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Anzeigen von Inhalten mit der höchsten Reputation auf 18.02.2026 in allen Bereichen
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Auch Luft- und Selbstaufblasende Matten kann man übrigens in vielen Fällen auf Torso Länge kürzen. Von mir bereits mehrfach so praktiziert und solange man sorgfältig ist, hält das auch dicht. Zum Thema Nordisk Ven Alternative: Es gibt noch Restbestände der Nemo Zor20, die effektiv ähnlich ist. https://www.auvieuxcampeur.fr/matelas-auto-gonflant-zor-20-short.html3 Punkte
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In L 137g. 70% Wolle, 30% Acryl. Erstmal in die Wäsche, da es leicht kratzt.1 Punkt
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Für Basics wie T-Shirt mit Merinowolle-Anteil, Laufthights oder Trekkingsocken braucht es imho keine Gewichtsangabe Trotzdem mal eine : Das schwarze Merinoshirt wiegt in XL (56-58) 158 g.1 Punkt
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Moin.. Leider bietet TAR nicht mehr die Evolite an. Das war eine selbstaufblasende Schaumstoffmatte die in der Länge R nur 450g wog. Die Matte gab es auch in einer deutlich leichteren S Variante in Torso-Länge. Der R-Wert lag bei 2,1... also 3-Jahreszeiten tauglich. Außerdem konnte man die Evolite aufgrund ihrer Robustheit auch für den Burrito-Packstil an rahmenlosen Ultraleichtrucksäcken nutzen. In meinem Fall hat sie mir damals meinen alten Granite Gear Virga II stabilisiert.. Ich habe diese Matten vor ca. 10 Jahren einige Zeit benutzt bevor ich (überwiegend) Hänger wurde und fand sie bequem.. also könnte man mal nach gebrauchten Exemplaren schauen.1 Punkt
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Welche Menge Apex für meinen ersten Quilt? (kommende 3-Jahreszeiten in DE und NOR)
Gibbon reagierte auf Sebastiaan für Thema
Super, danke für die Hinweise. Hab jetzt 200er eLite bestellt und schau mal wie es wird. Ich bin gespannt. :)1 Punkt -
@jimaras08 Genau wegen des Packmaßes, scheiden bei mir selbstaufblasende Matten und Foampads seit Jahren aus. Wollte sie aber nicht unerwähnt lassen, da super bequem. Hatte ich beides im Einsatz, aber ich bin da eher bei „Team Luma“! Ich nutze seit ca einem Jahr die Thermarest Neoair Womens, 168x51(?). R-Wert ist höher als bei der normalen. Habe die gebraucht gekauft, keine Ahnung wie alt die ist. Gibt es nicht mehr neu zu kaufen, leider. Wenn ich sie vors Licht halte ist da noch alles in Ordnung. Da ich nur 167cm groß bin, passt das hervorragend. Zusätzlich nehme ich eine 3, bzw 4mm Eva als Unterlage und Sicherheitsreserve mit.1 Punkt
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Ich schlafe drauf super! Mich nervt das Volumen ein wenig, bspw. kriege ich das Teil nicht in 22 L Drysack rein (mit Schlafsachen) und gerollt ist es auch zu dick, sodass ich es immer falte und im Rucksack im unteren Bereich entlang meines Rückens packe (mit Packliner). Letzteres ist halt auch nutzlos bei meinem Exped Lightning 60, aber was solls.1 Punkt
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Welche Menge Apex für meinen ersten Quilt? (kommende 3-Jahreszeiten in DE und NOR)
Sebastiaan reagierte auf Gibbon für Thema
Ich denke 99% der Forumsnutzer verwenden was anderes als Apex-Hosen zum schlafen, insofern ist jede Thermounterwäsche wohl passend. D.h. Thermowäsche + 200er Apex Quilt sollte wohl passen. 267er Quilt würde ich nur nehmen, wenn du bewusste öfters unter 0 Grad unterwegs sein willst. Bzw. für solche Fälle würde ich dann eher zwei Quilts mitnehmen. einen 100er und einen 167er oder 200er. Eine permanent geschlossene Fussbox würde ich nicht am Quilt haben wollen. Wenn es wärmer wird, will man den Quilt in der Regel wie eine Decke verwenden, mit Fussbox wird das dann schwieriger. Daher hat der eLite Quilt von GramXpert einen Reißverschluss mit dem man das Ende zu einer Fußbox umfunktionieren kann. Habe ich auch bei meinen MYOG-Quilts, das funktioniert sehr gut. Daher Daumen hoch für den Reißverschluss. Quilt selber machen ist übrigens nicht sooo schwer, kostet halt Zeit und Nerven.1 Punkt -
Wie lange leben eure Regenjacken?
