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Wanderfrosch

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    Wanderfrosch reagierte auf einar46 in Jakobsweg Camino de Levante...   
    Der Bericht über meine Wanderung auf dem Jakobsweg Camino de Levante ist endlich fertig. Lange genug hat es gedauert.
    Wer sich sofort erstmal einige Bilder ansehen will, kann in den nachfolgenden Link verzweigen, wo man in einem GoogleDrive-Verzeichnis landet.
            Bilder Jakobsweg Camino de Levante
    Die Karte zeigt in unterschiedlichen Farben die einzelnen Jakobswege, die ich bei dieser Wandertour komplett oder teilweise gelaufen bin:
    Camino de Levante (violett, komplett von Valencia bis Zamora gelaufen) Via de la Plata (blau, Teilstück von Zamora bis Astorga gelaufen) Camino Frances (rot, Teilstück von Astorga bis Santiago de Compostela gelaufen) Camino Finisterre (grün, von Santiago de Compostela bis zum Kap Finisterre, nicht gelaufen)
    Idee
    In meinem Wanderprojekt SJW Spanische Jakobswege, das ich im August 2019 in meinem Blog vorgestellt habe, spielt auch der Jakobsweg Camino de Levante eine Rolle. Dieser Jakobsweg ist einer der weniger bekannten Jakobswege. In vielen Veröffentlichen zu spanischen Jakobswegen wird er oft nicht erwähnt. Statistische Daten, wie die Anzahl der Wanderer, die diesen Jakobsweg in Angriff nehmen, sind schwer zu finden. Ich glaube gelesen zu haben, dass 200-300 Wanderer diesen Jakobsweg jedes Jahr gehen. Auf dem bekanntesten Jakobsweg, dem Camino Frances, sind jedes Jahr ca. 200000 Wanderer unterwegs. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Genau dieser Unterschied hat den Jakobsweg für mich so interessant gemacht.
    Zusätzlich habe ich mich wieder für den Zeitraum Oktober/November entschieden. In diesem Zeitraum sind wegen der Jahreszeit und der zu erwartenden Wetterbedingungen weitaus weniger Wanderer anzutreffen.
    Planung
    Auch diesmal habe ich mich nach einem geeigneten Wanderführer umgesehen. Mit der OUTDOOR-Reihe des Conrad-Stein-Verlags habe ich auf einigen Langstreckenwanderungen gute Erfahrungen gemacht. Der Verlag bietet auch für den Jakobsweg Camino de Levante einen Wanderführer an (Spanien: Jakobsweg Camino de Levante, Von Valencia nach Zamora, Band 271, Autorin: Ulrike Bruckmeier, 1.Auflage 2010). Ein Wanderführer, der bereits 9 Jahre auf dem Buckel hat, da wird nicht mehr alles aktuell sein. Trotzdem habe ich mir den Wanderführer zugelegt.
    Den Wanderführer habe ich vor allem für einen Grobüberblick über die Tagesetappen genutzt. Weitere Informationen, wie Tracks und Unterkünfte in den einzelnen Ortschaften, waren nicht leicht zu finden. Dazu musste ich das Internet intensiv durchforsten. Mit einiger Mühe habe ich dann alles gefunden, wonach ich gesucht habe. Die Tracks aus dem Internet waren von sehr schlechter Qualität. Offenbar stammen diese Tracks von Aufzeichnungen, die dann ohne Nachbearbeitung ins Internet gestellt wurden. Mit Hilfe der Tracks aus dem Internet habe ich dann manuell 52 Tagesetappen (mit Camino Finisterre) erarbeitet. Zusätzlich habe ich für 8 Tagesetappen nach Wegevarianten gesucht. Diese Wegevarianten habe ich entweder aus dem Wanderführer entnommen oder selbst geplant. Selbst geplante Wegevarianten verwende ich nur, wenn die geplanten Tagesetappen zu überlangen Tagesetappen mit mehr als 40 km geführt hätten. Für solche Tagesetappen habe ich dann nach einer Alternativroute gesucht, die ich dann auch meistens gefunden habe.
    Diesmal habe ich meine Tagesetappen immer an einer Unterkunft (Wegpunkt) beginnen und enden lassen. Zusätzlich habe ich weitere Unterkünfte entlang der Tagesetappen als Wegpunkte hinzugefügt. Dadurch konnte ich mir die Länge der Tagesetappen tagesaktuell einteilen und sogar von meinen geplanten Tagesetappen abweichen. Das hat mir einen sehr großen Handlungsspielraum verschafft, speziell bei der Suche nach Unterkünften. Zusätzlich konnte ich durch die gute Verteilung der Unterkünfte entlang fast aller Tagesetappen sehr gut auf wetterbedingte Besonderheiten (Regen, Schneefall und Kälte) reagieren.
    Ruhetage habe ich nicht speziell nach einer bestimmten Anzahl von Wandertagen oder in einem bestimmten Ort geplant. Das wollte ich situationsbedingt und auch wetterbedingt entscheiden.
    Die Planung der Tagesetappen hat eine Gesamtlänge von 1301 km (mit Camino Finisterre) ergeben. Damit hat sich in der Planungsphase sofort ein Problem aufgetan. Auf meiner letzten Langstreckenwanderung (Deutscher Küstenweg, entlang an der Ost- und Nordsee über 1189 km) habe ich nach ca. 700 km meine halbhohen ALTRA-Trailrunner gegen neue Schuhe ausgetauscht. Die neuen Schuhe habe ich per Post vorausschicken lassen. Diesmal wollte ich das ebenfalls so machen. Dafür hatte ich mir die Stadt Zamora ausgesucht. Die Stadt Zamora ist das Ende des Jakobsweg Camino de Levante und liegt ca. 800 km vom Startort, der Stadt Valencia, entfernt. Das schien mir eine vertretbare Strecke für meine Schuhe zu sein. Solange mussten die Schuhe durchhalten. Dann habe ich Kontakt mit der Pilgerherberge in Zamora aufgenommen und wollte mich erkundigen, ob ich meine Schuhe in die Pilgerherberge vorausschicken kann. Aber ich habe keine richtige Antwort erhalten. Dann habe ich mich daran erinnert, dass ich im Jahr 2018 auf dem Jakobsweg Via de la Plata schon einmal in der Pilgerherberge in Zamora übernachtet habe. Dort habe ich eine kanadische Wanderfreundin getroffen, die da für einige Wochen als „Hospitalero“ (Herbergsbetreuerin) gearbeitet hat und von der ich noch die Kontaktdaten hatte. Nach einem intensiven Mail-Verkehr hat sie mir eine zuverlässige private Adresse mitgeteilt, wo ich meine neuen Schuhe hinschicken könnte. Das Problem war, dass diese Adresse ca. 950 km vom Startort Valencia entfernt war. Meine Schuhe mussten also nicht nur 700 km halten, sonder sogar kapp 1000 km. Nach kurzer Überlegung bin ich das Risiko eingegangen und habe ein Paket mit den neuen Schuhen und der Adresse in Spanien vorbereitet. Meine Frau musste dann nur noch das Paket zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Post bringen. Den Zeitpunkt wollte ich ihr dann per Telefon mitteilen. Der Zeitpunkt sollte nicht zu früh und nicht zu spät sein. Ich war gespannt, wie das ausgehen würde. Bei dieser Aktion durfte nichts schief gehen. Meine speziellen Schuhe sind für mich unverzichtbar. In spanischen Sportgeschäften kann ich diese Schuhe nicht käuflich erwerben, da bin ich mir ziemlich sicher.
    Insgesamt hat die Planung 52 Tagesetappen (mit Camino Finisterre) ganz unterschiedlicher Länge (15 - 40 km) ergeben. Dabei war mir schon bei der Planung klar, dass ich da einige Tagesetappen zu einer Tagesetappe zusammenfassen konnte. Das wollte ich aber tagesaktuell entscheiden und von den unterschiedlichsten Faktoren (Wetter, Fitnesszustand, Lust und Laune usw) abhängig machen. Die eine oder andere kurze Tagesetappe wollte ich auch als Nero-Day nutzen, wo ich schon kurz vor Mittag mein Tagesziel erreichen wollte. Die verbleibende Zeit solcher Nero-Days konnte ich dann für die Regeneration nutzen. Das sollte mir einige Zero-Days (Ruhetage) ersparen.
    Damit war auch der grobe zeitliche Rahmen meiner Wandertour vorbestimmt.
    So war der Zeitplan: Anreise mit Bus und Bahn am 7.Oktober zum Flughafen Berlin-Schönefeld, Übernachtung in der Nähe des Flughafens, Direktflug am 8.Oktober gegen 6 Uhr nach Valencia, Übernachtung in der Jugendherberge in Valencia, Start der Wandertour am 9.Oktober, Ende November wollte ich mit der Wandertour fertig sein. Den Rückflug von Santiago de Compostela wollte ich erst wenige Tage vor dem Endziel buchen, also Anfang Dezember. Bei der groben Zeitplanung hatte ich auch immer im Blickpunkt, dass sich durch die Zusammenlegung von Tagesetappen das Ende der Wandertour um einige Tage nach vorne verschieben könnte.
    Vorbereitung
    Mit der Vorbereitung auf meine Langstreckenwanderung über den Jakobsweg Camino de Levante habe ich es so gehalten, wie es sich schon vor meiner Langstreckenwanderung auf dem Deutschen Küstenweg, entlang der Ost- und Nordsee über 1200 km, bewährt hat. Vier Wochen vor Beginn der Wandertour habe ich mit intensiven Training begonnen. Dabei bin ich ausschließlich auf Kurzstrecken (5-12 km) im Umkreis meines Wohnortes unterwegs gewesen. Immer ohne Gepäck und mit höchstem Tempo, um eine ordentliche Belastung zu simulieren. Ich wollte möglichst fit an den Start meiner Wandertour gehen. Die Eingewöhnungsphase von 6-8 Tagen nach dem Start, die ich bei meinen anderen Langstreckenwanderungen immer gebraucht habe, wollte ich vor den Start der Wandertour verlegen. Das ist mir auch diesmal sehr gut gelungen.
    Meine Ausrüstung ist schon seit einiger Zeit relativ konstant und für die drei Jahreszeiten Frühjahr, Sommer und Herbst ausgelegt. Kleidungsmäßig habe ich trotzdem etwas aufgerüstet, weil ich im Oktober/November 2018 auf dem Jakobsweg Via de la Plata Temperaturen um den Gefrierpunkt hatte. Darauf wollte ich vorbereitet sein und habe zusätzlich einige Kleidungsstücke eingepackt. Diese „Aufrüstung“ sollte sich als Glücksgriff erweisen.
    Anreise
    Die Anreise mit Bus und Bahn am 7.Oktober zum Flughafen Berlin-Schönefeld verlief problemlos. Ich hatte auch keinen Zeitdruck, weil ich erst am nächsten Morgen per Direktflug nach Valencia fliegen wollte. Da ich schon um 4 Uhr am Flughafen sein musste, der Flieger ging gegen 6 Uhr, wollte ich in der Nähe des Flughafens übernachten. Zuerst habe ich mit einer Übernachtung im Zelt in der Nähe des Flughafens geliebäugelt. Aber über GoogleMaps habe ich keine geeignete Übernachtungsstelle (Sichtschutz, nicht zu weit vom Flughafen entfernt) für mein Zelt gefunden. Dann habe ich diesen Gedanken aber verworfen und mich um eine Pension bemüht. Das hat wunderbar geklappt. Früh hatte ich nur einen Fußweg von ca. 10 Minuten zum Flughafen. Der Direktflug am 8.Oktober nach Valencia verlief ohne Probleme. Zeitdruck hatte ich auch hier nicht, weil ich in Valencia in einer Jugendherberge übernachten wollte. Den Nachmittag habe ich für eine ausgiebige Besichtigung der Stadt Valencia genutzt. Dabei habe ich den Startpunkt des Jakobsweges Camino de Levante und die ersten Wegmarkierungen gesucht. Lange habe ich nicht richtig finden können, wo der Jakobsweg beginnt und mit den Wegmarkierungen hatte ich auch Schwierigkeiten. Dann habe ich endlich die ersten Wegmarkierungen gefunden, eingelassen in die Fußwege und nicht leicht zu finden, wenn der Blick nur nach oben gerichtet ist, auf der Suche nach Schildern und nach Markierungen an Häusern.
    Strecke/Wanderung
    Der Jakobsweg Camino de Levante ist ein selten begangener Jakobsweg in Spanien. Deshalb hatte ich mich darauf eingestellt, dass die Wegmarkierungen nicht so gut sein würden, wie auf den bekannteren Jakobswegen.
    Aber da wurde ich positiv überrascht. Die Markierungen mit dem gelben Pfeil waren vorbildlich. Auch in den meisten Ortschaften, ob groß oder klein. Zusätzlich war vor und nach jeder noch so kleinen Ortschaft ein Hinweisschild aufgestellt. Das Hinweisschild enthielt die Information, wie weit es noch bis zur nächsten Ortschaft ist und wie lange man dafür braucht. Die Zeitdauer bis zur nächsten Ortschaft wurde dabei mit einem Stundendurchschnitt von 4 km berechnet. Für mich war das immer ein sehr guter Anhaltspunkt, weil ich mich von der Durchschnittsgeschwindigkeit her genau in diesem Bereich bewegt habe.
    Von den anderen Jakobswegen, die ich bereits gegangen bin, kenne ich diese Art der Beschilderung nicht. Für mich ist das vorbildlich gelöst.
    Im Großraum Valencia konkurriert der Camino de Levante oft mit örtlichen Jakobswegen (zB dem eher unbekannten Camino del Cid). Teilweise sind Streckenverläufe identisch, dann trennen sich die Wege wieder. Bei den Markierungen dominieren dann die Markierungen für die örtlichen Jakobswege. Man darf sich da nicht durcheinanderbringen lassen. In solchen nicht eindeutigen Wegeverläufen habe ich mich ausschließlich auf mein Navi verlassen.
    Diese Aussage trifft auch auf den Camino de Sureste zu, der immer wieder den Camino de Levante kreuzt oder identische Wegstrecken mit ihm hat. Man muss da höllisch aufpassen, damit man nicht plötzlich in eine ganz andere Richtung läuft.
    Bei der Planung dieser Wandertour habe ich wegen der vermuteten schlechten Markierungen besonderes Augenmerk auf meine Tagesetappen gelegt. Alle Tagesetappen habe ich an einer Herberge beginnen und enden lassen. Das hat mir bei der Herbergssuche oft geholfen, nicht immer, aber ich hatte erstmal einen Anlaufpunkt. Wegen der Schlüsselsuche für die Herbergen habe ich mir für viele Orte zusätzliche Wegpunkte für Touristeninformationen, Verwaltungsämter und Polizeistationen angelegt. Diese Informationen habe ich mir aus dem Internet besorgt und mit GoogleMaps abgeglichen. Das war ein zeitaufwändiger Prozess für jede Tagesetappe, aber der Aufwand hat sich gelohnt.
    Trotzdem gab es bei der Herbergssuche auch immer wieder Probleme, die ich in den Punkten (siehe weiter unten) Übernachtungen und Menschen näher beschrieben habe.
    Bei der Planung bin ich manchmal bewusst von den markierten Wanderwegen abgewichen. Das habe ich gemacht, weil ich zu große Umwege vermeiden wollte. Geplant habe ich diese Wandertour im Winter 2018, begangen habe ich sie im Oktober/November 2019. Das ist fast ein Jahr Differenz. Diese Zeitdifferenz hat während der Wandertour ein „kleines“ Problem zum Vorschein gebracht, was ich bei der Planung nicht genau durchdacht hatte. Immer, wenn ich auf solchen geplanten „Abweichungen“ des tatsächlichen Wanderweges unterwegs war, wurde ich von Einheimischen darauf hingewiesen, dass ich nicht mehr auf dem markierten Wanderweg laufe. Das war freundlich gemeint, hat mich aber am Anfang etwas irritiert. Wenn ich dann mein Navi befragt habe, konnte ich sehen, dass ich durchaus auf meiner geplanten Wanderroute war. Nach fast einem Jahr wusste ich aber nicht mehr genau, ob das Absicht war oder nicht. Zusätzlich haben auf solchen Abweichungsabschnitten die gelben Pfeile gefehlt und ich musste öfters das Navi benutzen als sonst.
    Um dieses kleine Problem der Verunsicherung zu vermeiden, werde ich in Zukunft an den Stellen, wo ich geplant von den markierten Wanderwegen abweiche, zusätzliche Wegpunkte, sogenannte Abweichungspunkte, anlegen. Das reicht mir als zusätzliche Information für geplante Abweichungen von den markierten Wanderwegen.
    Auf der 5.Tagesetappe von La Font de la Figuera nach Almansa habe ich mir sozusagen selbst „ein Bein“ gestellt. Bei der Planung der Tagesetappen will ich manchmal schlauer sein als die Routenplanungssoftware BaseCamp. Die Software hatte mir auf dieser Tagesetappe im Bereich einer Autobahn einen Wegeverlauf vorgeschlagen. Bei genauerer Betrachtung habe ich für diesen Bereich eine viel kürzere Variante über die Autobahn gefunden. Diese führte über eine Brücke. Kurzerhand habe ich die Tagesetappe manuell geändert und über die „vermeintliche“ Brücke geführt.
    Als ich dann bei der Wandertour an den entscheidenden Punkt gekommen bin, wo sich die Software-Variante und meine Variante getrennt haben, musste ich kurz anhalten und überlegen. Die Markierungen haben eindeutig auf die Software-Variante verwiesen. Stur, wie ich bin, habe ich aber meine eigene Variante über die Brücke verfolgt. Das war ja so geplant. In der Ferne war eine Brücke zu sehen, also vorwärts zur Brücke. Nach ca. 2 km war ich an der Brücke angelangt, die aber nur zur Hälfte über die Autobahn führte. Der Rest war noch nicht gebaut und das war aus der Ferne nicht eindeutig zu erkennen. 2 km zurücklaufen und damit 4 km wegen Sturheit zusätzlich laufen?
    Erstmal wollte ich mich nicht geschlagen geben.
    Dann habe ich die mannshohe Unterführung ca. 50 Meter neben der Brücke gesehen. Diese Unterführungen dienen der Ableitung von Oberflächenwasser von der Autobahn. Wenn auf dieser Seite der Autobahn ein Zugang existiert, dann muss auch auf der anderen Seite der Autobahn ein Zugang sein. Dann bin ich in die Unterführung gestiegen und unter die Autobahn gegangen. Schon auf halber Strecke konnte ich erkennen, dass der Zugang auf der anderen Seite anders war. Er war nicht so flach und leicht zugänglich, wie auf der Seite wo ich eingestiegen war. Als ich das andere Ende des Tunnels erreicht hatte, stand ich in einem Betonschacht. Der war an 3 Seiten ca. 2,5 Meter hoch, an der vierten Seite lediglich ca. 2,20 Meter hoch. Diese 4.Seite war offensichtlich der Zulauf für das Wasser. Der Schacht hatte eine quadratische Grundfläche von ca. 1,5 Metern. Aus diesem Betonschacht würde ich ohne Hilfsmittel niemals rauskommen, das war mir sofort klar. An den glatten Betonwänden würde ich nicht hochkommen, weil ich auch nicht die kleinste Unebenheit an den Betonwänden erkennen konnte.
    Dann habe ich meinen Ausweg gesehen, der mir im ersten Ärger wegen meiner Sturheit entgangen war.
    An der nicht so hohen Betonwand stand schräg angelehnt ein Brett, ca. 1 Meter hoch, 10 cm breit und vielleicht 15 mm dick. Das Brett war schon leicht angebrochen. Wenn das Brett durch das Wasser in den Schacht gekommen wäre, würde es auf dem Boden des Schachtes liegen und nicht schräg an der Betonwand stehen. Hier ist schon vor mir ein „superschlauer“ Wanderer auf die Idee gekommen die Tagesetappe abzukürzen. Wie ich, ist er in dem Betonschacht gelandet und hat nach einem Ausweg gesucht. Dann muss ihm das auf dem Boden liegende Brett aufgefallen sein.
    Ich hatte folgende Idee.
    Meinen Rucksack musste ich vorher aus dem Betonschacht werfen. Dann wollte ich mich mit einem kurzen Anlauf mit der rechten Fußspitze auf das schräg angelehnte Brett stellen, so dass ich mich mit den Unterarmen auf der Oberkante des Betonschachtes abstützen konnte. Wenn die Unterarme irgendwo aufliegen, kann man sich sehr leicht hochziehen und dem Betonschacht entkommen. Weil das Brett schon angebrochen war, hatte ich nur einen Versuch. In Gedanken habe ich den Bewegungsablauf mehrmals durchgespielt.
    Dann ging es los. Kurz Schwung geholt, soweit es der Platz in dem Betonschacht zugelassen hat, die rechte Fußspitze auf das Brett gesetzt, die Unterarme auf die Oberkante des Betonschachtes gelegt und Sekunden später war ich aus dem Betonschacht raus. Vollkommen dreckig wegen des vielen Staubs, aber ich war raus.
    Nach einer kurzen Säuberung konnte ich meinen Weg wie geplant fortsetzen.
    Auf der 15.Tagesetappe von Tembleque nach Mora hatte ich zwei Wegevarianten ausgearbeitet. Tagesaktuell habe ich mich dann für die Variante entschieden, wo auf halber Strecke eine kleine Ortschaft war, die ich gegen die Mittagszeit erreichen würde. In dieser Ortschaft habe ich eine Bar vermutet und der Kaffeeduft stieg mir beim Start schon in die Nase.
    In der Nacht hatte es heftig geregnet. Für Schotterpisten und Straßen ist das in der Regel kein Problem. Die schlucken den Regen. Aber an diesem Tag war ich ausgerechnet auf einem richtigen Feldweg unterwegs. Der war abgrundtief schlammig. Nach 2 km habe ich entnervt aufgegeben, weil meine Sachen vollkommen verschlammt waren. Einen Ausweg konnte ich nicht finden, so dass ich die 2 km zurücklaufen musste. Ich hatte ja noch die 2.Variante. Kurze Zeit später hat sich herausgestellt, dass auch die 2.Variante eine „Schlammvariante“ werden würde. Ein Blick auf das Navi hat gezeigt, dass die 2.Variante immer entlang einer Straße bis nach Mora führt. Dann bin ich über ein abgeerntetes Getreidefeld zur Straße gelaufen. Dort habe ich mich in einer Pfütze am Straßenrand grob von den Schlammresten gereinigt. Die Tagesetappe war dann ein Gewaltmarsch über 28 km bei leichtem Regen immer am Straßenrand entlang. In Spanien sind die Seitenstreifen an den Straßen meistens viel breiter als zB in Deutschland. Deshalb konnte ich dort bequem und schnell auf der linken Seite gehen, ohne besonders auf den Verkehr achten zu müssen.
    Meinen ersten und einzigen Ruhetag habe ich nach 16 anstrengenden Wandertagen eingelegt. Für den Ruhetag hatte ich mir die Stadt Toledo ausgesucht. Die Stadt Toledo war mal einige Jahre der Sitz der spanischen Könige und ist heute noch berühmt wegen seiner Schwertschmiedekunst. Gefühlt 50 Geschäfte habe ich gesehen, die Schwerter aller Zeitepochen verkaufen. Jeder zweite Laden war eine "Schwerter-Laden". Natürlich habe ich mir einen Schwerter-Laden näher angesehen. Dabei habe ich die unterschiedlichen Schwerter (Wikinger-Schwert, Kreuzritter-Schwert, Sarazenen-Schwert, Samurai-Schwert usw) in die Hand genommen und "ausprobiert". Der Ladenbesitzer hat mir zu jedem Schwert interessante Informationen über die Herstellung, die Zeitepoche und die Verwendung geliefert. 

