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Ultraleicht Trekking

Wie geht Ihr beim Einkaufen & Reisen mit „totalitären“ Regimen usw um, bzw wieweit beieinflußt das Eure Entscheidungen ?


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Geschrieben

Das Thema bzw die Entscheidungen der Einzelnen werden ja immer wieder als OT in Ausrüstungs oder Tourplanungsthreads geschrieben, mit diesem Thread möchte ich den Raum schaffen, dass wir uns darüber austauschen können.
Ob das jetzt in dieses U-Forum passt, schauen wir mal, hängt auch davon ab, was aus dem Thread wird...


Es wird sich nicht vermeiden lassen, politische Ursachen zu erwähnen, die aus Sicht des Jeweiligen dazu führen, dass man eben evtl Boykott-Entscheidungen o.A. trifft, ich bitte aber sehr darum, nicht über die politischen Sichtweisen des Einzelnen zu diskutieren, es soll ja ein friedlicher Austausch bleiben :-)

Ich fange mal an :


Reisen

Ich habe mir als Youngster wenig Gedanken darum gemacht, was ich evtl durch meinen Besuch unterstütze, war in afrikanischen Ländern mit totalitären Regimen, in Kriegsgebieten in Asien usw und als ich das erste Mal in SP / Portugal war, waren da auch noch die Faschisten an der Macht.

Später habe ich dann mehr darüber nachgedacht und aufgrund dessen würde ich halt nicht in bestimmte Länder reisen, um nicht durch meinem Besuch eine Akzeptanz des dortigen derzeitigen Regimes zu zeigen.

Ich wurde früher in diesen Ländern sehr gastfreundlich von vielen Menschen aufgenommen, finde es deswegen schade, aber anders würde es nicht zu meiner Moral passen, betrifft momentan Türkei & Trumpcountry (und Länder des nahen Ostens, ok aufgrund dessen, daß ich nach Möglichkeit nicht mehr fliege, ist auch deswegen US eigentlich raus)


Einkauf

Klar üblicherweise zahlen die Unternehmen in ihrem Land Steuern, dadurch wird auch das jeweilige Regime unterstützt, aber da schaue ich etwas differenzierter, vielleicht auch, weil ich da teilweise durch persönlichen Kontakt weiß, dass da viele auch nicht unbedingt mit den dortigen Regimes einverstanden sind...
(und mal als Gedankenspiel, es gibt in unserem Land auch politische Strömungen, die die letzten Jahre leider stärker geworden sind, wenn die noch stärker werden, sind dewegen auf einmal deutsche Untenehmen, die bis dahin ok waren, schei**se ?)
 

Entsprechend kaufe ich z.B. Ausrüstung aus US (ok, wenn ich wüßte, dass sie massiv das Trump-Regime unterstützen, sähe es anders aus) bei China (hier soll es jetzt klar nicht um die ganzen Clonefirmen gehen, das ist ein extra Thema, was ja auch damals zu einer Teamentscheidung in Bezug auf Forumsinhalte geführt hat) wird es bei mir differenzierter, im Elektronikbereich kann man es kaum komplett vermeiden (wobei es viel auch aus Taiwan gibt)…

Aufgrund der Unterdrückungspolitik, Überwachung, Straflager in denen z.B. teilweise auch viele Klamotten produziert werden, kaufe ich keine Klamotten oder kaum Ausrüstung (ok neben meinen ganzen „Japan“-Titantöpfen, habe ich noch einen Titantopf von da in Gebrauch) die in China produziert werden, bei Zelten, Klamotten kann ich da prima auf Vietnam usw ausweichen…

Bei Packrafts sieht es bei mir etwas anders aus, da habe ich neben Alpacka aus US auch MRS (und früher Anfibio) Boote, die ja in einem kleinen Betrieb in China, zum großen Teil unter Mitentwicklung vom PR-Store in D entwickelt werden, da hatte ich mich damals ein bisschen über die Firma in China informiert und fand es dann ok…



Wo ich mir nicht ganz sicher bin, ob man das auch noch in den Thread packen sollte, ist das Thema Umweltschutz bzw Umgang mit Mitarbeitern was bei mir auch teilweise eine Rolle in derartigen Entscheidungen gespielt hat, das kann ja jeder für sich entscheiden, worüber er schreibt...
 

So ich glaube das reicht von mir, jetzt seid Ihr dran, wie seht Ihr das, handelt da…?

Ich habe es ja von Manchen schon bruchstückhaft mitbekommen, ich bin echt neugierig...

