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Ultraleicht Trekking

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Fortsetzung Tag 9 …............

 

Es ist jetzt wenige Minuten vor 10.00 Uhr und ich begebe mich zum Kassenhäuschen. Außer mir ist noch Niemand da. Ich klopfe an die offene Tür und eine Dame kommt aus dem Häuschen.
So ein Pech ! Leider ist die Höhle momentan wegen Hochwasser NICHT zu befahren. Sie vertröstet mich auf den weiteren Verlauf des Tages und bringt die Hoffnung zum Ausdruck, dass dann vielleicht das Befahren möglich ist.

Schade ! So lange habe ich leider nicht Zeit und ich werfe noch einen Blick auf den Eingang der Höhle und dem dort befestigten Kahn, erinnere mich an die Jahre vorher, als ich die Höhle befahren konnte. Man muss kurz nach dem Eingang schon bei normalem Wasserstand den Kopf weit einziehen und ich habe leichte klaustrophobische Anwandlungen, wenn ich mir jetzt am heutigen Tag die Einfahrt vorstelle. Das Wasser ist kristallklar und man vermeint, den Grund des Gewässers mit der Hand greifen zu können. Der Höhlenführer teilte jedoch damals mit, dass dies eine optische Täuschung sei und das Wasser an dieser Stelle 8 m tief sei.

eingang_hoehle.jpg

Also beim besten Willen......

eingang_hoehle2.jpg

 

Ich schaue mir noch den elektronischen Pegel an, der gleich nach ein paar Metern angebracht ist.

Pegel kurz nach dem Höhlenausgang

pegel_wimsener_hoehle.jpg

und gehe an der Gastwirtschaft „Friedrichshöhle“ vorbei über die Brücke auf die andere Seite der Ach.

gasthof_friedrichshoehle.jpg

Lockere 3,5 km nach Zwiefalten durchs wunderschöne Achtal liegen vor mir.

wegweiser_wimsener_hoehle.jpg

 

...............wird fortgesetzt..............

gasthof_friedrichshoehle2.jpg

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Fortsetzung Tag 9 …............

 

Weiter geht es den Weg hinab am rauschenden Mühlwehr vorbei ins Achtal.

Mühlwehr an der Gastwirtschaft „Friedrichshöhle“

muehlwehr.jpg

Auf schmalem Schotterweg geht es jetzt das Achtal hinab. Man scheint ein paar Bäume am Rand des Weges abgeholzt zu haben.

Das Wasser leuchtet bei schönem Wetter an den Felsmulden in tiefem Blau.

achtal_unterhalb_wimsener_hoehle.jpg

 

Weiter geht es hinunter ins Tal und fassungslos starre ich auf die umfänglichen Abholzungen, die man durchgeführt hat.

achtal_holzeinschlag.jpg

 

Ich frage mich entsetzt, wer solch einen Blödsinn angeordnet hat und gehe kopfschüttelnd weiter.
Völlig fassungslos kann ich nur noch auf den neuen, in den Gegenhang gefrästen Forstweg starren, der das Tal entlang führt. Das halbe Tal ist verschandelt. Ich frage mich, ob die paar Festmeter Holz es rechtfertigen, dieses wunderschöne Tal so zuzurichten. Aber das ist nur meine unwichtige Meinung.............

achtal_rastplatz.jpg

 

...............wird fortgesetzt..............

achtal_unberuehrt.jpg

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Fortsetzung Tag 9 …............

 

Frustriert gehe ich weiter, immer wieder die Abholzungen, die auch jetzt noch dem Verlauf folgen, betrachtend.
Im unteren Bereich des Tales ist dann scheinbar alles noch im Lot, aber das kann meine Enttäuschung jetzt nicht mehr merklich dämpfen.

Schließlich geht es an der Zwiefalter Ach entlang nach Zwiefalten.
Vorher stoße ich noch auf einen Wegweiser, der sich ebenfalls nicht entscheiden kann, in welcher Richtung Tuttlingen liegt.

falscher_wegweiser_zwiefalten.jpg

 

An der Zwiefalter Ach entlang

entlang_zwiefalter_ach.jpg

 

Kurz vorher sehe ich auf einer Bank noch ein Überbleibsel einer früheren Wanderung stehen. Ob der Eigentümer wohl bemerkt hat, was ihm fehlt ?

einzelner_schuh.jpg

 

Schließlich sehe ich gegen 11.00 Uhr die Zwillingstürme des Zwiefaltener Klosters auftauchen.

tuerme.jpg

 

Das ehemalige Benediktiner-Kloster Zwiefalten ist ein beliebtes Wallfahrts- und Tourismusziel und weit bekannt.

Ich begebe mich zur Klosterkirche und mache ein paar Bilder.

zwiefalten_kloster.jpg

zwiefalten_kloster2.jpg

 

...............wird fortgesetzt..............

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Fortsetzung Tag 9 …............

 

Der wunderschöne Innenraum

zwiefalten_kloster_innen.jpg

 

mit seinen Deckengemälden

zwiefalten_decke.jpg

 

Ich gehe an an der Zwiefalter Klosterbrauerei vorbei (das beste Hefeweizen ever) und betrete eine Metzgerei um mir zwei Fleischkäsebrötchen zu kaufen.Ich setze mich in den kleinen Park neben der Brauerei und verzehre die Brötchen. Qualität: Geht so.
Kurz darauf verlasse ich Zwiefalten in Richtung Dobeltal und mache mich auf den Weg bzw. Aufstieg nach Upflamör. Irgendwie stehe ich wieder hinter Zwiefalten auf dem großen Parkplatz beim Sportplatz und rätsle, wohin der HW 2 geht und wie ich das mit meiner Karte in Einklang bringen soll. Die Karte zeigt die Hauptstraße des Dobeltales entlang.
Hä ? Die Hauptstraße entlang ?
Ich argwöhne, dass die Karte hier etwas nachlässig ist, zeigt doch ein Zeichen des HW 2 nach rechts den Hang hoch. Dem Zeichen vertrauend, gehe ich hoch bis zu einer kleinen Kreuzung und identifiziere den Pilgerweg, der oberhalb der Hauptstraße im Wald das Tal entlang führt.
DAS scheint mir doch eine deutlich logischere Wegführung zu sein und ich folge dem Pilgerweg in den Wald. Tatsächlich treffe ich nach einiger Zeit im Wald plötzlich ebenfalls auf Schilder des HW 2.
Na also. Geht doch.
Im Wald ist es natürlich nass und matschig und es muss hier ganz schön gewütet haben, liegen doch immer mal wieder frische Stämme über den Weg.

waldpfad_dobeltal.jpg

 

Ich treffe nach einiger Zeit plötzlich auf eine Quelle, die zwischen den Bäumen den Waldhang hinab rieselt. Das freut mich natürlich überaus und kurz darauf bin ich wieder mit beiden Flaschen online.

dobeltal_quelle_bei_fischerhuette.jpg

 

Wenige Meter neben der Quelle eine schöne Hütte. Na DAS ist doch mal was.

dobeltal_fischerhuette.jpg

 

...............wird fortgesetzt..............

 

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Fortsetzung Tag 9 …............

 

Ich gehe zur Hütte und lese „Fischerhütte. Verschlossen seit 1953“ äh, „Fischerhütte 1953“.