    Überrascht war ich über das Gewicht der Schwerter. Im Fernsehen sieht das immer so leicht aus. Aber alle ausprobierten Schwerten hatten ein unglaubliches Gewicht. Wie man mit diesen Schwertern stundenlang kämpfen konnte, bleibt mir nach diesem Besuch im Schwerter-Laden ein Rätsel. Meinen uneingeschränkten Respekt haben die Schwertkämpfer der unterschiedlichen Zeitepochen nach diesem Besuch im Schwerter-Laden auf jeden Fall.
    Wandertechnisch sind die spanischen Jakobswege, speziell der Camino de Levante, keine besonders große Herausforderung. Spezielle Umstände (wie Wegeverhältnisse, Wetterunbilden) machen manche Tagesetappen trotzdem zu einem unvergesslichen Abenteuererlebnis.
    Wetter
    Im Zeitraum Oktober/November kann man alle Wetterbedingungen antreffen. Darauf muss man sich kleidungsmäßig unbedingt einstellen.
     
    Meine Kleiderordnung nach dem Zwiebelprinzip hat sich wieder ausgezeichnet bewährt. Mittlerweile habe ich ein Gespür dafür entwickelt, wann ich Kleidungsschichten aus- und anziehen kann. Oberste Prämisse bei der „Umziehorgie“ auf manchen Tagesetappen war das Ziel nicht zu frieren und nicht zu schwitzen. Das ist eine Gratwanderung. Pullover an, Pullover aus, Regenjacke (=Windjacke) an, Regenjacke aus, Zipperbeine an, Zipperbeine ab. Oft habe ich das auf offener Strecke tun müssen. Die Wechselsachen habe ich deshalb immer außen am Rucksack. Das hat mir einen schnellen Zugriff erlaubt, wenn sich die Witterungsbedingungen plötzlich geändert haben.
    Auf den Tagesetappen von Arevalo nach Zamora hat es an 4 aufeinanderfolgenden Tagen einen heftigen und stürmischen Gegenwind aus nordwestlicher Richtung gegeben. Das ist ungefähr die Hauptrichtung in der ich mich bewegt habe. Also kam der Wind in der meisten Zeit seitlich von links oder von vorn. Manchmal war der Wind so stark, dass ich mich nur mit weit nach vorn gebeugtem Oberkörper vorwärts bewegen konnte. Weitere Begleiterscheinungen dieser Windtage war ein leicht bewölkter Himmel, Sonnenschein und Temperaturen von 10°C bis 15°C. Unter normalen Bedingungen ist das ideales Wanderwetter. Aber in Kombination mit den stürmischen Winden waren das hammerharte Tagesetappen.
    Geht es noch schlimmer? Ja, es geht noch schlimmer.
    Fast in jedem noch so kleinen Ort gibt es eine oder sogar mehrere Bars. Diese Bars sind entlang der Jakobswege auf die Pilger eingestellt und haben tagsüber meistens durchgehend geöffnet. Diese Bars waren einer meiner Anlaufpunkte für die Versorgung mit Lebensmitteln. In diesen Bars läuft ständig ein Fernsehgerät, bei größeren Bars sogar mehrere Fernsehgeräte gleichzeitig. Weil ich die spanische Sprache nicht beherrsche, waren die laufenden Fernsehgeräte für mich weniger interessant. Eine Ausnahme gab es jedoch. Das waren die Wetterberichte. Anhand der bildlichen Darstellung auf den Wetterkarten konnte ich erahnen, was mich langfristig in den nächsten Wochen wettermäßig erwarten sollte. Soweit war alles ok. Ab der 30.Tagesetappe zeichnete sich in Galizien im Nordwesten von Spanien ein gravierender Wetterumschwung ab. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch ca. 1 Woche von diesem Gebiet entfernt. Ursache dieser tiefgreifenden Wetteränderung war ein Tiefdruckkeil, der sich von Skandinavien bis nach Südeuropa (Norditalien, Südfrankreich und Nordspanien) vorgeschoben hatte. Dieser spezielle weit nach Süden reichende skandinavische Tiefdruckkeil hat in der Vergangenheit schon für große Unwetter (Überschwemmungen) in den betroffen Gebieten Südeuropas gesorgt. Ich hatte gehofft, dass das eine Woche später schon wieder anders aussieht.
    Aber da hatte ich mich gewaltig geirrt.
    Auf der 37.Tagesetappe, von Trabadelo nach Hospital da Condega, führte mich mein Weg über den O Cebreiro, einen Berg, der ca. 1300 Meter hoch ist. Das ist eigentlich kein Problem. Zum Problem wurde diese Tagesetappe, weil der anfängliche starke Regen im Tal in ein heftiges Schneetreiben beim Aufstieg auf den O Cebreiro übergegangen ist. 20 cm Neuschnee, leichte Minusgrade und das kombiniert mit einem so starken Sturm, dass der Schnee waagerecht durch die Gegend gepeitscht wurde.
    In der Herberge in Trabadelo habe ich eine kleine Wandergruppe, bestehend aus zwei deutschen Wanderern und einer kroatischen Wanderin getroffen. Den Aufstieg auf den O Cebreiro haben wir gemeinsam in Angriff genommen. Bei sich abzeichnenden komplizierten Bedingungen, hervorgerufen durch die Wegstrecke oder Wetterbedingungen, finden sich die Wanderer gern in Gruppen zusammen. Die Gruppendynamik erleichtert bei solchen Bedingungen die Bewältigung komplizierter Wegstrecken. Dieses Phänomen habe ich in der Vergangenheit schon mehrfach beobachten können.
    Vollkommen durchnässt, frierend und erschöpft haben wir uns zur Herberge im Zielort durchgekämpft. Vor der Herberge mussten wir noch eine Wegstrecke von ca. 50 Metern durch 50 cm hohe Schneewehen bewältigen, die durch den starken Wind und den Schnee entstanden waren.
    In der Herberge gab es eine Heizung, wo wir unsere Sachen trocknen konnten. Eine heiße Dusche hat dann die Lebensgeister wieder erweckt.
    Auch am Folgetag, der 38.Tagesetappe, gab es wegen des Schnees große Probleme. Einen Großteil dieser Tagesetappe mussten wir auf der Straße bewältigen, weil der Jakobsweg total zugeweht war. Erst zur Mittagszeit konnten wir wieder auf dem Jakobsweg entlanggehen.
    Ausrüstung
    Auf einer Langstreckenwanderung werden alle Ausrüstungsgegenstände automatisch einem Härtetest unterzogen. Das liegt vor allem auch an der Dauer einer Langstreckenwanderung. In einer Nachbetrachtung entscheide ich dann, ob abgenutzte und verbrauchte Ausrüstungsgegenstände durch neue ersetzt werden. Oft ersetze ich Ausrüstungsgegenstände, wo ich mit bestimmten Details nicht zufrieden war, durch vollkommen andere Ausrüstungsgegenstände.
    Meine ALTRA-Schuhe (576 g) haben auch diesmal den Härtetest auf den Schotterwegen der spanischen Jakobswege mit Bravour bestanden. Nach ca. 1000 km habe ich die abgelaufenen Schuhe durch neue Schuhe ersetzt, die meine Frau an eine bestimmte Adresse auf dem Camino Frances vorausgeschickt hat. Die Schuhe waren schon stark abgelaufen und hätten sicherlich noch die restlichen 200 km bis Santiago de Compostela durchgehalten, aber für den Aufstieg zum O Cebreiro mit ca. 20 cm Neuschnee wollte ich Schuhe mit einem vernünftigen Profil verwenden. Deshalb sind die alten Schuhe mit einem Seufzer und Dankesworten in die Tonne gewandert.
    Mit „Zero Drop“ (Ferse und Ballen haben den gleichen Abstand zum Boden, d.h. die Schuhe sind dem Barfußgehen nachempfunden) habe ich von Anfang an keine Probleme gehabt. Auch das „schwammige“ Laufverhalten, hervorgerufen durch die weiche Dämpfung, was von manchen Benutzern kritisiert wurde, empfand ich eher als positive Eigenschaft der Schuhe.
    Außerdem spricht das Gewicht der Schuhe auch eindeutig für den Ultraleicht-Gedanken.
    Für mich gibt es im Moment keine besseren Schuhe für Langstreckenwanderungen
    Acht Wochen vor dem Beginn meiner Wandertour habe ich noch meinen neuen Rucksack zpacks Nero (303 g in der Auslieferungsversion) erhalten. Von dem Rucksack habe ich erstmal das Rückenpolster, die Verschnürung für das Rückenpolster und alle anderen Schnüre entfernt, so dass ich auf ein Ausgangsgewicht von 275 g gekommen bin. Das ist nicht schlecht für einen Rucksack. Mit einer Regenhülle (zpacks, Cuben, 44 g), zwei Hüftgurttaschen (zpacks, 42 g), zwei Netztaschen (zpacks, 28 g), einer Schultergurttasche (zpacks, 14 g), einer Trekkingstockhalterung (zpacks, 12 g) und zusätzlichen Schnüren und Lochösen (12 g) habe ich den Rucksack meinen Bedürfnissen angepasst. Das ergab ein Gewicht von 427 g.
    Warum habe ich den Rucksack so stark „umgerüstet“?
    Wenn ich einen „normalen“ Wandertag erlebe, will ich meinen Rucksack möglichst nur zweimal öffnen. Das ist am Morgen, wenn ich meinen Rucksack packe. Und das ist am Abend, wenn ich an meinem Tagesziel angekommen bin. Das bedeutet andererseits, dass alle wesentlichen Dinge, die ich tagsüber benötigen könnte, außen am Rucksack verstaut sein müssen.
    Die zwei Wasserflaschen stecken in den Seitentaschen. Nahrung, die ich tagsüber benötige, steckt in den beiden Netztaschen über den Seitentaschen. Zelt/Tarp, Heringe und Isomatte sind außen quer in einem Cuben-Beutel angebracht. Alle Regensachen sind ebenfalls außen quer über dem anderen Cuben-Beutel in einem separaten Cuben-Beutel verstaut. In der großen Rückentasche des Rucksacks steckt der Rest (Regenhülle für den Rucksack, Wechselsachen (für Wetterumschwung, zB Pullover usw), Wanderführer (wenn vorhanden), Wasserfilter, Notsender, Toilettenpapier). Oben auf dem Rucksack ist das Solarpanel mit einer elastischen Kordel befestigt. Die entfalteten Trekkingstöcke, wenn sie nicht benutzt werden, hängen unter dem linken Arm in einer speziellen Trekkingstockhalterung.
    Wenn ich meinen Rucksack so packe, muss ich den Rucksack tagsüber äußerst selten öffnen. Wichtige Dinge sind sofort griffbereit. Der Aufbau des Zeltes/Tarps im Regen ist auch kein Problem, weil der Rucksack in der Regenhülle bleiben kann und nicht geöffnet werden muss. Lediglich den Cuben-Beutel mit dem Zelt/Tarp muss ich unter der Regenhülle hervorholen.
    Im Auslieferungszustand besitzt der zpacks Nero zu wenig Außentaschen. Was ich als noch gravierender empfand, sind die wenigen Befestigungslaschen, wo man zusätzlich etwas anbringen kann (zB Netztaschen). Diese kleinen Laschen habe ich ebenfalls nachgerüstet, damit ich an der Seite über den Seitentaschen meine zwei Netztaschen anbinden konnte.
    Ich kann nicht verstehen, warum die Hersteller von Rucksäcken solche Laschen, die in ihrer Gesamtheit nur wenige Gramm wiegen, nicht von Anfang an vorsehen. Fehlende Laschen setzen der Erweiterbarkeit von Rucksäcken sehr enge Grenzen.
    Beim Rucksack zpacks Arc Haul ist das mit den Laschen übrigens vorbildlich gelöst. Dort gibt es viele zusätzliche Laschen, wo etwas angebunden werden kann.
    Auf Langstreckenwanderungen werde ich daher in Zukunft wieder auf meinen Rucksack zpacks Arc Haul zurückgreifen. Dadurch erhöht sich zwar mein Basisgewicht um ca. 300 g, aber das ist es mir wert.  
    Wie immer plane ich bei meinen Wandertouren die Übernachtungen im Zelt/Tarp. Aber die preiswerten Herbergen an den spanischen Jakobswegen sind einfach zu verlockend. Im Zeitraum Oktober/November sind, außer im Großraum Valencia, schon mal in der Nacht Temperaturen um den Gefrierpunkt anzutreffen. Obwohl mir das vom Jahr 2018, wo ich zum gleichen Zeitpunkt in Spanien unterwegs war, bekannt war, hat mich dass doch wieder überrascht. Meine Ausrüstung ist für solche Temperaturen einfach noch nicht optimal ausgelegt. Da gibt es eindeutig noch Nachholbedarf. Nachdem ich festgestellt habe, dass die Dichte der Herbergen auf dem einsamen Camino de Levante nicht so schlecht ist, habe ich nach dem 8.Wandertag in Albacete mein Zelt mit der Post nach Hause geschickt. Als Notunterkunft habe ich meine Isomatte und meinen Biwaksack behalten. Den Quilt habe ich ebenfalls behalten, weil ich den in manchen Herbergen, wo es keine Decken gab, benutzen musste.
    Gab es Decken in den Herbergen, was meistens der Fall war, habe ich in einem leichten Hüttenschlafsack (142 g) geschlafen. Dadurch musste ich nicht meinen Quilt aus dem Rucksack auspacken, der wegen dem großen Packmaß immer im Rucksack ganz unten liegt. Die Breite des Hüttenschlafsacks von 80 cm ist für mich als Seitenschläfer (angewinkelte Beine) nicht ausreichend. Deshalb denke ich darüber nach mir einen eigenen Hüttenschlafsack aus Seide zu nähen. Die angestrebte Breite ist 100 cm.
    Meine nächste Wanderung auf einem Jakobsweg werde ich wieder für den Zeitraum Februar/März oder Oktober/November planen. Für mich ist das einfach ein ideales Zeitfenster. Damit ich in Zukunft bei Übernachtungen im Zelt/Tarp besser auf Temperaturen um den Gefrierpunkt vorbereitet bin, taste ich mich im Augenblick an das Winter-Camping heran. Mein Ziel ist es meine Ausrüstung (Zelt/Tarp, Isomatte, Quilt ua) so zu optimieren, dass ich ohne Komfortverlust im Zelt/Tarp in den genannten Zeiträumen übernachten kann.
    Meine Regenjacke von zpacks (Vertice Rain Jacket, 196 g) scheint nicht mehr richtig wasserdicht zu sein. Den Verdacht hatte ich schon auf meiner Küstenwanderung an der Ost- und Nordsee im Mai/Juni 2019. Auf dieser Wandertour hat sich dieser Verdacht bestätigt. Am Ruhetag in Toledo habe ich mir deshalb eine billige und leichte Regenjacke aus dem örtlichen Decathlon-Geschäft gekauft. Beide Regenjacken habe ich je nach Wetterlage einzeln getragen oder sogar zusammen.
    Während ich diesen Bericht schreibe, überlege ich fieberhaft, was ich mit meiner Regenjacke mache. Die Regenjacke ist einer meiner wichtigsten Ausrüstungsgegenstände und muss zu 100% funktionieren. Der erste Versuch war eine Imprägnierung nach Vorschrift, wie sie auf der Internet-Seite von zpacks empfohlen wird. Nach ersten Tests im häuslichen Umfeld war das Ergebnis nicht befriedigend. Offenbar hat die Regenjacke ihren Leistungszenit überschritten. Jetzt überlege ich gerade, ob ich mir nicht selbst eine Regenjacke aus atmungsaktivem Cuben herstelle. Das muss ich aber bald machen, denn in wenigen Wochen beginnt wieder die neue Wandersaison.
    Meine Ausrüstung ist für die 3 Jahreszeiten Frühjahr, Sommer und Herbst ausgelegt. Für den speziellen Zeitraum Oktober/November habe ich meinen Kleiderbeutel etwas aufgemotzt. Eine dickere Legging (250 g), dickere Socken (zpacks, PossumDown Bushman’s Friend Socks, 71 g) für den Abend, einen Schlauchschal (36 g), eine Fleecemütze (zpacks, Micro-Fleece Hat, 27 g) und dünne Fleecehandschuhe (Liod, Linerhandschuhe, 24 g) habe ich zusätzlich eingepackt. Tatsächlich benutzt habe ich nur die Legging und den Schlauchschal. Die dicken Socken, die Fleecemütze und die Fleecehandschuhe sind im Kleiderbeutel geblieben, trotz Schneetreiben, 20 cm Neuschnee und -2°C auf dem O Cebreiro. Was nützen mir dünne Fleecehandschuhe im Schneetreiben, wenn ich sie nicht vor Nässe schützen kann. Deshalb werde ich auf zukünftigen Wandertouren in diesen Zeiträumen dünne wasserdichte Wegwerfhandschuhe von der Tankstelle als Nässeschutz verwenden. Für ein oder zwei Tage, wo ich Handschuhe verwenden könnte, reicht das vollkommen aus.
    Meine Stromversorgung für das Handy habe ich ausschließlich über das Solarpanel Sunnybag Leaf+ (402 g mit 10000 mAh-Powerbank) realisiert, obwohl ich nur in Herbergen übernachtet habe. Das war einfach ein gewollter weiterer Test über einen längeren Zeitraum. Diesmal hatte ich viele bedeckte und regnerische Tage, trotzdem hat das Solarpanel mein Handy immer zuverlässig geladen. Von mir erhält das Solarpanel eine ganz klare Empfehlung. Einzig das Gewicht stört mich ein wenig. Es gibt leichtere Selbstbaulösungen, die gewichtsmäßig bereits unter 200 g liegen.
    Ich war zwar auf markierten Wanderwegen unterwegs, aber es gab auf fast jeder Tagesetappe Situationen, wo ich einfach mein Navigationsgerät, ein iPhone SE mit der Navigations-App Topo GPS, über den weiteren Wegverlauf befragen musste. Mein Handy hat mich bei der Navigation nie in Stich gelassen. Alles hat wunderbar funktioniert. Während der Tagesetappen habe ich das Handy im Flugmodus und mit Offline-Karten betrieben. Eine Ersatz-Navigation hatte ich diesmal nicht dabei. Trotzdem werde ich bei zukünftigen Langstreckenwanderungen darauf achten, dass ich eine Ersatz-Navigation in meinem Rucksack habe. Ich denke dabei an das Garmin GPSmap 66i. Das Gerät erlaubt mir die Navigation und besitzt zusätzlich auch eine Notruf-Funktion.
