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UL Biwakzelt Materialauswahl (UL-Observer)

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Hallo, 

ich habe das gelinde gesagt bescheidene Wetter dieses Wochenende mal genutzt, um ein lang überfälliges Projekt anzugehen. Ich habe einen Carinthia Observer (Herstellerwebseite), der hinsichtlich seiner Features optimal ist. Ich brauch für meinen Anwendungsfall was unauffälliges für Wildcampen im Tal und was robustes im Hochgebirge, das auch mal 100kmh Wind wegsteckt. Außerdem sollte man im Notfall auch mal einen Tag Regen drinnen aussitzen oder vielmehr ausliegen können. Dh. alles was hoch ist oder abgespannt werden muss, ist aufgrund von Wind nicht so geeignet. Ein normaler Biwaksack ohne Tarp drüber ist vermutlich einen Tag lang im Sauwetter ebenso wenig spannend.

Wie gesagt, der Observer wär optimal, wenn er halt nicht 1.8kg wiegen würd und ein Packmaß jenseits von Gut und Böse hätte. Daher hab ich mich daran gemacht, das gute Teil in UL-Bauweise mit einigen Vereinfachungen nachzubauen. Sinnvolle Features werden behalten, "unnötige" wie der Reisverschluss im hinteren Teil, weggelassen.

Ziel ist auf alle Fälle < 1kg mit Gestänge, derzeit sieht's rechnerisch so aus als würd ichs auf 700g schaffen. 

Ich hab übers Wochenende mal den kritischen Teil (Bogen + Gestängeaufnahme) prototypisiert:

  image.thumb.png.be2d3c2bd401a64a1cfbdb74d6e7da84.png   Prototyp Seitenansicht  

 

Soweit passt die Spannung, das Schnittmuster muss noch nur minimal angepasst werden um wirklich eine schöne Kontur und anständige Stabilität zu bekommen. Dementsprechend stellt sich jetzt die Frage nach dem Material mit dem Hauptaugenmerk Robustheit vs. Atmungsaktivität vs. Gewicht. Ich hätte derzeit folgenden Plan, um eine Tropfsteinhöhle zu vermeiden und trotzdem nicht von außen nass zu werden:

Um das ganze dicht zu bekommen, würd ich

  • An den exponierten Stellen einfache Kappnähte setzen
  • Die exponierten Nähte mit Seamtape abdichten. 
  • Den Rest mit einfachen Verbindungsnähten, z.B. mit 1cm Nahtzugabe.

 

Da das mein erstes Biwaksack / Zelt-Projekt ist, wär meine Frage an die erfahrenen MyOGler, wie ihr den Materialmix und die geplante Nähtechnik für das Vorhaben einschätzt? Macht das Sinn, oder bin ich da auf dem Holzweg?
 

Und sollte es was anderes passendes geben, das meine doch etwas spezielleren Anforderungen erfüllt, immer her damit =)

 

Danke!

 

 

 

 

bearbeitet von nichtEssbar
khyal

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N´Abend!
Die beste Atmungsaktivität, bei gleichzeitiger Wasserbeständigkeit hat leider dyneema: https://www.extremtextil.de/dyneema-composite-fabric-atmungsaktiv-m-eptfe-membran-ctb1b3-10-h2-i-40g-qm.html

Ich habe gute Erfahrungen mit einer Atmungsaktivität von min. 25.000g/qm/24h. Darunter würde ich kein Material mehr nehmen wollen.
Das schon viel beschriebene Problem mit dem Bivy ist ja, dass sich jede Atmungsaktivität, bei benetzter Oberfläche drastisch verringert.

Hier wird darüber ausführlich gesprochen. :wink:

VG. -wilbo-

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Danke für den Link! Die Conclusio daraus ist wohl, dass sich unabhängig der Membran immer Kondenswasser bildet. Im Schnitt muss man wohl selbst wenn man extrem schwitzt nicht mehr als 200ml pro Stunde abtransportieren. bei 15.000g/qm/24h würden am Quadratmeter bereits 625ml in der Stunde durchgehen - also rechnerisch kein Problem. Also läuft da wohl Theorie und Praxis ziemlich weit auseinander... Für mich stellt sich dann die Frage, ob der Einbau von größeren Belüftungslaschen (oben: warme Luft steigt auf) nicht mehr bringt als jede Membran? 

