaupt klappt. Königswinter. Mindestens 20-25 Kilometer. Das heißt auch Nachtwandern. Ist sowieso die Zeitreserve – durchaus nach Einbruch der Dunkelheit mal weiterlaufen (erschwert zwar die Pennplatzsuche – Kilometer haben aber die oberste Priorität). Ambitioniert, aber packbar.

    Ergo in Bonn erst mal Rheinpromenade entlang, ein paar Fotos geknipst und langsames eingrooven. Durch die Stadtteile Limperich und Ramersdorf um schließlich scharf links abzubiegen und recht direkt in den Naturpark Siebengebirge reinzulaufen. Erste leichte Steigung. Und schon stehe ich im Wald. Sonntagnachmittagsstimmung im Naherholungsgebiet. Es ist voll. Ich laufe diese Klippen/ Abbruchkante oberhalb von Oberkassel entlang. Ganz nette Aussichten. Viele Hügel. Die muss ich wahrscheinlich alle rauf und runter. Ich freu mich drauf. Ein paar Fotos und genervte Eltern und quengelige Kinder auf Sonntagsausflug belächelt und weiter.

    Kloster Heisterbach erreiche ich bei Einbruch der Dunkelheit. Organisiere mir hier Wasser für die Nacht und laufe in der Dunkelheit weiter. Ich muss mich erstmal wieder dran gewöhnen – Gänsehaut jagt in Wellen über meinen Körper. Es fängt an zu regnen. Macht den Nachtlauf nicht angenehmer. Petersberg umlaufen. Es hört wieder auf zu regnen. Ich erreiche die L331, lärmig. Eine halbwegs trockene Bank. Abendessen? Irgendwie nicht. Ich laufe weiter bis zu einer Brücke mit der ich ebenjene Straße überquere, es regnet sich ein. Eine Hütte, die Brückenhütte. Also doch Abendessen. Im Feierabendverkehr. Ich bin Großstädter. Landflucht gelungen, denke ich mir und baue mein Kochsetup auf. Aber was ist das? Mein Feuerzeug ist leer... ! Küche kalt? Och nö. Ach ja und weil das Credo ist jedes Gram zählt: 1gr gespart, weil meine Backup-Matches bewusst zu Hause gelassen. Stupid light oder einfach nur stupid? Als ich schon beinah keinen Bock mehr habe, mit dem letzten Lebenshauch meines MiniBics bekomme ich eine Flamme. Yumyums schmecken warm schon besser.
    Es regnet sich während dessen ein. Hier werde ich keinen Regen aussitzen, vor allem es nicht drauf anlegen hier zu nächtigen. Die Hütte ist dreckig. Es ist laut. Und wirklich viel gelaufen bin ich auch nicht. Also: FroggToggs Hose an, Schirm raus, Daunenjacke an und los geht’s.
    Habe ich das mit der Gänsehaut schon erwähnt? Wird nicht besser als ich in den Wald leuchte und mich aufeinmal zwei metallisch schimmernde Augen anfunkeln – Huch. Ein Fuchs wahrscheinlich. Ich bekommen dennoch einen schrecken. Das Tier wahrscheinlich auch.
    Kurz unterhalb vom Geisberg finde ich eine Schutzhütte. Groß genug um drin zu pennen. Ich könnte auch mein Zelt aufschlagen. Ist Naturschutzgebiet und ich fühle mich besser dann in einer Hütte zu nächtigen – warum auch immer, für die nachtaktiven Tiere die ich durch meine Anwesenheit störe macht es keinen Unterschied (wahrscheinlich aber für die Rechtslage). Mit einem latent schlechten Gewissen bereite ich mein Nachtlager vor. Tja kein Groundsheet. Warum auch hab ja ein Zelt dabei. Und jetzt? Thermarest auf den blanken Boden zu risky. Klar: das wohl teuerste und schwerste Groundsheet der Welt. 610 gr und 614 US-Dollar + Shipping + Zoll + Steuern und Gebühren. Ich schlafe die Nacht nicht in meinem Zpacks, sondern auf meinem Zpacks. Und das nicht schlecht.
     
    Bewusstlos durchs Siebengebirge und Untere Mittelrheintal
    Am nächsten morgen werde ich mit der Dämmerung wach. Packe mein Zeug. Stelle fest, dass ein kleines Nagetier eine meiner Porridgebags angenagt hat. Guten Appetit.. Nextes Mal wieder alles sicherer verstauen. Ich muss mich wieder dran gewöhnen Wald heißt Nahrungskonkurrent*innen.

    Auf dem Geisberg gibt es eine Hütte mit einer grandiosen Aussicht. Ärgere ich mich, dass ich nicht weitergelaufen bin? Nicht wirklich. Ich bin so schlecht vorbereitet, ich hätte es eh nicht gewusst. Also dort frühstücke ich, es gibt eine ganz grandiose Aussicht, ein buntes Meer aus Wald, die Sonne bricht durch den bleigrauen Himmel und der Rhein funkelt silbern in seinem Tal... das wars aber auch schon gefühlt für mich an rheinromantischen Wallungen, ich laufe los. Ziemlich straight. Ziemliches pace.


    Auf dem Drachenfels näxter epischer Ausblick bunt bewaldete Hügel, zersiedeltes Tal, Rhein, schöner Himmel. Ein paar Fotos. Und Gucken. Weiter. Es ist 9.30.
    Erste Pause, also hinsetzten Essen und trinken gibt um ca. 12h am Auge Gottes. Ich bin seit 7.30h unterwegs. Eigentlich nichts ungewöhliches. Ich merke aber, dass ich fokusiert am durchrushen bin. Viel bekomme ich vom drumherum nicht mit. Es fängt an zu nieseln. Mir wird kalt. Jacke an und warten oder weiter? Letzteres.
    Ich erreiche Unkel. Wasserfall. Aha. Lese, naja überfliege, die Infotafel. Es geht wieder auf die Höhen. Achterbahn Rheinsteig. Orsberg, Kasbach, Ockefels nehme ich nicht wirklich wahr. Linz aber. Discounter. Hiker Hunger. Oh. Kontokarte fubktioniert nicht. Planung ist alles. Bargeld und Geld von meinen unterschiedlichsten Konten von A nach B verschieben, nebenbei so viel und so schnell wie möglich Essen in mich stopfen. Pinkes MiniBic im Kiosk gekauft weiter. Schöner Marktplatz und ein schreiendes Kind, das wohl keinen großen Bock auf Opa hat. Linz.
    Hoch auf den Kaiserberg. Aussicht. Nett. Dattenberg, Leubsdorf. Keine Ahnung. Auf den Höhen oberhalb Leubsdorfs geht die Sonne unter. Wunderschön.