    Für den Notfall habe ich schon seit Jahren den Notsender Spot Gen 3 (137 g) in meinem Rucksack. Die SOS-Funktion musste ich noch nie auslösen. Ein schöner Nebeneffekt des Notsenders ist die OK-Funktion. Mit der OK-Funktion habe ich jeden Abend meine Familienangehörige über meine aktuelle Position informiert. Mit GoogleMaps bzw. mit Hilfe einer speziellen App konnten sich die Familienangehörigen über meine genaue Position informieren. Irgendwann habe ich gemerkt, dass die OK-Nachrichten nicht immer korrekt übertragen werden. Anfangs habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Aber als ich im Internet durch Zufall gelesen habe, dass andere Benutzer des Gerätes von den gleichen Problemen berichteten, bin ich hellhörig geworden. In einem Notfall kann ein nicht korrekt übertragener SOS-Notruf tödlich sein. Deshalb denke ich aktuell über eine Alternative für den Notsender nach. Das Navigationsgerät Garmin GPSmap 66i ist daher in meinen Fokus gerückt. Das Gerät kann ich zur Navigation und für den Notruf verwenden. Das wäre eine Mehrfachnutzung und ganz im Sinne des Ultraleicht-Gedankens.
    Bei der Übernachtung in Herbergen hat mich ein Detail maßlos gestört. Ich hatte in meinem Rucksack keine Zweitschuhe dabei oder zumindest etwas, was dafür genutzt werden konnte. Die Wanderschuhe mussten in den meisten Herbergen immer am Eingang abgestellt werden. Da ich keine Zweitschuhe dabei hatte, musste ich mich entweder in meinen Wandersocken oder sogar barfuß in den Herbergen bewegen. Das geht ja noch, aber in den Waschräumen und den Toiletten war das äußerst unangenehm. Ich habe mir keine Krankheit an die Füße geholt, aber ich habe mir in solchen Situationen geschworen, dass ich niemals wieder ohne Zweitschuhe oder etwas ähnliches unterwegs sein würde.
    Als Zweitschuhe habe ich mir deshalb die Sandalen von Xero Shoes (Z-Trail, 306 g) für zukünftige Wandertouren ausgesucht. Mit diesen Sandalen kann ich auch längere Strecken wandern, wenn ich einmal Probleme mit meinen Füßen haben sollte. Die Überquerung von Wasserläufen ist ebenfalls möglich. Meine eigentlichen Wanderschuhe bleiben dann trocken. Und in Herbergen muss ich nicht mehr in Strümpfen oder barfuß herumlaufen. Abends im Camp kann ich dann in die bequemen Sandalen schlüpfen und etwas Luft an die Füße lassen.
    Einen weiteren kleinen unscheinbaren Ausrüstungsgegenstand will ich auf meinen Wandertouren nicht mehr missen. Das ist ein kleines Handtuch (Pearl, Microfaser, 70 g), womit ich mich immer notdürftig abtrocknen kann. Wer schon einmal im Oktober/November in den heizungslosen ausgekühlten spanischen Herbergen geduscht hat, wird wissen wovon ich rede.
    Meine Trekkingstöcke (Leki Micro RCM, 348 g) sind lebenswichtig für mich. Ich benutze die Trekkingstöcke sehr intensiv. Auf dieser Wandertour hat nach 10 Tagen einer der Trekkingstöcke den Geist aufgegeben.
    Was ist passiert?
    Meine Trekkingstöcke sind aus Gewichtsgründen keine Teleskopstöcke, sondern nur faltbar. Gleich unterhalb des Griffs ragt ein Stift aus dem Trekkingstock, der, wenn er ordnungsgemäß herausspringt, den Trekkingstock spannt. An einem meiner Trekkingstöcke sprang der Stift eben nicht mehr heraus. Offenbar war die Feder nicht mehr stark genug, um den Stift herauszudrücken oder die Feder war sogar gebrochen. Dadurch ist ein Teil des Trekkingstocks bei der Benutzung in den Griff gerutscht, der Trekkingstock hat sich entspannt und ist in sich zusammengefallen und war damit nicht mehr benutzbar.
    Was tun?
    Das, was vorher der Stift getan hat, zu verhindern, dass ein Teil des Trekkingstocks im Griff verschwindet, musste ich nun irgendwie auf andere Weise bewerkstelligen. In meiner Not habe ich die Stelle direkt unter dem Griff mit einigen Lagen Panzerband umwickelt.
    Was soll ich sagen, das Panzerband hat allein durch seine Klebekraft verhindert, dass der obere Teil des Trekkingstocks in den Griff rutscht. Ich benutze meine Trekkingstöcke nicht wie Spazierstöcke, wie ich das bei vielen anderen Wanderern beobachten konnte, sondern ramme sie bei jedem Schritt leicht nach hinten versetzt in den Boden. An der mit Panzerband „behandelten“ Stelle müssen dann enorme Kräfte wirken. Trotzdem hat der „notreparierte“ Trekkingstock bis zum Ende der Wandertour durchgehalten. Nur einmal habe ich den „Panzerband-Notverband“ erneuert.
    Einen kleinen Vorrat an Panzerband habe ich immer in meinem Rucksack. Nur diesmal habe ich keine komplette Rolle mitgenommen. Aus Gewichtsgründen habe ich etwa 1 Meter von der Rolle abgewickelt und wieder auf einen dafür geeigneten Gegenstand aufgewickelt. So konnte ich das Gewicht von ursprünglich 100 g auf 30 g drücken.
    Durch die zweimalige Reparatur des defekten Trekkingstocks mit dem Panzerband war nicht mehr viel von dem Panzerband übrig. Dann habe ich noch einem anderen Wanderer bei der Reparatur seines Ponchos ausgeholfen. So ist mein Vorrat langsam dahingeschmolzen.
    In dieser Situation habe ich mir geschworen in Zukunft immer eine komplette Rolle Panzerband einzupacken. Das sind ca. 70 g mehr an Gewicht, aber man kann nie wissen, wie dumm einige „Sachen“ laufen können.
    Meine Ausrüstung hat sich im Wesentlichen bewährt. Bis auf wenige Ausnahmen, wo ich aus Gewichtsgründen (zB zpacks Nero statt zpacks Arc Haul, keine Zweitschuhe, Panzerband reduziert) unüberlegte Einsparungen vorgenommen habe, bin ich sehr zufrieden. Trotzdem suche ich weiter nach Einsparpotential. Bei der Gramm-Suche muss ich aber darauf achten, dass der Komfort nicht zu sehr leidet und das „unvorhergesehene Dinge“ (zB Notreparaturen) auch noch zufriedenstellend gelöst werden können.
    Übernachtungen
    Ich habe ausschließlich in Herbergen übernachtet. Geplant war, dass ich im Zelt/Tarp übernachten würde. Aber die spanischen Herbergen sind, bis auf wenige Ausnahmen, unschlagbar preisgünstig, so dass ich meine Planungen über den Haufen geworfen habe. Das ist mir jetzt schon zweimal passiert. Aber im Zeitraum Oktober/November, bei Regen und Temperaturen um den Gefrierpunkt, ist das eben nicht so leicht im Zelt zu schlafen.
    Die Herbergen auf dem Camino de Levante von Valencia nach Zamora und auf dem Via de la Plata von Zamora nach Astorga sind generell geschlossen und nicht mit Personal besetzt. Einzige Ausnahme ist die sehr schöne Herberge in Zamora.
    Bei der Suche nach den Herbergen habe ich ungemein von der guten Vorbereitung meiner Wandertour profitieren können. Meine Tagesetappen habe ich immer an einer Herberge beginnen und enden lassen. Trotzdem war die Herbergssuche manchmal ungemein schwierig. Auch der 9 Jahre alte Wanderführer war da selten hilfreich. Meistens habe ich nach den öffentlichen (=Municipal) Herbergen gesucht. Wenn ich die Herbergen dann endlich gefunden hatte, was manchmal bis zu 2 Stunden gedauert hat, stand ich vor dem nächsten Problem.
    Wie komme ich an den Schlüssel für die Herberge?
    Für den Schlüssel gibt es mehrere Anlaufpunkte. Das sind, je nach Größe des Ortes,
    -Touristeninformationen (vor allem in größeren Städten)
    -Polizeistationen
    -Verwaltungsämter (Bürgermeisterämter)
    -Bars (vor allem in kleinen Orten)
    -kirchliche Einrichtungen (vor allem für kirchliche Herbergen)
    Wenn man Glück hat, steht an der Tür eine Telefonnummer, mit der man Kontakt aufnehmen kann. Für die telefonische Kontaktaufnahme hatte ich mir einige Sätze in Spanisch zurechtgelegt, so dass ich mein Anliegen einigermaßen verständlich vortragen konnte.
    An Wochenenden sind auch in Spanien die Verwaltungsämter spärlich oder überhaupt nicht besetzt. Das hat die Schlüsselbeschaffung manchmal sehr schwierig gemacht.
    Deshalb war es für mich wichtig, dass ich meine Tagesetappen, auch wenn sie lang waren, möglichst zeitig beenden konnte. So hatte ich einen genügend großen zeitlichen Spielraum für die Herbergs- und Schlüsselsuche. Und diesen Spielraum habe ich öfters benötigt, als mir lieb war.
    Das Extrembeispiel für eine sehr komplizierte und zeitaufwändige Herbergs- und Schlüsselsuche war die Tagesetappe von Torrijos nach Escalona (siehe Unterpunkt Menschen). Ohne die Hilfe von zwei Frauen hätte ich erstmals in der freien Natur im Biwak übernachten müssen.
    Manche Orte (zB Tembleque) haben keine öffentlichen und privaten Herbergen. Dann muss man auf Hotels (Hostals) ausweichen. Mit Hotels habe ich sehr gute (=preiswert und sauber), aber auch sehr schlechte (=überteuert und dreckig) Erfahrungen gemacht.
    Als Extrembeispiel im negativen Sinn mag hier der zuvor genannte Ort Tembleque dienen. Dort gibt es keine privaten und öffentlichen Herbergen. Also bin ich auf ein Hotel ausgewichen. Ich will hier niemand zu nahe treten, aber wegen des arabischen Hotelnamens hätte ich vorgewarnt sein müssen. 40 Euro für ein dreckiges Zimmer, das war die blanke Abzocke. Aber bei strömenden Regen hatte ich kaum eine andere Alternative. Das wusste der arabische Hotelbesitzer.
    In manchen Orten habe ich für weniger als den halben Preis (also unter 20 Euro) ein bestens ausgestattetes Zimmer erhalten.
    Auf den letzten 9 Tagesetappen war ich auf dem Camino Frances unterwegs. Dort ist die Herbergssuche kein Problem. Das Herbergsnetz ist unglaublich dicht. Auch zu dieser Jahreszeit sind die meisten Herbergen noch geöffnet. Fast alle Herbergen sind mit Personal besetzt. Je näher man Santiago de Compostela kommt, desto größer werden die Herbergen. Teilweise haben sie gewaltige Ausmaße, was die Bettenzahl (mehr als 100 ist keine Seltenheit) angeht.
    Das Problem in solch riesigen privaten und öffentlichen Herbergen ist der Schlafkomfort. Bis spät in die Nacht herrscht in solchen Herbergen eine rege Betriebsamkeit. Ich wollte spätestens ab 20 Uhr schlafen, oft sogar früher, aber das war nur mit Ohrenstöpseln möglich. Dafür habe ich mir bei einem bekannten Hörgeräte-Spezialisten passgerechte Ohrenstöpsel anfertigen lassen. Die Kosten (ca. 100 Euro!!!) für diese Ohrenstöpsel haben sich auf alle Fälle als eine sehr lohnenswerte Investition erwiesen. Ohne Ohrenstöpsel hätte ich in solch riesigen Herbergen nicht ausreichend und erholsam schlafen können.
    Viele Herbergen haben Decken, so dass ich in diesen Herbergen in meinem Hüttenschlafsack, darüber eine Decke, gut schlafen konnte. In den großen Herbergen auf dem Camino Frances gab es, bis auf wenige Ausnahmen, keine Decken. Dann habe ich in meinem Kunstfaser-Quilt geschlafen.
    Das war kein Problem.
    Mein Quilt ist der Ausrüstungsgegenstand mit dem größten Packmaß (=Volumen). Deshalb ist der Quilt in meinem Rucksack immer ganz unten verstaut. Wenn ich meinen Quilt in den Herbergen benutzen wollte, musste ich immer meinen ganzen Rucksack auspacken.
    Das ist immer noch kein Problem.
    Zum Problem wurde es erst, wenn ich als Frühaufsteher morgens so gegen 6 Uhr aufgestanden bin. Dann schliefen alle anderen Wanderer noch. Wenn ich dann meinen Rucksack (aus „knisterndem DCF“ (=Dyneema Cuben Fabric)) packen wollte, den Quilt unten, dann der Rest in „knisternden DCF-Beuteln“ darüber, habe ich mir manche böse Bemerkung, wegen Schlafstörung usw, anhören müssen. Diese Bemerkungen versteht man wegen des oft barschen Tonfalls auch ohne Übersetzung in allen Fremdsprachen. Später bin ich dazu übergegangen am Abend meinen Rucksack „provisorisch“ zu packen, außer dem Quilt, die Wandersachen und das Waschzeug. Am Morgen habe ich dann meinen Rucksack, den Quilt, die Wandersachen und das Waschzeug genommen und habe leise den Schlafsaal verlassen. Außerhalb des Schlafsaals habe ich dann meinen Rucksack vollkommen neu gepackt, den Quilt wieder unten, alle anderen Ausrüstungsgegenstände darüber. Ganz oben sind dann die Ausrüstungsgegenstände, auf die ich tagsüber schnell Zugriff haben wollte.
    Diese ganze Prozedur des „provisorischen Packens“ des Rucksacks am Abend und das wiederholte „genaue“ Packen des Rucksacks am Morgen hat mich immer maßlos genervt. Im Moment habe ich noch keine Lösung, wie ich das anders machen könnte.
    Ideal wäre es, wenn ich am Abend meinen Rucksack schon packen könnte, bis auf die noch am Morgen benötigten Sachen. Am Morgen verstaue ich dann den Rest. Meinen Quilt müsste ich dann irgendwo unterbringen, wo er mich tagsüber nicht stört.
    Dieses „Packproblem“ gilt es noch zu lösen. Eine Idee habe ich bereits...
    Versorgung
    Auf den spanischen Jakobswegen, auch auf den weniger bekannten Jakobswegen, wie dem Camino de Levante, stellt die Versorgung mit Nahrungsmitteln kein Problem dar.
    Jeden Tag bin ich durch Ortschaften gekommen, wo es Einkaufsmöglichkeiten gab. Lediglich auf die Öffnungszeiten (Siesta) muss man achten.
    Zusätzlich sind in fast allen Ortschaften die sogenannten „Bars“ zu finden. Die sind auf die Wanderer eingestellt und haben auch zu ungewöhnlichen Zeiten (Siesta) geöffnet. Dort kann man kleinere Gerichte kaufen. Bei den kleineren Gerichten habe ich mich persönlich immer schwer getan zu erkennen, welche Lebensmittel in den Gerichten enthalten sind. Nur, wenn ich den Inhalt einigermaßen identifizieren konnte, habe ich solche Gerichte bestellt. Der spanische Kaffee (cafe con leche) dagegen schmeckt unvergleichlich gut. Cola, mein Dopingmittel, gibt es zu dieser Jahreszeit auch mit Eiswürfeln. Und nebenbei bemerkt, das spanische Bier kann man nach einem harten Wandertag mit Genuss trinken. Und über den spanischen Rotwein muss ich sicherlich nicht viele Worte verlieren.
    Ich habe immer drauf geachtet, dass ich etwas Obst (Äpfel und Bananen), Nüsse und andere Snacks im Rucksack hatte. Mehr habe ich tagsüber nie benötigt.
    Etwas anders sieht das mit der Wasserversorgung aus. Öffentliche Trinkwasser-Entnahmestellen habe ich so gut wie nicht vorgefunden. Deshalb ist es wichtig sich vorab zu informieren, wo die aktuelle Tagesetappe entlang führt. Wenn ich in Ortschaften gekommen bin, dann sind da entweder Bars, wo ich mich mit Wasser versorgen kann oder ich frage mal einen Einwohner der gerade vor seinem Haus steht. Die Spanier sind freundlich und helfen sehr gern.
    Habe ich Leitungswasser getrunken?
    Ja, das habe ich.
    Probleme hatte ich nie, obwohl es manchmal stark nach Chlor geschmeckt hat. Was mich nicht umbringt, macht mich härter. Das war meine Devise.
    Verletzungen
    Auf meinen letzten Langstreckenwanderungen hatte ich immer mal wieder Probleme mit einer Sehnenentzündung am linken Fuß.
    Im Oktober/November 2018 war ich auf dem 2.Teil des Jakobsweges Via de la Plata (von Salamanca bis Santiago de Compostela) unterwegs. 7 Tage nach dem Start in Salamanca hatte mich eine handfeste Sehnenentzündung erwischt, die sich schon einige Tage vorher angekündigt hat. Damals habe ich die ersten Anzeichen ignoriert und ich konnte die vorhandenen Anzeichen auch nicht richtig deuten. Dann war es zu spät und ich wollte die Wandertour beenden. Durch die Hilfe einer Pilgerin musste ich die Wandertour nicht abbrechen und ich konnte den Jakobsweg erfolgreich in Santiago de Compostela beenden.
    Auf meiner Küstenwanderung an der Ost- und Nordsee im Mai/Juni 2019 hat sich nach 10 Tagen wieder eine Sehnenentzündung angebahnt. Diesmal habe ich die Vorzeichen richtig gedeutet und ich konnte erfolgreich gegensteuern.
    Eingedenk dieser Erfahrungen habe ich mich diesmal noch intensiver auf die Wandertour vorbereitet. Ich bin topfit an den Start gegangen.
    Mit einer Sehnenentzündung hatte ich auf dieser Wandertour diesmal keine Probleme.
    Aber ein anderes Problem hat mir große Sorgen bereitet.
    Im Februar 2019 habe ich mich am Innenmeniskus des rechten Knies (Anriss) erfolgreich operieren lassen. Schon auf meiner Küstenwanderung im Mai/Juni 2019 hatte ich auf jeder Tagesetappe Probleme mit meinem rechten Knie. Mehr als einmal habe ich mich mit dem Gedanken beschäftigt die Wandertour abzubrechen. In Deutschland ist das ja kein Problem. Ab in den Zug und es geht heimwärts. Irgendwie habe ich die Wandertour dann doch beendet.
     
