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Ultraleicht Trekking
Tumurbel

Hauptwanderweg 1 – Klappe....die Zweite. Kamera läuft....Action !

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Motiviert von Hofnarr´s "Maultaschenjagd" und auch von dem Reisebericht von "German Tourist" über den Hauptwanderweg 1, hatte ich mich bereits vor einem Jahr entschlossen, den Hauptwanderweg 1 des Schwäbischen Albvereins von Donauwörth nach Tuttlingen in einem Rutsch zu durchwandern.


Nachdem mein Chef mich letztes Jahr 3 Tage vor Abreise telefonisch davon überzeugt hatte, dass es am Arbeitsplatz schöner sei, als bei einer profanen Wanderung des HW 1, hatte ich dieses Mal keinen Hehl daraus gemacht, dass dieses Jahr das Ding durchgezogen wird, egal was da komme.


 


Nachstehend mal eine kleine Übersicht der Dinge, die ich auf meinem Thru-Hike des HW 1 vom 29.5.-12.6.2015, mitgenommen habe:


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Auf dem Bild nicht benannt: Neben dem Handy noch ein Ziplock mit kleinem MYOG-Tyvek-Geldbeutel für Karten und Scheine (25 Gr.) und die schwarze Pumpe für die Klymit Airbeam (27 Gr.), eine kleine Schraubkartusche Gas und ein Microfaser-Tuch. Nicht im Bild: Einer der Hauptakteure – der Laufbursche Huckepack von 2014 mit Klymit Airbeam und die gekürzte Version der Laufbursche EVA-Matte. Die ZE-Tasche gehört nicht dazu.


 


Dann noch ein paar Bilder was in den kleinen Ziplocks alles dabei war:


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Zeltheringen und Zeltstange


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Das alles mal ein bischen in einem Sheet aufbereitet mit Gewichtsangaben:


 


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Hoffe, ich habe nichts vergessen.


Den Tour-Report werde ich mal so nach und nach einstellen, sobald ich wieder der Zivilisation angepaßt bin :mrgreen:


 


Grüße


Tumurbel


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Mich würde interessieren wie der Cumulus Comforter sich bei dir geschlagen hat. Ich war etwa zur gleichen Zeit unterwegs und hatte ebenfalls die Neoair dabei. Bei 3-5Grad die Nacht war er mir deutlich zu war.

 

Für die Sommerzeit ist er, wie du schon treffend bemerkt hast, bestimmt zu warm. Da reicht wahrscheinlich ein 250er dicke. Vermutlich würde ich zukünftig einen 250er kaufen.

Allerdings war ich am 11. Tag nach einem Tag kalter "Dauerdusche" abends bei 7° in der Bolberghütte so durchgefroren, dass ich froh am 350er war, inclusive Fleece und Mütze. In diesem Falle könnte man aber ja auch beim 250er eben alle Sachen anziehen, die man noch zur Verfügung hat.

 

Ich bin und war mit dem Comforter sonst sehr zufrieden, da er im Gegensatz zum Quilt mich nicht so einengt. Ich kann die Daunen dahin schütteln wo sie gebraucht werden und kann so meine Schwerpunkte bei der Wärmeverteilung setzen. Durch den Comforter kann ich die Stellen, die zu warm sind, aufdecken und die Beine, Arme usw. ziemlich bequem "hinaushängen" lassen. Auch ziehe ich ein Bein beim schlafen immer sehr stark angewinkelt nach oben, um meinen Rücken zu entlasten. Das ging mit dem Quilt nie gut.

Wirds irgendwo zu kalt, ziehe ich mit der Hand einfach das entsprechende Stück Comforter unter das Körperteil. Der Comforter ist ja breit und lang genug.

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Freue mich auch auf Deinen Bericht und Bilder !

 

2 Fragen zur vorgestellten Ausrüstung:

  1. Die Lumix-Kamera kann man ja nicht über USB laden, das hat mich bisher abgehalten das Teil zu kaufen. Hattest Du eine zusätzliche Ladeschale dabei oder Zusatzakku oder reichte Dir ein geladener Akku ?
  2. Ist natürlich ganz persönlich  :-P ... incl. der Zahnpasta, brauchst Du wirklich 5 verschiedene  :shock:  Cremes ?

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@TappsiTörtel:

 

Ich hatte weder für das Handy noch für die Lumix ein Ladekabel oder Ladeschale dabei. Da ich glücklicherweise keine 10 Minuten von einer Etappe des HW 1 (bei Jungingen) entfernt wohne, mußte meiner Erfahrung nach die Handy-Ladung locker ausreichen, um zu Hause nochmals aufzuladen.

Wenn du einen Blick auf das Bild mit dem Inhalt der Ziplocks wirfst, wirst du dort den kleinen Ersatz-Akku für die Lumix finden (neben der roten TicTac-Dose).

Tatsächlich hat die Ladung des Akkus der Lumix 8 Tage (!) und knapp 400 Bilder lang gehalten (Aufzeichnung GPS-Protkoll ausgeschaltet, Flugmodus an). Erst am 8. Tag im Laufe des Morgens mußte ich den Akku wechseln.

 

Zu 2: Bin halt eine Diva. :mrgreen:  Sonnen-, Fuß- und Zahncreme brauche ich auf jeden Fall. Über die Gesichtscreme könnte man verhandeln. Badestrand-Lippenbalsam ist genial wirkungsvoll. Da würde ich nur schwer verzichten wollen.....

 

Ich schreibe gerade am Tour-Bericht. Mehr demnächst in diesem Theater .... :grin:

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Thru-Hike Hauptwanderweg 1 vom 29.5.-12.09.2015 Donauwörth-Tuttlingen

 

Kurz-Übersicht:

 

Trail: Hauptwanderweg 1 des Schwäbischen Albvereins (auch bekannt als Albsteig, Nordrandweg, HW 1)

 

Länge: 365 km

Start: Donauwörth

Ziel: Tuttlingen

Zeit: 29. Mai – 12. Juni 2015

Tage Gesamt: 15

 

davon

Zero-Tage: 1

Regentage: 1,5

Nebeltage: 2

bedeckte Tage: 1,5

Sonnenscheintage 9

 

Nächte im Tarptent: 6

Nächte im Hotel: 1

Nächte im Natur-

freundehaus: 2

Nächte in Schutzhütte: 1

Nächte zu Hause: 2

Nächte in „besserer

Abstellkammer“ 1

 

Verlorenes Gewicht: 7 kg

 

Bei Nacht fluchend verscheuchte

 

Füchse: 4

Wildschweine: 1

 

Vorbereitung

 

3 Wochen vorher die Nebenwege W1.20R – W1.25R des HW 1, ca. 80 km, gegangen.

3 Tage vor der Tour jeden Tag bis zu 20 km gegangen.

 

 

 

Tour-Bericht:

 

Tag 1: Freitag, 29.05.2015, Donauwörth-Eisbrunn, 23 km

 

Die Anreise nach Donauwörth dauerte insgesamt 4,5 Stunden und erfolgte per Bahn.

Kurz nach 11.00 Uhr kam ich am Bahnhof Donauwörth bei strahlendem Sonnenschein an und machte mich auf Richtung Donaubrücke. Ich stieß in der Bahnhofstraße auf das Café Hummel und konnte einem Kaffee, sowie einer Laugenbrezel samt Laugenbrötchen nicht widerstehen.

Frisch gestärkt ging es über die Donaubrücke und ich wollte meine erste 1 L Wasserflasche befüllen lassen. Dazu hielt ich Ausschau nach einem potentiellen Wasserspender und wurde im Eiskaffee nahe der städtischen Tourist-Information fündig.

Bewaffnet mit einem großen Schokoladeneis und frisch befüllter Wasserflasche suchte ich nach der Wandtafel des schwäbischen Albvereins, die den Startpunkt des HW 1 (Nordrandweg), sowie des HW 2 (Südrandweg) symbolisiert.

(Mein Dank an „Pip“ aus dem Forum, die bei ihrem Bericht auf diese Tafel hingewiesen hat)

 

Ich war voller Euphorie und wollte so schnell wie möglich los, was eigentlich schade war, da Donauwörth ein schönes Städtchen ist. Eigentlich hatte ich keine konkrete Tagesplanung, sondern es sollte einfach Richtung Tuttlingen los gehen.

Um nicht länger mit der Suche nach der Tafel zu vertrödeln, betrat ich die Tourist-Info und fragte die schöne Dame dort nach der Tafel.

 

Nanu, die Tafel habe ich doch vor einer halben Stunde schon Jemanden gezeigt...“ zeigte sich die Mitarbeiterin freundlich verwundert und ging mit mir vor die Tür und zeigte mit dem Finger auf die zehn Meter weiter an der Wand angebrachte Tafel. Peinlich, peinlich.

Ich bedankte mich artig und lauerte vor der Tafel mit meinem Fotoapparat auf einen Fotografen, der mich an der Tafel ablichten könnte.

Eine vorbei kommende Hausfrau war gerne bereit das Startfoto zu machen.

 

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Los gings also durch das Ochsentörl in der Rathausgasse. Ich musste noch kurz warten, da eine Hochzeitsgesellschaft in Tracht, Fotos auf der Brücke machte. Weiter ging es durch den ehemaligen Eisenbahntunnel der Linie Nürnberg-Augsburg und auf dem Dammweg nach Felsheim und weiter nach Wörnitzstein.

Der Himmel hatte sich zwischenzeitlich zugezogen und es begann immer wieder zu tröpfeln.

In Wörnitzstein fragte ich an einem Haus nach Wasser und bekam auch meine zweite 1 L Wasserflasche gefüllt.

Nachdem ich Wörnitzstein verlassen hatte, begann es zu regnen und ich suchte an der Bahnlinie unter einem überhängenden Gebüsch Zuflucht. Solange ich mich noch fragte, ob ich die Regenklamotten auspacken sollte, endete der Regen so schnell wie er gekommen war.

 

Es ging dann erstmals aufwärts in den Wald und an Ebermergen vorbei nach Harburg.

Zuvor fand ich im Wald bei Mauren noch eine schöne Hütte mit einem wohltemperierten Getränkekeller (!).

 

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Einziger Wermutstropfen, fand ich (links an der Außenwand) das Schild „Deutsches Schutzgebiet“ und die „88“. Dazu war eine kleine Deutschlandfahne an einem Baumstumpf befestigt.

Es scheinen sich also auch im Wald noch braune Idioten herumzutreiben, da ich nicht glaube, dass das ein offizielles Schild des schwäbischen Albvereins ist.

 

Auf der anderen Wegseite befand sich bei einer Info-Tafel ein Behältnis mit einem Trailbuch, in dem Gelehrte darum baten, für statistische Auswertungen kurz den Namen, Datum und den geplanten Trail zu vermerken.

Ich stellte fest, dass zwei Tage vor mir, zwei Hiker notiert waren, die als Ziel „Bad Urach“ eingetragen hatten. Ansonsten war nur noch ein Eintrag mit Ziel „Tuttlingen“ vorhanden, der bereits mehrere Tage alt war. Alle anderen Einträge bezogen sich auf Tageswanderer.

Ich bin diesen Hikern jedoch nie begegnet.

 

Doch zurück zum klimatisierten Getränkekeller !.

 

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Bild: geöffnete Styropor-Klappen. „Kasse“ aus Metall hinten in der Mitte.

 

In der Nähe der Hütte fand ich in einem anderen Raum eine Bodenklappe, die Innen mit Styropor belegt war. In dem „Keller“ befanden sich diverse Getränke und an der hinteren Wand eine Metall-Kasse mit der Bitte, das entnommene Getränk auch zu bezahlen. Ich fand das originell, hatte jedoch zu diesem Zeitpunkt keinen Bedarf.

Ich schloss die Klappe und machte mich wieder auf die Socken und landete oberhalb Mauren auf dem freien Feld um festzustellen, dass ein Gewitter aufgezogen war. Es donnerte und ich machte mich schnell am Waldrand entlang auf die Suche nach einem Unterstand.

 

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Schon schob sich eine Regenwand in meine Richtung, ich lief um eine Ecke am Waldrand und – stand vor einer Scheune. Der Regen prasselte herunter und ich stand unter dem vorstehenden Dach der Scheune. Glück braucht der Mensch.

Der Schauer hielt Gottseidank nicht sehr lange an, das Gewitter verzog sich Richtung Donauwörth und ich landete gegen 15:15 Uhr oberhalb der Harburg.

 

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Nanu ? Wieso eigentlich oberhalb der Harburg ? Ich hatte wohl kurz vor Harburg ein Wegzeichen nach rechts übersehen und befand mich plötzlich am Punkt, wo der HW1 Harburg wieder verlässt.

Ich wendete und begab mich in das obere Wohngebiet von Harburg um einen Wasserspender zu suchen. Ein Mann schnitt seine Hecken und ich bekam problemlos kaltes Leitungswasser spendiert. Am Ende des Wohngebiets fand ich auch den richtigen Pfad des HW1 wieder und wanderte am oberen Rand des Traufs entlang. Plötzlich breitete sich unter mir das Zementwerk von Harburg aus. Mann, was für ein Riesenbetrieb !

 

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Und der optische Unterschied. Links die Harburg mit dem Ort und rechts das Werk. Der Steinbruch befindet sich glücklicherweise verdeckt rechts.