    In Ariendorf sprech ich noch jemanden wegen Wasser an, sonst hätte ich diesen Ort auch gar nicht auf meiner inneren Landkarte gehabt. Es fängt anzuregen und es ist stockdunkel. In den Weinbergen oberhalb von Bad Hönnigen eine Hütte. Laut. Aber mit dem Lichtermeer Bad Hönningens und Bad Breisigs unter mir.

    Abendessen. Ich rekapituliere. Seit gestern 15h 68 km. Hybris? Hah! Wer bist du? Mir tut so einiges am Körper weh. Und ich bin im Westerwald. Bin ich eigentlich über die Ahr drüber oder gibt es keinen Fluss zwischen Siebengebirge und Westerwald... ich weiß es nicht. Nicht geographisch und weil ich es beim laufen nicht mitgeschnitten habe. Peinlich und symptomatisch.
            
    Oberhalb von Rheinbrohl eines meiner ersten wirklichen landschaftlichen Highlights. Direkt auf der Bruchkante von Westerwald zum Rhein hin auf einem schmalen Pfad mit Blick über die Eifelhöhen, der immer noch tiefstehenden Sonne über Hammerstein und einem majestätisch funkelnden Rhein. Hinab in das verwunschene Tal des Hammerstein Bachs und durch Hammerstein.
                Warum ich durch Rebstöcke neben der B42 laufen soll, ist mir schleierhaft. Ich mache es aber.
    Auf dem Ottersburg Weg Richtung Leutesdorf bekomme ich Roadmovie Assoziationen. Rebstöcke, Strommasten und das Tal das sich wieder Richtung Neuwieder Becken öffnet. Seelig esse ich meine zweite Sandwichhälfte von gestern...

    Um Leutesdorf macht der Rheinsteig, dass womit ich ihn verbinde. Auf Singeltrails durch Weinberge, mal steil, mal sanft, mal auf breiten Wirtschaftswegen. Aber durch viel Weinanbau mit grandiosen Aussichten ins Rheintal. Meine Glückseeligkeit hält bis zu den Vororten von Neuwied. Und ich weiß wieder, dass die ersten 140 Kilometer bis Lahnstein im Endeffekt durch die Naherholungszonen der rheinländischen Peripherie verlaufen. Das Tal zersiedelt und die Wegführung sichtlich bemüht es trotzdem so schön wie möglich zu machen.
    Auf den Höhen ober halb von Neuwied, auf den Streuobstwiesen und Ackern und Feldern find ichs dann auch wieder recht schön. Gefällig. Mich schaue auf die Karte und mir wird gewahr, dass ich das Neuwieder Becken in einem schier endlosen Bogen umlaufe. Zen und tief durchatmen.

    Ich erreiche Altwied an der Wied und mir mir fallen die ganzen Wortschöpfungen erst auf... ich fühle mich erhellt. Altwied könnte ich Wasser zapfen. Laumühle heißt, 2 km 2kg leichter. Tja Laumühle hat Montags und Dienstags Ruhetag. Kein Wasser.
    Weiter nach Renhgsdorf. Mich überkommt auf dem Weg dorthin die umglaubliche Lust auf was deftiges. Meine Trailsnacks sind ausschließlich süß. Ich lass mich in die Tristesse des Ortes saugen und lande schließlich bei einem mittelprächtigen Döner. Es fängt an wie aus Eimern zu gießen. Ich mache mich regenfest „Ist hart jetzt wieder raus zu gehen“ begeleiten mich die Worte des Gastronomen nach draußen „Ja ist es...“. Ich um laufe Rengsdorf und bestaune sein Freibad und seine Kläranlage um schlussendlich an einem Schild zustehen, dass mir als Alternative empfohlen hätte einfach beim Dönerladen grade aus weiter zu laufen... ich komme mir verarscht vor, denke mir aber, wahrscheinlich habe ich das Schild auf der Gegenseite nicht gesehen...
       
    Es dämmert, die Wolken hängen tief und machen Stimmung. Ich bin sehr nah an der Stadt dran, die Wildschweine kommen auch sehr nach an die Stadt ran. Am Stadtrand höre ich den geschäftigen Lärm kleinstädischen Feierabends und aus dem Wald die Wildschweine quiken. Es ist laut. Beides. Ich bin latent genervt. Der Trail verläuft tendenziell in steilerer Hanglage. Entweder lauf ich jetzt noch weiter und finde hoffentlich was oder – hier ist was flaches, in einer Senke. Die Straße in Hörweite, die Schweine auch, die Lichter der letzten Häuser im Blick... egal. Ich bin über 42 km gelaufen. ...und ich kann mein Zelt aufstellen. Let's go.
    Vor lauter Euphorie habe ich nicht so sauber gecheckt, ob der Untergrund wirklich gerade ist. Leichter Rechtsdrall – und dass in diesen politisch angespannten Zeiten.
    Mein Nacken tut weh als ich morgens aufstehe. 5.22h Ich habe genug geschlafen. Ergo. Aufbrechen. Ich packe mein Zeug und wandere im morgentlichen Dunkel des Waldes. Mal was anderes.
    Nachdem es hell genug geworden ist, finde ich eine Hütte und mache mir Frühstück. Ich reiße stumpf Kilometer runter bis Sayn und seiner gleichnamigen Burg. Danach fehlt mir ein gutes Stück. Die Ausläufer Bendorfs deprimieren mich, Vallendar, Urbar und die restlichen Kilometer bis zur Festung Ehrenbreitstein sind Äcker und Frust. Matsch und Regen. Landschaftlich nicht der Reißer und ich bin hinter meinem Zeitplan etwas hinterher... so zwei Stunden.
    138km- stimmungsbild:
    Um 13.30 bin ich auf der Festung bzw. der Aussichtsplattform. Selfie, Instastorie, einmal selber feiern. 138 km in 70 Stunden. Die Hybris bekommt kratzer. Und jetzt nochmal in der gleichen Zeit, die 105 km... klar... kann... gehen...
    Ich laufe runter in den zugehörigen koblenzer Stadtteil. Discounter. Freßflash! In kürzester Zeit schiebe ich soviel Essen in mich hinein wie geht – Genußwandern ist das nicht. Ich habe bisher im übrigen über ein halbes Kilo meiner Nuss-Schoko-heißer-Scheiß-Mischung gefuttert, die eigentlich bis nach Rüdesheim reichen sollte... Nja, es ist schon auch Megaanstrengend. Fakt ist, es ist 10 Stunden hell, wenn ich jeden Tag 40 Kilometer Plus machen will, dann sind 10h schon knapp bzw. nur mit einem hohen Tempo machbar. Weil im Dunkeeln bin ich automatisch langsamer. D.h. Ich verzichte weitestgehend auf Pausen und tja... der Rheinsteig ist nun mal auch viel auf und ab.
    Mit vollem Magen trotte ich den Rhein entlang. Durch das Bienhorntal geht’s langsam wieder auf die Höhen. Ich freue mich schon, weil das Mittelrheintal anfängt.