Hast du das dyneema in der Praxis schon mal in einem Biwaksack probiert? Wie robust / abriebfest ist denn das noch bei grobem Umgang?  Ich hatte das schon auf der Materialliste, aber der Preis ist halt auch astronomisch und unauffällig ist es auch nicht gerade... 

 

bearbeitet von nichtEssbar

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Ich würde so ziemlich alle Nähte als Kappnähte ausführen. Das lässt sich dann auch einfach abdichten (von innen oder außen, egal), außerdem sieht es schöner aus. Die Kappnaht wie ich sie mache habe ich hier Mal beschrieben, im Gegensatz zu der Kappnaht von deinem Link sind dort am Ende alle Stoffkanten eingefasst.

LG, Christian

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vor 9 Stunden schrieb nichtEssbar:

Also läuft da wohl Theorie und Praxis ziemlich weit auseinander... Für mich stellt sich dann die Frage, ob der Einbau von größeren Belüftungslaschen (oben: warme Luft steigt auf) nicht mehr bringt als jede Membran? 

Das würde ich auch so sehen.
Mit der abziehenden Warmluft ist natürlich ebenfalls das Mikroklima im Bivy dahin. <_< Als einzelne Shelter-Form bleibt ein wasserdichter Biwaksack wohl immer ein Kompromiss ...

vor 9 Stunden schrieb nichtEssbar:

Hast du das dyneema in der Praxis schon mal in einem Biwaksack probiert? Wie robust / abriebfest ist denn das noch bei grobem Umgang? 

Nee, das Material habe ich noch nicht verarbeitet. Aber frag mal bei @TappsiTörtel nach. Er hat sich neulich einige Meter von dem Laminat gegönnt.

Ich fange gerade erst an mich mit Dyneema intensiver zu beschäftigen.
https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/8855-dcf-dyneema-composite-fabric-vor-und-nachteile/
Für den Anwendungsbereich als fly, hätte ich ab 26 g/qm gar keine Zweifel an der Materialstärke. Als Bodenmaterial würde ich eher ein PU-beschichtetes Nylon vorziehen. Das ist wahrscheinlich abriebfester und deutlich kostengünstiger.

VG. -wilbo-

bearbeitet von wilbo

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OT: das von locus gear verwendete dcf-eVent hat lt. hp folgende eckwerte:

Water resistant performance>15,000 mmH2O (AATCC-TM127)

Moisture permeability50,000 g/m2-24hrs (JIS L 1099 B1)

leider keine gewichtsangaben zum stoff (den werten nach: das oben verlinkte dcf, das es bei extex gibt). was man zu welchem gewicht für zwei draus basteln kann: siehe --> djedi

hat das djedi jemand ausserhalb einer messe schon mal gesehen? ich überlege eine fundme hp einzurichten (und würde es elbstverständlich verleihen). *jemand" sollte jotaro yoshida mal fragen, ob das djedi genäht und geklebt ist (locus gear ist vom nähen von dcf-mids ansonsten ja zum nur-kleben gewechselt) - und ob er die nur geklebten unter bedingungen "richtiger" kälte ausprobiert hat. die revolution dabei ist, dass man zb gegenüber dem bibler first light fast die hälfte vom gewicht sparen kann (im vergleich zu mh ev 2 und anderen noch mehr).

bearbeitet von hans im glueck

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Meine Ansicht zu den von Dir angepeilten Materialien:
Der Zeltbodenstoff ist sehr robust und die PU-Beschichtung ist nicht rutschig, die Isomatte bleibt da dort man sie hinlegt. (eigene Erfahrung)
Als Obermaterial würde ich lieber ein 3 Lagen Gewebe nehmen, nach meiner Erfahrung sind diese 2,5 Lagen eher ein theoretischer Schutz der Membran, "blättert" ab mitsamt der Membran, ist ja nur ein Aufdruck. Sehr gute Erfahrungen, natürlich schwerer, habe ich mit diesem hier, hat auch ne bessere Durchlässigkeit, damit hatte ich noch bei keinem Wetter Kondenz (trocken unterm Tarp).
Oder das 40g Dynema 3 Lagen, hab mein Material noch nicht verarbeitet, Tests mit einem kleinen Stück ergaben aber ne richtig gute Robustheit, und die Dampfdurchlässigkeit ist im Maximum. Natürlich schweineteuer :-(

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Ich hab das Projekt schon länger in der Schublade, und vor gut einem Jahr schonmal Samples bestellt. Ich hab u.A. den von @TappsiTörtel empfohlene 3-Lagen-Laminat mit 115g und auch das noch ein wenig schwerere 3-Lagen-Laminat mit 130g, welches nominal eine bessere Dampfdurchlässigkeit hat. Und natürlich das Schweineteure 40g Dyneema 3-lagig.   

