Zum Inhalt springen
View in the app

A better way to browse. Learn more.

Ultraleicht Trekking

A full-screen app on your home screen with push notifications, badges and more.

To install this app on iOS and iPadOS
  1. Tap the Share icon in Safari
  2. Scroll the menu and tap Add to Home Screen.
  3. Tap Add in the top-right corner.
To install this app on Android
  1. Tap the 3-dot menu (⋮) in the top-right corner of the browser.
  2. Tap Add to Home screen or Install app.
  3. Confirm by tapping Install.

MoPe

Members
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Reputationsaktivitäten

  1. Danke!
    MoPe hat eine Reaktion von mtb_squirrel erhalten in Huaraches   
    Meine Huaraches sind mittlerweile auch fertig und schon diverse Male auf einer 10 km Route in meiner näheren Umgebung getestet worden. Ich bin sehr begeistert! Total tolles Laufgefühl - man fühlt den Boden fast wie barfuß und ist trotzdem super geschützt vor Verletzungen. Es ist tatsächlich etwas Gewöhnung erforderlich. Der Ballen und die Wade kann schon mal etwas ziehen nach ein paar Kilometern. Allerdings nicht unangenehm sondern wirklich wie bei sportlicher Betätigung. Finde das Gefühl auch eher positiv, und die Fußmassagen beim Laufen sowieso. Sowohl gepflasterte und asphaltierte Straßen als auch Wald- und Wiesen-Wege und Schotterpisten konnte ich mit den Sandalen bereits hervorragend bewältigen. Wichtig ist halt, sich noch etwas mehr auf den Gang und den Boden zu konzentrieren, denn einzelne Steine oder insbesondere auch Eicheln, können schon etwas durch drücken. Meiner Meinung nach jedoch nie richtig schmerzhaft.

    Welche Materialien habe ich verwendet?
    Vibram Sohle New Superflex 4 mm => https://www.extremtextil.de/vibram-sohlenplatte-supernewflex-8868-4mm-schwarz.html Kanteneinfassband / Ripsband 10 mm => https://www.extremtextil.de/kanteneinfassband-ripsband-polyester-10mm.html Schnürsenkel 7 mm flach => https://www.extremtextil.de/schnuersenkel-kordel-flach-soft-polyester-7mm.html Damit habe ich zwei verschiedene Materialien als Schnürmaterial ausprobiert (links und rechts jeweils ein anderes). Die Sandalen haben jetzt etwa 60 km auf dem Buckel und bisher sind beide Bänder nicht gerissen. Ein optischer Verschleiß ist auch noch nicht erkennbar. Beide haben sich bislang bewährt und sind auch ähnlich komfortabel. Manchmal merke ich das eine weniger, manchmal das andere. Hier steht noch ein Langzeittest aus.
  2. Gefällt mir!
    MoPe hat eine Reaktion von Plork erhalten in Huaraches   
    Meine Huaraches sind mittlerweile auch fertig und schon diverse Male auf einer 10 km Route in meiner näheren Umgebung getestet worden. Ich bin sehr begeistert! Total tolles Laufgefühl - man fühlt den Boden fast wie barfuß und ist trotzdem super geschützt vor Verletzungen. Es ist tatsächlich etwas Gewöhnung erforderlich. Der Ballen und die Wade kann schon mal etwas ziehen nach ein paar Kilometern. Allerdings nicht unangenehm sondern wirklich wie bei sportlicher Betätigung. Finde das Gefühl auch eher positiv, und die Fußmassagen beim Laufen sowieso. Sowohl gepflasterte und asphaltierte Straßen als auch Wald- und Wiesen-Wege und Schotterpisten konnte ich mit den Sandalen bereits hervorragend bewältigen. Wichtig ist halt, sich noch etwas mehr auf den Gang und den Boden zu konzentrieren, denn einzelne Steine oder insbesondere auch Eicheln, können schon etwas durch drücken. Meiner Meinung nach jedoch nie richtig schmerzhaft.

    Welche Materialien habe ich verwendet?
    Vibram Sohle New Superflex 4 mm => https://www.extremtextil.de/vibram-sohlenplatte-supernewflex-8868-4mm-schwarz.html Kanteneinfassband / Ripsband 10 mm => https://www.extremtextil.de/kanteneinfassband-ripsband-polyester-10mm.html Schnürsenkel 7 mm flach => https://www.extremtextil.de/schnuersenkel-kordel-flach-soft-polyester-7mm.html Damit habe ich zwei verschiedene Materialien als Schnürmaterial ausprobiert (links und rechts jeweils ein anderes). Die Sandalen haben jetzt etwa 60 km auf dem Buckel und bisher sind beide Bänder nicht gerissen. Ein optischer Verschleiß ist auch noch nicht erkennbar. Beide haben sich bislang bewährt und sind auch ähnlich komfortabel. Manchmal merke ich das eine weniger, manchmal das andere. Hier steht noch ein Langzeittest aus.
  3. Gefällt mir!
    Das war das beste was ich gehend erleben durfte! Altaaaaaaaaaaa. Kraaaaaasssss! 
    Noch immer bin ich geflashed von den Eindrücken und mein Gesicht schmerzt immer noch vom Lachen. 
    Vergesst die fränkische, vergesst den bayrischen Wald und vergesst einfach alles. 
    In der sächsischen Schweiz hängt der Hammer Leute! Es war unglaublich! Es war überwältigend, es war absolut krass megasuperdupa unfassbar pornogeil! 
    Dieser ganze Doublenighter samt den Leuten und den Gesprächen ist durch nichts zu toppen! Durch gar nichts! 
    Sagte ich schon das es krass geil war? 
    Ich bin absolut vom erlebten überwältigt! 
    @waldgefrickel bester Guide! Die Schuhe... OMG! Die Riegel...
    Danke Jungs @bieber1für diesen geilen Trip.
    Will never forget! 