    Zwischen Wachecker Kopf und Wingertskopf laufe ich Hörweite der B49. Ich bin latent genervt. Wahrscheinlich aber eher, weil ich auch nicht so gut voran komme wie gedacht. Es zieht sich. Richtung Lichter Kopf wird’s schön und ruhiger. Ich schnalle nur, dass ich mich gar nicht um Wasser gekümmert habe. Planungsfehler. Also fange ich an Ausschau zu halten: Quellen, Pfützen, Enwässerungsgräben, Suhlen, Bäche, Teiche... niks. Es regnet und es gibt keine einzige Pfütze. Ixch lasse viele, viele wirklich schöne Pennspots links liegen, weil ich kein Wasser hab. Ich komme ober halb von Friedland an. Sehe einfach nur Hänge voller Traubeneiche und denke mir kein Wasser. Das ist doch scheiße. Ich setzte auf die Rupertsklamm. Ich laufe bis zur Ruppertsklammhütte fülle mir da Wasser ab und laufe dann zurück zu Uhuslay – weil ganz ehrlich, die Ruppertsklammhütte ist creepy.
     
    Die Hybris und das Obere Mittelrheintal
    Ich erwache kurz bevor es dämmert. Frühstücke, gucke ins Tal und sehe ein erstes rotes glühen des Sonnenaufgangs. Schön. Dennoch verweile ich nicht, sondern laufe wieder zur Ruppertsklamm. Es ist heute morgen empfindlich kalt. Bis zur Klamm bin ich noch nicht warmgelaufen.

    Die Klamm ist total schön. Schade, dass es noch so dunkel ist – okay muss ich eben mehr den Augenblick genießen als denn Fotos machen. Ich finde sie atemberaubend schön und wild. Versicherte Steige, direkt durchs Bachbett, matschige und nasse Füße garantiert. Ich laufe sie nochmal, da freue ich mich schon drauf (der Lahnwanderweg ist noch auf meiner Bucketlist).
    Ziemlich gefällig geht’s über die Höhen nach Braubach. Es ist Donnerstag, ich gehe seit vier Tagen vollspeed, aber die dauerhafte Anstrengung zollen ihren Tribut. Oberhalb von Braubach. Mach ich eine kurze Pause gucke auf die Marksburg und denke nicht schon wieder runter und wieder rauf... ich bin langsam erschöpft. Also runter. In Braubach – was ich ganz pittoresk finde – in der Obst- und Gemüsehändlung Mandarinen gekauft, in der Metzgerei zwei Kümmelbeißer. All das hat nicht mal bis zum ersten großen Anstieg geschafft, schon wars ins mir.
    Auf der Marksburg angekommen, Fotos, gucken. Pause. Luft ist raus. Wasser auffüllen. Die restliche Wurst aus den Zahnzwischenräumen flosken, Messenger-Videos an die Freundin, mit dem Kind chatten, ich merke ich schinde Zeit... ich raffe mich auf. Eine ganze Busladung chinesischer Tourist*innen ist gerade angekarrt worden. Ich gehe. Runter. Wohin sonst. Um unten im Ortsteil mit dem schönen Namen An der Alten Burg wieder hoch zu laufen.

    Aber wie... So wie ich dachte dass ganz ganz viel der ersten 140 Kilometer sind -und es doch einfach enttäuschend wenige waren: Singletrail oberhalb der Flusses durch alte verwilderte Weinberge, direkt an den Trockensteinmauern entlang und vor mir der Blick in das enge Tal des Rheins. Schön ist das. Herrlich ist das. Scheißeanstrengend ist das.

    Oben angekommen epische Aussichten und bis Osterspai geht’s in einem beständigen Wechsel in ruhige Seitentäler, meist in gelb leuchtender Traubeneiche und schroffen Schiefer. Oder in den Hängen oberhalb des Rheins entlang. Ich nähere mich dem Stück zwischen Osterspai und Filsen, welches ich persönlich vom draufgucken von der anderen Seite schon sehr schön finde. Kirschbäume. Der Blick auf Boppard ist auch nicht zu verachten. Ich bin auch wenn ich den Weg unabsichtlich abkürze und direkt durch die Obstwiesen laufe glücklich.

    Der Wind frischt auf und es fängt mal wieder an zu schauern. Und ab der Marienkapelle unterhalb des Filsener Lays laufe ich direkt an der Bruchkante direkt auf der Hangkrone zuerst durch knallgelbe Traubeneichen und später durch verbuschte und offene Flächen alter Kulturlandschaft, dazu Nieselregen und kleinere Schauer, böig auffrischender Wind der an mir zerrt, einem matschigen Schmierseifen-Singeltrail, bleigrauem Himmel und diesem grandiosen Tal unter mir... ich bin superhappy.

    Wind und Regen rissen auch den Himmel auf und so konnten sich die feindlichen Brüder, die Burgen Liebenstein und Sperrenberg von der Wilhelmshöhe aus betrachtet im besten Licht präsentieren.

