Jump to content
Ultraleicht Trekking

Barbarix

Members
  • Gesamte Inhalte

    174
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

  • Tagessiege

    5

Reputationsaktivitäten

  1. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von kImperator erhalten in Brenner: BRS3000T/Lixada Mini-Gaskocher aus Titan   
    2 Sachen haben mich bei meinem BRS 3000 Gaskocher immer gestört:
    1. Er ist nicht zuverlässig: Beim Wintertreffen hatten wir 2 Fälle, dass der Kocher nicht funktioniert hat. Mir ist das auch früher schon passiert. Ich vermute, dass es daran liegt, dass man den Kocher nicht weit genug auf die Kartusche schrauben kann bzw. der Dorn zum Öffnen des Ventils nicht lang genug ist.
    2. Ein Bein kollidiert beim zusammenklappen mit dem Ventilgehäuse und steht daher etwas ab. Dadurch lässt sich der Kocher nicht so kompakt zusammenfallten wie es eigentlich möglich sein sollte.
    Also habe ich mal schnell die Feile ausgepackt und:
    1. Das Ventilgehäuse um 1 mm abgefeilt. Dadurch lässt sich der Kocher weiter auf die Kartusche schrauben. 0,5mm hätten allerdings auch gereicht.
    2. Das Bein etwas abgefeilt
    Und das ist dabei herausgekommen:

     

     

     

    PS: Nachmachen natürlich nur auf eigene Gefahr! Gaskocher sind nicht ganz ungefährlich!
     
  2. Gefällt mir!
    Barbarix reagierte auf German Tourist in Die Radikalität von UL vs Mehrheitsfähigkeit   
    @schwyzi: Ich persönlich wollte auf zwei Sachen hinaus:
    Ich glaube in der momentanen Diskussion mit den "Mainstream"-Wanderern die Tendenz auszumachen, dass ULer versuchen zu beschwichtigen. (Tenor: Wir sind ja gar nicht schlimm, Zahnbürstenabsägen finden wir auch lächerlich, die "selbstreinigenden Kräfte" sorgen schon dafür,  dass die polarisierenden Hardliner verstummen ....) Warum müssen wir uns denn alle so lieb haben? Warum nicht zur Radikalität und zum Extrem von UL stehen? UL ist mal für extreme Langstreckentouren konzipiert worden und extreme Touren erfordern auch extreme Maßnahmen. Das ist aber auch keine Widerspruch zum vielbeschworenen HYOH.  Ich fürchte, dass durch diese Weichzeichnerei die Hardliner verprellt wurden und werden. Und egal, wie sehr die Puristen manchmal nerven - ich habe von den vielbeschworenen "lächerlichen" Zahnbürstenabsägern und Feinwaagenverwendern mehr gelernt als von den immer alles besser wissenden Bier-Alpinisten,  die hier außer einem gewissen Unterhaltungswert inhaltlich für mich nichts Wissenswertes beitragen. Wenn die angeblichen "selbstreinigenden Kräfte der UL-Szene" dazu führen, dass die polarisiernden Stimmen verschwinden und wir hier nur noch über weichgespültes UL (Deine 2,5 kg Fotoausrüstung ist schon ok ...) diskutieren, dann sehe ich die Wissensvermittlung und -weiterentwicklung in diesem Forum echt gefährdet. Ich säge mir nach wie vor die Zahnbürste ab und trenne mir die Etiketten aus den Klamotten. Ich wehre mich nur einfach dagegen, dass im Zuge des "UL ist doch gar nicht so schlimm" diese Praktiken in der "Titanhering und Hüftgold"-Diskussion lächerlich gemacht werden. Warum werden die Puristen hier als angeblich polarisiernde Hardliner runtergezogen und gleichzeitig Leute hofiert, die nach eigener Ausage UL lächerlich finden? Die Weiterentwicklung einer Idee findet in den Extremen statt - auch wenn sie dann später durch die breite Masse adaptiert wird.
    @SouthWest hat es gut auf den Punkt gebracht:
    Also sollten wir alles dafür tun, dass dieses "Radikale" oder "Konsequente" in diesem Forum erhalten bleibt und es nicht selbst als lächerlich darstellen. 
     
  3. Gefällt mir!
    Barbarix reagierte auf JanF in Die ultraleichte Enttäuschung !   
    Dein Quilt ist zu dünn - kauf dir einen dickeren. Das hat nichts mit UL vs. UH zu tun und sollte auch nicht öffentlich als Rechtfertigung herhalten müssen, um weiterhin mit deiner alten Ausrüstung zu wandern. Das kannst du natürlich gerne tun, ist aber nicht Thema dieses Forums.
  4. Gefällt mir!
    Barbarix reagierte auf Andreas K. in Ein robuster großvolumiger Rucksack für den Winter   
    Theoretisch könnte ich das schon machen, @Wanderfalter und ich hatten etwas ähnliches schon in Planung: MYOG Treffen anhängend an ein Forumstreffen auf dem Weidberg. Das wäre mittig in Deutschland, wir hätten massig Platz, Zimmer/ Zeltplatz und der Cp ist unschlagbar günstig.
  5. Gefällt mir!
    Barbarix reagierte auf Andreas K. in Ein robuster großvolumiger Rucksack für den Winter   
    Mittlerweile habe ich ein paar Touren mit dem zu einem früheren Zeitpunkt im Forum vorgestellten Wintertourenrucksack machen können.
    Aus diesen Erfahrungen heraus ist das Anforderungsprofil eines solchen Rucksacks noch einmal präziser hervorgegangen, wodurch dem ursprünglichen Konzept eine Weiterentwicklung widerfuhr und ein neuer Rucksack entstand, den ich im folgenden Beitrag vorstellen möchte.
    Zuerst die obligatorischen Details:
    Das Design des Rucksacks ist auf wesentliche Merkmale reduziert. Dadurch wirkt dieser minimalistisch und clean. Der Schnitt ist weitestgehend gerade, und die Linien und Kanten der einzelnen Komponenten folgen harmonisch dem Webmuster der verwendeten Stoffe. Von vorne und hinten betrachtet erscheint der Rucksack symmetrisch. Dem Auge gefällig sind Kanten sowie Ecken der Vorderseite verrundet.. Bei der Farbwahl wurde auf harte Kontraste verzichtet, die Farben der einzelnen Materialien sind weich aufeinander abgestimmt. Durch die eben beschriebenen stilistischen Mittel stechen die vielen funktionalen Elemente nicht hervor, sondern heben sich nur dezent vom Hintergrund ab. Die Rückenlänge dieses Rucksacks beträgt anders als bei den von mir vorgestellten Vorgängerversionen 57,5 cm und ist damit hauptsächlich für größere Wanderer geeignet. Mittels Rollverschluss ist eine Höhen- und dadurch Volumenregulierung des Rucksacks möglich. Der Umfang des Rucksacks beträgt 110 cm, bei einer Grundfläche von 32 x 26 cm. Bei einer Rucksackhöhe von maximal 70 cm ergibt sich aus den genannten Maßen ein maximales Volumen des Rucksackkorpus´ von 55 l. Zwei seitliche Außentaschen zu je 2 l und eine große Netzaußentasche auf der Rucksackvorderseite mit ca. 4 l schaffen zusätzlichen Stauraum. Die seitlichen Außentaschen, aus robustem Stoff, bilden zusammen mit den bodennahen Teilen des Hauptsacks eine stabile und abriebfeste Wanne für den Rucksack. Da das Material der Seitentaschen wasserdicht ist, sind in den Taschenfalten Drainageöffnungen versteckt, damit Wasser, dass sich bei Regen eventuell im Inneren der Taschen sammeln könnte ungehindert abfließen kann. Auf der Netzaußentasche verläuft eine elastische Schnürung. Die Funktion der Tasche wird hierdurch keineswegs einschränkt. In der Grundkonfiguration verläuft die Schnürung geradlinig über vier Eckpunkte und umrahmt somit die Tasche. Weitergehend kann die Schnürung über Kreuz gelegt werden, indem man jeweils die Mitte eines vertikal verlaufenden Kordelabschnittes in den gegenüberliegend angenähten Kordelhaken einhängt. Der Vorteil der fest verbauten Haken liegt darin, dass die gekreuzte Schnürung, anders als bei aufgefädelten, frei beweglichen Kordelhaken, immer gleichmäßig und perfekt aussieht. Das Kordelkreuz lässt sich schnell und komfortabel lösen bzw. schließen und bietet sich dadurch zum unkomplizierten Anbringen der Isomatte auf der Außenseite des Rucksacks an. Mithilfe eines Tankas lässt sich diese Schnürung noch straffen. Der obere horizontale Abschnitt der Schnürung kann über die Rucksackoberseite gespannt und mit dem Tanka an der Lasche auf der Rückseite fixiert werden. Dadurch wird der Rollverschluss vor ungewolltem Öffnen gesichert, was z.B. bei unzureichender Rucksackfüllung passieren kann. Es finden sich zwei längenverstellbare Riemen je Rucksackseite, die mittels Blitzverschlüssen geschlossen werden können. In erster Linie dienen diese Riemen der Befestigung von Schneeschuhen oder Skiern am Rucksack, aber natürlich kann damit auch eine Kompression des Rucksackinhaltes stattfinden. Das Tragesystem besteht aus ergonomisch geformten Schulterträgern, die sich angenehm den Rundungen des Trägers anpassen. Diese Form und die mit 8 cm relativ breiten Schulterträger machen eine Polsterung aus 2-3 mm 3D-Netz ausreichend. Komplettiert wird das Ensemble durch einen höhenverstellbaren Brustgurt und einem einfachen 4 cm breiten Hüftgurt. Der Gurt dient in erster Linie der Stabilisierung - das Rucksackgewicht wird geschultert. Meiner Erfahrung nach sind auf diese Art bis zu 14 kg gut tragbar. An Materialien wurden nur hochwertige, durchwegs robuste und wenn nötig Stoffe mit wasserabweisenden Eigenschaften verwendet. Auch die verwendeten Bänder und alle Plastikkleinteile sind hochwertig ausgeführt. Hier nur beispielhaft einige Materialien: DxG, 100 DEN Nylon mit PU-Beschichtung, ITW Nexus Schnallen, Nifco Kordelhaken, usw. Zum Schluss noch das Gewicht: 475g - Durchaus akzeptabel bei dem Volumen und der Robustheit, wie ich finde. Und nun das Werk in Bildern:

























  6. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von wilbo erhalten in Tarp - ziemlich nah an meinem Optimum   
    Wie kommst du auf 154cm der kurzen Seite, wenn die 36 g/m² Silnylon-Stoffbahn 150cm hat?
    Hat ja ChristianS schon beantwortet Wieviel cm hast du versäumt? Schätze den Bildern nach hast du 2cm eingefaltet.
    Ich habe eine Saumbreite von ca. 1cm, allerdings doppelt eingefaltet, also gute 2cm Nahtzugabe Habe ich etwas falsch verstanden mit der Trapezform? Du gibst 5,2m² an. (3m x 1,5m) + (0,36m * 1,5m) = sind 5,04m².
    Deine Rechnung stimmt, da habe ich wohl falsche Zahlen in den Taschenrechner getippt Die Trapezform muss nur zugeschnitten werden und die beiden Dreiecke angenäht/geklebt, sonst nichts. Stimmt das?
    Na ja, dazu kommt noch: den Saum einmal rundum nähen, Verstärkungen aufkleben und Gurtschlaufen für die Heringe annähen Wie genau wird der Trekkingstock eingespannt? Deine Verstärkung ist aus dem 36g Tarpmaterial aber in welcher Form? Habe im Forum kein Schnittmuster gefunden.
    Die Form sind Kreissegmente: Ein Halbkreis auf dem Trapezförmigen Stück, "Tortenstücke auf den Dreiecken. Die Verstärkungen vor dem Zusammenkleben aufkleben! Danach ist das nur noch schwer möglich! Das Verbinden der Dreiecke mit dem Trapez ist das knifflige am ganzen Projekt, da man nicht mehr in einer Ebene arbeiten kann. Wofür sind in diesem Bild der Haken? Die Ringe sind ja für die beiden T-Stopper zum Öffnen, schätze ich.
    Das ganze ist ein Prototyp und ich wollte ausprobieren was besser funktioniert: Gummiband mit Haken oder Schnur mit Ringen Wie ist das Tarp durch den 20cm breiten umlaufenden Saum Moskitodicht? Fliegen die Viecher nicht so tief? 
    Der Saum liegt bei meinem Setup zu ca. 15cm auf dem Boden auf. Klar, das ist kein 100%iger Schutz, Aber bei mir hat das immer ausgereicht. In Gegenden mit tiefflugerprobten Mücken braucht man evtl. ein komplett geschlossenes Zelt.
  7. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von Idgie erhalten in Tarp - ziemlich nah an meinem Optimum   
    Ich konnte vor ein paar Wochen endlich mein neues Tarp (Prototyp) testen. Ich bin mit dem SilNylon-Prototyp so zufrieden, dass ich das Ganze in Cuben verewigen werde.
    Die Grundidee für die Konstruktion stammt von Micha, vielen Dank dafür!
     
    Vorgaben für dieses Tarp:
    -          Ziel-Gewicht um die 300g
    -          No Frills: Kein Reißverschluss der kaputt gehen kann, keine Lüfter…
    -          Konstruktion so einfach wie möglich: Mein letztes Tarp für die Mongolei war toll und super stabil. Allerdings war der Schnitt auch recht kompliziert
    -       Basis sollte ein Rechtecktarp im Pyramidenmodus sein
    -       Rundum geschlossen für guten Wetterschutz ohne zusätzliches Bivvy
    -          möglichst sturmfest, mindestens aber windfest
    -          Moskitodicht ohne Innenzelt, Moskitoschutz durch einen 20cm breiten rundum laufenden Saum
    -          Einknüpfbarer Boden
     
    Herausgekommen ist folgendes:

     

     

     

     
    Das Gewicht liegt momentan bei 380g inkl. aller Leinen und Heringen. Das nackte Tarp liegt bei ca. 310g. Allerdings fehlt noch das Moskitonetz (geschätzt +50g). Verwendet habe ich das 36g Silnylon von Extremtextil.
    Wenn ich das 19g Cuben verwende sollte ich ca. 100g sparen können. Dann würde ich inkl. Moskitonetz, Leinen und Heringen bei 330g liegen, also etwas über der Zielvorgabe.
     
    Im Elbsandsteingebirge hat sich das Tarp super geschlagen. Es ist für mich recht geräumig. Ich kann darin sitzen und mich bequem umziehen. In der Apside ist genügend Platz für Schuhe, Rucksack und Ausrüstung. Der Aufbau geht recht einfach, die Überlappungsbreite des Eingangs lässt sich mit der Stockhöhe variieren. Dem Wind, den wir in einer Nacht hatten, hatten das Tarp ganz gut standgehalten. Der überlappende Eingang ist eigentlich viel einfacher und unkomplizierter als ein Reissverschluss.
    Auf den ersten beiden Bildern sieht man 2 Stück 50cm lange CFK-Stangen, die nocheinmal für zusätzliche Kopf- und Fußfreiheit sorgen. Danke Mr. Hardstone für die tolle Idee!
     
    Hier das Schnittmuster:
    Ansichten auf der 1. Seite, Schittmuster auf der 2. Seite, sehr rudimentäre Skizze, aber der Schnitt ist wirklich einfach
    SilNylon-Proto-Tarp für Grönland 2017.pdf
    Es werden 3 Zuschnitte benötigt: 1 Trapez und 2 identische Dreiecke mit gekappter Spitze.
     