 

Ich ließ es mir nicht nehmen, einen Blick auf die Harburg zu werfen und bezahlte 3 Euro Eintritt. Warf einen Blick in die Kapelle, wo gerade eine Führung stattfand und ich so in den Genuss einer billigen, schwäbischen Lösung, als stiller Trittbrettfahrer gelangte.

 

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Und weiter ging es hoch zum Bockberg. Als ich jedoch Harburg gerade hinter mir gelassen hatte, schob sich ein weiteres Gewitter über den Bockberg und ich kalkulierte schnell meine Chancen irgendwo trocken unterzukommen, ohne meine Regenklamotten anziehen zu müssen.

Ich sah rechts einen Friedhof mit einer Kapelle und drehte sofort dorthin ab. Schon peitschten die Gewitterböen den Staub des Feldweges in mein Gesicht. Wieder schaffte ich es gerade noch nach einer Umrundung der Friedhofsmauer einen Unterstand am Friedhofs-WC zu erreichen. Schon schüttete es.

Auf dem Parkplatz beim Friedhof stand ein Auto mit Kassler Nummer, dessen Insassen ebenfalls das Gewitter abwarteten. Ich sollte am nächsten Tag noch Bekanntschaft mit den Insassen machen.

Wieder war es nur ein kurzer Schauer.

 

Schon ging es wieder weiter zum Bockberg mit einer tollen Aussicht.

 

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Noch 2 km durch den Wald bis zur Waldschenke Eisbrunn. Nach 20km hatte ich ziemlich schwere Füße und war froh, endlich die Waldschenke zu erreichen.

Mir sprang sofort das mit Kreide gemalte Schild „Heute: Rinder Gulasch 6,80 Euro“ ins Auge und mir lief bereits beim Anblick des Schildes das Wasser im Mund zusammen.

Ich bestellte mir eine große Cola und das Tagesmenü und versuchte mit meiner Frau zu telefonieren. Leider war hier kein D2-Empfang möglich. Der Wirt bot mir an, sein stationäres Telefon zu verwenden und ich konnte meiner Frau mitteilen, wo ich bin.

 

Mit meiner Frau vereinbare ich seit Jahren, dass ich am Ende des Tages kurz Rückmeldung gebe, wo ich mich aufhalte und im Gegenzug erfahre, ob zu Hause alles in Ordnung ist. Ansonsten bleibt das Handy (Samsung, 24 Euro) den ganzen Tag ausgeschaltet.

Da ich das Handy so nur sehr selten verwendete, hatte ich auch kein Ladekabel mitgenommen. Meiner Erfahrung nach, hält die Ladung mindestens 14 Tage ohne Probleme durch.

Nach dem sehr schmackhaften Abendmahl wollte ich mir einen Platz für mein Contrail, etwas abseits des Weges suchen. In dieser Gegend war gegen Abend noch ganz schön was los. Es wimmelte von MB-Fahrern, ganze Gruppen von Joggern und Wanderern waren auf den Waldwegen unterwegs.

3 Kilometer von Eisbrunn entfernt, im Wald vor Mönchsdeggingen, schlug ich mein Contrail neben einem umgestürzten Baum auf. Der Baum entzog mich so ziemlich der Sicht vom etwa 50 m entfernten Waldweg.

Als ich meinen Huckepack absetzte, begann es schon wieder zu regnen. Schnell war das Contrail ausgepackt und in Rekordzeit aufgebaut. Die EVA und Neoair rein, Huckepack und Hiker hinterher und schon pladderte es ganz anständig auf die Zeltwand.

Zum dritten Mal hatte ich heute gerade noch Glück, trocken zu bleiben.

 

Ich zog meine Wanderklamotten aus, kramte meine Spiegelfolie hervor und suchte die gefährdeten Körperstellen nach Zecken ab. Zufrieden, keine dieser Plagegeister gefunden zu haben, zog ich meinen Seiden-Long John, das Longsleeve und die Nachtsocken an, schlüpfte wohlig unter meinen Comforter, nahm meine Faltkarte des HW1 und plante pi mal Daumen den nächsten Tag.

 

Ich hatte vor, in Mönchsdeggingen einen Bäcker aufzusuchen, bei Schweindorf klammheimlich die bayerisch / baden-württembergische Grenze zu überqueren und in Schweindorf gleichzeitig meine Wasservorräte aufzufüllen. Im Wald oberhalb Bopfingen sollte nach ca. 27km Strecke, Nachtlager bezogen werden.

Soweit die Theorie. Comforter über die Ohren gezogen – gute Nacht !

 

In der Nacht schreckte ich plötzlich auf, da ein Fuchs mit Gekläffe in der Nähe durch den Wald streifte. Ich pfiff mit gespitztem Mund einmal scharf, murmelte etwas von „Pelzkragen“ und der Fuchs verzog sich in sicherere Gefilde.

Müde ließ ich mich wieder sinken, nur um eine gefühlte Minute später wieder, dieses Mal an Gegrunze und Gequieke, aufzuwachen.

Wildschweine zankten sich in der Nähe und wieder sorgte ein Pfiff schnell für die nötige Nachtruhe.

Endlich konnte ich mich von den heutigen, gewanderten 23 km erholen.

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Tag 2: Samstag, 30.05.2015, Nähe Eisbrunn-Bopfingen, 31 km

 

Nach doch recht erholsamer Nachtruhe im Wald bei Eisbrunn erwachte ich gegen 6.00 Uhr und beschloß, zusammen zu packen.

 

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(Übrigens: Als Kopfkissen verwende ich meinen Fleece - falls nicht in der Nacht gebraucht. Alles, was nicht gerade an Kleidung Verwendung findet, wird in meinen Tyvek-Beutel für die Nachtkleidung gestopft. Dieser Beutel wird dann in den Fleece gesteckt und mit den Ärmeln des Fleece verknotet. So habe ich ein einwandfreies, weiches Kopfkissen, dass i.d.R. auch nicht verrutscht.)

 

Ich hängte die Nachtklamotten kurz an diverse Äste, um sie auszulüften. Ebenfalls den Fleece.

Das Contrail hatte keine Feuchtigkeit gezogen, was mich ehrlich gesagt, etwas verwundert hat, da ein ganz schön frischer, ja kalter Nord-Wind pfiff.

Nach dem Abbau des Contrail und verstauen meiner Ausrüstung fiel mir erst auf, dass ich wohl mein Contrail in einer Schneise aufgeschlagen hatte, in der mehrere Bäume vor nicht allzu langer Zeit umgeweht wurden.

Bischen blödes Gefühl, wenn man bedenkt, dass es in der Nacht durchaus hätte sein können, dass weitere Bäume umfallen.

 

Wir merken uns: Den Platz im Wald, wo man sein Nachtlager aufschlagen will, lieber nochmals genauer prüfen.

 

Ich machte mir kein Frühstück, da ich in Mönchsdeggingen eine Kleinigkeit einkaufen wollte und zog los, die 4 km durch den Wald nach Mönchsdeggingen hinter mich zu bringen.

Der Wind wurde immer unangenehmer und es begann immer wieder zu nieseln, was bedeutete: Regenjacke an – Regenjacke aus – Regenjacke an - usw. usf.

 

Oberhalb von Mönchsdeggingen endlich, trat ich aus dem Wald und ging am Kloster vorbei steil nach unten in das Dorf.

Es begann stärker zu regnen und ich zog auch noch meine Regenhose an. Ich stromerte durch das Dorf und traf mitten im Dorf das Fahrzeug mit der Kassler Nummer vom Vortag wieder.

Ich klopfte an die Autoscheibe und fragte, ob es hier im Dorf einen Laden gäbe. Es stellte sich heraus, dass das Ehepaar aus Kassel ebenfalls den HW 1 von Donauwörth nach Tuttlingen gehen wollte. Übernachten wollten sie im Auto und – jetzt kommts – jede Etappe flipp-floppen !

Sie erklärten mir, dass sie das Auto an den Zielpunkt jeder Etappe stellen, zum Startpunkt wandern, dort umdrehen und wieder zum Auto zurück gehen wollten. So werde jede Etappe doppelt begangen.

Ich dachte kurz nach und war der Überzeugung, dass es sich nicht um die Etappen handeln konnte, die ich gehen wollte und es sich um die kürzeren Etappen, die ebenfalls in der Karte ausgewiesen sind, handeln musste.

Welcher Hiker mit über 60 Jahren kann täglich zwischen 50 und 60 km gehen ? Vermutlich kein Einziger.

Das war trotzdem noch ambitioniert, da in meiner Karte „Kurzetappen“ mit bis zu 24 km angegeben waren, was bedeutete, dass das Ehepaar 48 km zurückzulegen hätte – in kurzen Hosen, ohne Socken und in Sandalen !

 

Naja, ich hatte sie nur noch einmal getroffen, am Wildgehege beim Christgarten.

 

Im starken Regen fand ich einen kleinen Edeka-Laden und erstand 2 Zitronen und eine Brezel. Ähem, ja, etwas gewöhnungsbedürftig, als Frühstück. Das fand wohl auch die Kassiererin, die die Auswahl mit etwas hochgezogenen Brauen abrechnete.

 

Ich verzehrte vor dem Laden im Trockenen die Brezel, packte die Zitronen in meine Taschen und ging wieder den steilen Weg hinauf zum Kloster, wo ich dem HW1 weiter folgen wollte. In der steilen Straße kam ich an einer Gärtnerei vorbei und lies es mir nicht nehmen, nach Trinkwasser zu fragen. Die nette Gärtnerin befüllte meine Flaschen und ich folgte der Klostermauer entlang dem HW1 bis zum Ende von Mönchsdeggingen.

 

Dort war am Kühsteinfelsen ein kleiner Steinbruch mit großer Info-Tafel zu sehen, die an Hand der Gesteinsveränderungen, die Folgen des Meteoriten-Einschlag ins Ries, zeigen sollte.

 

Ich sah, ehrlich gesagt, gar nichts.

 

Mehrmals versuchte ich, die auf der Tafel gezeigten „Störungen“ in den Gesteinsschichten des Steinbruchs zu erkennen, gab es dann auf und ging abwärts zu den letzten Häusern

von Mönchsdeggingen, nur um festzustellen, dass hier gar keine Markierungen des HW1 mehr aufzufinden waren.

 

Ich verglich die Karte mit der Landschaft, ging noch ein Stück weiter nach unten und musste verärgert feststellen, dass ich mich mit lauter Meteoriteneinschlag,

verfranzt hatte.

Ein netter Herr, der in seinem Schrebergarten werkelte, eilte mir zur Hilfe und setzte meinen Positionszeiger wieder zurück.

Ich hätte am Steinbruch einfach geradeaus weitergehen sollen, dort sollte es auch zum Ochsenberg gehen.

Na also. Geht doch. Nicht ohne seine, voller Stolz gesammelten Kartoffelkäfer zu bewundern, verabschiedete ich mich von dem Herrn und ging wieder hoch zum Steinbruch, dann am Waldrand und letztendlich im Wald entlang zum Ochsenberg.

 

Jetzt wurde es aber höchste Zeit für ein Frühstück und ich stellte auf einem Baumstumpf meinen EOE Titanium auf, kochte mir eine Portion Kakao und aß eine Maiswaffel mit Meersalz. Hinterher vertilgte ich noch die Zitronen und war somit für die nächsten 6 km an Hohenaltheim vorbei, zum Karlshof gerüstet.

 

Immer wieder glitt mein Blick in die vielen Pfützen, die die Wege säumen. Als ehemaliger Gewässerwart ist es für mich immer wieder interessant, was so alles im Wasser kreucht und schwimmt.

Und schon wurde ich fündig. Die Sonne scheint in eine Pfütze direkt auf ein Pärchen Bergmolche. Das Männchen mit dunkelblauem Rücken und knall-orangem Bauch, kleiner als das braune Weibchen, das ebenfalls einen nicht ganz so intensiven orangen Bauch hat

Für Laien sehr schwer zu entdecken.

 

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Links das Weibchen, rechts das männliche Tier. Klasse !

 

Man sollte übrigens tunlichst die Tiere nicht aus den Kleingewässern entfernen. Auch nicht aus gutgemeintem Schutz. Die Tiere sind sehr abhängig von Wassertemperatur und Standort. Aus gutgemeintem Tierschutz setzt man so die Bewohner des anderen Gewässers in das man die Molche umsetzt, in Konkurrenzdruck. Die Entwicklung der Larven erfolgt rasend schnell und die Tiere wissen selber am Besten, wo es für sie zu leben lohnt. Auch hat es die Natur so eingerichtet, dass wenn eine Brut aus irgendwelchen Gründen ausfällt, sich die Tiere mehrfach im Jahr paaren. Also bitte nur schauen. Danke.

 

Kurz vor der Domäne Karlshof traf ich ein Ehepaar, wohl der Aussprache nach aus einem nordischen Land, die, wie ich mühevoll englisch radebrechend erfahren konnte, auf der romantischen Straße, 410 km von Würzburg nach Füssen unterwegs waren.

 

An der Domäne Karlshof angekommen, kamen mir die ganzen Gebäude merkwürdig unbenutzt vor. Ich hatte nicht den Eindruck als würde hier im großen Stile Landwirtschaft betrieben.