Madeirense reagierte auf Blickpunkt für Thema
Die Antwort "...ja" auf die Frage "dass UL bei Regenjacken nicht funktioniert?" verstehe ich nicht. Die genannten Beispiele mind. für den Regenrock sind doch genau das, was UL ausmacht (mehr UL als eine Mülltüte als Regenrock geht doch nicht). Wie schwer die genannte Jacke von Aldi ist, weiß ich nicht, weil ich die nicht kenne, aber wenn du die selbst ja auch hast, kannst du die doch mal wiegen und hier mit reinstellen als offenbar probate Alternative. Würde mich selbst interessieren und die Diskussion bestimmt bereichern. Ganz generell zu der Frage UL bei Regenjacken. Warum sollte das nicht funktionieren? Genügend Beispiele wurden ja schon genannt für Jacken um 100 bis 200 g bzw. sind hier im Forum bekannt. Also gibt es auch Jacken im UL-Bereich, die funktionieren, wenn man sich des Zusatzes "UL" bewusst ist: pfleglich behandeln, sich nicht durch Dornen und Sträucher zwängen, usw. Ich meine, das sind doch alles Dinge, die man bei sämtlichen UL-Dingen beachten muss, also auch bei Regenjacken. Warum soll das dort nicht gelten? Ich kann auch sagen, dass ich mit meiner Berghaus 113 g nicht alles machen kann wie mit meiner Alltags Regen-Hardshell-Jacke 653 g und deshalb taugt die Berghaus nichts. Aber das ist ja Blödsinn. Es geht hier doch um eine passende Ultraleicht Lösung gegen Regen mit all den bekannten und hinnehmbaren Einschränkungen von UL-Bekleidung, oder?1 Punkt -
@Old School Ich kannte und kenne diesen neuen Begriff nicht mal und habe mir auch nicht die Mühe gemacht, ihn zu googeln, hahahahaha! Diese ganzen Säue, die temporär durchs Dorf getrieben werden, sind alle Quatsch! Wie du schon schreibst, lebe mit möglichst niedrigen Ansprüchen an Materiellen Dingen, wie auch an andere Menschen, lebe möglichst frei von Zwängen, jeglicher Art. Gerade die Zwänge, egal ob selbst gemacht, oder von der Gesellschaft, Nachbarn, Freunden oder Verwandten, versauen einem das Leben. Hast du Lust irgendwas zu tun? Dann tue es jetzt, nicht in 10 Jahren. Ich bin bei Leibe kein Hippy, aber eine Maxime, die ihnen zugeschrieben wurde war: „Live here and now!“ Das mache ich schon 56 Jahre lang und habe, bis auf ein paar, im nachhinein wirklich unerfreuliche Mobbingaktionen, die zu Schulzeiten von mir ausgingen, tatsächlich nichts zu bereuen, was ich in meinem Leben getan habe. Mag überheblich klingen, ist aber so. Ich bin mit mir komplett im Reinen! Warum? Weil ich schon als Jugendlicheer verstanden habe, das Zwänge aller Art überflüssig sind!1 Punkt
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Tarp vs. Zelt
rakomelo161 reagierte auf fettewalze für Thema
Neben der bereits erwähnten Flexibilität (bei mir als Bergwanderer ist ein Ponchotarp + Bivy definitiv >>> als reine Tarptents), dem geringen Packmaß (bei mir der entscheidende Faktor beim Bikepacking), geringerer Ausfallwahrscheinlichkeit, spielt natürlich auch die Geschichte mit rein. Früher gab es keine 500g DCF-Zelte. Da war ein MYOG-Tarp halt nur ein Viertel so schwer, wie das leichteste zu erwerbende Zelt. Heutzutage sind die Gewichte der Zelte so nah herangerückt an reine Silnylon-Tarps, dass für die Meisten nur noch monetäre Aspekte (beim Kauf o. möglichem Totalverlust durch Sturm o.