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Ultraleicht Trekking

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Geschrieben

Ich werde Ende August / Anfang September 2026 für plus/minus acht Tage allein mit Zelt durch Jotunheimen wandern, an der Routenplanung bastel ich noch...

Das Konzept "ultraleicht" verfolge ich nicht religiös, aber optimieren ist gut. Mir macht es Spass, lange an der Ausrüstung rumzuschrauben. Meine Liste, work in progress: https://lighterpack.com/r/vawtqn

Ich würde mich zu drei Teilen über Eure Ratschläge mit Norwegen-Erfahrung freuen! 

  • Zelt: Durston X-Mid-1 oder Hilleberg Niak? [Anmerkung: Ich habe auch noch ein Sea to Summit Alto TR2 Plus, das in jeder Hinsicht in der Mitte liegt. Ich mag es, bin damit die TMB gelaufen, aber ich finde es im Aufbau mit Inner first etwas umständlich.]
  •  Regensachen UL oder robust? Also Jacke Mont-Bell Versalite und Hose Montane Minimus Rain Pants Nano (zusammen 336g) oder Jacke Montane Phase XT und Hose North Face Antora (zusammen 878g)? 
  • Grödel Ja oder Nein? 

Mit bestem Gruss und Dank! 

Geschrieben

Moin,

ich hab schon sehr viel Zeit in Norwegen verbracht und war auch schon mehrmals im Jotunheimen. Erfahrungswerte also vorhanden.

Zelt: Eine der schwierigsten Entscheidungen übrhaupt. Ich würde an deiner Stelle sehr spontan entscheiden und zwar abhängig vom Wetterbericht. 8 Tage sind einigermaßen planpar, wobei man dem Wetterbericht in den Bergen natürlich nie ganz trauen kann. Yr.no ist immer meine erste Anlaufstelle. Du kannst halt richtig Glück haben mit dem Wetter, ich hatte 2022 zehn Tage Sonne im Dovre und Rondane, also nicht weit vom Jotunheimen, du kannst aber auch durchgehend Sturm und Regen haben. Daher vorher mal den Blick auf den Bericht. Das StS würde ich eher nicht wählen, weil Inner First im Regen einfach doof ist. Ich würde wahrscheinlich mit dem Niak gehen, weil es am windstabilsten ist und beinahe freistehend ist. Das bietet einem natürlich mehr Optionen für die Zeltplatzwahl ein einem felsigen Gebirge. Das Xmid muss halt wirklich gut verankert werden. That being said, ich war im Jotunheimen auch schon mit nem MYOG-Duplex-Klon. Wetter war da aber auch super. Auf der anderen Seite hat es mir 2024 im Sturm im Dovrefjell selbst mein Einbogen-Tunnelzelt zerlegt. Auch das kann passieren. Seither bin ich bei der Zeltwahl in solchen Gebieten etwas konservativer geworden, wenn die Tour über die gänge Dauer eines vertrauenswürdigen Wetterberichts hinaus geht.

Regensachen: Ich geh immer mit den billigsten Sachen von Decathlon. Bei nem richtigen norwegischen Starkregen wird man irgendwann eh nass, mal ganz davon abgesehen, dass man eh schwitzt und durch die hohe Luftfeuchtigkeit eh alles klamm ist. Für mich dienen Regensachen eher dem Wärmeerhalt. 

Grödel: Nicht nötig. Die Altschneefelder kann man auch ohne queren und selbst die Besteigungen, wie Glittertind, der eigentlich immer ne Schneekuppe hat ist ohne möglich. Neuschnee kann es zu jeder Zeit geben, ist aber wahrscheinlich kein großes Thema. 

Was die Route angeht: Würde dir auf jeden Fall empfehlen auf den Glittertind zu gehen. Spektakuläre Aussicht. Zelt kannste unten aufbauen und dann einfach mit ner Flasche Wasser und ein paar Snacks im Rucksack entspannt hochkraxeln.

Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb Ledertramp:

Regensachen: Ich geh immer mit den billigsten Sachen von Decathlon

Die benannten Sachen habe ich schon. Demnach ist zumindest die Robustheit wegen kletterähnlicher Passagen kein Faktor, nehme ich mit. 

vor 4 Stunden schrieb Ledertramp:

Würde dir auf jeden Fall empfehlen auf den Glittertind zu gehen

Danke für die Betonung! Das wäre auf jeden Fall ein eigener Tag. Schon einladend, als höchster Gipfel in Kombination mit dem tiefsten Punkt im Utladalen besonders reizvoll. Die Kirkje habe ich als schneller erreichbaren Aussichtspunkt auf der Liste, sofern ich über Leirvassbu laufe. 

Danke! 

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Kerberos:

Danke für die Betonung! Das wäre auf jeden Fall ein eigener Tag. Schon einladend, als höchster Gipfel in Kombination mit dem tiefsten Punkt im Utladalen besonders reizvoll. Die Kirkje habe ich als schneller erreichbaren Aussichtspunkt auf der Liste, sofern ich über Leirvassbu laufe. 

Danke! 

Der Glittertind ist allerdings nicht (mehr) der höchste Gipfel, das ist mittlerweile der Galdhøpiggen seit die Eiskuppe des Glittertinds immer mehr abgeschmolzen ist. Auf den Galdhøpiggen kann man auch gut hoch wandern, ist aber viel mehr los und ich finde den Glittertind an sich auch ästhetischer, aber das ist natürlich Geschmackssache. Beide Besteigungen lohnen sich. 

  • 5 Monate später...
Geschrieben

In drei Tagen fahre ich ab, aufregend. Meine Packliste hat sich gefestigt. Der Niederschlag wird nach aktueller Vorhersage durchwachsen sein, aber nicht kalt. Einen Beratungsbedarf habe ich noch: Empfehlt Ihr, für meine 5 oder 6 Zeltnächte ein Tarp zusätzlich zum Durston X-Dome-1+ mitzunehmen, um entspannter vor dem Zelt sitzen und kochen zu können? Ich habe das Hilleberg Tarp 5, das wären mit ein paar Heringen also ca. 330g extra. 

Geschrieben (bearbeitet)

Nein

(Das ist ein UL Forum)

Ne, mal erlich, Deine Packliste liest sich wie Rage Bait, du hast nicht nur keinen religiösen Bezug zu UL, es ist Dir völlig egal. Oder du hast es nicht verstanden. 