 

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Es ging weiter an Anhausen vorbei zum Christgarten. Die dortige Gastwirtschaft (Schwanen, glaube ich, war der Name) war überaus gut besucht und es war auch vor der Gaststätte proppevoll.

 

Ich verzog mich zum Steg über das kleine Flüßchen beim Kloster und machte erst noch Mal eine Pause.

Danach machte ich mich auf über die Hauptstraße, rechts hoch in den Wald und stand vor dem Gatter des Wildgeheges. Vom Gehege kam gerade das Ehepaar aus Kassel herunter und wir hielten noch einen kleinen Plausch.

Ich verabschiedete mich von den Beiden und betrat das Wildgehege, legte umsichtig den Riegel des Tores wieder vor und wanderte steil nach oben in den Wald. Der Wanderweg im Gehege war links und rechts übersät mit frisch aufgewühltem Boden, was auf eine große Zahl von Wildschweinen hindeutete.

Das Gehege ist ziemlich groß und ich wanderte lange Zeit durch den Wald, nicht ohne einen wachsamen Blick links und rechts ins Gebüsch zu werfen. Man weiß ja nie !

Endlich hatte ich das Ende des Geheges erreicht und ich legte nach dem Verlassen des Geheges auch hier wieder gewissenhaft den Riegel vor.

 

Nach einem weiteren Kilometer durch den Wald stand ich plötzlich am Waldrand und sah auf der Hochebene etwas entfernt, den Ort Schweindorf. Das bedeutete, dass der Waldrand die Grenze von Bayern nach Baden-Württemberg symbolisiert und ich machte mich auf den Weg über die Hochfläche nach Schweindorf hinein, wo ich meine Wasserreserven auffrischen wollte.

Junger Vater ! Der Nord-Wind pfiff wie verrückt über die Hochebene und ich schlüpfte schnell in meinen Fleece und legte das Buff-Tuch um den Hals. In Schweindorf wurde ich von der geschlossenen Gastwirtschaft empfangen und ich saß kurz darauf mit eingezogenen Schultern auf einer Bank in der Dorfmitte und lüftete meine Schuhe.

 

Was mir bisher auf meinem Weg aufgefallen war, dass es kaum Hütten oder Unterstände auf dem HW 1 gab. So war es mir auch auf dieser Etappe kaum möglich, bei dem starken Wind ein Mittagessen zuzubereiten.

Mir knurrte langsam aber sicher ganz ordentlich der Magen, obwohl ich ab und an einen „Trailkeks“ eingeworfen hatte.

An einem Haus wurde ich nach Frage um Wasser mit Mineralwasser versorgt. Der Besitzer bestand darauf, dass ich nicht Wasser aus der Leitung erhalte, sondern wollte partout, dass ich Mineralwasser annehme.

Na gut. Dachte, bevor ich mich schlagen lasse.....

 

Ich durchquerte Schweindorf und bog am Sportplatz im rechten Winkel über die Ebene Richtung Bopfingen auf den Wald ab. Gut, dass auf dem nahezu bolzengeraden Teerweg die eine Wegseite mit Gebüsch gut bestanden war.

Der Wind war so stark und kalt, dass ich den Fleece bis zur Nase zuzog, das Buff-Tuch über die Ohren und ebenso Nase zog. Wenn ich eine Lücke im Gebüsch erreichte, drückten mich die Windböen nach rechts aus dem Weg und ich musste wieder mühevoll meine Linie erkämpfen.

Ich zog zusätzlich das Windshirt über den Fleece und war so wenigstens gegen die Kälte geschützt.

Froh, die Ebene überquert zu haben, tauchte ich in den Wald Richtung Ohrenberg / Ohrengipfel ein.

Dort traf ich einen Wanderer mit Hund, mit dem ich mich lange über UL-Wanderungen unterhalten habe. Er war voller Fragen über leichte Ausrüstung, war er doch bisher auf seinen Wanderungen mit über 15kg unterwegs.

Viele Kilometer weit ging es durch den Wald Richtung Bopfingen, an Härtsfeldhausen vorbei, erreichte ich spät nachmittags die Mutterbuche oberhalb von Bopfingen.

Endlich eine windgeschützte Stelle mit Tisch und Bänken.

 

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Sofort packte ich meinen EOE Titanium aus und eine doppelte Portion Nudeln mit Bolognese brodelte bald im Topf.

Hungrig machte ich mich über meine Mahlzeit her, die verwunderten Blicke ignorierend, die Spaziergänger von Bopfingen kommend, mir zuwarfen.

Da ich durch den langen Trail durch den Wald und das üppige Mahl einen großen Teil meiner Wasserreserven verbraucht hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als nach Bopfingen abzusteigen.

Die bisher gewanderten 27 km deutlich in den Beinen spürend, machte ich mich an den Abstieg.

 

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Weitere 3 km auf dem Zähler erreichte ich die ersten Häuser von Bopfingen und suchte Samstag abend nach Menschen, die um ihre Häuser arbeiteten, um meine Wasserreserven wieder aufzustocken.

Ich kam an einer Gastwirtschaft mit blauen Anstrich vorbei, die jedoch geschlossen war und beschloss zu diesem Zeitpunkt, mir eine Unterkunft in Bopfingen zu suchen, da ich doch zu groggy war, um auf der anderen Seite von Bopfingen wieder 3km zum Sandberg hinauf zu krauchen um mir dort einen guten Platz für mein Contrail zu suchen.

 

An einem Spielplatz fragte ich Leute, wo man hier übernachten könne und wurde auf die Jugendherberge verwiesen.

Ich ging die Straße hinunter, nur um festzustellen, dass die JH geschlossen war.

An einem Haus wurde eine Garage gebaut und die Auskunft nach Unterkunft lautete: „Sie müssen den Berg wieder hinauf zur Gastwirtschaft. Dort übernachten auch Bergsteiger (hä ?) und andere Wanderer“.

Also schlich ich wieder die steile Straße hinauf, traf an einer Garage einen Mann, der sein Auto in die Garage stellte und auf meine Frage nach Wasser antwortete: „Ich habe keine Wasserleitung in der Garage“.

Wortlos und innerlich kopfschüttelnd ging ich wieder hinauf und traf zwei ältere Damen, wohl auf dem Weg zur Abendmesse.

 

Ich fragte nach der besagten Gastwirtschaft und erhielt folgende Antwort: „Achwas, die hat doch zu. Sie sind hier gar nicht in Bopfingen. Wenn Sie übernachten wollen, müssen Sie nach Bopfingen hinunter – Sie sind hier in Flochberg !“. „Wissen Sie was, gehen Sie ganz hinunter und dann rechts auf der Hauptstraße zum Gasthaus „Bären“, der ist auch billiger als die „Sonne“. meinte die eine Dame mit verschwörerischem Ton.

Ich bedankte mich recht herzlich und machte mich wieder an den Abstieg nach Bopfingen. Flochberg. Oh Mann !

Ziemlich ausgepowert erreichte ich, es musste inzwischen wohl etwa knapp 19.00 Uhr gewesen sein, Bopfingen. Ich bog rechts ab, sah von weitem schon das Schild des „Bären“ und stand kurz darauf fassungslos vor der geschlossenen Tür.

„Samstag Ruhetag“.

 

Wenige Sekunden Sammlung beim Beteiligten - dann konnte nur noch Plan B, das Hotel Restaurant „Sonne“ helfen !

Müde wendend, ging ich in die entgegengesetzte Richtung und stand kurz darauf vor dem Hotel Restaurant „Sonne“.

Ich ging durch die offene Tür und hatte sofort die Aufmerksamkeit der gesamten Kundschaft. Da kam ein älterer, graubärtiger Herr mit Rucksack herein, hochrot im Gesicht und ging zur Theke - ich.

Haben Sie ein Einzelzimmer ?“ fragte ich den Mitarbeiter hoffnungsvoll. Er überlegte kurz und teilte dann mit, dass durch Renovierungsarbeiten im Haus leider alle Zimmer belegt seien – auch die Doppelzimmer. Er wollte jedoch seinen Chef fragen, ob vielleicht doch noch was zu bekommen sei.

Kurz darauf kam jemand, der wie ein Oberkellner aussah, her und teilte zu seinem Bedauern mit, dass nichts mehr frei sei, er wolle jedoch die Hotelchefin fragen, ob noch eine Möglichkeit bestehe.

Mehrere stumme Stoßgebete ausstoßend, wartete ich auf die Hotelchefin.

Die Dame des Hauses teilte jedoch mit, dass zu ihrem Bedauern „Mein Mann und ich sind auch Wanderer !“ nichts mehr frei sei, Sie jedoch im 4km entfernten Nachbarort nach einem Zimmer fragen werde.

Ich lehnte mit der Begründung ab, dass ich nicht noch 4km ins Nachbarort gehen werde. Sie bot mir an, mich mit dem Wagen dorthin zu fahren. Ich hatte jedoch die Nase voll, bedankte mich recht herzlich und bat nur um Wasser für meine beiden Flaschen, das ich auch bekam.

Dann schlaf ich halt im Wald oberhalb von Bopfingen“, gab ich zu verstehen, was bei den Beteiligten für blanken Unglauben sorgte. „Doch, doch – kein Problem. Vielen Dank für Ihre Mühe“, sagte ich und trat durch die Tür.

Tief durchatmend schaute ich auf den Berg, holte meine Karte hervor und ging zum Rathaus um die Fährte des HW1 wieder aufzunehmen.

 

Es brachte jetzt nichts, hier noch weiter in Bopfingen ziellos herumzulaufen, sondern jetzt galt es, die Hochfläche vor Einbruch der Dunkelheit noch zu erreichen, um nicht mit der Stirnlampe in der Gegend herumzurennen. Auf geht’s. Kämpfen !

 

Ich blickte ein letztes Mal zurück und sah die Hotelchefin suchend über den Rathausplatz gehen. „Die sucht mich ! Hundertpro !“ schoss es mir sofort durch den Kopf.

Ich ging nochmals auf die Dame zu und sie sagte: „Ich kann Sie so nicht gehen lassen. Wenn Sie mit einer besseren Abstellkammer zufrieden sind – Sie brauchen auch nichts zu bezahlen – können Sie gerne übernachten“.

Leute, ich konnte mein Glück kaum fassen und sagte unumwunden zu.

 

Mit der Chefin wieder das Hotel betretend, sagte sie: „Es handelt sich um ein ehemaliges Personalzimmer. Ich hoffe, es reicht Ihnen aus“.

Ich lege mich auch auf den blanken Boden – kein Problem !“ war meine Antwort und es ging die Treppe hoch in den obersten Stock.

 

Habt ihr schon mal eine „bessere Abstellkammer“ mit Fernsehapparat, eigenem Bad und Toilette, Metallbett mit blütenweisser Bettwäsche und etwas älterer Möblierung gesehen – alles picobello sauber ?

Ich konnte mein Glück kaum fassen und bedankte mich tausend Mal.

 

Sofort den Huckepack abzulegen und die Klamotten vom Körper zu reißen, war Sache von Sekunden.

Ich setzte mich wohlig in die Wanne, ließ warmes Wasser einlaufen und investierte etlich Dr. Bronner, um den Schweiß der 31 km abzuwaschen. Als nächstes wusch ich sofort meinen Fleece, Buff, Unterwäsche, Shirt und alles was auch nur entfernt nach Kleidung aussah, in der Badewanne. Ich überzog die ganze Einrichtung mit Wäsche zum trocknen, wohl wissend, dass Diese bis zum morgigen Tag wahrscheinlich nicht ganz trocknen würde.

Steifbeinig stakste ich zum Bett zurück, zog meine Nachtwäsche an (warum eigentlich ?), ließ mich ins Bett hineinplumpsen und war kurz darauf eingedöselt.

 

Das Hotel „Sonne“ besitzt einen schönen Biergarten, der Samstag abend wohl besucht war und ich wurde von Helene Fischer mit einem lauten „Atemlos“, gebrüllt von gefühlten tausend Kehlen, geweckt. Oh Himmel ! Party.

Jedes Mal, wenn Helene aus den Lautsprechern „Atemlos“ sang, drehte irgend ein Hirni den Lautstärkeregler der Anlage auf Kasernenhofbeschallung und die ganze Meute brüllte freudig mit.

Irgendwann kam dann Jemand und gebot bestimmt Ruhe. Gottseidank.

Nicht das ich Helene Fischer nicht leiden kann, aber......

 

und somit endete auch der zweite Tag meiner Tour.

 

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Danke für den Bericht, ich bin schon gespannt auf die nächsten Teile!

Eine Frage habe ich, weil wir den Weg vielleicht jetzt im Juli gehen wollen: Wie kalt wird es denn nachts auf dem Hw1? Klar, es sind ja auch ein paar Höhenmeter, da ist es nicht so warm wie unten in der Ebene, aber irgendwie hört sich das in deinem Bericht ganz schön schattig an, vielleicht auch wegen dem Wind... Meine Frau plant eigentlich, mit dem 200er Daunenschlafsack loszugehen und ich mit einem entsprechenden Quilt... Zu dünn?