ä.) den entscheidenden Faktor spielen. Die Wandererevolution hat sich Dank Internet stark verkürzt. Eigentlich ist jeder früher mit einem 2kg Billo-Zelt gestartet, hat es für zu schwer empfunden, ist dann auf Tarps umgestiegen, fand diese zu umständlich und unsicher (wie Du zB) und ist dann auf die teuren Tarptents gewechselt. Heute schaut man sich 5 Videos auf youtube an, kauft sich die für ihn passendsten Produkte und startet fast schon bei Stufe 8 von 10 der Wandererevolution. Man verändert nur noch Kleinigkeiten, beziehungsweise wechselt Gear aus bestimmten Bequemlichkeiten (bei mir seit Jahren so 😁), nicht Notwendigkeit. Man macht defintiv weniger Fehler als heutiger Wanderanfänger, es fehlen aber durch die abgekürzte Entwicklung Skills, um Nischenprodukte wie Tarps, bestimmte Rucksäcke etc schätzen zu können. Tl;dr: Früher war der Gewichtsabstand zwischen Zelt und Tarp deutlich größer, dementsprechend auch der Bedarf an Tarps. Die Wandererevolution war anders als heute, im Endergebnis minimal besser, aber durch mehr Misserfolge erkauft.1 Punkt -
DD Hammocks superlight Tarp
rakomelo161 reagierte auf Simonsehn für Thema
Danke für die ganzen Hilfreichen Tips. Nun habe ich es und werde es auch mal nutzen, darum gehts ja schließlich. Falls es undicht wird werde ich einen flicken drauf machen und so lange benutzen bis es nicht mehr geht. Dann schaue ich weiter. danke!1 Punkt -
Trekking in Japan - Tokai Shizen Hodo
mtb_squirrel reagierte auf questor für Thema
Water and suicide - ignorance is bliss! Der nächste Tag war vor allem von Wasser geprägt - zum Glück nicht von oben. Wie im weiteren Verlauf noch öfter ging es eigentlich ständig neben, oberhalb oder über Bächlein - alles sehr schön anzusehen. Dazwischen eine erste Bärenwarnung, die ich zu ignorieren beschloss Andere bedrohlich aussehende Warnungen, die ich eh nicht lesen konnte Und eine gesperrte Brücke, über die ich mich - mangels alternativen und ordentlich Strömung und Felsen erfolgreich wagte Weiter mit Wasser, Wassre und...Wasser. Ich will gar nicht wissen, wie das zur Regenzeit oder Schneeschmelze aussieht, aber die zahlreichen Wassersperren und -Brecher geben einen Vorgeschmack. Vorbei an Reis, Dörfchen und der berühmten Bittergurke, die das Geheimnis der steinalten Japaner sein soll, schraubte ich mich langsam Höhenmeter hinauf. Ach und natürlich...noch mehr Bächlein Auf dem vor mir liegenden Gipfel war ein größerer Schrein eingezeichnet, sodass ich mir ausreichend Campfläche erhoffte. Warum auch immer, aber murphey's law-artig, hatte ich die fiesesten Anstiege meistens, wenn die Puste schon etwas weg war, gen Abend, kurz vor dem Ziel - so auch heute. Aber oben angekommen entlohnte mich ein imposanter Schrein und kurz danach ein nächtlicher Blick auf ein in der Nähe liegendes Städtchen. Die Nacht war kühl und windig, ich war froh, nicht nur etwas Campfläche, sondern sogar ein komfortabel geschütztes Plätzchen für die Hängematte gefunden zu haben. Der Morgen nach dem verlassen des warmen Nests war umso kühler bis die Sonne endlich auftauchte - Zeit für ein warmes Ramen-Süppchen, wann hat man schon mal so einen majestätischen Tisch zum Frühstück? Dann noch eine kurze Sightseeing-Runde um den Schrein in voller Pracht bei Tageslicht gedreht und ab dafür. Das Glas Sake am frühen Morgen habe ich den Göttern gelassen. Doch halt - was waren das eigentlich für Plakate? Selbst ohne sie lesen zu können sieht das aus wie...Vermisstenanzeigen? WTF? Mir dämmerte es. Ich wusste zwar, dass der berühmt-berüchtigte Suicide Forest da irgendwo in der Nähe des Tokaido lag, aber ich hatte doch glatt allen Ernstes mehr oder minder mittendrin allein gepennt - mal gut, dass ich da nicht noch im Dunkeln über die