  1. Das passt doch unmöglich alles in nen 55l Rucksack!?
  2. Für was brauchst Du eine Brusttasche? Eine Geldbörse bekommst du billigst unter 10g
  3. Betr Zelt, stell Dich auf nasse Böden ein. Dein Zelt ist schwer. Dein Groundsheet macht es schwerer.
  4. Lass das Tarp weg, das X-Dome ist ein Palast. Wenn es in den Bergen regnet, sitzt du eh nicht entspannt vor dem Zelt
  5. Du hast 20g Abspannleine und 14g Schnur? 
  6. Wäscheklammern? 
  7. 13g Hilleberg Y Pegs sind die großen?  Lass die Durston daheim
  8. Du nimmst ein Zelt, ein Tarp, eine Bivi und eine Rettungsdecke mit? Rage Bait
  9. Erste Hilfe, die Verpackung selbiger ist meist am schwersten. Zeckenzange o.ä? 
  10. Dein Quilt kommt mir in Kombi mit dem DW Zelt sehr warm vor. Ich war vor 2 Wochen in Jotunheimen und fand meinen Cumulus 300 fast schon zu warm teilweise 
  11. Nimm den Buff als Kissenbezug
  12. Du hast so viele Klamotten dabei, pack ne Jacke in nen Packsack und spar Dir das Kopfkissen 
  13. Groundsheet und Rollmatte? Wozu?
  14. Über 400g für eine Hose ist fett schwer, ich würde 200 anpeilen
  15. Du hast 4 (!!!!!) Jacken dabei? Rage Bait. Überlege Dir auf welche Temperaturen du dich einstellen musst. Bei den Temps die deine Packliste wiedergeben, bräuchtest du keine Grödel sonder Steigeisen und Pickel
  16. Wenn du eh ein Alpha hast, wozu das mesh?
  17. Deine Schuhe sind Wasserdicht? Wozu die Sealskinnz?
  18. Ja, die Regenhandschuhe habe ich vermisst
  19. Fürs Camp hast du eine lange, eine Alpha und eine Isolationshose? Rage Bait. Sh. 15
  20. Nachdem du eh schon 3 Paar Socken dabei hast, spar dir die Schlafsocken
  21. Vergiss die Campschuhe. Damit gehst du sicher nicht vors Zelt. Es gibt so Baumarkt Crocks, wiegen unter 200g und sind Wasserfest
  22. Du hast Trockenfressbeutel? Dann sollte Dir ein 600ml Topf reichen. Beschäftige Dich mal mit Spiritus Kochern
  23. Wie hast Du es geschafft an an 4 50g Kartuschen zu kommen?  Reicht dir eine 100g Kartusche für 1 Woche?
  24. Lass die Thermosflasche weg, nimm Dir die Zeit, genieße die Aussicht und koch Dir ein Käffchen
  25. 400g Pleny Shake?? 
  26. Schokolade ist wichtig, bekommst du aber auf den Hütten
  27. Ein Heater Element. Hmnja. Bei der Seltenheit wo der Notfall eintreten sollte, kannst du Trockenfraß auch so futtern oder cold soaken. Schau Dir an wo die Hütten sind, DAS IST WICHTIG! und falls es Selbstversorgerhütten unterwegs gibt, besorg dir den DNT Hüttenschlüssel, das ist weit solider als 4 Zelt Varianten,  sh 8.
  28. 40g Duschgel - Du wirst nicht viel zum duschen kommen 
  29. Ohrenwachs? 10g Wattestäbchen?
  30. Trockenhandtücher und Reinigungstücher? Wofür! Du nimmst die schon wieder mit?
  31. Ich nehm Lippenbalm als Handcreme
  32. 40g Deocreme? Da ist niemand ausser du
  33. Wundsalbe? Fettsalbe? Hirschtalg? Aftershafe? Rage Bait. Einen Höllenhund hätte ich mir anders vorgestellt 😬
  34. Was hast du mit all den Pflastern und warum nimmst du nicht die von der ersten Hilfe?
  35. Lass den Rasierer daheim.
  36. Ich würde mir die Uhr sparen und die vom inReach nehmen 
  37. Kopfhörer daheim lassen
  38. Deine Nitcore sollte mehr als 97g wiegen. Brauchst du 20000mAh? Nicht lieber mal auf ner Hütte duschen und aufladen? 
  39. Ich hab nen Pumpsack den ich als liner verwende
  40. Die USB Adapter zicken gerne wenn es feuchtelt
  41. Lass das Fernglas daheim
  42. Du gehst mit Karte und nicht mit Handy App? Ich hab noch nie nen Kompass gebraucht,  einnorden geht in den Bergen mit Fixpunkten recht gut finde ich
  43. Knick Wärmer. Echt jetzt?
  44. Ey, Zeltleine, Schnur und Schnurbandersatz. 
  45. Ich beneide dich um dein 1g Victorynox 😉
  46. Perso wäre leichter als der Pass. Norwegen ist Schengen
  47. Ein zweites Feuerzeug finde ich sinnvoll 

Hier findest du die Hütten: KLICK

Betrachte die als Plan B zum aufwärmen und übernachten. Du kannst da in den Trockenräumen super dein Zeug trocknen. Kein falscher Stolz.

Pass auf Dich auf & Happy Trails

Bearbeitet von Epiphanie

Con Calma Y Con Alma

Geschrieben

Vielen Dank für Dein Kopfwaschen aus konsequenter UL-Sicht, das hilft mir :-) 

Did I pack my fears? Teilweise... - Vorweg mein Ablaufplan: 2x Zelt, 1x Leirvassbu (mit Kirkje=höchster Punkt), 3x Zelt, Gjendesheim. 