    Natürlich musste ich dann wieder runter um auf der anderen Seite wieder hoch zu laufen. Hikers Fate. Ich verbummel etwas umschlüssig Zeit auf der Burg Liebenstein. Ich ziehe dann doch weiter. Haben mich ernsthaft Kuchen und Kaffee angelacht... oder nur die Ausrede nicht wieder zu müssen. Halb gar laufe ich weiter Richtung Lykershausen. Als ich aus dem Wald trete liegt breit und weit der Taunus vor mir. Ich bilde mir ein den Hochtaunus und sogar den Feldberg zu erkennen (ob das von hier überhaupt möglich ist... weiß ich gar nicht). Die Taunushöhen verschwimmen im dunkeln Dunst, ein bleischwerer Himmel liegt drüber, vom Hunsrück ist der Himmel aufgebrochen und das in einer Senke hinter Lykershausen liegende Parth wird gülden illuminiert. Links von mir bunt gelb, hellgrün leuchtende alte Buchenwälder mit feuchtschwarz glänzenden Stämmen, rechts von mir tiefbraune Ackerflächen, flankiert von gelb-grün-rot-orangen Laubwäldern Richtung Rheintal. Wohl einer der eindrücklichsten Erfahrungen auf dem Trail bisher.
    Ich betretet Lykershausen in der festen Absicht mir Wasser zu organisieren. Ich stinke, ich bin ziemlich vermatscht, vollbärtiger Hiker-Trash mit Daypack... ich muss bei einem etwaigen Klibgeln mit meinen inneren Werten überzeugen... Im Ortkern stehe ich aber vor einem Häuschen, an dem fett Kiosk steht, mit Blibg-Bling-Leuchtreklame sogar die verkündet dass offen ist. Problem gelöst. Ich klingel wie mir geheißen und vor mir steht ein beachtlich großer Typ mit großen weißen Rauschebart, gefühlt einem halben Kopf größer als ich – und ich bin schon 1.86 – einem Holzfällerhemd, das über einem großen Bauch gespannt in die schwarze Jeans gesteckt ist. Ich denke Seebär und deshalb kann ich nicht mehr sagen ob die Kapitänsmütze meiner Phantasie entspringt oder ob er sie real aufhatte und ich erst deshalb an einen Seebär denken musste. „Kann ich dir was Gutes tun. Komm rein. Hast Du Angst vor Hunden“ ehe ich es mich versehe, sitze ich im wohlig warmen Wohnzimmer, einer der Hunde leckt mir den Dreck vom Bein und ich werde von dem Herren ins Bilde gesetzt, was es mit dem Kiosk so auf sich hat, was die weiteren Pläne sind, wie sich das Dorf generell so entwickelt, was es alles in Ober-Kestert gibt und so weiter. Das Landei in mir jubiliert. Es gibt einfach Dinge auf dem Dorf die ändern sich nicht. Seine Frau kommt nach Hause „Du hast aber die Hitze“ kommentierte sie meine Anwesenheit in Laufshorts – ich sagte ja Hiker Trash und dann balanciert sie 30 Kg frisches Taunus-Weiderindfleisch aus eigener Schlachtung vom Bauern umme Ecke mit ihren Mann an drei Hunden vorbei. No risk, no fun. Ich wünsche den beiden allen Erfolg mit ihren Projekten mit dem Haus. Und gehe weiter.
    Ich sehe noch einen Regenbogen, gucke auf die Uhr, gucke auf meinen Shedule und denke mir: Die Hybris, die Hybris. 37Km heute. Gleich wird’s schon Dunkel. Ich will auch nicht mehr weiter ich kann nicht mehr, noch schlimmer ich hab keinen Lust mehr. Der Kopf will nicht mehr. Ich suche mir einen Platz finde bei dem Aussichtpunkt Hindenburghöhe was. Es ist noch hell. Fotoshooting mit dem Zelt. Essen und dann pennen.

    Ich habe – ganz darauf versessen aus meinem Model das beste rauszuholen, nicht beachtet ob ich das Zelt bezüglich Wind und so gut bestellt habe. So habe ich ein schön inszeniertes Zelt gehabt, die Nacht war aber ziemlich zugig. Ich habe mir eingebildet nicht gut geschlafen zu haben – stzimmt aber nicht... wie ein Baby und ziemlich viel. 11 Stunden. Bis kurz vor 7...
    (abendstimmung an der hindenburghöhe)
     
    Grande Finale der Lustlosigkeit
    Ich habe den Abend zuvor noch genutzt um zu planen wie es morgen weiter geht. Fakt ist ich muss um 16ish in Bingen sein, weil ich mit meiner Tochter zum Kaffee trinken verabredet bin. Realistisch ist also, ich sollte irgendwie gegen 14Uhr-ish in einen Zug nach Rüdesheim steigen. Schaff ich dass nach Kaub noch. 36 km in mas o menos 7 Stunden, kann gehen.

    Ich stehe auf, packe schnell und breche ohne Frühstück auf. Schnell durch Ober-Kestert. Und irgendwo zwischen Pulsbachklamm und dem Abstieg nach Wellmich merke ich so langsam das ich eigentlich keinen Bock mehr hab. Zumindest keinen Bock mehr hab mir den Stress zu geben mich nach St.Goarshausen noch schnell nach Kaub zu hetzen... Ich nehme auf den Höhen vor St. Goarshausen das Tempo raus und es fühlt sich alles sehr viel entspannter an. Ich tauche ein in das weiße Nichts des heutigen Nebels und je weiter ich vom Tal weg bin werde nicht nur ich, die Landschaft, sondern auch der Lärm des Tals verschluckt.

    Auf halber Strecke zwischen Wellmich und St.Goarshausen finde ich eine Hütte und frühstücke erstma lecker Twix-Porridge und einen Ingwer-Tee. Zwischenzeitlich schafft es die Sonne den Nebel langsam wegzuschmelzen und sowas ähnliches wie Weitsicht entsteht. Ich bummel weiter zum Rabenack-Steig und entscheide mich, da ich nun alle Zeit der Welt habe, noch eine Runde auf den Klettersteig zu machen... aufgeweichter Boden, nassglitischige Felsen und schmierige Tritte geben dem ganzen noch etwas mehr Würze. Ich male mir dennoch schon aus, was ich beim örtlichen Rewe mir alles für das Zweitfrühstück hole. Als ich auf dem Rabenack stehe, sehe ich unten einen meiner möglichen Züge wegfahren – na eine Stunde Zeit für den Abstieg und das Frühstück...
     