Meine derzeitige Hauptsorge ist noch immer die Dampfdurchlässigkeit bei nassem Stoff. Da wär dann schätzungsweise wichtig, dass größere Flächen übrig bleiben, die frei von Wasser sind. Ich hab da - soweit man das mit den 10x5cm Proben sagen kann - ein wenig im Waschbecken herumprobiert und festgestellt, dass das Dyneema auch am besten "abperlt", dh. da wird das Wasser in große Tropfen gebunden und es entstehen große Zwischenräume. Die Tropfen sausen auch ganz "nervös" über die Oberfläche, ich denke das wird dann auch gut abrinnen. Die beiden Laminate perlen zwar auch, aber etwas schwächer. Bei Interesse, kann ich gern ein paar Fotos hochladen.

Der Original Carinthia Observer scheint übrigends folgendes GOREtex mit einem RET <= 5 zu haben:
 

Zitat

- Outer Shell (TOP): Face: 100% Polyamide 6.6,  Functional Layer: GORE Bi-Component-Membrane based on ePTFE,  Backing: 100% Polyamide 6.6,  Water Column: ≥10.000 mm,  Water Vapour Permeability Ret [m² Pa/W]: ≤5
- Outer Shell (BOTTOM):  Face: 100% Polyamide 6.6,  Functional Layer: GORE Bi-Component-Membrane based on ePTFE,  Backing: 100% Polyamide 6.6,  Water Column: ≥10.000 mm,  Water Vapour Permeability Ret [m² Pa/W]: ≤5

vgl. z.B. hier oder hier
 

bearbeitet von nichtEssbar
Material des original Observers rausgefunden

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  • Gleiche Inhalte

    • Von Andreas K.
      Zwei Jahre lang lagen die Materialien für einen Quilt zuhause in der Materialkiste, zwei Jahre stand der fertige Schnitt... Doch nach den Erfahrungen lange zurückliegender Projekte, Daunenhose und Daunensocken, war ich noch immer in meiner Begeisterung für die Verarbeitung der hierfür typischen Materialien gebremst. Zu groß war der Respekt vor der doch sehr aufwändigen Arbeit.
      Nachdem @Puffin aber seinen äußerst gelungenen selbstgenähten Quilt auf dem zurückliegenden MYOG Treffen zeigte, hat mich doch der Ehrgeiz gepackt, und ich habe mein lange ruhendes Projekt in Angriff genommen und erfolgreich zum Abschluss gebracht.
      Herausgekommen ist der „Siebenschläfer“, ein Dreijahreszeiten-Quilt den ich im Folgenden vorstellen möchte.
       
      Die Details:
      Flach ausgebreitet hat der Quilt die Maße 210x138/112cm. Er ist somit nutzbar bis zu einer Körpergröße von ca. 195cm. Mittels eines 75cm langen, teilbaren Reißverschlusses und eines Kordelzuges lässt sich das untere Drittel der Decke zu einer Fußbox schließen. Ausgeformt hat die Fußbox eine Länge von etwa 60cm. Der Kragen wird rückseitig durch eine Flachschnalle geschlossen und kann mit einem elastischen Kordelzug gerafft werden, so dass dieser eng am Hals anliegt. Zur Befestigung des Quilts an der Matte sind drei umlaufende elastische Bänder vorgesehen, auf denen die männlichen Teile der Flachschnallen - die mit dem Dreisteg - aufgefädelt sind. Dadurch lassen sich die Schnallen beliebig auf den Bändern justieren, haben aber einen festen Sitz, so dass diese nicht versehentlich verrutschen können. Außerdem legen sich die Schnallen flach an die Matte an, wodurch der Spalt zwischen Quilt und Matte, durch den Luft ziehen könnte, minimiert wird. Als Füllung habe ich 250g Gänsedaunen mit 850cuin gewählt. Diese sind in insgesamt 15 quer verlaufende Kammern in H-Konstruktion mit einer Breite von 15cm und einer Steghöhe von 3,6cm verteilt. Für die Kammern wurde 10% Überfüllung eingeplant, wodurch diese sich leicht aufplustern, so dass sich ein Loft von 5cm (einfach) ergibt. Als Material für Außenhülle und Kammerstege wurde Membrane10 von RSBTR mit 22g/m² gewählt. Ausgelegt ist der Quilt für einen Temperaturbereich von drei Jahreszeiten. Nach meinem Verständnis entspricht das dem Zeitraum von etwa April bis Oktober, also insgesamt sieben Monate. Daher auch die Namensgebung „Siebenschläfer“. Das Gewicht des Quilts beträgt 465g. Das der drei zugehörigen Befestigungsbänder gesamt 21g.  
      Der Quilt in Bildern:

























