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Ultraleicht Trekking

Chaski

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  1. OT: Was man sich hier alles anhören muss ... Wie Du weißt, bin ich ein Anhänger magischen Denkens. Ich hoffe also, eine Botschaft zu haben und schneller zu laufen, wenn ich diesen Namen sozusagen als Uniform trage. Ja klar, Smiley:
  2. Ich habe persönlich keinen Schaden von diesem Verdacht; aber da er nicht zutrifft, wäre es vielleicht Serdar gegenüber unanständig gewesen, euch in dieser Frage nicht wenigstens widersprochen zu haben. Beweispflichten sehe ich da jetzt keine, und die Diskussion in der Sache ist auch unter der Annahme möglich, ich sei Serdar.
  3. Es stimmt natürlich, dass manches von dem, was ich hier geschrieben habe, auch von Serdar hätte geschrieben werden können. Aber ich nehme mal zu seinen Gunsten an, dass er sich hier, wenn überhaupt, dann nicht verdeckt zu Wort melden würde; auch könnte man sonst angesichts des allerersten Satzes der Meinung sein, er nehme beim Eigenlob den Mund etwas zu voll.
  4. Ich habe mir das angeschaut und bin so weit einverstanden. Bei den meisten politischen Themen wäre es vermutlich ein Desaster, wenn die Moderatorin (m/w/d) unvorbereitet wäre. Ich finde aber, dass man bei einem solchen Thema wie dem Fernwandern journalistisch durchaus verschieden vorgehen kann. Wenn der Interviewer unvorbereitet ist, beginnt das Gespräch eben an einer Stelle, wo sich auch der von außen kommende Zuhörer befindet, wenn er vom Fernwandern keine Ahnung hat. Das kann, wie mir scheint, produktiv sein. Serdar hat zwar zum Teil irgendwie merkwürdige Fragen gestellt und auch skurrile Dinge gesagt, aber trotzdem war das Gespräch insgesamt inhaltsreich. Dass die gesamte thematische Strecke von der Unterwäschepragmatik bis zu religiösen Fragen durchlaufen wurde, ist zunächst einmal eine Leistung, die auch in Fachforen wie ODS und ULT nicht jeden Tag erbracht wird. Und ganz allgemein kann man ja von so einer Sendung, die sich an ein externes Publikum richtet, nicht erwarten, dass ein perfekt vorbereiteter »Sekundärauskenner« gemeinsam mit einem Fernwanderer (m/w/d) der Idee des Fernwanderns huldigt, also sozusagen milieuspezifisches Gruppenselbstmarketing betreibt. Solche Interviews gibt es ja in Outdoor-Magazinen und im Marketing der Ausrüster zuhauf und ich kann das nur noch überfliegen, weil ich mich sonst eventuell dabei zu Tode langweile. Von außen betrachtet ist das Fernwandern nun einmal etwas Befremdliches oder kann es zumindest sein, und bei der Annäherung daran muss diese Befremdung sich thematisch irgendwie artikulieren können – zum Beispiel so, wie es in Serdars Frageweise geschieht.
  5. Ich finde deine Erläuterung ganz einleuchtend. Habe ja nicht behauptet, dass an dem, was du zu diesem Thema eventuell sagen könntest, auf jeden Fall etwas problematisch sein wird. Jetzt bin ich nur neugierig geworden, wie sich denn der Moderator/Interviewer idealerweise verhalten sollte. Denn in manchen anderen Interviews passiert ja zum Nachteil derjenigen, die deine Bücher schon gelesen haben, das Umgekehrte: Die Interviewer stellen allerlei Fragen, zu denen die Antworten schon gedruckt vorliegen.
  6. Habe nichts dergleichen behauptet. Nach 47.000 Kilometern gibt es natürlich so etwas wie schlechthin bewährte Praxis und entsprechendes implizites und explizites Wissen. Allerdings sind wir hier ja nicht bei Facebook, sondern in einem Fachforum; man darf also mal über die Bewunderung (die der Interviewer immerhin teilte) hinausdenken. In Serdars Bemühungen klingt unter anderem die Frage an, ob das Bewährte immer auch normativ ist. Oder anders formuliert: Wie plausibel ist der Gedanke einer »best practice« beim Fernwandern? Konvergiert das, was sich bewährt hat, zu einem Muster, wie man es machen muss? Und diese Frage ist doch offen.