Eine Fischerhütte im Wald auf dem Berg. Naja, warum nicht ? Verschlossen ist sie trotzdem.

fischerhuette_vorbau.jpg

 

Wär ja auch zu schön gewesen. Ich gehe weiter und der Weg führt wieder hinunter ins Tal und einige hundert Meter auf der Hauptstraße zur Kreuzung Upflamör-Hochberg-Mörsingen. Es beginnt wieder zu regnen und mein Lite-Flex ist im Einsatz.

hauptstraße_entlang.jpg

 

Ein Auto mit Stuttgarter Nummer hält neben mir und ein älterer Herr fragt ohne Gruß: „Sie wollen wirklich laufen ?
Ich sage: „Ja, so ist der Plan
Er zuckt die Schultern und fährt wortlos mit einem freundlichen Lächeln weiter.

An der Kreuzung geht ein Wiesenpfad rechts steil hoch in den Wald.

hoch_nach_upflamoer.jpg

 

Ich gehe den einen oder anderen Kilometer steil nach oben. Ist der Weg anfangs noch geschottert, erwartet mich im Wald ein einziger Matsch. Das kostet Kraft und schließlich bin ich fast oben und werfe einen Blick zurück auf das in der Ferne liegende Zwiefalten

Links hinten sind noch die Klostertürme von Zwiefalten zu erhaschen.

rueckblick_nach_zwiefalten.jpg

 

Oh wei. Die Wolken werden dunkler und dunkler und ich rechne schon mit einem kräftigen Gewitterguss, kurz bevor ich Upflamör erreiche. Es regnet jedoch nur leicht und ich gehe durch das kleine Dörfchen Upflamör

Kirche in Upflamör

kirche_upflamoer.jpg

 

Am Ende von Upflamör fällt mir ein gelandetes UFO auf.

wasserturm_upflamoer.jpg

 

Es handelt sich jedoch, ganz profan, um einen normalen Wasserturm.
Meine Karte sagt mir: Rechts abbiegen zur Grossen Heuneburg bei Upflamör. Ich gehe Richtung Wald und trete bei freundichem Sonnenschein in den Wald. Verblüfft drehe ich mich um und nehme erfreut zur Kenntnis, dass die schwarzen Wolken sich im Moment verzogen haben und die Sonne etwas durchblickt.
Eine gute Gelegenheit im Wald wieder den AZ-Blaster zum Einsatz zu bringen. Ich bereue es nicht, den AZ-Blaster mitgenommen zu haben und bin sehr von der Funktionalität überzeugt. Auch das Händewaschen macht viel mehr Spaß, wenn das Wasser richtig dosiert werden kann. Ein Gerät, das man nur empfehlen kann. Daumen hoch !

Ich gehe geraume Zeit durch den Wald und erreiche irgendwann die kaum ersichtlichen Teile der grossen Heuneburg von Upflamör

grosse_heuneburg.jpg

 

Wohlgemerkt: Die grosse Heuneburg von Upflamör hat nichts mit der berühmten großen Heuneburg bei Herbertingen, mit ihrem Freilichtmuseum zu tun.

hinweis_heuneburg.jpg

 

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Fortsetzung Tag 9 …............

 

Ich gehe auf matschigem Waldpfad wieder hinunter ins Tal Richtung Friedingen und erreiche den Talgrund mit einer Hütte auf der linken Seite.

huette_richtung_friedingen.jpg

 

Zum Bild der Hütte aus der Ferne hat der Akku meiner Panasonic noch gereicht. Ein Bild des Innenraumes kann ich leider nicht mehr zur Verfügung stellen. Bemerkenswert ist jedoch bei dieser Hütte, dass sich eine kleine betonierte Feuerstelle am Eingang, geschützt gegen Nässe, befindet. Der Innenraum ist ausladend groß mit umlaufender Bank.
Verblüfft frage ich mich, wieso der Akku leer ist, habe ich den Akku doch erst vor 2 Tagen gewechselt. Schulterzuckend stecke ich meine Kamera wieder in die Hüfttasche und mache mich auf den Schotterweg nach Friedingen.
Das Wetter hat sich einigermaßen gemacht und ich laufe durch das Tal. Von weitem höre ich schon laute, ratternde Geräusche und weiß, dass irgendwo vor mir Holz gehäckselt wird. Als ich um ein paar Kurven biege, bemerke ich, wie mir feines Sägemehl in die Augen geweht wird und schon sehe ich die riesigen Maschinen, die einen großen Stapel Abfallholz abarbeiten.
Eine Greifzange befördert einen Stamm samt Ästen nach dem Anderen in das gefräßige Maul des Häckslers, der die Späne in einen hinter dem Gerät geparkten Container befördert.
Es herrscht ein Riesenkrach und ich mache die Fahrer der Maschinen auf mich aufmerksam, da ich nicht in einem unbedachtem Moment unter die Räder des riesigen Traktors gerate, der auf dem Weg steht und gerade im Moment die Position des Containers verändert.
Schnell schaue ich zu, dass ich den Platz verlasse und trete aus dem Wald um auf einem langen Teerweg Richtung Friedingen zu ziehen.
Gedankenlos zücke ich wieder meinen Fotoapparat und mache ein Bild um mich gleich darauf verblüfft zu fragen, warum das Teil plötzlich wieder funktioniert. Die Akkuladung wird mit noch fast voll angezeigt und ich rätsle herum, was da wohl vorhin gewesen sein mag.

teer_richtung_friedingen.jpg

 

Ich erreiche Friedingen und gehe an der Kirche geradeaus am Hinweiszeichen des HW 2 weiter durchs Dorf.
Es geht jetzt viele Kilometer auf Teer- und Schotterwegen Richtung Billafingen. Es ist jetzt etwa 15.00 Uhr und ich komme an einer schönen Blumenwiese vorbei.

blumenwiese_vor_warmtal.jpg

 

Weiter geht es auf Schotterweg Richtung Warmtal

schotter_richtung_warmtal.jpg

 

Hinter dem Hügel in der Ferne liegt der kleine Weiler Warmtal. Kurz zuvor sehe ich viele Wanderer auf einen kleinen Hügel mitten in den Feldern ziehen. Später erfahre ich, dass hier wohl ein großer Bestand an Frauenschuh-Orchideen zu sehen ist.
Langsam ganz schön müde, gehe ich durch Warmtal und verlasse den Weiler Richtung Emerfeld um kurz darauf links hoch in den Wald zu gehen. Als ich das kleine Waldstück verlasse, ist der Weg plötzlich zur Hälfte geteert mit einem breiten freien Mittelstreifen. Scheint mir eine guter Kompromiss aus griffigem Weg und etwas Naturschutz zu sein und ich trotte weiter den Weg hinauf.

halber_teer.jpg

 

Noch bevor ich auf der Höhe angekommen bin, sehe ich schon wieder kohlschwarze Wolken über Billafingen aufziehen.
„Mist. Es wird mich doch jetzt nicht kurz vor dem Ziel noch erwischen“ denke ich bei mir und versuche, etwas schneller zu gehen

gewitterneigung_billafing3en.jpg

 

Auf der Höhe blick nach links, wo ich NICHT hin muss – blauer Himmel !

blick_nach_links.jpg

 

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Fortsetzung Tag 9 …............

 

Blick nach rechts, wo ich hin muss – ohne Worte

billafingen_kurz_davor.jpg

 

Schnell versuche ich auf der abgemähten Wiese nach Billafingen zu kommen, bevor es mich noch mit einem Regenguss erwischt.
Ich erreiche die ersten Häuser und schon beginnt es zu regnen. Ich öffne meinen Schirm und kann in der Ortsmitte im Buswartehäuschen Unterschlupf finden.
So, geschafft ! Nach 28 km ohne größere Probleme angekommen. Ich telefoniere mit meiner Frau und 15 Minuten später rollt ihr Zoe an die Bushaltestelle. Jetzt geht’s erst mal nach Hause

 

...............wird fortgesetzt..............