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@2Tall:

 

Also richtig frisch und windig war es hauptsächlich auf den offenen Hochflächen und freien Stellen am Trauf zu Beginn der Tour. Dann noch Mal einen Tag lang bei Dauerregen in der Nähe von Schloß Lichtenstein. In der Regel habe ich mir in den Nächten, die ich im Contrail geschlafen habe, den Aufbauplatz so gesucht, dass ich ziemlich windgeschützt war. Dort war mein 350er Comforter mit normaler Schlafkleidung dann eher zu warm. Meistens wurde es erst gegen 3.00 Uhr Morgens so "frisch", dass ich mich ganz zugedeckt habe. Ich mußte das Contrail auch nicht ein einziges Mal im Sturmmodus aufbauen. Es hat jedes Mal so gereicht.

Ich würde sagen, die Wahl des Schlafplatzes ist schon die halbe Miete.

Als der Wind nach wenigen Tagen von Nord weggedreht hat, war es sogar nächtelang mild. Das Thermometer in Owen zeigte z.B. Morgens um 06.00 Uhr, nach dem Abstieg von der Teck, 15 Grad Plus.

Ohne jetzt hier der Spezialist zu sein, würde ich behaupten, dass im Juli Eure 200er eigentlich gut reichen müssten.

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Tag 3: Sonntag, 31.05.2015, Bopfingen-Annahütte oberhalb Aalen, 19 km

 

Ich erwachte in meiner „Abstellkammer“ gegen 06.00 Uhr und spürte meine gestrigen 31 km in jedem einzelnen Knochen.

War vielleicht für den 2. Tag etwas zu viel des Guten.

Ich zog meine Faltkarte des HW1 hervor und warf einen Blick auf den potentiellen, heutigen Weg.

 

Also mal sehen:

Erst mal hoch zum Sandberg und weiter durch den Wald zur Ruine Schenkenstein. Dort abwärts am jüdischen Friedhof vorbei nach Aufhausen zur Egerquelle. Dann hoch zum Tierstein und dann wohl mindestens 4 km durch den Wald über den schönen Stein nach Hülen zur Kapfenburg, die ich mir unbedingt ansehen wollte.

Von der Kapfenburg sollte es weiter, die A7 überquerend, hoch zum Völlerstein gehen und dann ewig und drei Tage durch den Wald Richtung Unterkochen.

Dabei fiel mir auf der Karte ein kleines, freies Stück auf, das mit „Annahütte“ bezeichnet war. Die Hütte befand sich in der Nähe der Schafhalde oberhalb von Röthardt und war insgesamt etwa 19 km von Bopfingen entfernt.

 

Ich war ja auf Tour und nicht auf der Flucht, so dass ich beschloss, mir heute so einen richtigen, ruhigen Tag mit 19 km zu gönnen, um meine schmerzenden Knochen zu entlasten.

Flugs sammelte ich meine im Zimmer verstreut zum Trocknen aufgehängten Wäschestücke wieder zusammen, die, wie ich am Vortag schon vermutete, noch lange nicht richtig trocken waren.

Ich machte Morgentoilette und vergaß auch nicht, da das Wetter am hellen Morgen schon strahlend schön war, anschließend eine gute Schicht Sunblocker aus der Filmdose auf die Arme und Gesicht aufzutragen.

Schaudernd in das klamme Shirt und die klamme Wanderhose gezwängt, das Zimmer nochmals kontrollierend ob auch ja nichts liegen geblieben ist, machte ich mich auf in den Frühstücksraum um zu fragen, ob ich noch ein Frühstück bekommen könnte.

 

Eine Bedienstete war bereits emsig zu Gange und sie teilte mir mit, dass die Chefin den Preis für die Übernachtung auf 15 Euro festgesetzt hätte. Sie hoffe, ich sei damit einverstanden.

(Ich muss noch dazu sagen, dass ich am Vortag der Chefin gegenüber eine kostenlose Übernachtung abgelehnt und auf wenigstens eine Kostenerstattung bestanden hatte)

 

Ich bat noch um ein Frühstück und wollte dieses ebenfalls bezahlen.

Lt. Chefin beinhalteten die 15 Euro ebenfalls das Frühstück !

Ich war baff. Soviel Entgegenkommen ist phänomenal. Ich verspeiste so zum Frühstück zwei Brötchen mit Marmelade, trank Kaffee und ein Glas O-Saft.

(Im Geiste war ich froh, dass die Möblierung im Frühstücksraum aus Rattan-Möbeln bestand. Vermutlich hätte man sonst meinen nassen Hosenboden als Abdruck auf dem Sessel gesehen, so feucht waren meine Klamotten noch).

Nach dem Frühstück bezahlte ich die Zeche, legte noch einen größeren Betrag obendrauf und bat darum, der Hotelchefin meinen Dank und beste Grüße auszurichten.

Jedem Wanderer sei dieses Gasthaus (das eigentlich genau „zum Sonnenwirt“ heißt) empfohlen. Es liegt direkt beim Rathaus in Bopfingen.

 

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Ich trat auf den Rathausplatz, sah mich zum Hotel um, zog noch Mal in Gedanken mit einem Kratzfuß meinen imaginären Hut und schaute mir noch das wunderschöne Rathaus sowie den modernen, gläsernen Verbindungsgang zwischen den Fachwerkhäusern an.

 

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Ich lümmelte um die evangelische und katholische Kirche herum, machte Fotos und suchte schließlich die Markierungen des HW1 um meinen Weg fortzusetzen

 

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Das stellte sich als gar nicht so einfach heraus, da im Ortsbereich von Bopfingen die Klebeschilder ziemlich ausgebleicht oder abgerissen waren.

Nach der einen oder anderen Ehrenrunde gelang es mir jedoch, den Weg steil aufwärts Richtung Sandberg zu finden.

Mann, Mann, das hätte gestern ja noch was gegeben, so steil wie der Weg war !

Vor dem Aufstieg befestigte ich noch meine feuchten Wandersocken mit Sicherheitsnadeln an der Mesh-Tasche des Huckepacks.

Solange trug ich meine Schlafsocken, die ich später durchwaschen wollte.

 

Auf dem Weg nach oben merkte ich, dass ich noch etwas Wichtiges vergessen hatte. Was wäre die Tour aus Bopfingen ohne ein Bild vom Ipf ?

Also schnell noch die Kamera gezückt und ein Bild gemacht.

 

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Oberhalb von Bopfingen angekommen, stieß ich auf den tollen Egles-Platz.

Man erreicht den Platz, indem man am Zaun des Steinbruchs nicht mehr nach rechts dem Hauptwanderweg 1 folgt, sondern einfach noch 100m geradeaus weiter geht.

 

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(wird fortgesetzt.....)

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Tag 3 Fortsetzung....

 

Ein Riesengelände mit Schutzhütte und gemähten Platz. Am Sonntagmorgen nur mit einem kleinen Schönheitsfehler: Unterhalb des Geländes befindet sich eine Go-Kart-Bahn.

 

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Als ich ankam, wehte mir schon der Gestank von verbranntem Kraftstoff entgegen und ein plombenziehendes Geräusch der Motoren lag in der Luft, das mich noch bis zur Ruine Schenkenstein verfolgen sollte.

Trotzdem wäre das noch der geniale Übernachtungsplatz gewesen, hätte ich gestern nicht das Glück gehabt, doch noch eine Bleibe zu finden.

Sowas, wie den Egles-Platz, sieht man halt immer erst hinterher......

 

Weiter ging es durch den Wald Richtung Ruine Schenkenstein und dann den Berg hinunter, am jüdischen Friedhof vorbei, nach Aufhausen hinein.

An der Walkmühle vorbei ging es dann weiter am Sägewerk entlang durch den Tunnel zur Egerquelle.

 

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Ich blieb eine Weile an der Quelle stehen und schaute mich um, ging dann rechts den Kiesweg hoch, weiter zum Tierstein.

Nach mehreren hundert Metern fiel mir auf, dass wieder die Zeichen des HW1 fehlen und ging kopfschüttelnd den Weg wieder runter.

Da – natürlich nachlässig nur dem schwarzen Pfeil „Tierstein“ gefolgt, ohne zu bemerken, dass der HW1 NEBEN dem Kiesweg im Gebüsch nach oben verschwindet.

Wieder mal ein paar hundert Meter umsonst gegangen und dann auch noch doppelt nach oben. Bäh.

 

Oben auf dem Tierstein ging es dann Kilometerweit durch den Wald. Der Trail wurde sehr dreckig und sumpfig und stimmte teilweise nicht mehr mit der Karte überein. Es wurden größere Teile des HW1 umgeleitet.

Da die Wegweiser jedoch ausreichend waren, war der richtige Weg trotzdem immer zu finden.

Mit bis zu den Knien hoch verdreckten Hosen und versumpften Schuhen trat ich bei Hülen aus dem Wald und machte mich auf, zur Kapfenburg, die ich mir gerne ansehen wollte.

 

Auf dem Parkplatz vor der Burg war eine Ansammlung von teuren Karossen zu sehen und die Menschen flanierten im Sonntagsstaat zur Burg – ich hinterher.

 

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Ich stiefelte durch die Tore nach oben, schaute mich interessiert um und stieß auf das Restaurant.

Im WC noch schnell die Garderobe überprüft, Hände gewaschen, Frisur gerichtet und nichts wie rein in die Gaststube. Es war etwa 12:30 Uhr und das Restaurant war gut besucht, mit Spaziergängern im Sonntags-Outfit.

Leise Hintergrundmusik erfüllte den Raum und ich steuerte einen 2er Tisch im hinteren Bereich des Restaurants an. Mein „Outfit“ erregte etwas Aufmerksamkeit, da wie gesagt, die Hosenfüße durch die Schlammpfade im Wald ziemlich verdreckt waren, auch hatten meine Trailrunner einen weichen zusätzlichen Belag bekommen. Nicht zuletzt zierten mein Wandershirt dezente Streifen in salz-weiss.

Kurz, es kümmerte mich nicht die Bohne und ich orderte „Medaillons vom Halleschen Hausschwein“ mit irgendwelchen knackigen Gemüsen.

Am Nebentisch saß eine junge Familie und wir kamen sofort ins Gespräch. Woher – Wohin – Wieso usw. Der junge Mann teilte mit, dass er schon den E5 von Oberstdorf nach Meran gemacht hat, als Hüttentour.

Die Ehefrau wollte sehr gerne ebenfalls eine ähnliche Tour wie den HW1 machen und man war fröhlich am Erfahrungsaustausch.

Dass wir nicht noch unter den Tisch gekrochen sind um in allen Einzelheiten die Vorteile von Trailrunnern gegenüber hohen Wanderstiefeln auszuloten, war wirklich ein Wunder.

Nach dem sehr guten Essen, bekam ich noch vom Restaurantchef meine Wasserflaschen befüllt und ich machte mich frohen Mutes, gut gesättigt, wieder auf den Weg.

Der Himmel war immer mal wieder komplett bewölkt und kurz darauf war es wieder ziemlich warm.

Hut und Sonnenbrille waren laufend im Einsatz.

 

Die Kapfenburg hinter mir lassend, ging es jetzt am Waldrand entlang zur A7.

 

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Nach kurzer Zeit hatte ich den Übergang über die A7 erreicht und schaute für eine Weile dem Treiben auf der Autobahn zu.

Nicht ohne daran zu denken, den Bändel meines Sonnenhutes am Kinn festzuziehen.

Es wäre bestimmt nicht lustig, auf der Autobahnbrücke von einer Windböe den Hut auf die Straße geweht zu bekommen.

 

(Fortsetzung folgt.......)

 

 

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Tag 3 Fortsetzung .....

 

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Nach der A7-Überquerung ging es wieder schnurstracks in den Wald. Die Sonne kam wieder heraus und es ging steil nach oben zum Völlerstein.

Plötzlich hörte ich Keuchen hinter mir, drehte mich um und sah zwei junge Kerle mit ihren Mountainbikes hinter mir.

Beide sahen schon ziemlich fertig aus und nachdem sie mich erreicht hatten, fragten sie mich, ob ich eine Ahnung habe, wo wir hier seien.

Sie wollten nach Aalen und hatten sich total verfahren, irrten wohl schon einige Zeit auf den Waldwegen herum und wurden aus ihrer eigenen Karte nicht so richtig schlau.

Ich gab ihnen den Rat einfach dem roten Pfeil so lange zu folgen, bis sie auf einen Weg mit einem blauen Pfeil stoßen sollten. Auf der Wanderkarte war dies schön deutlich zu sehen.

Der blaue Pfeil bezeichnete den äußeren Zugangsweg zum Hauptwanderweg und sollte in der Nähe der Schafhalde hinunter nach Aalen führen.

Sie bedankten sich überschwänglich und keuchten weiter.

 

Ich hingegen, lief und lief und lief und lief. Das Waldgebiet wollte einfach kein Ende nehmen und irgendwann traf ich an der wichtigen Wegkreuzung, in deren Nähe die Annahütte sein sollte, ein Ehepaar mit Fahrrädern, das vor den Wegweisern des Albvereins eine größere Diskussion führte.

 

Nachdem ich die Schilder ebenfalls erreicht hatte, fragte mich der Mann ob ich wisse, wie die Beschilderung richtig zu interpretieren sei. Es ging wohl darum ob der Weg dem roten Pfeil nach begangen, bzw. befahren werden müsse oder ob dem schwarzen Pfeil nachgegangen werden sollte.