    Tipps, Verbesserungen und Anregungen sind herzlich willkommen!
  8. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von BruderLeichtfuss erhalten in Unsere MYOG-Fails   
    Ach Leute, was soll ich sagen, die Liste ist lang!
    - 2 Packrafts aus untauglichem Material, bei dem bei Schälbelastung die Beschichtung reisst
    - Schneeschuhe aus 16mm Alu-Rohr aus dem Baumarkt
    - Faltboot mit Carbongerüst - Rohre sind pultrudiert und splittern
    - Regenjacke aus Silnylon - Schwitztüte trotz Belüftungsöffnungen
    - Handschuhe mit einfachem Schnittmuster - ich kann den Daumen nicht abspreizen
    - Tarptent für 2 Trekkingstöcke - schlechte Arbeit beim erstellen des Schnittmusters -> Danach hatte ich ganz viele grüne Packbeutel
    - Grüne oder graue Packbeutel -> Verwende ich nicht mehr, seit dem ich damit meine NeoAir S verloren habe
    Das ist mir so auf die Schnelle eingefallen, aber da gibt´s bestimmt noch mehr...
    Wichtig ist: NIEMALS aufgeben - NIE!
  9. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von Schwede erhalten in Selbstbau „Rucksack-Faltboot“ genannt Chili   
    Nachdem mein neues Rucksack-Faltboot nun schon seit dem Frühsommer fertig ist, komme ich nun endlich dazu das Ergebnis hier zu posten
    Warnung vor dem Weiterlesen: Das Chili erfüllt nicht für alle Forumsteilnehmer die Definition von UL!
    Natürlich gibt es Packrafts und ich finde die Idee von Packrafts genial. Allerdings fahre ich neben dem Trekking auch Kayak. Und ein Packraft ist halt ein Luftboot und treibt auf dem Wasser. Ein Kayak fährt durch das Wasser und hat durch den Kiel eine gewisse Richtungsstabilität. Außerdem sind Packrafts aufgrund der geringen Länge und der Rumpfform relativ langsam. Also für weite Strecken für mich nicht wirklich geeignet. Dafür ist das Gewicht und das Packmaß von Packrafts unschlagbar (<5kg) und es sind die einzigen Boote, die ich als Rucksack-Boot bezeichnen würde.
    Also galt es das beste aus 2 Welten zu vereinen:
    Ein extrem leichtes (<5kg) und kompaktes Faltboot, das tatsächlich in einem Rucksack transportiert werden kann. Damit kann ich ziemlich unkompliziert und ohne Bootswagen per S-Bahn zur Einsatzstelle fahren und nach Hause paddeln. Inzwischen bin ich mir aber auch sicher, dass das Boot nun in jedem Urlaub dabei sein wird, auch bei den Flugurlauben. Bei 20kg Fluggepäck bleibt außer dem Boot noch genug für den anderen Urlaubskram übrig.
    Inspiriert hat mich bei Konstruktion und Bau Tom Yost und Wolfgang Bions Gecco.
    Wichtig war mir eine kleine und gut abzudichtende Luke, sollte mal eine Welle über den Süll gucken.
    Ein paar Daten zum Boot:
    Name: Chili (Prototyp war rot und sah aus wie eine Chilischote)
    Länge 325cm
    Breite 65cm
    Gewicht 4830 g
    Spritzdecke 72g
    Materialien:
    Gestänge: Alu und Hartschaum
    Unterschiff: PU-beschichtetes Nylon
    Oberschiff: X-Pac
    Luftschlauchtaschen: unbeschichtetes Polyestergewebe
    Zusatzgewicht Ausrüstung: 1700g (Luftpumpe, Paddel, Schwimmweste)
    Das macht ein Gesamtgewicht inkl. Paddel und aller notwendiger Ausrüstung von 6,6kg. Beim Paddel mit seinen 1090g könnte ich evtl. noch ein paar Gramm einsparen.
    Mit dem Boot zu fahren macht unglaublich Spaß, es ist extrem wendig und beschleunigt sehr leicht. Geradeauslauf ist, verglichen mit einem normalen Kayak bei 325cm natürlich nicht seine Stärke aber ausreichend. Außerdem ist es eigentlich nicht für Mehrtagesfahrten gemacht, obwohl ich das im Frühjahr mit UL-Gepäck mal testen möchte. Mit seinen 5kg braucht man logischerweise auch keinen Bootswagen, man klemmt es einfach unter den Arm.
    Gut dass ich für alle Teile Schablonen gebaut habe, ich muss nämlich noch in diesem Winter paar Chilies für Freunde bauen...
    Grüße
    Erik
    Und hier ein paar Fotos:



  10. Gefällt mir!
    Barbarix reagierte auf Konradsky in Ein Rucksack - diesmal mit Sack   
    Ich schneide an einem Alulineal oder einer Holzleiste lang.
    Frei Hand geht auch. Man muss halt, wie bei allem, ein wenig üben.
     
    Gruss
    Konrad
  11. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von nats erhalten in Ein Rucksack - diesmal mit Sack   
    Das Ausfransen ist nach meiner Erfahrung generell ein Problem bei silikonisierten Nylonstoffen. Allerdings habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass die Stellen dann meist nicht weiter aufreissen. Defekte Stellen habe ich in der Vergangenheit entweder mit Silnet "verklebt" oder wenn es größere Stellen waren habe ich einfach die Stelle noch einmal vernäht bzw. enger genäht. Vor dem erneuten vernähen habe ich den Stoff auch mir Silnet "stabilisiert". Ich denke dass eine ordentliche Nahtzugabe (wie eben bei der französischen Naht) die beste Maßnahme ist.
    Von dem Material bin ich übrigens nach wie vor begeistert: Extrem reißfest, ausreichend scheuerbeständig, einigermaßen wasserdicht und günstig. Was will man mehr?
  12. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von Andreas K. erhalten in Unsere MYOG-Fails   
    Ach Leute, was soll ich sagen, die Liste ist lang!
    - 2 Packrafts aus untauglichem Material, bei dem bei Schälbelastung die Beschichtung reisst
    - Schneeschuhe aus 16mm Alu-Rohr aus dem Baumarkt
    - Faltboot mit Carbongerüst - Rohre sind pultrudiert und splittern
    - Regenjacke aus Silnylon - Schwitztüte trotz Belüftungsöffnungen
    - Handschuhe mit einfachem Schnittmuster - ich kann den Daumen nicht abspreizen
    - Tarptent für 2 Trekkingstöcke - schlechte Arbeit beim erstellen des Schnittmusters -> Danach hatte ich ganz viele grüne Packbeutel
    - Grüne oder graue Packbeutel -> Verwende ich nicht mehr, seit dem ich damit meine NeoAir S verloren habe
    Das ist mir so auf die Schnelle eingefallen, aber da gibt´s bestimmt noch mehr...
    Wichtig ist: NIEMALS aufgeben - NIE!
  13. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von nats erhalten in Unsere MYOG-Fails   
    Ach Leute, was soll ich sagen, die Liste ist lang!
    - 2 Packrafts aus untauglichem Material, bei dem bei Schälbelastung die Beschichtung reisst
    - Schneeschuhe aus 16mm Alu-Rohr aus dem Baumarkt
    - Faltboot mit Carbongerüst - Rohre sind pultrudiert und splittern
    - Regenjacke aus Silnylon - Schwitztüte trotz Belüftungsöffnungen
    - Handschuhe mit einfachem Schnittmuster - ich kann den Daumen nicht abspreizen
    - Tarptent für 2 Trekkingstöcke - schlechte Arbeit beim erstellen des Schnittmusters -> Danach hatte ich ganz viele grüne Packbeutel
    - Grüne oder graue Packbeutel -> Verwende ich nicht mehr, seit dem ich damit meine NeoAir S verloren habe
    Das ist mir so auf die Schnelle eingefallen, aber da gibt´s bestimmt noch mehr...
    Wichtig ist: NIEMALS aufgeben - NIE!
  14. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von Daune erhalten in Unsere MYOG-Fails   
    Ach Leute, was soll ich sagen, die Liste ist lang!
    - 2 Packrafts aus untauglichem Material, bei dem bei Schälbelastung die Beschichtung reisst
    - Schneeschuhe aus 16mm Alu-Rohr aus dem Baumarkt
    - Faltboot mit Carbongerüst - Rohre sind pultrudiert und splittern
    - Regenjacke aus Silnylon - Schwitztüte trotz Belüftungsöffnungen
    - Handschuhe mit einfachem Schnittmuster - ich kann den Daumen nicht abspreizen
    - Tarptent für 2 Trekkingstöcke - schlechte Arbeit beim erstellen des Schnittmusters -> Danach hatte ich ganz viele grüne Packbeutel
    - Grüne oder graue Packbeutel -> Verwende ich nicht mehr, seit dem ich damit meine NeoAir S verloren habe
    Das ist mir so auf die Schnelle eingefallen, aber da gibt´s bestimmt noch mehr...
    Wichtig ist: NIEMALS aufgeben - NIE!
  15. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von schwyzi erhalten in Unsere MYOG-Fails   
    Ach Leute, was soll ich sagen, die Liste ist lang!
    - 2 Packrafts aus untauglichem Material, bei dem bei Schälbelastung die Beschichtung reisst
    - Schneeschuhe aus 16mm Alu-Rohr aus dem Baumarkt
    - Faltboot mit Carbongerüst - Rohre sind pultrudiert und splittern
    - Regenjacke aus Silnylon - Schwitztüte trotz Belüftungsöffnungen
    - Handschuhe mit einfachem Schnittmuster - ich kann den Daumen nicht abspreizen
    - Tarptent für 2 Trekkingstöcke - schlechte Arbeit beim erstellen des Schnittmusters -> Danach hatte ich ganz viele grüne Packbeutel
    - Grüne oder graue Packbeutel -> Verwende ich nicht mehr, seit dem ich damit meine NeoAir S verloren habe
    Das ist mir so auf die Schnelle eingefallen, aber da gibt´s bestimmt noch mehr...
    Wichtig ist: NIEMALS aufgeben - NIE!
  16. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von Wanderfalter erhalten in Unsere MYOG-Fails   
    Ach Leute, was soll ich sagen, die Liste ist lang!
    - 2 Packrafts aus untauglichem Material, bei dem bei Schälbelastung die Beschichtung reisst
    - Schneeschuhe aus 16mm Alu-Rohr aus dem Baumarkt
    - Faltboot mit Carbongerüst - Rohre sind pultrudiert und splittern
    - Regenjacke aus Silnylon - Schwitztüte trotz Belüftungsöffnungen
    - Handschuhe mit einfachem Schnittmuster - ich kann den Daumen nicht abspreizen
    - Tarptent für 2 Trekkingstöcke - schlechte Arbeit beim erstellen des Schnittmusters -> Danach hatte ich ganz viele grüne Packbeutel
    - Grüne oder graue Packbeutel -> Verwende ich nicht mehr, seit dem ich damit meine NeoAir S verloren habe
    Das ist mir so auf die Schnelle eingefallen, aber da gibt´s bestimmt noch mehr...
    Wichtig ist: NIEMALS aufgeben - NIE!
  17. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von Idgie erhalten in Unsere MYOG-Fails   
    Ach Leute, was soll ich sagen, die Liste ist lang!
    - 2 Packrafts aus untauglichem Material, bei dem bei Schälbelastung die Beschichtung reisst
    - Schneeschuhe aus 16mm Alu-Rohr aus dem Baumarkt
    - Faltboot mit Carbongerüst - Rohre sind pultrudiert und splittern
    - Regenjacke aus Silnylon - Schwitztüte trotz Belüftungsöffnungen
    - Handschuhe mit einfachem Schnittmuster - ich kann den Daumen nicht abspreizen
    - Tarptent für 2 Trekkingstöcke - schlechte Arbeit beim erstellen des Schnittmusters -> Danach hatte ich ganz viele grüne Packbeutel
    - Grüne oder graue Packbeutel -> Verwende ich nicht mehr, seit dem ich damit meine NeoAir S verloren habe
    Das ist mir so auf die Schnelle eingefallen, aber da gibt´s bestimmt noch mehr...
    Wichtig ist: NIEMALS aufgeben - NIE!
  18. Gefällt mir!
    Barbarix reagierte auf Lightlix in Quilt mit Mantelfunktion für leichte Minusgrade   
    Inspiriert durch diesen Post von @kamov und natürlich auch inspiriert durch den Mantelwechselquilt von Laufbursche, hat es mich letztens doch in den Fingern gejuckt, nochmal einen Quilt mit Jacken-/Mantelfunktion zu nähen, obwohl ich seit meinem ersten Quilt vor einiger Zeit weiß, wie nervig es ist, dickes Apex zu nähen. Aber der Gedanke, keine Jacke mitnehmen zu müssen überwog doch, und vor allem gefiel mir die simple Konstruktion eines Mantels nur mit Kamsnaps, anstatt wie beim Mantelwechselquilt einen vergleichsweise großen Aufwand zu betreiben.
    Daher habe ich schnell noch Material bestellt und in den letzten beiden Tagen was zusammengenäht. Der Quilt sollte eben für leichte Minusgrade zu gebrauchen sein, und auch ohne zusätzliche Isojacke auskommen. Zuerst hatte ich noch überlegt, unten etwas mehr Füllung zu nehmen, und etwas rumgerechnet, bei welchem Gewicht ich ungefähr landen würde. Dazu hier eine Tabelle mit dem Schnittmuster: Gewichtsrechnung.xlsx.
    Letztendlich habe ich mich für folgendes entschieden:
    10D Nylon Taffeta mit 22g/m2 233er Apex oben und unten, d.h. 2m 100er und 2m 133er Apex Kleinkrams: Ösen, zwei Tankas, zwei kleine Ringe zum Kordel sichern, ne Gummikordel und ein bisschen Schnur 70cm YKK 3C Reißverschluss für die Fußbox 10 Schlaufen aus Ripsband mit Kamsnaps, 5 auf jeder Seite Materialkosten von ca. 100€ Komforttemperatur von geschätzen -3 Grad Gewicht: 751g Design stark orientiert am GramXpert Quilt, insbesondere die Konstruktion der Kordelzüge. Aber auch die Schlaufen mit Kamsnaps sind wegen der Mantelfunktion natürlich an ähnlicher Position. Die Maße nochmal in groß:  
    Jetzt aber zum Ergebnis:
     

    Die Außenseite ist burnt orange, die Innenseite forest green.



    Oben und unten Verschluss durch Kordelzug. Oben ist elastische Kordel verbaut, unten nicht-elastische Schnur.


    Kordelzug oben mit austauschbarer Schnur, die ganz simpel mit der Schlaufe verknotet ist.

    Kordelzug unten.


    Die Fußbox wird zuerst mit Reißverschluss, dann mit Kordelzug geschlossen.


    Mit der Mantelfunktion bin ich wirklich zufrieden. Einfach wie hier erklärt die Kamsnaps ganz oben um den Hals schließen, den Kordelzug oben leicht anziehen, dann den zweiten Snap jeweils mit dem ganz unteren kurz vor dem Reißer verbinden. Wahlweise kann noch der Reißverschluss ganz geschlossen werden, was bei mir noch bequem geht. Bewegen der Arme und Laufen ist überhaupt kein Problem und superwarm ist es sowieso Der Mantel geht mir dann bis kurz über die Knie.
     