    Vor dem Start dieser Wandertour habe ich lange überlegt, ob es Sinn macht mit solchen Beschwerden nach Spanien zu fliegen und die Wandertour zu starten. Wochenlang habe ich im Sommer darüber nachgedacht. Auf Tageswanderungen in meiner Wohngegend habe ich mein Knie getestet und argwöhnisch beobachtet. Dann habe ich das Flugticket nach Valencia und die erste Übernachtung in der Jugendherberge in Valencia gebucht. Jetzt gab es kein zurück mehr.
    Schon auf den ersten Tagesetappen hatte ich Probleme mit meinem rechten Knie. Ich hatte vorsorglich Schmerztabletten dabei, aber ich wollte möglichst keine Tabletten nehmen. Immer dann, wenn es nicht mehr auszuhalten war, habe ich mein Knie mit Voltaren eingerieben.
    Auch in der Nacht hatte ich als Seitenschläfer manchmal große Probleme, wenn die Knie übereinander lagen. Notgedrungen musste ich daher oft in der Rückenlage schlafen.
    Wie sollte das enden? Mit einem Abbruch?
    Aber ich konnte überrascht feststellen, dass es nicht von Tag zu Tag schlimmer wurde. Nach ca. 6 Tagen habe ich sogar eine leichte Besserung verspürt. Bis zum Ruhetag, nach dem 16.Wandertag, wurde es jeden Tag besser, so dass ich manchen Tag beschwerdefrei genießen konnte. Nach dem Ruhetag hatte ich wieder leichte Probleme mit dem Knie, aber nicht so, wie zum Start meiner Wandertour. Nach einigen weiteren Wandertagen wurde es immer besser und ich konnte die restlichen Wandertage, ca. 20 Stück, ohne Probleme hinter mich bringen.
    Auch gedanklich haben mich meine Knieprobleme in den ersten Tagen stark beschäftigt. Ständig habe ich in meinen Körper hineingehört, um frühzeitig aufkommende größere Probleme zu erkennen. Bei größeren Problemen hätte ich evtl. einen weiteren Ruhetag einlegen müssen. Auch ein Abbruch stand am Anfang meiner Wandertour im Raum.
    Warum sich meine Knieprobleme in Wohlgefallen aufgelöst haben, kann ich medizinisch nicht erklären. Dafür fehlt mir das Fachwissen. Bei nächster Gelegenheit werde ich aber einen Arzt befragen, der über das entsprechende Fachwissen verfügt.
    Im Augenblick bin ich vollkommen beschwerdefrei.
    Sehr seltsam die ganze Angelegenheit.
    Sprache
    Vor meiner Wandertour habe ich mir überlegt, ob es sinnvoll wäre, einen Grundkurs in Spanisch zu besuchen. Hintergedanke war, dass mein Wanderprojekt SJW Spanische Jakobswege noch einige Wandertouren bereit hält, die es gilt zu bewältigen. Insofern wäre es nützlich, wenn ich die Sprache besser verstehen und auch sprechen könnte. Aber dann war ich doch zu bequem dazu. Das Ergebnis meiner Bequemlichkeit (=Faulheit!) war der Umstand, dass ich immer große Schwierigkeiten hatte mich verständlich zu machen. Mit Händen und Füßen, mit Übersetzungs-App und manchmal auch mit der Hilfe von anderen Leuten ging es dann doch irgendwie.
    Wenige Spanier sprechen Englisch, die älteren Spanier so gut wie nicht.
    Deshalb habe ich mir etwa 20 Sätze (Wortfetzen?) in Spanisch eingeprägt, die mir das „Überleben“ (Wegfindung, Herbergssuche, Essenbeschaffung) gesichert haben. Wenn ich mich mit spanischen Menschen länger unterhalten wollte, die kein Englisch konnten, musste ich das über meine Übersetzungs-App machen. Das war sehr langwierig und mühselig.
    Jetzt bin ich wieder am Überlegen, ob ich nicht doch einen Grundkurs in Spanisch besuchen sollte.
    Zusätzlich denke ich über eine App nach, mit der ich Spanisch lernen kann.
    Auch mein Englisch will ich verbessern. Das will ich aber über eine App machen, während ich auf einer meiner nächsten Langstreckenwanderungen unterwegs bin.
    Menschen
    Den Jakobsweg Camino de Levante habe ich mir ausgesucht, weil da im Jahr nur ca. 200-300 Pilger unterwegs sind. Dieser Jakobsweg ist bei weitem nicht so stark frequentiert, wie zB der Jakobsweg Camino Frances, wo im Jahr ca. 200000 Pilger in Santiago de Compostela ankommen.
    Dass ich tagsüber in den 28 Tagen, die ich von Valencia bis nach Zamora für den Jakobsweg Camino de Levante gebraucht habe, überhaupt keinen einzigen Menschen antreffen würde, das hatte ich nicht erwartet.
    Auch auf dem Teil des Jakobsweges Via de la Plata von Zamora nach Astorga, für den ich 5 Tage brauchte, habe ich keinen einzigen Menschen während der Wanderung angetroffen.
    Ich war also insgesamt 33 Tage hintereinander vollkommen allein bei meinen Tagesetappen. Bis auf die Menschen in den Bars/Gaststätten, in den Geschäften und in den Herbergen, hatte ich mit niemand Kontakt.
    Eine kanadische Wanderfreundin, die ich im Oktober/November 2018 in Zamora in der Pilgerherberge kennengelernt habe, schrieb mir über Facebook, dass ich mich in Astorga (dort trifft der Jakobsweg Via de la Plata auf den Jakobsweg Camino Frances) auf einen Schock vorbereiten sollte. Ich konnte mir das nicht so richtig vorstellen, weil ich in den vorangegangenen 33 Tagen auf der Strecke und teilweise auch in den Herbergen vollkommen allein war. Aber sie sollte recht behalten. Die Pilgerherberge in Astorga, eine schöne und große Herberge, war fast vollkommen ausgebucht. Menschen aus vielen Ländern haben dort übernachtet.
    Welche Begegnungen mit Menschen sind mir in besonderer Erinnerung geblieben?
    Am Ende der 3.Tagesetappe habe ich in der Herberge in Moixent ein fr. Ehepaar getroffen, die ebenfalls auf dem Camino de Levante unterwegs waren. Wir konnten uns sehr gut in Englisch unterhalten. Auch am Abend der 4.Tagesetappe in der Herberge in La Font de la Figurera habe ich das fr.Ehepaar nochmal angetroffen. Dann haben sich unsere Wege getrennt, weil sie wesentlich langsamer und gemütlicher gewandert sind.
    In der Herberge in Almansa, die schwer zu finden war, habe ich einen Italiener (Buchautor Adriano Gasperi, Buch: Schritte in Camino) getroffen. Der Italiener war auf dem Jakobsweg Ruta de la Lana unterwegs. Im Gebiet von Almansa sind die Wege der beiden Jakobswege identisch.
    Im Ort San Clemente, nach der 10.Tagesetappe, war ich wieder mal auf der Herbergssuche. Nach einem vergeblichen 1.Versuch habe ich zwei junge Frauen im Außenbereich eines Cafés angesprochen, die dort gemütlich ihren Kaffee getrunken haben. Es stellte sich heraus, dass eine diese Frauen als Englisch-Lehrerin in dem Ort arbeitet. So konnte sie mir bei der Suche nach der Herberge und bei den Anmeldeformalitäten in der örtlichen Touristeninformation behilflich sein. Anschließend habe ich die beiden jungen Frauen zu einem Kaffee eingeladen, wo wir uns noch lange sehr nett unterhalten haben.
    Am 19.Wandertag, nach einer relativ kurzen Tagesetappe, war ich schon gegen 14 Uhr an meinem geplanten Zielort Escalona angekommen. Die Herbergssuche war sehr schwierig. Die Guardia Civil, die ich durch Zufall auf der Straße getroffen habe, konnte oder wollte mir nicht helfen. Nach ca. 2 Stunden hatte ich endlich die Herberge gefunden, die natürlich verschlossen war. Der Schlüssel für die Herbergen ist in solchen Fällen bei den örtlichen Behörden (Polizei, Bürgermeisteramt, Touristeninformation) abzuholen. Es war aber Sonntag und alle Behörden, speziell in den kleineren Orten, hatten geschlossen bzw. waren nicht besetzt. In meiner Not habe ich mich schon damit abgefunden, dass ich außerhalb des Ortes an einer passenden Stelle biwakieren musste. Dann habe ich eine junge Frau, ca. 35 Jahre, mit ihrer Mutter angesprochen. Beide konnten kein Englisch und ich musste mein Anliegen, die „Schlüsselsuche“ für die Herberge, über eine Übersetzungs-App (Google) vortragen. Das war kompliziert und mühsam. Als sie mein Problem verstanden hatten, haben sie ca. eine halbe Stunde telefoniert. Sie meinten nur lachend, dass hier jeder jeden kennt. Der Schlüssel für die Herberge war aber nicht aufzutreiben. Nach einer endlos erscheinenden Zeit hatten sie aber eine Frau ausfindig gemacht, die Zimmer vermietet. Die Frau wollte uns in einem Kaffe treffen, wohin ich die beiden Frauen wegen ihrer Hilfe eingeladen hatte. In diesem Zusammenhang hat die Übersetzungs-App für den Besitzer des Schlüssels den Begriff „Lord of the key“ ausgespuckt. Im Café haben wir uns dann noch angeregt unterhalten und uns köstlich über den Begriff „Lord of the key“ amüsiert, in Anlehnung an den Film „Herr der Ringe (Lord of the rings)“. Dann stand plötzlich die Vermieterin des Zimmers an unserem Tisch. An diesem Abend bin ich zufrieden und erschöpft in einem gemütlichen und sauberen Bett eingeschlafen.
    Im Ort Gotarrendura habe ich nach der 23.Tagesetappe in einer sehr schönen Herberge übernachtet. Am Abend bin ich in die einzige Bar des kleinen Ortes gegangen. Dort bin ich wegen der fehlenden Gäste um diese Tageszeit (so gegen 18 Uhr) mit der Bedienung, einer jungen Kolumbianerin, ins Gespräch gekommen. Sie hat mir ihre Lebensgeschichte erzählt und wie sie nach Spanien gekommen ist. Das war sehr interessant und hat mich wegen ihres Lebensweges sehr nachdenklich gestimmt. Die gesamte Unterhaltung (ca. 2 Stunden) habe ich mit der Übersetzungs-App (Google) bestritten, was unglaublich mühselig war.
    Auf der 34.Tagesetappe von Astorga nach Foncebadon habe ich sie erstmalig auf einer Tagesetappe erlebt, die Asiaten (hauptsächlich Südkoreaner und Taiwanesen), die die spanischen Jakobswege, speziell den Camino Frances, regelrecht überfluten.
    Mit weit nach vorn gebeugtem Oberkörper, leichtem Gepäck (,worüber ich mich anfangs gewundert habe) und unglaublich hoher Schrittfrequenz rasen sie in kleinen Gruppen förmlich über die Jakobswege. Angestachelt durch dieses hohe Tempo, habe ich versucht mit den Asiaten mitzuhalten. Eine Stunde ist mir das sehr gut gelungen, auch weil ich wegen meiner Körpergröße eine nicht so hohe Schrittfrequenz gehen musste. Als sie gemerkt haben, dass sie mich nicht abschütteln konnten, haben sie nochmals das Tempo erhöht, wobei sie sich ständig umgesehen haben, ob ich noch an ihren Fersen in einem Abstand von ca. 50 Metern klebe. Dann habe ich die Asiaten ziehen lassen, auch weil ich diesen sportlichen Wettkampf, das war es offenbar für die Asiaten, nicht weiterführen wollte.
    Später habe ich dann mitbekommen, dass diese asiatischen Wandergruppen Begleitfahrzeuge dabei haben, die das „große“ Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft bringen. Mit „kleinem“ Gepäck toben sie sich dann auf den Jakobswegen aus.
    Ein Kerl, wie ein Baum, Erik aus Schweden. So stelle ich mir einen Wikinger vor, riesengroß und blond. Ihn habe ich mehrmals in den Herbergen auf dem Camino Frances angetroffen, wo ich die letzten 9 Tage unterwegs war. Erik ist ein Weltenbummler, der 4 Fremdsprachen beherrscht (Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch). Mit ihm konnte man sich sehr gut über die Dinge des Lebens unterhalten.
    Ab Sarria (Camino Frances), das sind ca. 100 km vor Santiago de Compostela, habe ich auf den letzten Tagesetappen mehrmals einen jungen Amerikaner getroffen. Er hat sich immer, wenn wir uns über den Weg gelaufen sind, an meine Fersen geheftet und hat sich nicht abschütteln lassen, egal wie schnell ich gewandert bin. Offenbar hat er sich durch mein Tempo angestachelt gefühlt. Jeden Tag sind wir bei Pausen ins Gespräch gekommen und haben uns ausgiebig unterhalten. Er hatte gerade sein Studium beendet und wollte die Zeit vor dem Arbeitsbeginn bei einer Bank in Kalifornien etwas in der Welt herumreisen.
    Tiere
    Gefühlt besitzt jeder Spanier einen Hund.
    In den Ortschaften, die ich während meiner Wandertour durchquert habe, hörte man fast auf jedem Grundstück einen oder sogar mehrere Hunde bellen, wenn jemand vorbeigegangen ist.
    Ich habe selten ein alleinstehendes Gehöft angetroffen, wo es nicht einen oder sogar mehrere Hunde gegeben hat. Wenn es da einen Zaun gibt, der keine Löcher enthält, ist das kein Problem.
    Einmal habe ich allerdings eine böse Überraschung erlebt. Schon von einiger Entfernung habe ich bemerkt, dass es in einem alleinstehenden Gehöft mehrere Hunde geben musste. Das konnte ich an den unterschiedlichen Tonlagen des Bellens erkennen. Da war einmal die dunkle Tonlage eines großen Hundes. Das sind meistens die „gutmütigen“ Hunde. Dann war da noch das schrille Kläffen der kleinen „Gernegroß“-Hunde zu hören. Die mittlere Tonlage ordne ich den mittelgroßen Hunden zu. Das sind in der Regel die angriffslustigen und gefährlichsten Hunde. Alle drei Tonlagen habe ich in diesem Gehöft gehört, also mussten dort mehrere Hunde sein.
    Da das Gehöft eingezäunt war, habe ich mir keine weiteren Gedanken gemacht. Als ich in Höhe des Grundstücks angekommen war, standen plötzlich 5 bellende Hunde vor mir auf dem Weg. Erschrocken habe ich mich umgesehen, ob irgendwo auf dem Grundstück eine Person zu sehen war, die die Hunde zurückrufen könnte. Aber da war niemand. Der große Hund, ein Schäferhund, hat mich kurz gemustert und ist dann wieder auf dem Grundstück verschwunden. Die 3 kleinen Kläffer (Mischlinge) haben auch sehr schnell den Rückwärtsgang eingelegt, als ich mehrere Schritte mit nach vorne gerichteten Trekkingstöcken auf die Hunde zugegangen bin. Hunde erkennen instinktiv, dass die nach vorne gerichteten Trekkingstöcke mit den Stahlspitzen eine Gefahr darstellen. Der mittlere Hund, ebenfalls ein Mischling, hat sich nicht vertreiben lassen. Mit gesenktem Kopf knurrte er mich an und blieb mitten auf dem Weg stehen. Kurz habe ich jetzt überlegt, was ich machen könnte. Neben dem Weg war ein frisch gepflügtes Feld. In der Nacht hatte es geregnet und dementsprechend tief und schlammig war der Boden. Wenn ich dem Hund weiträumig auf dem Feld ausweichen würde, müsste ich meine Schuhe und Hose anschließend reinigen. Darauf hatte ich aber keine Lust. Mir blieb also nur der Vorwärtsgang übrig. Auf das schlammige Feld wollte ich nicht ausweichen.
    „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“, woher kenne ich diesen Spruch nur?
    Mit nach vorne gerichteten Trekkingstöcken bin ich auf den letzten verbliebenen Hund zugegangen. Als ich 2 Meter vor dem Hund angekommen war, ist der Hund knurrend zur Seite ausgewichen, aber nicht auf das Gehöft zurückgegangen. Als ich an dem Hund vorbei war, hat er mich in einem Abstand von ca. 5 Metern knurrend weiter verfolgt. Ich musste jederzeit mit einem Angriff rechnen. Rückwärts gehend habe ich den Hund mit meinen Trekkingstöcken auf Abstand gehalten. So ging das noch ca. 100 Meter weiter. Erst als ich den Bereich des Gehöfts verlassen hatte, blieb der Hund stehen und hat mich nicht weiter verfolgt.
    Mir war in dieser Situation an diesem Tag nicht nach Spaß zumute, aber das nenne ich trotzdem mal einen guten Wachhund.
    Später, in bergigem Gelände, hatte ich nochmals eine Begegnung mit freilaufenden Hunden. Gerade bin ich um einen großen Felsblock herumgegangen, als in ca. 100 Meter Entfernung 2 große Hunde meinen Weg kreuzten. Ich war mir nicht sicher, ob sie mich bemerkt hatten. Schnell habe ich mich hinter dem Felsblock versteckt. An Wochenenden sind in Spanien viele Jäger mit ihren Hunden unterwegs. Die Jagdhunde entfernen sich nie weit von ihren Herren und hören aufs Wort. Wenn ein Jäger einen Wanderer ausmacht, der evtl. den Weg seiner vorauslaufenden Hunde kreuzen könnte, rufen die Jäger sofort ihre Hunde zu sich. Mit Jägern und ihren Hunden hatte ich nie Probleme. Stutzig hat mich gemacht, dass es kein Wochenende war. Wer weiß, vielleicht sind einige Jäger auch unter der Woche aktiv. Meine Vermutung war, dass in wenigen Augenblicken der Herr der Hunde erscheinen würde. Aber da kam niemand. Auch nicht nach 5 Minuten Wartezeit. Langsam dämmerte mir, dass das herrenlose wilde Hunde sein mussten, die auf Beutesuche waren. Eine größere Gefahr konnte ich mir nicht vorstellen, als auf freilaufende wilde Hunde zu stoßen. Und das gleich in doppelter Ausführung. Fieberhaft habe ich überlegt, was ich machen könnte, wenn mich die Hunde bemerken würden. Nach 10 Minuten habe ich meine Wanderung fortgesetzt, immer den Blick auf den Wegesrand gerichtet, bereit für eine Überraschung. Zum Glück gab es in dieser bergigen Gegend viele kleine und große Felsbrocken. Mit dem linken Auge habe ich den Wegesrand beobachtet, mit dem rechten Auge habe ich immer nach einer Fluchtmöglichkeit auf einen Felsbrocken gesucht. Die nächsten Kilometer habe ich mich so vorwärts bewegt, immer gefasst auf die 2 Hunden zu stoßen. Meine Augen müssen in dieser Situation nicht weit von meinen Ohren entfernt gewesen sein. Ich glaube mich zu erinnern, dass das auch Schielen genannt wird. Nach mehreren Kilometern haben meine Sinne vom Alarm- und Fluchtmodus wieder in den Normalmodus zurückgeschaltet. Trotzdem war ich den restlichen Tag sehr aufmerksam unterwegs.
    Pilgerausweis
    Auch diesmal habe ich mir den Pilgerausweis lange vor Antritt der Wandertour bestellt.
    Was ich nicht bedacht hatte ist der Umstand, dass der Platz für die Stempel nicht ausreichen könnte. Nach ca. 30 Tagen (von insgesamt 42 Tagen) habe ich mit Schrecken festgestellt, dass der Platz im Pilgerausweis knapp wird. Gerne hätte ich mir in den letzten 12 Tagen meiner Wandertour an jedem Tag mehrere Stempel abgeholt. Durch den Platzmangel konnte ich mir deshalb in den letzen Tagen immer nur einen Stempel leisten. Meistens habe ich die Stempel dann selber in den Pilgerausweis gesetzt. Dadurch konnte ich die verschwenderische Nutzung des Platzes durch die Herbergsbetreuer etwas eindämmen.
    Für meine nächste Wandertour auf einem Jakobsweg werde ich mir neben dem Original-Pilgerausweis gleich noch eine Zusatzeinlage für den Pilgerausweis bestellen oder selbst anfertigen und in den Pilgerausweis einkleben.
    Abreise
    Im Jahr 2018 konnte ich bei meinen Wandertouren im Februar/März und Oktober/November auf dem Jakobsweg Via de la Plata noch per Direktflug von Madrid oder Santiago de Compostela nach Deutschland fliegen.
    In diesem Jahr war das nicht mehr möglich.
    Ca. 5 Tage vor dem Ende meiner Wandertour wollte ich wieder einen Direktflug buchen. Das ist trotz intensiver Bemühungen seitens meiner Tochter Romy nicht gelungen. Wir habe keinen Anbieter für Direktflüge von Santiago de Compostela in eine beliebige Stadt von Deutschland gefunden. Deshalb musste ich mit einem Zwischenstopp über Madrid nach Berlin-Tempelhof fliegen. Die Zeit für den Zwischenstopp in Madrid war ausreichend, so dass ich bequem den Anschlussflug erreichen konnte. Der Flug nach Berlin-Tempelhof war zwar pünktlich, aber ich hatte trotzdem wenig Zeit um den ICE von Berlin nach Halle/Saale zu erreichen. In Halle hat mich dann meine Frau mit dem Auto vom Bahnhof abgeholt.
    Trotz der manchmal knappen Umstiegszeiten verlief alles (2 Flüge, 1 Bahnfahrt mit dem ICE) relativ pünktlich.
    Eine weniger schöne Angelegenheit gibt es aber noch zu berichten. Auf dem Flughafen in Santiago de Compostela musste ich mich leider von meinen Leki-Trekkingstöcken trennen. Bei Flügen innerhalb von Europa versuche ich immer meinen Ultraleicht-Rucksack als Handgepäck durchzukriegen. Vom Gewicht und von der Größe des Rucksacks hat es da nie Probleme gegeben. Diesmal wurden allerdings meine Leki-Trekkingstöcke beanstandet. Obwohl ich sie in meinen Rucksack gepackt hatte, sind die Stöcke nicht durch die Kontrolle gekommen. Als Extragepäck wollte ich die Stöcke auch nicht aufgeben. Schweren Herzens habe ich mich von den Stöcken getrennt. Ich habe mir keine Mühe gegeben das Kontrollpersonal von der Harmlosigkeit der Stöcke zu überzeugen. Bei einem Stock war nämlich der Falt- und Spann-Mechanismus defekt und nicht mehr zu reparieren. Neue Stöcke mussten eh gekauft werden.
    Neue Leki-Trekkingstöcke habe ich noch im CheckIn-Bereich des Flughafens im Internet geordert.
    Statistik
    Streckenlänge gesamt                   1212 km
    …davon Camino de Levante            812 km
    …davon Via de la Plata                     142 km
    …davon Camino Frances                 258 km
    Tagesetappen gesamt                       42
    …davon Camino de Levante              28
    …davon Via de la Plata                         5
    …davon Camino Frances                      9
    …davon Wandertage                           41
    …davon Ruhetage                                  1
    …davon Sonnentage                           20
    …davon Regentage                               5
    …davon Schneetage                             2
    …davon bedeckte Tage                      15
    …davon <   15 km (Nero)                     0
    …davon      15 - 19 km                          3
    …davon      20 - 29 km                        17
    …davon      30 - 39 km                        20
    …davon >= 40 km                                  1
    Längste Tagesetappe                        41,4 km
    Kürzeste Tagesetappe                       17,4 km            
    Tagesdurchschnitt …
    …mit Ruhetagen                                  29,0 km/Tag
    …ohne Ruhetage                                 29,7 km/Tag
    Übernachtungen gesamt                   42
    …davon in Jugendherbergen               3
    …davon in öffentl.Pilgerherbergen   27
    …davon in privaten Herbergen          11
    …davon in kirchl. Einrichtungen          1
    Nachbearbeitung
    Nach dem Ende der Wandertour gibt es noch einige Dinge zu tun.  
    Da ist einmal der Bericht über diese Wandertour, den ich in meinem Blog veröffentlichen will. Zusätzlich wird in meinem Facebook-Account ein Link auf meinen Bericht im Blog gesetzt. Im Forum Ultraleicht-Trekking.com wird der Bericht in leicht abgewandelter Form ebenfalls erscheinen.
    Dann wähle ich aus den vielen Bildern, die ich während meiner Wandertour angefertigt habe, diejenigen aus, die ich ebenfalls über einen Link öffentlich zugänglich machen will. Diese Bilder stelle ich dann in einem GoogleDrive-Verzeichnis zur Verfügung.
    Meine Tracks stelle ich ebenfalls über einen Link in meinem Blog in einem GoogleDrive-Verzeichnis für den Download bereit. Vorher korrigiere ich meine Tracks mit Hilfe von Aufzeichnungen aus meinem Tagebuch. Ein weiteres Hilfsmittel für die Korrektur der Tracks sind Track-Aufzeichnungen von Abweichungen von den geplanten Tagesetappen mit dem Navigationsgerät (Handy oder Garmin-Navi).
    Erst dann, wenn diese 3 Punkte (Bericht, Bilder, Tracks) erledigt sind, wird die Wandertour zu den Akten gelegt.
    Tracks, Wegpunkte und Bilder
    Wie immer gibt es am Ende des Berichts noch einen Hinweis auf wichtige Daten meiner Wandertour. Das sind vor allem meine eigenen Tracks und Wegpunkte, die ich zur Navigation verwendet habe.
         WT002_ES_Jakobsweg_Camino_de_Levante_Tracks.gpx
    Fazit
    Der Jakobsweg Camino de Levante hat mich überrascht.
    Einmal wegen der über weite Strecken hervorragenden Markierungen und den Hinweisschildern vor und nach jeder Ortschaft.
    Zum anderen wegen der Einsamkeit. Wer die Einsamkeit auf seinen Wandertouren mag, der ist auf diesem Jakobsweg genau richtig. Auf den ersten 33 Tagesetappen auf dem Jakobsweg Camino de Levante (von Valencia bis Zamora) und auf dem Jakobsweg Via de la Plata (von Zamora bis Astorga) habe ich keinen einzigen Wanderer getroffen.
    Das ganze Gegenteil war der Jakobsweg Camino Frances (von Astorga bis Santiago de Compostela). An jedem Tag bin ich vielen Wanderern aus allen möglichen Ländern begegnet.
    Landschaftlich bietet der Jakobsweg das gewohnte Bild, was ich auch von den anderen Jakobswegen kennengelernt habe. Unendliche Schotterpisten, einsame Straßen, Plantagen aller Ausprägungen (Orangen, Oliven, Wein), kleine beschauliche Dörfer und schöne historische Städte (Toledo, Avila, Astorga).
    Auch die Jahreszeit (Februar/März oder Oktober/November) für meine Wandertouren in Spanien hat sich als ein Vorteil erwiesen. Die bekannten Jakobswege sind nicht mehr so stark frequentiert und bei der Herbergssuche gibt es kaum Probleme. Mit der richtigen Allwetterausrüstung (Regen und gelegentlich Temperaturen leicht unter dem Nullpunkt) ist das alles kein Problem.
    Was das Ganze noch besonders macht, sind die freundlichen Spanier. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich bei meinen bisherigen 3 Wandertouren (2018 und 2019) in Spanien jemals Probleme mit den einheimischen Bewohnern hatte. Sie helfen, wo sie können. In meinen vorherigen Ausführungen habe ich die eine oder andere Episode für die außergewöhnliche Hilfsbereitschaft der Spanier erzählt.
    Ausblick
    Meine nächste Wandertour in meinem Wanderprojekt SJW Spanische Jakobswege wird der Jakobsweg Ruta de la Lana sein. Dieser Jakobsweg ist noch unbekannter als der Jakobsweg Camino de Levante.
    Ich freue mich darauf und ich bin gespannt, was mich dort erwarten wird…
    Update (April 2020)
    Ganz aktuell ist die Information, während ich diesen Bericht geschrieben habe, dass der Wanderführer über den Camino de Levante im März 2020 in einer Neuauflage erschienen ist, die von einem anderen Autor verfasst wurde. In meiner Planungsphase hat mir diese brandaktuelle Ausgabe leider nicht zur Verfügung gestanden. Trotzdem habe ich diesen neuen Wanderführer gekauft. Man weiß ja nie, ob ich nochmals den Jakobsweg Camino de Levante laufen werde.
     
