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Ultraleicht Trekking

Dovrefjell im Winter


P4uL0

Empfohlene Beiträge

vor 16 Minuten schrieb P4uL0:

Thema VBL! Bei einer Woche schon sinnvoll? Ich da aktuell nur so ein Notfallbivi das ich mal als VBL getestet habe.

Mit VBL ist man ja aber limitiert was zusätzliche Kleidung im Schlafsack angeht.

Ein Biwaksack außen wird wohl nicht reichen um den Taupunkt nach außen zu verschieben.

Ein VBL ist schon ab ca. drei Nächten sinnvoll, außer der Schlafsack ist sehr sehr großzügig dimensioniert. Es gibt auch Leute, die in Skandinavien zB. mit einem Puma GWS von WM unterwegs sind und das daher nicht wirklich bei eher kürzeren Touren brauchen. 

Der Biwaksack hilft dabei nicht, da er ja wasserdicht/wasserabweisend ist. Und das Konzept funktioniert sowieso nur begrenzt, auf sowas würde ich mich nie verlassen wollen. 

Zum Thema Notfallbiwaksack als VBL habe ich schon mehrfach hier und auf ODS geschrieben. Nachher editiere ich das hier rein, aber vorweggenommen: Lass es bloß sein, das ist nur eine Notlösung! Kauf dir besser einen guten VBL, am besten den HotSac von Western Mountaineering und sei auf der sicheren Seite. Der gibt dir auch bestimmt 3-6°C Temperaturerhöhung und wenn darin eine Thermoskanne etwas tropft, ist das nicht gleich ein Weltuntergang (auch wenn es immernoch sehr schlimm ist).

Kleidung im VBL geht nicht, außer halt die lange Unterwäsche. Aber man kann eine Daunenjacke usw. über den VBL in den Schlafsack legen, wenn man noch genug Platz übrig hat. So nass wird es aber auch nicht im VBL. 

Hier noch ein paar Sachen von mir, die ich dazu geschrieben habe:

Zitat

Mit einem VBL kann man den Schlafsack ohne große Sorgen überdimensionieren. Schließlich schwitzt man ihn nicht voll. So kann man problemlos einen Schlafsack, der für Temperaturen um die -30°C ausgelegt ist, auch in Nächten verwenden, in denen es nur -5°C sind. (Im Norden Skandinaviens ist es nicht unüblich, dass man bei längeren Touren alles von 0 Grad bis -35 Grad erlebt, wenn man den Kungsleden oä. per Ski wandert.
In den Alpen ist die Temperaturspanne auch riesig - vor allem bei den gefühlten Temperaturen wegen Sonneneinstrahlung und co.)

Zitat

Als am Ende meiner letzten Wintertour mein VBL kaputt ging und ein riesiges Loch im Fußbereich hatte, verbrachte ich ein paar Nächte ohne ihn und bereits nach der ersten Nacht ist der Loft des Daunensacks merklich eingebrochen. Und nicht einmal diese erste Nacht ohne VBL war angenehm. Ein VBL hat den Vorteil, dass man damit gut Wärme im Schlafsack behält und diesen nicht nach jedem Aufstehen wieder aufheizen muss. Zudem gibt so ein Beutel vor allem von unten am Rücken einen starken Temperaturboost.

Zitat

Eine weitere nette Sache an VBLs: Der eigentliche Schlafsack ist praktisch wie neu, bleibt komplett geruchsneutral und muss auch nach längeren Touren nicht gewaschen werden. Schließlich landen die ganzen Salze und so weiter nicht in der Daune, sondern im VBL. Der wiederum stinkt bestialisch nach ein paar Wochen. 

Zitat

Man hat im VBL keine Wasserfütze. Man kann die Dinger einfach direkt in die Packung stopfen. Sollte viel Flüssigkeit drinnen sein, kann man entweder am Abend danach den VBL auf links drehen und das gefrorene Wasser abbürsten oder es mit dem Ärmel abstreifen, wenn es noch immer flüssig ist. So oder so ist der VBL allerhöchstens feucht, wirklich nass nicht. 
Ich persönlich hatte nie Schäden am Notbiwaksack durch Eiskristalle, aber immer wieder durch Zehen, Finger und so weiter, die sich durch das Material bohren. 

 

Bearbeitet von Harakiri
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vor 11 Minuten schrieb P4uL0:

OK hab schon befürchtet das der Notfallbivi nur ne Notlösung wäre.

Du könntest auch zwei oder drei Notbiwaksäcke kaufen und reichlich Panzertape, Leukoplast etc. mitnehmen. Das würde viel Geld sparen. Du wirst einige Löcher in den Bivis haben, aber die kannst du dann flicken. Es ist sehr suboptimal, aber für eine Woche Tour und dann vielleicht nie wieder ist das bestimmt eine Überlegung wert.

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Am 3.11.2021 um 12:43 schrieb Harakiri:

Kleidung im VBL geht nicht, außer halt die lange Unterwäsche. Aber man kann eine Daunenjacke usw. über den VBL in den Schlafsack legen, wenn man noch genug Platz übrig hat. So nass wird es aber auch nicht im VBL. 