    Prozedere beim Nähen:
    Ich habe wieder den Arbeitsablauf etwas dokumentiert. Grundsätzlich ist Quilt nähen nicht sehr schwer, aber nur grundsätzlich. Durch die immensen Mengen Stoff und Isolation, insbesondere bei dickeren Quilts, ist es schon sehr nervig. Der Quilt wird in folgender Reihenfolge zusammengebastelt:
    Anzeichen, Ausschneiden der Teile. Kordelzüge vorbereiten: Ripsband zur Verstärkung anbringen, Ösen durchnieten. Kordelzüge auf der Oberstoff fixieren, ggf. schon Kordeln anbringen Kamsnaps in Schlaufen nieten, Schlaufen an Oberstoff fixieren Reißverschluss an Oberstoff fixieren Eine Lage Apex (100er) mit Ober- oder Unterstoff zusammen abstecken und Stütznähte setzen Andere Lage Apex (133er) mit anderer Seite zusammen abstecken und Stütznähte setzen Ein kurzes Stück am Rand absteppen wo später gewendet werden soll Beide Seiten mit der Außenseite zueinander abstecken und entlang der Kante zusammennähen, Bereich zum Wenden auslassen Wenden Verbleibendes Loch per Hand und dann per Maschine schließen Sicher kann man es auch auf zig andere Arten machen, aber so hat es ganz gut geklappt. Jetzt noch ein paar Details zu den einzelnen Schritten:

    Beim Anzeichen ist es am einfachsten, zuerst den dünnen Oberstoff auszuschneiden und als Schablone für das Apex zu benutzen.

    Auf Apex kann man nämlich äußerst schlecht irgendwas anzeichen. Mit einem locker gehaltenen Edding geht es ganz gut.

    Die Kordelzüge bekommen zur Verstärkung Ripsband verpasst an den Stellen, wo späer die Ösen durchkommen. Enger Stichabstand und schön kantennah nähen. Ich habe sowohl auf den Kordelzugstoff als auch auf den Oberstoff Ripsband genäht, dann die Öse durchgekloppt und dann den Kordelzug geschlossen und am Oberstoff fixiert.

    Von innen, die Öse ist durch beide Schichten durch.

    Von außen.

    Der Kordelzug am Halsende hat 3 Ösen, da ich die Schnur gerne austauschbar machen wollte.

    Unten nur eine Öse. Innen ist die Schnur einfach an kleine Laschen aus Ripsband geknotet, danach nochmal etwas flächiger vernäht.

    Schließen und Fixieren des Kordelzugs.

    Die Schnur für einen geschlossenen Kordelzug muss man samt Tanka usw. VOR dem Zusammennähen der Einzelteile einziehen!

    Der Reißverschluss wird einfach auf die Kante genäht, aufpassen bei der Orientierung der Zähnchen und der richtigen Seite. Einmal absteppen reicht, da später der Quilt ja noch genau hier mit dem Unterstoff zusammen vernäht wird.

    Auch alle Schlaufen mit Kamsnaps sollte man vor dem Absteppen des Apex anbringen, sonst ist das einfach nervig mit so viel Apex rumzuhantieren.

    Die männlichen Teile mit dem "Stecker" müssen auf der Oberseite des Oberstoffes liegen. Hier ist insbesondere mehrfaches Nachdenken wichtig, sonst passen nachher die Snaps nicht zueinander!

    Die weibliche Seite hingegen liegt mit der "Öffnung" nach oben.

    Alles gut abzustecken erleichtert die Arbeit enorm beim Setzen der Stütznähte.


    Obwohl es schon nur eine Schicht Apex ist, ist es doch echt nervig, da eine gerade Stütznaht drüberzusetzen. Ich habe es nach ein paar Versuchen am Tisch einfach auf dem Boden gemacht.


    Sobald die Stütznähte gesetzt sind, kann man die beiden Seiten mit Ober- und Unterstoff zueinander aufeinander legen und sehr gut abstecken. Dann entlang der Kanten vernähen, einen kleinen Teil offenlassen. Hier müsste man vorher kantennah abgesteppt haben, damit man im folgenden Schritt die Öffnung gut schließen kann. Wie nervig das vernähen der zwei Schichten ist, lässt sich auf dem Bild glaube ich gut erkennen  

    Im letzten Schritt schließt man das Loch zum Wenden per Hand, indem man wie von @Ben beschrieben mit der Nadel einfach die "Schlaufen", die die vorherige Absteppnaht an der Kante gebildet hat, vernäht und zusammenzieht. Anschließend habe ich nochmal mit der Maschine drübergenäht.
     
    Fertig ist der Quilt! Fragen, Kritik, blabla, raus damit!
     
     
     
  19. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von Kay erhalten in Feuerland und Patagonien 2017 Teil 1   
    El Chalten Mo 6.3.17
    Beim Frühstück unterhalte ich mich mit einer Österreicherin und sie schenkt mir eine Wanderkarte der Gegend. Ich schenke ihr dafür die Beschreibung aus dem Wanderführer. Sie hatte die Karte doppelt, ich die Beschreibung – Win Win.
    Um kurz nach 10:00 Uhr starte ich mit einer halb vollen Gaskartusche. Die sollte erst einmal reichen. Auf zum lang ersehnten Cerro Torre. Die Aussicht auf dem Trail ist schlicht atemberaubend. Ich habe Glück mit dem Wetter, kein Wölkchen trübt den Blick auf die Berge. Beim Camp Augustini mache ich kehrt und wandere weiter zum Camp Pinocient. Dort baue ich schnell mein Zelt aufgrund gehe mit dem Tagesrucksack zur Laguna de Los Tres. Sehr schön, auch wenn inzwischen der Fitz Roy in Wolken ist. Der Aufstieg (1h, recht steil) hat sich gelohnt. Einer der schönsten Wandertage überhaupt geht zu Ende!
    Zurück im Camp wird gekocht und später fängt es an zu regnen. Die nächsten 3 Tage sollen regnerisch werden – mal sehen. Das Camp ist übrigens recht voll und die sanitären Einrichtungen sind eher etwas für Abgehärtete.

    El Chalten Di 7.3.17
    Die Nacht war feucht und ich hatte sehr viel Kondens im Zelt. Der Daunenschlafsack hat deutlich an Loft verloren, trotzdem habe ich super geschlafen.
    Heute geht es gute 5h gemütlich durch Wälder und an einem Gletscher vorbei. Um 15:30 bin ich dann am Camp Piedra de Fraile. Von dort aus gehe ich dann mit dem Tagesrucksack noch zum Lago Electrico. Am Abend füllt sich dann das Camp (leider) doch noch. Auf dem Weg zum Camp gehe ich immer am Fluss entlang. Ich bin der Meinung, dass er ab der Brück auch ohne Spritzdecke paddelbar sein müsste.

    El Chalten Mi 8.3.17
    Regen, Regen, Regen, die ganze Nacht und den ganzen Vormittag. Nach dem 3. Kaffee lässt der Regen langsam nach und ich breche auf. Eine halbe Stunde später hört der Regen auf und ich denke wieder ans Packraften! Als ich bei der Brücke ankomme überlege ich gründlich, ob ich das Risiko eingehe den Rio Electrico zu befahren.
    Contra: Der Rio Electrico fließt recht schnell und ich weiß nicht was mich erwartet. Ich habe weder Trockenanzug noch Spritzdecke und das Wasser ist eisig.
    Pro: Hauptsächlich 3 Gründe: Spaß, Fun und Gaudi!
    Also baue ich das Boot auf und mache mich startklar. Ich paddle - und wie! Es geht ganz schön flott voran, 2 mal kommt eine Welle über und ich sitze in einer Badewanne. Macht nichts, das Wasser wärmt sich im Boot etwas auf. Ich passiere eine Straßenbrücke und paddle weiter. Ein gutes Stück flussabwärts ist plötzlich ein Drahtzaum quer über den Fluss gespannt. Schei…! Das ist echt gefährlich und ich kann mich gerade so ins Kehrwasser retten. Was soll das? Ich überlege was ich weiter machen soll und ob noch weitere Zäune drohen. Ich wuchte meine Sachen über den Zaun und als ich weiter fahren möchte höre ich jemanden rufen. Es ist ein Ranger, der mir freundlich aber bestimmt erklärt, dass Paddeln im gesamten Nationalpark verboten ist. Also das heißt, nicht paddeln an sich ist verboten, sondern nur paddeln mit eigenem Boot. Wenn man eine Tour bucht ist alles OK. Das sehe ich aus Naturschutzgründen natürlich ein. Naja es gibt keinen Stress oder Ärger, aber das Paddeln ist leider vorbei. Also packe ich meine Sachen und trampe die letzten Kilometer zurück nach El Chalten. Ich beschließe wieder auf den Campingplatz El Relincho zu gehen und hänge ersteinmal meine Sachen zum Trocknen auf. Am Abend gibt es ein nettes und sehr leckeres Abendessen im La Cava. Empfehlenswert!

    El Chalten Do 9.3.17
    Es regnet wieder die ganze Nacht und der Schlafsack ist am Morgen wieder klamm, aber OK. Mittelmäßig viel Kondens im Zelt. Ich unterhalte mich mit anderen Campern und alle klagen über viel Kondens. Morgen geht es los auf den Huemul Trekk! Daher gehe ich erst einmal ins Nationalpark Center und beantrage dort mein Permit. Meine Ausrüstung wird gecheckt und mir wird das Permit verweigert, weil ich nur 2 Alu-Karabiner habe. Ich brauche entweder einen 3. Alu-Karabiner oder 1xAlu 1xStahl. Leider werde ich als Solotrecker deutlich gründlicher überprüft als Gruppen. Ich leihe mir dann im Ort einen Karabiner für 1,5€ pro Tag. Man kann aber auch die komplette Kletterausrüstung für 6€ am Tag leihen. Außerdem raten die Ranger dringend davon ab, die Runde komplett zu gehen, weil am 3. Tag sehr starker Wind angesagt ist.
    Danach genieße ich meinen Pausentag, kaufe Proviant, koche Kaffee, esse und lese. Am Abend lerne ich Oliver aus UK kennen, der auch morgen auf den Huemul Trekk gehen will. Auch ihm wurde von der kompletten Runde abgeraten. 2 weitere Wanderer aus der Schweiz wollen definitiv am 2. Tag auf dem Pass umkehren und die Runde nicht beenden. Ich überlege mit Oliver, ob wir die Runde nicht gemeinsam komplett gehen. Alleine ist uns beiden etwas mulmig.
    Am Abend gibt es eine Pizza im Patagonicus, angeblich die beste Pizza im Ort - und tatsächlich die Pizza mit Lamm ist super!

     
    El Chalten Fr 10.3.17
    Es regnet wieder die ganze Nacht, aber morgens trocknet es glücklicher Weise ab. Olli und ich gehen um 9:00 los. Vorher noch Baguette als Proviant für den ersten Tag gekauft. Die Wanderung am ersten Tag ist ganz nett, aber nicht spektakulär. Um ca. 16:00 kommen wir im Camp an, das sich recht schnell füllt. Ich habe genügend Zeit um meine Jacke zu reparieren. Später kochen und essen wir gemeinsam: 1 schweizer Pärchen, 2 französische Pärchen, Olli und ich.

    El Chalten Sa 11.3.17
    Nachts regnet es wieder sehr stark und ich werde von Mäusen überfallen, die meine Vorräte anknabbern. Morgen wollen Olli und ich entscheiden, ob wir am Pass umkehren oder die Runde komplett gehen. Am Sonntag sind laut Windguru Böen bis 100 km/h gemeldet!
    Wir starten um kurz nach 9:00 Uhr und gehen zu 8 los. Olli und ich lassen uns viel Zeit zum Fotografieren. Bei der Seilbrücke treffen wir die anderen wieder. Wow, die Brücke überspannt eine Schlucht mit einer Tiefe von 10 bis 15m! Gut, dass ich den Klettergurt doch einen MYOG-Gurt mitgenommen habe. Die Aussicht auf die Berge und auf die umliegenden Gletscher ist schlicht der Hammer! Als wir gerade am Paso del Viento ankommen sehe ich ca. 100m über dem Berg einen Condor kreisen. Innerhalb kürzester Zeit macht er mehrere Hundert Höhenmeter in der Thermik.
    Das ist definitiv einer der besten Trekkingtage in meinem Leben – unvergesslich! Um 17:00 kommen wir am Lago de Refugio an. Dort sind schon 3 Zelte aufgebaut und wir werden von einigen Franzosen und einem Engländer freundlich begrüßt. Es wird gemeinsam im Shelter gekocht und gegessen. So lassen wir den Tag langsam ausklingen.






    El Chalten So 12.3.17
    Wir stehen um 7:00 auf, weil ab 15:00 Sturm gemeldet ist und wir bis dahin die ausgesetzten Stellen auf dem Weg zum Paso Huemul hinter uns haben wollen. Bei Sturm sind die Stellen wirklich gefährlich und ich kann die Warnung der Ranger verstehen. Ansonsten ist die Wanderung entlang des patagonischen Innlandeises sehr schön und ohne Schwierigkeiten. Der Abstieg vom Huemul Pass ist sehr steil und bei Regen sicherlich sehr rutschig und dann auch sicherlich nicht ganz unproblematisch. Auch hier sehen wir einen Condor in der Thermik kreisen. Nachdem wir den Abstieg hinter uns haben, suchen wir den offiziellen Biwakplatz, der aber dem Wind komplett ausgesetzt ist. Um Punkt 15:05 setzt der Sturm ein und es ist klar, dass weder das Hilleberg Enan von Olli noch mein MYOG Zelt die Nacht bei diesem Sturm, überstehen werden. Für mich wäre nicht einmal das Aufbauen des Zelts möglich. Also gehen wir weiter und finden am Waldrand ein wunderbar geschütztes Plätzchen. Olli macht ein Lagerfeuer (natürlich nicht erlaubt!) und wir verbringen den Rest des Nachmittags und den Abend am Lagerfeuer. Später stößt dann noch Johannes aus Hamburg zu uns, der den Circuit anders herum wandert und den Rauch des Feuers schon von weitem gesehen hat. Olli hat übrigens ca. 15m vom Camp entfernt ein totes Rind entdeckt. Daher taufen wir das Camp „Dead Cow Camp“.

     
    Huemul Circuit, trocken und sonnig aber stürmisch                                                Mo, 13.3.17
    Wir brechen früh auf, zum einen, weil der Wind vermutlich noch zunehmen  wird, zum Anderen weil Olli Geburtstag hat und wir in El Chalten noch Steaks braten wollen.
    Der Wind ist so stark, dass wir öfter das Gleichgewicht verlieren und wie betrunkene Matrosen dahinstolpern. Die Tirolesa (Seilbrücke) am Rio Tunnel funktioniert leider nicht weil sich das Seil verklemmt hat und wir die Rolle nicht zu uns können. Ich versuche den Fluss zu furten um dann das Seil zu lösen. Bei der Hälfte gebe ich auf. Das Wasser geht mir bis zum Bauchnabel und fließt zu schnell. Ich würde sofort den Halt verlieren, sobald das Wasser auch nur etwas tiefer wird. Na ja kein Wunder, es ist kurz nach Mittag. Furten geht vermutlich nur früh morgens, weil der Fluss aus den Gletschern gespeist wird. Olli klettert dann am Seil entlang und kann die Rolle lösen, so dass die Seilbrücke wieder funktioniert. Akrobatik!
    Weiter geht es zum Hafen, wo wir leider kein Taxi rufen können (kein Mobilnetz) und 2,5h auf den Bus warten müssten. Also beschließen wir die restlichen 8km zu wandern. Der Blick auf den Cerro Torre und Fitz Roy ist bei diesem wolkenlosem Himmel überwältigend. Um 15:00 kommen wir nach einer gut 25km Etappe in El Chalten an und wir gönnen uns ein fürstliches Mittagessen. Abends feiern wir noch im Assador Nando und lassen uns das Lamm vom Grill schmecken – Sehr fein!



