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Ultraleicht Trekking

UL-Hocker/Sitz


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Hallo,

Ich stehe nicht gerne rum und haette daher gerne oft einen Hocker/Stuhl bei mir. Leider habe ich bisher keinen leichten und bequemen Sitz gefunden und habe daher nur eine Dreibein (ca. 500 Gramm) und ein Campingstuhl (ca. 1,5 kg). Durch dieses Forum bin ich auf ein leichtes Dreibein (ca. 100 Gramm) aufmerksam geworden. Danke an Barbarix fuer die Zurverfuegungstellung der Bauanleitung! Wer sich damit mehr beschaeftigen moechte, die Bauanleitung und Fotos daraus vom Dreibein und einem Endstueck (Fuss) habe ich angefuegt.

Dies hat mich auf die Idee gebracht, selber einen zu bauen. Jedoch moechte ich mehr Komfort sowohl beim Transportieren als auch beim Sitzen. Daher moechte ich mir ein Vierbein (analog zum Dreibein) bauen, der faltbar ist.

Die angebotenen Carbonrohre haben eine Laenge von 50 cm, so dass ich diese zweiteilen moechte und dass jeweils drei Teile – aehnlich wie Zeltstangen faltbar – ein Bein bilden. Diese drei ineinandergesteckten Stangen sind dann jeweils 65-70 cm lang, so dass ich durch die Diagonale auf eine Sitzhoehe und –breite von ca. 40 cm und eine Sitztiefe von 35 cm komme.  Die TeilStangen sollten jedoch nicht mit Huelsen zusammengehalten werden, sondern so 30-35 mm ineinandergesteckt werden. Damit die Rohre nicht weiter als gewuenscht zusammenrutschen, moechte ich in entprechenden Abstand auf die duenneren  Rohren mit Carbonrovings und 2K-Kleber umwickeln. 

Ich habe mal ein masstabsgerechtes Modell (ohne Dreiteilung der Stangen) gebastelt und geschaut, wo die Stangen sich bei Belastung am meisten durchbiegen. Dabei habe ich festgestellt, dass die Mittelstuecke und die Beine, die vorne den Boden beruehren, am wenigsten gefaehrdet sind.  Daher sollten die Teilrohre die Durchmesser  10-8-10 mm (unteres-mittleres-oberes Teilrohr/Vorderfuesse) bzw. 12-10-12 mm Durchmesser (Hinerfuesse) haben.    

Die Sitzflaeche wollte ich aus duennen Stoff machen, insgesamt komme ich dann auf 200-250 Gramm.

Zusammengehalten wird dies durch entsprechende Schnuere. Dazu brauche ich an den Beinenden Loecher/Schlaufen, wo diese durchlaufen. Dies macht mir am meisten Sorgen. Einen 3D-Drucker steht mir nicht zur Verfuegung, die Stangen selber moechte ich nicht schwaechen, daher dachte ich, ich forme robuste Schlaufen aus verklebten Carbonrovings. Da die Beine ja diagonal stehen, passen ja normale Stuhlkappen/Endkappen auch nicht, so dass ich diese auch aus Carbonfasern formen wuerde, die ich schichtweise verklebe. So richtig zufrieden bin ich damit jedoch mit beiden nicht, habt ihr noch Ideen dazu?

Ich freue mich auf eure Kritik.

 

Fuss.png

X-Chair.jpg

Bauanleitung X-Chair.pdf

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Hochinteressant für mich - ich sitze altersbedingt nicht so gerne auf dem Boden :ph34r:.

Zwei Ideen kommen mir noch:

  • wenn die untere Verspannung auch variabel ist kann man mit dem/den Leinenspannern die Sitzhöhe (in gemäßigtem Rahmen) einstellen.
  • Für die Umlenkung der Schnur an den Enden der Stangen würde ich mir eingeknüpften Alu-Ringen überlegen. 

