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Ultraleicht Trekking

Sentiero Italia: Aktueller Zustand


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Italien hat mit dem E1 und vor allem dem Sentiero Italia theoretisch großartige Langstreckenwege durch das gesamte Land. Doch leider waren in den letzten Jahren Reiseberichte über diese beiden Trails nur wenig ermutigend: Außerhalb der bekannten Wandergebiete im Norden des Landes wären die Wege oft komplett überwuchert oder aus anderen Gründen unpassierbar. Die Wege schienen mehr auf dem Papier als in der Natur zu existieren. 

Doch mittlerweile scheint sich der CAI die Erneuerung des Sentiero Italia auf die Fahnen geschrieben zu haben und es gibt mit vasentiero.org sogar eine Jugendorganisation, die an diesem Projekt mitarbeitet. 

Auf der Webseite des CAI wird eine durchgängige Route des Sentiero gezeigt, die zwar noch nicht komplett markiert, aber vollständig "verifiziert" sein soll. Ich habe den CAI bereits angeschrieben, aber noch keine Antwort erhalten, was genau diese "Verifizierung" beinhaltet ...

Hat jemand relativ aktuelle Informationen über den jetzigen Zustand des Sentiero Italia, vor allem im Süden Italiens? Oder gibt es Reiseberichte aus 2019? 

Italien öffnet seine Grenzen für Touristen ja bereits wieder ab dem 3. Juni. Sollte der Sentiero Italia in "wanderbarem" Zustand sein, wäre das ein großartiges Wanderziel für 2020.

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Ich habe auch auf einigen Wanderwegen in Norditalien letztes Jahr diese Erfahrung gemacht.

Bäume liegen seit einigen Jahren schon quer über Wanderwege, so dass man

mit abgenommenen Rucksack mehrere hundert Meter auf allen vieren durchkrabbeln muss.

Macht echt keinen Spass. Erinnert eher an ein Surviveltraining.

 

Gruss

Konrad

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Klasse, wäre wünschenswert, wenn sich da was täte. Schade, dass die östliche Alternative in Apulien so abrupt endet und kurz davor noch eine Lücke hat. In der Ecke kenne ich mich (ohne Trekking) zumindest einigermaßen aus.

Habe auf der Karte viele Verzeichnete Flughäfen gesehen und kann zumindest sagen, dass die einzigen Flughäfen für den Passagierverkehr Bari und Brindisi dort sind. Falls das in irgendeiner Form wichtig sein sollte. Ansonsten ist der Bahnverkehr in der Ecke des Landes eher Bummelbahn, aber nach so einer Wanderung hat man es vermutlich eh nicht sonderlich eilig, wieder heim zu kommen. Viele Geschäfte/Post etc haben auch über mittags eine lange Siesta je weiter man südwärts kommt, da geht dann von 12 bis 16 teils gar nichts.

Je weiter man südlich kommst, desto eher werden Streuner ein Problem. Ich hatte mit den Hunden noch nie ein Problem, war aber auch noch nie nachts auf dem Land unterwegs. Und wie die Situation mit Landbesitzern ist.... Ich weiß nur, dass viele eine Schrotflinte besitzen. Wanderer, Trekking sind im Süden auch eher unbekannt. Da würde ich mir vorher ein entsprechendes Vokabular zulegen. Gerade der Süden ist von Arbeitslosigkeit geprägt und vom Norden abgehängt. So herzlich und gastfreundlich der (Süd-)Italiener auch ist, kann er auch gegenüber ungewohnten/Fremden erst einmal sehr misstrauisch sein.

Als Wasseranlaufstelle könnten Friedhöfe (wie so oft) interessant sein, aber auch diese sind oft geschlossen, da es auch hier Öffnungszeiten gibt, da meist immer ein Angestellter vor Ort ist. Gerade ab Juni ist Dürre in Apulien ein Problem und die dominierenden Farben sind dann gelb und (rot)braun. Das ist dann little Africa sozusagen.