     
    El Chalten, Regen, nachmittags trocken bis sonnig                                                    Di 14.3.17
    Pausentag: Ich mache nichts außer Kaffeetrinken, lesen und plaudern. Übrigens gibt es seit diesem Jahr WiFi / Internet in El Chalten. Stabil funktioniert es noch nicht, aber immerhin…
     
    El Chalten, nachts Regen, morgens 3°C                                                                Mi 15.3.17
    Den Vormittag verbringe ich mit Packen, Brote schmieren und Geld ziehen. Um 13:00 sitze ich im Bus nach El Calafate. Um 19:15 geht dann der Flug nach Buenos Aires. Die empfindlichen Dinge (Paddel, Elektronik und Topf mit Hobo) nehme ich lieber ins Handgepäck. Die Sicht auf den Fitz Roy und Cerro Torre ist vom Flugzeug aus fantastisch! Wir fliegen über den Lago Argentino und Viedma Gletscher und ich genieße den tollen Blick.
    In Buenos Aires angekommen nehme ich ein Taxi zum Hostel. Das Hostel ist echt witzig: Eigentlich eine Altbau-Privatwohnung, mit 4m hohen Decken. Teilweise wurde eine Zwischendecke eingezogen um ein zusätzliches Zimmer zu schaffen. Der Aufzug sieht mit seinen Scherengittern aus wie man es aus französischen Filmen kennt.
     
    Buenos Aires, sonnig         Do 16.3.17
    Das Hostel liegt super und ich kann die Stadt gut zu Fuß erkunden. Ich spaziere durch die Stadt, schaue mir das Regierungsgebäude mit dem Museum (200 Jahre Argentinien – sehr empfehlenswert!) an. Flaniere durch San Telmo und durch die „Hafencity“. Abends gönne ich mir ein Essen im Assador Estancia.

    Buenos Aires, sonnig         Fr 17.3.17
    Auch heute mache ich einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stad. Dabei orientiere ich mich an meinen Reiseführer und fotografiere viel. In San Telmo gibt es eine schöne Markthalle in der mal von Restaurants, Gemüse- und Fischhändlern bis hin zu skurrilen Antiquitätenhändlern alles findet. Nach La Boca schaffe ich es allerdings nicht zu Fuß und auf Taxi oder Bus habe ich keine Lust. Da ich mir irgendwie den Magen verrenkt habe, gehe ich den Tag ruhiger an, gönne mir am Abend aber wieder eine „Schlachtplatte des Hauses“ in der Estancia.


    Buenos Aires, sonnig         Sa 18.3.17
    Um 7:00 morgens winke ich mir ein Taxi herbei und los geht es zum Flughafen. Leider kann ich auf dem Rückflug kaum schlafen und ich komme ziemlich gerädert nach 27h zu Hause an. Die letzten 5km übrigens mit dem Fahrrad
    Fazit: Tolle Reise, tolle Landschaften, tolle Menschen. Unser Alpen brauchen sich da allerdings nicht verstecken!
  20. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von ChristianS erhalten in Feuerland und Patagonien 2017 Teil 1   
    El Chalten Mo 6.3.17
    Beim Frühstück unterhalte ich mich mit einer Österreicherin und sie schenkt mir eine Wanderkarte der Gegend. Ich schenke ihr dafür die Beschreibung aus dem Wanderführer. Sie hatte die Karte doppelt, ich die Beschreibung – Win Win.
    Um kurz nach 10:00 Uhr starte ich mit einer halb vollen Gaskartusche. Die sollte erst einmal reichen. Auf zum lang ersehnten Cerro Torre. Die Aussicht auf dem Trail ist schlicht atemberaubend. Ich habe Glück mit dem Wetter, kein Wölkchen trübt den Blick auf die Berge. Beim Camp Augustini mache ich kehrt und wandere weiter zum Camp Pinocient. Dort baue ich schnell mein Zelt aufgrund gehe mit dem Tagesrucksack zur Laguna de Los Tres. Sehr schön, auch wenn inzwischen der Fitz Roy in Wolken ist. Der Aufstieg (1h, recht steil) hat sich gelohnt. Einer der schönsten Wandertage überhaupt geht zu Ende!
    Zurück im Camp wird gekocht und später fängt es an zu regnen. Die nächsten 3 Tage sollen regnerisch werden – mal sehen. Das Camp ist übrigens recht voll und die sanitären Einrichtungen sind eher etwas für Abgehärtete.

    El Chalten Di 7.3.17
    Die Nacht war feucht und ich hatte sehr viel Kondens im Zelt. Der Daunenschlafsack hat deutlich an Loft verloren, trotzdem habe ich super geschlafen.
    Heute geht es gute 5h gemütlich durch Wälder und an einem Gletscher vorbei. Um 15:30 bin ich dann am Camp Piedra de Fraile. Von dort aus gehe ich dann mit dem Tagesrucksack noch zum Lago Electrico. Am Abend füllt sich dann das Camp (leider) doch noch. Auf dem Weg zum Camp gehe ich immer am Fluss entlang. Ich bin der Meinung, dass er ab der Brück auch ohne Spritzdecke paddelbar sein müsste.

    El Chalten Mi 8.3.17
    Regen, Regen, Regen, die ganze Nacht und den ganzen Vormittag. Nach dem 3. Kaffee lässt der Regen langsam nach und ich breche auf. Eine halbe Stunde später hört der Regen auf und ich denke wieder ans Packraften! Als ich bei der Brücke ankomme überlege ich gründlich, ob ich das Risiko eingehe den Rio Electrico zu befahren.
    Contra: Der Rio Electrico fließt recht schnell und ich weiß nicht was mich erwartet. Ich habe weder Trockenanzug noch Spritzdecke und das Wasser ist eisig.
    Pro: Hauptsächlich 3 Gründe: Spaß, Fun und Gaudi!
    Also baue ich das Boot auf und mache mich startklar. Ich paddle - und wie! Es geht ganz schön flott voran, 2 mal kommt eine Welle über und ich sitze in einer Badewanne. Macht nichts, das Wasser wärmt sich im Boot etwas auf. Ich passiere eine Straßenbrücke und paddle weiter. Ein gutes Stück flussabwärts ist plötzlich ein Drahtzaum quer über den Fluss gespannt. Schei…! Das ist echt gefährlich und ich kann mich gerade so ins Kehrwasser retten. Was soll das? Ich überlege was ich weiter machen soll und ob noch weitere Zäune drohen. Ich wuchte meine Sachen über den Zaun und als ich weiter fahren möchte höre ich jemanden rufen. Es ist ein Ranger, der mir freundlich aber bestimmt erklärt, dass Paddeln im gesamten Nationalpark verboten ist. Also das heißt, nicht paddeln an sich ist verboten, sondern nur paddeln mit eigenem Boot. Wenn man eine Tour bucht ist alles OK. Das sehe ich aus Naturschutzgründen natürlich ein. Naja es gibt keinen Stress oder Ärger, aber das Paddeln ist leider vorbei. Also packe ich meine Sachen und trampe die letzten Kilometer zurück nach El Chalten. Ich beschließe wieder auf den Campingplatz El Relincho zu gehen und hänge ersteinmal meine Sachen zum Trocknen auf. Am Abend gibt es ein nettes und sehr leckeres Abendessen im La Cava. Empfehlenswert!

    El Chalten Do 9.3.17
    Es regnet wieder die ganze Nacht und der Schlafsack ist am Morgen wieder klamm, aber OK. Mittelmäßig viel Kondens im Zelt. Ich unterhalte mich mit anderen Campern und alle klagen über viel Kondens. Morgen geht es los auf den Huemul Trekk! Daher gehe ich erst einmal ins Nationalpark Center und beantrage dort mein Permit. Meine Ausrüstung wird gecheckt und mir wird das Permit verweigert, weil ich nur 2 Alu-Karabiner habe. Ich brauche entweder einen 3. Alu-Karabiner oder 1xAlu 1xStahl. Leider werde ich als Solotrecker deutlich gründlicher überprüft als Gruppen. Ich leihe mir dann im Ort einen Karabiner für 1,5€ pro Tag. Man kann aber auch die komplette Kletterausrüstung für 6€ am Tag leihen. Außerdem raten die Ranger dringend davon ab, die Runde komplett zu gehen, weil am 3. Tag sehr starker Wind angesagt ist.
    Danach genieße ich meinen Pausentag, kaufe Proviant, koche Kaffee, esse und lese. Am Abend lerne ich Oliver aus UK kennen, der auch morgen auf den Huemul Trekk gehen will. Auch ihm wurde von der kompletten Runde abgeraten. 2 weitere Wanderer aus der Schweiz wollen definitiv am 2. Tag auf dem Pass umkehren und die Runde nicht beenden. Ich überlege mit Oliver, ob wir die Runde nicht gemeinsam komplett gehen. Alleine ist uns beiden etwas mulmig.
    Am Abend gibt es eine Pizza im Patagonicus, angeblich die beste Pizza im Ort - und tatsächlich die Pizza mit Lamm ist super!

     
    El Chalten Fr 10.3.17
    Es regnet wieder die ganze Nacht, aber morgens trocknet es glücklicher Weise ab. Olli und ich gehen um 9:00 los. Vorher noch Baguette als Proviant für den ersten Tag gekauft. Die Wanderung am ersten Tag ist ganz nett, aber nicht spektakulär. Um ca. 16:00 kommen wir im Camp an, das sich recht schnell füllt. Ich habe genügend Zeit um meine Jacke zu reparieren. Später kochen und essen wir gemeinsam: 1 schweizer Pärchen, 2 französische Pärchen, Olli und ich.

    El Chalten Sa 11.3.17
    Nachts regnet es wieder sehr stark und ich werde von Mäusen überfallen, die meine Vorräte anknabbern. Morgen wollen Olli und ich entscheiden, ob wir am Pass umkehren oder die Runde komplett gehen. Am Sonntag sind laut Windguru Böen bis 100 km/h gemeldet!
    Wir starten um kurz nach 9:00 Uhr und gehen zu 8 los. Olli und ich lassen uns viel Zeit zum Fotografieren. Bei der Seilbrücke treffen wir die anderen wieder. Wow, die Brücke überspannt eine Schlucht mit einer Tiefe von 10 bis 15m! Gut, dass ich den Klettergurt doch einen MYOG-Gurt mitgenommen habe. Die Aussicht auf die Berge und auf die umliegenden Gletscher ist schlicht der Hammer! Als wir gerade am Paso del Viento ankommen sehe ich ca. 100m über dem Berg einen Condor kreisen. Innerhalb kürzester Zeit macht er mehrere Hundert Höhenmeter in der Thermik.
    Das ist definitiv einer der besten Trekkingtage in meinem Leben – unvergesslich! Um 17:00 kommen wir am Lago de Refugio an. Dort sind schon 3 Zelte aufgebaut und wir werden von einigen Franzosen und einem Engländer freundlich begrüßt. Es wird gemeinsam im Shelter gekocht und gegessen. So lassen wir den Tag langsam ausklingen.






    El Chalten So 12.3.17
    Wir stehen um 7:00 auf, weil ab 15:00 Sturm gemeldet ist und wir bis dahin die ausgesetzten Stellen auf dem Weg zum Paso Huemul hinter uns haben wollen. Bei Sturm sind die Stellen wirklich gefährlich und ich kann die Warnung der Ranger verstehen. Ansonsten ist die Wanderung entlang des patagonischen Innlandeises sehr schön und ohne Schwierigkeiten. Der Abstieg vom Huemul Pass ist sehr steil und bei Regen sicherlich sehr rutschig und dann auch sicherlich nicht ganz unproblematisch. Auch hier sehen wir einen Condor in der Thermik kreisen. Nachdem wir den Abstieg hinter uns haben, suchen wir den offiziellen Biwakplatz, der aber dem Wind komplett ausgesetzt ist. Um Punkt 15:05 setzt der Sturm ein und es ist klar, dass weder das Hilleberg Enan von Olli noch mein MYOG Zelt die Nacht bei diesem Sturm, überstehen werden. Für mich wäre nicht einmal das Aufbauen des Zelts möglich. Also gehen wir weiter und finden am Waldrand ein wunderbar geschütztes Plätzchen. Olli macht ein Lagerfeuer (natürlich nicht erlaubt!) und wir verbringen den Rest des Nachmittags und den Abend am Lagerfeuer. Später stößt dann noch Johannes aus Hamburg zu uns, der den Circuit anders herum wandert und den Rauch des Feuers schon von weitem gesehen hat. Olli hat übrigens ca. 15m vom Camp entfernt ein totes Rind entdeckt. Daher taufen wir das Camp „Dead Cow Camp“.

     
    Huemul Circuit, trocken und sonnig aber stürmisch                                                Mo, 13.3.17
    Wir brechen früh auf, zum einen, weil der Wind vermutlich noch zunehmen  wird, zum Anderen weil Olli Geburtstag hat und wir in El Chalten noch Steaks braten wollen.
    Der Wind ist so stark, dass wir öfter das Gleichgewicht verlieren und wie betrunkene Matrosen dahinstolpern. Die Tirolesa (Seilbrücke) am Rio Tunnel funktioniert leider nicht weil sich das Seil verklemmt hat und wir die Rolle nicht zu uns können. Ich versuche den Fluss zu furten um dann das Seil zu lösen. Bei der Hälfte gebe ich auf. Das Wasser geht mir bis zum Bauchnabel und fließt zu schnell. Ich würde sofort den Halt verlieren, sobald das Wasser auch nur etwas tiefer wird. Na ja kein Wunder, es ist kurz nach Mittag. Furten geht vermutlich nur früh morgens, weil der Fluss aus den Gletschern gespeist wird. Olli klettert dann am Seil entlang und kann die Rolle lösen, so dass die Seilbrücke wieder funktioniert. Akrobatik!
    Weiter geht es zum Hafen, wo wir leider kein Taxi rufen können (kein Mobilnetz) und 2,5h auf den Bus warten müssten. Also beschließen wir die restlichen 8km zu wandern. Der Blick auf den Cerro Torre und Fitz Roy ist bei diesem wolkenlosem Himmel überwältigend. Um 15:00 kommen wir nach einer gut 25km Etappe in El Chalten an und wir gönnen uns ein fürstliches Mittagessen. Abends feiern wir noch im Assador Nando und lassen uns das Lamm vom Grill schmecken – Sehr fein!



     
    El Chalten, Regen, nachmittags trocken bis sonnig                                                    Di 14.3.17
    Pausentag: Ich mache nichts außer Kaffeetrinken, lesen und plaudern. Übrigens gibt es seit diesem Jahr WiFi / Internet in El Chalten. Stabil funktioniert es noch nicht, aber immerhin…
     
    El Chalten, nachts Regen, morgens 3°C                                                                Mi 15.3.17
    Den Vormittag verbringe ich mit Packen, Brote schmieren und Geld ziehen. Um 13:00 sitze ich im Bus nach El Calafate. Um 19:15 geht dann der Flug nach Buenos Aires. Die empfindlichen Dinge (Paddel, Elektronik und Topf mit Hobo) nehme ich lieber ins Handgepäck. Die Sicht auf den Fitz Roy und Cerro Torre ist vom Flugzeug aus fantastisch! Wir fliegen über den Lago Argentino und Viedma Gletscher und ich genieße den tollen Blick.
    In Buenos Aires angekommen nehme ich ein Taxi zum Hostel. Das Hostel ist echt witzig: Eigentlich eine Altbau-Privatwohnung, mit 4m hohen Decken. Teilweise wurde eine Zwischendecke eingezogen um ein zusätzliches Zimmer zu schaffen. Der Aufzug sieht mit seinen Scherengittern aus wie man es aus französischen Filmen kennt.
     