     
    für die zahlen-nerds:
    198 km vom 3.11. 15h bis 8.11. 12h; bw 3845gr; 740gr nuss-schokomische, 300gr partyknabberbox, 700gr porrdige, 4x yumyum, 1x döner, 1 baguette, 6 brötchen,1x sesamkringel, 1x brezel, 4 tomaten, 2x banane, 2 mandarinen, 1 ltr. buttermilch, 200gr hummus, ca 400gr käse, 100gr schinken, 2x kümmelbeißer, 3x hafervoll, 6x diverse schokoriegel – alle angaben ohne gewähr
     
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    Kalteicher hat eine Reaktion von Schwefelfell erhalten in Trekkingstöcke zum Wandern/Zeltaufbau   
    Hallo @bullenrassler
    Wo sollen die Stöcke beim Wandern zum Einsatz kommen? Im Alpinen Gelände , stelle ich meine Stöcke im Abstieg zum Beispiel sehr lang ein. Das solltest Du vielleicht auch bedenken. 
    Gruß, Christian 
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    Hallo Allerseits,
    in den letzten Jahren habe ich jeweils in den bayrischen Herbstferien schon Teile des HW1 gemacht: 2017 Donauwörth-Unterkochen und 2018 Unterkochen-Bad Urach.
    Die Wanderungen waren mein Einstieg in Mehrtageswanderungen und der Weg zum Ultraleicht-Trekking. Machte ich den Teil 2017 noch mit einem Rucksack-Gewicht von 16kg inklusive der Vorräte, so konnte ich 2018 schon auf 11kg abspecken. jetzt war ich mit ca. 8kg unterwegs. Meine Packliste findet ihr hier. Ich habe während der Tour alles gebraucht bis auf die kurze Regenhose (unpraktisch) und die Ersatzunterhose, da ich zwischendrin waschen konnte. Das fliegt beim nächsten Mal also raus...
    Alle Bilder sind übrigens von mir selbst mit dem iPhone 5c gemacht.
    26.10.2019 (5km - Bad Urach bis Rohrauer-Hütte): Los ging's am Samstag Mittag von München nach Bad Urach mit der Bahn. Das Wetter ist schön und draußen vor dem Zugfenster ziehen die Weinberge vorbei. Wenn ich jetzt schon gewusst hätte, wie das Wetter in den nächsten Tagen wird, wäre ich wahrscheinlich nach einem Overnighter umgekehrt...

    Nachmittag in Bad Urach - Wasserfall, ich "betrüge" ein bisschen und gehe nicht den HW1, sondern den Zubringer (blaues Dreieck), der von unten an den Wasserfall heranführt:

    Schon sieht man die charakteristischen Felsen des Albtraufs. Hier stürzt sich der Wasserfall sehr schön herunter und verzweigt sich in unzählige Rinnsale im Moos des Waldes.





    gegenüber leuchten im Licht der untergehenden Sonne die Felsen über Bad Urach

    Der Weg zieht sich an einer Felswand vorbei

    bis zu deren oberen Kante, wo der kleine Bach über eine Felsnase hinabfällt, die er sich mit den Jahrhunderten durch Ablagerung von Kalk selbst "baut".

    Ich erreiche im Dunkeln die Rohrauer-Hütte und ergattere dort mit Glück sogar einen Übernachtungsplatz. Nach einem netten Schwatz gehe ich früh ins Bett, weil ich am nächsten Morgen früh los will.
    27.10.2019 (25km - Rohrauer-Hütte bis Nebelhöhle): Am Sonntag mache ich mich schon um 07:15 auf den Weg, ich will das schöne Wetter nutzen und bis zur Nebelhöhle kommen...
    Die Sonne ist gerade aufgegangen und leuchtet schön in den Wald

    Im Wald sind sinnige Sprüche und Erklärungen zur mittelalterlichen Waldnutzung aufgestellt:

    Ich komme gut voran, am Außenposten des Landesgestüts Marbach vorbei


    dem Obersee des Pumpspeicherkraftwerks Einiger Weide

    und immer wieder eröffnen sich tolle Ausblicke, für die dieser Weg bekannt ist:


    Hier sehe ich sogar zum ersten Mal eine mir bisher völlig unbekannte Sportart: Discgolf. Ziel ist es, wie beim Golf, vom Abschlag aus ein Frisbee in den Fangkorb zu werfen:


    Ich nähere mich Schloss Liechtenstein, hier sind einige besonders schöne Felsformationen. Der Weg führt immer oben an der Kante entlang, aber es gibt auch eine Variante am Fuß der Felsen.






    Hier schaut es noch schön aus, aber aus der anderen Richtung ziehen schon Wolken auf, das Wetter wird umschwingen, aber ich mache mir keine großen Sorgen, schließlich soll es nur die eine Nacht leicht regnen und schließlich habe ich ja mein Tarp dabei...



    Das Schloss sitzt ganz pittoresk auf einem Felsen. Es wurde erst 1840 inspiriert von Wilhelm Hauffs Rittersagen gebaut:






    Hier sind natürlich Massen von Leuten, ein starker Kontrast zum restlichen Albsteig, wo ich manchmal den ganzen Tag niemand anderen gesehen habe.
    Ich gönne mir einen Windbeutel und einen großen Milchkaffee, die mir aber so auf die Verdauung schlagen, dass ich im weiteren Verlauf der Wanderung mehrfach "ins Gebüsch" entfliehen muss.
    Nasses Laub ergibt prima Toilettenpapier; skills... 
    Ich erreiche die Nebelhöhle bei Einbruch der Dunkelheit kurz nach 18:00 Uhr, nur um festzustellen, dass es dort keine Schutzhütte gibt. Auch hat sowohl die Höhle, als auch der berühmte Maultaschenwirt bereits zu. Ich traue mich nicht, mich einfach unter das große Vordach des Eingangs oder unter die Überdachung des Freisitzes des Maultaschenwirts zu legen, aber das ist ja kein Problem, schließlich habe ich ja mein Tarp ... Selbiges baue ich im Licht des berühmten "Mundlämpchens" bei Dunkelheit in einer Ecke des riesigen Parkplatzes der Nebelhöhle auf und lege mich gerade mit einsetzendem Regen darunter. "Natürlich"  steht es nicht so toll, wie daheim im Garten (siehe https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/7509-12-overnighter-im-jahr-2019/?do=findComment&comment=139498 ) und aus Furcht vor Wind und Nässe spanne ich es auch ganz tief ab. Der extra kurze Stock will erst nicht halten, steht aber schließlich und endlich doch.
    Ganz schön kurz, ganz schön niedrig, und viel weniger Raumgefühl als beim Test... skills?!  Ich mache mir erst mal was zu essen und lege mich schlafen.
    In der Nacht wache ich auf, weil jeder Regentropfen, der von außen auf's Tarp fällt, innen 5 Tropfen Konsens auf mich niederregnen lässt. Um 02:00 Uhr baue ich alles ab und laufe zurück zur Schutzhütte am Goldloch Kalkofen (eine kleine Höhle, die aber nicht zum Übernachten taugt, weil sie uneben und nass-lehmig ist). Hier liege ich um 03:00 wieder im Schlafsack...
    28.10.2019 (25km - Kalkofen bis Dreifürstenstein)
     