    • Von einar46
      Hallo liebe MYOG-Experten,
      ich möchte mein Tarp von zpacks Hexamid Pocket Tarp w Doors mit einem Inner von SMD Serenity NetTent etwas "aufpimpen". In der Regel benutze ich mein Tarp solo, aber unter bestimmten Bedingungen (Mückenzeit usw) möchte ich das genannte Inner einsetzen.
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      Grüße von Reinhard
       
    • Von tib
      Hallo,
      ich will demnächst ein Tarp Corona-Prograstrinieren und habe dazu einige Fragen, was die Konstruktion des Beaks angeht.
      Das Beak ist ja im Prinzip eine Fläche bestehend aus zwei Dreiecken (zusammengefügt folgend der Firstlinie). Die erste Seite ist von der Länge klar: das ist die Breite des Tarps. Die Länge des Beaks hatte ich mit 50cm überlegt. Ist das bei einem 2,5m breiten Tarp in Ordnung? Und wie bestimme ich die Länge der dritten Seite? Und wie sind die Winkel zueinander?
      Ich habe leider noch nie (bewusst?!) ein Beak gesehen. Das ist gerade noch alles reine Theorie für mich
      Und noch eine weitere Frage: ich hätte die Geschichte mit dem Beak gerne halbvariabel. Soll heißen, dass ich es gerne öffnen können will. Würde eine Konstruktion mit Kamsnap auch bei viel Wind halten?
      Vielen Dank schonmal für eure Antworten!
    • Von Andreas K.
      Ein jeder Topf braucht einen Ständer...
      In den letzten Jahren hatte ich viele Topfstand- / Windschutzkombinationen ausprobiert, doch nie hatte mich eine der Möglichkeiten vollends überzeugt:
      Drahtgestelle waren zwar leicht, aber wackelig. Der zugehörige Windschutz war flattrig.
      Konen gewährten da schon einen deutlich stabileren Stand, waren aber natürlich auch schwerer. Wirklich störend aber war das Packmaß: Zusammengerollt zu lang, um es in der Tasse zu transportieren. Da die dünnen Folien aber wirklich empfindlich bzgl. Deformation waren, brauchten die Konen zwingend eine stabile Transporthülle, was erhebliches Mehrgewicht bedeutete.
      Meine faltbaren Topfstand- / Windschutzkombinationen aus drei zusammen zu steckenden Seitenteilen ermöglichten einen wirklich sicheren Stand der Töpfe und waren dabei nur geringfügig schwerer als ein Konus ohne Transporthülle. Außerdem waren diese durch das relativ dicke Blech sehr robust. Aber das Packmaß war auch hier ungünstig: die Teile passten formbedingt leidlich in die Topftasse, was in den Rucksack gepackt bei Bewegung unangenehmes Klappern erzeugte.