     
  2. Danke!
    Wanderfrosch hat eine Reaktion von HUCKEPACKS erhalten in HUCKEPACKS IST ONLINE .......YEEEES   
    Ahh, voll schön zu sehen! Ich denke ich werde jetzt auch schon mal anfangen zu sparen, damit ich mir nächstes Jahr auch einen Phoenix leisten kann
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    Wanderfrosch hat eine Reaktion von skullmonkey erhalten in HUCKEPACKS IST ONLINE .......YEEEES   
    Ahh, voll schön zu sehen! Ich denke ich werde jetzt auch schon mal anfangen zu sparen, damit ich mir nächstes Jahr auch einen Phoenix leisten kann
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    done it!

    2 paar schuhe
    2 paar socken
    8 zecken
    12 ibu‘s 
    ca. 6kilo partyknabberboxen
    ca. 80 wraps 
    89 tage 
    ~2600km
    E1 und E5
    flensburg - konstanz - verona
     
    ausführliches nachdem das erstmal verdaut ist und ich urlaub vom urlaub gemacht habe
    aber so viel: ich bin glücklich. überwältigt im wahrsten sinne des wortes. ich bin gesund. alles ist gut
    grüsse aus dem sonnigen verona
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    Tag 12
    Morgenstimmung am Schmalsee. Schön. Ich nehm den Schwarzsee mit, ein kleiner Schlenker ist dass. Der Schwarzsee ist ein See der im Übergang zu einem Hochmoor ist. Sieht schön aus – aber dann doch irgendwie wie ein See. Aber Wild ist er dennoch... und ich habe ihn für meine kleine Pause für mich ganz alleine


    In Güster freue ich mich auf eine ausdehnte Mittagspause – aus der niks wird weil ich irgendwie dann doch mir niks dort zugesagt hat. Am Ende saß ich an einer Steckdose am Ortsausgang, fütterte Insta, mich mit Chips und mein Gemüt mit dem Umstand dass ich mich am gefühlt heißesten Tag seit Tourbeginn mit meinem Wassermanagement verschätzt habe...naja weiter.

    Richtung Wotersen. Kennt jemand noch das Erbe der Guldenburgs, dieser Vorabendtrash aus den 1980ern? Gut Wotersen, da ists gedreht worden. Hier wollte ich eigentlich einen späten Kaffee, da ich aber von einem vollkommen überforderten Personal eine ½ Std. ignoriert worden bin, hab ichs beim Auffüllen meiner Wasservorräte krachen lassen und bin weiter. Aber ist diese Lindenallee nicht beeindruckend -ein Foto kann das gar nicht einfangen. Knorrige Baumriesen bis zu 400 Jahre alt. Erfurcht.

    Irgendwo hinter Basthorst im wirklich letzten Waldfitzelchen das es auf den ganzen Feldern gab, hab ich mein Tarp aufgebaut... war nur in der Nähe einer Zufütterungsstelle- war saumäßig was los die Nacht. Oropaxtime! ... ich bin morgen in Hamburg. Krass! Mit dem erreichen von Witzhaven habe ich über 417km gemacht – in say whaaat 12,5 Tagen! Ich falle tot um und schlafe ein.
     
    Tag 13
    Echt jetzt? meine Matte hat ein Loch! Wirklich. Die Nacht vorher dachte ich noch Ventil nicht richtig zu. Aber ja. Am Schmalsee stand ich morgens auf einem kleinen niedlichen Brombeersprößling den ich Abends übersehen hab und der zumindest es schaffte durch Grioundsheet (Polycro) und Socken zu pieksen -reicht das für ein Loch? Keine Ahnung, ist auch egal. Ich hab eins und weiß schon wie ich meinen Zero gestalten kann... Der Sachsenwald, den ich mir im Vorfeld als letzte Draußenpennmöglichkeit vor Hamburg mit einem dicken Ausrufezeichen versehen habe, habe ich mir als großstädtische Naherholungswüste imaginiert. Ist gar nicht so, ist voll schön vor allem das Billetal. Auch sie darf hier an vielen Stellen noch so wie Flüsse würden wenn mensch sie lassen würden. Da mich dies in S.H. Sehr häufig begleitet hat, habe ich die dazugehörigen Biotope vor allem dem Bruchwald als Landschaftsform sehr zu schätzen gelernt... unzählige Bruchwaldfotos auf meinem Fon sprechen Bände - ich habe euch verschont.

    Um 11.04 erreiche ich Witzhave und habe somit offiziell die S.H. Section beendet. Okay. 417km. An Tag 13. Nicht schlecht. Hier loest sich auch eines der größten Trailraetsel: Bei Kücknitz verschwindet der Trail unter der Trave und keine Infos- wie wo ich drüberkomme. Lösung: Shuttlebus drunter durch- ein Tunnel! Aha. So einfach kanns manchmal sein.
    Ich laufe weiter und verliere irgendwo in Hamburg-Bergedorf am Schloss die Trailmarkierung, nach mehreren Versuchen und der Feststellung, dass ich für die Hamburg Alternativroute die GPS Daten gelöscht habe, gebe ich es am Bhf endgültig auf.

    Und setze mich in die Bahn nach Hbf. von hier aus will ich weiter nach Bremen – einen Zero bei meiner besten und ältesten Freundin machen.
    Tag 14
    ...so ungefähr sah mein zero dann in bremen aus stimmt nicht ganz. Loch in der Matte geflickt. Meine Klamotten gewaschen. Seit Pönitz wieder geduscht... das was an Zeros eben so gemacht wird...

     
    S.H. Fazit
    Schleswig-Holstein hat mich positiv überrascht. Ich kannte bisher nur den marschlandigen Westen und war wirklich überrascht wie vielfältig der Osten S.H.'s ist- im schnellen Durchlauf fand ich auch Flensburg und Kiel sehr nice. Am Wirklich tollsten,besten und würde ich sofert nochma hin: Schleswig mit Schlei und den beiden Nooren, Steilküste zwischen Eckernförde und Kiel. Schwentine und die Holsteinische Schweiz – nach den Rundweg Holsteinische Schweiz habe ich quasi btw gethruhiked... war sehr schön da oben. Gerne wieder...

    beste trailmarkierung der holzstapel im hintergrund wurde einfach auf den wegeinsteig gelegt - machte total Sinn... als mir klar wurde was es bedeuten solle...
    ...next steps...
    ich gehe morgen bäck on trail. fahre mit dem zug nach Siegen und -tada- laufe zurück nach Ffm. Da werde ich wahrscheinlich nur noch einen zero machen und direkt weiter gen Odenwald und Schwarzwald... ich bin so gut in der Zeit, dass ich schon auf die Schweiz ausgedehnt habe also bis nach Lugano laufen werde. Und als Back up bin ich noch dabei die Daten bis Genua rauszusuchen - weil irgendwie finde ich das Bild vom Meer zum Meer zu laufen... ich guck einfach mal. Am 11.8. werde ich in Konstanz eingesammelt und mache dann noch ne Woche Füsse hochlegen... also für alle die Lust auf mehr haben - sry. das wird vor September niks mehr

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    Tag 10

    Frühstück an der Lübecker Bucht. Und irgendwie den falschen Weg genommen und dann doch durch das Lübecker Suburbia geirrt und am Ende durch Kleingartensiedlungen an der Wakenitz.
    Die war echt nett, manchmal sah sie sogar wild aus. Schlussendlich war ich dennoch froh als ich wieder drauszen war.
     

    In Groß Grönau hikertrash mäßig essen auf dem Supermarktparkplatz und dann weiter – und wieder hatte ich mit akuter Bocklosigkeit zu kämpfen. In Klempau hatte ich dann ein Einsehen. Hab was nettes gefunden im Wald und um 19.30 bin ich eingeschlafen.

     
    Tag 11
    Fresh und erholt. Klar ich war einfach ausgelaugt. Ich bin in effektiv 8,5 Tagen über 300km gelaufen und wundere mich weshalb ich fertig bin- stupid me. Ich hab 12h geschlafen. Ich starte und laufe lange lange gerade am Elbe-Lübeck-Kanal lang. Gerade. Auf einem Damm. An einem Gewässer das wie ein Strich in der Landschaft liegt... die Sonne scheint. Sonnenschirm. Mir geht’s gut. Netter Schnack mit einem Hundebesitzer.