    Buenos Aires, sonnig         Do 16.3.17
    Das Hostel liegt super und ich kann die Stadt gut zu Fuß erkunden. Ich spaziere durch die Stadt, schaue mir das Regierungsgebäude mit dem Museum (200 Jahre Argentinien – sehr empfehlenswert!) an. Flaniere durch San Telmo und durch die „Hafencity“. Abends gönne ich mir ein Essen im Assador Estancia.

    Buenos Aires, sonnig         Fr 17.3.17
    Auch heute mache ich einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stad. Dabei orientiere ich mich an meinen Reiseführer und fotografiere viel. In San Telmo gibt es eine schöne Markthalle in der mal von Restaurants, Gemüse- und Fischhändlern bis hin zu skurrilen Antiquitätenhändlern alles findet. Nach La Boca schaffe ich es allerdings nicht zu Fuß und auf Taxi oder Bus habe ich keine Lust. Da ich mir irgendwie den Magen verrenkt habe, gehe ich den Tag ruhiger an, gönne mir am Abend aber wieder eine „Schlachtplatte des Hauses“ in der Estancia.


    Buenos Aires, sonnig         Sa 18.3.17
    Um 7:00 morgens winke ich mir ein Taxi herbei und los geht es zum Flughafen. Leider kann ich auf dem Rückflug kaum schlafen und ich komme ziemlich gerädert nach 27h zu Hause an. Die letzten 5km übrigens mit dem Fahrrad
    Fazit: Tolle Reise, tolle Landschaften, tolle Menschen. Unser Alpen brauchen sich da allerdings nicht verstecken!
  21. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von LesPaul erhalten in Feuerland und Patagonien 2017 Teil 1   
    So, jetzt gibt es endlich meinen Reisebericht zur Patagonien- / Feuerlandreise Anfang diesen Jahres. Die Ausrüstung für die Tour ist großteils selbst gebaut. Beschreibungen dazu findet ihr im MYOG Bereich. So nun geht´s los:
     
    Hamburg / Paris So, 19.2.17
    Mann, Mann, Mann, was für eine vorfreudige Aufregung! Habe ich an alles gedacht? Alles dabei? Alles vorbereitet?
    Um kurz vor 13:00 ruft Carlo an und wir verabreden uns um 15:00 am Flughafen. Vorher noch einen Kaffee trinken und letzte Dinge besprechen. Kurz nachdem ich am Flughafen ankomme treffe ich auch schon Carlo und Walter. Freut mich total, dass die beiden extra zum Flughafen sind, um mich zu verabschieden.
    Schöner Flug nach Paris. In Paris kann ich mich 2 ½h auf eine Bank legen, das tut vor dem langen Flug gut! Weil das Gate kurzfristig an das andere Ende des Flughafens verlegt wird, komme ich doch noch zu meiner sportlichen Bewegung. Der Flug ist echt OK und ich kann gut 6h schlafen. Ich habe einen bequemen Platz (30€ Aufpreis) wo ich mich komplett ausstrecken kann. Ich komme um ca. 10:00 vormittags recht fit an.
     
    Santiago de Chile, tagsüber zwischen 32-35°C Mo 20.2.17
    Die Chilenen sind sehr nett und hilfsbereit! Erst einmal Geld geholt und dann ein Taxi genommen. Nach dem Flug habe ich keine Lust auf irgendwelche Abenteuer mit dem Minibus. Die Taxifahrt hat 50min gedauert, weil der Taxifahrer die Adresse nicht finden konnte. Um 12:00 Uhr bin ich dann endlich im Zimmer, das allerdings leider noch belegt ist. Also erst einmal zu Mittag essen (Bohnen, Reis, Salat) und dann das Zimmer beziehen. Nach einer kurzen Siesta geht es in die Innenstadt. Wenn man Links und Rechts verwechselt ist der Weg zur Metro ganz schön weit! Wenn man es richtig macht sind es 10min. Nach einer ¾h und 4-mal Fragen habe ich endlich die Metrostation und ich fahre ins Zentrum. Santiago ist jetzt nicht so der Hit aber es gibt einige ganz nette Ecken. Dank Globalisierung sind mir wenigstens die Preise vertraut: Ein Café con Leche mit einem Stück Apfelkuchen: 6,50€. Besonders gut hat mir der Park am Cerro Santa Lucia gefallen. Sehr liebevoll angelegt, eine Oase in der Hauptstadt. Die Stadt und auch das Stadtzentrum sind sehr weitläufig und ich bin insgesamt 5h zu Fuß unterwegs. Leider haben sowohl der Mercato Central als auch das „Aqui esta Coco“ (Restaurant) geschlossen – Schade!
    Nach dem ausgedehnten Spaziergang und dem langen Flug bin ich restlos KO und ich esse an einem kleinen Platz in einer Bar. Ich lasse mich überraschen, was ich da bestellt habe. Der Kaffee in Santiago ist übrigens wirklich gut: Stark, haut aber nicht auf den Magen. Leider wird das der letzte gute Kaffee sein, den ich bekomme. In Feuerland ist der Kaffe nicht besonders und in Argentinien leider grauenhaft.

    Santiago de Chile, tagsüber zwischen 32-35°C Di 21.2.17
    Frühstück ist einfach: 2 Eier zum selber braten, dazu Toast. Heute nehme ich den richtigen Weg zur Metro. Vorher buche ich über Uber für morgen die Fahrt zum Flughafen.
    Ich komme gerade noch rechtzeitig zur Stadttour angejoggt. Die Tour dauert 3h ist super interessant und man gibt am Schluss ein (anständiges) Trinkgeld. Es ist eine alternative Stadttour über die Märkte, der nördliche Teil des Zentrums und den Zentralfriedhof (!). Man erfährt auch einiges zur Geschichte vor allem zur jüngsten Geschichte seit Präsident Allende und dem Putsch durch Pinochet. Super spannend und sehr empfehlenswert!
    Danach einen Meeresfrüchteeintopf im Tio Willy im Mercado Central und dann weiter zum Cerro Christobal. Für die Seilbahn müsste ich mindestens 1h Schlange stehen und so spaziere ich auf Berg. Bei der Hitze ist das echt anstrengend und ich freue mich schon auf das kalte Feuerland. Aber der Blick auf die Stadt belohnt den schweißtreibenden Aufstieg. Auf dem Rückweg stärke ich mich noch mit einem Mote con huesillo – sehr lecker!
    Leider kann ich keinen Platz im Peumayen reservieren – Reservierungen werden so kurzfristig nicht mehr angenommen, aber ich soll einfach um 19:00 dort sein und mein Glück versuchen. Schlendere danach noch ein wenig durch die Stadt un um 19:00 bin ich wieder im Peumayen.
    Yesss! Habe einen wunderbaren Platz im überdachten Innenhof bekommen, ich finde sogar einen der besten Plätze. Danach gibt es ein Abendessen der Extraklasse: traditionelle chilenische Gerichte der unterschiedlichen Ureinwohnerstämme neu interpretiert – Alles in Allem gehobene moderner Küche. Nach einem Pisco Sour als Aperitif gab es zum Einstieg 6 verschiedene Brotvariationen. Danach gemischte Vorspeisen. Als Hauptgang ein sehr zartes, köstliches Steak vom Pferd auf einem heißen Stein, danach 8 verschiedene Nachspeisen.

    Santiago de Chile, nachts 30°C Mi 22.2.17
    Habe bei dieser Hitze nicht besonders gut geschlafen. Uber ist super, alles funktioniert reibungslos. Am Flughafen dann leider ein Komplettchaos, weil Sky Airlines das IT-System umstellt. Aber nach 1h warten habe ich meine Boardkarte mit einem Fensterplatz.
    In Punta Arenas angekommen nehme ich ein Taxi ins Hostel, von dort aus gehe ich gleich ins Reisebüro. Ich habe Glück, um 16:00 fährt ein Boot zur Pinguinkolonie auf der Magdalena Insel. Die andere Kolonie, die man per Straße erreichen kann ist um diese Zeit im Jahr schon verlassen.
    Die 60€ lohnen sich auf jeden Fall: Eine schöne Bootsfahrt von 2h zur Insel, 1h auf der Insel und 2h wieder bei Sonnenuntergang zurück. Die Pinguine sind echt putzig und sehr fotogen!
    Punta Arenas finde ich recht hässlich, gut dass ich nur eine Nacht bleibe und es morgen wieder weiter geht.

    Puerto Williams, Tolles Wetter, leichter Regen am späten Nachmittag Do 23.2.17
    Der Flug war perfekt, ich Sitze auf Platz 1A und die Sicht auf Ushuaia und die Berge ist atemberaubend. Ich kann auch den ganzen Beagelkanal überblicken und sehe jede Menge Gletscher. Am Flughafen werde ich von Cecilia freudig begrüßt und dann geht´s auch schon zum Campingplatz. Naja Campingplatz, eigentlich ist es Cecilias Garten. Aber mit der Hütte, in der sich 2 Bäder, eine Küche und ein großes Wohnzimmer befinden ist es zwar einfach aber sehr gemütlich und familiär. Puerto Williams hat für einen so kleinen Ort doch einiges zu bieten: Das Café am Hafen ist sehr schön, leider haut mir der Kaffee auf den Magen. Ein tolles Museum mit Internet und ein paar kleine Restaurants. Bei der Polizei melde ich mich schon mal für die Dientes del Navarino Tour ab, dann muss ich das morgen nicht mehr erledigen.
    Die Leute auf dem Campingplatz sind sehr nett: Julien ist ein netter Franzose, der komplett von meinem MYOG Packraft begeistert ist. Er überlegt ob und wie er auf seiner noch mehrmonatigen Reise ein Packraft bauen kann. Ich schicke ihm noch meinen Bauplan. Von Anne und Max bekomme ich einen Geburtstagskuchen und Cecilia bringt noch 2 große Lachse und einen anderen Fisch, aus dem die Franzosen ein tolles Abendessen zaubern. So feiern wir meinen Geburtstag noch bis Mitternacht – unvergesslich!

    Dientes del Navarino, super Wetter – Sonne pur, morgens 6°C Fr 24.2.17
    Um 9:00 geht es los und Cecilia bringt uns zum Trailhead. Vorher wiege ich meinen Rucksack noch an einer Kofferwaage: 11,3kg inkl. Packraftausrüstung und Verpflegung für 7 Tage. Das ist echt gut und passt ganz gut zu meiner Packliste, die 10,9kg errechnet hat. Der Trail ist sehr schön, mache viel Fotos und genieße das tolle Wetter. Ein gelungener Start für die erste Tour. Meine geplante Etappe schaffe ich gut und um 18:00 baue ich das Zelt auf. Jetzt noch ein wenig schreiben und dann kochen. Das Wetter auf Feuerland ist recht wechselhaft. Nachts nimmt der Wind zu und die Böen haben schon fast Sturmstärke. Ich hatte schon ein wenig Angst um mein Zelt, aber es hat mich nicht im Stich gelassen! Später setzt Regen ein. Ich versuche das Zelt bei den starken Böen ein wenig abzustützen. Jetzt muss das Zelt wirklich halten!


    Dientes del Navarino, super Wetter – auf dem Weg zum Gipfel etwas Regen Sa 25.2.17
    Ich breche nach dieser aufregenden Nacht erst um 10:00 auf – ohne Früstück. Das Frühstück hole ich in einer windgeschützten Senke kurz unterhalb des Gipfels nach. Der Regen hat auch aufgehört und ich kann eine schöne Pause einlegen. Kurz vor dem Abstieg durch einen Wald kann man bis zur Inselgruppe von Kap Hoorn sehen – Wow! Beim Abstieg, der eines der schwierigsten Wegstücke sein soll, verliere ich leider den Weg und muss mich durchs Unterholz schlagen und 1000 umgefallene Bäume überklettern. Sehr unangenehm und dann rutsche ich in einem besonders steilen Teilstück aus verdrehe ich mir auch noch das Knie. Gut dass ich einen leichten Rucksack habe. Kurz vor dem Fluss finde ich den Weg wieder und es geht gemütlich flach das Tal entlang, bis ich unter einem Baum durchkrabbel und plötzlich vor einer Hängematte stehe. Ich bin bei der Hütte angekommen und es ist erst 14:00. Toll ein halber Tag um die Gegend zu erkunden. Anne und Max sind auch schon da und haben bereits ihr Zelt aufgebaut. Ihr Platz letzte Nacht war wohl weniger geschützt und sie haben einen Riss im Außenzelt und einen im Innenzelt bzw. im Boden. Aber so ein Hilleberg lässt sich gut reparieren. Die Hütte hat einen Ofen und die beiden heizen schon mal schön ein. Vorher versuchen wir zu fischen, geben aber schon nach einer halben Stunde wieder auf. Den Versuch zu Paddeln muss ich auch recht schnell wieder aufgeben. Der Wind hat inzwischen kräftig zugelegt und inzwischen schon fast Sturmstärke. Das wird mir mit dem Packraft schnell zu viel. Am Abend kochen wir noch gemeinsam und gehen früh schlafen.


    Isla del Navarino, super Wetter aber windig So 26.2.17
    Wache schon um 7:30 auf und bin froh in der Hütte übernachtet zu haben. Die Nacht war sehr windig. Aber jetzt am Morgen wird der Wind schwächer. Ich mache erst einmal einen Kaffee und probiere dann fast bei Windstille mein Packraft aus. Ich paddle bei herrlichem Wetter eine gute Stunde – ein Traum geht in Erfüllung!
    Ich überlege, ob ich noch weiter bis zur Küste wandern soll, entscheide mich aber dann doch dagegen. Ich breche kurz nach 12:00 auf und mache mich auf den Rückweg. Mein Knie schmerz noch ein wenig von dem gestrigen Ausrutscher. Da mir dieses angeschlagene Knie schon mal eine Wanderung in Grönland verdorben hat habe ich mich für die sichere Variante entschieden und bin nicht weiter zur Küste gewandert. Ich bereue die Entscheidung nicht! Der Rückweg ist herrlich und ich genieße das tolle Wetter und lasse mir Zeit.
    Kurz nach 17:00 komme ich an meinem alten Zeltplatz an, beschließe aber noch ein wenig weiter zu gehen. Kurz darauf entdecke ich eine winzige aber ebene Fläche im Wald. An dieser windgeschützten Stelle bleibe ich! Vorher muss ich aber noch zurück und Wasser holen. Der Wind frischt wieder auf und um 19:00 wird es so kalt und windig, dass ich mich zum Schreiben ins Zelt setze. Ich bin froh, dass ich im Wald zelte!



  22. Gefällt mir!
    Barbarix reagierte auf LesPaul in Karma Mid I - einwandiges 1p-Mid   
    Sooo. Endlich fertig: Das Karma Mid I
    Da es mein Zelt einfach nicht zu kaufen gibt, musste ich es selber bauen.
    Konzept:
    Ein Greatest-Hits-Zelt meiner Lieblings-Mids: Lunar Solo, Tramplite shelter, Solomid.
    Es sollte ein einwandiges All-in-one-Zelt, vor allem für längere Strecken (also täglicher Auf-und Abbau über längere Zeit) mit folgenden Prioritäten sein:
    Schneller und einfacher Auf- und Abbau bei jedem Wetter, kein Groundsheet nötig. Groß: Viel Platz für einen plus Gear, komfortable Sitzhöhe, trockener Platz zum Kochen Und leicht darf es dann auch noch sein =), stand aber diesmal tatsächlich nicht an erster Stelle. Das ganze ist eigentlich der Prototyp für eine Cuben Version.
     
    Materialien:
    Outer: 36er Silnylon
    Inner: 90g Zeltboden, 25g Mesh
    Linelocs, 3er YKK Zipper, Dyneema Kordel und ein paar Schnallen.
     