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Tag 10 Billafingen - Sigmaringen 17 km

 

Meine Frau setzt mich kurz nach 09.00 Uhr wieder in Billafingen an der Bushaltestelle ab.

„Ich geh mal eben kurz nach Sigmaringen“ sage ich grinsend zu ihr und vereinbare, dass ich mich telefonisch melde, sobald ich Sigmaringen erreicht habe. Da Sigmaringen immer noch bequem in guter Reichweite zu meinem Wohnort liegt, werde ich die Nacht nochmals zu Hause verbringen. Ich wäre ja schön blöd, wenn ich das nicht machen würde.......

Die Wettervorhersage für heute ist wieder besch.......n.

Ich gehe wieder an der Bushaltestelle in Billafingen los, wo ich gestern meine Etappe beendet habe und abwärts auf das Waldgebiet Richtung Bingen zu.
Kurz nach Billafingen erreiche ich einen schönen Rastplatz mit großzügigem Unterstand

billafingen_grillplatz.jpg

 

Sehr schön gemacht und blitzsauber. Wahrscheinlich nagelneu.

billafingen_grillplatz_inneres.jpg

 

Weiter geht’s in das Waldgebiet, kurz am Waldrand entlang und dann für mehrere Kilometer in den Wald. Teilweise geht es auf Waldpfad meistens jedoch auf frischem Schotter Richtung Bingen. Es ist patschnass im Wald.

waldpfad_nach_bingen.jpg

 

Vermutlich wurden durch Holzfällarbeiten die Forstwege so beschädigt, dass auf weite Strecken mit dem Gräter die Wege wieder eben gezogen und mit neuem Schotter eingedeckt wurde.
Das hat zur Folge, dass man wie auf Sand geht und bei jedem Schritt etwas einsinkt. Das ist natürlich eine deutlich anstrengendere Gehweise als normal.

Geebnet und frisch eingeschottert

billafingen_schotterwaldweg_neu.jpg

 

Schließlich ist aber auch das überstanden.

Ein Wegweiser zeigt noch etwas mehr als 5 km nach Bingen

wegweiser_nach_bingen.jpg

 

Schließlich ist das Waldgebiet durchquert und ich trete aus dem Wald.

bingen_aus_dem_wald.jpg

 

Es geht nochmals in ein kleines Waldgebiet kurz vor Bingen, wo ich auch mehrere Wegzeichen des HW 2 finde, die in Richtung Donauwörth, statt nach Tuttlingen zeigen. Aber der Weg dürfte mittlerweile wohl klar sein und so schenke ich auch diesen Zeichen keine Beachtung.

An einem Bauernhof vorbei geht es hinein nach Bingen.

Außer dass es zu regnen beginnt, ist nichts Spektakuläres in Bingen zu vermelden. Ich gehe mit geöffnetem Schirm in den Ort und dann über die Straßenkreuzung nach rechts um dem HW 2 in das Bittelschießer Täle zu folgen.

An der Lauchert entlang geht es zum Eingang des Bittelschießer Täles, einem nur 400 m langen Durchbruchstal der Lauchert. Der Canyonartige Einschnitt ist nicht sehr lang, aber sehr reizvoll und mit der 14m hohen Bittelschießer Höhle echt ein Hingucker.
Ich vermeine mich sogar zu erinnern, dass das schwedische Königspaar vor einigen Jahrzehnten schon durch das Bittelschießer Täle gewandert ist.

wegweiser_ins_bittelschiesser_taele.jpg

 

..............wird fortgesetzt..........

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Fortsetzung Tag 10 ..............

 

Es beginnt stärker zu regnen und ich ziehe meine FroggToggs-Jacke an.

Natürlich hat auch die Lauchert erhöhte Wasserführung

lauchert_bittelschießer_taele.jpg

 

Wirklich ein schönes Tal – wenn nur das Wetter besser wäre.

Ich wechsle über eine Holzbrücke auf die andere Seite der Lauchert

bruecke_bittelschiesser_taele.jpg

 

Schließlich kommt die Bittelschießer Höhle in Sicht.

bittelschiesser_hoehle.jpg

 

Die natürliche Karsthöhle ist lt. Wiki 14m hoch, 25m lang und 9m breit. Wirklich beeindruckend

bittelschiesser_hoehle2.jpg

 

Schließlich endet das Bittelschießer Täle sang- und klanglos, und ich gehe auf Schotterwegen Richtung Sigmaringen

bittelschiesser_taele_ausserhalb.jpg

 

Es geht den einen oder anderen Kilometer an der Lauchert entlang zum Nägelesfelsen, schon nah bei Sigmaringen.

schotter_nach_sigmaringen.jpg

 

...............wird fortgesetzt..............

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Fortsetzung Tag 10 ..............

 

Schließlich erreiche ich den Fuß des Nägelesfelsen und es geht auf einem schmalen, sehr rutschigen Waldpfad nach oben. Der Pfad gehört ebenfalls zum Sigmaringer Premiumwanderweg „Witbergrunde“, könnte aber auch mal wieder zurückgeschnitten werden, da der Bewuchs auf dem schmalen Pfad nach oben sehr hinderlich in den Pfad hängt.

Doch kurz darauf trete ich oberhalb von Sigmaringen, in der Nähe des Krankenhauses aus dem Wald und telefoniere mit meiner Frau. Ich bitte sie, mich am Landratsamt in Sigmaringen abzuholen.

oberhalb_sigmaringen.jpg

 

Ich gehe am Krankenhaus vorbei in Richtung Stadtmitte

wegweiser_stadtmitte.jpg

 

Es geht durch den Wald den Berg hinunter und ich erhasche noch einen Blick auf das Sigmaringer Schloß.

sigmaringer_schloss.jpg

 

Ist man in Sigmaringen, sollte man das Schloß auf jeden Fall besichtigen.

Ich gehe auf dem Pfad vollends nach unten und stehe bereits um 13.30 Uhr am Landratsamt und sehe schon von weitem das Fahrzeug meiner Frau stehen.
Jetzt geht’s nach Hause.

Morgen wird es von Sigmaringen bis etwa Irndorf zum dortigen Wanderheim des SAV gehen und am Sonntag vollends nach Tuttlingen. So die etwas blauäugige Planung für den Rest der Tour.

 

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vor 6 Minuten schrieb kitchenman:

Toller Bericht , danke,

übrigens fahren wir auch Elektro (i3)

Vielen Dank

OT:

KLASSE ! Jedes Fahrzeug zählt !

Wir haben im Okt. 2014 unsere Verbrenner verkauft und haben uns zwei Zoe Intens angeschafft. Meine Frau fährt jeden Tag etwa 10 km und ich 40 km. Wir haben es noch keine Sekunde bereut. Zusätzlich zur Solarthermie noch Photovoltaik aufs Dach gebaut und laden mit einer Crohm-Box zu Hause. Im Juli wird eine Tesla-Powerwall eingebaut. Ist schon bestellt. Wenn wir auf die Bundesregierung warten würden, hätten wir noch ein Hamsterrad im Auto als Motor.......

