Lolaine Geschrieben Donnerstag um 06:49 Geschrieben Donnerstag um 06:49 Hallo zusammen, ich wollte mal nachfragen, ob hier jemand einen Kurs besucht hat oder gar mal welche geleitet hat. Ist das alles nur Romantik-Erlebnis "habe mal mitgemacht" oder erlernt man hier wirklich etwas, was man bei einer Wochenwanderung im infrastrukturfreien Gebiet unterstützt? Es gibt sogenannte Wilderness Guide Ausbildungen. Das wäre für mich jedenfalls auf den ersten Blick zu viel. Für mich wäre so ein kompakter Wochenendkurs in der Praxis fürs ersten mal ganz gut. Nur Quatschen und ums Lagerfeuer sitzen brauche ich allerdings nicht! Vielleicht könnt ihr hier eure Erfahrungen berichten. Zum Hintergrund: Bisher habe ich mich einfach ins Erlebnis gestürzt mit entsprechender theoretischer Vorbereitung und gesundem Menschenverstand. Habe seit Jahren am Equipment getüftelt und war dann zum probieren immer wieder in den Alpen oder über das Wochenende testen. Dann habe ich mich an Wochentoueren herangewagt, allein, möglichst ohne Infrastruktur. z.B. hier. Ohne elektronische Helferlein wie z.B. einem InReach, ganz bewusst. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich bisher keiner ernsten Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt war, jedenfalls nicht wissentlich. Danke für ein paar Denkanströße.
Old School Geschrieben Donnerstag um 07:20 Geschrieben Donnerstag um 07:20 (bearbeitet) vor 31 Minuten schrieb Lolaine: Zum Hintergrund: Bisher habe ich mich einfach ins Erlebnis gestürzt mit entsprechender theoretischer Vorbereitung und gesundem Menschenverstand. Habe seit Jahren am Equipment getüftelt und war dann zum probieren immer wieder in den Alpen oder über das Wochenende testen. Dann habe ich mich an Wochentoueren herangewagt, allein, möglichst ohne Infrastruktur. z.B. hier. Ohne elektronische Helferlein wie z.B. einem InReach, ganz bewusst. Du hast also schon etliche "Kurse" gemacht, hast alle Situationen bewältigt und weißt alles was dazu nötig war und es hat sich in der Praxis bewährt ... was willst du mehr lernen? Falls du dich gezielt in "gefährlichere" Situationen begeben willst weist du vorher was auf dich zu kommen wird, du weist ja wo du sein wirst, dann machst du dich dazu schlau, kannst sicher lesen, schreiben, Video gucken, kannst dich also gezielt vorbereiten. Du kannst alles selbst lernen und es am Wochenende testen, ganz alleine. Für was soll ein Kurs also gut sein ... außer du magst es das angebotene Wissen in geselliger Runde vorgekaut zu bekommen, auch okay 😁 Und mal ganz ehrlich, das typische "Survivalwissen", Notshelter, Notnahrung, Trapperbett bauen, etc. etc. ...braucht das irgendwer wer nicht gezielt ohne Ausrüstung raus zum Bushcraften geht? Wir hier haben doch alle immer unser Rücksäckchen mit vollem LuxusPlastikkrempelDepot dabei und sinnieren darüber welches neues HighTecMaterial noch 30g leichter ist, hehe, was wollen wir mit nem Wildernewstraining. Wir sammeln doch allenfalls maln paar Pilze oder Beeren als Nachtisch für den gefriergetrockneten Tütenfraß 😜 Kurse kosten viel Geld und bedienen die zivilisationsmüden, satten, luxusverwöhnten, naturromantischen Sehnsüchte ... oder so ... Wilderness Guide Ausbildung, jo, ich hab mittelalterliches Flötenspiel studiert 🤣 Bearbeitet Donnerstag um 07:25 von Old School
SvenW Geschrieben Donnerstag um 09:05 Geschrieben Donnerstag um 09:05 (bearbeitet) Denke mal die üblichen Survival Kurse sind mehr oder weniger uninteressant. Was durchaus Sinn machen kann wenn man wirklich weit Abseits der zivilisation unterwegs ist (damit meine ich nicht einen Wanderweg im Harz 🤣) wäre ein Erste hilfe Kurs speziell für Outdoor. Bearbeitet Donnerstag um 09:19 von SvenW Gibbon und Old School reagierten darauf 2
lislvonderwiesl Geschrieben Donnerstag um 09:33 Geschrieben Donnerstag um 09:33 Ich glaube, das kann man so pauschal schwer beantworten. Schon als Kind war ich mit meinen Eltern viel "Outdoor" unterwegs, hab u.a. gelernt, wie man sich am Berg verhalten solllte, wie wichtig es ist das Wetter im Blick zu haben, wie man soch helfen kann, wenn die Heringe nicht im Boden halten, wie man Karte und Kompass nutzt, usw. Nichts außergewöhnliches auf den ersten Blick, aber hilfreich wenns nicht nach Plan läuft. Wenn ich meine Cousinen (24 und 22 Jahre) im Gegensatz zu mir betrachte, haben diese genau Null Erfahrung. Erst beim letzten Familientreffen haben sie mir gesagt, dass sie noch nie im Leben zelten oder wandern waren. Falls sich eine der beiden nun zB durch Social Media inspiriert ins Outdoor-Abenteuer stürzen möchte (was heut zu Tage ja völlig normal ist), wäre ein Wildniss-Kurs mit Sicherheit nicht verkehrt. Vor allem weil ich der Meinung bin, dass v.a. durch Social Media derartige "einsame" Trips häufig romantisiert werden und die Leute die Risiken und Schwierigkeiten daher gerne unterschätzen. Ausstattung bekommt man gegen ein paar Taler überall, auch in spitzen Qualität. Das reicht für viele zu denken: "Ich bin optimal vorbereitet."