    Das Tarp ist in der Nacht getrocknet, der Schlafsack lüftet noch aus, jetzt gibt's erst mal ein gutes Frühstück aus Porridge und Instant-Kaffee...
    In den nächsten Tagen kann man nur noch unterscheiden zwischen hellem und dunklem Nebel, Sprühregen oder Landregen und kaltem bzw. weniger kaltem Wind...

    Nichtsdestotrotz ist der Weg oft von einer verwunschenen Schönheit und "wilde Tiere" gibt es auch zu sehen:


    Am Felsrutsch vom Hirschkopf (bei Talheim) sieht man, wie ganze Felsschollen langsam abrutschen und am Albrand tiefe Klüfte bilden:

    Schließlich erreiche ich mein Zuhause für eine Nacht, die Schutzhütte am Dreifürstenstein. Sauber, trocken und windgeschützt möchte ich hier am liebsten bleiben...

     
    29.10.2019 (25km - Dreifürstenstein bis Burgfelden):
    Das Wetter ist besser: Es regnet nicht mehr, sondern tropft nur noch von den Bäumen, weil die Wolken, die die Albkante heraufsteigen am Laub kondensieren... 
    Der berühmte Blick auf Burg Hohenzollern bleibt aus, weil sie sich in den Wolken verbirgt.


    Aber der Einfallsreichtum der Jäger lässt einen doch manchmal wundern:

    Am "Hangenden Stein" sind die Klüfte so tief, wie andernorts die Gletscherspalten...



    Über Hochwälder erreiche ich schließlich den Böllat und Burgfelden.



    Es ist nur 3°C "warm" und mir hängt das Wetter zum Halse raus, weshalb ich mich in einem kleinen Hotel einmiete, was eigentlich geschlossen hat. Aber ich bin im Trockenen, kann meine Siebensachen trocknen und gefriergetrocknete Gerichte schmecken schließlich auch mit warmen Wasser aus dem Wasserhahn... nein, eher nicht 
    30.10.2019 (32km - Burgfelden bis Gosheim):
    Heute kommt die "Königsetappe" über drei "1000er" der Schwäbischen Alb. Mit 32km ist das die längste Strecke, die ich bei dem Wetter auf der Alb zurücklege. Der Albsteig heißt nicht nur so, er ist auch ein Steig. Zwar gibt es auch längere Stücke breiter "Forstautobahnen", zumeist ist es aber nur ein Trampelpfad, der sich direkt am Albtrauf hängend an der Kante entlangwindet. Der Pfad "hängt" oft und im nassen Herbst bildet sich mit dem nassen Laub, nassen Wurzeln und Steinen und dem seifigen Lehm ein Steig, den ich nur langsam bewältige. Mein Durchschnittstempo liegt inklusive kleiner Pausen bei 3km/h. Wohlgemerkt nur kleiner Pausen: Ich mache keine Mittagsrast, sondern kaufe mir beim ersten Bäcker, den ich finde Proviant für den Tag, der in kleinen 5 Minuten-Pausen im Abstand von zwei Stunden vertilgt wird. Ich kann mich glücklich schätzen in den Albdörfern überhaupt noch einen Bäcker zu finden. In den meisten hat Alles schon lange zu. Auch Leuten bin ich kaum begegnet, viele scheinen in den größeren Orten zu arbeiten. Aufgrund der kurzen Tageslänge (07:00-17:00) hat man nur zehn Stunden Zeit zu wandern. Ohne Tageslicht ist der Steig oft zu gefährlich.
    Über den schmalen "Grat" geht es zunächst zur Schalksburg, der Ausblick vom Turm ist aber eher mau:
     


    Durch wunderschöne Hochheide-Landschaft geht es über den Lochenstein




    Hier wachsen Flechten an den windzerzausten Büschen



    Am Plettenberg gibt es einen riesigen Steinbruch, den man nur vom Wanderweg aus sieht. Das Gestein wird zertrümmert und mit einer Gondelbahn in das gigantische Zementwerk im Tal gebracht:



    Über die neue Hängebrücke erreiche ich den Lemberg, den höchsten Berg der Schwäbischen Alb. Allerdings ist die Schutzhütte bei dem Wetter nicht sehr einladend, ich mache mich auf den Abstieg nach Gosheim.



    Leider muss ich feststellen, dass der einzige Gasthof in Gosheim mittwochs Ruhetag hat und auch Keiner ans Telefon geht, um einen müden kaputten Wanderer eventuell doch noch aufzunehmen
    Ich setze mich erst mal in den ortsansässigen Dönerladen und esse und trinke gut, während ich auf dem iPhone nach Hotels in der Umgebung suche. In Aldingen am Fuß der Alb werde ich fündig. Ich lasse mir gerade noch rechtzeitig mein restliches Essen in Alufolie einpacken und erreiche den Bus ins Tal. Der nette Busfahrer zeigt mir noch den Weg zum Hotel... welcher leider völlig falsch ist, was ich erst eine Viertelstunde später merke 
    Das Hotel ist zur Ehrenrettung des Busfahrers ganz neu. Es liegt direkt neben der Bushaltestelle am Bahnhof Aldingen, ist modern und schön und die Wirtin hat meine wetterbedingte Laune und tagesstreckenbedingte Fertigkeit genau richtig eingeschätzt und mir im Zimmer ein kühles Bier bereitgestellt...  Auf dem Weg nach oben kann ich die Füße kaum noch heben und falle erst mal mit meinem ganzen Geraffel die Treppe hoch... soll ja Glück bringen. 