    Specs:
    Gewicht: 685g inkl aller Schnüre und Gebimmel. 
    Außenzelt ohne Linelocs und Schnüre: 217g
    Mit allem Gebimmel, Schnüren etc: 298g
    Zeltboden alleine: 239g
    Aufbauzeit alleine, ohne übertriebene Eile: 1:40 min  (cool!)
    Erst mal ein paar Eindrücke vom fertigen Zelt:




     
    Für normales (Mist-) Wetter reicht der normale Aufbau mit super Aussicht beim Einschlafen (solange der Regen nicht waagrecht fliegt). Wenn es mal ganz mies wird, gibt es noch eine Tür zum Einhängen in den Dom und die Abspannpunkte (habe ich noch leicht modifiziert, aber vergessen Bilder zu machen). Zur Belüftung kann man das untere Ende weiter hoch oder runter spannen:


     
     
    Wie wurde es also gemacht:
    Grundsätzlich: die Verarbeitung vom 36er Silnylon ist die Pest. Mit ein Paar Kniffen geht es aber.
    Als erstes der Zuschnitt: Alleine das Anzeichnen auf Silnylon ist schon nicht lustig, was sich als gut herausgestellt hat, waren “fettige” Kinderbunstifte zum Malen auf diesen kleinen Tafeln. Die halten super und lassen sich einfach mit nem feuchten Tuch wieder abwischen.

     Catcut-Schablone für insgesamt 5cm Catcut inkl Nahtzugabe auf 220m Länge.

     
    Die Nähte:
    Das 36er Silnylon ist schon ziemlich dünn, daher wollte ich auf jeden Fall mehrlagige Nähte haben. Daher habe ich alle Nähte zuerst mit Elastosil geklebt, dann vernäht, nach folgendem Prinzip:

    Auf diese Art sind alle Nähte komfortabel 4-Lagig und ausreichend stabil, ohne, dass sich unter ordentlich Zug die Nahtlöcher aufziehen. Das vorherige Kleben macht das Nähen von dem glitschigen Zeug deutlich angenehmer:


     
    Alle Verstärkungen an den Abspannpunkten sind (Kreise) aus dem selben 36 Silnylon mit dem Lötkolben ausgeschnitten und aufgeklebt. An den Abspannpunkten habe ich 12mm Einfassband benutzt und die Linelocs von Extex mit 5mm Dyneema Kordel.
     
    Die Spitze:
    Bei vielen Mids hat mich die “zipfelmützige” Zeltspitze gestört, ich wollte einen möglichst runden Dom haben. Er besteht aus 2 Lagen 90g Zeltboden. Ich habe alle Dreiecke des Außenzeltes bis fast ganz zur Spitze genäht und dann ein ca 8cm Durchmesser Loch hineingeschnitten, auf das mittig der Dom gesetzt wurde. Der Dom ist damit dreilagig: Zeltboden-Außenzelt-Zeltboden.
    Die runde Form kommt von diesem Prinzip:




     
    Das Innere:
    Die Wanne ist komfortable 250cm lang, oben und unten 80cm breit, in der Mitte 140cm breit - da kann auch der ganze Rucksack mit rein, wenn es sein muss. Mit einer Höhe von 125cm am Stock kann man sich bequem auch länger darin aufhalten.

    Das darin ist eine X-lite in L (63 x 196 cm)
    Die Wanne wird nur von der Saumnaht oben geformt. Ich habe den Korpus nirgends perforiert.

    Die Wanne wird im Zelt mit dünnem Shock Cord an kleinen Loops am Außenzelt aufgezogen, um Spannung vom Mesh zu nehmen.
     
    Da das Zelt ja nur einwandig ist, läuft außen herum nur ein Streifen Mesh. Ich habe die Position so gewählt, dass der Streifen auf der Linie verläuft, an der der Innenraum >30cm hoch wird. Alles andere wäre mir zu flach, um es sinnvoll als Innenraum zu nutzen. Der ist ohnehin groß genug. Die Tür aus 3er YKK Reißverschluss ist für Rechtshänder ausgelegt und hat einen “Aufhalter” aus Ripsband und einem T-Stopper:

     

     
    Die Tür wird im Dom in einem Clip-Lineloc befestigt und kann von innen verstellt werden:

     
    Mit Packmaß und Gewicht bin ich recht zufrieden, wenn man den massiven Boden bedenkt.
    So ein Paket ist das ganze Zelt geworden:

     
     
    So sähe die leichte Version davon aus: Außenzelt 298g und nochmal 92g für die Polycryo-Wanne (im Schneegestöber).

     
    Absacker:
    Prinzipiell bin ich mit dem 36er Silnylon nicht so glücklich. Es funktioniert zwar gut, mir dehnt sich es aber insgesamt zu doll - auch ohne Feuchtigkeit.
    Ich arbeite natürlich schon am Karma Mid II  : /
    Da werden dann beide Stöcke zum Einsatz kommen.
     
    So far. Ein größerer Test kommt erst im Herbst, wenn ich ein paar Wochen damit loskann.
    Bisher hatte ich nur 2 Wochenender, auch mit Regen, aber nicht ernsthaft schlechtem Wetter oder größerem Sturm.
     
    Schönes Wochenende, 
    Paule
     
     
  23. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von LesPaul erhalten in Feuerland und Patagonien 2017 Teil 1   
    El Chalten Mo 6.3.17
    Beim Frühstück unterhalte ich mich mit einer Österreicherin und sie schenkt mir eine Wanderkarte der Gegend. Ich schenke ihr dafür die Beschreibung aus dem Wanderführer. Sie hatte die Karte doppelt, ich die Beschreibung – Win Win.
    Um kurz nach 10:00 Uhr starte ich mit einer halb vollen Gaskartusche. Die sollte erst einmal reichen. Auf zum lang ersehnten Cerro Torre. Die Aussicht auf dem Trail ist schlicht atemberaubend. Ich habe Glück mit dem Wetter, kein Wölkchen trübt den Blick auf die Berge. Beim Camp Augustini mache ich kehrt und wandere weiter zum Camp Pinocient. Dort baue ich schnell mein Zelt aufgrund gehe mit dem Tagesrucksack zur Laguna de Los Tres. Sehr schön, auch wenn inzwischen der Fitz Roy in Wolken ist. Der Aufstieg (1h, recht steil) hat sich gelohnt. Einer der schönsten Wandertage überhaupt geht zu Ende!
    Zurück im Camp wird gekocht und später fängt es an zu regnen. Die nächsten 3 Tage sollen regnerisch werden – mal sehen. Das Camp ist übrigens recht voll und die sanitären Einrichtungen sind eher etwas für Abgehärtete.

    El Chalten Di 7.3.17
    Die Nacht war feucht und ich hatte sehr viel Kondens im Zelt. Der Daunenschlafsack hat deutlich an Loft verloren, trotzdem habe ich super geschlafen.
    Heute geht es gute 5h gemütlich durch Wälder und an einem Gletscher vorbei. Um 15:30 bin ich dann am Camp Piedra de Fraile. Von dort aus gehe ich dann mit dem Tagesrucksack noch zum Lago Electrico. Am Abend füllt sich dann das Camp (leider) doch noch. Auf dem Weg zum Camp gehe ich immer am Fluss entlang. Ich bin der Meinung, dass er ab der Brück auch ohne Spritzdecke paddelbar sein müsste.

    El Chalten Mi 8.3.17
    Regen, Regen, Regen, die ganze Nacht und den ganzen Vormittag. Nach dem 3. Kaffee lässt der Regen langsam nach und ich breche auf. Eine halbe Stunde später hört der Regen auf und ich denke wieder ans Packraften! Als ich bei der Brücke ankomme überlege ich gründlich, ob ich das Risiko eingehe den Rio Electrico zu befahren.
    Contra: Der Rio Electrico fließt recht schnell und ich weiß nicht was mich erwartet. Ich habe weder Trockenanzug noch Spritzdecke und das Wasser ist eisig.
    Pro: Hauptsächlich 3 Gründe: Spaß, Fun und Gaudi!
    Also baue ich das Boot auf und mache mich startklar. Ich paddle - und wie! Es geht ganz schön flott voran, 2 mal kommt eine Welle über und ich sitze in einer Badewanne. Macht nichts, das Wasser wärmt sich im Boot etwas auf. Ich passiere eine Straßenbrücke und paddle weiter. Ein gutes Stück flussabwärts ist plötzlich ein Drahtzaum quer über den Fluss gespannt. Schei…! Das ist echt gefährlich und ich kann mich gerade so ins Kehrwasser retten. Was soll das? Ich überlege was ich weiter machen soll und ob noch weitere Zäune drohen. Ich wuchte meine Sachen über den Zaun und als ich weiter fahren möchte höre ich jemanden rufen. Es ist ein Ranger, der mir freundlich aber bestimmt erklärt, dass Paddeln im gesamten Nationalpark verboten ist. Also das heißt, nicht paddeln an sich ist verboten, sondern nur paddeln mit eigenem Boot. Wenn man eine Tour bucht ist alles OK. Das sehe ich aus Naturschutzgründen natürlich ein. Naja es gibt keinen Stress oder Ärger, aber das Paddeln ist leider vorbei. Also packe ich meine Sachen und trampe die letzten Kilometer zurück nach El Chalten. Ich beschließe wieder auf den Campingplatz El Relincho zu gehen und hänge ersteinmal meine Sachen zum Trocknen auf. Am Abend gibt es ein nettes und sehr leckeres Abendessen im La Cava. Empfehlenswert!

    El Chalten Do 9.3.17
    Es regnet wieder die ganze Nacht und der Schlafsack ist am Morgen wieder klamm, aber OK. Mittelmäßig viel Kondens im Zelt. Ich unterhalte mich mit anderen Campern und alle klagen über viel Kondens. Morgen geht es los auf den Huemul Trekk! Daher gehe ich erst einmal ins Nationalpark Center und beantrage dort mein Permit. Meine Ausrüstung wird gecheckt und mir wird das Permit verweigert, weil ich nur 2 Alu-Karabiner habe. Ich brauche entweder einen 3. Alu-Karabiner oder 1xAlu 1xStahl. Leider werde ich als Solotrecker deutlich gründlicher überprüft als Gruppen. Ich leihe mir dann im Ort einen Karabiner für 1,5€ pro Tag. Man kann aber auch die komplette Kletterausrüstung für 6€ am Tag leihen. Außerdem raten die Ranger dringend davon ab, die Runde komplett zu gehen, weil am 3. Tag sehr starker Wind angesagt ist.
    Danach genieße ich meinen Pausentag, kaufe Proviant, koche Kaffee, esse und lese. Am Abend lerne ich Oliver aus UK kennen, der auch morgen auf den Huemul Trekk gehen will. Auch ihm wurde von der kompletten Runde abgeraten. 2 weitere Wanderer aus der Schweiz wollen definitiv am 2. Tag auf dem Pass umkehren und die Runde nicht beenden. Ich überlege mit Oliver, ob wir die Runde nicht gemeinsam komplett gehen. Alleine ist uns beiden etwas mulmig.
    Am Abend gibt es eine Pizza im Patagonicus, angeblich die beste Pizza im Ort - und tatsächlich die Pizza mit Lamm ist super!

     
    El Chalten Fr 10.3.17
    Es regnet wieder die ganze Nacht, aber morgens trocknet es glücklicher Weise ab. Olli und ich gehen um 9:00 los. Vorher noch Baguette als Proviant für den ersten Tag gekauft. Die Wanderung am ersten Tag ist ganz nett, aber nicht spektakulär. Um ca. 16:00 kommen wir im Camp an, das sich recht schnell füllt. Ich habe genügend Zeit um meine Jacke zu reparieren. Später kochen und essen wir gemeinsam: 1 schweizer Pärchen, 2 französische Pärchen, Olli und ich.

    El Chalten Sa 11.3.17
    Nachts regnet es wieder sehr stark und ich werde von Mäusen überfallen, die meine Vorräte anknabbern. Morgen wollen Olli und ich entscheiden, ob wir am Pass umkehren oder die Runde komplett gehen. Am Sonntag sind laut Windguru Böen bis 100 km/h gemeldet!
    Wir starten um kurz nach 9:00 Uhr und gehen zu 8 los. Olli und ich lassen uns viel Zeit zum Fotografieren. Bei der Seilbrücke treffen wir die anderen wieder. Wow, die Brücke überspannt eine Schlucht mit einer Tiefe von 10 bis 15m! Gut, dass ich den Klettergurt doch einen MYOG-Gurt mitgenommen habe. Die Aussicht auf die Berge und auf die umliegenden Gletscher ist schlicht der Hammer! Als wir gerade am Paso del Viento ankommen sehe ich ca. 100m über dem Berg einen Condor kreisen. Innerhalb kürzester Zeit macht er mehrere Hundert Höhenmeter in der Thermik.
    Das ist definitiv einer der besten Trekkingtage in meinem Leben – unvergesslich! Um 17:00 kommen wir am Lago de Refugio an. Dort sind schon 3 Zelte aufgebaut und wir werden von einigen Franzosen und einem Engländer freundlich begrüßt. Es wird gemeinsam im Shelter gekocht und gegessen. So lassen wir den Tag langsam ausklingen.






    El Chalten So 12.3.17
    Wir stehen um 7:00 auf, weil ab 15:00 Sturm gemeldet ist und wir bis dahin die ausgesetzten Stellen auf dem Weg zum Paso Huemul hinter uns haben wollen. Bei Sturm sind die Stellen wirklich gefährlich und ich kann die Warnung der Ranger verstehen. Ansonsten ist die Wanderung entlang des patagonischen Innlandeises sehr schön und ohne Schwierigkeiten. Der Abstieg vom Huemul Pass ist sehr steil und bei Regen sicherlich sehr rutschig und dann auch sicherlich nicht ganz unproblematisch. Auch hier sehen wir einen Condor in der Thermik kreisen. Nachdem wir den Abstieg hinter uns haben, suchen wir den offiziellen Biwakplatz, der aber dem Wind komplett ausgesetzt ist. Um Punkt 15:05 setzt der Sturm ein und es ist klar, dass weder das Hilleberg Enan von Olli noch mein MYOG Zelt die Nacht bei diesem Sturm, überstehen werden. Für mich wäre nicht einmal das Aufbauen des Zelts möglich. Also gehen wir weiter und finden am Waldrand ein wunderbar geschütztes Plätzchen. Olli macht ein Lagerfeuer (natürlich nicht erlaubt!) und wir verbringen den Rest des Nachmittags und den Abend am Lagerfeuer. Später stößt dann noch Johannes aus Hamburg zu uns, der den Circuit anders herum wandert und den Rauch des Feuers schon von weitem gesehen hat. Olli hat übrigens ca. 15m vom Camp entfernt ein totes Rind entdeckt. Daher taufen wir das Camp „Dead Cow Camp“.

     
    Huemul Circuit, trocken und sonnig aber stürmisch                                                Mo, 13.3.17
    Wir brechen früh auf, zum einen, weil der Wind vermutlich noch zunehmen  wird, zum Anderen weil Olli Geburtstag hat und wir in El Chalten noch Steaks braten wollen.
    Der Wind ist so stark, dass wir öfter das Gleichgewicht verlieren und wie betrunkene Matrosen dahinstolpern. Die Tirolesa (Seilbrücke) am Rio Tunnel funktioniert leider nicht weil sich das Seil verklemmt hat und wir die Rolle nicht zu uns können. Ich versuche den Fluss zu furten um dann das Seil zu lösen. Bei der Hälfte gebe ich auf. Das Wasser geht mir bis zum Bauchnabel und fließt zu schnell. Ich würde sofort den Halt verlieren, sobald das Wasser auch nur etwas tiefer wird. Na ja kein Wunder, es ist kurz nach Mittag. Furten geht vermutlich nur früh morgens, weil der Fluss aus den Gletschern gespeist wird. Olli klettert dann am Seil entlang und kann die Rolle lösen, so dass die Seilbrücke wieder funktioniert. Akrobatik!
    Weiter geht es zum Hafen, wo wir leider kein Taxi rufen können (kein Mobilnetz) und 2,5h auf den Bus warten müssten. Also beschließen wir die restlichen 8km zu wandern. Der Blick auf den Cerro Torre und Fitz Roy ist bei diesem wolkenlosem Himmel überwältigend. Um 15:00 kommen wir nach einer gut 25km Etappe in El Chalten an und wir gönnen uns ein fürstliches Mittagessen. Abends feiern wir noch im Assador Nando und lassen uns das Lamm vom Grill schmecken – Sehr fein!