Geschrieben

Als Youngster hab ich mir darüber ebenfalls keine Gedanken gemacht und will das jetzt als Oldie auch nicht, meine letzten Jahre in denen ich noch unterwegs sein kann. Warum sollte ich ... der Spruch sinngemäß "der Verbraucher, der Konsument, der Wähler, der Bürger, das Volk, ... kann Einfluss nehmen" auf "Produktion, Politik, Verhalten, Umwelt, Klima, ...", schöner Gedanke, funktioniert nur fast nie. "Die Welt" versinkt großflächig im Wahn des unbegrenzten Wachstums, Macht, Gier, Korruption, Autorität, Gleichgültigkeit, Schönreden, Grennwashing, ... Totalitäre Regime, gleich welcher Art, auch die USA gehört aktuell dazu, sind automatisch die Folge, nicht aufzuhalten, getragen von eben "denen" wenigen die die Machtpositionen inne haben.
Solange ich weis das es für mich als Outdoortourist sicher genug ist (das definiert jeder anders) fahre ich hin wenn ich das möchte, der Rest interessiert mich nicht, da ich ohnehin NULL Einfluss drauf habe, ich könnte mich also auch anders nicht besser fühlen, höchstens das eingebaute Revoluzergen befriedigen das vor anderen dann mit dem persönlichen Boykott prahlt ;-)

Geschrieben

Interessantes Thema wie ich finde.

Ich wollte als Azubi mal einen Urlaub in Nordkorea machen, um mir das Land mitsamt aller Kuriositäten mal aus der Nähe anzusehen (es war damals noch recht günstig). Die Geschichte mit Otto Warmbier und das Nachdenken darüber, was das für ein unmenschliches System ist, was ich dadurch noch unterstütze haben mich dann zum Glück davon abgehalten.

Ich persönlich behaupte hier gar nicht die Goldlösung zu haben aber ich versuche mal meine Herangehensweise zu schildern.

Ich verreise so gut wie nie ins Ausland, weswegen, ich da auch nicht viel mit in Berührung komme aber ich würde es vermeiden die schlimmsten Länder zu unterstützen und auch zum Eigenschutz würde ich in einige Länder nicht einreisen.

Nachdem die Amerikaner so von der Rolle drehen, dass es schon Stress gibt, wenn ich das falsche Meme von irgendwelchen Holzköpfen auf dem Handy habe, hält sich meine Lust dort zu sein ohnehin in Grenzen, wenngleich ich dort gerne Familie besuchen würde.

Bezüglich Ausrüstung ist es heutzutage extrem schwer etwas zu finden, was nicht Made in China ist. Ich versuche es zu vermeiden aber da muss ich sagen: Viel Glück!

Grundsätzlich agiere ich da eher pragmatisch: Wenn es nicht anders geht, kommt es halt aus China, was soll ich machen?

Generell ist jeder Kaufentscheidung von mir immer überlagert: Brauche ich das überhaupt? Dementsprechend kaufe ich es dann oder auch nicht. Beim Ali und TEMU bestelle ich aus Prinzip nicht und insbesondere bei TEMU und Konsorten sind die Produkte stellenweise gesundheitsgefährdend und unter Umständen aus Sklaven- oder Kinderhand.

Das lässt sich bei größeren Herstellern nicht unbedingt vermeiden aber, das Risiko sowas zu unterstützen sinkt.

Ich gebe nicht vor ein Heiliger zu sein, aber ich denke, indem man nicht jeden Mist kauft und auf Qualität setzt, tut man schon recht viel. Wenn ich dann noch die EU oder Länder außerhalb von China unterstütze, ist denke ich schon ein bisschen was getan.

Geschrieben

@StillerMitleser

Soso, bei den Großen sinkt die Wahrscheinlichkeit, etwas zu unterstützen…?

Sogar VW hatte vor ein, zwei Jahren mal das Problem, das in einem ihrer Werke in China Uigurische Zwangsarbeiter eingesetzt wurden…

Von Addidas und anderen ganz zu schweigen.

@Old School da machst du es dir aber wirklich einfach!

Geschrieben
vor 9 Stunden schrieb StillerMitleser:

. Wenn ich dann noch die EU oder Länder außerhalb von China unterstütze, ist denke ich schon ein bisschen was getan.

@StillerMitleser Ich kann da dem StillenMitleser nur Recht geben. Man muss sich immer Fragen ob es Alternativen zu Produkten aus autoritären Regimen und anderen bedenklichen Quellen gibt. 

Es gibt zwei zentrale Aspekte für diese Überlegung.

- Falls ein Staat mit überhöhten Importsteuern und Steuern im Land agiert, so unterstütz man dessen Regierung direkt oder indirekt. Hierfür genügt es auch, wenn Rohstoffe in einem Drittland (z.B. China) eingekauft werden und einem vermeintlich rechststaatlichen/westlichen Land Produkte daraus gefertigt werden.