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Sehr schöner Bericht, macht Spass zu lesen und die Bilder sind sehr gut !
Du hattest ja schlechtes Wetter als du im Tarptent geschlafen hast, bist du zu frieden mit dem Contrail, bei viel Regen und Wind ?
 

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vor 39 Minuten schrieb skaul:

Sehr schöner Bericht, macht Spass zu lesen und die Bilder sind sehr gut !
Du hattest ja schlechtes Wetter als du im Tarptent geschlafen hast, bist du zu frieden mit dem Contrail, bei viel Regen und Wind ?
 

Vielen Dank

Also ich muss sagen, dass das Contrail für meine Zwecke in den Mittelgebirgen bisher sehr zuverlässig war. Bisher hatte ich noch keine Probleme mit eingedrungenem Wasser. Natürlich müssen die Nähte geseamt sein. Was meines Erachtens wichtig ist, dass der mittlere, hintere Abspannpunkt verwendet wird. Es reicht ein einfacher Ast und ich erhalte im Contrail wichtige zusätzliche Bewegungsfreiheit im Beinbereich und auch das Wasser läuft so leichter nach links und rechts ab. Ist starker Wind oder sind Gewitterböen zu erwarten, spanne ich das Contrail auch tief ab. Bisher hatte ich noch keine Stabilitätsprobleme, auch wenn es die Bäume ganz schön gebogen hat und der Wind das Zelt ganz ordentlich auf dem Berg durchgeschüttelt hat. Nach den schweren Gewittern bei der Ruine Kaltenburg und dem daraus resultierenden, langanhaltenden Starkregen hat die Bespannung des Contrail nur wenig nachgelassen. Auch eisigen Reif hat es bisher sehr gut weggesteckt und ich hatte jedes Mal meine Nachtruhe. Ich verwende zum Aufbau einen gekauften 3-teiligen Stake, da ich nicht mit Stöcken laufe.

Grüße

Tumurbel
 

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Tag 11 Sigmaringen - Steighöfe 21 km

 

Kurz nach 09.00 Uhr lande ich wieder am Landratsamt Sigmaringen an und meine Frau fragt noch Mal besorgt, ob ich nicht doch lieber die für das Wochenende vorhergesagten Starkregenfälle abwarten und die Tour später fortsetzen will. Ich jedoch will auf jeden Fall meine Tour fortsetzen „und wenn es Kröten hagelt“.

Es geht hinunter zur Donau. Ich werfe immer wieder einen Blick nach links auf das schöne Schloß Sigmaringen.

sigmaringer_schloss.jpg

 

Das Schloß besitzt die größte private Waffensammlung Europas, ein Kutschenmuseum sowie ein Museum für höfische Fahrkultur mit Schlitten und Sänften. Das Schloß war übrigens für kurze Zeit Sitz der letzten französischen Vichy-Regierung. Auch in der Fußgängerzone kann man sehr gut bummeln.

 

sigmaringer_schloss1.jpg

 

Ich unterquere eine Brücke und muss deutlich meinen Kopf einziehen. Ich möchte nicht wissen, wieviel Köpfe sich an dieser Unterführung schon eine Beule bzw. wieviele Fahrradfahrer es hier schon vom Drahtesel gefegt hat. Die Unterführung ist echt lebensgefährlich und viel zu niedrig.

unter_der_bruecke.jpg

 

Bereits jetzt beginnt es leicht zu regnen und ich greife zu meinem Schirm. Es geht weiter an der schönen Donau entlang. Ich passiere die stählerne Hängebrücke über die Donau und gehe weiter Richtung Laiz, dem Wohnort des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann.

haengebrücke.jpg

 

Es sind laut Wegweiser nur wenige Kilometer nach Laiz und der Wegweiser weist mit seinen roten Pfeilen wieder kreuz und quer in der Gegend herum.

wegweiser_in_alle_richtungen.jpg

 

Ich erreiche im leichten Regen Laiz. Der Wanderweg geht unter der Straßenbrücke nach Inzigkofen hindurch und sofort rechts den Damm hoch und über die Brücke nach Inzigkofen hinein. Vorher jedoch mache ich mich wieder auf zum gleich danebenliegenden Backhaus.
In Gedanken zähle ich, wie oft ich jetzt hier schon bei einer Wanderung vorbeigekommen bin und komme auf die Zahl von sechs.
Ich kaufe mir im Backhaus ein süßes Stück und gehe über die Straßebrücke nach Inzigkofen um am Ende der Brücke gleich rechts abzubiegen. Der Wanderweg führt dann ans Ortsende, wo ich im Schutze eine Fichte, mein süßes Stück verzehre, da der Regen schlagartig stärker geworden ist. Nachdem ich mein Backwerk verdrückt habe, geht es weiter rechts zwischen den Häusern hinunter an die Donau. An den letzten Häusern von Inzigkofen ist links ein Wasserwerk und eine schöne Quelle.

 

quelle_inzigkofen.jpg

 

Der Wanderweg führt jetzt hoch auf den Damm an der Donau. Ich gehe kurz hoch um ein Bild zu machen und dann sofort wieder hinunter, da innerhalb von wenigen Minuten der Wanderer klatschnass bis zum Bauchnabel ist. Das Gras steht hüfthoch.

donau_damm.jpg

 

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Fortsetzung Tag 11 .....................

 

Direkt neben dem Damm führt ein Feldweg Richtung Amalienfelsen. Ich werde wenigstens nur bis hoch zu den Knien nass, da der Weg wohl irgendwann mal gemährt worden ist.

nach_inzigkofen.jpg

 

Am Ende des Weges geht es nach rechts in den Wald zum Amalienfelsen. Einem Fels, der direkt über der Donau trohnt. Ich gehe auf dem Waldpfad nach oben.

amalienfelsen.jpg

 

Die Lindenallee auf dem Wege zum Amalienfelsen

allee_beim_amalienfelsen.jpg

 

Zur Felskante geht es auf glitschigen, tropfnassen Steinen. Ich klettere vorsichtig nach unten, halte mich aber tunlichst zwei Meter von der Felskante fern. Vorsicht ist keine Feigheit !

Blick vom Amalienfelsen auf die Donau

blick_vom_amalienfelsen.jpg

 

Vorsichtig vom Amalienfelsen absteigend, geht es an den Klostermauern des Klosters Inzigkofen, einem ehemaligen Augustinerchorfrauenstifts, entlang.

klostermauern.jpg

 

Der frühere Adel hielt sich wohl sehr gerne in dieser Gegend auf.

teeplatz.jpg

 

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Fortsetzung Tag 11 .....................

 

Es regnet jetzt deutlich stärker und ich trete am Rand des Klosters aus dem Wald. Verwundert, über die große Zahl von Fahrzeugen auf dem Zugangsweg, sehe ich schließlich ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Inzigkofen.

Ich frage: „Fest ?“ und er antwortet: „Ja, Klosterhockete mit Flohmarkt“

Ich überquere die Wiese beim Kloster und trete wieder in den Wald. Es geht jetzt abwärts zur Teufelsbrücke, die mir schon aus den Bäumen entgegensieht.

treppe_zu_teufelsbruecke.jpg

 

Beschreibung der Teufelsbrücke

beschreibung_teufelsbruecke.jpg

 

Ich gehe vorsichtig die Stufen hinunter, da es durch den starken Regen wieder sehr glitschig ist.

teufelsbruecke.jpg

 

Ich stelle mich auf die Brücke und versuche im strömenden Regen ein einigermaßen brauchbares Bild zu schießen. Fehlanzeige.

