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Ultraleicht Trekking

Auf den Spuren Temudschins


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Unsere Schwiegertochter ist Mongolin. Jetzt wird diskutiert, dass wir die Familie besuchen sollen. Die Web Recherche ergab, dass reisen ohne Führer/ Reisegesellschaft nicht einfach ist. Hier im Forum steht auch nicht so unmäßig viel zu diesem Reiseziel.

Nun haben wir ja angeheiratete Führer. Trotzdem ist betreutes Reisen nicht so unser Schwerpunkt. Hat da Jemand Erfahrung? Kann man auch ausbüxen und auf Schusters Rappen der Selbständigkeit frönen?

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Ich würde in der Bibliothek mal den Lonely Planet Mongolia Reiseführer ausleihen, die LP Reiseführer sind die Besten die es gibt und sollten alle Infos beinhalten, die Ihr braucht. Ihr könntet auch bei zB ASI Reisen nach haken, was es da für Bestimmungen gibt (oder einfach bei deren Angeboten nachschauen, ob da was dazu steht). 

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Frage ist, WAS ihr wollt. Einfach mal ausbüchsen - klar geht das. Für Schusters Rappen (also weitwandern) ist die Mongolei eher weniger geeignet. 

Ad 1 - das Sprachproblem. Nicht unterschätzen!

Ad 2 - Besiedlungsdichte. Du mußt halt ALLES mitschleppen was du brauchen könntest incl. Essen und, je nach gebiert, auch Wasser. Und Läden gibt es i.d.Regel nur in den Sum-Zentren.

Ad 3 - was weniger Problem ist der Umgang mit den Menschen. Als Wanderer wirst du eh als "Einhorn das Regenbogen pfurzt" betrachtet, wer sich bewegt hat entweder ein Pferd, Motorad oder Auto. Es gibt das alte Sprichwort: "Ohne Pferd bist du kein Mensch" o.ä. .

Gastfreundschaft ist ein sehr hohes Gut. Btw, wenn ihr eh "Familienanschluß" habt werden die es eher als Kränkung empfinden, wenn ihr alleine wandern wollt. SChließlich fühlen sie sich ja als Gastgeber für eure Sicherheit verantwortlich. Bitte diesen sozialen Faktor nicht unterschätzen. Beim dritten Besuch kann man das sicher mal ansprechen, aber beim ersten eher nicht.

Ad 4 - die Weite - je nach Region kannst du auch mal 50 oder 100 km Steppe haben, ohne markante Abwechslung. Das ist schon zu Pferd eintönig, zu Fuß aber echt heftig. Wenn du am Abend nur am etwas veränderten Panorama erkennen kannst, das du einen Tag unterwegs warst. Ergo, Wandern will sehr gut geplant sein. Kartenmaterial ist von 1980'ern (Topographie hat sich kaum geändert seither :-)) und GPS basierte Navi-Karten sind eher Mangelware.

Aber, wohin solls denn gehen? Die verschiedenen Gebiete unterscheiden sich ja auch in ihren "Wanderoptionen". Im Norden ist mir einmal ein mongolischer Einzel"wanderer" begegnet, allerdings hatte es andere Gründe warum er zu Fuß unterwegs war.

Im Westen trifft man schon mal auf (geführte) Wanderer, meist in kleinen Gruppen, i.d. Regel mit Führer. 

Um UB herum (bes. östlich) gibt es größere Naturparks in denen touristische Infrastruktur vorhanden ist und auch Wanderungen möglich sein sollten. Zumindest sind wir dort 6 Tage zu Fuß mit Autounterstützung unterwegs gewesen.

Mein Vorschlag wäre, sich beim ersten Mal ganz auf die Menschen und die Kultur der Mongolei einzulassen, damit seit ihr gut ausgelastet. Dazu mit den Gastgebern (und Gastgeber wird dort sehr ernst genommen!) die Landschaft erkunden. Und, bitte legt europäische Zeit- und Planungsvorstellungen auf den dt. Flughafen ab und holt sie nach der Rückkehr wieder ab. Alles andere wäre schade. Ihr werdet es bereuen.

Bearbeitet von kra

Wenn's wahlweise an Logik, gesundem Menschenverstand oder elementarer Menschlichkeit hapert geht es mit Meinungen weiter und zu schlechterletzt verfällt man auf Ideologien.

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Nach dem lesen von Sarah Marquis Expeditions Taschenbuch: Allein durch die Wildnis, 1000km zu Fuß, u.a. durch die Mongolei, spannend zu lesen, aber auch sehr extremen Touren, erfährt einiges über die, ich sage mal so, Eigenheiten der Bevölkerung dort. Das mag nicht für alle Gebiete dort gelten, wäre für mich aber eher abschreckend. 

Das soll keinesfalls bedeuten, dass ich jemanden von einer Reise dorthin abhalten möchte, aber man sollte nicht westliche Maßstäben anlegen.

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@croco, schade, das Buch kenne ich leider nicht. Allerdings war ich jetzt schon 4x in der Mongolei, insgesamt ca. 30 Wochen, davon ca. 9 Wochen alleine bzw. zu zweit mit Guide und Pferden unterwegs. Abschreckende habe ich dabei niemals aber durchgängig sehr interessante und herzliche Begegnungen jede Menge erlebt. Natürlich, als Veganer wäre man in einem Nomadenland nicht gut aufgehoben und beim Schlachten eines Schafes sollte man schon dabei sein können.

Wirklich neu und gewöhnungsbedürftig für einen Westeuropäer ist das Verhältnis zu Zeit, Planung und Improvisation. DA muß man sich wirklich massiv umstellen.  Und mit dem hiesigen Komfort- und Hygieneanspruch kommt man natürlich auch nicht weit. Aber ansonsten ein faszinierendes Land mit gastfreundlichen Menschen.

PS. @croco, hab mit das Buch bestellt, danke für den Tip. Bin gespannt auf den Teil zur Mongolei.

Bearbeitet von kra
Ergänzung

Wenn's wahlweise an Logik, gesundem Menschenverstand oder elementarer Menschlichkeit hapert geht es mit Meinungen weiter und zu schlechterletzt verfällt man auf Ideologien.

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