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Ultraleicht Trekking

Mars

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Alle erstellten Inhalte von Mars

  1. Soweit mir bekannt sorgt nicht die Daune an sich für Wärme (die einzelnen Daunenfederchen fangen nicht an zu glühen oder so) sondern die stehende Luft. Je mehr stehende Luft, desto besser. Je besser die Bauschkraft der Daunen desto mehr Luft wird zum Stehen gebracht. Es bringt nichts, doppelt so hohe Daunenmasse zu haben, dafür sorgt die einzelne Daune nur für sagen wir 1 cm3 stehende Luft, wo hingegen eine Daune mit höherer Bauschkraft eben mehr Luft zum stehen bringen kann. Wenn Du Kältebrücken hast, weil sich die Daunen alle geklumpt haben, kannst Du den Schlasa fortwerfen oder bei besonders aufwendigen/teueren Modellen ev. die Daune tauschen oder aufbereiten. Ein Schlasa mit Kältebrücken bringt ungefähr soviel wie eine platte Iso-Matte, nämlich herzlich wenig. Natürlich gibt es z.B. durchgesteppte Modele, bsp. von der tapferen Schweizer Armee, da hat man einfach einen Gummisack/sehr primitiven Bivy dazu gegeben d.h. ein "System" in dem zumindest ich nie schlafen konnte. Entweder der Wind blies hindurch oder es war wie in einer Plastiktüte. Die Dinge werden heute noch gehandelt, hier ein Model von 1987. Die fünfzig Franken kann man auch direkt in den Müll werfen, jeder gepflegte Karton ist wesentlich bequemer.
  2. Nicht von ungefähr sagen alle SAR Menschen, man solle bitte sehr am Ort bleiben, an dem man den Alarm ausgelöst hat. Dies gilt sogar dann, wenn über das Smartphone per Anruf ein Alarm ausgelöst wurde.
  3. Die Diskussion hier über Sendeleistung halte ich für sehr theoretisch. Inreach funktioniert in der Praxis sehr wohl und sogar sehr gut. Aktuell passieren z.B. viele Wandernde die San Juans auf dem CDT und es hat Schnee. Einige trauten sich nicht rein, andere versuchten es und drückten die Taste (der Helikopter erschien sogar), erfahrenere Leute z.B. mit Schneeerfahrung vom PCT, haben es mit Schneeschuhen geschafft. Leider ist die Rettungskette nicht überall so gut (finanziell) ausgestattet wie in z.B. in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. In der Schweiz ist das Ziel in unter 15 Minuten mit einem Arzt beim Patienten zu sein, egal wo sich dieser befindet - zur Zeit kann dieses Ziel noch nicht erreicht werden, da Helikopter noch nicht in Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und schlechtem Wetter fliegen können. Ca. 600 Fälle im Jahr in der Schweiz müssen deshalb länger auf Hilfe warten (z.B. bis am nächsten Morgen). Abhilfe ist unterwegs, der Spezialhelikopter befindet sich in der Entwicklung und soll 2022 ausgeliefert werden (beheizbare Rotor-Blätter und Scheiben). Die Instrumentenflug-Fähigkeit für Helikopter verbessert sich in der Schweiz auch laufend. In den USA dauert einfach alles viel länger - wer im Zion Nationalpark (3.6 Mio Besuchende im Jahr) dringend eine Helikopter braucht, wartet grundsätzlich über 30 Minuten - im besten Fall. Solange dauert die Flugzeit vom Nachbarpark aus, wenn der Helikopter dort im Einsatz ist, wartet man halt länger. Gerade in den USA ist aber Kommunikation mit dem SAR wohl wichtiger als in Europa. Ich kann mir leider vorstellen, dass man da schon mal eher die Polizei braucht statt einem Arzt. Alle mir bekannten Rettungsketten rücken bei jedem Alarm aus. Auch wenn man bei der App aus Versehen den Alarm