Die Teufelsbrücke verläßt man durch einen 4m langen künstlichen Felstunnel

tunnel_teufelsbruecke.jpg

 

Weiter geht es zu den Grotten der Eremitage.

zum_aussichtspunkt.jpg

 

................wird fortgesetzt.............

 

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Fortsetzung Tag 11 .....................

 

An einem Aussichtspunkt werfe ich noch einen Blick ins Donautal und gehe dann vorsichtig weiter nach unten zu den Grotten.

abstieg_grotten.jpg

 

Beschreibung der Grotten

beschreibung_grotten.jpg

 

Langsam gehe ich an den Grotten vorbei durch ein Felsentor. Der HW 2 führt hier zusammen mit dem Premiumwanderweg „Kloster Felsenweg“ nach unten ins Donautal

felsentor2.jpg

 

Schließlich ist der Talgrund erreicht und ich gehe weiter im Regen Richtung Bahnhof Inzigkofen. Unterhalb der Grotten hat der Fischereiverein Inzigkofen einen Fliegenfischertag gestartet, der aber durch den Regen ins Wasser gefallen ist, da die Donau logischerweise seit einiger Zeit Hochwasser führt. Die Fischer haben sich unter ein Zelt verzogen und erhalten als Ausgleich theoretische und praktische Anleitung im Fliegenbinden.
Nach ein paar Worten gehe ich weiter und biege am Ende des Waldes links ab, überquere die Donaubrücke und gehe am Bahnhof Inzigkofen vorbei. Ich wechsle die Straßenseite und gehe am Ende der Häuser rechts hoch Richtung „Gebrochen Gutenstein“, die Ruine einer mittelalterlichen Felsnadelburg.
Der Dauerregen macht den Aufstieg zu einer rutschigen Angelegenheit.

Schließlich bin ich irgendwann oben und werfe vom ersten Aussichtspunkt einen Blick auf die Ruine. Da wird einem ja schon vom Hinsehen schwindlig und ich frage mich, wie die Bewohner vor Jahrhunderten auf so einem spitzen Stein wohnen konnten.

gebrochen_gutenstein.jpg

 

Am Felsgrat entlang geht es zum nächsten Aussichtspunkt und ich werfe einen Blick auf die Ruine von der anderen Seite her.

gebrochen_gutenstein2.jpg

 

................wird fortgesetzt.............

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Fortsetzung Tag 11 .....................

 

gundelfinger_gut.jpg

 

Hier noch eine Panoramaaufnahme

panorama_gebrochen_gutenstein.jpg

 

Auf dem Aussichtspunkt befindet sich ein Handbuch mit eingeschweissten Beschreibungen der hier anzutreffenden Reliktpflanzen aus der letzten Eiszeit, die sich hier im Donautal noch an wenigen, geschützten Stellen finden.

bestimmungsbuch.jpg

 

Kurz darauf geht es wieder steil nach unten ins Schmeietal. Der Weg ist sehr steinig und ungemein glitschig. Nur mit sehr langsamen, vorsichtigen Schritten komme ich vorwärts. Ich erreiche den Talgrund des Schmeientals und muss auf der Straßenbrücke ein paar Meter zum nächsten Aufstieg zurücklegen. Der Regen hat für kurze Zeit aufgehört.

schmeietal_ende.jpg

 

Am Ende der Brücke gehe ich auf die andere Straßenseite und wieder geht es nach oben auf den Berg oberhalb von Dietfurth, einige Zeit durch den Wald und wieder vor zum Felsgrat. Dort wiederum durch den Wald zurück auf die Hochfläche und dann nach unten in ein Tal nur um sofort wieder auf der anderen Seite steil nach oben, Richtung Rabenfelsen, zu müssen.
Die Waldpfade und Waldwege sind ein einziger Matsch.

Neun Kilometer sind es bis Thiergarten. Ich ahne, dass das heutige Tagesziel Irndorf bei diesen Bedingungen beim Auf- und Abstieg wohl nicht zu halten ist.

nach_tiergarten.jpg

 

................wird fortgesetzt.............

 

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vor 7 Stunden schrieb Thomas:

Hallo Tumurbel

Wie jetzt meine Name in Deinen Bericht erscheint weiß ich auch nicht,sorry!

Gruß Thomas

Hallo Thomas,

vermutlich hast du meinen gestern, zuletzt eingestellten Beitrag versehentlich kopiert. Lösche bitte alles mal incl. Bilder was da unter deinem Namen erscheint. Wenn was schiefgeht, ist das kein Problem, da ich so große Beiträge immer vorher im OOWriter vorschreibe und dann 1:1 übertrage. Ich kanns dann noch Mal einstellen.

Viele Grüße

Jürgen

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      Kurz-Übersicht:
       
      Trail: GFW – Georg-Fahrbach-Weg. Hauptwanderweg des Schwäbischen Albvereins
       
      Länge: 130 km Start: Criesbach (Hohenlohe) Ziel: Stuttgart-Uhlbach Zeit: 20. September – 25. September 2016 Tage Gesamt: 6  
      Als kleine Herbst-Tour habe ich mir noch den Georg-Fahrbach-Weg, einen der Hauptwanderwege des Schwäbischen Albvereins, ausgesucht.
      Der GFW führt von Criesbach im Hohenlohischen, über Öhringen, Wüstenrot, Sulzbach an der Murr, Althütte, an Winnenden und Waiblingen vorbei, nach Stuttgart-Uhlbach.
      Der GFW ist dem langjährigen Vorsitzenden des SAV gewidmet.
      Meine Ausrüstung mal nachstehend als kleine Tabelle:
      Gewicht.xls
      Mit 5700 Gramm Base fühle ich mich ganz gut unterwegs und komme incl. Essen, Wasser und Gas auf 7800 Gramm gesamt.
      Die Tour führt durch viele Ansiedlungen und Wasser wird deshalb kein Problem sein. Auch gibt es lt. Tourbeschreibung den einen oder anderen Brunnen. Also alles ziemlich easy.
      Begonnen hat meine Tour mit einer knapp einstündigen Fahrt mit dem Auto nach Sigmaringen.
      Es ist noch stockdunkel als ich die Einfahrt zum Parkhaus am Bahnhof hoch fahre. Schon wieder blockiert ein angestöpselter Smart der Stadtwerke die E-Ladestation. Ich parke mein Auto zwei Stockwerke höher und bin froh, das Auto vorher noch komplett geladen zu haben, damit meine Frau für die Rückfahrt genug Energie zur Verfügung hat. Sie wird den Wagen am Abend wieder zurückfahren.
      Bevor ich mich auf die sechsstündige Zugfahrt mache, suche ich noch kurz die Toilette im Parkhaus auf um sofort zurückzuschrecken. Ein Fixer hat sich wohl einen Schuss gesetzt und sämtliche Utensilien, incl. gebrauchter Spritze, in der Toilette verteilt. Dunkelbraune, eingetrocknete Spritzer verunzieren den Boden. Ich verlasse schnellstens das Parkhaus und desinfiziere mir erst mal die Hände.
      „Das fängt ja gut an“, denke ich bei mir und tigere zum Bahnhof.
      Mit der Bahn geht es dann über Ulm – Crailsheim nach Öhringen, wo ich meine Schlüsselkarte des Autos in einen an mich selbst adressierten Umschlag stecke und in den nahen Briefkasten werfe. Schließlich geht es noch mit dem Bus nach Criesbach.
      Ich steige aus dem Bus und stehe mitten im kleinen Ort Criesbach. Es ist angenehm warm. Nur ab und an weht ein kühles Lüftchen.