 

Dies beschreibt genau das Problem, das viele Leute, die sich vorher nicht sachkundig gemacht haben, mit der alten Beschilderung haben. Obwohl der rote Pfeil Richtung Tuttlingen weist, muss u.U. in die entgegengesetzte Richtung gegangen werden (nämlich dahin, wohin der schwarze Pfeil zeigt). Lustig wird es dann noch, wenn unterhalb der Wegbeschreibung noch mehrere weitere Wegpunkte aufgelistet sind (ohne roten und schwarzen Pfeil)

Jedem, der den HW1 oder HW2 in Angriff nehmen will, sei die nachstehende Seite des Schwäbischen Albvereins mit dem Leitfaden der Wegemarkierung ans Herz gelegt (Flash benötigt).

 

http://wege.albverein.net/leitfaden-wegemarkierung/

 

Nachdem „alle Klarheiten“ beseitigt waren, machte ich mich auf die Suche nach der Annahütte.

Auf der Karte war ein schmaler Waldweg ausgewiesen, der nach einer Abzweigung nach links wohl direkt zur Hütte führen sollte.

Soweit die Theorie.

Ich ging den einzig in Frage kommenden Waldweg entlang. Auf diesem Weg war wahrscheinlich seit Äonen niemand mehr unterwegs gewesen. Eine mit hohem Gras bestandene Abzweigung erwies sich als Weg ins Nirwana.

Ich ging zurück zum Hauptweg und studierte wiederum die Karte.

Ins Gedächtnis rief ich mir, dass 1 cm auf der Karte 350m in der Realität sind – ein weites Feld.

Langsam ging ich auf dem Kiesweg weiter, tief in das Studium der Karte vertieft, stand ich plötzlich vor einer Schutzhütte und einer Wegabzweigung nach links.

Mist, das war doch schon einiges unterhalb der Annahütte !

Die Schutzhütte war für meine Zwecke der Übernachtung ungeeignet und ich beschloss, der Abzweigung nach links zu folgen.

Nach etwa 100 m sah ich eine vermeintliche Rückegasse der Holzmacher wiederum nach links abzweigen.

Jetzt war Vorsicht geboten ! Wenn ich mich in dieser Gegend mit lauter links und rechts verirre, konnte ich mich mit dem Kompass in meiner Kamera durch den Busch schlagen, was mir auch gar nicht geschmeckt hätte.

Also legte ich am Rand des Kiesweges mit Ästen einen Richtungspfeil und den Buchstaben „H“ aus, damit ich im Zweifelsfall bei der Rückkehr wieder wusste, wohin ich zu gehen hatte.

Ich folgte den tiefen Fahrspuren, kletterte über gesplitterte Äste, torkelte durch tiefe Pfützen, bog einen kaum wahrnehmbaren Waldweg ein – und stand vor der Annahütte !

 

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TATA AA !!!

 

Ich fühlte mich kurzfristig wie Tom Hanks in „Cast Away“ - „Ich habe Feuer gemacht !!!“

Auch bei dieser Hütte war es leider so, wie bei nahezu allen anderen Hütten auf dem HW 1 – verschlossen ! So bleibt leider immer nur der Vorbau zur Nutzung übrig. Das Vorhängeschloss war mit Sicherheit seit Jahren nicht mehr geöffnet worden und mit dem vorgelegten Eisenriegel zusammen gerostet. Alles war dick mit Staub und Spinnweben belegt und man traute sich fast nicht, den Pack abzusetzen.

Ich räumte ein Stück der Ruhebank frei und stellte meinen Huckepack ab. Dann ging ich um die Hütte herum um zu sehen, ob ein ebener Platz für mein Contrail zu sehen wäre. Überall war Wildschweinlosung zu sehen und mitten auf dem Weg war frisch aufgewühlt. Aha, das versprach nächtlichen Besuch. Auf dem kleinen freien Stück oberhalb der Hütte, stand ein Hochstand der Jäger.

Schließlich entschied ich mich, mein Zelt direkt vor der Hütte aufzubauen, da dies noch der beste Platz war.

 

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Ich warf meine Universalkordel über einen Balken im Vorbau und hängte meinen Futterbeutel daran.

Was jetzt folgte, hätte eine deftige Schimpfkanonade des Jagdpächters zur Folge gehabt, weil ich nämlich nachschaute, wo heute Nacht die potentiellen Besucher aka Wildschweine wahrscheinlich aus dem Dickicht hervorkommen würden. Ich pinkelte an diese Ecke (und später auch noch an die entgegengesetzte Ecke des Geländes) und war mir absolut sicher, diese Nacht keinen Besuch zu bekommen.

 

19 lockere Kilometer standen heute im Buche und ich war rundum zufrieden. Plötzlich fiel mir ein, dass ich mit dem heutigen Tag, seit Mai 2013 meinen 2000sten Wanderkilometer absolviert hatte. Das schrie nach einer spontanen UL-Feier !

Mit Kerze und Sahnetorte !

 

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Also mal sehen: UL-technisch konnte die Kerze eingespart werden, weil sowieso ein Mini-BIC im Pack war, so dass die Kerze wegfallen konnte und nur die Flamme benötigt wurde.

Die Sahnetorte konnte auch gekürzt werden, da im Futterbeutel noch genug Maiswaffeln mit Meersalz vorhanden waren, die also ebenso als Ersatz für die Sahnetorte gelten konnten.

Dazu eine doppelte Portion Kakao aus dem Evernew.

 

Also Feier ala UL ! Voila`

 

Vollauf zufrieden machte ich mich fertig für die Nacht und war kurz darauf in meinem Contrail verschwunden um sanft zu entschlummern – wenn diese blöden Füchse nicht wären !

Wieder schlich so ein Kläffer in der Nähe herum und musste mit einem Pfiff verscheucht werden. Ansonsten verlief die Nacht absolut ruhig. Wie geplant.

 

 

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Tag 4: Montag, 01.06.2015, Annahütte oberhalb Aalen-Ruine Rosenstein bei Heubach, 27 km

 

Man entwickelt sich im Wald echt zum Frühaufsteher, da schon gegen 4:15 Uhr die ersten Vögel zu singen anfangen. Meistens gelang es mir, noch mal ein Stündchen zu schlafen, so wie an diesem Tage auch.

Ich räumte mein Contrail aus, stapelte alles auf der Bank vor der Hütte und begann, das Tarptent abzubauen.

Noch ein kurzer Check mit der Spiegelfolie nach Zecken (nix) und schon war ich nach dem Waschen, Zähneputzen und Eincremen wieder auf dem Weg zum HW 1.

Jetzt ging es wiederum für mindestens weitere 5 km weiter auf Kieswegen durch den Wald Richtung Unterkochen, an der interessanten Schutzhütte „Vaterwaldshütte“ oberhalb von Aalen vorbei.

 

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Gleichzeitig mit dem HW 1 zusammen, führt der HW 4 ebenfalls nach Unterkochen und biegt dort wieder vom HW 1 ab.

Anscheinend sind auf diesem Weg schon so manche Illussionen geplatzt.....

 

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Endlich erreichte ich den Aufstieg zur Kocherburg, lehnte mich am Anstieg über das hölzerne Geländer um zu grübeln, was es mit dem zugemauerten Tunnel wohl auf sich hätte.

Ich vermutete, da die ehemalige Öffnung für einen Bahntunnel zu klein war, dass es der Eingang zu einem Bergwerk war, das nicht mehr betrieben wird.

 

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Am Anstieg oben studierte ich die Beschreibung der ehemaligen Kocherburg, war jedoch zu faul, die Überreste zu besichtigen. Ich machte mich lieber an den Abstieg zur weissen Kocherquelle.

Nach und nach steigt man in die „Schlucht“ ab und die Zahl der Quellen, die aus den Hängen austreten, nimmt stetig zu. Überall plätschert und rieselt es.

Es geht über kleine Holzbrücken und immer mehr Quellen links und rechts geben ihr Wasser an die weisse Kocher ab. Wunderschön.

 

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Natürlich kam auch hier wieder der Gewässerwart zum Vorschein und ich konnte nicht widerstehen, im Flüßchen ein paar Steine zu heben um zu sehen, wer darunter Zuflucht gefunden hat.

Und zu meiner großen Freude hatte ich eine Eintagsfliegenlarve gefunden, die ich in Natura noch nie gesehen hatte. Oh, wenn ich nur einen Tag lang Zeit gehabt hätte, im Gewässer zu stöbern !

Endlich erreichte ich Unterkochen und ging bei strahlendem Sonnenschein an der Kirche vorbei hinunter ins Städtchen.

 

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Mein Blick fiel auf eine Metzgerei und schon stand ich im Verkaufsraum, erstand 3 Brötchen mit warmen Fleischkäse und konnte kaum mit dem Essen warten, bis ich den Laden verlassen hatte. Zwei Brötchen im Huckepack, eins halb gegessen in der Hand, stieß ich als nächstes auf eine Bäckerei. Halb gegessenes Brötchen in den Pack – rein in die Bäckerei.

Ich bestellte mir einen großen Kaffee, ein Stück Käsekuchen, einen Amerikaner und eine Brezel (Hatte ich schon erwähnt, dass man mit der Zeit einen unbändigen Hunger entwickelt ?).

Aus der Bäckerei wieder auf die Straße getreten, aß ich mein halbes Brötchen, bis zur Volksbank im Städtchen ein weiteres ganzes Brötchen hinterher und betrat die Bank um etwas Bargeld aus dem Automaten zu ziehen.

 

Bei der Ausgabe des Geldes erhielt ich einen ganzen Haufen 5 Euro-Scheine. Soviel kleine Scheine wollte ich eigentlich gar nicht und trat mit Vieren davon an den Schalter und bat die Mitarbeiterin, mir diese 5-Euro-Scheine in einen Zwanziger umzutauschen.

Sie hätten die Scheinart auch wählen können“ gab sie mir freundlich zu verstehen, nahm meine 5 Euro-Scheine und ward für eine ganze Weile nicht mehr gesehen.

Ich schaute mich in der Bank um, kontrollierte meine Fingernägel, musterte die Personen die ein- und ausgingen und wunderte mich immer mehr, wo die Dame mit dem 20 Euro-Schein wohl abgeblieben ist.

Endlich trat sie wieder aus dem Raum um mit einem entschuldigenden „kleinen Moment noch bitte“ im nächsten Raum zu verschwinden.

Ich hörte die Scan-Einheit eines Kopierers hin- und herfahren und bekam langsam ein komisches Gefühl.

Es hätte mich nicht gewundert, wenn ich jetzt noch eine leise Stimme aus dem Raum gehört hätte: „Ja, wir haben ihn. Ich halte ihn noch hin“.

Schlussendlich waren aber alle Befürchtungen umsonst. Die Dame kam mit einem Zwanziger aus dem Raum und überreichte ihn mir lächelnd.

 

Gut, sehen wir es mal realistisch. Da kommt ein älterer Herr, mit doch schon reichlich weißem Vollbart und Rucksack, verschwitzt in die Bank, lässt Geld aus dem Automaten und wedelt plötzlich mit ein paar 5-Euro-Scheinen, um sie einzutauschen.

Also bitte – das bedient doch sämtliche Klischee´s.

 

Weiter ging es an der Kirche vorbei auf die andere Seite von Unterkochen, wo ich noch einen Wasserspender für meine zweite Wasserflasche suchte. Die erste Flasche hatte die Dame in der Bäckerei netterweise gleich gefüllt.

Ich bog um die Straßenecke, sah eine Person hinter einem Auto werkeln und fragte: „Guten Morgen, könnten Sie mir bitte etwas kaltes Leitungswasser geben ?

 

Eine Dame in den 50ern (auf dem Papier wahrscheinlich erst um die 30) in Leoparden-Leggins, richtete sich auf und wies mit der Hand auf die in der Nähe vorbei fließende Kocher und sagte mit Zahnlücken, durch die ein ganzes Orchester hätte „La Paloma“ blasen können: „Da drüben ist die Kocher“.

Ich war so verdattert, dass ich nur noch ein „da drüben ?“ herausbrachte. „Ja, da“ und schon war sie wieder hinter dem Auto verschwunden.

 

Himmel, hat´s der Marie reingeregnet“ dachte ich und machte mich schnellstens vom Acker. Ich schwor, mir die Leute nächstens besser anzuschauen, bevor ich irgendeine Konversation vom Zaun brach.

 

Jetzt ging es bolzengerade dermaßen steil nach oben. Kurz vor dem Waldrand, putzte eine Dame im Hof ihre Turnschuhe und war nach kurzer Frage nach Wasser gerne bereit, mir mit kaltem Leitungswasser auszuhelfen. Ich verputzte noch am Anfang des Aufstieges mein drittes Brötchen.

Das war wohl einer der ersten steilen Anstiege, die in der Karte bei der Etappenbeschreibung genannt wurden. Es war ein hartes Stück Arbeit bis ich endlich oben war und schon ging es weiter an der Fridahütte vorbei zum Aussichtsturm „Aalbäumle“, hoch über Aalen.

 

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(Fortsetzung folgt......)