Schilder gestolpert bin, selbst jetzt schauderte es mich noch gehörig - ignorance is bliss! Also nichts wie die Siebensachen gepackt und ab für ne Mark! Bald offenbarte sich der Blick auf Shizuoka, die Hauptstadt der Präfektur. Von Nahem kein wirklich schöner Anblick, eher ein Industriestädtchen. Aber einen hübschen Park mit einer Art Burganlage gibt es. Ich hatte beschlossen, mir ein Zimmer zu nehmen, um meine Sachen mal ordentlich trocken zu bekommen, durchzuwaschen, mal nicht 7eleven zu essen und mit dem Zug am nächsten Morgen ein Stück weiter zu hüpfen, um noch mal einen anderen Abschnitt des Tokaido zu sehen, die Landschaft ähnelte sich in den letzten Tagen zumeist doch ziemlich. Gesagt, getan: Auf die 'Trockner'-Konstruktion mit Fön bin ich schon etwas stolz... Zimmer bekommt man zentral um und bei 40€ wenn man etwas sucht. Klassische Business-Hotels älteren Standards, aber dabei nicht abgerockt, wie hierzulande in der Preisklasse und Baujahr. Hatte eher was von Zeitreise, in einem wie neu anmutenden späte 80er Jahre Zimmer zu pennen. Dorms sind dagegen eher die Ausnahme in derartigen Städten und Städtchen ohne großartigen Tourismus. Am nächsten morgen ging es ab nach Hamamatsu (eine genauso wenig sehenswerte Industriestadt) und von dort wieder auf den Trail - aber das ist eine andere Geschichte, wie der Märchenonkel so schön sagt1 Punkt -
Trekking in Japan - Tokai Shizen Hodo
mtb_squirrel reagierte auf questor für Thema
Tee und Gastfreundschaft Ich hatte bis ins Dunkel Strecke gemacht, da auf meiner Karte ein Shelter verzeichnet war. Die Strecke war eher nichtssagend, auf und nieder durch den matschigen Wald. Irgendwann hatte ich - eher aus Verzweiflung angefangen, meine Schuhe mit Mückenspray einzujauchen. Aber tatsächlich, das mochten die Leeches scheinbar gar nicht. Sie blieben auf der Sohle und machten keine Anstalten mehr, sich weiter nach oben zu tasten - HEUREKA! Beim eingezeichneten Shelter angekommen war es wohl eine Art Jugendherberge oder Ferienheim, aber was auch immer es war, es hatte dicht, und zwar augenscheinlich schon etwas länger. Rings um das Dorf lagen Anstiege, der Boden war aufgeweicht und es war einer der wenigen Momente, in denen die Mücken auch ihren Spaß hatten. Also kurzum unter das Vordach der Unterkunft gelegt und den ganzen nassen kram aufgehangen in der Hoffnung, dass das Zeug trotz Luftfeuchte ein wenig trocknet. Dafür war die Matte, die ich dabei hatte für mich als Seitenschläfer definitiv etwas zu dünn, auch mit Rückenpad unter dem Hüftknochen auf jeden Fall eine Nacht mit viel Drehmoment. An der Trocknungsfront war auch eher nichts passiert, also wieder rein in die nassen, blutroten Socken und die schlammigen Schuhe und weiter ging's. Schon wenige Meter später war ich mit anderem beschäftigt. In der Nacht hatte ich nur wenig von der Umgebung, in der ich da gelandet war mitbekommen, und der Morgen gab einen perfekt nebligen Blick auf Teefelder über Teefelder frei - wahnsinn! Auch die folgenden Dörfchen waren eher von der pittoresken Sorte - wobei das aus westlicher Sicht wahrscheinlich nicht schwer ist - geht einem doch allein schon bei der dort ja völlig normalen Dachform und den Gärtchen schnell überall ein *hach über die Lippen Aber auch dieser in Deutschland zwar omnipräsente, aber eher abstrakte Begriff der alternden Gesellschaft wird einem in Japan schnell greifbar. Verlassene, durchaus noch attraktive Häuser, kaum Leute in den Dörfern sichtbar und wenn, dann gebückt