  4. Gefällt mir!
    Irgendwann™ hab ich mal großspurig behauptet, dass die Sächsische Schweiz ja quasi mein Wohnzimmer sei. Man sollte vorsichtig sein mit solchen Aussagen, denn sonst kommt irgendjemand™ und nimmt das wörtlich—und ehe man sichs versieht, stehen drei Männer im Wald und haben mehr Spaß, als man das in so einem Reisebericht jemals wiedergeben könnte. Aber von vorne:
    @Painhunter hat mich im Forum auf obige Aussage angeschrieben und gefragt, ob wir da nicht mal zusammen hingehen könnten, da er da noch nie war. Ich hab zwar noch nie vorher 'Reiseleitung' gemacht, aber hey—irgendwann muss man das ja mal lernen. Komoot raus, Route geplant, noch @bieber1 und @scrummy mit eingeladen (die dann leider kurzfristig nicht konnte) und der grobe Plan stand damit fest: es geht in die hintere Sächsische Schweiz, ein bisschen fernab der touristischen Hauptpfade—denn auf Schlange stehen an der Bastei hatte nach kurzer Absprache keiner so wirklich Lust. An einem schönen, regenfreien Wochenende im Mai ist die Sächsische Schweiz zwar zauberhaft schön und alles sprießt und grünt—aber das wissen halt auch viele Andere.
    Und so trug es sich zu, dass ich an einem Freitagmittag im Mai in Schmilka verwirrt über den Parkplatz gestolpert bin, auf der Suche nach zwei mir unbekannten Herren. Die dann da tatsächlich in der Sonne lagen Kurze Vorstellungsrunde (auf dem Wintertreffen hatten wir uns nur flüchtig gesehen), kurz auf die Karte geschaut und dann zogen Thomas (äh, Steffen), Andreas (äh, Alexander) und Martin (äh, Michael) bergan Richtung Felsen- und Waldparadies.
    Nach einem kurzen "ruppigen Anstieg"™ ging es dann gleich fernab der Waldautobahnen auf schmalen Pfaden über Wurzeln und Felsen Richtung Rotkehlchenstiege. Eine Spezialität in der Sächsischen Schweiz: wild in den Fels gehauene Treppen, Tritte und Metallbügel über die sich "die paar" Höhenmeter schnell überwinden lassen. Oben angekommen, war dann schnell klar: mir macht das Spaß, die Herren haben Spaß ("Boah Alter, sooo geil!") und die geplante Route und Tempo sind auf jeden Fall realistisch. Vorbei an kleinen Höhlen, Felsvorsprüngen und immer schöner werdenden Aussichten gabs dann erstmal eine kleine Rast am Carolafelsen, inklusive Fotoshooting, Käsekordeln und allerhand Gefachsimpel zwischendurch.
    Gestärkt und mit 8246 Fotos mehr auf dem Handy haben wir dann das nächste touristische Ziel in Angriff genommen: die Idagrotte. Da auf normalen Wegen ja jeder wandern kann, hab ich kleine Kraxeleien, "tiefste Gangart" und andere Schmankerl mit integriert—mit Erfolg! "Boah, wo führst Du uns denn lang?! Ist ja Mega! Hammer!". Mit ein wenig Überwindung hinsichtlich Höhenangst (gottseidank nicht nur ich!) in der Grotte angekommen war dann schnell klar: datt wird n feines Wochenende! Den Blick immer geschärft hinsichtlich Flora und Fauna gab es reichlich Snacks vom Wegesrand und ich hab viel gelernt, was eigentlich so alles essbar ist! Leider hab ich keine 'ernsthaften Waldbewohner' entdecken können: denn der Deal war, dass Andreas, äh, Alexander, einen meiner Ausrüstungsgegenstände trägt, sobald ich ein Tier entdecke. "Käfer und Spechte gilt nicht!" war aber natürlich OK, denn jeder von uns war mit einem Basisgewicht von unter 3kg unterwegs, zu dritt also insgesamt weniger, als manch andere Wandererin, denen man so begegnet ist.
    Nach einem wunderschönen Abstieg durch die Affensteine, über Felsen, Wurzeln und schmale Wanderpfade ging es dann auch schon in Richtung erster Lagerplatz. In der Sächsischen Schweiz gibt es das sogenannte 'Boofen'—also geduldetes Freiübernachten im Nationalpark an dafür vorgesehen Stellen. Das sind meist Felsvorsprünge und höhlenartige Stellen, an denen man ganz offiziell übernachten darf. Auf dem Weg zum Nachtlager konnten wir davon schon ein paar begutachten. Ist ne feine Sache: eigentlich kann man bei gutem Wetter sogar ohne Tarp losziehen, aber der Sicherheitssalamander in mir hat das natürlich trotzdem immer dabei. Aber vorher noch: Wasser auffüllen! Und da zeichnete sich dann auch schon ein Problem ab, dass ich vorher nicht mit eingeplant habe: Mitte Mai war schon alles an Quellen oder Rinnsalen, die 3 Wochen vorher noch reichlich Trinkwasser bereitgestellt haben ausgetrocknet. Also: kurzer Abstecher zur etwas ominös anmutenden Kneipe an der Felsenmühle, Wasser aufgefüllt, und zurück bergan zur ersten Boofe.
    Dort angekommen: Gear-Vergleich, Nestbau und gemeinsames Abendessen, denn wir waren tatsächlich alleine in der Boofe! Schon lustig, wie unterschiedlich wir UL-er dann doch alle sind, was für Vorlieben sich etablieren und was für manchen als essentiell angesehen wird andere garnicht erst dabei haben ("Wie, Du hast kein Kopfkissen?!"). Ich konnte auf jeden Fall noch einiges von "Oppa" lernen, was den Selbstbasteltrieb angeht und "Mega-Man" hat mich mit der Anzahl an Klamotten im Rucksack ("Socken und Jacke, mehr nicht.") doch auch überrascht. Naja, dafür war ich halt "der lange Lulatsch mit den Badelatschen in kurzer Hose"—auch OK
    Nach noch mehr Fachgesimpel ("Das Kopfkissen wiegt nur 17g, kannste ausprobieren!" oder "Ich trau mich nicht auf die Uberlite zu liegen, die sieht aus als würde sie platzen!" und "Du hast Dir n Pumpsack aus nem Bratschlauch selbst gebaut? Stark!") und guten Gesprächen ging es dann relativ zeitig ins Bett, bzw. bei Martin, äh, Michael sogar in die die Hängematte. Die Nacht war ruhig, um die 8 Grad—und keiner musste frieren.
    Was einen trotzdem nicht davon abhalten soll, morgens möglichst lange im kuscheligen Quilt zu liegen! Der Geruch von Kaffee oder Tee lockt dann aber doch jeden aus dem Daunennest. Halbwegs ausgeschlafen ging es dann erstmal wieder 'runter' von den Felsen, an weitern Boofen auf schmalen Bergpfaden vorbei. Was sich wegen morgendlicher Orientierungsunfähigkeit und "Ey, letztes Mal war da noch Wald und n Weg" meinerseits als abenteuerlicher und langwieriger rausgestellt hatte als geplant. "Da kommen wir nicht runter". "Da auch nicht". "Mist, Karte verloren. Naja—lass mal zurück gehen". Sorry Jungs
    Letztendlich haben wir dann aber doch das Zeughaus erreicht, allerdings hatte das noch zu. Also auch: wieder kein Wasser. So wurde der Plan gefasst auf jeden Fall das Belohnungs-Radler am Ende des Tages wahrzunehmen, denn für den Samstag war ein Rundweg geplant, so dass wir eh wieder am Zeughaus vorbeikommen würden.
    Den schönsten, waldigsten und verwunschenen, wenn auch längsten, Weg nehmend ging es dann in Richtung Hickelhöhle, vorbei am Altarstein und dann zur lang ersehnten Wasserquelle direkt an der Kirnitzsch. Die ausgiebige Mittagspause mit Essen köcheln, Füße kühlen und Wasservorräte auffüllen hatten wir uns dann auf jeden Fall schon verdient. Mangels sinnvoller Infrastruktur ("Hier gibt es leider nur wenig funktionierende LTE-Birken!") und damit ausbleibender Kommunikation mit dem Rest der Welt ging es dann entspannt weiter, Ziel Lindigtblick—also nutzloses Rauf, "Ooooh, geil!", Runter, Weiter. Wie immer halt. Das Ziel war klar, das Ziel wurde erreicht: ein kaltes Radler im Zeughaus. Die nächste Pausenbank war dann unsere und das Nachtlager nicht mehr weit, weshalb wir die Sonne noch genossen und dabei Stöcke und Trinken vergessen haben. Kurzer Sprint zurück, und dann wieder "ruppig bergan" zur ersten Boofe an den Kansteinen. Die war aber schon von reichlich UH-Wanderern belegt, weswegen wir nach einmal Aussicht-Genießen 'ums Eck' zur nächsten Boofe gewandert sind. Keine Aussicht, dafür wunderbare Ruhe, reichlich Platz und Zeit zum Abendessen und Quatschen. Ach: und zum Yoga machen, Diskutieren und Fachsimplen—was auch sonst! Herrlich. Diesmal alle auf dem Boden, müde, erschöpft—aber glücklich.
    Und dann war auch schon der letzte Tag angebrochen. Nach einer wärmeren ruhigen Nacht mit Blick in den bewaldeten Sternenhimmel ging es dann schon wieder in Richtung Ausgangspunkt nach Schmilka. Aber natürlich nicht, ohne noch den ein oder anderen wilden Pfad oder Aussichtspunkt mitzunehmen! Nach auf und ab, und schon wieder nur versiegten Wasserquellen ging es dann durch borkenkäferzerfressene Waldabschnitte ("Hübsch und hässlich!") in Richtung Heringsloch. Doch auch da: nix. Schon leicht dehydriert nach einem kurzen Schnack mit einem Ranger, den wir getroffen haben, sind wir dann noch auf ein Radler am Winterberg vorbei. Dort gibt es keine Gaststätte mehr, sondern nur noch einen kleinen Kiosk, der (festhalten) 9 Euro für einen Liter Wasser haben wollte. Dieses unverschämte Angebot haben wir dann doch ausgeschlagen und sind einfach weiter. Die letzten Riegel, Nüsschen und Erdnussbutter mampfend dem aufsteigenden, schnaufendem Touristenstrom entgegen ("Wie, ihr habt hier schon 2 Tage draussen geschlafen?!") noch die letzte schöne Aussicht von der Kleinen Bastei genossen, und dann war auch schon Abstieg und vor allem Abschied angesagt. Mit perfektem Timing am Parkplatz in Schmilka wieder angekommen, wurden wir mit Picknick und reichlich Wasser (!) empfangen. Kurz die Füße in die Elbe, und dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei.
    Was ich gelernt habe:
    - Niedliche Tiere sind in unterschiedliche Kategorien einzuteilen: Schnuffis, Flauschis, Wauzis und noch viele weitere—und wie man diese zuordnet ist nicht trivial!
    - Alles was aufblasbar ist, kann zu einem Kopfkissen umgebaut werden. Auch Donuts.
    - Mit kurzer Hose und Sandalen in der Sächsischen Schweiz ist kein Problem, wenn man oft Zecken von den Beinen pflückt und Leukotape dabei hat.
    - Die 5 Eskalationsstufen einer Wildschweinbegegnung. Nix passiert, aber nun weiss ich was zu tun ist, wenn ich eines sehe
    - Bäche, die noch vor drei Wochen existierten sollte man nicht als Wasserstelle in der Route einplanen.
    - LTE-Birken sind rar in der Sächsischen Schweiz.
    - Eigentlich ist jede Stelle geeignet um sich mit einem Biwacksack hinzulegen
    - Es geht immer noch leichter, vor allem wenn man viel selbst bastelt
    - Borkenkäfer sind böse, aber machen schöne Muster.
    - Die Uberlite hält mindestens zwei Nächte!
    - Wir ULer sind alle n bisschen bekloppt, aber liebenswert!
    Vielen, vielen Dank an Michael und Alexander, ein Wiedersehen ist sicher!
     
     





















  5. Gefällt mir!
    MoPe reagierte auf waldgefrickel in Mal wieder eine Schuh Frage.   
    So, ich meld mich hier mal mit einem kurzen Erfahrungsbericht zu Wort, denke das passt am besten in diesen Thread:
    ich hab seit Anfang dieser Saison (also bei mir Mitte April) die Luna Oso Flaco (winged Edition) im Einsatz, bin mittlerweile 240km+ darin gewandert und halt noch Alltag, Bikepacking, Stadt-Urlaub etc.
    Ich bin was den Halt am Fuss angeht, Grip, Gewicht und Handhabung sehr zufrieden, allerdings habe ich ein Problem mit den Wings: die Fussinnenseite reibt bei mir so an den Gummiflügeln, dass ich dort Blasen bekomme. Das hatte ich noch nie mit Sandalen und bin deshalb nicht 100% begeistert. Mit ein bisschen EVA + Leukotape ist/war das schnell gefixt, aber das sollte IMHO nicht passieren.
    Ich denke das nächste Paar wird (wenn es das dann bis dahin noch gibt) wieder mit den normalen Straps gekauft. Scheint ja gerade so, als ob Luna nur noch Winged anbietet (bis auf die Leadville Pacer/Trail). Weiss zufällig jemand von Euch, ob ich die 'alten' Straps auf die neuen Modelle gebaut bekomme? Hab leider nur noch dieses eine hier und kann das nicht selbst testen...
  6. Gefällt mir!
    MoPe reagierte auf rentoo in Was motiviert euch ultraleicht unterwegs zu sein?   
    Seitdem ich UL unterwegs bin, bekomme ich von der Landschaft und der Natur um mich herum etwas mit. Endlich macht Wandern Spaß und ist nicht nur eine Quälerei. Mit UL bin ich meiner Meinung nach auch effektiver unterwegs. Auch reizt mich die Beschränkung aufs Wesentliche (obwohl ich zugeben muss, dass da noch Potenzial ist). 
  7. Gefällt mir!
    Tag 12
    Morgenstimmung am Schmalsee. Schön. Ich nehm den Schwarzsee mit, ein kleiner Schlenker ist dass. Der Schwarzsee ist ein See der im Übergang zu einem Hochmoor ist. Sieht schön aus – aber dann doch irgendwie wie ein See. Aber Wild ist er dennoch... und ich habe ihn für meine kleine Pause für mich ganz alleine


    In Güster freue ich mich auf eine ausdehnte Mittagspause – aus der niks wird weil ich irgendwie dann doch mir niks dort zugesagt hat. Am Ende saß ich an einer Steckdose am Ortsausgang, fütterte Insta, mich mit Chips und mein Gemüt mit dem Umstand dass ich mich am gefühlt heißesten Tag seit Tourbeginn mit meinem Wassermanagement verschätzt habe...naja weiter.

    Richtung Wotersen. Kennt jemand noch das Erbe der Guldenburgs, dieser Vorabendtrash aus den 1980ern? Gut Wotersen, da ists gedreht worden. Hier wollte ich eigentlich einen späten Kaffee, da ich aber von einem vollkommen überforderten Personal eine ½ Std. ignoriert worden bin, hab ichs beim Auffüllen meiner Wasservorräte krachen lassen und bin weiter. Aber ist diese Lindenallee nicht beeindruckend -ein Foto kann das gar nicht einfangen. Knorrige Baumriesen bis zu 400 Jahre alt. Erfurcht.

    Irgendwo hinter Basthorst im wirklich letzten Waldfitzelchen das es auf den ganzen Feldern gab, hab ich mein Tarp aufgebaut... war nur in der Nähe einer Zufütterungsstelle- war saumäßig was los die Nacht. Oropaxtime! ... ich bin morgen in Hamburg. Krass! Mit dem erreichen von Witzhaven habe ich über 417km gemacht – in say whaaat 12,5 Tagen! Ich falle tot um und schlafe ein.
     
    Tag 13
    Echt jetzt? meine Matte hat ein Loch! Wirklich. Die Nacht vorher dachte ich noch Ventil nicht richtig zu. Aber ja. Am Schmalsee stand ich morgens auf einem kleinen niedlichen Brombeersprößling den ich Abends übersehen hab und der zumindest es schaffte durch Grioundsheet (Polycro) und Socken zu pieksen -reicht das für ein Loch? Keine Ahnung, ist auch egal. Ich hab eins und weiß schon wie ich meinen Zero gestalten kann... Der Sachsenwald, den ich mir im Vorfeld als letzte Draußenpennmöglichkeit vor Hamburg mit einem dicken Ausrufezeichen versehen habe, habe ich mir als großstädtische Naherholungswüste imaginiert. Ist gar nicht so, ist voll schön vor allem das Billetal. Auch sie darf hier an vielen Stellen noch so wie Flüsse würden wenn mensch sie lassen würden. Da mich dies in S.H. Sehr häufig begleitet hat, habe ich die dazugehörigen Biotope vor allem dem Bruchwald als Landschaftsform sehr zu schätzen gelernt... unzählige Bruchwaldfotos auf meinem Fon sprechen Bände - ich habe euch verschont.