Sorgen hätte ich an 2 Punkten: das der zentrale O-Ring hält und das Stelle, an der sich die drei Carbonstangen berühren und auf Knick belastet sind hält.

PS. und wenn du Dyneema-Schnur nimmst sollten sich noch ein paar Gramm rausholen lassen ;-) 

Bearbeitet von kra
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eingeknüpften Alu-RingenHallo Kra,

danke fuer dein Kommentar!

Beim Modell hat der zentrale Ring, den ich durch eine Schnur ersetzt habe, nicht gehalten, sondern ist je nach Laune hoch-oder runtergerutscht. Erst durch das Fixieren durch vier weitere Scnuere an den Stuhlbeinen hat es gehalten. Danach hatte ich eher den Eindruck, dass der Mittelring die Mitte stabilisiert. Jedenfalls haben sich beim Belastungstest die Rohre umgerechnet ca. 15 cm vorm Ende verbogen, daher wollte ich die Endstuecke auch dicker machen.

Moechte ich diesen Stuhl hoehenverstellbar machen, muesste ich zusaeztlich auch noch die oberen Schnuere und die Sitzflaeche jedesmal aendern. 

Verstehe ich Dich richtig, dass Du "eingeknüpften Alu-Ringe" nehmen wuerdest, um den Reibungswiederstand zu reduzieren?

Viele Gruesse

Juergen

 

P.S.: Die Zahl in meinem Nicknamen ist mein Geburtsjahr.

 

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Ich hatte (fälschlicherweise und weil ich das Bild in der Anleitung nicht genau genug angesehen habe) angenommen, das die grün gezeichneten Schlaufen Teile der roten Schnur sind (am oberen Bein-Ende umgelenkt und durch den Sitz geführt) und deswegen variabel. Und die eingeknüpften Alu-Ringe beziehen sich genau auf diese Umlenkung. 

An der Stelle, an der im aufgebauten Zustand die O-Ringe liegen berühren sich die Carbon-Rohre und werden (teilweise) mit seitlichem Druck belastet. Das sehe ich als mögliche Schwachstelle. Die O-Ringe zugleich zur Fixierung beim Zusammenpacken zu nehmen ist ausgezeichnet!

In die Rohrenden hätte ich aus passendem Carbonrohr kleine Einsätze mit Epoxy eingeklebt. Da bricht dann nichts mehr aus. Oder du kannst die Enden der Rohre mit in Epoxy getränkter Zahnseide umwickeln.

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Am 1.7.2023 um 09:18 schrieb Juergen1958:

Jedoch moechte ich mehr Komfort sowohl beim Transportieren als auch beim Sitzen. Daher moechte ich mir ein Vierbein (analog zum Dreibein) bauen, der faltbar ist.

Toller Stuhl, bedenke aber, dass ein Hocker mit drei Beine bei Unebeneinheiten immer gut steht. Vierbeinige Tische/Stühle  wackeln meistens, ohne ausziehbare Füsse. Es ist viel schwieriger einen guten Untergrund zu finden.

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Mit den 4-Bein hast du weniger Komfort, da die Sitzfläche etwas einsinkt und die vorderen Stützen stören. Oder du mußt den Sitz ziemlich groß machen was, neben der zusätzlichen Strebe, Gewicht kostet. Nicht umsonst haben die Jägersitzstöcke häufig eine dreieckige Sitzfläche. 

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Hallo,

danke euch fuer eure Antworten. Ja, der Stuhl ist etwas mehr als doppelt so schwer wie der in der Anleitung, aber das waere es mir wert.

Ich komme aus den kaufmaennischen Bereich und habe kaum Ahnung von Technik oder Physik. Darf ich daher noch vier Verstaendnis-Fragen stellen: -

- Bekomme ich ein komfortable Sitzflaeche mit drei Bodenberuehrungspunkten hin?

- @kra: Was ist der Vorteil von Zahnseide gegenueber Kohlefaserrovings?

- @kra: Bei mir ist die Umlenkung ja nicht wie in der Anleitung, sondern genau wie Du urspruenglich gedacht hast. Wozu dienen da die Aluringe?

- ich dachte, dass Rohre sich zuerst biegen, und wenn sie dann noch weiter belastet werden, schliesslich brechen. Wenn die Rohre also in der Mitte gegeneinander druecken - so dachte ich - wird das Durchbiegen und damit auch das Knickrisiko reduziert. Was ist an dieser Ueberlegung falsch?

Liebe Gruesse

Juergen

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vor 4 Stunden schrieb Juergen1958:

- Bekomme ich ein komfortable Sitzflaeche mit drei Bodenberuehrungspunkten hin?

- @kra: Was ist der Vorteil von Zahnseide gegenueber Kohlefaserrovings?

- @kra: Bei mir ist die Umlenkung ja nicht wie in der Anleitung, sondern genau wie Du urspruenglich gedacht hast. Wozu dienen da die Aluringe?

mit 4 Beinen bekommst du keine kompfortable Sitzfläche.. Beim Dreibein sitzen die Pobacken an je einem Stuhlbein und das dritte Stuhlbein ist zwischen deinen Beinen und stört nicht weiter.

Zahnseide - etwas elastischer, gut zu wickeln und vor allem - ich hab sie schon...

für eine reibungsärmere Umlenkung und weniger "Knicks" in der Schnur.

PS. wenn die Rohre sich frei biegen können ist alles OK, aber auf knicken belastet (zwei oder drei Rohre drücken punktuell gegeneinander) gibt es Reibung, -> Abrieb -> Schwachstelle -> Bruchstelle ist vorgegeben. 

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Hallo,

danke nochmal fuer eure Antworten.

Ich werde die Rohre, wo sie sich in der Mitte beruehren, mit einem Schutz versehen, damit dort die Rohre dort unbeschaedigt bleiben.

Probleme habe ich mit der Beschaffung von Aluminiumringen. Ich finde nur Unterlegscheiben, die aber nicht abgerundet sind. Sonst finde ich noch Ringe fuer Tauben, die Groessten haben innen 10 mm Durchmesser, sind 1.5 mm stark und 4 bzw. 6 mm hoch. Was spricht gegen diese oder welche Ringe kommen sonst noch in Frage?

Vielen Dank und viele Gruesse

Juergen 

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verstehe ich noch nicht ganz. due möchtest genau das Prinzip aus der o.g. Anleitung aber mit 4 Beinen machen?

Die Rohre Teilbar hat dann nur Platzvorteile. Das Gewicht wird durch die nötigen Verbindungen schwerer sein.

Ich habe seit fast 10 Jahren den Hocker 95% fertig rumliegen. Ich habe einfach geschlossene Kappen, die man im Lenkdrachenzubehör für die Carbonrohre findet) genommen und Löcher für die Dyneemaschnur durchgebohrt. Hält wunderbar.

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  • 2 Wochen später...

Hallo Nature-Base,

danke fuer deine Antwort!

Ja, und auch noch faltbar, damit es in meine Tasche passt. Dafuer darf es dann auch schwerer werden.

Was fehlt denn noch an deinem Hocker und hast Du schon mal probegesessen?

Die Rohre stehen bei mir ja sehr schraeg, wenn ich sie gerade abschneiden wuerde, haette ich nur eine punktuelle Auflage. Ich denke, die Auflageflaeche sollte eher qcm betragen.

Viele Gruesse

Juergen

 

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  • 6 Monate später...

Hallo Hocker-Interessierte!