gehende Muttchen, die im Garten herumwuseln - gespenstisch! Aber die, die noch unter uns sind, sind auf jeden Fall noch gut in Schuss. Als es langsam dämmerte, hatte ich ein schönes Plätzchen etwas außerhalb eines Dörfchens entdeckt. Ein stück weiter unten am Dorfrand gab es eine Quelle und Bänke nahe eines Schreins, wo ich mich ausruhte, auf die Dunkelheit wartend, um das Tarp zu stellen. Da sah ich schon von weitem einen älteren Herren heranschlendern - mit deutlicher Schlagseite. Der gute Mann hatte anscheinend ganz ordentlich getankt. Das erklärte wohl auch, weshalb er auf meinen Gruß deutlich zugewandter reagierte als die meisten Japaner, die mit der furchteinflößenden Situation konfrontiert, wohlmöglich kein 100% perfektes Englisch zu sprechen eher wortkarg das Weite suchten. Der alte Herr und ich unterhielten uns ein Weilchen mit Händen, Füßen, Google Translate und Englischbrocken. Wie immer löste mein Wandern auf dem Tokaido ein großes ooooohhhhhaaahhh aus. Der Umstand, dass ich vor hatte, in der Natur zu nächtigen, schien sofortige Hilfsreflexe auszulösen und so wurde ich kurzerhand mit zu ihm beordert, um bei Ihm und seiner Frau zu nächtigen. Es war ein spannender Einblick in die japanische Kultur und lebensweise. Über 70, wohl der Karriere wegen kinderlos geblieben, nach einem Arbeitsleben in Tokyo wieder ins Heimatdorf gezogen - und dort wohl den Alkohol etwas zu sehr schätzen gelernt. Auch ich kam um das ein- oder andere Glas Shōchū aus der 5l Plastikflasche nicht herum. Aber noch fit wie ein Turnschuh und durchaus unterhaltsam, der gute Mann, den Spagat mache ich ihm - über 40 Jahre jünger - jedenfalls nicht nach. Seine Frau hielt sich die Zeit über eher im Hintergrund, erfüllte eher die Rolle einer Haushaltshilfe, die uns mit Abendessen und Tee versorgte, was mir stark unangenehm, aber unumgänglich war. Zu später Stunde kroch ich auf den extra für mich im Gästezimmer angerichteten Futon, morgens gab es Frühstück und japanisches TV (es wird bereits jetzt schon fiebernd über Tokyo 2020 berichtet) und sogar noch einen Proviantbeutel bekam ich aufgedrückt - eine tolle Erfahrung!1 Punkt -
Trekking in Japan - Tokai Shizen Hodo
mtb_squirrel reagierte auf questor für Thema
Aller guten Dinge sind...Tag Drei. Nach 1,5 Tagen kam ich gen Abend am Motosu See an. Wirklich schön gelegen, der Japaner frönt (auch hier natürlich absolut vollausgerüstet der Angelleidenschaft) Es zog sich etwas zu und ich hatte schon bei Abreise zum Tokai gesehen, dass sich eine Regenfront um Tag drei ankündigte. In Japan wird das ganze dann mal schnell ein Taifun, zu erkennen an prognostizierten Regenmengen von 45l/qm und mehr. Orgakram am Rande: Wetter in Japan ist stark lokal und ändert sich entsprechend der Insellage sehr schnell. Relativ zuverlässig ist http://www.jma.go.jp/jma/indexe.html vor allem die Warnings nach Präfektur sollte man im Auge haben http://www.jma.go.jp/en/warn/index.html und natürlich die Tsunami, Landslide, Earthquake und Volcano Warnungen - aber sonst... http://www.jma.go.jp/en/tsunami/ http://www.jma.go.jp/en/doshamesh/ http://www.jma.go.jp/en/quake/ http://www.jma.go.jp/en/volcano/ Zurück zur Geschichtenerzählerei. Ich war also in Anbetracht des vermutlich anstehenden kleineren Tsunamis recht froh, als ich einen Birdwatching-Unterstand in absolut luxoriösen Hammock-Maßen entdeckte, zu dem sich nach Einbruch der Dunkelheit sicherlich niemand mehr verirren würde. Wie erwartet begann es dann auch bereits