    Um 11.04 erreiche ich Witzhave und habe somit offiziell die S.H. Section beendet. Okay. 417km. An Tag 13. Nicht schlecht. Hier loest sich auch eines der größten Trailraetsel: Bei Kücknitz verschwindet der Trail unter der Trave und keine Infos- wie wo ich drüberkomme. Lösung: Shuttlebus drunter durch- ein Tunnel! Aha. So einfach kanns manchmal sein.
    Ich laufe weiter und verliere irgendwo in Hamburg-Bergedorf am Schloss die Trailmarkierung, nach mehreren Versuchen und der Feststellung, dass ich für die Hamburg Alternativroute die GPS Daten gelöscht habe, gebe ich es am Bhf endgültig auf.

    Und setze mich in die Bahn nach Hbf. von hier aus will ich weiter nach Bremen – einen Zero bei meiner besten und ältesten Freundin machen.
    Tag 14
    ...so ungefähr sah mein zero dann in bremen aus stimmt nicht ganz. Loch in der Matte geflickt. Meine Klamotten gewaschen. Seit Pönitz wieder geduscht... das was an Zeros eben so gemacht wird...

     
    S.H. Fazit
    Schleswig-Holstein hat mich positiv überrascht. Ich kannte bisher nur den marschlandigen Westen und war wirklich überrascht wie vielfältig der Osten S.H.'s ist- im schnellen Durchlauf fand ich auch Flensburg und Kiel sehr nice. Am Wirklich tollsten,besten und würde ich sofert nochma hin: Schleswig mit Schlei und den beiden Nooren, Steilküste zwischen Eckernförde und Kiel. Schwentine und die Holsteinische Schweiz – nach den Rundweg Holsteinische Schweiz habe ich quasi btw gethruhiked... war sehr schön da oben. Gerne wieder...

    beste trailmarkierung der holzstapel im hintergrund wurde einfach auf den wegeinsteig gelegt - machte total Sinn... als mir klar wurde was es bedeuten solle...
    ...next steps...
    ich gehe morgen bäck on trail. fahre mit dem zug nach Siegen und -tada- laufe zurück nach Ffm. Da werde ich wahrscheinlich nur noch einen zero machen und direkt weiter gen Odenwald und Schwarzwald... ich bin so gut in der Zeit, dass ich schon auf die Schweiz ausgedehnt habe also bis nach Lugano laufen werde. Und als Back up bin ich noch dabei die Daten bis Genua rauszusuchen - weil irgendwie finde ich das Bild vom Meer zum Meer zu laufen... ich guck einfach mal. Am 11.8. werde ich in Konstanz eingesammelt und mache dann noch ne Woche Füsse hochlegen... also für alle die Lust auf mehr haben - sry. das wird vor September niks mehr

  8. Gefällt mir!
    MoPe reagierte auf rentoo in Soonwaldsteig - 5 Tage im Hunsrück   
    Ende Mai, Anfang Juni 2019 bin ich den Soonwaldsteig mit einem Freund gegangen. Die ca. 85 km sind wir in 5 Etappen, mit 4 Übernachtungen gegangen. Da es offizielle Übernachtungsplätze gibt, die erste Nacht sogar auf einer prächtigen Burgruine, gab es absolut keinen Grund für Stealth Camping, zumal ich den Trend, offizielle Trekkingplätze zur Verfügung zu stellen, absolut unterstütze.
    Ich bin sehr glücklich, den Hunsrück, dessen Landschaftsbild stets zwischen schroffer und liebreizender Schönheit wechselt, kenngelernt zu haben. Auf- und Abstiege können teilweise ganz schön heftig sein, aber wie so oft, wird jede Anstrengung mit bezaubernder Landschaft und Aussichten belohnt.
    Viel Spaß beim Lesen dieses Reiseberichts.
    Lieber Gruß
    Rentoo
     Anreise
    Nach der Anreise mit dem Auto, das in Bingen am Rhein geparkt wurde, ging es mit der Bahn nach Kirn, wo der Startpunkt liegt. Die Zugfahrt dauert eine gute Stunde. Da es mittlerweile bereits gegen Nachmittag ging, sind wir nicht sofort auf den Trail gegangen, sondern haben in Kirn auf einem Campingplatz übernachtet, der ca. 3 km vom Beginn der ersten Etappe entfernt liegt.
     
    1. Etappe
    Frisch gestärkt und bestens gelaunt konnten wir uns auf die erste Etappe stürzen. Da alle Übernachtungsplätze vorab gebucht und bestätigt waren, hatten wir keinen zeitlichen Spielraum und mussten uns an die vorgegebenen Etappen halten. Dies war aber selbstverständlich kein Problem, da die Tagesetappen bei der 5-Tages-Variante so zwischen 15 und 20 km liegen.  Leider hat man bei der ersten Etappe noch nicht so richtig das Gefühl in der Natur zu sein, da man immer wieder Zivilisationsgeräusche, meist Motorräder und Autos wahrnimmt. Dennoch gibt es selbstverständlich sehr schöne Ecken.
     
     
    Das Tages-Highlight für mich war allerdings die Übernachtung auf der Schmidtburg. Dort hat übrigens auch der Schinderhannes gelebt. Den Übernachtungsplatz muss man gesondert von den Trekkingplätzen buchen. Der Burgvogt, ein netter älterer Herr verlangt 2,50 Euro pro Person. Mehrere Toiletten und Wasserstellen sind auf der Burg verteilt. Übrigens habe ich so einige nette Menschen dort kennengelernt.
      
    2. Etappe
    Der 2. Tag auf dem Steig hat mich dann wieder richtig versöhnt. Endlich hatte ich das Gefühl so mitten in der Natur und ganz weit weg von der Zivilisation zu sein. Interessant ist, dass man auf dieser Etappe längere Strecken über Wege läuft, auf denen unzählige Steinbrocken liegen. Auch einige Geröllfelder sind zu überqueren. Der Tag hat echt Spaß gemacht. Ich weiß nicht, welche Hormone da bei mir ausgeschüttet wurden, aber ich hätte vor Begeisterung platzen können, so großartig war der Weg.

     
    Am Trekkingplatz angekommen, wurde aufgebaut und dann haben wir den Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen lassen.
     

     
    3. Etappe
    Am 3. Tag wechselte die Landschaft von ihrer schroffen Schönheit in eine doch eher sanfte und liebreizende Seite. Ich habe mich mit dem Filmen und Fotografieren kaum bremsen können.
      
    Hier stelle ich einen typischen Trekkingplatz vor. Gut versteckt findet man ihn nur durch Zufall, oder wenn man ihn gebucht und gezahlt hat, denn dann erhält man die Koordinaten.
     
     
    Selbst Trail Magic gab es. Auf beiden Plätzen hatten die Verantwortlichen Wasserflaschen bereitgestellt, die man für einen Euro pro Flasche kaufen konnte. Da Wasser wirklich Mangelware ist, haben wir uns doch sehr darüber gefreut.
     
     
    4. Etappe
    Der 4. Tag der Etappe war ziemlich darauf ausgelegt, Strecke zu machen. Selbstverständlich sind wir auch an diesem Tag durch eine atemberaubende Landschaft gegangen, doch leider waren große Teile davon mit Windrädern „verschandelt“. Nicht dass hier der Eindruck entsteht, dass ich nicht auf alternative Energiegewinnung stehe, aber Windräder zeigen einem eindeutig, dass die Zivilisation nicht weit entfernt ist.

     
    Die letzte Übernachtung fand nicht auf einem Trekkingplatz statt, sondern an der Lauschhütte, einem bewirtschafteten Wald-Ausflugslokal mit Klettergarten, Bogenschießen und einem Zeltplatz.
      
    5. Etappe
    Die nun letzte Etappe führte uns wieder nach Bingen am Rhein. Zuerst dachte ich, dass hier die Landschaft in den Hintergrund tritt und stattdessen Strecke machen angesagt ist, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Denn noch bevor man den Rhein zum ersten Mal sieht erinnert der Soonwaldsteig noch einmal ganz deutlich daran, dass es sich lohnt, ihn zu laufen.

     
     
    Da ausgerechnet an diesem Tag Vatertag war, waren selbstverständlich viele Menschen unterwegs. So einige Einladungen auf ein Bier konnte ich nicht ablehnen, was dazu führte, dass ich die letzten Kilometer bis zum Bahnhof ziemlich getorkelt bin. Das war eine sehr interessante Erfahrung für mich. 
     
     
     
     
    Fazit
    Ich bin richtig glücklich, den Soonwaldsteig gegangen zu sein. Der Mangel an natürlichen Wasserstellen wird durch das Netz offener Wasserhähne ausgeglichen. Wer plant, den Steig zu gehen sollte sich unbedingt auch die GPX-Datei mit den angebotenen Wasserstellen herunterladen. Ich empfehle dafür zu sorgen, dass man mindestens immer 3 liter Wasser dabei hat.
    Alle Infos zum Steig findet man unter www.soonwaldsteig.de.
     
    LG
    rentoo
  9. Gefällt mir!
    MoPe reagierte auf masui_ in Heidschnuckenweg 30.5.-6.6.2019   
    Heidschnuckenweg 30.5.-6.6.2019
     
    Auf Wunsch von @Wanderfisch ein kleiner Tourenbericht. Ich habe unterwegs ganz klassisch mit Papier Tagebuch geführt und fürs Forum jetzt noch ergänzt. Bis ich herausgefunden hab, wie ich hier gescheit Fotos einbinden kann ohne die 10 MB Grenze zu sprengen, nur ein Foto...

    Der Weg verläuft von Hamburg-Fischbek nach Celle über 223 Km.
     
    Vor der Tour wollte ich unbedingt noch Gewicht reduzieren und erwarb mir kurzfristig ein Lunar Solo. Leider war ich beim Probeaufbau/Nähte versiegeln etwas zu ungestüm, was mit einem kaputten Reißverschluss endete und das 4 Tage vor Beginn. Ne Reparatur bekam ich in der kurzen Zeit nicht mehr organisiert, also musste mein Vango F10 Helium Ul 1 mit. Ein tolles Zelt aber mit 1117 Gramm deutlich schwerer und durch das Solid Inner eher nicht für Sommertouren gedacht.
    Der Wetterbericht sagte in der ersten Nacht 5 Grad voraus. Bei kühleren Temperaturen komme ich in Quilts als unruhiger Seitenschläfer nicht klar, egal welche Befestigungsmethode ich verwende. Blieb mir am Ende mein Deuter-Schlafsack. Über ein Kilo für das Ding und wie sich herausstellte völlig umsonst mitgenommen. Naja. Ich landete bei 5,7 Kilo Baseweight.
     