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Tag 4 Fortsetzung...........

 

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Vom Aalbäumle-Turm hat man einen tollen Blick auf Aalen und die weitere Umgebung.

 

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Auf dem Gelände beim Turm steht eine schöne Hütte, sowie ein Podium für eine Kapelle/Band/Chor oder sonstwas.

 

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„Wo man singt, da lass dich nieder“ - sagt schon der Volksmund.

 

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Vom Aalbäumle ging es über wunderschöne Waldpfade nach unten ins Wolfertstal. Als ich aus dem Wald trat, sah ich gegenüber schon den nächsten Anstieg zum Volkmarsberg, auf dem ebenfalls ein Turm des schwäbischen Albvereins stand.

Der Weg führte im Zickzack durch das Tal und ich schaute misstrauisch auf die sich rechts von mir am Falkenberg aufbauenden Wolkenberge.

Mir war klar, da war wieder Eile geboten.

 

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Ich legte den zweiten Gang ein und trabte den Feldweg nach links ins Tal runter um auf dem unteren Weg scharf nach rechts abzubiegen und nach einem guten Stück Weges wieder links hoch den Anstieg zum Volkmarsberg zu beginnen.

Ich hatte es gewusst. Schon beim unteren Anstieg begann es zu tröpfeln. Je weiter nach oben, desto stärker wurde der Regen, bis ich im Schutze eines Haselnussgebüsch, meine Regenjacke anziehen konnte.

Oh Mann, schweißgebadet und jetzt auch noch die Regenjacke drüber. Ein paar Meter gelaufen – Regen wieder weg.

Fluchend zog ich die Regenjacke wieder aus und klemmte sie mit den Gummibändern auf die Mesh-Tasche meines Huckepacks.

Immer weiter ging es nach oben und schon wieder begann es deutlich zu regnen. Huckepack ab – Regenjacke an. In einem Schauer stapfte ich mit hängendem Kopf den Berg hoch, nur um im nächsten Moment auf einem Kiesweg auf halber Höhe im strahlenden Sonnenschein zu stehen.

War das auch zu glauben ?

 

Jetzt wurde es mir aber zu bunt und ich wollte lieber patschnass auf dem Volkmarsberg ankommen, als auch nur noch einmal die Regenjacke anziehen zu müssen.

Schlussendlich war auch dieser überaus lange und steile Anstieg geschafft und ich blickte durch den grünen Tunnel auf den Volkmarsberg-Turm.

 

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(Fortsetzung folgt...........)

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Tag 4 Fortsetzung........

 

Der Volkmarsbergturm ist 23m hoch und wurde 1930 erbaut.

 

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Eine schöne, an Wochenenden und Feiertagen bewirtete Hütte des schwäbischen Albvereins ist ebenfalls auf dem sehr idyllisch gelegenen Gelände vorhanden.

Mir gefiel es sehr gut da oben und ich beschloss, eine kleine Pause einzulegen.

 

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Kleine Pause auf dem Volksmarsberg

 

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Weit und breit war kein Mensch zu sehen und ich genoss die Ruhe.

Nach einiger Zeit machte ich mich wieder an den Abstieg durch das Naturschutzgebiet, zu dem der Volkmarsberg gehört.

 

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Vom Volkmarsberg ging es dann erst mal mehrere Kilometer auf klasse Waldpfaden und dann auf schönen Waldwegen an Tauchenweiler vorbei Richtung Lauterburg.

Wirklich eine sehr schöne Strecke, die mir sehr gefallen hat.

Schlussendlich stand ich gegen 16.00 Uhr am Waldrand und sah in der Ferne Lauterburg.

Leider nicht nur Lauterburg, sondern auch das dunkle Gewitter darüber !

 

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Da stand ich nun und beäugte misstrauisch die Situation. „Hmmm, das sind mindestens 2 km bis in den Ort“ dachte ich mir. Andererseits hatte ich noch Einiges vor mir, bis ich die angepeilte Hütte beim Fernsehturm bei der Ruine Rosenstein erreicht hatte. Noch donnerte es nicht und es war auch kein Blitz zu sehen.

Auf der linken Seite standen mehrere Windräder und die drehten sich genau in der Windrichtung, in der wohl das Gewitter über die Hochfläche ziehen würde.

 

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Von links nach rechts gegangen, auf die Bank am Tisch gesetzt, wieder aufgestanden – es half alles nichts. Ich musste nach Lauterburg, schon wegen meines leeren Tanks.

Kurzentschlossen zog ich meine Regenjacke wieder an und machte mich einfach zügig auf den Weg.

 

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Ein Bauer fuhr noch mit seinem Traktor wie der Teufel über die großen Wiesen und versuchte, sein Gras einzubringen.

Ich kam dem Ort immer näher, ohne dass ein einziger Blitz über mich hergefallen wäre.

Schließlich hatte ich es im leichten Nieselregen und einigen frischen Windböen bis zu den ersten Häusern geschafft ! Vor einem Bauernhof saßen zwei Landwirte auf der Mauer, waren wohl auch nicht sicher, was aus dem Wetter werden sollte und ich fragte erleichtert nach Wasser für meine beiden leeren Flaschen.

 

Klar können Sie Wasser haben !“ sagte einer der Beiden und deutete auf den Wasseranschluss an der Hauswand. Ich füllte flugs beide Flaschen und nach dem üblichen woher und wohin machte ich mich auf durch den Ort.

Lt. Karte war am Ortsende eine Gaststätte oder ähnliches zu finden. Schon ziemlich müde machte ich mich auf den Weg hinunter zur Gaststätte, nur um festzustellen, dass es sich um ein Sportheim handelte, das natürlich geschlossen hatte. Ich ging weiter auf das Waldstück zu und wurde mir bewusst, dass ich wieder seit einiger Zeit kein Zeichen des HW1 mehr gesehen hatte.

Mist und das wieder kurz vor Tagesschluss, wenn man eh schon ausgepowert ist.“ grummelte ich vor mich hin, ging noch ein weiteres Stück Weg, war mir jedoch nicht mehr sicher, drehte wieder um und ging zum letzten roten Pfeil-Zeichen zurück um die Strecke nochmals zu überprüfen. Missmutig stellte ich fest, dass die Strecke auf der Karte nicht mehr mit dem wirklichen ausgezeichneten Weg übereinstimmte. Der HW1 führte schon lange vorher im Ort nach rechts auf den Berg zu.

Ich war aber roten Pfeilen nach links gefolgt. Wieder hatte man wohl kurzfristig den HW1 am Sportheim vorbei gelotst. Na, viel falsch machen konnte ich jetzt ja nicht mehr, da der Fernsehturm als guter Anhaltspunkt gelten konnte und ich machte mich einfach wieder auf dem nicht markierten Weg auf, Richtung Waldrand, wo ich wieder, oh Wunder, oh Wunder, auf meine geliebten roten Pfeile stieß.

 

Jetzt ging es aufwärts und nach weiteren 2 km stand ich vor der Abzweigung in den Wald, wo die auf der Karte vermerkte Hütte sein sollte.

Ich stapfte in den Wald und mitten drin stand, na ja, die „Hütte“.

 

(Fortsetzung folgt........)

 

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Tag 4 Fortsetzung..........

 

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An dieser Stelle möchte ich sagen, dass die „Hütten“ auf dem HW1, mit wenigen Ausnahmen, ihren Namen bei weitem nicht verdienen. Es handelt sich meistens um verschlossene Häuschen, die nur einen staubigen, dreckigen Vorbau bieten.

Ich habe mit meiner Eva, TAR und Comforter kein einziges Mal auf dem dreckigen Boden vor einer dieser „Hütten“ übernachtet.

Dazu war mir meine Ausrüstung viel zu schade. Vielmehr habe ich die Hütten als Anhaltspunkt genommen, um in deren Nähe mein Contrail aufzuschlagen.

Die einzig, wirkliche Hütten-Übernachtung auf meiner Tour, erfolgte in der Bolberghütte – auf einer Bank in der Hütte !

 

Doch zurück zu dieser Hütte. Der Vorbau dreckig, staubig, übersät mit Resten von Ästen. Hier war eher mit einem Hanta-Virus durch den Mäusedreck zu rechnen, als mit einer geruhsamen Nachtruhe.

An der Wand hing eine Rattenfalle, ein altes Feuerzeug und ein „Totschläger“, wahrscheinlich falls die Rattenfalle nicht richtig funktionieren sollte.....

 

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Also nochmals die Karte gezückt und die Lage gepeilt. Oberhalb der Hütte entdeckte ich eine kleine freie Stelle im Wald die mit „Festplatz“ bezeichnet war. Das hörte sich doch vielversprechend an, obwohl ich Einträge die mit „Festplatz“ bezeichnet sind, in der Regel mit Vorsicht genieße.

Tatsächlich ging an der Hütte entlang ein kaum sichtbarer Fahrweg weiter den Hügel hinauf. Ich folgte dem Weg und stand vor einem perfekten Lagerplatz !

 

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Die freie Stelle wurde wohl ab und an gemäht, so dass das Gras nicht meterhoch in der Gegend stand. Der Aufbauort, wo ich schließlich mein Contrail aufgestellt hatte, lag in einer großen, leichten Mulde, so dass vom Radweg, der an den Bäumen vorbeiführte, nicht ohne weiteres Sicht bestand. Vorne an den Bäumen war eine schöne Grillstelle vorhanden.

Für meine Zwecke an diesem Tag – perfekt.

 

Erleichtert stellte ich meinen Huckepack ab, räumte meine Ausrüstung heraus, stellte das Contrail am Waldrand unter einigen überhängenden Buchenästen auf und machte mich fertig zur Nachtruhe. Zwischenzeitlich war es 18.00 Uhr und ich hatte 27 km geschafft.

Nach der üblichen Zeckenkontrolle und anziehen der Schlafsachen, nahm ich meine Karte zur Hand um einen Blick auf den folgenden Tag zu werfen. Plötzlich sah ich aus dem Augenwinkel einen schwarzen Punkt unter dem Kartenrand auf meiner gelben TAR auf mich zu marschieren. Eine Zecke ! Hatte es dieses Mistvieh, vermutlich über meinen kurz beim Aufbau des Zeltes auf dem Gras abgelegten Fleece geschafft, in meine geheiligte Halle einzudringen !

 

Angezogen von meinen Ausdünstungen war sie zielgerichtet auf dem Weg an meinen Körper.

Nur über meine Leiche ! Ich fasste das Vieh mit den Fingernägeln und machte sie, nicht ohne Mühe, dem Garaus.

 

Später las ich in einer Abhandlung über Zecken, dass man die Viecher nicht mit den Händen bzw. Fingern töten, sondern einen Gegenstand dazu benutzen sollte, da die Körpersäfte sonst mit den Fingern in Kontakt kämen. Was wiederum mit großer Wahrscheinlichkeit dazu führt, dass man sich an der Nase oder am Mund die potentiellen Erreger zuführt.

 

Ein Räuspern lies mich kurz zusammenfahren, kam doch ein Mountainbiker mitten durch den Wald an meinem Zelt vorbei und fuhr über die Wiese zum Waldweg, wo er dann entschwand.

Das war aber auch dann schon alles und ich schlief selig ein.

Muss ich mitteilen, dass wieder mal ein Fuchs nächtens mit seinem Gekläffe durchs Unterholz strich ? Und das gleich zwei Mal ?

Auf jeden Fall wurde auch diese Nacht wieder gepfiffen und das wars dann auch wieder für diesen Tag.

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Ich lese Deinen Bericht mit großer Freude ... nur ... aufstehen um 4 Uhr morgens ?? :shock:  ... mir gehts draussen immer so gut, ich schlafe so gut, dass ich mich mit Mühe zwischen 8 und 9 Uhr aus dem Schlafsack quäle ... also allein schon mal für diese Deine Leistung ... Respekt !  :mrgreen:

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Tag 5: Dienstag, 02.06.2015, Festplatz bei Fernsehturm Rosenstein - Kuchalb, 30 km

 

Wieder eine erholsame Nacht hinter mir. Ich hatte sehr gut geschlafen. Die gekürzte Laufbursche-EVA Matte als Unterlage, die lange TAR darauf und der Cumulus Comforter 350 als Decke waren perfekt.

Ich räumte wieder mein Equipment aus dem Contrail und trug alles vor zur Grillstelle, um die Kleidungsstücke und den Comforter auf den Bänken auszulüften.

 

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Bild: im Hintergrund mein Contrail am Waldrand, vorne die luftige Runde

 

Ich bereitete mir einen Kakao zu, aß dazu eine meiner Maiswaffeln mit Meersalz, saß zwischen meinen luftigen Klamotten und war mit der Welt zufrieden. Plötzlich raschelte es neben mir im Busch und – große Augen beim Hiker – ein Fuchs kam keine 5m neben mir an dem Gebüsch vorbei.

Ich blieb stocksteif sitzen und der Fuchs blieb ebenfalls stehen. Wir blickten uns an, der Fuchs drehte den Kopf wieder weg und lief langsam Richtung Waldweg und verschwand auf der anderen Seite im Wald.

Hat man da noch Töne ! Das hatte ich auch noch nie erlebt ! Ansonsten ist der Fuchs eigentlich sehr heimlich und lässt einen Menschen nie so nahe an sich herankommen.