in der Nacht erbarmungslos zu schütten - selten habe ich ein festes Dach derart genossen. Als es hell wurde und ich immer mal beim rumdrehen ein Auge riskierte regnete es nach wie vor wie aus Eimern. Irgendwann konnte ich selbst im ultrabequemen hammock-Nest nicht mehr weiter dösen, aber auch nach ausgedehntem Frühstück, Zusammenpacken und vor sich hin sinnieren war von nachlassendem Regen noch keine Spur. Erst gegen 11 Uhr war deutlich weniger Regen angesagt, sodass ich mich auf durch den völlig durchgeweichten und bei immer noch recht hohen Temperaturen unglaublich diesigen Wald machte. Die Szenerie hatte schon etwas von sagenumwobenden Samurai-Abenteuer, aber die Anstiege wurden bei dem Untergrund nicht leichter - und die Aussicht oben nicht unbedingt entlohnender. Was die Stimmung angeht, bin ich doch ein ziemliches Sonnenkind, bei miesem Wetter hängt selbige bei mir schnell etwas durch, so auch an diesem Tag. Von unten Wasser, von oben Wasser, der recht anständige Wind sorgte immer mal wieder für zusätzliche Wasserladungen von den Bäumen. Dazu fleißig im aufgeweichten Waldboden versinken, ab und an mal wegrutschen und trotzdem schwitzen wie ein Tier auf Grund der Schwüle. Während ich mich also innerlich maulend und quängelnd die Anstiege hochschob und darüber sinnierte, weshalb ich nicht einfach in meinem Schönen Unterstand geblieben wäre (ein völlig sinnloses Gedankenspiel, der Boden wäre noch nächste Woche nicht ansatzweise angetrocknet gewesen) bemerkte ich irgendwann, dass da irgendwas an meinen Fesseln klebte. "Ah, eine kleine Naktschnecke, na sowas - schwupps, hinfort mit dir." "Nanu, Du sitzt aber fest. So, jetzt aber - und weiter geht's." Ein paar schritte später beim zufälligen Blick nach unten jedoch schon wieder irgendwas an der anderen Fessel - und Moment mal - die andere Seite blutet - und zwar nicht nur ein bisschen, sondern ganz amtlich - WTF? Späteres Bild Tja, Blutegel kannte ich bis dato nur als Wassertiere, nicht als Landbewohner. Die kleinen Biester saugen sich, sobald man drauf tritt von unten an die Schuhsohle und arbeiten sich dann munter hinauf und ab geht die Post. Späteres Bild Und der Wald war wirklich voll davon. alle paar Schritte fing ich an, irgendwas von meinen Schuhen zu schubsen, oder aus den Schuhen zu sammeln oder vom Bein zu pflücken. Der Laufrhythmus war eher ein 1-2-check-1-2-check, es war zu verrückt werden. Ich sollte noch Tage später beim Socken auswaschen ein paar winzige Gestalten aus dem Sockengewebe spülen, die sich selbst durch die Socken durchgearbeitet hatten. How much worse can it get? Ich war gerade dabei, per GPS Track zu checken, ob ich den richtigen Abzweig genommen hatte, als sich zwei besonders flinke Gesellen schon an meinem Socken hoch arbeiteten. Das Telefon schnell in die Hüftflossentasche geschoben, vorgebeugt, abgesammelt und - klatsch - Mein Telefon landete zielsicher und Murphey's Law konform mit dem Bildschirm zuerst auf dem einzigen Stein weit und breit. Aufgehoben, Screen nicht nur etwas, sondern mal so richtig amtlich gesplittert. In sekundenbruchteilen schossen mir Gedanken durch den Kopf: Du stehst mit Blut die Knöchel herunterlaufenden Beinen und langsam rötlichen Socken im mit Blutegeln verseuchten Schlick irgendwo im Japanischen Wald. Du bist völlig durchnässt, Du kannst kein einziges Schild lesen, es ist Tag drei von drei Wochen und jetzt hast Du es auch noch geschafft, Dein Smartphone und GPS zu schrotten? Na gratuliere! Als ich dann auf den on-knopf drückte, und nach einem winzigen Moment der Verzögerung das zersplitterte Display aufleuchtete und der GPS-Track noch immer halbwegs erkennbar war, zumindest im oberen, linken Drittel, war das Aufatmen dementsprechend groß.1 Punkt -