 

Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen. Gab es nicht deshalb Leute, die mit Einwegchemieanzügen experimentiert haben? Hat sich das nicht bewährt? 

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vor 21 Stunden schrieb momper:

Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen. Gab es nicht deshalb Leute, die mit Einwegchemieanzügen experimentiert haben? Hat sich das nicht bewährt? 

Ja, das kann gut sein. Es gibt sogar Leute, die auf VBL-Anzüge schwören. Andrew Skurka unter anderem, glaube ich zumindest. Das waren soweit ich weiß selbst genähte Kleidungsstücke. Ich persönlich würde das niemals machen, weil es mir zu unsicher und zu unhygienisch wäre. Allerdings ist das bestimmt ein interessantes Konzept für Leute, die körperlich sehr aktiv sind. Ich mache ja nicht einmal die Hälfte der durchschnittlichen Kilometer von solchen Leuten und bin daher mit einem konventionellen Liner zufrieden, mit dem nichts groß schief gehen kann. Wenn man fotografiert, ist ein VBL-Anzug, den man ganztägig trägt, ganz sicher nicht die optimale Lösung. Auf Details will ich aber nicht eingehen, weil ich mich damit nie befasst habe. 

Hier steht noch einiges dazu im Blog von Skurka. 

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Am 6.11.2021 um 09:17 schrieb momper:

Gab es nicht deshalb Leute, die mit Einwegchemieanzügen experimentiert haben? Hat sich das nicht bewährt?

Ja, die Leute gibt es. Ich bin einer davon und es hat sich bewährt.

Im letzten Winter (bei uns gab es teilweise Temperaturen von -20°C) experimentierte ich bei Overnightern in meinem Garten mit einem VBL-Anzug (separate Jacke, separate Hose und Strümpfe) bei Temperaturen bis -10°C mit einem 133er-APEX-Quilt von AsTucas (von mir geschätzte Komforttemperatur >= 10°C, Angabe von AsTucas = 5°C)

Über einem VBL-Anzug kann bei extremer Kälte problemlos weitere Isolationskleidung angezogen werden, was bei einem VBL-Sack nicht möglich ist. Die zusätzliche Kleidung kommt auch nicht mit dem Wasserdampf im VBL-Anzug in Kontakt und bleibt daher trocken. Ebenso bleibt die Isolationsfähigkeit (Loft) des Quilts/Schlafsacks erhalten.

Für mich waren die Experimente ein voller Erfolg.

Im kommenden Winter will ich diese Experimente mit dem VBL-Anzug auf mehrere Übernachtungen hintereinander ausdehnen. Mal sehen, wie die Experimente mit dem VBL-Anzug ausgehen...

 

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Thema Kocher: welches System ist denn grundsätzlich sinnvoll? @mawihat ja den MSR Reaktor verwendet und kam ja gut zurecht damit.

Welcher Multifuel Kocher ist denn vernünftig und natürlich möglichst günstig. 

Was ist in Norwegen denn besser zu bekommen? Reinigungsbenzin oder Gaskartuschen die für den Winter geeignet sind?

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Ist man öfters im Winter unterwegs, dann ist wohl ein Benzinkocher die beste Wahl. Bei der einen Woche würde ich mal sagen, dass es relativ egal ist was du nimmst.

Ich würde nicht unbedingt den billigsten Kocher nehmen (bzw. hauptsächlich auf den Preis achten), sondern darauf achten, welcher sich bei Kälte zuverlässig und komfortabel bedienen lässt und mit welchem DU am besten klar kommst.

Egal für was du dich entscheidest, ich empfehle dir den Kocher auf jeden Fall vorher ein paar Mal bei Kälte (unter -20°C) zu testen. Notfalls den Kocher samt Brennstoff über Nacht in den Tiefkühler legen und dann nach dem Rausholen sofort versuchen ihn zu starten (am besten draußen).
Ein ordentlicher Windschutz ist je nach Kocher sehr zu empfehlen (beim Reactor z.B. nicht unbedingt nötig, bringt aber auch da ein wenig).

Benzin bekommst du halt überall an jeder Tanke (außer vielleicht in UK :mrgreen:), bei Gas muss man vorher immer ordentlich recherchieren oder ggf. sich irgendwo ein paar Kartuschen reservieren oder hin senden oder mit den Öffis anreisen oder, oder ... Es muss übrigens nicht unbedingt das braune Wintergas sein. Wichtig ist nur, dass es kein sogenanntes "blaues Campinggas" ist, also kein reines Butangas ist (es sollte so wenig wie möglich Butan enthalten).

Hast du bereits einen Gaskocher zu Hause?

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Ja so einen kleinen Chinabrenner (BRS Ultralight Mini) den hier glaube ich mehrere haben. 

Ja mit Kartuschen organisieren ist immer so eine Sache. Ich bin eh am überlegen die erste Nacht in Oslo zu verbringen um noch ein paar Sachen zu organisieren falls nötig.

Und ganz grundsätzlich hab ich schon vor eher offters im Winter unterwegs zu sein, da mir das lieber ist als die Hitze im Sommer.

Bearbeitet von P4uL0
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