Ich möchte die Route damit nicht schlecht reden! Das ist lediglich eine Einschätzung von Land und Leuten meinerseits und hoffe, dass das ggf. in irgendeiner Form hilfreich ist. Der Süden (isb. Apulien) ist einfach wunderschön und kulturell durchaus ein Highlight, der vom Massentourismus zum Glück noch verschont geblieben ist.

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vor einer Stunde schrieb Konradsky:

Ich habe auch auf einigen Wanderwegen in Norditalien letztes Jahr diese Erfahrung gemacht.

Ich denke, man kann das nicht verallgemeinern - daher habe ich explizit nach dem Sentiero Italia/E1 gefragt. Ich bin noch im Februar auf dem Franziskusweg von Florenz nach Rom gelaufen und hatte keinerlei Probleme. Der Weg war zwar nicht durchgängig als solcher markiert, aber sehr gut in Schuss. Es gab keinerlei Hindernisse. Ganz im Gegenteil hat er richtig Spaß gemacht und mich auch dazu bewogen, Italien nochmals als Langstreckenziel ins Auge zu fassen - wenn denn der Sentiero zumindest größtenteils auch in halbwegs passablem Zustand wäre. Ansonsten hättest Du recht: mit Macchia überwucherte Wege sind eher für Survival-Training geeignet als Wandertouren ...

vor 29 Minuten schrieb Backpackerin:

 Der Süden (isb. Apulien) ist einfach wunderschön und kulturell durchaus ein Highlight, der vom Massentourismus zum Glück noch verschont geblieben ist.

Ja, das denke ich auch! Der E1/Sentiero Italia würde mich aber an der Westküste nach Sizilien führen, so dass ich gar nicht durch Apulien käme. Die Mentalität dürfte allerdings im ganzen Süden ähnlich sein - das kenne ich in ähnlicher Form aus Südspanien.

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Wandern und langsamer Tourismus werden immer populärer in Italien, daher denke ich , dass sich die Wegsituation in den letzten Jahren verbessert hat.Inzwischen gibt es ganze TV Beiträge zu diesem Thema im öffentlichen Fernsehen. Ich bin vor einigen Jahren  die Via Francigena gelaufen, die zur Not eine gut markierte Alternative wäre. Die geht inzwischen ab Rom auch südwärts und trifft auf Sizilien auf andere gut markierte Wege( Magna Via Francigena/ Palermo-Messina per le montagne). Zum Sentiero kann ich leider nichts sagen, hab aber den Sentiero Italia in den letzten 2 Jahren deutlich häufiger gehört als vorher.

Und ja. Hitze und gen Süden sollte man nicht unterschätzen. Bin damals in Temperaturen mit über 40°C hineingeraten. Wasser = Friedhof. .Zafas

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vor 6 Minuten schrieb zafas:

Hitze und gen Süden sollte man nicht unterschätzen. Bin damals in Temperaturen mit über 40°C hineingeraten. Wasser = Friedhof. .Zafas

Dieses Argument hat mich anfangs auch total abgeschreckt - bis ich mir die Route genauer angeschaut habe. Sie verläuft - wann immer möglich - so weit oben wie möglich, so dass es zwar sicherlich heiß werden kann, aber doch erträglicher als im Flachland. (Hoffe ich zumindest …)

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vor 1 Stunde schrieb German Tourist:

Die Mentalität dürfte allerdings im ganzen Süden ähnlich sein - das kenne ich in ähnlicher Form aus Südspanien.

Ich denke auch.

Temperaturtechnisch dürfte sich das ja dann auch im gleichen Rahmen bewegen. Von daher weißt du ja sicher ungefähr, was dich im Sommer erwartet.