Einstieg Der Einstieg war leicht zu finden per GPS - und die Beschilderung sollte auch in der Folge bis auf wenige Ausnahmen auch eher over the top sein. Man stelle sich einen schmalen Pfad quer zum Hang vor, bei dem in regelmäßigen Abständen ein Schild mit Pfeilen in- und gegen Laufrichtung den Tokaido ausschildern. Ja was denn sonst? Aber gut. Sollte unerwartet doch jemand vom Himmel auf diesen Pfad fallen, so wüsste er zumindest, dass es sich in beide Richtungen um den Tokaido handelt - 'you never know' und 'better be safe' hat der Japaner definitiv verinnerlicht, besser is! Umso ärgerlicher, wenn dann dort, wo es nötig gewesen wäre, wie an Abzweigungen, schon auch mal ein Schild fehlt. Aber das ist jammern auf absolut hohem Niveau, hat man noch den GPS Track auf dem Telefon, den man auch nur dann und wann braucht, ist man auf der absolut sicheren Seite, was die Wegführung angeht. Lesbar auf englsich sind die Schilder allerdings nur selten, zumeist beschränkt es sich auf die Kanji-Zeichen und oder das Trail Logo - beides hat man aber schnell verinnerlicht, sodass die Sprachbarriere für die Wegführung eigentlich keine Rolle spielt. Wegzustand Yamamatsu uns Shizuoka sind wohl, wie ich irgendwann erfahren habe, der älteste Teil des Tokaido - und wohl auch im schlechtesten Zustand. Alles noch mehr oder minder begehbar, keine Sorge, aber dann und wann schon etwas zweifelhaft. Die Elemente in Japan sind doch etwas unbarmherziger als anderswo. - Feuchtigkeit setzt jeglicher hölzernen Infrastruktur übel zu. Während das bei den zahlreichen Bänken und Tischen (teilweise alle paar hundert Meter - absurd, wenn das die einzige Infrasruktur ist) weniger relevant ist, wird es bei Brücken und Hangabstützungen schon spannender. Mangels alternativen bleibt einem allerdings oft nur die Hoffnung auf Wahrscheinlichkeiten 'ach die wird doch nicht gerade jetzt bei mir nachgeben' Auch Erdrutsche, wahrscheinlich ebenso durch Feuchtigkeit und auch das ein- oder andere Erdbeben begünstigt (auch ich bin ein mal etwas geschaukelt, der Japaner ist dran gewöhnt) hat man vor allem in diesem Teil des Trails recht viel. Beim ein- oder anderen frischen Geröllfeld bin ich im Nachhinein schon froh, dass nichts groß passiert ist. Während es meist nur endlos mühsam ist, sich über die Erd- und Gesteinsrutsche zu arbeiten bin ich ein mal tatsächlich ganz gut samt Geröllfeld gen Abhang gerutscht, konnte mich mit Füßen an Bäumen verkeilen und mir rollte dann noch ein recht großer Findling von weiter oben zum Glück nur gegen den Rucksack, der bäuchlings auf Kopfhöhe gerutscht war gegen selbigen und nicht die Birne. Hat immerhin ein paar Löchlein ins Außennetz 'gerammt' - besser als in die Schädeldecke... Auch für 'Sicherungsseilen' braucht man schon ein gehöriges Maß an Gottvertrauen... Aber wenn man bedenkt, wie menschenleer der Trail ist, ist es vielmehr erstaunlich, dass er so gut markiert und ausgebaut ist und nicht längst sich selbst überlassen wurde. Es scheint auch eine ganze Menge privatinitiative zu geben, diesen Weg zu erhalten, den zumindest vom Namen her scheinbar wirklich jeder kennt und ein ehrfürchtiges 'aahhhh Tokaido!' ausstößt, wenn man berichtet, wo man gerade herkommt. Im späteren Verlauf bin ich sogar an handgemalten und -getöpferten Schildern vorbeigekommen Der Trail ist wortwörtlich menschenleer - ich habe bis auf eine Bergkuppe mit Tagesausflüglern in Vollmontur (Der Japaner tut nichts ohne Proequipment, keinen Tageswanderausflug, da ist alles abgestimmt, vom Socken bis zum Handschuh) in all der zeit zwei! Leute getroffen (ein deutsches Paar mit den üblichen großen Deuter-Rucksäcken und eine zierliche Amerikanerin mit gigantomanem Osprey Taschenrucksack), die den Trail gegangen sind!1 Punkt