Kopfschüttelnd begann ich meine Morgentoilette, wusch noch meine Unterwäsche, zog meine Wanderklamotten wieder an, räumte den Comforter wieder ein und ging zurück zum Contrail um dieses abzubauen.

Nachdem ich meinen Huckepack noch zum Wäschetrockner umfunktioniert hatte, ging es wieder den Fahrweg hinunter auf den Waldweg zur Ruine Rosenstein.

 

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Bild: Wäschetrockner made in Cologne

 

Über eine Brücke ging es zur Ruine Rosenstein und ich erhielt einen schönen Ausblick auf Heubach und die weitere Umgebung.

 

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(Fortsetzung folgt.........)

 

 

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Tag 5 Fortsetzung..........

 

Die Tafel beschreibt den Werdegang der ehemaligen Burg

 

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Kurz darauf ging es steil nach unten nach Heubach hinein.

Gleich in der Nähe des Ortseingangs genehmigte ich mir in einer Bäckerei wieder einen großen Kaffee, ein Stück Torte und einen Bienenstich. Bekam meine Wasserflasche gefüllt und bezahlte für alles 7 Euro.

Unten im Ort angekommen, wurde ich auf dem Fußweg von einer älteren Dame, mit trauriger Miene, angesprochen.

Wandern Sie auf dem Hauptwanderweg 1 ? “ fragte sie mich mit belegter Stimme. Ich bejahte und sie weiter: „Ach ja, Sie erinnern mich an meinen verstorbenen Mann. Wir sind auch immer auf dem Hauptwanderweg 1 gewandert. Es war so schön“.

Fast wollte sie in Tränen ausbrechen und etwas peinlich berührt, drückte ich ihr mein Bedauern über ihren Verlust aus und ging weiter in eine Metzgerei, um mir dort mein obligatorisches Brötchen zu besorgen und meine zweite Wasserflasche befüllen zu lassen.

Als ich die Metzgerei wieder verließ, ging die ältere Dame gerade gegenüber wieder vorbei und schaute mir mit trauriger Miene hinterher.

Meine Wirkung auf das weibliche Geschlecht war auch schon mal positiver !

 

Steil ging es bergauf zum Ostfels, wo ich auf der Bank im Sonnenschein meine Wäsche vollends trocknete.

 

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Bild: Blick vom Ostfels zur Ruine Rosenstein, hinten der Fernsehturm

 

Die Karte zeigte für die nächsten 12 km hauptsächlich Waldpfade und Waldwege und einige knackige Anstiege bis zum „weissen Stein“

Wie schwierig es ist, ein Schild zu lesen, zeigt das Bild. Es wird gebeten, dem Weg nach rechts zu folgen um die Wiese herum.

Aber was sehen wir ???........ Ja, ja die deutsche Sprache, oder ist das wohl Absicht ?

 

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Auf jeden Fall ging es wieder auf einem wunderschönen Waldpfad zum hohen Fels, von dem wieder eine grandiose Aussicht möglich war. Als nächstes erreichte ich das Naturfreundehaus Himmelreich, das zu diesem Zeitpunkt geschlossen hatte.

 

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Originell fand ich die Schuhputzmöglichkeit.

Sah mir nach einer echten schwäbischen Lösung aus …..

 

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Immer weiter durch den Wald ging es am Beurener und Bargauer Kreuz vorbei, durch die Kitzener Ebene und wieder hinauf zum Zwerenberg und von dort zum Jägerhaus. Kurz zuvor traf ich zwei Frauen, die 100 km den Pilgerweg von Ulm aus liefen. Wie sie mir mitgeteilt hatten, gingen sie immer eine Woche lang. Dann wieder eine Pause.

Das Jägerhaus ist wohl der private Wohnsitz eines Försters und steht wie gemalt im Wald. Ein sagenhaftes Plätzchen wie aus einem Schnulzenfilm.

 

(Fortsetzung folgt..........)

 

 

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Tag 5 Fortsetzung...........

 

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Das Jägerhaus hat mich so fasziniert, dass ich erst nach einigen hundert Metern auf dem Waldweg merkte, dass ich den HW1 wieder Mal verloren hatte. Irgendwo hatte ich eine Abzweigung übersehen. Ich ging wieder zurück zum Jägerhaus und dem letzten, in der Mitte der Straßenkreuzung von Zweigen verdeckten Wegweiser.

Langsam ging ich den Weg entlang und entdeckte, schön versteckt rechts im Gebüsch, die Abzweigung des HW1 auf einen Waldpfad. Na also, da haben wir es doch wieder.

 

Im Wald sieht es manchmal aus, als hätte der Grund einen grünen Pelz.

 

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Die schönsten Waldpfade auf vielen Kilometern, die ich bisher beschritten hatte. Einfach Klasse !

 

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Irgendwann hatte auch der Wald ein Ende und ich erreichte die Lützelalb. Durch Rapsfelder, die eben zu blühen begannen. In der Blüte, verströmen die Rapsfelder einen, öhm, betörenden Duft.

 

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Kurz darauf ging es abwärts zum Ort „Weissen Stein“ mit dem markanten Schloss.

Ich setzte mich oberhalb des Ortes auf eine Bank in den Schatten und ließ das Panorama auf mich wirken.

 

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Interessant fand ich den überdachten Kirchgang vom Schloss in die Kirche im Ort. Solch überdachte Gänge gibt es wohl nur eine Handvoll in Deutschland

 

Ich machte mich in stechender Sonne an den Abstieg und stand kurz darauf erfreut vor der Gastwirtschaft, die tatsächlich geöffnet hatte.

Schnell bestellte ich mir eine große Cola und – einen riesengroßen Eierlikörbecher.

Die Beine wohlig unter den Tisch ausgestreckt, genoss ich die Pause und löffelte voller Genuss mein Eis.

Was für ein schönes, kleines Örtchen. Der Wirt befüllte mir noch gerne beide Wasserflaschen und ich machte mich auf zum Schloss.

Über den Kirchplatz ging es die Treppen nach oben und ich stand vor dem geschlossenen Tor des Schlosses.

 

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Wie die Info-Tafel neben dem Tor mitteilte, kann das Schloss nicht besichtigt werden. Das Schloss Weissen Stein soll wohl weltweit führend bei der Mikrofotografie sein.

Staunen beim geneigten Leser !!

Beeindruckt machte ich mich weiter auf den Weg und es ging jetzt sehr steil nach oben, was sich wiederum mehr als negativ auf die Verdauung meines Eierlikörbechers auswirkte. Vielleicht hätte ich noch etwas in der Gartenwirtschaft vor dem Gasthaus verweilen sollen.

Mir wurde wohl von der Anstrengung schlecht und der Eierlikörbecher war (hüstel, hüstel) Geschichte.

 

Wer dachte auch, dass es gleich sooo steil zur Sache gehen würde !

 

Oben auf der Höhe ging es dann wieder in den Wald und dann einige Kilometer auf schönen Pfaden zum Messelberg.

Auf dem Trauf oberhalb Donzdorf hat man atemberaubende Aussichten

 

(Fortsetzung folgt.........)

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Tag 5 Fortsetzung.........

 

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Weiter ging es zum Startplatz der Donzdorfer Gleitschirmflieger und dem Flugplatz Donzdorf. Da ich selber 10 Jahre lang Gleitschirm geflogen bin, löste der Anblick der Drachenstartrampe und dem klasse Panorama des Startplatzes altbekannte Gefühle aus.

Mann, was muss man da in 1000 m Höhe über dem Trauf für Aussichten haben......

 

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Na ja, momentan sah man wohl vom Flugplatz nur den Tower

 

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Fällt euch auf dem folgenden Bild was auf ?

 

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Wer hat die Schienen geklaut !!!

 

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Auflösung

 

Weiter gings auf einem Traufpfad bis ich an mehreren, größeren Landwirtschaftsgebäuden wieder auf die Kuchalb hinaus trat.

 

Ich hatte eigentlich vor, im Naturfreundehaus Immenreute eine Unterkunft zu suchen, musste jedoch mal wieder umdisponieren, da das Haus geschlossen war. Also blieb als Alternative nur noch der Kuchalber Hof, den ich mir heute einfach gönnen wollte.

Also ging es weiter über die Kuchalb.

 

(Fortsetzung folgt...............)

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Tag 5 Fortsetzung..........

 

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Mir gefiel die Kuchalb sehr. Das Dach des Kuchalber Hofes bereits in Sichtweite ging der HW 1 jedoch scharf nach links über die Feldwege und in den Wald. Na die 2,5 km waren wohl auch noch zu schaffen und ich freute mich schon auf eine Dusche.

Zähneknirschend stand ich wieder am Ende eines Tages, wenige Kilometer vor dem Ziel, vor einer dreifachen Weggabelung ohne Zeichen. Lautstark im Wald sämtliche Verschwörungstheorien wie „mit Absicht entfernt“ oder „Lumpenpack mit Absicht keine Zeichen mehr angebracht“ ausstoßend, suchte ich den richtigen Weg.

Nach zwei Versuchen war es natürlich der mittlere und steilste Weg, der die letzten 2,5 km noch in schweißtreibende Schwerarbeit ausarten ließ.

Ausgepumpt kam ich nach 30 km am Kuchalber Hof an. Auf dem Hof standen einige Autos, darunter ein Wagen mit einer Autonummer aus Ungarn.

 

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Meine Befürchtungen, dass kein Zimmer mehr frei sei, bestätigten sich Gottseidank nicht und ich bekam anstandslos ein Einzelzimmer – für 65 Euro.

 

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Ich sprach gleich mit meiner Frau per Handy, erzählte ihr auch von den klammen Klamotten, die ich öfters schon anziehen musste und erhielt einen wertvollen Tipp von ihr.

Nach dem Auswringen der Wäsche sollte ich ein Handtuch auf den Boden legen, das Wäschestück darin zur Rolle einwickeln und mit den Füßen darauf einen kleinen Tanz vollführen.

Die beste Ehefrau von Allen war überzeugt, dass dies einem Wäschetrockner sehr nahe kommt.

Ich räumte sofort meinen Huckepack aus, weichte mein Wandershirt im Waschbecken ein und nahm nebenher die lang ersehnte Dusche. Was für eine Wohltat !

 

Nach der Dusche wusch ich alle Kleidungsstücke durch und legte das gebrauchte Badetuch auf den Boden, wickelte testweise meinen ausgewrungenen Fleece darin ein und vollführte neben dem Schrubben meiner Socken im Waschbecken, einen Samba auf dem Badetuch vor.

Tatsächlich war das Badetuch danach merklich feuchter und der Fleece – man höre und staune – deutlich trockener, wie gedacht. Gleiches versuchte ich mit meiner Wanderhose und dem Shirt. Tatsächlich, das klappt wunderbar !

Kurz darauf war alles breitgetreten, Hand- und Badetuch ein ziemlich nasser Haufen und ich hochzufrieden. Die Kleidungsstücke wurden an allen möglichen und unmöglichen Stellen im Zimmer und Bad ausgebreitet und ich war sicher, morgen früh alles knochentrocken zurück zu erhalten.

 

Zufrieden lies ich mich in mein Bett sinken und war kurz darauf eingeschlafen.

 

Der Kuchalber Hof besitzt einen schönen Biergarten. Mein Zimmer direkt darüber. Es war so warm, dass ich die Fenster geklappt hatte und ich wurde zu späterer Stunde durch lauthals vorgetragene, schwermütige, ungarische Weisen, zugegeben vorgetragen mit schöner Stimme, geweckt.

Der ungarische Gast hatte wohl nach Genuss des einen oder anderen Bieres eine schwermütige Stimmung erreicht.

Immer freudiger brachte er seine Weisen hervor, bis die Wirtin begann, die schon freien Gartentische und Stühle abzuräumen.

Der Wink mit dem Zaunpfahl brachte leider keinen Erfolg und die restlichen Gäste im Garten begannen spöttisch zu tuscheln.

Die Wirtin versuchte es mit einem kleinen Hinweis auf die fortgeschrittene Stunde, was unseren Meistersinger aber in keinster Weise zu stören schien.

Erst nach einigen weiteren Weisen gelang es der Begleitung des Gastes diesen endlich zum Aufbruch zu bewegen.

 

Endlich konnte ich wieder einschlafen. Ob ich von Helene Fischer und gesungenem „Atemlos“ auf ungarisch geträumt habe, weiß ich nicht mehr........

 

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    • Von mosven
      Hallo Allerseits,
      in den letzten Jahren habe ich jeweils in den bayrischen Herbstferien schon Teile des HW1 gemacht: 2017 Donauwörth-Unterkochen und 2018 Unterkochen-Bad Urach.
      Die Wanderungen waren mein Einstieg in Mehrtageswanderungen und der Weg zum Ultraleicht-Trekking. Machte ich den Teil 2017 noch mit einem Rucksack-Gewicht von 16kg inklusive der Vorräte, so konnte ich 2018 schon auf 11kg abspecken. jetzt war ich mit ca. 8kg unterwegs. Meine Packliste findet ihr hier. Ich habe während der Tour alles gebraucht bis auf die kurze Regenhose (unpraktisch) und die Ersatzunterhose, da ich zwischendrin waschen konnte. Das fliegt beim nächsten Mal also raus...
      Alle Bilder sind übrigens von mir selbst mit dem iPhone 5c gemacht.
      26.10.2019 (5km - Bad Urach bis Rohrauer-Hütte): Los ging's am Samstag Mittag von München nach Bad Urach mit der Bahn. Das Wetter ist schön und draußen vor dem Zugfenster ziehen die Weinberge vorbei. Wenn ich jetzt schon gewusst hätte, wie das Wetter in den nächsten Tagen wird, wäre ich wahrscheinlich nach einem Overnighter umgekehrt...