- Länder können mit überhöhten Importzöllen den Markt manipulieren. So, wie momentan die USA gegenüber Kanada, EU, Schweiz und anderen (China?). Kanadische- (Durston), europäische- und Firmen aus weiteren Staaten verlieren dadurch Marktanteile in den USA. Diese Firmen sind unterstützungswert da durch deren überleben der Markt vielfältig bleibt.

Einige Firmen sind hier im Forum relativ Präsent (Durston, Pajak, ...) einige sind kleinere Firmen. Für mich gehhören einige dieser unterstützungwerten Firmen zu meinen absoluten Lieblingsmarken (LaSportiva, skandinavische Marken, ...), andere bieten Alternativen zu bekannten bedenklichen Produkten.

Es gibt zudem Firmen die hauptsächliche in Europa (LaSportiva, Hilleberg, ...) oder teilweise in in Europa (Nordisk, ...) produzieren.

Geschrieben
vor 56 Minuten schrieb RaulDuke:

Sogar VW hatte vor ein, zwei Jahren mal das Problem, das in einem ihrer Werke in China Uigurische Zwangsarbeiter eingesetzt wurden…

Von Addidas und anderen ganz zu schweigen.

Ich vermute, @StillerMitleser ging es eher um die „größeren Hersteller“ im Bereich UL-Zubehör bzw. Artverwandte. So habe ich persönlich auch die Frage von @khyal verstanden.  VW oder Adidas gehören ja eher nicht in diese Kategorie. ;-) Den Gedanken hierzu von @StillerMitleser kann ich nachvollziehen und denke bei den „größeren Herstellern“ persönlich z.B. an Patagonia, Montbell, Black Diamond usw… inzwischen vermutlich sogar ZPacks. Ich hoffe, ich habe das Statement damit richtig interpretiert.

Geschrieben

OT: Bin ich eigentlich der einzige, der es etwas - sagen wir mal: erstaunlich - findet, dass eine Diskussion, die vor kurzem im Nachbarforum entstanden ist und dort ausgetragen wurde, jetzt ganz plötzlich von einem der Forenmods als Thema hier reingestellt wurde? 🤔

Geschrieben

Ich halte es weitestgehend wie @oldschool. Wichtig für mich ist, dass ich das Rikiso abschätzen kann, ob es mir persönlich im Reiseland an den Kragen gehen kann. Da hilft das Auswärtige Amt wenig, nach deren Einschätzung sollte man am besten zuhause auf dem Sofa bleiben. Da informiere ich mich dann weitestgehend im Land selbst vorher.

Alles andere ist mir ziemlich egal, ich lasse mich mit ideologischen Ansichten was man tun und lassen SOLLTE nicht beeinflussen.

vor 2 Stunden schrieb RaulDuke:

@StillerMitleser

@Old School da machst du es dir aber wirklich einfach!

Es ist in diesem Fall auch einfach, man muss nicht jede Einstellung andere übernehmen sondern nach seinen Vorstellungen handeln.

vor 2 Stunden schrieb wiederfrei:

@StillerMitleser Man muss sich immer Fragen ob es Alternativen zu Produkten aus autoritären Regimen und anderen bedenklichen Quellen gibt.

Schon wieder ein MUSS. Dem widerspreche ich wehement. Ich kann die Produkte kaufen weil ich sie gut finde ohne dass ich darauf schaue wer sie herstellt und/oder verkauft. Das ist eine persönliche Entscheidung. Und das soll der Faden hier ja abfragen.

vor einer Stunde schrieb schwyzi:

OT: Bin ich eigentlich der einzige, der es etwas - sagen wir mal: erstaunlich - findet, dass eine Diskussion, die vor kurzem im Nachbarforum entstanden ist und dort ausgetragen wurde, jetzt ganz plötzlich von einem der Forenmods als Thema hier reingestellt wurde? 🤔

OT: Wen interessiert hier das andere Forum? Das Thema ist aus der Diskussion vom Faden von @wiederfrei entstanden.

Geschrieben
vor 11 Minuten schrieb Lolaine:
vor 2 Stunden schrieb wiederfrei:

@StillerMitleser Man muss sich immer Fragen ob es Alternativen zu Produkten aus autoritären Regimen und anderen bedenklichen Quellen gibt.

Schon wieder ein MUSS.

Ich würde "ICH frage mich immer ob es ..." schreiben. Es kann nicht schaden bei allem was wir einkaufen erst einmal darüber nachzudenken woher die Sachen herkommen und ob es Alternativen gibt.

Beim Reisen bleibe ich in Europa, alleine schon weil ich dazu nicht fliegen muss. Aber ich würde unter den derzeitigen Bedingungen auch nicht in die USA wollen. Jeder kann das aber für sich selbst entscheiden.

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