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Anreise: Flug: Alles recht schmerzlos - Flüge sind selbst derart kurzfristig und mit vernünftigen Airlines bezahlbar, wer früher plant oder was Umsteigezeiten oder Abflughäfen angeht leidensfähiger ist, kommt schon um 400€ mal eben nach Japan. Aus der Luft bekommt man gleich einen ganz guten Vorgeschmack, was einen erwarten würde - ziemlich dünn besiedelt, zerklüftet und eher zivilisationsunfreundlich - super! Shuttle: Es gibt mehrere Flughäfen, ich bin in Narita gelandet, ~ 80km und 1-2,5h bis Shinjuku Station im Zentrum. Round Trip mit dem Airport Limousine Bus waren wenn ich nicht irre ~40€, was einem direkt wieder in's Gedächtnis ruft, dass Japan bis auf bezahlbare Flüge keine Billigdestination ist. Und auch die die Zeitangabe deutet auf das nächste - wenig überraschende watchout für Tokyo hin - Verkehr! Oberirdisch per Bus und PKW immer etwas unberechenbar. Ich hatte keinen konkreten Plan, wann ich los auf den Tokaido wollte, aber nach nur wenigen Tagen Tokyo wurde das Bedürfnis nach Abgeschiedenheit doch relativ groß (wobei ich sagen muss, dass Tokyo für eine Megacity erstaunlich ruhig ist - dem japanischen Wesen sei Dank). Vorab hatte ich mir noch eine prepaid-SIM mit Datenvolumen besorgt. So ganz geheuer war es mir immer noch nicht, mich nicht wirklich verständigen zu können und auch keine Schilder entziffern zu können - das kleine Stück Plastik gab da doch enorme Sicherheit. Strecke zum Trail: Da ich zum Wochenende hin gestartet bin, beschloss ich, nicht direkt am Mount Tokao, dem Hausberg Tokyos zu starten, um den Wochenendwanderern, die den Berg vom Hörensagen in Scharen stürmen, zu entgehen und etwas weiter östlich in Fujikawaguchiko zu starten, als Punkt, den man mit ÖPNV gerade noch so erreichen konnte. Unterwegs direkt ein paar schöne Blicke auf den Mt.Fuji (von dessen 'Besteigung' mir im Vorfeld eher abgeraten wurde, schlangestehen und -gehen träfe es wohl eher) und die ersten Reiselfelder - zwei Haken auf der Klischeeliste gesetzt! Japaner sind übrigens hoffnungslose Railway-geeks. Die 25-jährige Partnerschaft mit den ebenso Traingeekigen Schweizern war nur schwer zu ignorieren Angekommen in Fujikawaguchiko noch ein letzter Blick auf den Fuji, und auf die Fuji-Q Highlands - einen Vergnügungspark, der wiederum bei den rollercoaster-geeks höchstes Ansehen genießt - mit der steilsten und zwei ehemals höchsten und schnellsten coastern. Dann noch ein letztes Mal wie ich dachte im Bahnhof Gewichtserleichterung betrieben und den beheizten Toilettensitz und den wohltemperierten, variablen Reinigungsstrahl in diversen Modi genossen und los gehts! Spoiler alert und Lektion eins: Beheizte, saubere und vollausgestattete Toiletten mit warmem Bidetmodus, auch Washlets gennant, gibt es in Japan wirklich in den entlegendsten Winkeln. Der Azzblaster ist überraschenderweise das erste Teil, dass ich für Japan getrost hätte zu Hause lassen können.1 Punkt