Zum Inhalt springen
Ultraleicht Trekking

Empfohlene Beiträge

Geschrieben

Anläßlich eines anderen Threads bei dem von jemand sehr hohe Gewichtswerte für mitgetragenes Regenwasser bei Zelktabbau und Kondenswasser genannt wurden, dachte ich, ich schreibe mal im Thread 
- Wieviel Kondenswasser typischerweise entsteht
- Wie man Kondenswasser im Zelt vermeidet
- Wie man ein regennasses Zelt mit möglichst wenig Wasser einpackt


Wieviel Kondenswasser typischerweise entsteht

Ja klar das ist lüftungs und wetterabhängig, aber wenn wir mal von kondensträchtigen Bedingungen also große Temp-Amplitude ausgehen, oder bei niedrigeren Temps Zelten direkt am Wasser, sind nach meinen Messungen (nein ich habe nicht unterwegs eine Waage bei, aber das kleine Handtuch zum Abtrocknen kann man ja easy in Tasse, Kochtopf auswringen) z.B. typisch
250 g beim StratoSpire 1 (Firstzelt mit rel viel Fläche Sil-Nylon)
70-80 g beim Duplex (Firstzelt mit rel viel Fläche DCF)

Zumindest bei "nicht-DCF" Zelten ist da meine Empfehlung, ein zusätzliches sehr kleines Handtuch mitzunehmen (kann man ja multiusing auch prima als Waschlappen verwenden) und damit das Kondenswasser abzutrocknen, gut 200 der 250 g kriegt man ganz schnell runter, wenn man sich 2 min mehr Zeit läßt, alles...und z.B. das Lightload Towel wiegt mal gerade 19,2 g


Morgen geht´s weiter, wenn der Segeltag nichtr zu lang wird 8-)

Geschrieben

Ein Tarp lässt sich einfacher trocknen als ein Zelt. Ich wische es ab und stopfe es zunächst in die Mesh Außentasche. Sobald die Bedingungen zulassen mache ich eine Pause und breite es zum endgültigen trocknen aus. Das ging auch mit meinem Gossamer Gear. Doch mit dem in diesem Winter geklebten Tarp aus DCF ist es sehr viel einfacher.

Geschrieben
vor 15 Stunden schrieb schwyzi:

Mein "Tourenhandtuch" wiegt 20,6g

Also so wie manchmal das Zelt aussieht, wenn ich es trocken wische, Vogelkacke usw, habe ich dafür lieber ein leichtes Anderes bei, als mir mit dem Handtuch dann z.B. zum Schweiß abtrocknen durch´s Gesicht zu gehen, oder zur Kühlung feucht um den Hals zu legen, das was ich für Zelt & Waschlappen nutze, wiegt, wenn ich mich richtig erinnere, gut 12 g, gibt es leider nicht mehr.
Wenn ich es dann alle paar Tage als Waschlappen (mit Waschlappen waschen spart halt extrem viel Wasser und das ist nun wirklich sackschwer) nutze, kann ich es vorher mit etwas Wasser auswaschen.
 

vor 8 Stunden schrieb Ameisenigel:

Ein Tarp lässt sich einfacher trocknen als ein Zelt. 

Ich finde das kommt auf´s Zelt an, Single Walls sind ja eh easy und Inner first auch, da dann entweder das AZ auf ner Leine abtropfen kann, oder man es auf links gedreht zum Abtrocknen nochmal eben drüber schmeißen kann.

Das Zelt kommt bei mir nie in den Rucksack, sondern immer aussen dran und falls noch Restfeuchte drin ist, halt der Packbeutel mit der Öffnung nach unten, daß es abtropfen kann.

Geschrieben

Wie man ein regennasses Zelt mit möglichst wenig Wasser einpackt, Teil 1

Scheint nach den Werten, die ich teilweise gehört habe, nicht so trivial zu sein, wie gedacht :mrgreen:

Gehen wir in Teil 1 vom Einpacken in trockenem Wetter, aber nassem Zelt aus

Bei  Doppeldach-Zelten wie z.B. Portal 2 möglichst früh Überzelt runter, ausschütteln, daß möglichst viel Kondens abgeschleudert wird, auf Busch oder Leine zum Abtropfen hängen

Bei Singlewall wird ja wahrscheinlich eh abgetrocknet, ansonsten wenn nicht,  wenn auch von aussen durch Regen naß, ausschütteln, daß möglichst viel Kondens abgeschleudert wird, auf links ziehen,  ausschütteln, daß möglichst viel Kondens abgeschleudert wird

Geschrieben

Wie man ein regennasses Zelt mit möglichst wenig Wasser einpackt, Teil 2

Hier nehmen wir an, Ihr müßt in strömenden Regen abbauen.