reiber Geschrieben Donnerstag um 11:41 Geschrieben Donnerstag um 11:41 Ich denke Sachen wie Wetterkunde, Orientierung, Erste Hilfe ... werden bei solchen Wildniss-Kursen eher nicht trainiert. Da solltest du genau schauen was der Kurs beinhaltet und ob das Sinn für dich macht. Vielleicht wäre da eher ein alpiner Basiskurs beim DAV etwas. Gibbon reagierte darauf 1
CommyTaldwell Geschrieben Donnerstag um 12:29 Geschrieben Donnerstag um 12:29 (bearbeitet) Glaube es kommt stark auf den eigenen Wissensstand und die Fähigkeit/den Willen, Dinge autodidaktisch zu lernen, an. Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und behaupte, dass jede Person, die ein paar autarke Mehrtagestouren unternommen, Online-Recherche betrieben und hier und da mal erfolgreich ein Lagerfeuer gemacht hat, sich bei solchen Kursen eher langweilt. Durch die begrenzte Zeit & Vorerfahrung der Teilnehmenden bedingt, kann da ja auch gar nichts intensiv geübt werden. Dass man nach so einem Kurs z.B. Feuerbohren kann, halte ich für absurd; Das schaffen oft nichtmal Profis, die das seit Jahren trainieren, unter Real-Bedingungen. Was reines Basiswissen angeht, z.B. 'Verhalten bei Gewitter' so recherchiere ich das sowieso lieber in aller Ruhe und Ausführlichkeit, als dass ich mir das von irgendwem, der das vor 10 Jahren in einer 4-Wöchigen-Wildnis-Coach Ausbildung mal gelernt hat, erzählen lasse. (#nooffence) Mein Ansatz wäre einfach weiter Touren zu machen und zu versuchen, die eigene Komfortzone jedes Mal (im vernünftigen Maße) herauszufordern. Zudem würde ich prüfen, welche Defizite ich habe und diese dann konkret üben. Bei mir waren das z.B. Orientierung im weglosen Gelände (ohne elektronische Hilfsmittel), Overnighter bei widrigen Bedingungen mit verschiedenen Shelter-Setups, Flussdurchquerungen, Bewegen/Kraxeln im ausgesetzen Gelände (habe aus diesem Grund damals mit Bouldern & Klettern angefangen). Wenn du wirklich Lust auf so einen Kurs hast würde ich schauen, ob es vllt Alternativen im Ausland gibt, die mehr als "Lagerfeuer und Laubhütte" im deutschen Wirtschaftswald bieten. In den USA gibt es ja z.B. verschiedene Wildnis-Trekking-Kurse von der Legende Andrew Skurka, die sehr gut sein sollen (ist mir aber zu weit weg und zu teuer). In Skandinavien habe ich mal eine Art Kurs gesehen, wo unter kontrollierten Bedingungen geübt wurde, sich nach einem Einbruch in einen gefrorenen See selber zu retten. Bearbeitet Donnerstag um 12:31 von CommyTaldwell
Gibbon Geschrieben Donnerstag um 15:18 Geschrieben Donnerstag um 15:18 vor 3 Stunden schrieb reiber: Ich denke Sachen wie Wetterkunde, Orientierung, Erste Hilfe ... werden bei solchen Wildniss-Kursen eher nicht trainiert. Da solltest du genau schauen was der Kurs beinhaltet und ob das Sinn für dich macht. Vielleicht wäre da eher ein alpiner Basiskurs beim DAV etwas. Ich denke das sind genau die Fähigkeiten, die du bei längeren Touren abseits der Zivilisation haben solltest: Verhalten in Notsituationen, Gefahren Erkennen und Beurteilen, Erste Hilfe, Wetter erkennen, Verhalten im Alpinen Raum, etc..Um es mit einem Wort zu sagen: Sicherheit. In den Alpen kann man da bestimmt einiges an Kursangeboten (z.B. DAV) zu finden, die genau die Themen schulen. vor 8 Stunden schrieb Lolaine: Dann habe ich mich an Wochentoueren herangewagt, allein, möglichst ohne Infrastruktur. z.B. hier. Ohne elektronische Helferlein wie z.B. einem InReach, ganz bewusst. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich bisher keiner ernsten Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt war, jedenfalls nicht wissentlich. Die elektronischen Helferlein würde ich bei solchen Touren alleine immer mitnehmen. Zweimal konnte ich auf Tour nicht mehr richtig laufen (eine Sehnenentzündung/ einmal umknicken). War kein Problem, weil im Deutschen Mittelgebirge unterwegs und das nächste Taxi nur zwei Stunden zu Fuß weit weg war. Was machst du abseits der Zivilisation? Ein Fehltritt und ein InReach entscheidet darüber, ob du Hilfe bekommst oder es dir so geht wie diesem armen Wanderer.