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ein bißchen stückwerk gibts hier, auch etwas puglia dabei. überall, wo was fertig markiert ist, gibts ein eröffnungsevent oder eine art "programm" (nehm ich an) - und dann einen bericht auf der hp der sektion, der gemeinde oder anderer wandervereine.

nicht OT: wie kommst du denn hin?

 

ps, falls du mal in eine (bewirtschaftete) hütte willst:

hütten-decalog des cai:

https://www.repubblica.it/viaggi/2020/05/18/news/rifugi-256970113/

(nur mit Buchung, Maske und Handschuhe und Desinfektionsmittel, Abstand, Temperaturkontrolle, Rucksackverwaltung, Food idR nur draussen, SchlaSa, nur gesund losgehen)

(handschuhe und desinfektionsmittel dabei und temperaturkontrolle möglich gilt zb auch auf fähren).

 

Bearbeitet von hans im glueck
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  • 2 Wochen später...
  • 4 Wochen später...

Soweit ich richtig informiert bin ist die GTA (Grande Traversata delle Alpe) auf der gesamten Länge Teil des Sentiero Italia. Ich war schon auf 2 Abschnitten auf dem südlicheren Teil der GTA (südlich von Susa) und fand es dort großartig, Mich zieht es immer wieder dort hin (italienischer Westalpenbogen).

Paar Impressionen aus 2018 (aber damals ohne Zelt): https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/6897-it-gta-2018-vom-valle-maira-bis-valle-gesso/

 

Bearbeitet von sja
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  • 4 Wochen später...

Hier gibts den (fast) kompletten Sentiero Italia als GPS auf outdooractive;-):

https://www.outdooractive.com/de/list/sentiero-italia/175451230/

Hab mich echt gefreut, das gefunden zu haben, habe selbst nämlich als PCT Alternative vor, einen Teil zumindest davon zu laufen. Hervorragend für Planung etc...