       
      Eigentlich hatte ich vor, in Criesbach zu übernachten und dann am Folgetag mit der Tour zu beginnen. Nun....wenn ich es mir so recht überlege, ist es jetzt kurz vor 13.00 Uhr und man könnte ja doch noch den einen oder anderen Kilometer machen. Allerdings wird es um 19:30 Uhr dunkel sein. Ich bin ganz hibbelig und beschließe einfach, die Tour zu beginnen und in Öhringen zu übernachten. Es hält mich einfach nicht.
       
      Tag 1 Criesbach – Öhringen 23 km
       
      Praktischerweise steht am Beginn der Tour gleich ein Brunnen zur Verfügung und ich fülle meine zwei 0,7 l PET-Flaschen mit kaltem, klaren Wasser.

       
      Das erste Zeichen des GFW an einer Laterne

       
      Ich ziehe noch mal meine Gurte fest und mache mich an den steilen Aufstieg in die Weinberge, hoch zum Criesbach-Sattel und zur Georg-Fahrbach-Eiche. Es geht gleich ziemlich zur Sache und ich muss den Zick-Zack-Weg hoch ganz schön pusten. Ich bin wohl noch etwas aus der Übung.

       
      Vorbei geht es an den Weinstöcken und mir läuft schon beim Betrachten der Beschreibungen, der angebauten Traubensorten, das Wasser im Munde zusammen. Ich nehme mir fest vor, in irgendeiner schönen Gaststätte ein Viertel Wein zu probieren – irgendwann auf der Tour.

       
      An manchen Weinstöcken ist unterhalb des Weinstockes eine Plastikflasche aufgehängt, die teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllt ist, die wie Apfelsaft aussieht. Ich habe keinen Plan, was das sein soll und gehe nach kurzem Grübeln weiter.
      Schließlich ist nach knapp zwei Kilometern Anstieg der Sattel erreicht

       
      Es geht jetzt oben am Sattel entlang. An einer privaten Hütte mit Grillplatz (Betreten des Privatgrundstücks verboten !) geht es auf ebenem Weg weiter zum Hinweisschild „Criesbacher Sattel“ und an der dortigen Raststelle vorbei, zur Georg-Fahrbach-Eiche, die zu Ehren des ehemaligen Vorsitzenden des Schwäbischen Albvereins gepflanzt worden ist.

       
      Der Weg führt jetzt weiter auf einem Teerweg am Sattel entlang nach Niedernhall, wo ich die Kocherbrücke überquere um kurz darauf am sehenswerten „Götzenhaus“ zu stehen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind etwa 4,5 km zurückgelegt.
       
      ..........wird fortgesetzt...........
    • Von Tumurbel
      Das Innere der Bolberghütte - Platz zum Liegen
      Aufnahme 17.11.2014 Etappe Genkingen - Willmandingen
    • Von Pip
      OT: Diesen Tourenbericht habe ich aus meiner Anfänger-Perspektive verfasst und all meine Gedanken und Erfahrungen zum Trekking im Allgemeinen und zum Ultraleicht-Trekking im Besonderen hinein gepackt. Die Profis unter euch wird das wahrscheinlich eher langweilen - aber vielleicht findet sich doch jemand, den es interessiert?
       
      08:00 VERSCHLAFEN! Mist. Eigentlich wollte ich jetzt gerade das Haus verlassen und zum Bahnhof düsen. Naja, nehmen wir halt den Zug eine Stunde später Als ich dann tatsächlich abmarschbereit bin, noch schnell ein Foto von mir mit Rucksack und auf zur Bushaltestelle.

      09:30 Ich stehe am Hauptbahnhof und ziehe erst mal die Windjacke drüber. Ganz schön frisch heute morgen, der Herbstnebel hängt noch in der Luft und von der Sonne ist nichts zu sehen. Soll sich aber ändern bis zum Mittag, sagt der Wetter-Heini im Radio.
      Jedenfalls freue ich mich auf die Tour und ganz besonders darüber, nicht nach München zu müssen wie die geschätzten 183.829 Leute, die sich am Bahnsteig gegenüber tummeln: Es ist Wiesn-Zeit…
       
      09:58 Endlich kommt der Zug! Ich hab extra einen Bus früher genommen, um noch genug Zeit zum Geld Abheben und Fahrkarte Kaufen zu haben, aber ne Viertel Stunde später loszufahren wär auch locker möglich gewesen.
      Langsam schwindet die Morgenmüdigkeit und die Aufregung nimmt überhand: Dies hier ist nicht nur die erste Testtour für meinen MYOG-Rucksack, sondern auch für meinen neuen Schlafsack, die neue Therm-A-Rest, den neuen Biwacksack, den neuen Catstove… Und es wird das erste Mal sein, dass ich im Wald biwakiere. Mutterseelenallein! Hui - Klein Pip auf großer Abenteuerfahrt!
       
      10:34 Bahnhof Donauwörth - endlich! Ganz schön spät geworden. Also nix wie los! Ich folge den Wegmarkierungen in die entgegengesetzte Richtung bis zum offiziellen „nullten Kilometer“. Also bin ich auf den ersten Kilometern tatsächlich auf dem Süd- statt auf dem Nordrandweg unterwegs. Fast verlaufe ich mich gleich am Anfang einmal - gut, dass ich aus den Augenwinkeln noch den roten Pfeil am gegenüberliegenden Straßenrand gesehen habe! Am Rathaus das obligatorische Startfoto

      und dann bin ich tatsächlich unterwegs auf dem Albsteig! Die erste halbe Stunde geht es auf asphaltierten Spazierwegen durch einen Park, einen ehemaligen Eisenbahntunnel und an einem Supermarkt vorbei bis zu einer Pferdekoppel, auf der ein falsches Zebra steht.

      Danach geht es weiter auf einem ebenen Schotterweg in Sichtweite der Wörnitz zusammen mit etlichen Feiertags-Spaziergängern und auch einigen Radfahrern. Niemand hat einen Wanderrucksack dabei. Okay, es ist schon Anfang Oktober, aber angesichts der schier unfassbaren Anzahl an Fernwanderwegen, die sich diese Strecke teilen (Nordrandweg, Main-Donau-Weg, Romantische Straße, Bayerisch-Schwäbischer Jakobuspilgerweg, Frankenweg), hätte ich doch den einen oder anderen Kollegen erwartet. Wahrscheinlich bin ich einfach zu spät dran. Egal, ich freue mich jedenfalls, endlich wieder zu Fuß unterwegs zu sein. Seit dem Jakobsweg vor einem Jahr hab ich kaum noch Bewegung gehabt.
       
      Hinter Felsheim bietet ein Maisfeld den perfekten Sichtschutz „für kleine Ultraleichttrekker“ und ich muss auch meine kleine 0,5l-Flasche schon aus dem großen Wasserbeutel im Rucksack nachfüllen, nach gerade mal 6km. Immerhin ist die Sonne mittlerweile herausgekommen und ich setze gleich mal das Visor-Buff auf: Will mir nicht die vorderen Dreadlock-Ansätze verbrennen, das gibt immer so ein doofes rotes Schachbrettmuster auf der Kopfhaut.
      Der Rucksack sitzt übrigens sehr bequem und ich komme sogar, ohne ihn abzusetzen mit einer Hand an die seitlichen Netztaschen, in denen die Karte bzw. die Flasche stecken, ein Umstand, den ich bei gekauften Rucksäcken bisher immer vermisst habe.
       