    Tag 1
    Los gings 5:44 mit dem Zug nach Berlin. Durchs frühe buchen für 30 Euro von Dresden nach Hamburg. Also das passte. In Berlin fiel direkt mein Anschlusszug aus und überall stand „IC/ICE kann nicht als Ersatz genutzt werden.“ Ich also direkt im Panikmodus. Muss ich jetzt mit der Bimmelbahn fahren? Komm ich gegen Mittag an und kann noch ein paar Kilometer laufen oder schlaf ich direkt in der Bahnhofsmission? Die Nachfrage im Reisezentrum gab Entwarnung und eine Stunde später nahm mich der Zug freundlicherweise auf.
    In Hamburg angekommen lief ich planlos auf der Suche nach der S3 umher. Endlich gefunden und Tickets organisiert blieb das Gefährt nach dem ersten Halt stehen und alle stiegen aus. Neeeiiin. Was denn nun schon wieder? Ersatzverkehr... Irgendwie bin ich dann doch in Neugraben angekommen. Noch ein paar Meter von der S-Bahn zum Trail und gegen 13 Uhr betrat ich heiliges Land. So kam es mir zumindest vor.
    Wie im Bilderbuch begann der Weg. Schmale, sandige Pfade, weite Ebenen mit Wacholder, alten Kiefern und Birken wechselten sich mit Wald ab. Wunderschön. Gefühlt hatte ich auf den ersten 20 Km schon die Hälfte der eigentlich ausgeschriebenen Höhenmeter für den ganzen Weg erlaufen. War es im Norden nicht viel flacher?
    Nach 20 Km wurde es langsam Zeit fürs Abendessen. Wo ist denn mein neuer, völlig ungenutzter StS-Aluminium-Löffel hin? Nicht doch! Bei mir ist Cold Soaking angesagt, aber ohne Löffel ungeil und auf improvisieren oder schnitzen hat ich nun gar keine Lust. Musste eben eine Gaststätte in Dibbersen herhalten, wo ich neben der Nahrungsaufnahme nach Klagen von meinem Löffelleid auch einen selbigen erhielt. Das war nicht Ul, aber dafür sehr nett. Gesättigt musste ich nur noch einen Schlafplatz finden. Meine Hüfte meldete sich auch schon schmerzhaft, aber das kannte ich bereits von anderen Touren
     
    Tag 2
    Mein Schlafplatz war ganz hervorragend. Unter einer Buche im Laub und die angesprochenen 5 Grad wollten sich einfach nicht einstellen. Bereits da ahnte ich von meinem unnötigen Schlafsack-Balast.
    Gut geschlafen und wieder auf dem Weg sah ich die ersten Rehe auf ner Wiese frühstücken. Ich war verwundert, ob ihres so gar nicht vorhandenen Fluchtverhaltens. Sie schienen eher neugierig zu sein. Nunja. Mein Frühstück hatte ich ja dabei...Ein paar Kilometer später traf ich M. und C. Zwei nette Typen mit denen ich quatschend und Bierdeckel zählend (Wer wirft nur seinen Müll im Wald weg?) nach Handeloh zog. Dort stand der letzte Supermarkt vor dem Wochenende und ich konnte mich nochmal gut mit Lebensmitteln eindecken. Hauptsächlich Instantnudeln mit Fertigsoßen, Makrelen in Dosen und Müsliriegel (Ich habe zusätzlich Vitamin- und Calciumtabletten dabei gehabt.)
    Die schmalen Wege bis dahin mochte ich sehr. Kein Vergleich zum Beispiel mit dem Kammweg Erzgebirge-Vogtland, den ich letztes Jahr lief und der mit Forstautobahnen vollgestopft war.
    Ich traf noch zwei weitere Mitstreiter, welche sich erstaunlich gut mit Ul-Ausrüstung auskannten. Endlich mal jemand mit dem ich darüber reden konnte. Leider liefen sie eine Alternativroute, sodass wir uns alsbald trennen mussten. Während ich auf dem Kammweg 300 Km allein lief schien hier doch etwas mehr los zu sein. Die Schlafplatzsuche gestaltete sich etwas schwieriger, als den Tag davor. Letztlich fand ich dann nach ca. 36 gelaufenen Kilometer etwas gescheites, wenn auch zivilisationsnah. Mit Vogelgezwitscher schlief ich ein.
     
    Tag 3
    Der Marsch startete kurz vor Undeloh durch prachtvolle, weite Heide. Erstaunlich, dass es Pferde gibt, die dieses trockene Zeug futtern. Wer's mag...Ich aß mein Standardfrühstück: Haferflocken, Trockenobst, Nüsse und drei Löffel Proteinpulver mit Beerengeschmack *-* Sehr zu empfehlen für alle, die mit Milchpulver nicht klarkommen.
    Nach „Aufstieg“ (169 m) und toller Aussicht vom Wilseder Berg führte ein grandioser Weg durchs Heidetal. Ich nutzte die Gelegenheit um an einem Bach Wasser fürs Wäsche waschen zu holen. Mit nasser Unterwäsche (lass ich wohl beim nächsten Mal daheim) am Rucksack traf ich wieder auf C. und M. Wir liefen wieder ein Stück zusammen. Der Wald duftete herrlichst.
    In Bispingen sprach mich ein älterer Herr, dem ich hin und wieder vorher schon begegnete, an. Ein netter Kerl, der mir gleich seinen Lebenslauf und die Angewohnheiten seines Hundes mitteilte.
    Mit 75 Jahren möchte ich auch noch so fit sein und über 200 Km laufen können. Respekt. Er hatte eine Unterkunft und ich nicht, da trennten sich unsere Wege und ich sah ihn auch nicht wieder.
    Ich lief und lief ohne einen gescheiten Schlafplatz zu finden. Nach 34 Km und einsetzender Dämmerung musste ich wohl oder übel an einem Abenteuerspielplatz nächtigen. Natürlich spielten noch Kinder dort...Ich bin müde! Geht bitte endlich! Sollte wohl hier mein ansonsten völlig sinnloses Pfefferspray zum Einsatz kommen?
    Das Spray kam nicht zum Einsatz (und war zum letzten Mal dabei. 69 völlig überflüssige Gramm), denn ich konnte mein Zelt kurz darauf aufbauen.
     
    Tag 4
    Die Nacht war warm und unruhig und über meinem linken Knöchel eine dicke Schwellung. Ich traf zum letzten Mal auf M. und C. Ihre Reise endete in Soltau. An die 30 Grad heute, puuuhh. Die Schmerzen am Knöchel bewegten mich dazu bereits gegen Mittag einen Zeltplatz kurz vor Soltau aufzusuchen.
    Wie bitte? 16,80 Euro + Duschgebühren für ne Übernachtung, wo ich meine Unterkunft auch noch selbst mitbringe? Man gönnt sich ja sonst nix.
    Es ist stinkelangweilig. Meine Freundin fehlt mir und ich schreibe ihr eine Postkarte. Ich vertreibe mir die Zeit mit Rumlümmeln, Duschen und dem Beobachten einer wilden Elster-Gang, die ihr Unwesen auf dem Zeltplatz treibt. Wenigstens war das Essen gut. Pizza, großer Salat, Eis und ein Liter Apfelschorle. Weltklasse!
     
    Tag 5
    Der Morgen und die ersten Kilometer waren sehr schön. Hasen, Rehe und duftender Wald. Ständig raschelte es am Wegesrand. Flitzend kreuzten Mäuse den Pfad. Mein Frühstück am Teich mit schnatternden Enten war toll.
    In Soltau (eine schöne Stadt wie ich finde) fiel ich in die erstbeste Apotheke ein, um mir eine Schmerzsalbe zu kaufen. Ich fragte natürlich nach der kleinstmöglichen Tube.
    TEOD (Topf Equipment of the Day): Schirm. Vor der Tour gegen Poncho getauscht. Zum Glück, denn es prasselte nun auf mich nieder, ohne das ich nennenswert nass wurde. In Verbindung mit dem ganzen Geblitze und Gedonnere reifte in mir der Gedanke heran vielleicht doch heute eine feste Unterkunft aufzusuchen. Die fand ich auch für 60 Euro die Nacht. Das ist wohl einer der Nachtteile dieser Premiumwanderwege. Auf Tourismus ausgelegt und entsprechend teuer. Trotzdem bin ich froh ein Zimmer zu haben, denn draußen ging die Welt unter und ich konnte duschen. Die ansässige Einkaufsmöglichkeit nutzte ich noch für ein pompöses Abendessen vor dem Fernseher.
     
    Tag 6
    Der Morgen nach dem Unwetter gestaltete sich wieder herrlichst. Es roch wundervoll nach Nebel und Nadeln. Der Boden war schön weich und ich sah ein Reh. Am besten fand ich heute den Walderlebnispfad nach Müden an der Ötze entlang. Ein schmaler Weg an einem kleinen Fluss. Teilweise zugewuchert, sodass ein wenig Dschungelfeeling aufkam.
    Nach Soltau mehrte sich zunehmend der Asphalt- und Forstweganteil. Es blieb aber im Rahmen. Ich lief durch Faßberg, was durch Bundeswehr mitgeprägt ist. Die südliche Heide ist durch entfernte Explosionen, Schüsse und Soldaten von der nördlichen gut zu unterscheiden. Das sollte man wissen, wenn man diesen Weg läuft.
    Nach Faßberg und einem super Weg durch einen kleinen Wacholderwald hatte ich etwa 27 km in den Beinen und noch Zeit für Schlafplatzsuche. Ich bin auch mit dem Schmerz im linken Fuß durch häufigere Pausen und dem Einreiben besser klargekommen. Schön ist aber was anderes. Der Termin beim Orthopäden steht bereits.
    Obwohl ich nur 27 Km laufen wollte, sind es wieder über 30 Km geworden, aber dafür hatte ich einen schönen Übernachtungsplatz. Allerdings war es nach 20 Uhr noch so unerträglich heiß, dass ich neben meinem Zelt nur in Unterwäsche auf nem Baumstamm saß und vor mich hinschwitzte. Immerhin: Besser als Unwetter. Nebenbei konnte ich schön beobachten, was so alles im Wald an Kleinstlebewesen rumspaziert.
     
    Tag 7
    Am Morgen nahm ich mir vor gemütliche 24 Km zu laufen. Am Ende des Tages waren es 35 km und ich in Dehningshof. Dabei war bis Kilometer 23 bei Weesen noch alles in Butter. Ich hatte keine Schmerzen und bis auf die Hitze und den einen oder anderen Weg war es echt schön. In Weesen angekommen bin ich direkt zu einer Familie an den Garten getreten, um mir Wasser auffüllen zu lassen. Ich musste gar nichts sagen. Die Mutter einfach nur: „Wasser?“ und bat mich ins angenehm kühle Haus. Nach dem Auffüllen gab sie mir noch den Tipp im Weeser Bach die Beine reinzuhalten. Gesagt, getan und es war himmlich! Ich konnte mal den Dreck abspülen, während das Wasser so vor sich hinmurmelte.
    Ein paar Kilometer davor gab es ein ähnliches Erlebnis in Lutterloh. Ein winziger Ort, in welchem vielleicht eine Kuh lebt. Ich - völlig durchgeschwitzt (könnte der Titel von einem neuen Animationsfilm werden, find ich) sehe an einer Ecke ne Tafel mit der Aufschrift: „SB-Laden“ an einem Geschäft nicht größer, als eine Bushaltestelle, gehe hinein und erblicke einen Kühlschrank mit Getränken und daneben eine Eistruhe. Ich war völlig fertig. Verdammte 30 Grad da draußen und dann treff ich auf sowas? Gibts das denn? Eine blühende Oase inmitten staubiger Wege? Oh ja!
    Nach Weesen dann wollt ich mir nach 2-3 Kilometer eine Stelle zum Schlafen suchen. Pustekuchen. Ich lief zwar noch durch grandiose Heidelandschaft, wurde dann aber von dunklen Wolken und Grollen hinter mir auf Trab gehalten. Gewitter im Wald? Bloß nicht! Schlafplätze? Fehlanzeige! Also weiter 13 Km bis Dehningshof, wo sich dann stark mein linker Fuß bemerkbar machte. Zum Glück war noch ein Zimmer frei. Diesmal „nur“ 49 Euro. Es würde also schon am nächsten Tag bis Celle gehen. Wer hätte das gedacht?
     