Meine wichtigsten Antworten: 

  • Im lighterpack sieht man ganz rechts die Mengenangabe.
    • Groundsheet war schon auf 0, jetzt noch mehr Teile. 
    • Gas rechne ich in 50g-Schritten, so bleibe ich beim gleichen Eintrag unabhängig von der Kartuschengrösse.
  • Für Flug ab/bis Oslo und jeweils 5h Busreise brauche ich Kopfhörer und etwas Handgepäck. Die Brusttasche für Telefon, Pass (als Auslandsdeutscher habe ich keinen Perso mehr), Karten etc habe ich auch beim Wandern vor der Brust. Dennoch hast Du Recht, die streiche ich und nehme meinen Elektro-Packsack für die Reise. 
  • Von Zecken in Jotunheimen hatte ich noch nicht gelesen. OK, ich nehme eine Zange mit, danke. 
  • Leider habe ich Probleme mit rissiger Haut an den Händen, die vielen Pflaster sind nicht nur für den Notfall. Aber ich überprüfe die Buchführung nochmal.
  • Wärme&Kälte - mich hat es überzeugt, als Robert Klink (kein UL-Ignorant) sagte: "packe für die restlichen 2% Wahrscheinlichkeit". In Kombination mit den notorischen Wetterwechseln in Jotunheimen bin ich hier vorsichtig. Ende August/Ende September muss ich Gefriergrade und Schnee einplanen. 
    • Ja, der Quilt ist sicher (zu) warm. Mit meinem leichteren Zenbivy (Komfort offiziell +2, für mich eher bei 7°C), würde ich das Glück aber strapazieren. 
    • Die 4 Jacken sind ja Kälte- (Fleece, Daune), Wind- und Regenschutz. OK, ich sehe etwas Redundanz und gehe nochmal in mich. 
    • Die Isolationshose ist auch auf Reserve. Nachts im Quilt brauche ich die nicht, aber bei einstelligen Temperaturen vor dem Zelt finde ich sie super. 
  • Ich will auf jeden Fall immer ein trockenes Set für die Nacht haben. Daher ziehe ich meinen Nacht-Alpha-Hoody nicht tagsüber an, also habe ich das Mesh-Baselayer dabei. 
  • Thermos kommt weg. 
  • Der Kocher hat Piezo, insofern ist das Feuerzeug schon das BackUp. 
  • Ich laufe mit Komoot-Track auf der Uhr, seit Jahren bewährt. Karten und Tracks offline im Handy redundant, das inReach ist für's Tracking für meine bessere Hälfte und Notfallruf. 
Geschrieben (bearbeitet)

Kommst du an Olavsbu vorbei? Fand ich ziemlich fies die Gegend, besonders bei 5°C mit Regen 🥶 Kaum Möglichkeiten zum Campen 

Leirvassbu war cool. Hat ne Schuhtrockenmaschine, das Abendmenü war vorzüglich 

Der Bessegen Grat ist landschaftlich wunderschön, touristisch leider völlig überlaufen. Also RICHTIG überlaufen....

Falls doch schau dass du ihn bergauf läufst, also von Memurubu aus. Man sollte kein Problem mit Höhe haben. Ich bin den bei Regen abgestiegen, Meinefressealter.....

P.S.: kein Plan obs da Zecken gibt.... 😇

Bearbeitet von Epiphanie

Con Calma Y Con Alma

Geschrieben

Oha, danke @Epiphanie für die Warnung zur Olavsbu-Gegend. Nach aktueller Vorhersage (für Montag 31.8.) bleibt es einstellig und bedeckt mit gelegentlichem Regen. Also ungemütlich. Ich komme dann von Leirvassbu und laufe südöstlich deutlich über Olavsbu hinaus ins Rauddalen und campe da irgendwo am vorletzten See, bevor es am nächsten Tag um den Tungepiggan wieder nordöstlich Richtung Gjendebu geht.

Ich könnte aber auch etwas kürzen und direkter am Langvatnet ins Storådalen gehen. Würdest Du das empfehlen? 

Anschliessend werde ich über den Bukkelægret-Trail wieder aufsteigen, im Memurudalen campen, um dann am letzten Tag über Memurubu und Bessegen bis Gjendesheim/Maurvangen zu kommen (bitte ohne Meinefressealter-Wetter!). Den Bessegengrat habe ich damit absichtlich in die Wochenmitte gelegt, und klammere so die Wochenendwanderer aus. Insgesamt ist es mit Anfang September ja schon deutlich spät in der Saison, etliche Busse fahren nicht mehr, es wird leerer sein als bei Dir Mitte August. 

Abschluss: Wenn ich meinen Reservetag nicht vorher brauche und wenn das Wetter mitspielt, hänge ich am Ende Knutshøe an, das würde mir gefallen! 

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