     
    31.10.2019 (23km - Spaichingen bis Tuttlingen)
    Am nächsten Morgen genieße ich erst mal ein ausgiebiges und sehr gutes Frühstück. Ich habe super geschlafen und will die letzte Etappe heute angehen. Die Hotelwirtin ist sichtlich erstaunt, als ich pünktlich um 06:45 Uhr zum Frühstück erscheine. Das Buffet ist sogar ganz süß passend zu Halloween dekoriert 

    Ich habe keine Lust nach Gosheim zurückzufahren und nehme die Hohenzollernbahn in den Nachbarort Spaichingen. Hier geht es via Dreifaltigkeitsberg nach Tuttlingen

    Am Wegesrand liegen zwei kleine Höhlen, der Bettelmannskeller und die Nonnenhöhle, die sogar einen guten Übernachtungsplatz abgäbe



    Auf einer Tafel sieht man, was man sehen kann, wenn man etwas sehen kann...

    Schließlich erreiche ich Tuttlingen,

    Hier ist die Donau noch ganz klein.

    Auf der anderen Seite des Rathaussteges muss er sein, der "Terminus"

    Leider finde ich ihn nicht. Eigentlich sollte hier eine Gedenktafel, ähnlich der am Rathaus in Donauwörth, stehen, die den Endpunkt des HW1 und den Startpunkt des HW2, des Südrandweges, bezeichnet. Allein, ich finde sie nicht. Auch die freundlichen Mitarbeiter des Rathauses können mir nicht weiterhelfen. Ich fühle mich seltsam "unfertig" und mache mich auf zum Bahnhof, wo ich gerade noch einen Zug Richtung Heimat erwische.

     
    Fazit: Der Albrandweg ist eine abwechslungsreiche landschaftliche schöne Strecke, die ich aber lieber bei schönem Wetter gehen würde. Ende Oktober ist zu spät im Jahr.
    Ich muss noch an meinen Tarp-Aufstell-Skills arbeiten. Speziell im Dunklen und bei schlechtem Wetter... Oder die Gewichtminimierung nicht gar so weit treiben und ein kleines Zelt mitnehmen...
    Ich habe fast alles benutzt, was ich dabei hatte (siehe oben) und mich mit meiner Ausrüstung recht wohlgefühlt: Das Tarp ist mir wie oben beschrieben  etwas zu klein und der Schlafsack ging in
    der kalten Nacht am Dreifürstenstein nur mit zusätzlichen Schlafklamotten.
     
    mosven
     
  17. Danke!
    Der in Google Chrome installierte Übersetzer funktioniert Prima
    Ein Beispiel:

  18. Gefällt mir!
    Kalteicher hat eine Reaktion von HUCKEPACKS erhalten in HUCKEPACKS IST ONLINE .......YEEEES   
    Schön , dass es in Köln weitergeht. Ich warte aber noch ein bisschen auf die Plus Linie.
    Gruß, Christian 
  19. Gefällt mir!
    Kalteicher reagierte auf skullmonkey in HUCKEPACKS IST ONLINE .......YEEEES   
    Yay, ich bin so happy das HUCKEPACKS wieder da ist! Hier sind auch gleich die Videos vom PACKL und vom PHOENIX: 
     
    Die Videos sind auf Deutsch, und mit Mateusz =) 
  20. Gefällt mir!
    Kalteicher reagierte auf Tipple in HUCKEPACKS IST ONLINE .......YEEEES   
    Na dann teile ich doch mal @Carsten010.
    Heute morgen auf Instagram. 
     
     
     
    LG
  21. Gefällt mir!
    Kalteicher reagierte auf Tipple in Neue Ultraleicht-Ausrüstung   
    Ab heute gibt es endlich wieder das gute Zeug aus Köln zu kaufen! 

    https://www.huckepacks.de/news/
    https://www.instagram.com/huckepacks/
    Nicht vergessen, gleich kommt auf @skullmonkey ´s Youtube Kanal das Interview mit Mateusz! 
     
    Ich wünsche dir alles Gute und einen fulminanten Relaunch Tag, @HUCKEPACKS! 
  22. Gefällt mir!
    Kalteicher reagierte auf Desertstorm in Vorstellungsthread   
    Hi, ich bin jetzt auch hier. Einige werden mich eventuell aus anderen Foren kennen, habe ein paar Bekannte Namen gelesen. 
    Ich bin Mark 32 und mein Forenname kommt nicht von ungefähr. Mein Spezialgebiet sind autarke Wüstenwanderungen. 
    Habe schon ein paar Tausend km. in der Sahara hinter mich gebracht, die mauretanische Sahara, die peruanische Küstenwüste und den Salar de Uyuni zu Fuss durchquert. 
    Neben Wüsten interessieren mich tropische und subtropische Regionen wie Savannen und tropische Regenwälder am meisten. Ich habe gerade eine ca. 4 monatige Reise durch Südamerika hinter mich gebracht, wo ich autark durch alle Klimazonen gekommen bin. 
    Neuerdings interessiere ich mich auch fürs Packraften.
    Im Forum bin ich, da auch ich gerne etwas leichter werden möchte. Da meine Touren oft nah an der Expedition sind, ist richtiges UL schwierig, aber jedes gesparte Gramm ist schon was wert. 
    Mit 30 kg. auf über 5000 hm. Geht zwar, ist aber ein wenig anstrengend. 
    Freue mich auf schöne Diskussionen. 
     

  23. Gefällt mir!
    Kalteicher reagierte auf skullmonkey in Resurrection   
    Am frühen Sonntag morgen geht mein Interview mit Mateusz online - Ihr könnt nun schon meinen Kanal abonnieren und Euch eine Erinnerung für die Premiere sichern damit Ihr es nicht verpasst. Im Laufe des Sonntags kommen dann auch noch zwei weitere Videos über die neuen Rucksäcke raus  Und das beste: Alle drei Videos sind auf Deutsch! 
     