    Tag 8
    Die letzten Kilometer nach Celle waren langatmig. Schnurgerade Waldwege und wenig Abwechslung. An einer Schutzhütte traf ich noch auf Bundeswehrsolden mit Tarnschminke und in voller Montur. Sah nach einer Übung aus, deswegen zog ich gleich weiter.
    TEOD: Wieder die Windjacke, denn es war frisch und bewölkt an diesem Tag.
    Etwas sentimental in Celle eingetroffen, suchte ich gleich die Touristeninformation auf, den ich wollte mein Andenken, den Heidschnuckenwegpin, abholen. Es war vollbracht!
     
    Ich hatte ein paar neue Ausrüstungsgegenstände auf der Tour dabei, die sich bewährten.
    Die mehrfach angesprochene Windjacke. So praktisch.
    Trekkingstock (ja, nur einer)
    Dr. Bronner ( Zahnpasta, Deo, Seife, genial)
    Schirm
    StS Ether Light XT Insulated Women (die erste Matte, auf der ich gut schlafen kann)
    TLD Polyground
    StS Pillow
     
    Auf jeden Fall fliegen beim nächsten Mal raus: Pfefferspray, Wasserfilter (in Deutschland kaum nutzbar), Unterwäsche, Zelt und Schlafsack Und ich denke es wird endlich Zeit auf Tarp umzustellen und auch mal Touren zu laufen, wo nicht an jedem Baum ein Wegweiser ist.
    Ich hoffe mein Bericht konnte etwas Anklang finden. Fragen und Anregungen sind willkommen.
  10. Gefällt mir!
    MoPe reagierte auf Ultralight82 in Kleines Rezept für ein leckeres Kartoffelpüree   
    Hallöchen, teile mal ein kleines Rezept welches ich immer wieder gerne auf Tour esse:
    Hartweizengrieß 45g           151kcal
    Röstzwiebeln 25g                 149kcal
    Soßenbinder braun 5g           15kcal
    Kartoffelpüree pulver 45g  158 kcal
    Milchpulver 20g.                  100 kcal
     
    1 TLPfeffer
    1TL Salz
    1TL Paprika...
    1 EL bzw ein Schuss Olivenöl 130kcal
    Alles mit 240ml kochenden Wasser vermengen und 5 min ziehen lassen hin und wieder einmal Umrühren
    Wohl bekommens! 
    Ca. 650kcal, die gut schmecken und dazu sehr günstig sind. 
  11. Gefällt mir!
    MoPe hat eine Reaktion von Culpeo erhalten in Rheinsteig Kurztrip Anfang Oktober 2018   
    Auch ich war Anfang Oktober 2018 auf dem Rheinsteig unterwegs und wollte für drei Tage eine kleine Tour von Kestert über St. Goarshausen und Kaub nach Lorch unternehmen. An- und Abreise erfolgten mit der Bahn und verliefen problemlos (ein großer Vorteil des Rheinsteigs).
    Direkt am ersten Tag übertrieb ich es etwas mit der Geschwindigkeit und Strecke (Etappe 1 + etwa ein Drittel von Etappe 2 mit den zwei stärksten Anstiegen). Mein linkes Knie tat abends ziemlich weh und auch an ruhigen Schlaf war nicht zu denken aufgrund der Knieschmerzen. Also entschied ich mich, spontan die Tourlänge anzupassen, je nachdem wie es mir am zweiten Tag gehen würde. Ich merkte das Knie am folgenden Morgen nicht mehr so stark, jedoch war es auch noch nicht ganz fit und somit teilte ich die zweite Etappe noch einmal in zwei entspannte Teiletappen ein und beendete die Tour bereits in Kaub. Im Nachhinein hat sich die Entscheidung als gut herausgestellt, denn das Knie ist schon wieder fit. Habe schon häufiger von bleibenden Problemen wegen solchen Schmerzen und dem Ignorieren eben dieser gehört. Deshalb bin ich da lieber vorsichtig. Und da das Wetter einfach nur klasse war (Sonne pur) konnte ich die Zeit auch so sehr gut an den diversen schönen Aussichten, bei einem Glas Federweißer mit Zwiebelkuchen sowie in der Hängematte genießen.
    Super war, dass mir beim ersten Wasser für das Frühstück kochen auffiel, dass ich meinen Topfständer nicht dabei hatte. Also hieß es: Topf über die Flamme halten. Ging auch irgendwie... Leider habe ich den Topfständer bisher nicht wieder gefunden...
    Da ich mich noch in der UL-Transformation befinde und z. B. noch keinen leichten Rucksack besitze und zusätzlich sicherheitshalber mein Winterequipment mitgenommen habe (tauglich bis ca. -6 Grad Celsius), lag mein Basisgewicht bei etwa 6,2 Kg. Das Winterequipment (entsprechend warmes Top- und Underquilt) haben sich definitiv bewährt. Insbesondere bei dem starken Frühnebel war es doch um die Morgenstunden sehr frisch und so lag ich immer schön warm. Das Tarp hätte ich mir komplett sparen können. Ich habe es kein Mal aufgehängt und es hat auch keinen Tropfen geregnet. Ich merkte schnell, dass mir das Basisgewicht zusammen mit den 2 Litern Wasser und etwa 1,5 Kg Snacks und Frühstück etwas zu viel war um wirklich entspannt die zahlreichen Anstiege zu erklimmen. Umso schöner war es, je leerer der Rucksack wurde - aber das kennt ihr sicher auch.  
    Das Wasser habe ich am Abend des ersten Tages bei meinem Restaurantbesuch aufgefüllt und dann noch einmal am dritten Tag ebenfalls in einem Restaurant für die Heimfahrt. Das hat super geklappt und die lokale Tourismuswirtschaft habe ich mit meinem Restaurantbesuch auch unterstützt.
    Toll fand ich, dass teilweise neben den regulären Wegen auch "gefährlichere" Wege mit erforderlicher Trittsicherheit als Alternativen ausgeschildert waren. Es gab sogar einige Klettersteige, die man anstelle des normalen Weges nutzen konnte. Allgemein finde ich das milde, mediterrane Klima dort genial und auch die daran angepasste Flora und Fauna (viele Eichen, Weinreben, die Schieferformationen, diverse noch jetzt sommerlich zirpende Grillenarten, Fledermäuse die Nachts auch unter meiner Hängematte her flatterten, Echsen etc.). Der nächtliche Zug- und Autolärm war für mich nicht so störend.
    Anbei noch ein paar Impressionen von der Tour:

    Am zweiten Tag war viel Zeit, um das linke Knie auszuruhen und die Sonne zu genießen.


    Genialer Frühnebel, der über dem gesamten Rheintal lag. Ein faszinierender Anblick, insbesondere wenn er sich dann gegen 10 Uhr langsam auflöste.


  12. Gefällt mir!
    MoPe reagierte auf martinfarrent in Abgebrochene Touren...   
    Ob man aufgibt oder auch mal eine Teilroute weglässt/umgeht - zum Beispiel aus Witterungsgründen: Man kann auch darauf auf einer gewissen Art stolz sein. Ist doch der Beleg, dass man kein Idiot ist.   Eigentlich sogar unter 'skills' zu verbuchen. 
  13. Gefällt mir!
    MoPe reagierte auf ManniAT in 12 Overnighter im Jahr 2019   
    #3
    Da am Donnerstag endlich mein 3F UL 2 - 4 Seasons gekommen ist musste das natürlich gleich probiert werden.
    Die dazugehörige Rundwanderung musste ich heute leider verkürzen, weil ich Angst hatte nicht weg zu kommen (viel Schnee samt Schneebruch).
     

    Der Morgen danach...

    Setup bei Regen ging problemlos, innen alles trocken. 

    Darum bin ich lieber aus der Gegend weg.

    Platz genug - und ja gewisse Sachen sind redundant - aber schlechtes Wetter samt neues Zelt...man weiß ja nie 
  14. Gefällt mir!
    MoPe hat eine Reaktion von Roiber erhalten in Huaraches   
    Meine Huaraches sind mittlerweile auch fertig und schon diverse Male auf einer 10 km Route in meiner näheren Umgebung getestet worden. Ich bin sehr begeistert! Total tolles Laufgefühl - man fühlt den Boden fast wie barfuß und ist trotzdem super geschützt vor Verletzungen. Es ist tatsächlich etwas Gewöhnung erforderlich. Der Ballen und die Wade kann schon mal etwas ziehen nach ein paar Kilometern. Allerdings nicht unangenehm sondern wirklich wie bei sportlicher Betätigung. Finde das Gefühl auch eher positiv, und die Fußmassagen beim Laufen sowieso. Sowohl gepflasterte und asphaltierte Straßen als auch Wald- und Wiesen-Wege und Schotterpisten konnte ich mit den Sandalen bereits hervorragend bewältigen. Wichtig ist halt, sich noch etwas mehr auf den Gang und den Boden zu konzentrieren, denn einzelne Steine oder insbesondere auch Eicheln, können schon etwas durch drücken. Meiner Meinung nach jedoch nie richtig schmerzhaft.

    Welche Materialien habe ich verwendet?
    Vibram Sohle New Superflex 4 mm => https://www.extremtextil.de/vibram-sohlenplatte-supernewflex-8868-4mm-schwarz.html Kanteneinfassband / Ripsband 10 mm => https://www.extremtextil.de/kanteneinfassband-ripsband-polyester-10mm.html Schnürsenkel 7 mm flach => https://www.extremtextil.de/schnuersenkel-kordel-flach-soft-polyester-7mm.html Damit habe ich zwei verschiedene Materialien als Schnürmaterial ausprobiert (links und rechts jeweils ein anderes). Die Sandalen haben jetzt etwa 60 km auf dem Buckel und bisher sind beide Bänder nicht gerissen. Ein optischer Verschleiß ist auch noch nicht erkennbar. Beide haben sich bislang bewährt und sind auch ähnlich komfortabel. Manchmal merke ich das eine weniger, manchmal das andere. Hier steht noch ein Langzeittest aus.
  15. Gefällt mir!
    Gelaufen: 27.4. bis 1.5.19

    Etappe 1: Perl bis Orscholz - ca. 25 km
    Am Dreiländereck führt der Pfad hinauf in den Wald. Es stürmt und regnet, eine Aussicht hat es nicht, dafür schillert der Mischwald in sattem Grün. Eine Handvoll Wanderer biegt auf den Moselsteig ab, und so bin ich ganz allein auf dem S-H-Steig unterwegs, das wird sich in den kommenden fünf Tagen auch kaum ändern. Als ich an der rekonstruierten Villa Borg vorbei komme, geht ein Graupelschauer nieder.