      Nachmittag in Bad Urach - Wasserfall, ich "betrüge" ein bisschen und gehe nicht den HW1, sondern den Zubringer (blaues Dreieck), der von unten an den Wasserfall heranführt:

      Schon sieht man die charakteristischen Felsen des Albtraufs. Hier stürzt sich der Wasserfall sehr schön herunter und verzweigt sich in unzählige Rinnsale im Moos des Waldes.





      gegenüber leuchten im Licht der untergehenden Sonne die Felsen über Bad Urach

      Der Weg zieht sich an einer Felswand vorbei

      bis zu deren oberen Kante, wo der kleine Bach über eine Felsnase hinabfällt, die er sich mit den Jahrhunderten durch Ablagerung von Kalk selbst "baut".

      Ich erreiche im Dunkeln die Rohrauer-Hütte und ergattere dort mit Glück sogar einen Übernachtungsplatz. Nach einem netten Schwatz gehe ich früh ins Bett, weil ich am nächsten Morgen früh los will.
      27.10.2019 (25km - Rohrauer-Hütte bis Nebelhöhle): Am Sonntag mache ich mich schon um 07:15 auf den Weg, ich will das schöne Wetter nutzen und bis zur Nebelhöhle kommen...
      Die Sonne ist gerade aufgegangen und leuchtet schön in den Wald

      Im Wald sind sinnige Sprüche und Erklärungen zur mittelalterlichen Waldnutzung aufgestellt:

      Ich komme gut voran, am Außenposten des Landesgestüts Marbach vorbei


      dem Obersee des Pumpspeicherkraftwerks Einiger Weide

      und immer wieder eröffnen sich tolle Ausblicke, für die dieser Weg bekannt ist:


      Hier sehe ich sogar zum ersten Mal eine mir bisher völlig unbekannte Sportart: Discgolf. Ziel ist es, wie beim Golf, vom Abschlag aus ein Frisbee in den Fangkorb zu werfen:


      Ich nähere mich Schloss Liechtenstein, hier sind einige besonders schöne Felsformationen. Der Weg führt immer oben an der Kante entlang, aber es gibt auch eine Variante am Fuß der Felsen.






      Hier schaut es noch schön aus, aber aus der anderen Richtung ziehen schon Wolken auf, das Wetter wird umschwingen, aber ich mache mir keine großen Sorgen, schließlich soll es nur die eine Nacht leicht regnen und schließlich habe ich ja mein Tarp dabei...



      Das Schloss sitzt ganz pittoresk auf einem Felsen. Es wurde erst 1840 inspiriert von Wilhelm Hauffs Rittersagen gebaut:






      Hier sind natürlich Massen von Leuten, ein starker Kontrast zum restlichen Albsteig, wo ich manchmal den ganzen Tag niemand anderen gesehen habe.
      Ich gönne mir einen Windbeutel und einen großen Milchkaffee, die mir aber so auf die Verdauung schlagen, dass ich im weiteren Verlauf der Wanderung mehrfach "ins Gebüsch" entfliehen muss.
      Nasses Laub ergibt prima Toilettenpapier; skills... 
      Ich erreiche die Nebelhöhle bei Einbruch der Dunkelheit kurz nach 18:00 Uhr, nur um festzustellen, dass es dort keine Schutzhütte gibt. Auch hat sowohl die Höhle, als auch der berühmte Maultaschenwirt bereits zu. Ich traue mich nicht, mich einfach unter das große Vordach des Eingangs oder unter die Überdachung des Freisitzes des Maultaschenwirts zu legen, aber das ist ja kein Problem, schließlich habe ich ja mein Tarp ... Selbiges baue ich im Licht des berühmten "Mundlämpchens" bei Dunkelheit in einer Ecke des riesigen Parkplatzes der Nebelhöhle auf und lege mich gerade mit einsetzendem Regen darunter. "Natürlich"  steht es nicht so toll, wie daheim im Garten (siehe https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/7509-12-overnighter-im-jahr-2019/?do=findComment&comment=139498 ) und aus Furcht vor Wind und Nässe spanne ich es auch ganz tief ab. Der extra kurze Stock will erst nicht halten, steht aber schließlich und endlich doch.
      Ganz schön kurz, ganz schön niedrig, und viel weniger Raumgefühl als beim Test... skills?!  Ich mache mir erst mal was zu essen und lege mich schlafen.
      In der Nacht wache ich auf, weil jeder Regentropfen, der von außen auf's Tarp fällt, innen 5 Tropfen Konsens auf mich niederregnen lässt. Um 02:00 Uhr baue ich alles ab und laufe zurück zur Schutzhütte am Goldloch Kalkofen (eine kleine Höhle, die aber nicht zum Übernachten taugt, weil sie uneben und nass-lehmig ist). Hier liege ich um 03:00 wieder im Schlafsack...
      28.10.2019 (25km - Kalkofen bis Dreifürstenstein)
       

      Das Tarp ist in der Nacht getrocknet, der Schlafsack lüftet noch aus, jetzt gibt's erst mal ein gutes Frühstück aus Porridge und Instant-Kaffee...
      In den nächsten Tagen kann man nur noch unterscheiden zwischen hellem und dunklem Nebel, Sprühregen oder Landregen und kaltem bzw. weniger kaltem Wind...

      Nichtsdestotrotz ist der Weg oft von einer verwunschenen Schönheit und "wilde Tiere" gibt es auch zu sehen:


      Am Felsrutsch vom Hirschkopf (bei Talheim) sieht man, wie ganze Felsschollen langsam abrutschen und am Albrand tiefe Klüfte bilden:

      Schließlich erreiche ich mein Zuhause für eine Nacht, die Schutzhütte am Dreifürstenstein. Sauber, trocken und windgeschützt möchte ich hier am liebsten bleiben...

       
      29.10.2019 (25km - Dreifürstenstein bis Burgfelden):
      Das Wetter ist besser: Es regnet nicht mehr, sondern tropft nur noch von den Bäumen, weil die Wolken, die die Albkante heraufsteigen am Laub kondensieren... 
      Der berühmte Blick auf Burg Hohenzollern bleibt aus, weil sie sich in den Wolken verbirgt.


      Aber der Einfallsreichtum der Jäger lässt einen doch manchmal wundern:

      Am "Hangenden Stein" sind die Klüfte so tief, wie andernorts die Gletscherspalten...



      Über Hochwälder erreiche ich schließlich den Böllat und Burgfelden.



      Es ist nur 3°C "warm" und mir hängt das Wetter zum Halse raus, weshalb ich mich in einem kleinen Hotel einmiete, was eigentlich geschlossen hat. Aber ich bin im Trockenen, kann meine Siebensachen trocknen und gefriergetrocknete Gerichte schmecken schließlich auch mit warmen Wasser aus dem Wasserhahn... nein, eher nicht 
      30.10.2019 (32km - Burgfelden bis Gosheim):
      Heute kommt die "Königsetappe" über drei "1000er" der Schwäbischen Alb. Mit 32km ist das die längste Strecke, die ich bei dem Wetter auf der Alb zurücklege. Der Albsteig heißt nicht nur so, er ist auch ein Steig. Zwar gibt es auch längere Stücke breiter "Forstautobahnen", zumeist ist es aber nur ein Trampelpfad, der sich direkt am Albtrauf hängend an der Kante entlangwindet. Der Pfad "hängt" oft und im nassen Herbst bildet sich mit dem nassen Laub, nassen Wurzeln und Steinen und dem seifigen Lehm ein Steig, den ich nur langsam bewältige. Mein Durchschnittstempo liegt inklusive kleiner Pausen bei 3km/h. Wohlgemerkt nur kleiner Pausen: Ich mache keine Mittagsrast, sondern kaufe mir beim ersten Bäcker, den ich finde Proviant für den Tag, der in kleinen 5 Minuten-Pausen im Abstand von zwei Stunden vertilgt wird. Ich kann mich glücklich schätzen in den Albdörfern überhaupt noch einen Bäcker zu finden. In den meisten hat Alles schon lange zu. Auch Leuten bin ich kaum begegnet, viele scheinen in den größeren Orten zu arbeiten. Aufgrund der kurzen Tageslänge (07:00-17:00) hat man nur zehn Stunden Zeit zu wandern. Ohne Tageslicht ist der Steig oft zu gefährlich.
      Über den schmalen "Grat" geht es zunächst zur Schalksburg, der Ausblick vom Turm ist aber eher mau:
       


      Durch wunderschöne Hochheide-Landschaft geht es über den Lochenstein




      Hier wachsen Flechten an den windzerzausten Büschen



      Am Plettenberg gibt es einen riesigen Steinbruch, den man nur vom Wanderweg aus sieht. Das Gestein wird zertrümmert und mit einer Gondelbahn in das gigantische Zementwerk im Tal gebracht:



      Über die neue Hängebrücke erreiche ich den Lemberg, den höchsten Berg der Schwäbischen Alb. Allerdings ist die Schutzhütte bei dem Wetter nicht sehr einladend, ich mache mich auf den Abstieg nach Gosheim.



      Leider muss ich feststellen, dass der einzige Gasthof in Gosheim mittwochs Ruhetag hat und auch Keiner ans Telefon geht, um einen müden kaputten Wanderer eventuell doch noch aufzunehmen
      Ich setze mich erst mal in den ortsansässigen Dönerladen und esse und trinke gut, während ich auf dem iPhone nach Hotels in der Umgebung suche. In Aldingen am Fuß der Alb werde ich fündig. Ich lasse mir gerade noch rechtzeitig mein restliches Essen in Alufolie einpacken und erreiche den Bus ins Tal. Der nette Busfahrer zeigt mir noch den Weg zum Hotel... welcher leider völlig falsch ist, was ich erst eine Viertelstunde später merke 
      Das Hotel ist zur Ehrenrettung des Busfahrers ganz neu. Es liegt direkt neben der Bushaltestelle am Bahnhof Aldingen, ist modern und schön und die Wirtin hat meine wetterbedingte Laune und tagesstreckenbedingte Fertigkeit genau richtig eingeschätzt und mir im Zimmer ein kühles Bier bereitgestellt...  Auf dem Weg nach oben kann ich die Füße kaum noch heben und falle erst mal mit meinem ganzen Geraffel die Treppe hoch... soll ja Glück bringen. 

       
      31.10.2019 (23km - Spaichingen bis Tuttlingen)
      Am nächsten Morgen genieße ich erst mal ein ausgiebiges und sehr gutes Frühstück. Ich habe super geschlafen und will die letzte Etappe heute angehen. Die Hotelwirtin ist sichtlich erstaunt, als ich pünktlich um 06:45 Uhr zum Frühstück erscheine. Das Buffet ist sogar ganz süß passend zu Halloween dekoriert 

      Ich habe keine Lust nach Gosheim zurückzufahren und nehme die Hohenzollernbahn in den Nachbarort Spaichingen. Hier geht es via Dreifaltigkeitsberg nach Tuttlingen

      Am Wegesrand liegen zwei kleine Höhlen, der Bettelmannskeller und die Nonnenhöhle, die sogar einen guten Übernachtungsplatz abgäbe



      Auf einer Tafel sieht man, was man sehen kann, wenn man etwas sehen kann...

      Schließlich erreiche ich Tuttlingen,

      Hier ist die Donau noch ganz klein.

      Auf der anderen Seite des Rathaussteges muss er sein, der "Terminus"

      Leider finde ich ihn nicht. Eigentlich sollte hier eine Gedenktafel, ähnlich der am Rathaus in Donauwörth, stehen, die den Endpunkt des HW1 und den Startpunkt des HW2, des Südrandweges, bezeichnet. Allein, ich finde sie nicht. Auch die freundlichen Mitarbeiter des Rathauses können mir nicht weiterhelfen. Ich fühle mich seltsam "unfertig" und mache mich auf zum Bahnhof, wo ich gerade noch einen Zug Richtung Heimat erwische.

       
      Fazit: Der Albrandweg ist eine abwechslungsreiche landschaftliche schöne Strecke, die ich aber lieber bei schönem Wetter gehen würde. Ende Oktober ist zu spät im Jahr.
      Ich muss noch an meinen Tarp-Aufstell-Skills arbeiten. Speziell im Dunklen und bei schlechtem Wetter... Oder die Gewichtminimierung nicht gar so weit treiben und ein kleines Zelt mitnehmen...
      Ich habe fast alles benutzt, was ich dabei hatte (siehe oben) und mich mit meiner Ausrüstung recht wohlgefühlt: Das Tarp ist mir wie oben beschrieben  etwas zu klein und der Schlafsack ging in
      der kalten Nacht am Dreifürstenstein nur mit zusätzlichen Schlafklamotten.
       
      mosven
       
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