      Kurzum, ich hatte Bedarf an einer neuen Konstruktion. Aus meinen Überlegungen entstand der „Feuerstuhl“. Ein einfacher im Querschnitt runder Windschutz mit zwei eingeschobenen Stäben (z.B. Häringen) als Topfstand. Zusammengerollt schmiegt dieser sich an die innere Topfwand an und ragt nicht über den Rand hinaus. Das Material, 0,2 mm gehärtete Aluminiumfolie, ermöglicht ein sehr geringes Gewicht des daraus gebauten Objektes. Es ist aber zugegebener Maßen nicht für die Ewigkeit gebaut, da das Aluminium durch die Hitzeeinwirkung im Brennraum weich wird. Aber ich habe so einen Topfstand seit immerhin knapp zwei Jahren in Betrieb, und der funktioniert noch. Den Verschluss für den Windschutz habe ich mir bei den Chinesen abgeschaut – ja, kopieren geht auch andersherum . Aber wie ich erst kürzlich gelernt habe, ist in der chinesischen Kultur das Nachahmen und ggf. Verbessern eines bestehenden Produktes Ausdruck größter Bewunderung und Wertschätzung an einer Erfindung. Es ist also eine Ehrerbietung gegenüber dem ursprünglichen Erschaffer des kopierten Objektes.
      Aber nun zu den Details:
      Im Betriebszustand hat der Windschutz die Maße von 110 mm Durchmesser bei einer Höhe von 86,5 mm. Das Packmaß ist limitiert durch die Höhe von 86,5 mm. Der Durchmesser ist durch das Zusammenrollen variabel. Zwei Stäbe quer durch den Windschutz gesteckt bilden die Topfauflage. Der Abstand vom Brenner zum Topfboden beträgt festgelegt durch die Höhe der Einschublöcher für die Topfauflage 30mm (gilt für Brenner mit einer Höhe von 28mm!). Der Abstand von der Topfauflage zum oberen Rand des Windschutzes ist so gewählt, dass der Windschutz knapp unter den Henkeln der Tasse endet. Die beidseitigen Lüftungslöcher gewähren ausreichend Sauerstoffzufuhr für den Brenner. Die Löcher enden im oberen Bereich 3 mm unter dem Brennerring. Dadurch wird Luftbewegung reduziert, die sich negativ auf das Flammbild des Brenners auswirkt. Der Abstand von der Topfwand zum Windschutz beträgt umseitig 7,5 mm. Dadurch kann die Luft im Inneren des Windschutzes ungehindert zirkulieren (Sauerstoffzufuhr/ Abluft). Als Material für den Windschutz wurde 0,2 mm gehärtete Aluminiumfolie verwendet. Das Gewicht des Windschutzes beträgt knappe 15g.  
      Optional: Die von mir verwendeten Häringe von Terra Nova wiegen 2 Gramm pro Stück. !ACHTUNG! Der Windschutz wurde für die Verwendung mit einer Toaks 650 light Topftasse und mit Spiritusbrennern mit einer Höhe von 28 mm optimiert. Andere Modelle weichen möglicherweise erheblich von den Maßen ab (insbesondere Tassenhöhe, Sitz/ Größe Tassenhenkel, Höhe Spiritusbrenner, usw.). Der Windschutz müsste also ggf. individuell angepasst werden.