    Kurz danach: blauer Himmel. Echtes April-Wetter eben. Am Meditationscenter komme ich an einem kleinen Wasserfall vorbei, der einzige auf diesem Weg. Steigungen und Höhenunterschiede gibt es nicht viele und so laufe ich entspannt bis Orscholz an der Saarschleife weiter. Am ersten Tag habe ich immer Anlaufprobleme, meine Füße tun weh, ich brauche Pension.

    Etappe 2: Orscholz bis Losheim am See - ca. 31 km
    Das Cloef-Atrium mit Touri-Info ist so früh am Morgen noch geschlossen. Kein Mensch weit und breit, als ich das Highlight dieses Wanderwegs erreiche: die Wolken verhangene Saarschleife. Auf dem Weg hinunter nach Mettlach eröffnen sich schöne Blicke ins Flusstal.

    Man durchquert den Ort und hat Gelegenheit für eine Pause oder einen Versorgungseinkauf bevor man sich wieder in die Höhe schraubt. Eine Weile geht es dann über Felder und Wiesen bis man im Saarhölzbachtal dem gleichnamigen Wasserlauf folgt. Historische Grenzsteine sind Zeugen aus einer Zeit, als das Saarland nicht zu Deutschland gehörte.

    Die Wegführung verläuft abwechselnd über Wiesen, dann wieder an Bächen und Weihern vorbei. Bei Losheim empfangen mich dröhnende Bässe, das Hexentanz-Festival ist voll im Gange. Hier geht was ab. Der Campingplatz ist rappelvoll. Die Mucke gefällt mir und ich bleibe. Der Himmel reist auf und präsentiert mir einen Sonnenuntergang und das Versprechen auf Wetterbesserung.

    Etappe 3: Losheim bis Weiskirchen - ca. 20 km
    Während die Metaller und Goths noch ihren Zaubertrank ausschlafen, bin ich schon wieder unterwegs. Die Sonne scheint, aber es ist noch frisch.

    Die Wegweiser verweisen auf einen Umweg, ich höre keine Sägen oder Maschinen und laufe munter den originalen Pfad weiter. Es geht hinauf nach Scheiden, dem höchstgelegensten Dorf des Saarlandes. Hier gilt es, ein paar Felsen zu bewältigen, einmal hilft ein Seil beim Anstieg. Dann war’s das auch schon wieder mit sichtbaren geologischen Besonderheiten.


    Höhepunkt des Tages ist das Wisent-Gehege, denn der Chef-Wisent war gerade zuhause und bereit, für einen Schnappschuss zu posieren. In Weiskirchen befindet sich eine Jugendherberge für den preisbewussten Wanderer sowie ein Supermarkt für den Re-Supply.


    Etappe 4: Weiskirchen bis Reinsfeld - ca. 27 km
    Die heutige Tour steht im Zeichen des Wassers, Bäche sind stetige Begleiter und ein Ohrenschmaus, wie sie mal leise murmelnd, mal munter plätschernd den Wanderer auf verschlungenen Pfaden begleiten, welche dank ausgewaschenem Wurzelwerk mit hohem Stolper-Potential versehen sind.

    Leider gibt’s keine Erfrischung für den durstigen Pilger, denn der Grimburger Hof unterhalb der gleichnamigen Burg ist geschlossen, aber es gibt einen Brunnen in der Nähe. Auf dem Rest der Etappe durch das Wadrilltal sind kaum noch Höhenmeter zu bewältigen. Beim Abholpunkt “Frau Holle” angekommen, organisiere ich mir eine Übernachtungsmöglichkeit.

    Etappe 5: Reinsfeld bis Nonnweiler Stausee - ca. 25 km
    Die letzte Etappe führt bei strahlendem Sonnenschein auf die Höhen an Gusenburg und Hermeskeil vorbei. Es stehen keine besonderen Herausforderung bevor, nur ein sanftes Auf und Ab. Hinweisschilder am Wegesrand verweisen auf die Entdeckung ehemaliger Hügelgräber, ich kann allerdings außer unspektakulären Erdwällen im Gelände nichts erkennen und muss den Informationstafeln glauben.

    Noch einmal erklimme ich einen kleinen Hügel, dann geht es nur noch hinab bis zum Fuß der Talsperre in Nonnweiler. Im Endspurt steige (ok: keuche) ich die Staumauer hinauf. Oben wartet bereits mein Trailmanager mit eiskalter Limo und leckerem Imbiss.

    Fazit: Naturbelassen, viele Single-Trails, außergewöhnlich gute Wegmarkierung, hier ein großes Lob an die Wege-Scouts des S-H-Steigs. Orte werden oft umgangen, daher sind Einkehrmöglichkeiten gering und Selbstversorger im Vorteil. Brunnen oder andere Wasserquellen sind selten, daher in der heißen Jahreszeit eher zu viel Wasser mitführen, als durstig bleiben.

    Übernachtungsmöglichkeiten sind im ersten Abschnitt dürftig, da entweder ausgesetzt oder extrem feucht, auch Schutzhütten fehlten, das bessert sich aber ab Etappe 2. Der Trail war so einsam, dass man direkt auf dem Weg hätte campen können. Auf der gesamten Wanderung sind mir nur zwei Pärchen entgegen gekommen. In meiner Richtung sind auch nur eine Handvoll Wanderer der Deuter-Fraktion unterwegs gewesen.

    Besondere Höhepunkte für den kulturbewussten Wanderer gibt es eher wenige, dafür aber ganz viel Grün auf schmalen Pfaden, Blätterrauschen, Vogelgezwitscher und Bachgeplätscher gratis dazu, sowie Sichtungen von Rehen, Hasen, Waldmäusen und Wildschweinen. Einheimischen begegnet man durch die naturnahe Wegführung fast gar nicht. Die wenigen, denen man über den Weg läuft sind eher wortkarg.
    Beurteilung meiner Ausrüstung:

    Rucksack:
    Der Hyberg Attila Baujahr 2018 bleibt im Rennen, auch wenn er nicht perfekt ist: Zu breite Riemen, ungünstige Position der Hüfttaschen, schlechter Zugriff zur Wasserflasche in den Seitentaschen. Trotzdem: lieber werde ich anpassen als neu kaufen. Am Rücken sitzt er perfekt und bleibt trotz Dauerregen innen fast ganz trocken (ein Liner kann aber nicht schaden).
    Biwak:
    Die OR Biwaktüte hat bei mir den letzten Einsatz erlebt, ich brauche mehr Platz. Dann lieber nur noch Tarp (bisher Yuedge). Die TaR Z lite ist trotz ihres Packvolumens eins meiner Lieblingsstücke, da sie auch tagsüber als spontane Sitz- oder Liegegelegenheit dienen konnte. Der Nordisk +4 war ausreichend, ist aber mit 900g ziemlich schwer.
    Ausrüstung:
    Die faltbaren Black Diamond Trekkingstöcke waren auf dem S-H Steig kein Muss, aber für mich wegen gelegentlicher Knieprobleme unerlässlich. Wahrscheinlich hätte einer gereicht, denn ein “Steig” war das nicht wirklich.
    Schuhwerk + Socken:
    Meine Lowa Inox mit Smartwool Socken haben meine Füße bei dem nasskalten Wetter prima trocken gehalten und mir den nötigen Grip gegeben, wurden aber bei Sonnenschein schnell zur Qual. Beim nächsten Trip kommen die neuen Altra Lone Peak 4.0 Trailrunner zum Einsatz. Zur Entspannung trug ich abends erstmalig die Xero Amuri Cloud Sandalen mit Injiji Socken. Geile Teile. Nachts zog ich wetterbedingt für draußen wasserdichte Sealskinz Socken über die ollen aber dollen handgestrickten Wollsocken.
    Kochen, Essen, Trinken:
    Trotz weniger Einkehrmöglichkeiten habe ich meinen Kocher (MSR und Esbit Titantopf) gerade einmal für ein Essen hervorgeholt. Lieber esse ich “richtig”, d.h. kaufe Snacks, Joghurt, Aufschnitt, Brötchen zum Vespern ein. Das Kochset bleibt also das nächste Mal zuhause. Von einer 1,5l Plastikflasche aus dem Supermarkt für Wasser habe ich zur besseren Lastenverteilung auf 2x 0,75l gewechselt. Da manche Brunnenzuläufe oberirdisch verlaufen, kam mein Sawyer Filter zum Einsatz. Sicher ist sicher. Die Deuce #2 hat sich - Ihr wisst schon wofür - bewährt.
    Kleidung:
    Die OR Helium II Regenjacke mit Üla Rock haben sich bei Regen-, Hagel- und Graupelschauer zum Wind- und Wetterschutz wieder mal als perfekt erwiesen. Die gute alte Jack Wolfskin Wanderhose hat sich bei der Witterung auch wieder bewährt. Dazu gab’s im Schichtprinzip ein Icebreaker T-Shirt, darunter ein Ex Officio Langarmshirt, dazu Panties der gleichen Marke. Alternativ habe ich eine Craft Boxer ausprobiert, deren Nähte aber nach einiger Zeit unangenehm an empfindlichen Stellen gescheuert haben. Die ebenfalls zum Test mitgenommene Icebreaker Boxer hat sich hingegen als angenehm erwiesen. Als Schlafset waren Icebreaker Longjohns und ein weiteres T-Shirt dieser Marke zum Einsatz, darüber ein weiteres echtes Lieblingsstück: die Enlightened Equipment Climashield Jacke, sowie ein Beanie und der unerlässliche Buff.
    Was ich vermisst habe, bzw. ändern werde:
    Nächstes Mal kommt wieder mein Schweizer Messer mit, das Mini-Messer aus dem Viktorinox Maniküreset ist einfach zu klein. Wegen der gemischten Witterung hätte ich gern einen Kufa Schlafsack (gern auch leichter als 900g). Ich liebäugle bereits mit dem EE Convert Apex Custom. Als Shelter steht nun ein Zpacks Plexamid V oder ein TT Aeon Li hoch auf der Wunschliste. Dazu werde ich mal die Diskussion hier im Forum weiter verfolgen. Bis dahin tut es mein Tarp.
    Vielen Dank für’s Lesen. Tips oder weitere Hinweise hierzu nehme ich gern entgegen.

  16. Gefällt mir!
    MoPe reagierte auf Dr.Matchbox in Impressionen von Touren   
    Über Ostern 100km auf der Lahn bis nach Wetzlar. Bei traumhaftem Wetter und 0 Strömung eine anstrengende Tour die aber mit super Landschaft belohnt wurde. (Den Abschnitt Weilburg bis Diez von vor 3 Jahren habe ich als nciht so schön in Erinnerung.) Der Vorteil im Kanu, man kann auch mal ein bissl Luxuszeugs und auch das ein oder andere Kaltgetränk  mitnehmen. Umtragen war kaum notwendig, einzig die Wehre (Die Lahn wird erst kurz vor Wetzlar zur Bundeswasserstraße mit Schleusen, etc.) erforderten manchmal etwas Mühe. 
    Ansonsten ist Wasserwandern eine super Abwechslung zum Trekking und macht wirklich Laune.  
     