     
    Ich laufe bis nach Mölln. Ich merke aber das aus der S.H.-Section für mich so ein bisschen die Luft raus ist. Es kommt jetzt der Schlenker rein nach Hamburg auf die nächsten 100km. Landschaftlich erwarte ich nicht mehr viel und das schlägt alles aufs Mindset. Okay vorher noch Ratzeburg- der Ratzeburger See ist schön... aber ich hatte ja auch schon viele - dafür beste Haltestelle:


    Auf dem Weg Wald, der im Licht schönes macht und nach würzig nach Macchia duftet. Mölln finde ich pittoresk- sehr schöne Altstadt.

    Am Schmalsee gestaltet sich die Schlafplatzsuche schwierig, viele Menschen wenig Spots aber weiter kann und will ich nicht mehr. Finde was. Sofort schlafen!

    ...Endspurt... nicht mehr weit bis Hamburg!
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    Wanderfrosch hat eine Reaktion von J_P erhalten in Westweg Teil II - Forbach bis Basel vom 17.09. - 24.09.2019   
    Vielen Dank fürs teilen von diesem Bericht, konnte den Weg mir echt gut vorstellen
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    Wanderfrosch reagierte auf Schwede in Rucksack-Verlosung für den LaBu   
    Hej hej @die zwiebel
    Am letzten WE kam nun @kImperator und brachte mir den Rucksack. Puuhhh... was für ein schones Teil.
    Da habe ich gleich mal mit @kImperator meine Ausrüstung angepasst (und einige UL-Sachen hatte ich bereits passend zum Rucksack bestellt (z.B. ein Lanchan)). Dadurch bin ich von 18kg!!!! auf ca. 6,4kg gekommen (ohne Futter und Wasser).
    Nebenbei bemerkt, mein erster Rucksack im Jahre 2006 auf einer Schwedentour hatte 32kg - da war ich noch jünger und ohne "Zipperlein"
    Und vielen Dank auch an @LAUFBURSCHE - du weisst warum. Da habe ich mich auch drüber gefreut und schon einen Verwendungszweck gefunden.
     
    (Menno... Das UL-Dingens hat mich aber nun voll erwischt... )
     
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    Prolog:
    Ende des Urlaubs in Schottland, 2016. Meine Freundin G.:"Das nächste Mal möchte ich in irgend eine trockenere Gegend, aber so Skandinavien wäre auch echt cool."
    Ende des Urlaubs im Lakedistrict, 2017: G.: "Das nächste Mal trockene Gegend, du warst ja ohne mich auf Mallorca, und jetzt waren wir schon wieder im Nassen. Aber Skandinavien wäre auch mal spanend."
    Ende des Urlaubs auf Mallorca 2018: Ich: "Wo solls im Herbst hingehen?" G.: "Wir wollten doch immer mal nach Skandinavien..."
    Das ist eigentlich ein Bericht, der besser zu den Outdoorseiten passt (*Da werde ich ihn auch nochmal posten...). Auf der Rückfahrt aus dem Urlaub nach Deutschland habe ich die aktuellen Packlisten hier so angesehen, Schottland im Oktober mit <4kg und solche Sachen, da wird's mir fast schon peinlich. Meine Urlaubsreisen werden eher immer schwerer. Diesmal hatte ich ein Baseweight das höher war als je zu vor bei mir. Außer vllt bei meiner allerersten Tour in der Eifel... aber man ist ja zu zweit Unterwegs und hat Urlaub. Da ich dabei dennoch zumindest viel mit UL-Ausrüstung hantiere und gerne Reiseberichte schreibe (und das hier "mein Forum ist") könnt ihrs ja trotzdem lesen. Trotz einem BW von ca. 8-9kg (geschätzt nur deshalb, weil unterschiedliche Teile der Ausrüstung mal von mir, mal von G. getragen wurden). Hier gibts ne Packliste, wenn auch nix besonders spannendes: https://lighterpack.com/r/fr4dez OT: - die von G. gibts nicht digital, sie trägt neben dem in der liste "gelb" markiertem einen Berghaus Hyper 37, eine Neoair x-lite Womans; einen EE 20F Quilt sowie einen Satz Wander+Schlafkleidung. Und die ganzen Schokoriegel. Nix besonderes, dürfte am Anfang auch ca. 10kg gewesen sein, BW so im Bereich von 4-5kg oder so.
    Es wurde viel überlegt, und schließlich gab der Wanderführer "Traumtreks Norwegen" den Ausschlag, dass es zwei Wochen lang Ost-West durch die Hardangervidda, östlich um den Hardangerjøkulen und dann schließlich durchs Aurlandsdalen bis zum Fjörd gehen sollte, also die Touren 3+4+5 aus dem Buch. Ein Großteil der Planung basierte ebenfalls darauf + auf ut.no, ich gebe zu, die ganze Planungsarbeit macht mir keinen Spaß; ich will laufen und nicht Berichte & Karten wälzen.
    OT: Die Anreise war wohl meinem von der vorherigen Jobphase gestresstem und ausgelaugtem Gehirn geschuldet etwas umständlich, Flug Düsseldorf->München->Oslo, Übernachtung dort und von da an mit der Bergen-Bahn nach Geilo wo der Start sein sollte. Rückfahrt ebenfalls mit der Bahn über Oslo -> Frankfurt -> Düsseldorf... habe die Flüge gebucht ohne mir die Umstiege genau anzusehen... Beim nächsten mal würde ich es wohl xx->Bergen->Schiffsfähre machen, da wäre man potentiell am Abend der Abreise schon im Zelt. 
    Unsere schließlich gelaufene Strecke:

    Tag 1, Anreise: Um 4 Uhr klingelte der Wecker und wurde erstmal weggedrückt, draußen noch dunkel, bis G. und mir klar wurde, dass wir uns ja eigentlich beeilen müssen, dürfen unseren Flieger nicht verpassen. Extra 2h+Sicherheitspuffer vor Abflug um 9:30 in Düsseldorf war mächtig früh an einem Sonntag. Dass ich am Tag davor aus einem Nachtdienst völlig gerädert nach Hause gekommen war trug ihr übriges dazu bei, dass das Packen hektisch und unsere Wohnung nach Abflug ein absolutes Chaos war. Wo waren doch gleich nochmal die STS-Klappschalen? Die Kreditkarte?? Die Heringe???
    Die weitere Anreise verlief jedoch zum Glück ohne Komplikationen, auch wenn das sehnsuchtsvolle Erwarten des Aufgegebenen Rucksacks nach Flug mit Umstieg jedesmal dermaßen nervenaufreibend ist, dass wir ständig überlegen nur noch mit Handgepäck zu fliegen. Wäre nur diesmal bei dem prallgefüllten ULA OHM mit nun sicher 60l und ca. 16kg Last sowie dem Rucksack meiner Freundin nicht gegangen. Haben schließlich Essen für nahezu die ganze Reise dabei. Aber wie gesagt, keine Komplikationen, konnten uns noch ein bisschen Oslo ansehen und Burger essen, bis es schließlich am Folgetag mit der Bergenbahn nach Geilo ging. 
    Tag 2: Die Bahnfahrt nach Geilo war angenehm, man konnte die abwechslungsreiche Landschaft aus dem Fenster genießen und sogar Steckdosen an den Sitzen bot unser Abteil. Aber richtig entspannen konnten wir nicht, zu aufgeregt waren wir davor, was uns im Fjell erwarten würde. Um ca. 16 Uhr in Geilo (sprich: "Jeilo") begrüßte uns erstmal herrlicher Sonnenschein, Sommerwetter und ein wunderbar Büllerbü-artiger Ort. Von der Tourismus-Hölle, wie ich mir den Skiort vom lesen vorgestellt hatte, keine Spur. Also erstmal den unangenehm schweren Rucksack geschultert und über schattige Wege vorbei an idyllischen Ferienhäusern dem endlos scheinenden Ustedalsfjörden bis zur Tuftebrui gefolgt, wo schließlich die Wanderwege begannen.


    Dann ging es zunächst durch Birken und Dickicht auf steinigem Weg immer höher hinauf auf das Plateau der Hardangervidda, immer dem roten T folgend, dass uns von nun an täglich begleiten sollte.

    Schließlich auf dem Hochplateau angelangt, wurden die Bäume zunehmend weniger und wir konnten einen ersten Eindruck von der Weite der Landschaft, in der wir uns in den nächsten Tagen bewegen sollten, erhaschen. 

     
    Vor dem Anblick des Harlingskarvets(?*Es könnte auch ein anderer sichtbarer Gebirgszug gewesen sein, bsp. ein Ausläufer des Hardangerjøkul, so sicher waren wir da nicht) schließlich, mit den ersten zu sehenden Schneefeldern, richteten wir unser erstes Lager ein.

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    Wanderfrosch hat eine Reaktion von zweirad erhalten in Anregung zur allgemeinen Ausrüstung bei etwas größeren Menschen   
    Hey,
     
    was mir jetzt seit einiger Zeit schon nicht aus dem Kopf geht ist die Problematik mit der eigenen Körpergröße im Bezug auf Gewichteinsparen.
    So vorweg, ich habe schon seitdem ich aus der Pubertät kam einige Schwierigkeiten bei dem Kauf von Kleidung und Schuhen, da ich 1,97m groß bin, dabei jedoch noch relativ schlank und auch dazu die passende Schuhgröße mit 49! Will ich mir beispielsweise was langärmeliges kaufen, dann habe ich immer Probleme , dass entweder die Ärmel zu kurz sind oder wenn lang genug würde ich mindestens 2mal von der Weite reinpassen. Das selbe gilt für Hosen, wobei ich mittlerweile auch immer direkt die Verkäufer frage, da ich mir so teilweise ewige Sucherei spare oder aber direkt erfahre, das ich wieder gehen kann. Nichts desto trotz gehöre ich mit der größe ja noch lange nicht zu den Extremfällen, wie ich erst letztens noch erfahren musste, als ich ein Übergrößengeschäft betrat und die Bedienung meinte, ich wäre ja doch wohl für deren Maßstäbe zu klein!
    So, jetzt aber zu dem eigentlichen Punkt, warum ich dieses Topic eröffnet habe:
    Bisher ist es eigentlich immer so, dass wenn ich nach Ausrüstung greifen wollte, ich mich auch für die schwerer ausfallende entscheiden musste. Ich würde mich freuen, wenn hier eine allgemeine Disskussion zu meiner Problematik entstehen würde und ich noch ggf noch zusätzliche Anregung für noch nicht vorhandene Grundausrüstung bekomme!
    Schlafsack (der Größe entsprechend steigt auch das Gewicht, derzeit habe ich von Mammut ein ajungilak kompakt in L der es ja auch schon auf 1850 g bringt) -> Sobald es mein Budget zulässt will ich hier versuchen auf ein Quilt umzusteigen, um so wenigstens das Gewicht zu reduzieren. Außerdem musste ich feststellen, das mein jetziger Schlafsack mir geschlossen zumeist eh als zu warm ausfällt, daher kann ich hier sowieso an der Füllung noch Gewicht sparen. Gibt es hier evt Vorschläge, was sich hier anbieten würde? Im Allgemeinen friere ich wenig, wodurch man hier auch noch an Material sparen kann. Daher hatte ich schon einmal ein wenig mit dem Commulus 250 oder 350 geliebäugelt, aber dann feststellen müssen, dass diese von der Länge auch zu klein ausfallen. Tarp (fällt in der Länge auch direkt größer aus, außer ich nehme ggf. in kauf nasse Füße zu kriegen) - Aktuell versuche ich auf meinen Wanderungen es noch so zu timen, dass ich die meiste Zeit in Schutzhütten oder unter freiem Sternenhimmel schlafe, sodass ich bisher mir noch keines angeschafft habe, aber in der Zukunft werde ich nicht darum rum kommen. -> Ich hab gesehen, dass hier im Forum auch so einiges an Ideen zum selber bauen vorzufinden sind, was mich auch durchaus reizen würde, jedoch müsste ich da auch noch einiges zu lernen bzw. wieder auffrischen und könnte mir ggf. auch vorstellen ansonsten fürs erste eines zu kaufen! Rucksack (von meinen Anfängen habe ich noch den Deuter Act Lite 50+ 10, welcher ja schon ein gewaltiges Monstrum ist, aber wie man mir schon mehrfach mitteilte, trotzdem recht klein auf meinem Rücken wirken würde) Mir ist hier auch durchaus bewusst, dass auf lange Sicht hier eine deutlich leichtere Alternative her muss, jedoch bin ich mir da auch noch sehr unsicher, wie diese Aussehen würde, weil schließlich selbst ein Quilt in meiner Größe doch schon mehr Stauraum einnehmen würde. Isomatte (in diesem Fall habe ich mir vor kurzem von Frilufts die canisp iso in L gekauft, selbst hier ist schon direkt eine Differenz von 105 g zu kleiner Variante in M, die aber für mich in diesem Fall  wegen der  Breite nicht in Frage kommt, da 51 cm da leider schon zu knapp ausfallen / hier könnte ich aber ggf. noch die Länge kürzen, wenn ich meine Beine dann auf den Rucksack ablege) Kleidung im Allgemeinen kann ich persönlich sehr gut an Gewicht sparen, da ich nur selten friere und beispielsweise keine dicke Fließjacke einpacken müsste Wie man vielleicht schon rauslesen kann, bin ich noch einiges davon entfernt meine Ausrüstung Ultraleicht bezeichnen zu können, ich habe mir aber das Ziel gesetzt, dies pèu a pèu in der nächsten Zeit zu realisieren, je nachdem was meine Finanzen so zulassen.
    Da ich einfach mal davon ausgehe, dass ich nicht der einzige hier bin, der sich hier mit einer solchen Körpergröße behauptet, wollte ich einfach mal fragen, wie das so am besten umsetzbar ist und ob es für mich als Langzeitziel einen Long Distant Trail zu wandern auch möglich ist dabei auf ein Baseweight von 5kg oder sogar drunter zu kommen?
    Vielen Dank an alle die soweit mitgelesen haben,
    der Wanderfrosch
     
  11. Danke!
    Wanderfrosch reagierte auf FlorianHomeier in outdoor plastikfrei   
    In der schönen heilen Welt zwingen die aufgeklärten Verbraucher die Hersteller von Mist dazu, diesen zu behalten.
  12. Gefällt mir!
    Wanderfrosch reagierte auf KlausD in outdoor plastikfrei   
    Hallo,

    habe in den Medien wahrgenommen, dass das Thema Mikroplastik uns in der kommenden Zeit beschäftigen wird. In einigen Ländern findet es sogar schon seinen Weg über das Leitungswasser in die direkte Nahrungsaufnahme des Menschen. Wie es gesundheitlich einzustufen ist? Darüber gibt es noch keine abschließenden Untersuchungen, zumindest, was die Auswirkungen auf den menschlichen Organismus betrifft.
    Bei Tierversuchen hat sich herausgestellt, dass u. a. Krebs verursacht werden kann.

    Als jemand, der sich gerne outdoor aufhält und auch gerne handelsübliche outdoor-Artikel nutzt, stehe ich nun vor der Herausforderung, mir ernsthafte Gedanken zu dem Thema zu machen. Panik ist nicht meine Art. Das hat selten geholfen. Ich möchte vielmehr mit Gelassenheit und zielstrebig in diesem Thema weiterkommen. Ich möchte kein 'outdoor-Gesetz' schreiben und anderen vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben, sondern für mich einen Lösungsweg finden, wie man Plastik weitgehend in outdoor-Aktivitäten vermeiden kann.

    Hier freue ich mich über Antworten von Menschen, die ähnlich denken. Ich möchte keine pro- und contra-Diskussion entfachen, da mir bekannt ist, dass Nachweise, in welchem Grade gesundheitsgefährdend Mikroplastik denn nun für den Menschen wirklich ist, wissenschaftlich noch nicht erbracht sind. Ich freue mich vielmehr über konstruktive Meldungen, Ideen, spinnen im positiven Sinne zu dem Thema: Wie kann ich outdoor-Aktivitäten möglichst plastikfrei realisieren? Möglicherweise gibt's ja konkrete Anregungen?
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    Wanderfrosch reagierte auf Stromfahrer in Deo-Spray   
    @notenblog: Wieso Einwegdeo? Das ist ein leeres Sprühfläschen, in das ich mein heimisches Rolldeo umfülle und mit 30% Wasser verdünne. Nix Unweltsau. [emoji6]
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    Wanderfrosch reagierte auf Omorotschka in Myog Brückenhängematte   
    Hallo, hab' mir eine doppellagige Brückenhängematte genäht. Orientiert habe ich mich an denen von Konradsky und Bushcraft-Dicon, danke an euch! ... auch an das Hängemattenforum!
    An Material hatte ich noch 36er Silnylon übrig, Dyneema und Gurte aus dem örtlichen Bootsladen am Innsbrucker Platz. Leider waren die verfügbaren Mindestmaße 3mm, bzw 20mm. Gewicht dadurch um die 400g. Bei der nächsten Matte würde ich bei Extex leichteres Material bestellen. Nähtechnisch habe ich ordentlich gepfuscht,darum gibt's davon keine Details. Aber sie hält schon mehrere Nächte und ist absolut bequem
    Als Spreizen habe ich erst Dicke Äste, dann alte Carbon Skistöcke genommen. Nur gehe ich damit nicht wandern und darum habe ich's erst mit einem, dann mit beiden BD ultra distance Stöcken probiert. Es hält bisher  Für den Abstand nutze ich auf der einen Seite den Teller, auf der anderen einen mehrfach gewickelten Prusikknoten und einen Zeltnagel. 

     
    Viele Grüße, Martin
     
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    Wanderfrosch reagierte auf skullmonkey in Adventskalender   
    Hei ho, 
    nach vielen technischen Schwierigkeiten ist der #HiFAdventcalendar dann nun doch online, allerdings auf einer anderen URL: https://hikinginfinlandcom.wordpress.com/
    Türchen 1
    Türchen 2
    Türchen 3
    Türchen 4
    und Türchen 5 folgt ein bißchen später. Es sind schon einige leichtgewichtige Sachen dabei - viel Spaß! 
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    Wanderfrosch reagierte auf AlphaRay in Vorrichtung zur Messung von Dämmwerten   
    Ja das meinte ich auch. Dass man das eher für sich machen kann, wenn die Gerätschaften nicht passen. Wobei die Messmethode 1 mit selber isolation, Lochmaße und Gelkissen ziemlich identisch verlaufen sollte. Dann hängt es nur noch am Temperaturfühler..
    Alles mit einem Gerät zu messen ist da natürlich sinnvoller bzw. absolut vergleichbar
     
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    Wanderfrosch reagierte auf Janobert in PCT-Gear-Review 2016   
    Moin,
    nachdem ich nun einigermaßen wieder zuhause angekommen bin, wollte ich nochmal meine Ausrüstung Revue passieren lassen, ehe die Erinnerungen an die Details verloren gehen.
    Ich poste hier nochmal die Liste mit der ich letztlich gestartet bin (variiert leicht von der aus dem Vorbereitungsfaden):
    PCT '16 Packliste Start.xls
    und die letztendliche Packliste, mit der ich den Trail beendet habe:
    PCT '16 Packliste Ende.xls
    Zusätzlich kamen noch ein paar Sachen ausschließlich in den Sierras dazu.
    Die Sachen liste ich hier mal so auf:
    - Mikrospikes von Kathoola, 364g
    - Black Diamond Raven Pro Eisaxt mit Handschlaufe und Klingenschutz, 428g
    - Bärenkanister BV500, 964g
    - ZPacks Possum Handschuhe, 41g
    - Sea to Summit Kopfnetz, 22g
    - Gossamer Gear Thinlight Pad, 82g
    - Patagonia R1 Hoody, 367g

    Mehrgewicht in den Sierras total: 2,268 kg

    So nun zum eigentlichen Review:

    Bewertet werden die Ausrüstungsgegenstände mit einer Skala von 1-10, wobei ich eher streng bewerte.
    1Punkt= totaler Reinfall, nie wieder verwenden
    10Punkte= Non-Plus-Ultra, würde ich für den Rest meiner "Outdoorkarriere" so beibehalten
    Die großen 4:

    Rucksack 1: Custom Laufbursche Huckepack 55L 617g, 7 Punkte:
    Gut gefallen, haben mir Seitentaschen des Packs.
    Die Wasserflachen/Snacks waren beim Laufen bestens erreichbar.
    Auch waren sie weit genug geschnitten, um zusätzlich zu Wasserflaschen auch noch andere Kleinigkeiten zu verstauen.
    Die Große Meshtasche, war sehr robust und praktisch. Obwohl ich scharfkantige Gegenstände wie Heringe in die Tasche getan habe, keinerlei Abnutzung.
    Das DxG und der Corduraboden haben sich als äußerst robust erwiesen und ich bin nicht gerade zimperlich mit dem Pack umgegangen.
    Der Sitz war ziemlich gut, besonders der Hüftgurt saß ausgezeichnet.