     
    El Chalten, Regen, nachmittags trocken bis sonnig                                                    Di 14.3.17
    Pausentag: Ich mache nichts außer Kaffeetrinken, lesen und plaudern. Übrigens gibt es seit diesem Jahr WiFi / Internet in El Chalten. Stabil funktioniert es noch nicht, aber immerhin…
     
    El Chalten, nachts Regen, morgens 3°C                                                                Mi 15.3.17
    Den Vormittag verbringe ich mit Packen, Brote schmieren und Geld ziehen. Um 13:00 sitze ich im Bus nach El Calafate. Um 19:15 geht dann der Flug nach Buenos Aires. Die empfindlichen Dinge (Paddel, Elektronik und Topf mit Hobo) nehme ich lieber ins Handgepäck. Die Sicht auf den Fitz Roy und Cerro Torre ist vom Flugzeug aus fantastisch! Wir fliegen über den Lago Argentino und Viedma Gletscher und ich genieße den tollen Blick.
    In Buenos Aires angekommen nehme ich ein Taxi zum Hostel. Das Hostel ist echt witzig: Eigentlich eine Altbau-Privatwohnung, mit 4m hohen Decken. Teilweise wurde eine Zwischendecke eingezogen um ein zusätzliches Zimmer zu schaffen. Der Aufzug sieht mit seinen Scherengittern aus wie man es aus französischen Filmen kennt.
     
    Buenos Aires, sonnig         Do 16.3.17
    Das Hostel liegt super und ich kann die Stadt gut zu Fuß erkunden. Ich spaziere durch die Stadt, schaue mir das Regierungsgebäude mit dem Museum (200 Jahre Argentinien – sehr empfehlenswert!) an. Flaniere durch San Telmo und durch die „Hafencity“. Abends gönne ich mir ein Essen im Assador Estancia.

    Buenos Aires, sonnig         Fr 17.3.17
    Auch heute mache ich einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stad. Dabei orientiere ich mich an meinen Reiseführer und fotografiere viel. In San Telmo gibt es eine schöne Markthalle in der mal von Restaurants, Gemüse- und Fischhändlern bis hin zu skurrilen Antiquitätenhändlern alles findet. Nach La Boca schaffe ich es allerdings nicht zu Fuß und auf Taxi oder Bus habe ich keine Lust. Da ich mir irgendwie den Magen verrenkt habe, gehe ich den Tag ruhiger an, gönne mir am Abend aber wieder eine „Schlachtplatte des Hauses“ in der Estancia.


    Buenos Aires, sonnig         Sa 18.3.17
    Um 7:00 morgens winke ich mir ein Taxi herbei und los geht es zum Flughafen. Leider kann ich auf dem Rückflug kaum schlafen und ich komme ziemlich gerädert nach 27h zu Hause an. Die letzten 5km übrigens mit dem Fahrrad
    Fazit: Tolle Reise, tolle Landschaften, tolle Menschen. Unser Alpen brauchen sich da allerdings nicht verstecken!
  24. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von Lightlix erhalten in Feuerland und Patagonien 2017 Teil 1   
    El Chalten Mo 6.3.17
    Beim Frühstück unterhalte ich mich mit einer Österreicherin und sie schenkt mir eine Wanderkarte der Gegend. Ich schenke ihr dafür die Beschreibung aus dem Wanderführer. Sie hatte die Karte doppelt, ich die Beschreibung – Win Win.
    Um kurz nach 10:00 Uhr starte ich mit einer halb vollen Gaskartusche. Die sollte erst einmal reichen. Auf zum lang ersehnten Cerro Torre. Die Aussicht auf dem Trail ist schlicht atemberaubend. Ich habe Glück mit dem Wetter, kein Wölkchen trübt den Blick auf die Berge. Beim Camp Augustini mache ich kehrt und wandere weiter zum Camp Pinocient. Dort baue ich schnell mein Zelt aufgrund gehe mit dem Tagesrucksack zur Laguna de Los Tres. Sehr schön, auch wenn inzwischen der Fitz Roy in Wolken ist. Der Aufstieg (1h, recht steil) hat sich gelohnt. Einer der schönsten Wandertage überhaupt geht zu Ende!
    Zurück im Camp wird gekocht und später fängt es an zu regnen. Die nächsten 3 Tage sollen regnerisch werden – mal sehen. Das Camp ist übrigens recht voll und die sanitären Einrichtungen sind eher etwas für Abgehärtete.

    El Chalten Di 7.3.17
    Die Nacht war feucht und ich hatte sehr viel Kondens im Zelt. Der Daunenschlafsack hat deutlich an Loft verloren, trotzdem habe ich super geschlafen.
    Heute geht es gute 5h gemütlich durch Wälder und an einem Gletscher vorbei. Um 15:30 bin ich dann am Camp Piedra de Fraile. Von dort aus gehe ich dann mit dem Tagesrucksack noch zum Lago Electrico. Am Abend füllt sich dann das Camp (leider) doch noch. Auf dem Weg zum Camp gehe ich immer am Fluss entlang. Ich bin der Meinung, dass er ab der Brück auch ohne Spritzdecke paddelbar sein müsste.

    El Chalten Mi 8.3.17
    Regen, Regen, Regen, die ganze Nacht und den ganzen Vormittag. Nach dem 3. Kaffee lässt der Regen langsam nach und ich breche auf. Eine halbe Stunde später hört der Regen auf und ich denke wieder ans Packraften! Als ich bei der Brücke ankomme überlege ich gründlich, ob ich das Risiko eingehe den Rio Electrico zu befahren.
    Contra: Der Rio Electrico fließt recht schnell und ich weiß nicht was mich erwartet. Ich habe weder Trockenanzug noch Spritzdecke und das Wasser ist eisig.
    Pro: Hauptsächlich 3 Gründe: Spaß, Fun und Gaudi!
    Also baue ich das Boot auf und mache mich startklar. Ich paddle - und wie! Es geht ganz schön flott voran, 2 mal kommt eine Welle über und ich sitze in einer Badewanne. Macht nichts, das Wasser wärmt sich im Boot etwas auf. Ich passiere eine Straßenbrücke und paddle weiter. Ein gutes Stück flussabwärts ist plötzlich ein Drahtzaum quer über den Fluss gespannt. Schei…! Das ist echt gefährlich und ich kann mich gerade so ins Kehrwasser retten. Was soll das? Ich überlege was ich weiter machen soll und ob noch weitere Zäune drohen. Ich wuchte meine Sachen über den Zaun und als ich weiter fahren möchte höre ich jemanden rufen. Es ist ein Ranger, der mir freundlich aber bestimmt erklärt, dass Paddeln im gesamten Nationalpark verboten ist. Also das heißt, nicht paddeln an sich ist verboten, sondern nur paddeln mit eigenem Boot. Wenn man eine Tour bucht ist alles OK. Das sehe ich aus Naturschutzgründen natürlich ein. Naja es gibt keinen Stress oder Ärger, aber das Paddeln ist leider vorbei. Also packe ich meine Sachen und trampe die letzten Kilometer zurück nach El Chalten. Ich beschließe wieder auf den Campingplatz El Relincho zu gehen und hänge ersteinmal meine Sachen zum Trocknen auf. Am Abend gibt es ein nettes und sehr leckeres Abendessen im La Cava. Empfehlenswert!

    El Chalten Do 9.3.17
    Es regnet wieder die ganze Nacht und der Schlafsack ist am Morgen wieder klamm, aber OK. Mittelmäßig viel Kondens im Zelt. Ich unterhalte mich mit anderen Campern und alle klagen über viel Kondens. Morgen geht es los auf den Huemul Trekk! Daher gehe ich erst einmal ins Nationalpark Center und beantrage dort mein Permit. Meine Ausrüstung wird gecheckt und mir wird das Permit verweigert, weil ich nur 2 Alu-Karabiner habe. Ich brauche entweder einen 3. Alu-Karabiner oder 1xAlu 1xStahl. Leider werde ich als Solotrecker deutlich gründlicher überprüft als Gruppen. Ich leihe mir dann im Ort einen Karabiner für 1,5€ pro Tag. Man kann aber auch die komplette Kletterausrüstung für 6€ am Tag leihen. Außerdem raten die Ranger dringend davon ab, die Runde komplett zu gehen, weil am 3. Tag sehr starker Wind angesagt ist.
    Danach genieße ich meinen Pausentag, kaufe Proviant, koche Kaffee, esse und lese. Am Abend lerne ich Oliver aus UK kennen, der auch morgen auf den Huemul Trekk gehen will. Auch ihm wurde von der kompletten Runde abgeraten. 2 weitere Wanderer aus der Schweiz wollen definitiv am 2. Tag auf dem Pass umkehren und die Runde nicht beenden. Ich überlege mit Oliver, ob wir die Runde nicht gemeinsam komplett gehen. Alleine ist uns beiden etwas mulmig.
    Am Abend gibt es eine Pizza im Patagonicus, angeblich die beste Pizza im Ort - und tatsächlich die Pizza mit Lamm ist super!

     
    El Chalten Fr 10.3.17
    Es regnet wieder die ganze Nacht, aber morgens trocknet es glücklicher Weise ab. Olli und ich gehen um 9:00 los. Vorher noch Baguette als Proviant für den ersten Tag gekauft. Die Wanderung am ersten Tag ist ganz nett, aber nicht spektakulär. Um ca. 16:00 kommen wir im Camp an, das sich recht schnell füllt. Ich habe genügend Zeit um meine Jacke zu reparieren. Später kochen und essen wir gemeinsam: 1 schweizer Pärchen, 2 französische Pärchen, Olli und ich.

    El Chalten Sa 11.3.17
    Nachts regnet es wieder sehr stark und ich werde von Mäusen überfallen, die meine Vorräte anknabbern. Morgen wollen Olli und ich entscheiden, ob wir am Pass umkehren oder die Runde komplett gehen. Am Sonntag sind laut Windguru Böen bis 100 km/h gemeldet!
    Wir starten um kurz nach 9:00 Uhr und gehen zu 8 los. Olli und ich lassen uns viel Zeit zum Fotografieren. Bei der Seilbrücke treffen wir die anderen wieder. Wow, die Brücke überspannt eine Schlucht mit einer Tiefe von 10 bis 15m! Gut, dass ich den Klettergurt doch einen MYOG-Gurt mitgenommen habe. Die Aussicht auf die Berge und auf die umliegenden Gletscher ist schlicht der Hammer! Als wir gerade am Paso del Viento ankommen sehe ich ca. 100m über dem Berg einen Condor kreisen. Innerhalb kürzester Zeit macht er mehrere Hundert Höhenmeter in der Thermik.
    Das ist definitiv einer der besten Trekkingtage in meinem Leben – unvergesslich! Um 17:00 kommen wir am Lago de Refugio an. Dort sind schon 3 Zelte aufgebaut und wir werden von einigen Franzosen und einem Engländer freundlich begrüßt. Es wird gemeinsam im Shelter gekocht und gegessen. So lassen wir den Tag langsam ausklingen.






    El Chalten So 12.3.17
    Wir stehen um 7:00 auf, weil ab 15:00 Sturm gemeldet ist und wir bis dahin die ausgesetzten Stellen auf dem Weg zum Paso Huemul hinter uns haben wollen. Bei Sturm sind die Stellen wirklich gefährlich und ich kann die Warnung der Ranger verstehen. Ansonsten ist die Wanderung entlang des patagonischen Innlandeises sehr schön und ohne Schwierigkeiten. Der Abstieg vom Huemul Pass ist sehr steil und bei Regen sicherlich sehr rutschig und dann auch sicherlich nicht ganz unproblematisch. Auch hier sehen wir einen Condor in der Thermik kreisen. Nachdem wir den Abstieg hinter uns haben, suchen wir den offiziellen Biwakplatz, der aber dem Wind komplett ausgesetzt ist. Um Punkt 15:05 setzt der Sturm ein und es ist klar, dass weder das Hilleberg Enan von Olli noch mein MYOG Zelt die Nacht bei diesem Sturm, überstehen werden. Für mich wäre nicht einmal das Aufbauen des Zelts möglich. Also gehen wir weiter und finden am Waldrand ein wunderbar geschütztes Plätzchen. Olli macht ein Lagerfeuer (natürlich nicht erlaubt!) und wir verbringen den Rest des Nachmittags und den Abend am Lagerfeuer. Später stößt dann noch Johannes aus Hamburg zu uns, der den Circuit anders herum wandert und den Rauch des Feuers schon von weitem gesehen hat. Olli hat übrigens ca. 15m vom Camp entfernt ein totes Rind entdeckt. Daher taufen wir das Camp „Dead Cow Camp“.

     
    Huemul Circuit, trocken und sonnig aber stürmisch                                                Mo, 13.3.17
    Wir brechen früh auf, zum einen, weil der Wind vermutlich noch zunehmen  wird, zum Anderen weil Olli Geburtstag hat und wir in El Chalten noch Steaks braten wollen.
    Der Wind ist so stark, dass wir öfter das Gleichgewicht verlieren und wie betrunkene Matrosen dahinstolpern. Die Tirolesa (Seilbrücke) am Rio Tunnel funktioniert leider nicht weil sich das Seil verklemmt hat und wir die Rolle nicht zu uns können. Ich versuche den Fluss zu furten um dann das Seil zu lösen. Bei der Hälfte gebe ich auf. Das Wasser geht mir bis zum Bauchnabel und fließt zu schnell. Ich würde sofort den Halt verlieren, sobald das Wasser auch nur etwas tiefer wird. Na ja kein Wunder, es ist kurz nach Mittag. Furten geht vermutlich nur früh morgens, weil der Fluss aus den Gletschern gespeist wird. Olli klettert dann am Seil entlang und kann die Rolle lösen, so dass die Seilbrücke wieder funktioniert. Akrobatik!
    Weiter geht es zum Hafen, wo wir leider kein Taxi rufen können (kein Mobilnetz) und 2,5h auf den Bus warten müssten. Also beschließen wir die restlichen 8km zu wandern. Der Blick auf den Cerro Torre und Fitz Roy ist bei diesem wolkenlosem Himmel überwältigend. Um 15:00 kommen wir nach einer gut 25km Etappe in El Chalten an und wir gönnen uns ein fürstliches Mittagessen. Abends feiern wir noch im Assador Nando und lassen uns das Lamm vom Grill schmecken – Sehr fein!