      Doch nun endlich zu den Bildern:









       
       
      Für die Bastelfreunde:
      Druckvorlage/ Schablone:
      Druckvorlage 01.pdf
      Druckvorlage 02.pdf
       
      Werkzeuge/ Hilfsmittel/ Materialien:
      Aluminiumfolie 0,2 mm, gehärtet Klebestift Sprühkleber Skalpell / Cutter Kreisschneider/ Schneidezirkel Lineal / Geodreieck Locheisen Ø 10mm Blechstreifen als Stanzunterlage (weicher als Stahl! Aluminium, Kupfer o. Ä.) Papierstreifen als Stanzunterlage Hammer Körner (alternativ Nagel) Bohrmaschine oder Handbohrer Metallbohrer Ø 3mm Holzbrett o. Ä. als Bohrunterlage Kegelsenker (ggf. Schleifvlies) Schonhammer Reinigungsbenzin Spiritus Putzlappen oder Küchenrolle
        Arbeitsschritte:
      Die zwei Teile der Schablone ausschneiden (mit Randaufmaß!) und zusammenfügen Schablone mithilfe Sprühkleber auf Aluminiumfolie kleben (Trocknungszeit beachten!) Kontur des Windschutzes mithilfe der Schneidwerkzeuge anritzen Durch vorsichtiges Kanten (Hin- und Herbiegen) des Bleches an den Ritzen den Rand abbrechen Mit dem Bohrer Löcher der Topfauflage bohren Mit dem Locheisen Löcher der Lüftungsschlitze ausstanzen (zwei Löcher je Schlitz), als Stanzunterlage Blechstreifen, darüber Papierstreifen, verwenden Grat glätten: Windschutz wenden, Blechstreifen an den Schlitzen unterlegen, entgegengesetzt zweiten Blechstreifen auflegen, Grat mit Schonhammer platt klopfen Löcher von Hand mit Kegelsenker entgraten (alternativ Schleifvlies) Mit Schneidwerkzeug und Lineal Tangenten zwischen den zwei Löchern eines Lüftungschlitzes anritzen, anschließend Steg vorsichtig herausbrechen Schablone mit Reinigungsbenzin tränken, einziehen lassen, Schablone vom Windschutz abziehen Evl. Klebereste mit Benzin entfernen Benzinreste mit Spiritus entfernen  
      Wie bereits oben geschrieben, wurde der Windschutz für die Verwendung mit einer Toaks 650 light Topftasse und mit Spiritusbrennern mit einer Höhe von 28 mm optimiert. Andere Modelle weichen möglicherweise erheblich von den Maßen ab (insbesondere Tassenhöhe, Sitz/ Größe Tassenhenkel, Höhe Spiritusbrenner, usw.). Der Windschutz müsste also ggf. individuell angepasst werden.
      Eine Änderung der Windschutzhöhe ist möglich. Allerdings muss man hierbei beachten, dass die Kürzung symmetrisch erfolgen muss, sprich dass der Windschutz am oberen und unteren Rand gleichermaßen beschnitten wird. Außerdem muss man bei der Berechnung der endgültigen Höhe die Position der Topfauflage im Auge behalten, damit der richtige Abstand Brenner/ Topfauflage und Topfauflage/ Henkel des Topfes gewahrt bleibt!
      Der Durchmesser des Windschutzes sollte für Tassen mit Ø 90 – Ø 100 mm passend sein. Für abweichende Topfdurchmesser müsste man die Breite des Windschutzes ändern. Das ist eine relativ komplizierte Individuallösung, da sich hierbei Ausrichtung und Sitz der Lüftungsschlitze bzw. der Löcher der Topfauflage stark ändern.
       
      Viel Erfolg beim Nachbauen!
    • Von Andreas K.
      In den vergangenen zwei Monaten habe ich mich intensivst mit unterschiedlichen Bauarten von Spiritusbrennern beschäftigt.
      Bei der Konstruktion waren mir neben einer kompakten Bauweise, die Leistung, die Rußbildung, der Verbrauch, aber auch das Gewicht, wenngleich untergeordnet, wichtig.
      Bei meinen Versuchen haben sich vier Kochertypen mit unterschiedlichen Vorzügen herauskristallisiert, die ich dann jeden für sich optimiert habe und die ich in gleichbleibender Qualität reproduzieren kann.
      Im Folgenden möchte ich die Brenner in Wort, Bild und Video vorstellen, und am Schluß untereinander und mit einem Vergleichbaren kommerziell erhältlichen (Toaks Syphon) in einem Test gegenüberstellen:
      (Basis aller Kocher waren jeweils eine Proseccodose (Lidl) und eine Deo-/ Haarspray-/ Rasierschaumdose mit Ø52,9 mm, die von Haus aus perfekt miteinander harmonieren. Die Abmessungen der Kocher sind mit Ø53,1 mm x 28,0 mm klar definiert.)
      Doppelwand Typ 1 - „Fegefeuerle“:
      Einlage Graphitfilz 3 mm 8 Jets á Ø 1,1 mm Neigung (Jets) 15° (Bezug Mitte Querschnittsfläche Brennerring) 17 g










       
       
      Dopelwand Typ 2 - „Beelzebübchen“:
      Einlage Aluring gekantet (Kapillaren) 12 Jets á Ø 0,7 mm Neigung 15° 21 g





       
      Kapillar offen - „Luzifeuer“:
      Einlage Aluring gekantet (Kapillaren) 12er Teilung Querschnitt Kapillaren = Ø 3,5 mm 8 g




       
      Kapillar geschlossen - „Satansbräter“:
      Einlage Aluring gekantet (Kapillaren) 12er Teilung (längs) plus Brennerring geschlossen (quer) 12 Jets á 0,7 mm, auf Brennerring 15° versetzt (Bezug Längskapillaren) Neigung 50° 18 g





       
      Leistungsmerkmale, Vergleich der Kocher und persönliche Wertung im Test:

  • Benutzer online   5 Benutzer, 0 anonyme Benutzer, 66 Gäste (Gesamte Liste anzeigen)







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