aktiviert. Natürlich gibt es häufiger Diskussionen, ob dieser oder jener Einsatz gerechtfertigt war. Garmin Karten für Inreach sind teuer und lohnen sich IMHO überhaupt nicht. Es ist ähnlich wie bei den Automobilherstellern: Sie verlangen eine geringe Gebühr für das Bereitstellen der Technikhardware, die Karten stammen dann im Zweifelsfall von OSM (ungefähr so). Mittlerweile ist Google Maps übrigens den meisten Automobilherstellern Jahre voraus und die Leute wollen mittlerweile Android Auto oder Apple Car Play. Sogar BMW musste hier einlenken, offenbar waren immer weniger Leute bereit wegen der Freude am Fahren auf Android Auto zu verzichten. Die OSM Karten kann man sich aber gratis auf das Smartphone laden. Ich ziehe das Smartphone den GPS Geräten zur Navigation vor, da eigentlich in jedem Punkt besser. Wenn es ohnehin kein schnelles Netz gibt, schalte ich in den Airplane Mode, dann hält auch der Akku sehr lange. In der Schweiz gibt es mit Schweizmobil eine Gratisapp, die auch das Offline Speichern von Kartenausschnitten unterstützt und den Standort per GPS anzeigt. Mensch kann sogar eigenen Routen im Internet planen, dies lohnt sich aber kaum, zumindest im Mittelland wandert man ohnehin 3/4 der Zeit auf Asphalt, es spielt keine Rolle ob man die Strasse rechts oder links nimmt und der Zugang zu diesem Service kostet. Will mensch eine noch höhere Kartenauflösung, gibt es Swisstopo. Automatische Routenaufzeichnung kommt von Gaia GPS. Alles gratis. Schweizmobil zeigt nun auch Wanderweg-Sperrungen an. Z.b. kürzlich am Rhein.
  4. Ist der Zeit voraus, da legt man sich mit dem Bivy rein, schon hat man das beste aus zwei Welten. Im 2022 wird man mit dieser Konfiguration noch angeben können, im 2023 haben das dann wieder alle.
  5. Eine Einschätzung dazu aus der Schweiz: Wenn die Pachtenden der Hütte damit einverstanden sind, steht dem kaum was im Wege. Jedoch: Es gibt z.B. Hütten, da hüpfen abends die Steinböcke herum. Gerüchte, wonach da hin und wieder ein Salzstreuer umkippen könnte, sind bösartig und frei erfunden. Logischerweise wird man da sein Zelt nicht aufstellen und sich grundsätzlich nicht neben der Hütte hinlegen dürfen. Dann ist die Betreuung einer solchen Hütte Knochenarbeit. Von früh bis spät malocht man überall, ständig muss man irgendwas vorbereiten, reinigen, kochen, was weiss ich. Kein Wunder bevorzugen diese Hüttenwarte Gäste, die sich ordentlich die Lampe füllen und eine bescheidene Gebühr für die Übernachtung im Massenlager hinblättern, damit sich die harte Arbeit wenigstens irgendwie lohnt. Natürlich muss man als Hüttenwart ständig das Gefühl vermitteln, man sei ein sehr zufriedener Mensch, auch wenn die Gäste strohdumm sind, sonst stellt sich die berühmt-berüchtigte Hüttenromantik nicht ein. Ständig wollen die Leute wissen, wie das Wetter wird, ob der Weg nach Wolkenkuckucksheim repariert wurde, ob es in der anderen Hütte jenes und selbes gibt etc. Wenn da jemand daherkommt, der einfach sein Zelt aufstellen will, muss man sich darum auch noch kümmern. Es gibt immer Leute, die ihr Zelt da zum ersten Mal überhaupt aufstellen wollen, von LNT noch nie gehört haben und trotzdem unverschämte Erwartungen haben, wehe der Schaum auf dem Kaffee hält sich nicht wie bei Starbucks oder der Fernseher ist nicht 8K, man muss ja bekanntlich Championsleague schauen. Es gibt in den Alpen Gebiete, die sehr sensibel sind. Auch in mässig spektakulären Wäldern wohnen z.B. