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Ultraleicht Trekking

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Geschrieben

Tag 1 – Stockholm - Hemavan

Vorab: Wenn ihr nicht vorhabt komplett die ganze Zeit wild zu zelten, kauft euch den 1 Jahres STF-Membership. Ich hab’s viel zu spĂ€t gemacht, erst in Saltoluokta. Die Mitgliedschaft hat dieses Jahr 375 Kronen gekostet, ca. 35 Euro, aber wenn Du zum Beispiel bei schlechtem Wetter die Einrichtungen der HĂŒtten benutzen möchtest (kein Gasverbrauch, geschĂŒtzt, teilweise Trockenraum und Saunanutzung), dann zahlst Du als STF Mitglied fĂŒr das Aufstellen des Zeltes statt 300 Kronen nur noch 200 Kronen.

 

Als ich im Flughafen von Stockholm ankomme muss ich erstmal die 400 gr. Dose Milchpulver in einen Ziplockbeutel umfĂŒllen. Ja, es gab nur 400 gr. als Minimum. Aber bei gefĂŒhlten zusĂ€tzlichen 500gr. WĂŒrfelzucker und ner Menge English Breakfast Teebeuteln macht das dann auch fast keinen Unterschied mehr.
Beim umpacken fĂ€llt mir in dem Bereich ein großer Löke auf, der auch einen Rucksack dabeihat, da es hier nur der Bereich war wo es nach Hemavan ging war klar, dass es ein anderer Hiker sein muss. Kurz mit ihm ins GesprĂ€ch gekommen, es stellte sich heraus, dass es ein Schwede war, der auch in die Richtung wollte wie ich. Schön dachte ich, bin ich zu mindestens nicht der einzige NOBO. Enthusiastisch wie ich war sagte ich ihm noch, dass ich nach Ankunft um ca. 16.00 noch wandern wollte, ca. 12 km.
Das Flugzeug kam pĂŒnktlich und wir mussten vor Hemavan noch einen Zwischenstopp in Lycksele machen und kamen dann auch um 16.00 in Hemavan an. Kleiner Flughafen, man geht dann zu Fuß durch ein GebĂ€ude und wartet davor auf dem Parkplatz, dass das GepĂ€ck dann rausgefahren wird und man sein eigenes dann einsammeln kann. Dort habe ich dann noch 2 andere Hiker getroffen, Hans oder auch Hasse genannt und Schwede und Mattesch aus Polen. Hasse wollte nur nach AmarnĂ€s und Mattesch hatte wohl nur 2 Wochen und hatte daher vor, jeden Tag 30km zu wandern.
Vielleicht war ich etwas naiv oder verwöhnt von anderen Wanderungen, dachte ich doch tatsĂ€chlich, dass hier Schilder wĂ€ren, wo es zur STF FjĂ€llstation geht, oder woher ich mein Gas herbekomme. Aber man kann ja auch einfach mit Menschen reden. Gesagt, getan, ca. 500-750m vom Flughafen gab es dann eine Tankstelle, die aber in 30 Minuten dicht macht, also dort hingestratzt, nach Gas zum Kochen gefragt, was zur allgemeinen Erheiterung des VerkĂ€ufers und der umstehenden Personen gefĂŒhrt hat. Und noch ein Feuerzeug gekauft. GegenĂŒber der Tankstelle gab es noch einen Supermarkt, also dorthin, 2 andere etwas abgerockte Hiker getroffen, die ihre Tour von Abisko aus gerade beendet hatten und an der Steckdose außen am Pfosten fĂŒrs Unterdach in ca. 3m Höhe ihre elektrischen GerĂ€te wieder aufgeladen haben und auf ihren Bus gewartet hatten. Kurz miteinander geschnackt, dann in den Supermarkt und erstmal reichlich kalte, zuckerinfusionierte GetrĂ€nke gekauft, sprich Cola und eine Packung Pringles Sour Cream fĂŒrs FrĂŒhstĂŒck. Achja, ich vergas vielleicht einen nicht ganz unwichtigen Aspekt zu erwĂ€hnen, es war ausgesprochen warm in Schweden und ganz ungewöhnlich gerade im Nordteil von Schweden. FĂŒr mich, viel zu warm zum Wandern. Da es in Deutschland vorher eine lĂ€ngere Regenperiode gab, bin ich also von kĂŒhlerem Wetter zur wĂ€rmeren gewechselt. Ich weiß nicht wie spĂ€t es mittlerweile war, irgendwas zwischen 17.00 und 18.00 und mir wurde klar, dass das mit dem heute noch Wandern nichts mehr bei mir wird. Wenn ich wirklich frĂŒh aufstehe (automatisch), gehe ich teilweise schon um 18.00 ins Zelt, höre noch Hörbuch und penne dann irgendwann. Also Plan B, die STF HĂŒtte finden, war am Ende nicht besonders schwer, die ist direkt am Weg zum Start/Ende des Kungsleden. Dann zur Rezeption, eine Nacht fĂŒr ein Zelt gebucht, bin da nochmal duschen gegangen, versucht strategisch einen gĂŒnstigen Schattenplatz zu finden, was nur bedingt geglĂŒckt ist, Sonnenuntergang, bzw. tiefer stehende Sonne irgendwas um 23.00 und Aufgang dann wieder 3.00 noch was. Egal, rein ins Zelt, versucht zu schlafen.

 

Tag 2 – Hemavan – Viterskalet Wildzelten

Ich bin dann wie immer recht frĂŒh wach, ca. 5.00, hab Sachen gepackt, meine zweite Cola getrunken, Wasserflaschen gefĂŒllt, an der analogen Waage außen meinen Rucksack gewogen, ca. 16kg, ich weiß, gibt Schnappatmung bei manchen und bin dann langsam los. Geht zum Start etwas bergauf, aber slow and steady erstmal losgelegt, mich gleich kurz verlaufen, aber den Irrtum schnell bemerkt und dann den richtigen Einstieg/Start gefunden. Da ich wegen vorheriger Faulheit noch nicht fit und es viel zu warm war, wurde es ein recht kurzer Tag. Ich bin in Viterskalet bei der HĂŒtte angekommen, habe gefragt ob Sie GetrĂ€nke verkaufen, was glĂŒcklicherweise der Fall war, in der Regel ist es dann immer Bier und Cola, gefragt ob diese auch gekĂŒhlt seien, was bejaht wurde und mir ein inneres LĂ€cheln auf meine Lippen zauberte, um dann festzustellen, dass gekĂŒhlt nicht unbedingt KĂŒhlschrank meint, sondern auch ein Eimer mit Wasser aus dem Fluss, wo dann die Dosen drin stimmen. Aber mir war das wumpe, die Cola war auf jeden Fall kĂŒhler als außen und daher wunderbar. Dann nachgefragt ob ich hier in der Umgebung zelten dĂŒrfe ohne was zu bezahlen, was verneint wurde, weil man die ZeltplĂ€tze in der NĂ€he fĂŒr die vorhalten wollte die dann auch die Einrichtungen nutzen und dafĂŒr zahlen, dann mitgeteilt, dass ich drĂŒber nachdenke was ich mache und weiter Pause gemacht bis dahin. Der Tag war noch recht jung, bin ja um 6.00 ca. los, waren erst 11km und ich habe mich dann entschieden noch ein StĂŒck weiter zu gehen, als Dankeschön fĂŒr mich habe ich dann noch eine dritte Cola getrunken, sind 330ml Dosen die jeweils 40 Kronen kosten, also irgendwas um 3,80€ schĂ€tze ich pro Dose. GĂŒnstig war es nicht. 😊
Die HĂŒttenwirtin hat mir nach meiner Entscheidung mitgeteilt, dass es ca. 1 km weiter schöne WildzeltplĂ€tze in der NĂ€he einer HĂ€ngebrĂŒcke geben wĂŒrde, das war ganz nach meinem Sinne, ich also los zu diesem Ort fĂŒr meine nĂ€chste Übernachtung. Irgendwann dann auch den Platz gefunden, schon einige Zelte dort gesehen in einem Bereich von ca. 750 m verteilt. Ich habe dann erfahren, dass viele auf den dort naheliegenden Berg StorfjĂ€llet wollen und am Fuße des Berges ĂŒbernachten um dann frĂŒh morgens dort hochzugehen. Übrigens, gehört hat man ja schon davon, ich war etwas naiv, aber zum falschen Zeitpunkt sind die MĂŒcken und Brooms oder Bruums eine Ă€ußerst nervige Angelegenheit, und ja, der Zeitpunkt war definitiv falsch. MĂŒcken kennt man, aber die Brooms sind Pferdefliegen auf Steroiden und beißen, auch durch Stoff. Das war eine weitere Erkenntnis, am besten nichts eng Anliegendes anhaben, was natĂŒrlich mit meinem Longsleeve Hoodie der Fall war. Unten rum hatte ich nur eine kurze Hose, dementsprechend sahen meine Beine am Abend auch aus wie ein Streuselkuchen. Aber auch da war ich selbst schuld, hatte mir in Stockholm noch eine AntimĂŒckensalbe gekauft, aber nicht drauf gemacht. Ich muss aber rĂŒckblickend sagen, dass die Lernkurve steil war und ich mein Verhalten in unterschiedlichster Weise spĂ€ter angepasst habe.
Achja, bevor ich es vergesse, die Markierungen. Anfangs war ich etwas verwundert und dachte das wĂ€re vielleicht eine schwedische Besonderheit. HĂ€ufig stecken 2-3m hohe Holzpfosten in der Erde die am oberen Ende dann hĂ€ufig ein rotes X, ebenfalls aus Holz haben. Nach meiner Sozialisierung heißt das eigentlich, Stop, hier nicht lang, aber da es keine Alternativen gab, bin ich einfach hinterhergelaufen, habe allerdings anfangs noch aufs Handy geschaut um zu ĂŒberprĂŒfen ob ich richtig bin. Im Laufe meiner Wanderung hat sich dann das RĂ€tsel gelöst. Es gibt 2 Kungsledenwege, einmal fĂŒr den Sommer und einmal fĂŒr den Winter. Manchmal können die auch ĂŒberlappend sein, wieder was gelernt.
Da es warm war, kein Schatten vorhanden, bin ich dann runter zum Fluß um meine FĂŒĂŸe einfach bis zu den Knien in das kĂŒhle köstliche Nass zu tauchen, mich auf den RĂŒcken zu legen und einfach fĂŒr kurze Zeit die Erfrischung zu genießen und die Körpertemperatur dadurch abzusenken. Irgendwann dann wieder hoch, ab ins Zelt und ne Runde poofen.

 

tbc...

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Geschrieben

Tag 3 – Viterskalet Wildzelten – Syterskalet

Wieder frĂŒh raus, denke gegen 6 gestartet, wollte der erwarteten Tageshitze entgehen. Landschaftlich ist das eine sehr schöne Ecke, keine BĂ€ume, freie Sicht. Rechts und links Berge und im Tal geht man lĂ€ngs Richtung Syterskalet. Wobei das nicht ganz stimmt, da es nach ca. 5km dann nach links geht. Am Horizont konnte ich zuerst eine Struktur erkennen, die mein Ziel 1 fĂŒr den Tag war, da wollte ich dann Pause machen. Auf dem Weg dorthin sah ich links einen jungen Mann zelten, der außen vor dem Zelt saß und auf einmal mit seiner Hand irgendwohin auf meiner rechten Seite hinwies. Als ich mich dann umdrehte sah ich einen einsamen Elch dort langlaufen, das war meine erste Begegnung dort. Da ich davon ausgegangen bin, dass das keine Seltenheit in Schweden ist, bin ich einfach stehen geblieben und habe nur geschaut und kein Photo gemacht. Nach kurzer Zeit bin ich dann weiter gegangen. Als ich bei der Struktur angekommen bin, stellte sich heraus, dass es sich um eine NotfallhĂŒtte samt externem Plumpsklo handelte. Diese war ca. in der Mitte der beiden HĂŒtten, also 6km von denen entfernt. Ich fand das am Anfang etwas seltsam, da mir 6km nicht so lang vorgekommen sind, aber nach einem GesprĂ€ch mit einem HĂŒttenwart sagte man mir, dass das Wetter hier schnell umschlagen und daher auch gefĂ€hrlich werden kann. Nach meiner Pause bin ich dann weiter und habe, nein, eigentlich hat Mattesch mich gesehen, mich kurz mit ihm unterhalten. Er war wildzelten, das Zelt war ca. 5m links vom Weg entfernt und ich habe ihn ĂŒberhaupt nicht bemerkt. Er meinte, dass er zu viel Essen dabeihĂ€tte, also das GepĂ€ck zu schwer sei. Er war gerade dabei eine Vitamin C Tablette in sein Wasser zu geben, ich war kurz neidisch, da ich auch Bock auf etwas KĂŒhles mit Geschmack hatte. Normalerweise schmeckt mir, gerade kĂŒhles gefiltertes Wasser nach einer Zeit lang beim Wandern ausgesprochen gut und brauche dann eigentlich auch nichts anderes. Außer meine Belohnung mit Zucker dann am Ende des Tages. Egal, ich bin dann kurze Zeit spĂ€ter weiter gegangen und hatte mir als Tagesziel Syterskalet vorgenommen. Auch wenn es wieder mal ein kurzer Tag werden sollte, ich war körperlich noch nicht drin, es eindeutig viel zu warm, ich hatte genug Urlaub fĂŒr den Trip im GepĂ€ck, insgesamt 5 Wochen, also wozu rushen?
Um auf das Areal mit der HĂŒtte zu kommen musste man eine HĂ€ngebrĂŒcke ĂŒberqueren, davor war ein etwas breiterer Fluss mit stark fließender Strömung, hieß also, kĂŒhles Nass, was erstmal eine schöne Vorstellung war. Nach dem obligatorischen Gang zum HĂŒttenwirt und der Frage nach GetrĂ€nken musste ich dann feststellen, dass nur jede 2. HĂŒtte Essen und Trinken zum Verkauf anbieten, also keine GetrĂ€nke. Was relativ schnell aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass hier sehr, sehr sehr viele von diesen Bruums rumflogen. Und diese Viecher sind echt die Pest. Das sind Riesenteile, die, wenn Sie eine Stelle auf Dir finden, reinbeißen, was weh tut und anschließend auch blutet. Ich erwĂ€hnte die steile Lernkurve. Ich fand beim Wandern bei diesen Viechern heraus, wenn ich mit meinen Trekkingstöckern vorne und hinter Sie jeweils nach oben und unten kreuze, diese anscheinend davon beeindruckt sind und irgendwann von einem ablassen. Allerdings war das bei der Anzahl von Insekten dann teilweise doch nur bedingt wirksam. Ich habe dann den HĂŒttenwirt gefragt ob ich hier in der NĂ€he auch fĂŒr lau wildzelten kann, und ohne, dass ich es wirklich erwartet hĂ€tte, war das möglich in ca. 50m Entfernung in einem Bereich wo kleine BirkenbĂ€ume standen. Ich konnte dort auch schon Menschen sehen, die dort zelten, das war natĂŒrlich wunderbar. BĂ€ume=Schatten=angenehmer im Zelt mitten am Tag. Denn das war Plan A, Zelt schnell aufstellen, rein und mich vor den Insekten schĂŒtzen und vor der direkten Sonneneinstrahlung schĂŒtzen. Auf dem Weg zu meinem potentiellen Zeltplatz habe ich noch ein PĂ€rchen getroffen, die gerade ihre RucksĂ€cke wieder gepackt hatten und dort vorher zelten waren. Ich weiß nicht mehr genau warum, aber ich habe die beiden gefragt, wohin Sie noch weiterwollten und war etwas erstaunt als der Mann dann sagte, dass Sie mit dem Hubschrauber rausfliegen. OK, dachte ich mir, da muss wohl Kohle vorhanden sein, da meines Wissens HubschrauberflĂŒge nicht ganz gĂŒnstig sind und habe kurz ĂŒberlegt ob das wohl irgendwelche Celebrities sein könnten. Aber da ich auf dem Gebiet eh absolut unwissend bin, bin ich dann einfach weiter gegangen. Nachdem ich dann mein Zelt erfolgreich zwischen kleineren BĂ€umen aufgestellt hatte und davon ausgegangen bin, dass zwischen den BĂ€umen tagsĂŒber immer etwas Schatten dabei sein mĂŒsste wollte ich mir noch etwas Ambrosia gönnen, also ca. 800ml English Breakfast Tea mit Milchpulver und ner Menge Zucker. Ich war durstig. Das Wasser zu kochen ging auch irgendwie, obwohl bei jeder an derselben Stelle verbleibenden TĂ€tigkeit immer eine Horde nervender Bruums und MĂŒcken ankamen. Die MĂŒcken konnte ich mit der Myggsalbe in Schach halten, die Riesenviecher aber nicht. Nachdem dann der Tee im Titantopf fertig war und eh abkĂŒhlen musste bin ich dann zum Fluss. Denn der HĂŒttenwirt hatte davon geschwĂ€rmt, dass es dort eine Art natĂŒrlichen Pool gibt, der ca. 1m tief ist und das Wasser dort ruhig und ideal zum Baden wĂ€re. Auf dem Weg dahin habe ich dann auch gesehen, dass er den gerade selbst in Anspruch genommen hat. Nachdem er dann fertig war, habe ich mich bis auf den SchlĂŒpper ausgezogen, meine Sandalen an und bin auch reingegangen. Es war kĂŒhl, eigentlich herrlich kĂŒhl, aber fĂŒr komplett rein, wars mir dann doch zu kĂŒhl. Einer meiner liebsten Buddys, des Waschlappen mitgenommen und damit Oberkörper und Kopf mit Wasser benetzt und dabei immer wieder aufgepasst, dass die Pferdefliegen auf Steroiden mich nicht erwischen. Nachdem ich dann den Kosten-Nutzen-Faktor abgewogen habe zwischen KĂŒhlung und gebissen werden, habe ich mich dann wieder in Richtung meines Zeltes aufgemacht, den Topf mit Tee außen an das Moskitonetz gestellt um spĂ€ter von Innen drauf zugreifen zu können und dann schnell rein mit möglichst wenig ungebeten GĂ€sten von außen. Das hat im Großen und Ganzen auch ganz gut geklappt. Was ich schon hĂ€ufiger bemerkt habe ist, dass Viecher die einen eigentlich stechen oder beißen wollen im Zelt, zu mindestens in einem so hellen mit DCF-Haut, hĂ€ufig an die Innenseite fliegen in Richtung Helligkeit und einen dann zufriedenlassen. Nicht das ich mich deswegen beschweren wollte, aber so ganz verstanden habe ich das Verhalten nicht, denn es war tagsĂŒber und draußen ja eigentlich genauso, wahrscheinlich sogar etwas heller. Wieder alles bis auf die Unterbuxxe ausgezogen, die Apsiden seitlich waren hochgekrempelt, ich hatte mir etwas Luftzug davon versprochen und dann mit dem RĂŒcken auf die Thermarest drauf. Es war warm und mein RĂŒcken nach einiger Zeit klitschnass, Luftzug war eher marginal vorhanden. Aber, Viecher draußen. Ich werde hier mal ein Video hochladen was ich von Innen aufgenommen habe um zu zeigen wie diese Viecher aussehen. Was ich mich an der Stelle gefragt habe ist, ob die, weil diese Hitze in dem Bereich von Schweden eher ungewöhnlich ist, einfach absolut ĂŒberdrehen. Denn wenn die niemanden zum Beißen haben, wo bekamen die ihre Energie her, stĂ€ndig in vollem Karacho durch die Gegend zu fliegen, und das ĂŒber einen wirklich langen Zeitraum. OK, es könnte sein, dass ich da einem Irrtum aufliege und nicht dasselbe Vieh zurĂŒckkommt, sondern wie im Staffellauf die sich mit ihren Kumpels oder Kumpelinen abwechseln, who knows? Nun lag ich also im Zelt, zwar geschĂŒtzt von den Attacken, aber mir dĂ€mmerte langsam, dass ich das nicht die ganze Zeit durchziehen kann, denn ich war durstig und hĂ€tte zum Fluss gemusst um Wasser fĂŒr meinen Cnocbeutel zum Filtern zu bekommen. Diese Tatsache arbeitete eine zeit lang in meinem Hirn und irgendwann war ich dann soweit um es einfach in den Angriff zu nehmen und dann bin ich wieder raus in Richtung des Flusses. Und siehe da, ganz in der NĂ€he sah ich Mattesch, der auch gerade Wasser gefiltert hat. Ich zu ihm hin und gefragt ob er eventuell etwas von seinen Vitamin C Tabletten abgeben wĂŒrde und dankenswerterweise hat er mir 5 gegeben. Das war dann meine Feuertaufe, wo ich den Cnocbeutel mit ca. 1.5 l Wasser aus dem Fluss vollgemacht habe, eine Tablette rein, kurz gewartet und dann das köstlich kĂŒhle Nass mit Zitronenaroma in mich einverleibt habe. Beim Filtern war am Anfang noch das Problem, dass mein Sawyer, vermutlich wegen Kontakt zu unter 0 Grad sehr lange gebraucht hat das Wasser zu filtern und dann das Wasser halt nicht mehr so herrlich kĂŒhl war. Und ich wollte kĂŒhles Wasser. Nachdem ich mich bei Mattesch bedankt und ihm alles Gute fĂŒr seine Wanderung gewĂŒnscht hatte, er wollte noch weiter den Tag, bin ich dann zurĂŒck ins Zelt und hatte nun zu mindestens fĂŒr eine zeit lang etwas zu trinken. Ich beobachtete meinen Magen, wegen dem ungefilterten Wasser und hatte am Anfang den Eindruck, dass sich da etwas bemerkbar machen wĂŒrde, aber es lag wohl nur am zu schnell kalten Wasser trinken. Nach einigem Dösem kam mir ein GesprĂ€ch von den vorherigen Zeltern hier auf dem Platz wieder ins GedĂ€chtnis, dass es weiter in die entgegengesetzte Richtung der HĂŒtte, ca. 10-20m von meinem Standort entfernt einen Bereich gab, der noch etwas höher und exponierter war und damit mit Wind versehen. Wind bedeutet in der Regel weniger Viecher und natĂŒrlich auch mehr AbkĂŒhlung. Warum auch immer, es gab gefĂŒhlt Zeitfenster, da waren die Viecher vor meinem Zelt weniger. Ob Sie eingesehen haben, dass Sie gegen mein Moskitonetz nichts ausrichten können und ich damit unerreichbar, keine Ahnung, aber ich nutzte so einen Augenblick um mich aus dem Zelt zu schleichen und mich in Richtung dieses sagenumworbenen Platzes zu machen der KĂŒhlung und weniger Viecher versprach. Als ich dann dort ankam konnte ich erstmal Beides bestĂ€tigen, wobei hier angemerkt sei, dass die Viecher anscheinend SpĂ€her unterwegs haben, die dich dann trotzdem aufspĂŒren und ihren Kumpels Bescheid sagen, damit die auch einen Happen von Dir bekommen. Übrigens am Rande, was ich mich bei diesen ganzen Moskitos gefragt habe bezĂŒglich der Evolution, ich hatte ja am Anfang noch im HĂŒftbereich noch Wohlstandspolster, ich war nach Neuseeland natĂŒrlich nicht mehr so aktiv. Es wĂ€re doch ein Win Win fĂŒr Beide, wenn die MĂŒcken statt Blut einfach an das Fettpolster rangehen wĂŒrde. Ich meine Energietechnisch kann es doch nichts Besseres geben. Aber gut, ist halt nicht so, muss man das also durch körperliche ErtĂŒchtigungen regeln.
Kurzerhand dann umgezogen von meinem BirkenplĂ€tzchen in das offene und ungeschĂŒtzte Areal. Nachdem dann mein Cnocbeutel leer war, wieder Wasser geholt, aber diesmal gefiltert in die Wasserflaschen, den Tee noch getrunken und dann irgendwann ab in die Heia Popeia.