     
    El Chalten, Regen, nachmittags trocken bis sonnig                                                    Di 14.3.17
    Pausentag: Ich mache nichts außer Kaffeetrinken, lesen und plaudern. Übrigens gibt es seit diesem Jahr WiFi / Internet in El Chalten. Stabil funktioniert es noch nicht, aber immerhin…
     
    El Chalten, nachts Regen, morgens 3°C                                                                Mi 15.3.17
    Den Vormittag verbringe ich mit Packen, Brote schmieren und Geld ziehen. Um 13:00 sitze ich im Bus nach El Calafate. Um 19:15 geht dann der Flug nach Buenos Aires. Die empfindlichen Dinge (Paddel, Elektronik und Topf mit Hobo) nehme ich lieber ins Handgepäck. Die Sicht auf den Fitz Roy und Cerro Torre ist vom Flugzeug aus fantastisch! Wir fliegen über den Lago Argentino und Viedma Gletscher und ich genieße den tollen Blick.
    In Buenos Aires angekommen nehme ich ein Taxi zum Hostel. Das Hostel ist echt witzig: Eigentlich eine Altbau-Privatwohnung, mit 4m hohen Decken. Teilweise wurde eine Zwischendecke eingezogen um ein zusätzliches Zimmer zu schaffen. Der Aufzug sieht mit seinen Scherengittern aus wie man es aus französischen Filmen kennt.
     
    Buenos Aires, sonnig         Do 16.3.17
    Das Hostel liegt super und ich kann die Stadt gut zu Fuß erkunden. Ich spaziere durch die Stadt, schaue mir das Regierungsgebäude mit dem Museum (200 Jahre Argentinien – sehr empfehlenswert!) an. Flaniere durch San Telmo und durch die „Hafencity“. Abends gönne ich mir ein Essen im Assador Estancia.

    Buenos Aires, sonnig         Fr 17.3.17
    Auch heute mache ich einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stad. Dabei orientiere ich mich an meinen Reiseführer und fotografiere viel. In San Telmo gibt es eine schöne Markthalle in der mal von Restaurants, Gemüse- und Fischhändlern bis hin zu skurrilen Antiquitätenhändlern alles findet. Nach La Boca schaffe ich es allerdings nicht zu Fuß und auf Taxi oder Bus habe ich keine Lust. Da ich mir irgendwie den Magen verrenkt habe, gehe ich den Tag ruhiger an, gönne mir am Abend aber wieder eine „Schlachtplatte des Hauses“ in der Estancia.


    Buenos Aires, sonnig         Sa 18.3.17
    Um 7:00 morgens winke ich mir ein Taxi herbei und los geht es zum Flughafen. Leider kann ich auf dem Rückflug kaum schlafen und ich komme ziemlich gerädert nach 27h zu Hause an. Die letzten 5km übrigens mit dem Fahrrad
    Fazit: Tolle Reise, tolle Landschaften, tolle Menschen. Unser Alpen brauchen sich da allerdings nicht verstecken!
  25. Gefällt mir!
    Barbarix hat eine Reaktion von Chobostyle erhalten in Feuerland und Patagonien 2017 Teil 1   
    So, jetzt gibt es endlich meinen Reisebericht zur Patagonien- / Feuerlandreise Anfang diesen Jahres. Die Ausrüstung für die Tour ist großteils selbst gebaut. Beschreibungen dazu findet ihr im MYOG Bereich. So nun geht´s los:
     
    Hamburg / Paris So, 19.2.17
    Mann, Mann, Mann, was für eine vorfreudige Aufregung! Habe ich an alles gedacht? Alles dabei? Alles vorbereitet?
    Um kurz vor 13:00 ruft Carlo an und wir verabreden uns um 15:00 am Flughafen. Vorher noch einen Kaffee trinken und letzte Dinge besprechen. Kurz nachdem ich am Flughafen ankomme treffe ich auch schon Carlo und Walter. Freut mich total, dass die beiden extra zum Flughafen sind, um mich zu verabschieden.
    Schöner Flug nach Paris. In Paris kann ich mich 2 ½h auf eine Bank legen, das tut vor dem langen Flug gut! Weil das Gate kurzfristig an das andere Ende des Flughafens verlegt wird, komme ich doch noch zu meiner sportlichen Bewegung. Der Flug ist echt OK und ich kann gut 6h schlafen. Ich habe einen bequemen Platz (30€ Aufpreis) wo ich mich komplett ausstrecken kann. Ich komme um ca. 10:00 vormittags recht fit an.
     
    Santiago de Chile, tagsüber zwischen 32-35°C Mo 20.2.17
    Die Chilenen sind sehr nett und hilfsbereit! Erst einmal Geld geholt und dann ein Taxi genommen. Nach dem Flug habe ich keine Lust auf irgendwelche Abenteuer mit dem Minibus. Die Taxifahrt hat 50min gedauert, weil der Taxifahrer die Adresse nicht finden konnte. Um 12:00 Uhr bin ich dann endlich im Zimmer, das allerdings leider noch belegt ist. Also erst einmal zu Mittag essen (Bohnen, Reis, Salat) und dann das Zimmer beziehen. Nach einer kurzen Siesta geht es in die Innenstadt. Wenn man Links und Rechts verwechselt ist der Weg zur Metro ganz schön weit! Wenn man es richtig macht sind es 10min. Nach einer ¾h und 4-mal Fragen habe ich endlich die Metrostation und ich fahre ins Zentrum. Santiago ist jetzt nicht so der Hit aber es gibt einige ganz nette Ecken. Dank Globalisierung sind mir wenigstens die Preise vertraut: Ein Café con Leche mit einem Stück Apfelkuchen: 6,50€. Besonders gut hat mir der Park am Cerro Santa Lucia gefallen. Sehr liebevoll angelegt, eine Oase in der Hauptstadt. Die Stadt und auch das Stadtzentrum sind sehr weitläufig und ich bin insgesamt 5h zu Fuß unterwegs. Leider haben sowohl der Mercato Central als auch das „Aqui esta Coco“ (Restaurant) geschlossen – Schade!
    Nach dem ausgedehnten Spaziergang und dem langen Flug bin ich restlos KO und ich esse an einem kleinen Platz in einer Bar. Ich lasse mich überraschen, was ich da bestellt habe. Der Kaffee in Santiago ist übrigens wirklich gut: Stark, haut aber nicht auf den Magen. Leider wird das der letzte gute Kaffee sein, den ich bekomme. In Feuerland ist der Kaffe nicht besonders und in Argentinien leider grauenhaft.

    Santiago de Chile, tagsüber zwischen 32-35°C Di 21.2.17
    Frühstück ist einfach: 2 Eier zum selber braten, dazu Toast. Heute nehme ich den richtigen Weg zur Metro. Vorher buche ich über Uber für morgen die Fahrt zum Flughafen.
    Ich komme gerade noch rechtzeitig zur Stadttour angejoggt. Die Tour dauert 3h ist super interessant und man gibt am Schluss ein (anständiges) Trinkgeld. Es ist eine alternative Stadttour über die Märkte, der nördliche Teil des Zentrums und den Zentralfriedhof (!). Man erfährt auch einiges zur Geschichte vor allem zur jüngsten Geschichte seit Präsident Allende und dem Putsch durch Pinochet. Super spannend und sehr empfehlenswert!
    Danach einen Meeresfrüchteeintopf im Tio Willy im Mercado Central und dann weiter zum Cerro Christobal. Für die Seilbahn müsste ich mindestens 1h Schlange stehen und so spaziere ich auf Berg. Bei der Hitze ist das echt anstrengend und ich freue mich schon auf das kalte Feuerland. Aber der Blick auf die Stadt belohnt den schweißtreibenden Aufstieg. Auf dem Rückweg stärke ich mich noch mit einem Mote con huesillo – sehr lecker!
    Leider kann ich keinen Platz im Peumayen reservieren – Reservierungen werden so kurzfristig nicht mehr angenommen, aber ich soll einfach um 19:00 dort sein und mein Glück versuchen. Schlendere danach noch ein wenig durch die Stadt un um 19:00 bin ich wieder im Peumayen.
    Yesss! Habe einen wunderbaren Platz im überdachten Innenhof bekommen, ich finde sogar einen der besten Plätze. Danach gibt es ein Abendessen der Extraklasse: traditionelle chilenische Gerichte der unterschiedlichen Ureinwohnerstämme neu interpretiert – Alles in Allem gehobene moderner Küche. Nach einem Pisco Sour als Aperitif gab es zum Einstieg 6 verschiedene Brotvariationen. Danach gemischte Vorspeisen. Als Hauptgang ein sehr zartes, köstliches Steak vom Pferd auf einem heißen Stein, danach 8 verschiedene Nachspeisen.

    Santiago de Chile, nachts 30°C Mi 22.2.17
    Habe bei dieser Hitze nicht besonders gut geschlafen. Uber ist super, alles funktioniert reibungslos. Am Flughafen dann leider ein Komplettchaos, weil Sky Airlines das IT-System umstellt. Aber nach 1h warten habe ich meine Boardkarte mit einem Fensterplatz.
    In Punta Arenas angekommen nehme ich ein Taxi ins Hostel, von dort aus gehe ich gleich ins Reisebüro. Ich habe Glück, um 16:00 fährt ein Boot zur Pinguinkolonie auf der Magdalena Insel. Die andere Kolonie, die man per Straße erreichen kann ist um diese Zeit im Jahr schon verlassen.
    Die 60€ lohnen sich auf jeden Fall: Eine schöne Bootsfahrt von 2h zur Insel, 1h auf der Insel und 2h wieder bei Sonnenuntergang zurück. Die Pinguine sind echt putzig und sehr fotogen!
    Punta Arenas finde ich recht hässlich, gut dass ich nur eine Nacht bleibe und es morgen wieder weiter geht.

    Puerto Williams, Tolles Wetter, leichter Regen am späten Nachmittag Do 23.2.17
    Der Flug war perfekt, ich Sitze auf Platz 1A und die Sicht auf Ushuaia und die Berge ist atemberaubend. Ich kann auch den ganzen Beagelkanal überblicken und sehe jede Menge Gletscher. Am Flughafen werde ich von Cecilia freudig begrüßt und dann geht´s auch schon zum Campingplatz. Naja Campingplatz, eigentlich ist es Cecilias Garten. Aber mit der Hütte, in der sich 2 Bäder, eine Küche und ein großes Wohnzimmer befinden ist es zwar einfach aber sehr gemütlich und familiär. Puerto Williams hat für einen so kleinen Ort doch einiges zu bieten: Das Café am Hafen ist sehr schön, leider haut mir der Kaffee auf den Magen. Ein tolles Museum mit Internet und ein paar kleine Restaurants. Bei der Polizei melde ich mich schon mal für die Dientes del Navarino Tour ab, dann muss ich das morgen nicht mehr erledigen.
    Die Leute auf dem Campingplatz sind sehr nett: Julien ist ein netter Franzose, der komplett von meinem MYOG Packraft begeistert ist. Er überlegt ob und wie er auf seiner noch mehrmonatigen Reise ein Packraft bauen kann. Ich schicke ihm noch meinen Bauplan. Von Anne und Max bekomme ich einen Geburtstagskuchen und Cecilia bringt noch 2 große Lachse und einen anderen Fisch, aus dem die Franzosen ein tolles Abendessen zaubern. So feiern wir meinen Geburtstag noch bis Mitternacht – unvergesslich!

    Dientes del Navarino, super Wetter – Sonne pur, morgens 6°C Fr 24.2.17
    Um 9:00 geht es los und Cecilia bringt uns zum Trailhead. Vorher wiege ich meinen Rucksack noch an einer Kofferwaage: 11,3kg inkl. Packraftausrüstung und Verpflegung für 7 Tage. Das ist echt gut und passt ganz gut zu meiner Packliste, die 10,9kg errechnet hat. Der Trail ist sehr schön, mache viel Fotos und genieße das tolle Wetter. Ein gelungener Start für die erste Tour. Meine geplante Etappe schaffe ich gut und um 18:00 baue ich das Zelt auf. Jetzt noch ein wenig schreiben und dann kochen. Das Wetter auf Feuerland ist recht wechselhaft. Nachts nimmt der Wind zu und die Böen haben schon fast Sturmstärke. Ich hatte schon ein wenig Angst um mein Zelt, aber es hat mich nicht im Stich gelassen! Später setzt Regen ein. Ich versuche das Zelt bei den starken Böen ein wenig abzustützen. Jetzt muss das Zelt wirklich halten!


    Dientes del Navarino, super Wetter – auf dem Weg zum Gipfel etwas Regen Sa 25.2.17
    Ich breche nach dieser aufregenden Nacht erst um 10:00 auf – ohne Früstück. Das Frühstück hole ich in einer windgeschützten Senke kurz unterhalb des Gipfels nach. Der Regen hat auch aufgehört und ich kann eine schöne Pause einlegen. Kurz vor dem Abstieg durch einen Wald kann man bis zur Inselgruppe von Kap Hoorn sehen – Wow! Beim Abstieg, der eines der schwierigsten Wegstücke sein soll, verliere ich leider den Weg und muss mich durchs Unterholz schlagen und 1000 umgefallene Bäume überklettern. Sehr unangenehm und dann rutsche ich in einem besonders steilen Teilstück aus verdrehe ich mir auch noch das Knie. Gut dass ich einen leichten Rucksack habe. Kurz vor dem Fluss finde ich den Weg wieder und es geht gemütlich flach das Tal entlang, bis ich unter einem Baum durchkrabbel und plötzlich vor einer Hängematte stehe. Ich bin bei der Hütte angekommen und es ist erst 14:00. Toll ein halber Tag um die Gegend zu erkunden. Anne und Max sind auch schon da und haben bereits ihr Zelt aufgebaut. Ihr Platz letzte Nacht war wohl weniger geschützt und sie haben einen Riss im Außenzelt und einen im Innenzelt bzw. im Boden. Aber so ein Hilleberg lässt sich gut reparieren. Die Hütte hat einen Ofen und die beiden heizen schon mal schön ein. Vorher versuchen wir zu fischen, geben aber schon nach einer halben Stunde wieder auf. Den Versuch zu Paddeln muss ich auch recht schnell wieder aufgeben. Der Wind hat inzwischen kräftig zugelegt und inzwischen schon fast Sturmstärke. Das wird mir mit dem Packraft schnell zu viel. Am Abend kochen wir noch gemeinsam und gehen früh schlafen.


    Isla del Navarino, super Wetter aber windig So 26.2.17
    Wache schon um 7:30 auf und bin froh in der Hütte übernachtet zu haben. Die Nacht war sehr windig. Aber jetzt am Morgen wird der Wind schwächer. Ich mache erst einmal einen Kaffee und probiere dann fast bei Windstille mein Packraft aus. Ich paddle bei herrlichem Wetter eine gute Stunde – ein Traum geht in Erfüllung!
    Ich überlege, ob ich noch weiter bis zur Küste wandern soll, entscheide mich aber dann doch dagegen. Ich breche kurz nach 12:00 auf und mache mich auf den Rückweg. Mein Knie schmerz noch ein wenig von dem gestrigen Ausrutscher. Da mir dieses angeschlagene Knie schon mal eine Wanderung in Grönland verdorben hat habe ich mich für die sichere Variante entschieden und bin nicht weiter zur Küste gewandert. Ich bereue die Entscheidung nicht! Der Rückweg ist herrlich und ich genieße das tolle Wetter und lasse mir Zeit.
    Kurz nach 17:00 komme ich an meinem alten Zeltplatz an, beschließe aber noch ein wenig weiter zu gehen. Kurz darauf entdecke ich eine winzige aber ebene Fläche im Wald. An dieser windgeschützten Stelle bleibe ich! Vorher muss ich aber noch zurück und Wasser holen. Der Wind frischt wieder auf und um 19:00 wird es so kalt und windig, dass ich mich zum Schreiben ins Zelt setze. Ich bin froh, dass ich im Wald zelte!



×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir haben Cookies auf Ihrem Gerät platziert, um die Bedinung dieser Website zu verbessern. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind. Lies bitte auch unsere Datenschutzerklärung, sowie unsere Nutzungsbedingungen und die Netiquette.