     












  17. Gefällt mir!
    MoPe reagierte auf die zwiebel in Laufbursche - Genesungswünsche   
    Vielleicht wurde das ja schon irgendwo gepostet, ich hab's jedenfalls noch nicht mitbekommen. Deshalb hier ein paar neue Infos von Mateusz!
    https://www.ilovelaufbursche.de/news/
  18. Gefällt mir!
    Für mich stand fest, bei diesem tollen Wetter muss ich einfach raus in die Natur. Und passend dazu gab es auch noch die Osterfeiertage.  Eigentlich hatte ich mir einen mehrtägigen Premiumweg im Nordschwarzwald auserkoren. Doch dann habe ich mich kurzer Hand umentschieden. Denn folgender Thread: Lange planen oder einfach los?  und auch der Wunsch, das Auto einfach zuhause stehen zu lassen, haben mir Lust auf ein Experiment gemacht. Also habe ich mich an den Rechner gesetzt, und nach Naturdenkmälern und sonstigen natürlichen „Highlights“ im 20 km Umkreis, Luftlinie gesucht, habe dann einige von ihnen als Wegpunkte markiert und Komoot hat mir dann einen Track daraus gemacht. Am Ende stand ein Rundweg von 63 km Länge mit großartigen Anlaufpunkten.
    Den Track habe ich mir auch noch zusätzlich auf ein GPS-Gerät kopiert, der Rucksack war schnell gepackt und dann konnte ich am Karfreitag losziehen. Es war ein herrliches Gefühl, das Auto einfach zuhause stehen zu lassen und zu wissen, dass ich die nächsten Tage trotzdem ganz weit fort sein werde. Selbstverständlich war ich furchtbar neugierig zu erfahren welche Wege Komoots Algorithmus gewählt hatte. Experiment und Abenteuer konnten beginnen.
    Zu meiner Überraschung hatte Komoot tatsächlich einen schönen Weg gefunden, den ich noch nicht kannte und der mich sehr schnell in die Natur führte.
    Leider kam ich erst gegen 14:00 Uhr los, deshalb konnte ich nicht genug Strecke machen, aber für knapp 15 km hat es dann doch noch gereicht und ich habe mir ein Übernachtungsplätzchen gesucht

    Tag 2
    Da ich mich im Feiertagsmodus befand, war ich erst so gegen 11 Uhr zum Aufbruch bereit. Das erste anvisierte Ziel war die Krugeiche, eine Eiche, die um 1850 gepflanzt wurde und die mit stolzen 32 Metern schon imposant wirkte, aber ohne Blätter nach nichts aussah. Doch der Mammutbaum, der ein paar Meter entfernt stand, der hat’s mir angetan. Auch die Hüttlenwaldschlucht, die auf dem Weg lag konnte ich mir anschauen. So nach 18 km habe ich mein Lager aufgebaut und das Lagerleben genossen.

    Tag 3
    Heute konnte ich schon so gegen 10:00 aufbrechen und konnte mich in der Tobelschlucht sowie am Hohlen Stein, ein schönes Naturdenkmal herumtreiben. Als ich durch einen kleinen Ort kam, wurde mir sogar Trail Magic zuteil, denn auf meine Bitte nach Leitungswasser wurde ich zu Kaffee und Kuchen eingeladen und befand mich plötzlich inmitten einer sehr netten Familie. Und das war nicht die einzige nette Begegnung, die ich an diesem Tag hatte.
     

    Tag 4.
    Ich dachte eigentlich, dass ich nur noch so um die 15 bis 18 km nach Hause hätte, aber ich habe ganz schnell gemerkt, dass es mehr waren. Wie gut, dass ich heute bereits gegen 09:00 aufgebrochen bin. Zum Glück hatte ich für den letzten Teil keine Highlights mehr auf dem Programm und konnte Gas geben.
     
    Mein Fazit: Ich betrachte das Experiment als gelungen. Komoot hat wirklich zum allergrößten Teil sehr gute Wege gewählt. Es gab auf der gesamten Strecke 4 Situationen, wo Komoot mich über „vergessene“ Waldwege geführt hat bzw. führen wollte (ich habe einfach einen Parallelweg genommen) und 1 Mal war es ein Privatweg. Ansonsten bin ich über die gute Streckenführung richtig erstaunt. Was mich allerdings verwundert, ist die Tatsache, dass Komoot eine Strecke von 63 km errechnet hat, ich aber knapp 82 km gegangen bin. Das muss ich beim nächsten Mal eben berücksichtigen. Einen kleinen Nachteil hat es natürlich, denn man muss häufiger auf’s GPS-Gerät schauen. Es war sehr gut, dass ich den Track nicht nur auf dem IPhone hatte sondern auch auf meinem GPS-Gerät, denn so brauchte ich nur auf's GPS-Gerät schauen und musste nicht immer das IPhone herauskramen, entsperren usw.
    Ich werde mit Sicherheit diese Art von Wegführung öfter wählen, ich fand‘s klasse.
    Abschließend kann ich sagen; Experiment gelungen, Spaßfaktor enorm hoch.
    Liebe Grüße
    rentoo
     
     
     
  19. Gefällt mir!
    MoPe reagierte auf baenjo in Huaraches   
    Auch ich habe mit neulich Huaraches angefertigt. Verwendet wurden:
    Vibram Supernewflex 6mm Flache Schnürsenkel ohne Seele  So wirklich getestet habe ich die Sandalen noch nicht, ich werde mich aber mit mehr Erfahrungen zurückmelden.
    Um die Schnur unten an der Sohle zu befestigen, habe ich keinen Knoten gemacht, sondern die Schnur angeschmort und flach gedrückt, so rutscht sie nicht durch das Loch und das Ganze ist flacher als ein Knoten.
    Hier noch einige Bilder:
     



  20. Gefällt mir!
    MoPe reagierte auf Wanderfisch in Lahnhöhenweg oder wie ich zum UL kam:   
    @J_P hatte zu Anfang des Fadens für Unbekannte Wanderwege in Deutschland den Lahnwanderweg bzw. Lahnhöhenweg erwähnt. Da habe ich doch gleich mal in meinem Tagebuch geblättert...
    Wir schreiben das Jahr 2018, es war Juli, und es war heiß. Meine Wanderkarriere hatte gerade erst begonnen, ein noob on the trail sozusagen. Und auf dieser ersten Solo-Tour über drei Tage (alle haben mal klein angefangen) würde ich mich einige Male fragen, warum ich mir das eigentlich geben muss…
    Die Wanderung begann mit dem Besuch der wunderschönen Altstadt und des Doms von Limburg. Im Gegensatz zur bischöflichen Luxusvilla gibt sich der Dom überraschend bescheiden und - eher untypisch für ein katholisches Gotteshaus - auch im Inneren schmucklos. Von da aus ging es nach Diez, am Schloss (heute JH) vorbei, durch einen Tunnel und erst einmal einen (gefühlt) steilen, langen Aufstieg hoch. Die Hitze machte mir da bereits ziemlich zu schaffen und ich war für jedes Schatten spendende Plätzchen am Wegesrand dankbar. Richtung Fachingen ging es ein Stück an der Landstraße vorbei, dann über die Höhen und endlich wieder in den Wald. Dort gab es hin und wieder schöne Ausblicke über die Lahn. Neidisch blickte ich auf das langsam vor sich hinfließende Gewässer, auf der sich einige Paddler vergnügten während ich hier oben allein vor mich hin schwitzte. Weiter ging's. Ruine Balduinstein und die Schaumburg fand ich geschlossen vor. Die Sonne brannte gnadenlos auf mich nieder, ich hatte mächtig Durst. Natürliche Wasserquellen gab es nicht (und dass man sein Wasser auf Friedhöfen zapfen konnte, war mir zu dem Zeitpunkt nicht bewusst). Aber ich hatte keine Scheu, die Anwohner um ein Refill zu bieten. So manches mal kam ich dabei neben einem netten Gespräch auch in den Genuss einer Apfelschorle oder eines Radlers. Es machte den Eindruck, als wenn die Bewohner der Höhenorte schon länger keine Wanderer mehr in dieser Gegend gesehen hätten (wer macht auch sowas bei fast 40°C im Schatten…).
    Endlich fand ich eine Schutzhütte, in der ich mir sofort eine längere Pause gönnte. Ein Gewitter lag in der Luft, dass aber niemals kam. Die paar Regentropfen verdunsteten, bevor sie auf dem Boden aufkamen. Meine Füße brannten und schmerzten. Ich hatte mir in meinen Haglöfs GTX Stiefeln Blasen gelaufen. Entsprechendes Pflaster gehört zu meinem Erste Hilfe Set, also draufkleben und weiter. Schließlich erreichte ich den am Wasser gelegenen Campingplatz Rupbach. Beim Check-In besorgte ich mir zwei Flaschen Radler, von denen ich eine bereits am Empfang leerte. Ich suchte mir sodann einen Platz für mein Biwak, verteilte den Inhalt meines Rucksacks und ging erst einmal duschen. Anschließend warf ich - nun frisch und erholt - meinen Gaskocher an und bereitete mir ein Fertiggericht zu, welches ich mit dem zweiten Radler hinunter spülte. Danach fiel ich in einen Koma-ähnlichen Schlaf.
    Am nächsten Morgen ging es ohne Frühstück direkt wieder den Hang hinauf, ich dachte, dass ich mir bestimmt etwas unterwegs “jagen” könnte. Denkste! Bei der Burgruine Lauenburg gab es nichts, und so wurde es dann nur ein Müsliriegel bei einer Tasse Tee für mich. Es war nicht einmal 9 Uhr, aber bereits wieder schwül warm. Mangels natürlicher Wasserquellen war ich weiterhin auf die freundliche Hilfe der Eingeborenen angewiesen. Mein Gepäck drückte und die wunden Stellen an meinen Füßen taten weh, aber ich wollte es ja so. Die Wegführung war eher unspektakulär und sah stellenweise so aus, als wenn hier schon seit Jahren keiner mehr durchgelaufen wäre, aber Wegmarkierungen waren vorhanden.  Vom Goetheberg schweifte mein Blick über die Weinreben und ich fing an von einer großen, eiskalten Weinschorle zu fantasieren. Hier gibt es einen Klettersteig, aber da meine diesbezüglichen Erfahrungen begrenzt waren, zog ich den längeren aber weniger steilen Wirtschaftsweg vor. Schließlich wurde das einladende Örtchen Obernhof mein nächstes Etappenziel, wo ich mich nach einer langen Dusche und einem Nickerchen kulinarisch beim Italiener verwöhnen ließ.
    Die Nacht brachte mir kaum Erholung, da es einfach nicht abkühlen wollte. Am nächsten Morgen wollte ich in der Nähe des Flusses bleiben und folgte eine Weile dem Fahrradweg. In Bad Ems fand ich dann endlich mal einen richtigen Trinkwasserbrunnen - die Römerquelle - und nahm einen tiefen Zug, frisch aus dem Wasserhahn… bäh, war das salzig! Aber meinen Füßen tat’s gut. Die Schmerzen meiner inzwischen offenen Blasen halfen mir bei der Entscheidung, ein paar Kilometer mit der Bahn zu fahren, denn die Rupertsklamm gegen Ende der Etappe wollte ich unbedingt noch “mitnehmen”. Das hat sich gelohnt. Ich hatte Glück, denn, obwohl gut erreichbar für Tagesausflügler, war hier kaum etwas los. Zu der Zeit plätscherte zwar nur ein Rinnsal die Schlucht hinunter, aber zu anderen Jahreszeiten wäre es sicherlich nicht ganz ungefährlich auf dem Pfad. Oberhalb der Klamm gab es eine geräumige Schutzhütte mit Feuerstelle, an der ich unter anderen Umständen gern die Nacht verbracht hätte, aber die Versorgung meiner armen Füße hatte nun Vorrang.
    Die letzten Kilometer zur Mündung in den Rhein konnte ich tatsächlich nur noch in Flipflops bewältigen. In Lahnstein nahm ich mir ein Zimmer, duschte ausgiebig, leckte meine Wunden und begab mich sodann zum örtlichen Griechen, um meine leeren Elektrolyt- und Kohlehydrat-Speicher wieder aufzufüllen. Am nächsten Morgen ging es dann wieder nach Hause. Meine Füße haben die Haglöfs seither nie wieder betreten.
    Fazit: Es. War. Zu. Heiß! Und ich hatte für die drei Tage zu viel Gepäck dabei, die Wanderstiefel waren ungeeignet für die Witterung, die Liste meiner Ausrüstungs-Fails ist lang. Ich lernte dabei, das Weglassen das Wichtigste ist. Die Regenklamotten hätte ich gar nicht gebraucht, den zweiten Buff auch nicht. Ein Tarp statt Biwaksack hätte gereicht. Warum ich eine Daunenjacke und eine zweite Hose dabei hatte? Ich weiß es nicht. Jedenfalls kamen so um die 12 kg Basisgewicht für eine Dreitagestour im Sommer zusammen. Nix sagen… denkt Euch einfach Euren Teil 
    Der Höhenweg verläuft oft über die Hochebenen, auf denen man ungeschützt (kaum Schatten, keine Hütten, nicht mal Bänke zum Ausruhen) der Sonne ausgesetzt ist. Aber seither kann mein Regenhut auch Sonnenhut. Ich erkannte erstmalig den Doppelnutzen von Ausrüstungsgegenständen.
    Generell fand ich dieses Teilstück gerade für Wander-Einsteiger schön (einfach). Eine entsprechende Infrastruktur entlang der Lahn ist vorhanden, allerdings sollte Tagesproviant eingepackt und für Trinkvorräte gesorgt werden. Höhepunkt ist hier definitiv die Ruppertsklamm. Da die Lahn auch ein Paradies für Wasser-Wanderer ist, gibt es immer wieder Campingplätze, an denen auch Zu-Fuß-Wanderer unterkommen können. Gerade für jemanden, der gerade erst in das Thema - autark übernachten - einsteigt, war das äußerst hilfreich. Mir hat’s jedenfalls gefallen.
    PS: Mein BW liegt inzwischen bei ca. 6 kg und es wird weiter an einer Reduzierung von Gegenständen und Gewicht gearbeitet. Das geballte Know-How dieses Forums ist mir eine große Hilfe dabei.


