Hier mal mein Prototyp eines X-Chair ähnlichen Hockers:

1000025622-01.thumb.jpeg.d00767f5c639c7dc5f85a0137e5246d1.jpeg

Gewicht: 92g

Das Ding ist aus drei CFK-Zeltgestänge-Segmenten von ExTex recht niedlich und niedrig und auch keine Sitzgelegenheit für einen ganzen Abend, aber für eine kurze Pause oder abendliches Kochen ohne andere Sitzgelegenheiten ganz nett.

Anders als beim X-Chair habe ich keine komplizierten CNC oder 3D Druckteile für die Rohrenden gemacht, sondern einfach in die Zeltgestänge-Rohrenden aus Alu ein 4mm Gewinde geschnitten, dort dann kleine M4 Edelstahl Ringschrauben eingeschraubt und das ganze dann mit 1m Carbonfaserroving in Epoxidharz getränkt umwickelt. Das sichert das CFK Rohr gegen aufspalten und verstärkt gleichzeitig den Übergang zur Ringschraube.

Das Teil kann live auf dem coolen Wintertreffen am kommenden Wochenende begutachtet werden! 😉

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Das ist ja cool. Wie hast du die drei in der Mitte verbunden ?

Am 7.2.2024 um 20:35 schrieb ChristianS:

und das ganze dann mit 1m Carbonfaserroving in Epoxidharz getränkt umwickelt.

kannst du das noch etwas näher erklären ?

Und unten, sind das einfach Gurtbänder ins Dreieck genäht ?

Das schaut auf jeden Fall so aus, dass ich es mir auch zutrauen würde nachzumachen. Und ist doch noch mal einen Schwung leichter als mein 250 g Kaufhocker.

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Am 12.2.2024 um 11:29 schrieb izi:

Wie hast du die drei in der Mitte verbunden ?

Die sind erstmal einfach nur mit einem handelsüblichen Ringgummiband umwickelt. An der Stelle wirken ja keine wirklichen Kräfte.

Am 12.2.2024 um 11:29 schrieb izi:

kannst du das noch etwas näher erklären ?

Naja, man nehme einen Strang Carbonfaser, ich hatte z.B. sowas noch zuhause rumliegen und habe einen Meter abgeschnitten und die einzelnen Faserstränge rausgezogen. Dann etwas Epoxidharz angerührt, den 1m Faserstrang damit durchtränkt und dann um das vorbereitete Rohrende rumgewickelt, aushärten lassen, scharfe Kanten rundschleifen, fertig.

Am 12.2.2024 um 11:29 schrieb izi:

Und unten, sind das einfach Gurtbänder ins Dreieck genäht ?

Im Prinzip ja

Am 12.2.2024 um 11:29 schrieb izi:

Das schaut auf jeden Fall so aus, dass ich es mir auch zutrauen würde nachzumachen.

Na, leg los! :D

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Vorweg - ich bin völlig fastiniert von dwn gwbauten Stühlen. Die haben sowas Spacemäßiges. Und v.a.der letztere ist ja wahrlich leicht! Und dann auch noch Carbon und so. Cool!

Wirklich ultralight ist aber auch möglich - wenn man Anleihen beim Bushcraften nimmt

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Ok, Beine muss man noch unterwegs sägen/schnitzen. Das leichteste Vic mit Säge wiegt 40,5 g.

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Leicht zu verpacken - und wiegt mit Schnur 43 g. Und die Schnur könnte man noch kürzen!

Hier im Einsatz:

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Für kleine Sitzpausen unterwegs reicht mir mein Silbersitz aus Windschutzscheibenabdeckfolie (der hier als imrpovisierter Windschutz herhalten muss) Der kommt im Winter auf den Bushcrafthocker. 

Ok, ist nicht im Ansatz vergleichbar. Denn obwohl ich der Leonardo da Vinci an der Victorinox -Säge bin, schätze ich doch, dass ein vorbereiteter Stuhl mit Carbonbeinen etwas schneller aufgebaut ist.😂 

Für den, der etwas mehr Zeit und Gelassenheit mitbringt, aber vielleicht eine low budget- Idee...

 

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