    Ein paar Sachen haben für mich am Ende nicht mehr so gepasst, deshalb habe ich den Rucksack nach ca. 1200Meilen gewechselt
    (Dafür konnte der Rucksack an sich aber nichts)
    Vor und nach den Sierras war mir das Volumen entschieden zu viel. Die 55L habe ich meistens nicht einmal zur Hälfte ausgefüllt.
    In den Sierras mit Bärenkanister & Co, war das zusätzliche Volumen willkommen, auch wenn 45L wahrscheinlich gereicht hätten.
    Die Lastenkontrollriemen sind leider beide gerissen
    (Eigene Schuld, ich bin mit Anlauf und voll beladenem Pack über einen Bach gesprungen...Die ungewöhnliche seitliche Krafteinwirkung hat die Naht reißen lassen. Die danach einseitige Belastung war dann bald auch für den anderen Riemen zu viel.).

    Nicht ganz so begeistert, war ich von dem Reißverschlussfach, in das das Rückenpolster eingeschoben werden sollte.
    Bei vollem Pack war es eine arge Friemelei, das Rückenpolster raus zunehmen und wieder rein zuschieben, um es beispielsweise als Sitzkissen in Pausen zu verwenden.
    Die Flügel vom, ansonsten perfekten, Hüftgurt waren mir etwas zu lang.
    Ich habe in kurzer Zeit sehr viel abgenommen und konnte nach einiger Zeit den Hüftgurt nicht mehr eng genug stellen.
    Die Laschen zum befestigen der Hüftgurttasche könnte aus einem anderen Material sein.
    Nach einigen Malen ab- und dran machen der Hüftgurttasche, waren die Laschen durch gerieben. Der Karabiner ist ziemlich scharfkantig.


    Rucksack 2: Gossamer Gear Pilgrim 36L 554g, 7 Punkte:
    Der Pack hat mir auch gut gefallen, ich mochte den Rolltop Verschluss lieber, als den vom Huckepack.
    Man konnte den einfach weiter komprimieren.
    Bis zu fünf Tage Nahrung habe ich da reinbekommen (zugegeben sehr gequetscht )
    Die große Meshtasche konnte ich während des Laufen erreichen, was gut war.
    Das Mesh der Außentasche war an sich jedoch nicht so robust, und hat jetzt ein paar kleine Löcher.
    Die Seitentaschen waren, anders als beim Huckepack, zu hoch und schmal geschnitten.
    Es haben nur schmale Flaschen reingepasst (Gatoradeflaschen nicht wirklich gut) und 0,5L Flaschen waren auch nur mit Verrenkung beim Laufen rauszuholen.
    Der Hüftgurt saß nicht ganz so gut, konnte jedoch ausreichend eng gestellt werden.
    Die fest integrierten Hüftgurttaschen waren aus Mesh, was nicht so vorteilhaft war.
    Ich habe zum Beispiel meine Kamera darin verstauen wollen und das war im Grunde nicht möglich, da Feinstaub usw. durch das Mesh eindringen konnte.
    Ich hätte es gut gefunden, wenn der Hüftgurt auch abnehmbar gewesen wäre, wie beim Modell "Kumo".
    Die Schulterriemen haben teilweise unangenehm gedrückt, waren im Vorteil zum Huckepack jedoch aus Mesh.

    Z-Packs Rectangular Tarp 3m x 2,6m 260g, 5 Punkte:
    Das Tarp hat trotz seiner Größe ein kleines Packmaß und ist relativ leicht.
    Aber ansonsten war es einfach zu breit und nicht wirklich lang genug ohne Beak.
    Ich bin 1,94 und habe, wenn flach aufgebaut mit den Füßen immer das Tarp berührt.
    Das Tarp hat 12 Abspannpunkte. Das ist ziemlich nervig, wenn man jede Leine beim Aufbauen einzeln knotet und kostet Zeit.
    Die Größe des Tarps ist auch ziemlich limitierend bei der Zeltplatzsuche gewesen (auf dem PCT teilweise nicht zu unterschätzen).
    Ich hatte zum Glück kaum schlechtes Wetter, einen Schneesturm mit Gewitter in den Sierras hatte ich aber.
    Ich hätte meinen Schlafplatz günstiger wählen können, jedoch würde ich in Zukunft lieber nicht mehr mit einem Tarp in die Sierras ziehen.

    Quilt: Katabatic Gear Sawatch Flex Quilt mit waterresistant down und 2 Oz Overfill 1007g, 7 Punkte:
    Den Quilt hatte ich mir nach Tehachapi bestellt, kurz bevor es nach Kennedy Meadows bzw. in die Sierras ging. Der Zpacks Quilt, den ich vorher hatte, war einfach ncihts für die zu erwartenden Temperaturen.
    Zunächst muss ich erwähnen, dass der Customerservice ausgezeichnet war.
    Der Quilt wurde für mich, zusammen mit passendem Bivy, im Prinzip sofort und ohne Wartezeit hergestellt, damit ich ihn noch rechtzeitig erhalte.
    Ich konnte nichts wiegen und mit der wasserresistenten Daune, der Größe und dem Overfill ist er dann etwas schwer geraten..
    Immerhin hat er mich zuverlässig warmgehalten und ich fand es sehr gut, dass man den Quilt auch komplett als Decke verwenden konnte oder nur das Fußende belüften konnte.
    Wenn gewollt, war die Footbox aber auch komplett und dicht verschließbar.
    Beim Schlafsack/Quilt, trage ich gerne auch ein bisschen mehr, wenn er überzeugt.

    Isomatte: Therm-A-Rest, Z-Lite (6 Segmente) 164g; Gossamer Gear Thinlight 82g, 8 Punkte:
    Nach einer Eingewöhnungsphase von ca. einer Woche, konnte ich sehr gut auf der Zlite schlafen. Man sollte jedoch Probe liegen, bevor man endgültig sein Nachtlager aufschlägt und ggf. vorher kleine Stöcken & Steinchen entfernen.
    Das gilt besonders, wenn die Knie nicht mehr mit auf dem Pad sind.
    Angefangen habe ich mit 8 Segmenten Zlite, dann aber auf 6 reduziert.
    Die Beine kommen logischerweise auf den Rucksack.
    Das Thinlightpad hatte ich nur in den Sierras und Washington dabei, um zusätzliche Isolation zu haben und Kältebrücken an den Knien zu vermeiden. Der alleinige R-Wert, der Zlite kann in den genannten Bereichen schonmal nicht ausreichen.
    Ich habe es auch versucht nur auf dem Thinlightpad zu schlafen, das war mir mit 3mm Dicke dann aber doch ein wenig zu ungemütlich.

     
    Kleidung:

     
    Daunenjacke: Mountain Hardware Ghostwhisperer XL 250g, 6 Punkte:
    Die Jacke war zwar leicht und gut komprimierbar, aber war mir, wenn ich sie dann mal brauchte auch nicht wirklich warm genug.
    Ich habe die eigentlich nur im Camp getragen und da hätte ich mich im Prinzip auch in den Schlafsack kuscheln können.
    Zudem habe ich die Jacke als Kissen benutzt, was für mich eine komfortable Lösung war.
    Ich würde dich Jacke als Luxusgegenstand einstufen und sie wahrscheinlich beim nächsten mal zuhause lassen.
    Als Kissen könnte man dann ein leichtes Inflatable nehmen und man käme leichter weg.
    Wenn Daunenjacke, würde ich eine wärmere nehmen und beim Quilt ein bisschen Gewicht einsparen.

    Windjacke: Patagonia Houdini L 113g, 9 Punkte:
    Ich habe die Jacke geliebt.
    Klein, leicht und hat ihren Zweck bestens erfüllt.
    Eventuell geht es etwas leichter mit einem engeren Schnitt und ich würde mir die kleine Brusttasche sparen.

    Regenkleidung: Frogg Toggs Jacke M 161g:
    Nur einmal benutzt, als nicht wirklich aussagekräftig, daher keine Punkte...
    Die Jacke hat mich in dem Regen jedoch trocken gehalten, außerdem ist sie ziemlich leicht.
    Langlebigkeit kann man sicher nicht erwarten, durchs Unterholz sollte man damit nicht wandern. Ich hatte bereits Abnutzungserscheinung, nachdem mich 1-2 Äste gestreift hatten.
    Die Jacke könnte etwas länger geschnitten sein und die Ärmel ziehen sich am Handgelenk nach oben. Das entblößt recht viel von der Hand und setzt diese dem kalten Regen aus. Thumbloops wären gut.
    Kann man bei dem Preis aber sicher nicht verlangen und angesichts der geringen Regenwahrscheinlichkeit, habe ich diese Nachteile gerne in Kauf genommen.

    Die Hose hatte ich nicht mitgenommen und habe es bereut.
    Einen Tag in Oregon hatte ich kalten Dauerregen.
    Das war in kurzer, durchweichter Hose keine Vergnügen.
    Ich würde gerne einen Regenrock ausprobieren.
    Für Washington, wo ich mehr Regen erwartet habe, hatte ich den Frogg-Toggs-Poncho dabei, hatte aber keine Gelegenheit den auszuprobieren- kein Regen in WA!
    Fleece: Patagonia R1 Hoody 367g, 7 Punkte:

    Ein wenig übertrieben. Wurde bis auf nachts eigentlich kaum getragen. Ein normales 100er Fleece hätte gereicht. Kapuze war jedoch zum Schlafen toll.

    Shirt: Icebreaker GT Longsleeve 150er Merino L 164g, 6 Punkte:
    Das Shirt wurde zunächst als Schlafshirt verwendet, später aber auch zum Wandern.
    Selbst im Gebrauch als Schlafshirt, hat das Shirt schon einige Löcher bekommen und war auch nicht wirklich warm genug.
    Als Wandershirt taugt Merino meiner Meinung nach nicht viel. Es ist einfach zu schnell durchgescheuert und dafür zu teuer.
    Die Geruchsbildung war tatsächlich gering, aber ich habe kaum Unterschiede zu billigerer Quechua Merinowolle feststellen können.
    Ich würde Merino in Zukunft wohl nur noch zum Schlafen nehmen, wenn überhaupt.
    kleiner Eindruck von der Haltbarkeit

    kurze Hose: Adidas, kurze Sporthose 171g, 7 Punkte:
    Ich war zufrieden damit nur diese kurze Hose, als "echte Wanderhose" dabei zu haben.
    Das Netzinlay, habe ich aus Gewichtsgründen raus geschnitten.
    Hat ihren Zweck erfüllt. Die Reißverschlußtaschen an den Seiten waren gut, wenn man Phone, etc. darin verstaut hat, hatte man keine Angst was zu verlieren (z.B. beim Glissading).
    Ein Reißverschluss ging am Ende leider kaputt.

    Windhose: MYOG aus Pertex 57g, 7 Punkte:
    Die Hose war sehr leicht und hat den Zweck erfüllt.
    In Kombi mit den Longjohns auch bei sehr kaltem Wind ausreichend warm. Am Schnitt kann ich noch ein bisschen feilen...

    Buff: UV-Schutz Buff aus Polyester 39g, 5Punkte.
    Ich habe gedacht, Ich würde den Buff als Sonnenschutz um den Hals tragen oder unter die Mütze tun und evtl. nachts als Balaclava nutzen.
    Ich habe ihn schlicht nie benutzt und recht bals aussortiert.
    Tagsüber war er mir zu schwitzig und nachts bin ich mit der Kombination Mütze+Kapuze auch bestens klargekommen.

    Unterwäsche: Finisterre Longjohns 150er Merino M 155g, 6 Punkte:
    Es ist für mich immer schwer Hosen in geeigneter Länge zu finden, ich bin sehr groß und schmal (1,94m auf 74kg).
    So waren auch diese etwas zu kurz.
    Die Longjohns wurden hauptsächlich zum Schlafen getragen.
    Nach einiger Zeit hatte ich die dünne Wolle durchgelegen und hatte auch die ein oder andere kalte Nacht.
    Ich würde künftig mindestens 200er nehmen oder eine Synthetikhose.
    Geruchsbildung war eigentlich keine vorhanden.
    Unterhosen zum Wandern, habe ich nicht getragen.
    Das würde ich bei kommenden Trips wahrscheinlich ändern. Eine leichte Synthetik-Unterhose, zum reduzieren von "Shaving".
    Im Akutfall, habe ich dann halt, auch an heißen Tagen, die Longjohns hochgekrempelt getragen.

    Socken: Darn Tough Light Cushion L 73g/Paar, 10 Punkte:
    Tolle Socken! 100% Merinowolle, akzeptable bis keine Geruchsbildung
    (Ich habe glücklicherweise auch eine schlechte Nase).
    Die Socken haben lange gehalten. Ich habe die Socken vielleicht 3mal ausgetauscht.
    Doch das Beste ist die Lebenslange Garantie.
    Die Socken können im Grunde bei jedem Shop, der sie verkauft gegen ein neues Paar ausgetauscht werden.
    Das ganze geht sogar ohne Beleg, gewaschen sollten sie aber sein!
    Ich habe das Gefühl, dass die 1/4 Socken Größer ausfallen als die in normaler Länge.

    Mütze: Z-Packs Micro Fleece Hat 29g, 8 Punkte:
    Leicht, in Kombi mit der Kapuze von der Windjacke auch immer ausreichend warm.
    Verdunkelt die Augen gut, wenn man sich die Mütze zum Schlafen über das Gesicht zieht.
    Fühlt sich sehr gemütlich an.

    Schuhe: New Balance Minimus Trail 10v4 229g/Schuh, 7 Punkte:
    Also mit den Schuhen war ich am Anfang sehr zufrieden. Super Grip, extrem leicht, schnell trocknend, atmungsaktiv/luftig, Passgefühl, wie ein Handschuh.
    Dann habe ich mir das Vorläufermodell der 10v4 geholt, weil es die im Angebot für 50 Dollar gab. Ich dachte viel schlechter kann es ja im Grunde nicht sein.
    Die hatten jedoch noch weniger Polsterung und einen EVA-Anteil in der Sohle, sodass spitze Steine im Nu von unten durchgestochen haben.
    Dazu habe ich noch meine täglich zurückgelegte Wanderdistanz erhöht.
    Da sind die Schühchen dann irgendwann an ihre Grenze gestoßen (oder meine Füße, wie man will). Ab 50km+ hat mir der Vorfuß aufgrund der minimalen Polsterung jedenfalls ziemlich weh getan.
    Ich habe leider selbst nach 4250km immer noch nicht das perfekte Paar Schuhe gefunden. Ich würde als nächstes glaube ich die Altra Lone Peak 2.5/3.0 ausprobieren. Viele waren damit sehr zufrieden und auch Andrew Skurka, von dem ich viel halte, empfiehlt diese u.A.
    Sohle mit EVA-Anteil 10v3 nach ca. 200 Meilen..


     
    Sonstiges:

     
    Schirm: Swing Liteflex 235g, 8 Punkte:
    Als Regenschirm musste ich den zum Glück nicht verwenden.
    In der Wüste als Sonnenschirm hat er mich ziemlich sicher ein paar Mal vor einem Hitzschlag bewahrt.
    Manchmal findet man mittags halt keinen Schatten für eine Siesta..
    1-2 mal als Beak verwendet, ich hatte jedoch immer Angst, das der Schirm wegfliegt, wenn ich einschlafe.
    Nach den Sierras habe ich den Schirm aber nach hause geschickt.

    Trekkingstöcke: Fizan Compact mit GG-Korkgriffen 277g, 8Punkte:
    Die Stöcke haben sich sehr bewährt.
    Selbst in alpinem Gelände und unter vollem Aufstützen keinerlei Probleme.
    Die Spitzen haben bis zum Ende durchgehalten (Stöcke wurden die ersten 700 Meilen nicht zum Wandern benutzt).
    Mit den Korkgriffen von Gossamer Gear auch eine sehr angenehme Haptik.
    Als ich die Griffe ausgetauscht habe, habe ich die neuen jedoch nicht angeklebt.
    Die neuen Griffe saßen so fest, dass ich das nicht für nötig gehalten habe.
    Nach einer gewissen Zeit haben die Metallschäfte sich durch die weichen Korkgriffe gebohrt.
    Wer also die Griffe austauscht...Ankleben!
    Ein Stock ist mir aus Tollpatschigkeit gebrochen. Das lag jedoch nicht wirklich am Stock selbst.
    Ich bin auf eisigem Untergrund ausgerutscht und komplett auf den Stock gefallen.
    Ich konnte eine halbes Segment der Stöcke entfernen und die Stöcke weiterbenutzen.
    Nicht nur deshalb würde ich höhenverstellbare, mehrfach segmentierte Stöcke empfehlen.
    Solche Stöcke sind auch wesentlich variabler für den Shelteraufbau.

    Bivy: Katabatic Gear Bristlecone 257g, 8 Punkte:
    Ich habe das Bivy unterwegs bestellt.
    Hauptsächlich diente mir das Bivy in den Sierras und Oregon als Mückenschutz.
    Aber auch die Draft-Reduktion war spürbar und hat ein paar Grad Wärme gebracht.
    Ich habe den Quilt nie an meiner Isomatte befestigen müssen, zu 90% habe ich nur in Bivy und ohne Shelter übernachtet.
    Auf Grund des Wasserfesten Badewannenbodens, konnte ich auch auf ein Groundsheet verzichten.
    Ich habe zum Schlafen die Isomatte unter das Bivy gelegt, um hin und her rutschen zu verhindern und das Silnylon vor Abrieb zu schützen.
    Das einzige, was mich gestört hat, war die Kondensation, die sich ab und zu im Bivy gebildet hat.

    Messer: Victorinox Swisscard Classic 27g, 9 Punkte:
    Die Schere hatte ich zuhause gelassen. Der Brieföffner als Messer hat völlig ausgereicht, ich hatte sogar das Gefühl nicht mal den wirklich zu brauchen.

    Smartphone: Samsung Galaxy S5 Mini + Schutzhülle 142g, 9 Punkte:
    Der Akku hat sehr lange gehalten und das war für mcih eigentlcih Hauptkriterium.
    Im Flugmodus und in moderater Benutzung als Kamera, Wecker und zur Navigation 5-7 Tage.
    Die Akkuleistung hat gegen Ende der Reise etwas nachgelassen.
    Zunächst hatte ich eine 10.000 Powerbank + Austauschakku dabei. Das war definitiv zu viel des Guten. Ich habe mit diesem Telefon eigentlich nichts von beidem gebraucht.
    Am Ende habe ich mir Kopfhörer zugelegt und angefangen Musik zu hören.
    Das hat sich dann erheblich auf die Akkudauer ausgewirkt ~1,5-2Tage bei durchgehendem Musikhören von ca. 12h/Tag.
    Ich habe mir dann halt meine Musikstunden eingeteilt und bin mit dem einfachen Austauschakku klargekommen.
    Einzig mit den Fotos war ich bei schwierigeren Lichtverhältnissen nicht zufrieden.
    Von daher habe ich mir eine Kamera zusätzlich bestellt. Einen solchen Trip will man schließlich photographisch festhalten.