icefreak Geschrieben Gestern um 08:51 Geschrieben Gestern um 08:51 (bearbeitet) Die Kurse sind IMHO für völlige Neulinge, da wird das Mampfen aus der Trekkingmahlzeit-Tüte am Lagerfeuer schon als „Survival“ verkauft. Für viele sicherlich besser, als zuhause ein weiteres Wochenende mit Netflix zu verbringen. Mein Tipp: Baue kleine Bushcrafting-Elemente in Deine Touren ein. schnitze einen Featherstick und einen Zelthering abends im Camp Feuer entzünden sammle anzündfähiges Material und probiere das an legalen Stellen aus, mit Feuerstahl lerne nützliche Knoten: Sackstich, 8er, Palsteg, Ankerstich, usw. lerne den Nordstern sicher zu bestimmen führe gezielt Kaltbiwaks durch, um Dich und Deine Ausrüstung ans Limit zu bringen (schrittweise!!!) Winterbiwak extrem Trashcrafting: wie man Ausrüstung improvisiert Nähen lernen - Handnaht! Immer Nadel und Faden dabei haben, wiegt faktisch nichts Fitness verbessern - DAS ist DIE Survival Vorbereitung schlechthin. Trainiere Dich auf Wanderzeiten bis 12 Stunden / 40 km am Tag. Ja das wird das heilige BW erhöhen, aber so lernst Du es Schritt für Schritt im gewohnten Tun. Für Hardcore Survival a la SAS Guide oder Nehberg ist das hier ohnehin der falsche Hörsaal. Sorry, aber der normale Mensch, der früh die Heizung aufdreht, mit dem Lift in die TG fährt, im klimatisierten Auto ins klimatisierte Büro fährt, für den wären echte hardcore Survival Trainings nichts. Also das wäre mein Survival „light“ Programm. Fang einfach an und schau, wohin Dich die Reise führt. Die Links zeigen auf meine alten Blog, der noch so im Netz den Ruhestand genießt … Bearbeitet Gestern um 08:53 von icefreak
Patirou Geschrieben Gestern um 11:21 Geschrieben Gestern um 11:21 vor 2 Stunden schrieb icefreak: Sorry, aber der normale Mensch, der früh die Heizung aufdreht, mit dem Lift in die TG fährt, im klimatisierten Auto ins klimatisierte Büro fährt, für den wären echte hardcore Survival Trainings nichts. Er (mich eingeschlossen) könnte das psychisch schon gar nicht verarbeiten. Da geht es ja vor allem dann mit dem Umgang mit extremen Stresssituationen (physisch und psychisch) kombiniert mit Schlafmangel. (BTW: einfach mal die Nacht durchwandern, am Besten mal wenns auch noch regnet und schauen, wie man danach noch "unterwegs" ist). icefreak reagierte darauf 1
kra Geschrieben Gestern um 13:10 Geschrieben Gestern um 13:10 vor 1 Stunde schrieb Patirou: Er (mich eingeschlossen) könnte das psychisch schon gar nicht verarbeiten. Da geht es ja vor allem dann mit dem Umgang mit extremen Stresssituationen (physisch und psychisch) kombiniert mit Schlafmangel. Ich glaub das ist nicht das, was die TO sucht. Die Basis hat sie ja schon mit ihren WE Touren gelegt, wie beschrieben jetzt noch "Übungseinheiten" einbauen. Damit sollte sich eine (gefühlte) Sicherheit und Selbstvertrauen einstellen. Was ich aber für schwer verzichtbar halte ist ein gründlicher 1-Hilfe Kurs, der auf Outdoor-Aktivitäten ausgerichtet ist. Im Standard-Kurs lernt man inzwischen (etwas provokant) ja noch nicht mal mehr einen Verband anlegen sondern "nur" noch: stabile Seitenlage, Defibrillator einsetzen mit Mund/Mund Beatmung und Herzdruckmassage und 'wie setze ich einen Notruf ab'. Mehr ist da i.d.R. nicht - und innerhalb der Zivilisation auch kaum nötig. Außerhalb siehts schon anders aus. Für mich war das WE bei der Outdoorschule Süd sehr erhellend - das empfehle ich Jedem! Wenn's wahlweise an Logik, gesundem Menschenverstand oder elementarer Menschlichkeit hapert geht es mit Meinungen weiter und zu schlechterletzt verfällt man auf Ideologien. Gesunder Menschenverstand / Redewendung / - Eine seltene Form von Intelligenz. Heutzutage seltener zu finden als ein Rudel Einhörner.
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