     
  24. Gefällt mir!
    Kalteicher reagierte auf ThomasK in Kleine Dinge die die Welt verbessern - Sammelthread   
    Nachdem im thread doch immer wieder kommentiert wird, fasse ich hier immer wieder mal die konstruktiven Ideen zusammen. Ideengeber kann man im thread nachlesen. Vielen Dank für die vielen Inputs:
    Wachspapier statt Plastiktüten beim Transport von Lebensmitteln auf Touren Glasstrohhalme statt Plastikstrohhalme Deo ohne Alu statt Deo mit Alu Fahrradrahmen aus Stahl statt aus Alu Brillengestelle aus Holz mit Linsen aus Glas statt Gestelle und Linsen aus Plastik Jute statt Plastik bei Tragetüten Plastik anstatt Glas und Papier. Alte Autos länger fahren Diesel statt E Autos Wasserstoff anstatt Diesel Klassischer Rasierhobel statt Gilette/Wilkinson Feste Rasierseife statt Sprühdose/Plastiktube Haarseife statt Shampoo Seife statt Duschgel Denttabs statt Zahnpasta --> Ultralight Merino statt Deo   Weglassen statt kaufen --> XUL, ABER SCHWER  Haltbahres Wasserdichtes Täschchen für Kleinkram , statt Zipperbeutel Plastiktüte statt Bio-Baumwolltasche Wiederverwendbare Kabelbinder statt Einmal-und-cut-Kabelbinder Uhren mit Solarzellen statt Batterien verwenden, Akkus statt Batterien in Lampen verwenden, Ausrüstungsbedarf falls möglich gebraucht decken, Vermeidung von Einweggegenständen, Rasierer, Tüten etc  Titanstrohhalme statt Glasstrohalme (auch gut, um aus einem Quell-Rinnsal zu trinken) nachwachsende Tarpstangen aus Bambus  Bambuszahnbürsten statt abgesägter Plastikzahnbürsten Heringe aus Bambus (eher Erdnägel) LED statt Halogen / Glühbirnen Wachstücher statt Frischaltefolie Fahrrad statt Auto wenn möglich Digitaler Schmierzettel/EInkaufszettel anstatt Papier + Stift (Papierloses Büro) Verzicht anstatt Konsum Qualität anstatt Quantität Reparieren anstatt Neukaufen/Wegschmeißen Strohhalm aus Stroh statt andere Gebrauchte Essstäbchen statt Heringen aus Bambus Ikeafolie statt Polycryo  
  25. Danke!
    Kalteicher reagierte auf wilbo in DCF, dyneema composite fabric, Vor- und Nachteile   
    Als meine Lieferung camo DCF von Ripstopbytheroll ankam, war ich zunächst echt überrascht, wie dünn das Laminat wirklich ist. Ich hatte ja einige Proben vorher schon in der Hand, aber wenn man sich das Ganze als Fläche anschaut, wirkt es nochmal fragiler.
    Leider musste ich feststellen, dass das Laminat doppelt gelegt aufgerollt und genauso ausgeliefert wird. Da macht es sich Dyneema leicht und nimmt keine Rücksicht auf die weitere Verarbeitung im Einzelnen. Also habe ich mehrmals 36 Meter, 22 g/qm Folie ab- und aufgewickelt bis der Stoff wieder gerade auf Rolle lag. Allein dafür brauchte es Nerven aus Stahl.
    Der einzige „Vorteil“ war, dass ich einen Produktionsfehler genau in der Mitte einer Bahn entdecken durfte.

    Zur Verarbeitung kann ich später noch was sagen aber hier erstmal zu den Materialeigenschaften.

    Das camo DCF hat nur halb so viele Fasern wie das 26 g/qm Material, ist aber gerade noch ausreichend reißfest.
    Ich habe beide Ränder eingeschnitten und versucht die Probe weiterzureißen. Mit voller Kraft reißt es tatsächlich einige cm ein, dann aber nicht mehr weiter. Zu viele Dyneema-Fäden drängen sich im Riss aneinander, sodass dann die Trennung gestoppt wird.



    Ich hätte nichts dagegen einen camo Laminat mit ca. 30 g/qm zu Verarbeiten. Die doppelte Anzahl von Dyneema Fäden würde die Reißfestigkeit erheblich verbessern.
    Wahrscheinlich kommt dann das Materialgewicht zu sehr in den Gewichtsbereich von Silpoly und Silnylon, sodass es für das Marketing uninteressant wird.
    Eine der Schwächen vom non woven DCF ist die Durchstichfestigkeit. Ein beliebig spitzer Gegenstand kann mit wenig Kraftaufwand das Laminat Punktieren.
    Hier als Beispiel mit einem Zahnstocher den man leicht durchdrücken kann. Möchte man das Loch aber weiter seitlich aufreißen, verhindert das bereits erwähnte Verschieben der Fasern einen längeren Riss. Dabei wird die Festigkeit wieder so hoch, dass der Zahnstocher abbricht.
    Das hierdurch entstandene kleine Loch könnte auch unterwegs einfach mit einem selbstklebenden Flicken geschlossen werden.


    DCF gehört nicht gerade zu den feuerfestesten Stoffen, ist aber auch nicht besonders schnell entflammbar.
    Funken müssen schon sehr heiß brennen oder länger aufliegen damit sie durchschmelzen.

    Bei Kontakt mit einer offenen Flamme schmilzt das Material vornehmlich, ohne weiter zu brennen.

    Alle Schäden können, wie oben beschrieben, mit entsprechend großen Flicken einfach repariert werden.
    Bei größeren Löchern empfiehlt es sich die Flicken beidseitig aufzutragen.

    Dies ist einer der großen Vorteile des camo DCF. Hier können unzählige Flicken aufgetragen werden ohne das es auf den ersten Blick auffällt. Lediglich von innen kann man jede Stelle sehen, die eine Geschichte hat.

    Der vermutlich unspektakulärste Schaden entsteht durch versehentliches Drauftreten. Auf weichem Waldboden wahrscheinlich weniger ein Problem als auf felsigem Grund.
    Der beschädigte Bereich kann hierbei leicht größer ausfallen je nachdem, wie scharfkantig die Steinchen sind.

    Hier wurde mit der Ferse drauf getreten und der Hacken mehrfach gedreht.
    Ich hätte einen größeren Schaden erwartet.


    Das ist erstmal alles, was mir wichtig war um das Material besser einschätzen zu können.
    Darüber hinaus gibt es natürlich die bekannten Eigenschaften, die DCF so mit sich bringt, welche aber hinlänglich bekannt sind. Mich hat besonders die geringe Diagonal-Dehnung erfreut, da dies für mich bisher immer ein ästhetisches Problem bei meinem Tarp war. Die Vor- und Nachteile von unterschiedlichen Materialien werden übrigens sehr gut auf der yamamountaingear Seite zusammengefasst.
    Was ich bisher nicht wusste, ist, dass sich DCF in Länge und Breite verändern kann. 
     Quelle: https://yamamountaingear.com/pages/materials
    VG. -wilbo-

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