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    • Von German Tourist
      Nachdem ich mich hier im Frühjahr nach Zustand des Sentiero Italia erkundigt habe, bin ich den Weg mittlerweile fast komplett durch Italien gewandert - und habe dabei einen der spannendsten Fernwanderwege Europas entdeckt. Und das will ich euch nicht vorenthalten!
      Der SI zieht sich auf 7.000 km und verschiedenen Varianten durch das ganze Land - von den Alpen bis Sizilien und Sardinien. Dabei verläuft er oft auch parallel oder gar gleich mit dem E1 oder anderen bestehenden Fernwanderwegen wie dem Ligurischen Höhenweg oder der GEA. Während der E1 eher ein ziemlich totes Projekt zu sein scheint, kaum markiert ist und die Wege an vielen Stellen nur auf der Webseite des E1 existieren, war der SI erstaunlicherweise fast durchgängig markiert - aber nicht immer durchgängig passierbar ….
      Verläuft er identisch mit dem Ligurischen Höhenweg oder der GEA, ist die Markierung hervorragend und der Weg gut in Schuss. Weiter im Süden ist er zwar immer noch fast durchgängig markiert, aber manchmal hatte ich den Eindruck, dass der Wegewart der Letzte war, der hier mal vor ein paar Jahren durchgegangen ist. Ich stand einige Male vor komplett wegerodierten Wegen oder völlig überwucherten Pfaden. Und wenn die Route mal auf Verbindungsstrecken über Straßen und durch Orte führte, fehlten die rot-weißen Markierungen ebenfalls.
      Zu meiner großen Freude konnte ichaber  feststellen, dass der CAI den Weg aktiv pflegt und weiterentwickelt! Einige Tracks, die ich mir noch vor meinem Aufbruch im Mai heruntergeladen hatte, waren im Oktober schon nicht mehr aktuell und auf der CAI-Webseite mit der neuen Wegführung ersetzt worden. Unattraktive Passagen werden so sukzessive verbessert.
      Die Route führt über den Alpenkamm über den gesamten Apennin bis nach Sizilien und verläuft daher größtenteils auf über 1000 Metern Höhe mit einem ständigen Auf und Ab einschließlich der entsprechenden Höhenmeter. Die Strecke durch die Alpen habe ich persönlich mir erspart und habe über den E1 durch die Poebene „abgekürzt“ - keine so gute Idee, hier mitten im Hochsommer durchzulaufen, aber als Thruhiker ist man halt nicht immer zur passenden Jahreszeit am richtigen Ort. Doch kaum hatte ich auf dem Ligurischen Höhenweg den SI erreicht, wurde es fast durchgängig richtig spektakulär, denn die Route bleibt immer oben auf dem Gebirgskamm. Ich persönlich kenne keinen anderen europäischen Fernwanderweg, der über eine so lange Strecke durchgängig so spektakulär und gleichzeitig einsam verläuft. Mir war auch nicht klar, wie viele grandiose Nationalparks und Naturreservate es in Italien gibt, durch die der SI immer wieder führt.
      Ich habe auf 2.400 km Italien keinen einzigen anderen Fernwanderer getroffen, wenngleich in den populären Nationalparks natürlich in der Hochsaison manchmal Heerscharen von Tagestouristen unterwegs waren. Von diesen Hotspots mal abgesehen war ich allerdings fast immer alleine. Das machte auch das Wildzelten extrem einfach! Aufgrund der Landflucht ist die Gegend entlang des SI kaum mehr besiedelt, doch die schon lange nicht mehr genutzten Steinmauer-Terrassen oder Köhlerplätze sorgten für easy wild camping, herrenlose Feigenbäume und verwilderte Weinstöcke für ein leckeres Zubrot am Wegesrand.
      Ich stieß auf erstaunlich viel freilaufendes Vieh: Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen, die allerdings oft von den Maremmano-Hütehunden begleitet werden - und mit denen ist nicht zu spaßen. Glücklicherweise sind diese Herdenschutzhunde gut erzogen und nicht aggressiv, sondern verteidigen nur ihre Herde. Auch von den Hofhunden wurde ich nur angebellt, aber nicht gebissen. Die Hunde sind auch notwendig, denn im Apennin gibt es jede Menge Wölfe und teilweise sogar Bären.
      Die meisten natürlichen Quellen sind gefasst, aber leider nicht vollständig in den OSM-Karten eingetragen. Das machte die Wasserversorgung schwierig und nicht planbar, obwohl es eigentlich genug Quellen gibt - nur weiß man halt im Voraus nicht genau, wo. Dasselbe gilt für die Proviantversorgung. Der Weg führt immer wieder durch kleine Dörfer, wo es noch kleine Läden oder eine Bar gibt - aber leider ist das nicht immer vorher genau zu recherchieren. Dennoch habe ich in der Regel immer nur Proviant für ein paar Tage tragen müssen.
      Die Route verläuft erstaunlich zivilisationsfern, führt aber an Unmengen von Wegkreuzen, Kapellen, Einsiedeleien und Heiligtümern aller Art vorbei. Mit viel Mühe könnte man den Weg auch ohne Zelt gehen und in Rifugios oder Dörfern übernachten. Je weiter man in den Süden kommt, desto billiger werden die Übernachtungsmöglichkeiten. Für ein Einzelzimmer habe ich in der Regel zwischen 30 und 40 Euro bezahlt und dafür wahre Paläste bekommen.
      Kurzum: Wer eine spektakuläre, zivilisationsferne und unentdeckte Route fernab der populären Destinationen sucht, ist hier genau richtig. Ein echter Geheimtipp! Für Anfänger ist der SI allerdings nicht geeignet. Es braucht schon etwas Pioniergeist, ein GPS-Gerät einschließlich Navigationserfahrung und teilweise eine Machete …
      Wer jetzt neugierig geworden ist: auf meiner FB-Seite (siehe Signatur) habe ich von unterwegs jeden Tag gepostet. Und natürlich beantworte ich hier auch gerne Fragen.
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