  21. Gefällt mir!
    MoPe hat eine Reaktion von Wanderfisch erhalten in Rheinsteig Kurztrip Anfang Oktober 2018   
    Auch ich war Anfang Oktober 2018 auf dem Rheinsteig unterwegs und wollte für drei Tage eine kleine Tour von Kestert über St. Goarshausen und Kaub nach Lorch unternehmen. An- und Abreise erfolgten mit der Bahn und verliefen problemlos (ein großer Vorteil des Rheinsteigs).
    Direkt am ersten Tag übertrieb ich es etwas mit der Geschwindigkeit und Strecke (Etappe 1 + etwa ein Drittel von Etappe 2 mit den zwei stärksten Anstiegen). Mein linkes Knie tat abends ziemlich weh und auch an ruhigen Schlaf war nicht zu denken aufgrund der Knieschmerzen. Also entschied ich mich, spontan die Tourlänge anzupassen, je nachdem wie es mir am zweiten Tag gehen würde. Ich merkte das Knie am folgenden Morgen nicht mehr so stark, jedoch war es auch noch nicht ganz fit und somit teilte ich die zweite Etappe noch einmal in zwei entspannte Teiletappen ein und beendete die Tour bereits in Kaub. Im Nachhinein hat sich die Entscheidung als gut herausgestellt, denn das Knie ist schon wieder fit. Habe schon häufiger von bleibenden Problemen wegen solchen Schmerzen und dem Ignorieren eben dieser gehört. Deshalb bin ich da lieber vorsichtig. Und da das Wetter einfach nur klasse war (Sonne pur) konnte ich die Zeit auch so sehr gut an den diversen schönen Aussichten, bei einem Glas Federweißer mit Zwiebelkuchen sowie in der Hängematte genießen.
    Super war, dass mir beim ersten Wasser für das Frühstück kochen auffiel, dass ich meinen Topfständer nicht dabei hatte. Also hieß es: Topf über die Flamme halten. Ging auch irgendwie... Leider habe ich den Topfständer bisher nicht wieder gefunden...
    Da ich mich noch in der UL-Transformation befinde und z. B. noch keinen leichten Rucksack besitze und zusätzlich sicherheitshalber mein Winterequipment mitgenommen habe (tauglich bis ca. -6 Grad Celsius), lag mein Basisgewicht bei etwa 6,2 Kg. Das Winterequipment (entsprechend warmes Top- und Underquilt) haben sich definitiv bewährt. Insbesondere bei dem starken Frühnebel war es doch um die Morgenstunden sehr frisch und so lag ich immer schön warm. Das Tarp hätte ich mir komplett sparen können. Ich habe es kein Mal aufgehängt und es hat auch keinen Tropfen geregnet. Ich merkte schnell, dass mir das Basisgewicht zusammen mit den 2 Litern Wasser und etwa 1,5 Kg Snacks und Frühstück etwas zu viel war um wirklich entspannt die zahlreichen Anstiege zu erklimmen. Umso schöner war es, je leerer der Rucksack wurde - aber das kennt ihr sicher auch.  
    Das Wasser habe ich am Abend des ersten Tages bei meinem Restaurantbesuch aufgefüllt und dann noch einmal am dritten Tag ebenfalls in einem Restaurant für die Heimfahrt. Das hat super geklappt und die lokale Tourismuswirtschaft habe ich mit meinem Restaurantbesuch auch unterstützt.
    Toll fand ich, dass teilweise neben den regulären Wegen auch "gefährlichere" Wege mit erforderlicher Trittsicherheit als Alternativen ausgeschildert waren. Es gab sogar einige Klettersteige, die man anstelle des normalen Weges nutzen konnte. Allgemein finde ich das milde, mediterrane Klima dort genial und auch die daran angepasste Flora und Fauna (viele Eichen, Weinreben, die Schieferformationen, diverse noch jetzt sommerlich zirpende Grillenarten, Fledermäuse die Nachts auch unter meiner Hängematte her flatterten, Echsen etc.). Der nächtliche Zug- und Autolärm war für mich nicht so störend.
    Anbei noch ein paar Impressionen von der Tour:

    Am zweiten Tag war viel Zeit, um das linke Knie auszuruhen und die Sonne zu genießen.


    Genialer Frühnebel, der über dem gesamten Rheintal lag. Ein faszinierender Anblick, insbesondere wenn er sich dann gegen 10 Uhr langsam auflöste.


  22. Gefällt mir!
    MoPe reagierte auf khyal in Lange planen oder einfach los?   
    OT: Ich glaube, das klaeren wir lieber via PN, als den Thread zu hijacken...

    Was man sollte, weiss ich nicht so, da ist mein Wahlspruch "Hike your own trail"  (trail passt da fuer mich besser)

    Mein Standpunkt ist, je mehr entwickelt, markiert ein Trail ist, je mehr Infrastruktur (z.B. Resupplies, Ausstiegsmoeglichkeiten, Inet-Zugriff usw) es gibt, umso weniger Vorbereitung braucht es.

    Mal 2 Beispiele :

    Der erwaehnte Rheinsteig
    Ich vermute durchmarkiert, praktisch ueberall Mobilnetz (damit Internet), Resupplies & Ausstiegsmoeglichkeiten ohne Ende, was soll ich da noch gross fuer den Trail vorbereiten, ausser die Tracks auf´s GPS bzw SF zu laden und vielleicht eine Papierkarte zu kaufen.


    Meine Absicht fuer die naechste Tour ist, ein paar Wochen zuerst wandernd im Gebirge, dann vermutlich wechselnd zwischen wandernd und packraftend weiter und dann via Packraft aus dem Gebirge runter, soweit ich halt in den Wochen komme.

    Der Wanderteil ist easy, geschenkt , da dort anscheinend noch niemand gepaddelt ist, entsprechend keine Informationen zur Verfuegung stehen, es auch vom groessten Teil der Packraftingstrecken keine vernuenftigen Papirerkarten gibt, ich bei vielen Teilen der Gewaesser nach den Satbildern auch nicht abschaetzen kann, ob ich da easy mit guter Stroemung paddeln kann (also 25-35 km / Tag), oder es total verblockt, mit Stromschnellen durchsetzt ist, dass ich xmal am Tag Boot ein und wieder auspacke und ueber Felsen klettere (evtl nur 1 km / Tag), also das grosse Ueberraschungspaket, ergibt sich, dass ich alle Infos fuer einen sehr grossen Raum sammeln und bei haben muss, damit ich dort von Tag zu Tag sehen / entscheiden kann, was ansteht.
    Entsprechend entsteht ein sehr hoeher Vorbereitungsaufwand

    Mein Fazit :
    Ist man eher auf Wander-Autobahnen wie Eifelsteig, spanischer Jakobsweg, PCT usw unterwegs, braucht es weniger Planungs-Vorbereitungsaufwand, als wenn man in wenig begangenes Terrain aufbricht.

    Grundsaetzlich halte ich es eher so, dass ich vorher sehr viele Infos sammele, da ich meine Hikes nicht durchplane, sondern unterwegs bin und dann von Tag zu Tag schaue, was ich tue / laufe...ich will sozusagen unterwegs sein, nicht km machen und wo ich ankomme, ist mir absolut unwichtig...
     

     
  23. Gefällt mir!
    MoPe reagierte auf dennisdraussen in Der Zählthread   
    Nein.
     
  24. Gefällt mir!
    MoPe hat eine Reaktion von Magic erhalten in Schnäppchen   
    Ich hoffe, das Angebot wurde noch nicht genannt.
    Relativ leichte Barfussschuhe bei Aldi für 12,99€ (mindestens Aldi Süd):
    https://www.aldi-sued.de/de/angebote/angebote-ab-do-114/detailseite-kw1519-do11042019/ps/p/crane-barfussschuhe-11042019/
    Hier gab es schon mal eine Diskussion zu den Schuhen: 
     
  25. Gefällt mir!
    MoPe reagierte auf lightcirrus in 3 Tage Brocken im Harz mit einem Rucksack   
    Hallo liebe Leute,
    da ich ganz frisch hier in diesem Forum bin, nutze ich diesen Beitrag mal eher, um mich vorzustellen.
    Ich bin ein Sven, 34 Jahre alt und arbeite beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach.
    Am vergangenen WE war ich auf dem Brocken mit unserer betrieblichen Wandergruppe.
    Dabei hatte ich eigentlich nur einen Schulrucksack mit Funkgerät, Büchern und Wasserflasche.

    Anbei ein Foto von der Wetterwarte dort oben.

    Viele Grüße, Sven


Account

Navigation

Suche

Suche

Configure browser push notifications

Chrome (Android)
  1. Tap the lock icon next to the address bar.
  2. Tap Permissions → Notifications.
  3. Adjust your preference.
Chrome (Desktop)
  1. Click the padlock icon in the address bar.
  2. Select Site settings.
  3. Find Notifications and adjust your preference.