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  • 3 Monate spĂ€ter...
Geschrieben

o, nachdem ich nun seit dem Black Friday die kommerzielle Version von Davinci Resolve habe, kann ich nun auch den DJI Codec voll nutzen und die Videos auch verarbeiten. Wie ihr schon sicher mitbekommen habt, sind Bilder, vielleicht jetzt auch Videos (sind ja im Grunde auch Bilder) eher mein Ding als das Laber Rhabarber, daher habe ich den Blog meiner Reise nicht mehr fertig gestellt. Aber Bilder sagen ja bekanntlich mehr als 1000 Worte. Vielleicht gefallen euch ja die Impressionen und es wekcht das Interesse mal selbst den Kungsleden zu wandern. :)

Hier also der Link fĂŒr das Video fĂŒr die komplette Tour von Hemavan nach Abisko, kein Gequatsche, nur Bilder und Musik. :)

 

 

  • 2 Monate spĂ€ter...
  • 3 Wochen spĂ€ter...
Geschrieben

hahahahaha!

auf der startseite oben rechts (zumindest auf meinem smartphone) ist eine stilisierte glocke zu sehen.

Da ist dann ein punkt oder sternchen dran.

wenn du auf die glocke klickst, kannst du sehen, ob du erwÀhnt, angesprochen oder eine nachricht bekommen hast!

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