Nach meiner Erfahrung wird das Thema Aufbau / Abbau in strömenden Regen in den theoretischen Überlegungen deutlich überbewertet, ausser man ist vielleicht zur Monsunzeit in Indien unterwegs :mrgreen:.
Ich bin ja jedes Jahr 3-4 Monate draussen und in den letzten 6 Jahren mußte ich 2* in strömenden Regen aufbauen (und 1* war geplant auf einer Anreise mit Dauerregen zum WW-Paddeln in den Alpen, wo ich dann an einer AB-Raststätte ganz entspannt das Portal unter einem Dach aufgebaut und dann 5 m raus auf den Rasen gestellt habe) und abbauen in strömenden Regen mußte ich in den 6 Jahren nie.

Mal ehrlich, ich schau doch unterwegs in den Himmel, welches Wetter in der nächsten std kommt und wenn es dann eh später Nachmittag ist und sich durch Wolken Starkregen ankündigt, baue ich doch fix vorher auf, oder wenn ich an den Wolken sehe, das wird nicht ewig so sein, laufe ich halt durch und bau 20 min später auf und was den Abbau betrifft, ich bin doch unterwegs nicht auf der Flucht, wenn dann morgens gerade Starkregen ist, trinke ich mir noch nen Kaffee im Zelt und geh los, wenn der durch ist.

Aber nun denn...

Da müssen wir nun unterscheiden nach Singlewall, Inner First, Outer First (die schlechtesten Karten)

Singlewall klasse, fix einmal falten, daß Boden aussen, hochnehmen, daß es senkrecht runter hängt (so kann weiterhin das Regenwasser ablaufen), hängend auf Bahnbreite falten, zusammenrollen, fertig.

Bei Doppeldach-Zelten müssen wir anders vorgehen, würden wir IZ & AZ zusammenlassen bzw als Bahnen aufeinander einrollen, würde das klatschnasse Außernzelt über den Tag im Beutel so das Innenzelt durchnässen, daß man abends eine Tropfsteinhöhle hätte.
Also rollt man das klatschnasse AZ getrennt zur "Wurst" zusammen, und rollt es im IZ, was mit dem Boden nach aussen gefaltet ist, hinter das Gestänge gelegt, zusammen, so bleibt das IZ schön trocken.

Hier mal beim Ribs & Blues Abbau in bestem Wetter demonstriert, damit klar ist, was ich meine

12.jpg

und wie mache ich das nun im Regen ?

Inner First wie z.B. Portal ist leichter...
Schon mal beim aufgebauten Zelt alle Heringe raus, unter dem AZ zuerst alle anderen Haken lösen, ausser den 4 ganz oben, wer will, kann unter dem AZ dann auch schon die Querstange rausnehmen, dann die oberen 4 Haken lösen, AZ beiseite werfen, Gestänge auch (das kann ja ruhig nass werden), IZ so falten, daß Boden nach aussen, wie oben beschrieben auf Bahnbreite und halbe Länge, dann kann man den Rucksack drüber legen, daß es trocken bleibt.
Nun kann man in Ruhe das AZ abschütteln, zur "Wurst" rollen, auf das IZ legen, vom Gestänge Wasser abstreifen, dazu legen, einrollen, fertig.

Bei Outer First wird es deutlich fummeliger, nehmen wir mal ein typisches Outer first wie HB Keron...8so viel besser sind aber div Klettverbindungen usw auch nicht)

Zuerst müssen wir ja dann IZ / AZ trennen, das heisst dann unter´s AZ krabbeln und die Knebelverbindungen lösen, beim 3er btw 3*7=21, ab da wie oben beschrieben, abends dasselbe Spiel AZ aufbauen, reinkrabbeln, 21 Knebel in Ringe einhängen.
Nach mehreren langen Touren in duirchwachsenem Wetter war ich von solchen Zelten so angenervt von der Fummelei, daß ich auf Single Wall bzw Inner First umgestiegen bin.

So jetzt fehlt nur noch der Teil, wie man Kondens vermeidet, das im nächsten Beitrag.
 

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde Dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde Dich hier an.

Jetzt anmelden
×
×
  • Neu erstellen...