    Kamera: Sony Cyber-Shot RX100 239g, 9 Punkte:
    Gute Fotos, moderates Gewicht. Ich bin kein Kameraexperte, aber viele andere hatten auch diese Knipse mit und waren sehr zufrieden.
    Ich kann nur zu einer Hülle zusätzlich raten.
    Ich hatte erst keine und wollte auch keinen Ziploc oder so benutzen.
    Ich dachte, das gibt evtl. Kondens auf der Linse.. Naja Wüstenfeinstaub ist auch nicht besser

     
    Küche:

     
    Kocher. BRS-3000T Gaskocher 25g, 9 Punkte:
    Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis.
    Es mag effektivere Gaskocher geben, aber dieser erfüllt seinen Job und kocht Wasser.
    Mehr will ich eigentlich auch nicht.
    Es gibt keine Simmerfunktion oder sonstigen Schnick-Schnack.
    Ich habe fast nur Freezerbag-Cooking betrieben (Höchstens 2x/Tag) und 100ml Kartuschen haben ~3Wochen gehalten. Nachkauf auch kein Problem, wenn es mal keine kleinen Kartuschen gab, bin ich den nächsten Abschnitt halt stoveless gegangen.
    Der Kocher ist sehr kompakt und passte zusammen mit einer 100ml Kartusche und Feuerzeug in meinen 500ml Topf, was mir sehr gefallen hat.
    Ich hatte einen Spirituskocher in der Bouncebox, doch nachdem ich gesehen hatte, was Waldbrände anrichten können, habe ich mich mit der Gasvariante viel wohler gefühlt.

    Löffel: Laufbursche Titanlöffel 15g, 8 Punkte:
    Ist ein Löffel.. Ein etwas längerer Griff für tiefere Freezerbags etc. hätte mir manchmal gefallen. Es hat aber auch so gut funktioniert. Angenehmes Essgefühl.

    Topf: Evernew Titantopf 500ml 74g, 8 Punkte:
    Job erfüllt, groß genug für alle Gelegenheiten.
     
     
    Wasserentkeimung:

     
    Filter: Sawyer Squeeze 92g, 9 Punkte:
    Toller Filter, viel besserer Flow, als der Mini. Viele Leute auf dem Trail hatten Probleme mit dem Mini, der einfach zu schnell dicht geht und ständig gebackflusht werden muss, um wenigstens minimalen Flow zu erhalten.
    Wenn man in den USA unterwegs ist, kann ich es empfehlen, die Smartwater Wasserflaschen zu kaufen, die den Sportverschluss als Deckel haben.
    Die Öffnung dessen passt genau auf den Filter und man kann den zum "backflushen" benutzen. Sprich man kann diese Spritze zuhause lassen.
    Am Ende habe ich auch die Gummidichtung vom Filter unten entfernt.
    Den Filter habe ich dann dauerhaft auf meiner Flasche gelassen und das "dreckige" Wasser direkt aus der Flasche getrunken.
    Die Entfernung der Gummidichtung hat dabei bewirkt, das sich die Flasche nicht mehr unter dem Unterdruck beim Trinken zusammengezogen hat.
    Der Nachteil dabei ist, dass dann halt ein Bisschen Wasser aus der Flasche leaken kann.
    Das hat mich aber kaum gestört.

    Chemische Entkeimung: Micropur forte Tabletten 2g, 8 Punkte:
    Hatte ich als Backup dabei. Hat den Job erfüllt. Ich habe die nur benutzt, wenn ich absolut zu faul war zu Filtern oder als zusätzliche Absicherung bei ganz ekligem Wasser (Pferdetränke mit Algen und toten Insekten). Der Chlorgeschmack hat mich jedoch ziemlich gestört.
    Das würde mich davon abhalten, das als Entkeimung erster Wahl zu verwenden.
    Auch muss man 30min warten, bis man das Wasser trinken kann.

    Wasserkapazität:
    Ich bin mit zu viel Wasser und Wasserkapazität in mein Abenteuer gestartet. 7Liter hatte ich am ersten Tag in der Wüste dabei.
    Wenn man unerfahren ist, was Wüstenwandern angeht, würde ich jedoch wieder so verfahren.
    Ich habe erst einmal langsam ausgelotet, wie viel Wasser ich in welchen Situationen getrunken habe.
    Das waren am ersten Tag 5 Liter, aber einen Liter habe ich noch jemand anderem gespendet, der nichts mehr hatte.
    Viele unterschätzen den Wasserverbrauch gerade am ersten PCT-Tag.
    In der Wüste haben eigentlich sonst 4 Liter immer gereicht.
    Man muss sich halt anpassen und morgens und abends/nachts die meiste Strecke machen. Mittags Siesta und bei Wasserquellen immer so viel es geht trinken. Ich habe auch meinen Schirm geliebt.
    Ab den Sierras war meine Kapazität nur noch 1,5L und meist hatte ich unterwegs nur 0,5L dabei (AZ-Blasterreserve bedenken )
    Man kann auch immer Kapazität nachkaufen. Smatwaterflaschen sind sehr robust und ich habe immer eine Gatoradeflasche gehabt. die hat eine große Öffnung und eignet sich gut zum Befüllen, Schöpfen und Hineinfiltern.

     
    Hygiene:


    Zahncreme: Ajona Zahncremekonzentrat, 10 Punkte:
    Erfüllt den Zweck. Mit einer Tube kommt man jedoch über einen Monat aus. Das ist genial. Für einen Thruhike würde ich das nächste mal 3-4 Tuben in die Bouncebox tun.
    Ansonsten kann man natürlich Zahncreme auch gut nachkaufen entlang des Trails.

    Toilettenpapier: AZ-Blaster, 8 Punkte:
    Zunächst war ich restlos begeistert von dem Teil.
    Nach ein wenig Üben mit Papierkontrolle, hat man die Technik ziemlich schnell drauf.
    Mann muss kein Papier mitschleppen, das nass werden kann und kein dreckiges Papier mit sich herum tragen. Echt klasse!
    Was mir jedoch später als Nachteil aufgefallen ist:
    Man schafft natürlich ein feuchtes Milieu an einer ungünstigen Stelle mit dieser Art sich zu reinigen.
    So habe ich später vermehrtes "Wundreiben" festgestellt, wenn man den Blaster benutzt.
    Vor allem in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit ist das echt von Nachteil sich das Gesäß noch zusätzlich zum Schweiß zu wässern.
    Wenn man dazu noch ohne Unterwäsche wandert, kann das eine böse Kombination sein.
    Ich würde den AZ-Blaster trotzdem empfehlen, aber auf jeden Fall Vaseline ins erste Hilfe Set tun, evtl. auch Babypuder.
    Bei schlimmem Wundreiben hab ich halt meine Longjohns getragen.
     
    Bitte fragt, fragt, fragt. wenn jemand Fragen zu irgend etwas hat
     

     

     

     

     


     

     

     
     
  18. Gefällt mir!
    Wanderfrosch hat eine Reaktion von jolunder erhalten in MYOG Hüftgurttaschen   
    Hi, gefällt mir, habe bisher noch gar nicht viel über Hüftgurttaschen nachgedacht, aber da ich mir als mein erstes myog Ziel für die nächsten Monate einen IKEA Rucksack ausgeguckt habe, kommt gerade die Idee auf, vlt auch gleich eine Hüftgurttasche aus dem Material anzufertigen. Hat da zufällig jemand Erfahrungen mit und kann mir sagen, ob sich das eignet?
    Dann habe ich noch eine allgemeine Frage:
    Wofür sind die zwei Schnallen an beiden Seiten? Also das man eine nutzen kann zum Festbinden am Rucksack sehe ich auf dem Bild und das beidseitig damit man die Tasche auch beidseitig an dem Hüftgurt nutzen kann erschließt sich mir auch, nur halt nicht wofür die zweite ist... außer es ist vlt keine Schnalle, sondern ein Abschluss vom Reißverschluss?
  19. Gefällt mir!
    Wanderfrosch reagierte auf jolunder in MYOG Hüftgurttaschen   
    Moinsen!
    Ich habe gerade die erste (von zwei) Hüftgurttasche für meinen Rucksack nach Schnittmuster von Andreas K. fertig genäht und möchte sie euch kurz vorstellen.
    Sie ist B/H/T 15/11/4 cm groß und damit ca. 0,66 L Volumen. Für mich eine super Größe, es passen Smartphone (5,2" Display), Snacks und ähnlicher Kleinkram rein.
    Das Gewicht das mir meine immer etwas schwerer anzeigende Waage ausspuckt liegt bei 16 Gramm. Design, bzw. eher Konstruktionstechnisch habe ich mich an den Taschen von Tread Lite Gear orientiert.
    Ausgangsmaterial ist 90 gr/qm Zeltbodenstoff, YKK 3C Reißverschluss und passende Schieber.

     
    Zum Befestigen am Hüftgurt des Packs habe ich 20 cm Paracord ohne Innenleben aufgenäht, damit wird die Tasche festgeknotet.

    Meine Hoffnung ist andere zum Selberbauen (nicht unbedingt von diesen Taschen, sondern was auch immer noch fehlt) zu ermutigen Zumindest mir gehen die Sachen im Endeffekt oft leichter von der Hand, als Anfangs gedacht (auch wenn natürlich der ein oder andere Prototyp nix wird).
    Liebe Grüße
    Jo
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    Wanderfrosch reagierte auf Miss X in Nikkaluokta Aug. 2016: 6 Tage, weglos, autark   
    das stimmt so nicht.
    eine UL-Ausrüstung soll so gestaltet sein, dass man auch in der kältesten zu erwartenden Nacht nicht friert, sondern mit allen Klamotten, die man so mit hat, immer noch gut schläft.
    Bei dieser Tour lag es wohl eher an der fehlenden Erfahrung mit der (fast) komplett neuen Ausrüstung, um vorher einschätzen zu können, was man alles benötigt, um bei diesen Nachttemperaturen nicht frieren zu müssen. Also nicht mehr einpacken, sondern mehr draußen schlafen und UL-Ausrüstung testen
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    Wanderfrosch reagierte auf Andreas K. in Und noch ein Rucksack... UPDATE   
    Der zuvor vorgestellte Rucksack hat mittlerweile den Status eines Prototypen abgelegt. Nach einigen Änderungen ist die aktuelle Version der perfekte Rucksack für meine Bedürfnisse.
    Alle Eigenschaften und Verbesserungen werden nachfolgend beschrieben.
    Die Details:
    Das Design ist auf wesentliche Merkmale reduziert. Der Rucksack wirkt hierdurch minimalistisch und clean. Abgerundete Ecken vermeiden ohnehin nicht ausfüllbaren Raum. Mit einer Rückenlänge von 55 cm ist ein guter Kompromiss gefunden, so dass der Rucksack von mittel- bis hochgewachsenen Personen bequem getragen werden kann. Mittels Rollverschluss lässt sich die Rucksackhöhe zwischen 55 und 65 cm variieren. Der Umfang des Rucksacks beträgt 95 cm. Das entspricht einer Grundfläche von 28 x 22 cm. Aus den o.g. Maßen ergibt sich ein Volumen von 32 bis 38 l für den Korpus. Am Rucksack befinden sich zwei seitliche Außentaschen mit je 2 l Fassungsvermögen. Optisch ansprechend verläuft die Taschenöffnung von der Vorderseite ausgehend diagonal nach Unten zur Rückseite hin. Versteckt in den Falten befinden sich Drainageöffnungen die das Abfließen von z.B. Regenwasser ermöglichen. Auf der Rucksackvorderseite ist eine luftige Netzaußentasche mit einem Volumen von 4 l angebracht. An der Taschenöffnung ist das Netz mit elastischem Band eingefasst. Auf der Netzaußentasche verläuft eine elastische Schnürung. Die Funktion der Tasche wird hierdurch keineswegs einschränkt. In der Grundkonfiguration verläuft die Schnürung geradlinig über vier Eckpunkte und umrahmt somit die Tasche. Weitergehend kann die Schnürung über Kreuz gelegt werden, indem man jeweils die Mitte eines vertikal verlaufenden Kordelabschnittes in den gegenüberliegend angenähten Kordelhaken einhängt. Der Vorteil der fest verbauten Haken liegt darin, dass die gekreuzte Schnürung, anders als bei aufgefädelten, frei beweglichen Kordelhaken, immer gleichmäßig und perfekt aussieht. Das Kordelkreuz lässt sich schnell und komfortabel lösen bzw. schließen und bietet sich dadurch zum unkomplizierten Anbringen der Isomatte auf der Außenseite des Rucksacks an. Mittels Tanka lässt sich diese Schnürung noch straffen. Der obere horizontale Abschnitt der Schnürung kann über die Rucksackoberseite gespannt, und mit dem Tanka an der Lasche auf der Rückseite fixiert werden. Dadurch wird der Rollverschluss vor ungewolltem Öffnen gesichert, was z.B. bei unzureichender Rucksackfüllung passieren kann. Das Tragesystem besteht aus ergonomisch geformten Schulterträgern, die sich angenehm den Rundungen des Trägers anpassen. Die Polsterung aus 3 mm 3D-Netz ist hierbei mehr als ausreichend. Komplettiert wird das Ensemble durch einen einfach gehaltenen Brust- bzw. Hüftgurt, welche das Herumrutschen des Rucksacks mindern. Mit Ripstop TPU Nylon 40 DEN, Silpoly PU4000 und Polyesternetz besteht der Rucksack aus einem Mix aus robusten und leichten Materialien. Der Rucksack ist mit Rasant Corespun Garn genäht. Dennoch ist der Rucksack nicht komplett wasserdicht sondern nur stark wasserabweisend. Das ist den Nähten geschuldet, mit denen der Hauptsack genäht ist. Das Gesamtgewicht des Rucksacks beträgt 222 g. Doch nun ein paar Bilder:

















     
    Und wieder möchte ich den Schnitt nachreichen. Eine Nähanleitung spare ich mir aber einstweilen. Das kostet sehr viel Zeit und ich bin momentan mit vielen Nähprojekten überladen.
    Ich denke aber, dass die aufmerksamen Leser ohne Probleme die Herstellung dieses Rucksacks aus meinen bisherigen Anleitungen ableiten können.

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    Wanderfrosch reagierte auf Barbarix in Tarp - ziemlich nah an meinem Optimum   
    Ich konnte vor ein paar Wochen endlich mein neues Tarp (Prototyp) testen. Ich bin mit dem SilNylon-Prototyp so zufrieden, dass ich das Ganze in Cuben verewigen werde.
    Die Grundidee für die Konstruktion stammt von Micha, vielen Dank dafür!
     
    Vorgaben für dieses Tarp:
    -          Ziel-Gewicht um die 300g
    -          No Frills: Kein Reißverschluss der kaputt gehen kann, keine Lüfter…
    -          Konstruktion so einfach wie möglich: Mein letztes Tarp für die Mongolei war toll und super stabil. Allerdings war der Schnitt auch recht kompliziert
    -       Basis sollte ein Rechtecktarp im Pyramidenmodus sein
    -       Rundum geschlossen für guten Wetterschutz ohne zusätzliches Bivvy
    -          möglichst sturmfest, mindestens aber windfest
    -          Moskitodicht ohne Innenzelt, Moskitoschutz durch einen 20cm breiten rundum laufenden Saum
    -          Einknüpfbarer Boden
     
    Herausgekommen ist folgendes:

     

     

     

     
    Das Gewicht liegt momentan bei 380g inkl. aller Leinen und Heringen. Das nackte Tarp liegt bei ca. 310g. Allerdings fehlt noch das Moskitonetz (geschätzt +50g). Verwendet habe ich das 36g Silnylon von Extremtextil.
    Wenn ich das 19g Cuben verwende sollte ich ca. 100g sparen können. Dann würde ich inkl. Moskitonetz, Leinen und Heringen bei 330g liegen, also etwas über der Zielvorgabe.
     
    Im Elbsandsteingebirge hat sich das Tarp super geschlagen. Es ist für mich recht geräumig. Ich kann darin sitzen und mich bequem umziehen. In der Apside ist genügend Platz für Schuhe, Rucksack und Ausrüstung. Der Aufbau geht recht einfach, die Überlappungsbreite des Eingangs lässt sich mit der Stockhöhe variieren. Dem Wind, den wir in einer Nacht hatten, hatten das Tarp ganz gut standgehalten. Der überlappende Eingang ist eigentlich viel einfacher und unkomplizierter als ein Reissverschluss.
    Auf den ersten beiden Bildern sieht man 2 Stück 50cm lange CFK-Stangen, die nocheinmal für zusätzliche Kopf- und Fußfreiheit sorgen. Danke Mr. Hardstone für die tolle Idee!
     
    Hier das Schnittmuster:
    Ansichten auf der 1. Seite, Schittmuster auf der 2. Seite, sehr rudimentäre Skizze, aber der Schnitt ist wirklich einfach
    SilNylon-Proto-Tarp für Grönland 2017.pdf
    Es werden 3 Zuschnitte benötigt: 1 Trapez und 2 identische Dreiecke mit gekappter Spitze.
     
    Tipps, Verbesserungen und Anregungen sind herzlich willkommen!
  23. Gefällt mir!
    Wanderfrosch reagierte auf LAUFBURSCHE in Laufbursche - Genesungswünsche   
    Well, Es geht mir den Umständen entsprechend gut. Liege jetzt seit 8 Wochen in der Klinik mit schwankenden Gemütszuständen. Morgen findet eine weitere OP statt, um den Versuch zu unternehmen das rechte Bein zu retten.

    Natürlich hoffe ich sehr, dass das klappt, denn es wäre sehr schwer für mich zwei Prothesen verkraften zu müssen und ich bräuchte wohl einiges an Zeit, um mich mit diesem Leben anzufreunden. Also wünscht mir Glück für Morgen

    Liebe Gruesse, Mateusz


    @Waldfrau Danke für deine lieben Worte und für das hoffnungsvolle Bild.


    @all Danke, dass ihr euch immer noch die Zeit nehmt meine Posts zu kommentieren und mir Mut zu machen. Tut echt gut! Thanks!
  24. Gefällt mir!
    Wanderfrosch hat eine Reaktion von LAUFBURSCHE erhalten in Laufbursche - Genesungswünsche   
    Auch von meiner Seite alles gute und viel Kraft, du packst das! Ich werde dann gleich auch mit die Daumen drücken.
    Ich weiß was für eine schwere Zeit das ist und wie wichtig es ist positiv eingestellt zu bleiben!
  25. Gefällt mir!
    Wanderfrosch reagierte auf schwyzi in Hilfe, ich bin zu schwer!   
    Oh, sorry, ich glaube, da hast du etwas (aus meiner Sicht) falsch aufgefasst - das ging ABSOLUT nicht gegen dich (oder sonstwen)
    Bei diesem Anliegen ist alles richtig, es ist halt immer wieder spannend, was für eine Lawine von Tipps losbricht
    (und ich lese das echt gern! Deshalb Chips und Cola...)
    Also, nichts für ungut, Fabian, du warst echt nicht gemeint!

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