  7. Wobei man ja auch ohne zu lästern festhalten könnte, dass in diesem Gespräch Christine diejenige war, die auf der Gültigkeit ihres Wissens bestanden hat.
  8. Unter allen Interviews mit Christine, die ich in den letzten Jahren gehört oder gesehen habe, ist dies mit Abstand das beste, finde ich. »Oberflächlich« wird so ein Fragespiel ja dann, wenn auf vorgefertigte und erwartbare Fragen vorgefertigte Antworten gegeben werden, die man genauso gut auch in den Büchern nachlesen könnte. Das war hier nur teilweise der Fall, und persönlich bemerke ich den Unterschied daran, dass mich die aufgeworfenen Fragen nachher noch eine Weile beschäftigt haben. Es könnte einem einerseits zu denken geben, dass schon der Romantiker Seume auf dem Weg nach Syrakus im Rahmen seiner technologischen Möglichkeiten ähnlich unterwegs war wie Christine, also mit einem festen Ziel, connecting footsteps (soweit ich weiß), dezidiertem Ausrüstungskonzept und dergleichen. Andererseits kann man natürlich jederzeit die Frage aufwerfen, ob Fernwandern auch anders ginge, und die kulturgeschichtliche Standardantwort darauf kann nur sein: Ja klar, es geht immer auch anders und ist auch anders gemacht worden. Um überhaupt irgendwie voranzukommen und den Begriff des Fernwanderns zu erfüllen, bedarf es natürlich irgendwelcher Arten von Disziplin. Aber vieles daran bleibt kontingent, könnte also so oder anders gemacht werden. Der geographische End- und Zielpunkt muss zum Beispiel nicht präzise definiert sein, man könnte etwa irgendwo in Nordfrankreich aus dem Zug aussteigen, nach den ersten Etappen Paris mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchqueren und dann nach Südfrankreich weiterlaufen, bis man irgendwo das Mittelmeer erreicht. Auch Linearität ist nicht schlechthin geboten. Das Vorhaben als ganzes muss nur irgendeine Form und insoweit auch gewisse Regeln haben, aber viel mehr darüber zu sagen, könnte auf eine unzweckmäßige Verallgemeinerung der jeweils eigenen Praxis hinauslaufen. Wenn die meisten real existierenden Fernwanderer und Fernwanderinnen das anders sehen und zum Beispiel enge Konzepte von Challenge, Accomplishment und dergleichen verfolgen, dann kann das auch daran liegen, dass die Vorstellung davon, was ein Vorhaben ist, in gewisser Weise jeweils zeittypischen Handlungsmustern folgt, die zum Beispiel der Arbeitswelt entnommen sein können. Von daher macht es auch Sinn, dass Christine ihre Wanderpraxis als eine Art Berufstätigkeit erläutert, und die Sinnfrage ist damit entweder beantwortet oder erst recht aufgeworfen. Jedenfalls stellt sie sich hier im Grunde nicht dringender als bei anderen Berufstätigkeiten. Christine könnte also sagen: Das ist einfach mein derzeitiger Beruf, und der hat gewisse befriedigende Eigenschaften, so dass ich einstweilen an ihm festhalte. Das ist nämlich eigentlich eine Selbstzweckdimension des Lebens. Christine hat allerdings im Interview noch etwas anderes – wiederum Zeittypisches – getan, indem sie nämlich versucht hat, die befriedigenden Eigenschaften ihrer Berufstätigkeit als ein gutes Training des Selbstvertrauens (und des glücksrelevanten Bedürfnisminimalismus) zu erklären. Das klingt ein bisschen so, als wäre es anstößig, das Wandern als Selbstzweck zu deklarieren, und als müsste jede Tätigkeit, die man intensiv betreibt, zumindest irgendeine Dimension der Selbstoptimierung oder der Persönlichkeitsentwicklung haben. Tatsächlich ist es unvermeidlich, dass beim Fernwandern auch Kompetenzen entstehen, aber es wäre ja denkbar, dass die eigentlich nur ein Nebeneffekt sind. Die Sinnfrage ließe sich eben mit etwas Ironie auch so beantworten, dass für ein endliches Lebewesen, das physisch zum Gehen disponiert ist, das Weitwandern als »Gehen und Sehen« ein ebenso würdiger Selbstzweck sein kann wie viele andere »müßige«, z.B. künstlerische Tätigkeiten auch. (Chaski heiße ich natürlich deshalb, weil ich selbst immer nur 15 bis 25 Kilometer wandere und mich dann ausruhe.)
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