      Hinter Wörnitzstein beobachte ich vier Milane, die die Thermik über dem sonnenbeschienen Hang genießen, und dann beginnt die Alb: Die erste Strecke im Wald und auch der erste nennenswerte Anstieg. Doch bevor man so richtig ins Schnaufen kommt, ist man auch schon oben. Alle paar Meter steht hier ein Hochsitz, einmal komme ich sogar direkt an einer Anfütterungsstelle vorbei. Scheint, als würde der Weg tatsächlich nicht sehr viel begangen, sonst müsste man die wohl etwas weiter abseits aufbauen? Die goldene Oktobersonne malt tolle Effekte auf die Waldkulisse.

      Auf dem Eichbühl haben die hiesigen Wanderfreunde einen tollen Rastplatz installiert: Es gibt Getränke zum Selbstbedienen, ein Wanderbuch, in das ich mich natürlich gleich eintrage - bei der Gelegenheit stelle ich fest, dass heute genau eine Person vor mir hier vorbei gekommen ist, die auch auf dem HW1 Nordrandweg unterwegs ist - etliche Rastbänke, einen Mülleimer (ich leere meine Taschen und freue mich, dass ich die rotzigen Tempos und leeren Müsliriegelpapierl nicht heute Abend in den mitgenommenen Müllsack stopfen muss) und eine Mahnung an alle Wanderer.

      Belustigt über diesen drolligen Rastplatz marschiere ich weiter und mampfe unterwegs immer wieder aus meiner Snacktüte. Die ist schon ganz schön geschrumpft seit dem Start. Ich glaube, ich hätte mehr frühstücken sollen. Die eine Apfeltasche hat leider nicht sehr lange vorgehalten, sonst wären noch mehr M&Ms und Studentenfutter in der Tüte
      Irgendwann führt der Weg aus dem Wald raus, auf Asphalt durch einen kleinen Weiler hindurch und dann wieder durch einen Wald, wo man den Weg auf keinen Fall verlassen darf, sagt ein Warnschild, um nicht von den Steinbrucharbeiten erschlagen zu werden. Dann geht es auf einem Wiesenweg am Waldrand entlang. Genauer gesagt ist das einfach nur ein breiter Streifen Gras, auf dem man läuft, was das Gehen ganz schön anstrengend macht. Vor allem die Trekkingstöcke verheddern sich dauernd in den Halmen. Also klemme ich sie mir unter den Arm und marschiere ungestützt weiter. Bisschen mühsam, das.
       
      Anschließend geht es auf einem breiten Schotterweg über sanfte Grashügel in Richtung Harburg. Laut Karte müsste ich demnächst an einem kleinen Bachlauf vorbei kommen, der ganz in der Nähe entspringt. Ich halte angestrengt danach Ausschau, da meine Wasservorräte langsam aufgebraucht sind und ich außerdem den Sawyer Wasserfilter testen möchte. Aber Fehlanzeige: kein Bach weit und breit. Entweder ist der zu dieser Jahreszeit ausgetrocknet oder so von Pflanzen zugewuchert, dass man ihn nicht findet. Plätschern höre ich es jedenfalls nirgends. Also laufe ich weiter bis zum Rand des Harburger Ortsteils Stadelhof, wo ich eine nette Dame, die auf ihrer Terrasse die Sonne genießt, ganz lieb frage, ob sie mir wohl meine Flaschen auffüllen könnte. Das macht sie tatsächlich gerne und erzählt mir von einem Aussichtspunkt kurz hinter Harburg, von dem man einen tollen Blick über das Ries haben soll. Ich bedanke mich und bin gespannt, ob ich die Stelle finde.
       
      Doch zunächst verlaufe ich mich erst mal: Laut meiner Karte - die mich bis dahin wirklich sehr gut gelotst hat - muss ich am Fuße der Burg entlang den Hügel hinunter bis zur Hauptstraße. Unten angekommen ist aber  nirgendwo mehr eine Wegmarkierung zu sehen und die Wegbeschreibung, die ich mir heute morgen noch schnell ausgedruckt habe, verrät mir, dass die Streckenführung vor kurzem geändert wurde. Also den Hügel wieder rauf. Bei der Gelegenheit biege ich schnell noch in den Burghof ab und benutze das dortige Besucherklo. Hier hätte ich auch eine Möglichkeit zum Flaschenauffüllen gehabt - zu spät
       
      Auf einem asphaltierten Wiesenweg geht es den nächsten Hügel hinauf, wo sich unter einem Kastanienbaum eine Bank befindet. Ich beschließe, hier etwas zu essen zu kochen. Immerhin ist es schon kurz vor 18 Uhr und mein Snackbeutel schon eine ganze Weile leer, weswegen ich im Moment in einem kleinen Energieloch stecke. Und dann des Umweges, den mir die nicht mehr aktuelle Karte beschert hat, auch in einem Motivationsloch. Also Catstove ausgepackt, befüllt angefeuert und den Topf mit Wasser aufgesetzt. Leider ist es hier auf dem Hügel ganz schön windig, sodass die Flamme gleich mal erlischt und ich mich nach dem erneuten Anzünden in den Wind setze, um meinem Kocher als zusätzlicher, lebender Windschutz zu dienen. Danach funktioniert alles super: Als das Wasser kocht, rühre ich es in den Beutel, in den ich die beiden 5-Minuten-Terrinen umgefüllt habe und genieße kurz darauf Kartoffelbrei mit Erbsen und Möhren.

      Kein Gourmet-Menü, aber wenn man Hunger hat, gar nicht so schlecht. Von der Bank aus habe ich nicht nur einen tollen Blick zurück auf die Harburg, die in der Abendsonne regelrecht leuchtet,

      sondern kann auch eine Schafsherde beobachten, die gemächlich daran vorüber zieht. Outdoor-Fernsehen vom Feinsten

      Nach dem Essen packe ich meine sieben Sachen wieder in den Rucksack zurück und marschiere über die nächste Hügelkuppe - das Energietief habe ich hinter mir gelassen! - und erhasche einen ersten Blick auf das Gipfelkreuz des Bockbergs. Naja, die Bezeichnung „Berg“ ist bei 570m ü.N.N. ein bisschen übertrieben, aber er ist immerhin die höchste Erhebung hier in der Gegend und man hat eine tolle Aussicht über das Ries. Ob das die Stelle ist, von der die Dame vorhin gesprochen hat?

      Die Sonne ist mittlerweile hinterm Horizont verschwunden und es wird nicht nur merklich kühler, sondern auch sehr schnell dunkler. Obwohl es erst kurz nach Sieben ist, beschließe ich, mich auf die Suche nach einem Lagerplatz zu machen und finde ihn, als ich den Bocks“hügel" zu etwa einem Drittel umrundet habe in einem kleinen Wäldchen außer Sichtweite vom Weg. Ich packe den Bivi, die Them-A-Rest und den Schlafsack aus, ziehe Fleecepulli und Mütze über, wechsle von meiner Wanderhose, die unten an den Beinen etwas schmuddelig geworden ist, in die Unterzieh-Leggins und tausche die schwitzigen Wandersocken gegen Omas handgestrickte. Das alles geschieht nahezu ohne Licht. Irgendwie traue ich mich nicht, die Stirnlampe anzuschalten aus Angst vom Jäger oder sonst wem entdeckt zu werden. Zwar sind nirgendwo Hochstände oder ähnliches zu sehen, aber man weiß ja nie… Ich bilde mir ein, von irgendwo her leise Stimmen zu hören und einmal fährt oben auf dem Waldweg sogar ein Auto vorbei. Aber wahrscheinlich spielen mir meine Nerven einen Streich und es kann mich hier überhaupt niemand sehen oder hören. 
       
      Jedenfalls ist es wirklich stockdunkel, als ich um 20:11 eine Sms nach Hause schicke, dass es mir gut geht, und so krieche ich vollständig in den Biwaksack, schließe das Moskitonetz und lausche in die Dunkelheit. Es dauert über zwei Stunden, bis ich einschlafen kann, was zum einen daran liegt, dass ich mir immer wieder einbilde, menschliche Geräusche in der Nähe zu hören - vor Tieren habe ich im Moment irgendwie gar keine Angst - und zum anderen daran, dass ich bald dringend auf’s Klo muss. Also Stirnlampe nun doch angeschaltet, aus dem warmen Schlafsack gekrochen und ein paar Meter weiter ein stilles Örtchen gesucht. Ganz schön kalt mittlerweile! Merkt man gar nicht, wenn man unter 300g Daunen liegt. Anschließend lausche ich wieder in die Nacht.
       
      Ich glaube, meine Einschlafprobleme rühren vor allem daher, dass nach über zwei Monaten Semesterferien mein Schlafrhythmus ein wenig durcheinander geraten ist, und für meinen Kopf noch überhaupt keine Schlafenszeit ist. Mein Körper könnte die Ruhe übrigens ganz gut gebrauchen, ich spüre die Tageskilometer ziemlich in den Beinen, auch wenn es gar nicht soooo viele waren, jedenfalls nicht, wenn man sie mit den anderen Tourenberichten hier im Forum vergleicht. Wie viele es genau waren, kann ich gar nicht sagen: Die Wanderkarte behauptet, es wären etwa 18, das GPS (das ich allerdings zuhause gelassen habe) hat mir für die Route 23 angezeigt. 23 klingt besser Für mich ist das aber mehr als genug, bin ich doch von Natur aus etwas kurz geraten und habe entsprechend eine kürzere Schrittlänge, außerdem bin ich ziemlich unsportlich und hab mich schon länger nicht mehr ausreichend bewegt… Irgendwann schlafe ich dann doch ein.
       
      Um kurz nach Eins schrecke ich hoch: Vom gegenüberliegenden Waldrand, etwa 200m entfernt, höre ich immer wieder etwas knacken und rascheln. Schleicht da ein Tier entlang? Irgendwie scheint das immer näher zu kommen. Eine Weile ist es wieder still, dann, plötzlich, knackt es ziemlich laut ganz bei mir in der Nähe. Ich fahre wie von der Tarantel gestochen in die Höhe und schalte meine Stirnlampe an. Nichts zu sehen, aber anscheinend habe ich irgend etwas genau so erschreckt wie es mich, denn ich höre ein lautes Fauchen, nur einen Steinwurf von mir entfernt und etwas trappelt davon. Aus einiger Entfernung kann ich kurz darauf das gleiche Fauchen noch einmal hören, dann ist wieder Ruhe. War das ein Fuchs? Kann sein. Vielleicht wollte der nachsehen, was sich da so einfach in seinem Revier einquartiert hat? Jedenfalls stehe ich so unter Adrenalin, dass an Einschlafen erst einmal nicht zu denken ist. Über eine Stunde liege ich hellwach im Schlafsack, lausche auf jedes noch so kleine Geräusch und versuche, mein Herzklopfen wieder etwas unter Kontrolle zu bringen. Stell dich nicht so an, Mensch, Füchse fressen Mäuse, keine Pips! Irgendwann traue ich mich, mein Lager zu verlassen, da ich noch mal pieseln muss, und als mein Hintern anschließend wieder einigermaßen aufgewärmt ist, schaffe ich es tatsächlich, wieder einzuschlummern. Einmal wache ich noch auf in dieser Nacht, entdecke eine Nacktschnecke unmittelbar neben dem Kopfteil des Biwaksacks (igitt!), schnippe sie mit einem Stöckchen weg und schlafe schnell wieder ein.
       
      Als ich das nächste Mal aufwache, ist es bereits 06:45 Uhr und das Morgengrauen hat längst eingesetzt. Offizieller Sonnenaufgang ist laut meinem Kalender um 07:20, also krabble ich aus meinem Lager, ziehe die Wanderhose wieder an, außerdem noch die Handschuhe, denn es ist verdammt kalt heute morgen. Ich denke dran, noch ein Erinnerungsfoto vom Lager zu schießen,

      bevor ich alles einpacke und mich auf den Rückweg mache. Bei Tageslicht ist der Trampelpfad auf den Gipfel des Bocksberg, über den auch der Albsteig führt, sehr einfach zu finden. Oben angekommen gibt es das obligatorische Gipfel-Beweisfoto mit Rucksack und Wanderstöcken drauf,

      dann suche ich mir ein windgeschütztes Plätzchen, mache Wasser heiß und frühstücke erst mal: Porridge mit Äpfeln, Rosinen und Zimt. Jummy! Die Stimmung hier oben ist wirklich magisch: Auf der einen Seite die Morgensonne, die sich mühsam einen Weg durch den Nebel bahnt,

      auf der anderen ein dicker Nebelteppich im Ries, aus dem nur die Hügel und eine einsame Kirchturmspitze herausragen (letztere ist auf dem Foto leider nicht zu sehen).

      Außer mir ist noch niemand zu sehen. Erst als ich mich weit nach acht Uhr auf den Rückweg zur Harburg bzw. zum Bahnhof mache, kommen mir die ersten Gassigeher entgegen. Beim Abstieg vom Burgberg in den Ort hinunter zickt mein linkes Knie etwas herum. Letztes Jahr hatte ich dort eine Verletzung - so wie es aussieht, ist das Knie seither eine Schwachstelle in meinem Körper. Eine von vielen. Was soll’s: immer schön weiter gehen. Gut, dass es mir nicht pressiert.
       
      Der Harburger Bahnhof liegt zwischen den Gebäuden der Merker-Werke, die u.a. den steinbruch betreiben, an dem ich gestern vorbei gekommen bin. Das Bahnhofsgebäude ist mindestens genauso hässlich wie die Umgebung, in der es liegt, sodass es mir kein Foto wert ist. Ich löse eine Fahrkarte, setze mich etwas abseits auf einen gefällten Baumstamm und telefoniere mit meinen Eltern: Ja, es geht mir gut, ich habe einigermaßen schlafen können und hatte nur ein ganz, ganz kleines bisschen Angst in der Nacht.
       
      Um 10:34 kommt dann endlich der Zug (der leider nicht nur nach Augsburg, sondern noch weiter Richtung München fährt), ich zwänge mich zwischen die ganzen feierwütigen Wiesn-Fahrer und stopfe mir meinen Ipod in die Ohren. Am liebsten hätte ich mir auch noch irgendwas in die Nase gestopft, denn manch einer hat bereits eine ordentliche Bierfahne. Ich hoffe, mein durchgeschwitztes T-Shirt stinkt ebenbürtig zurück!
       
      In Gedanken bin ich immer noch auf dem Weg, in all den magischen Momenten, die ich erleben durfte. Mir fällt auf, dass zwischen meiner Ankunft in Donauwörth und meiner Abfahrt in Harburg ziemlich exakt 24 Stunden liegen. Was man in dieser Zeit nicht alles erleben kann!
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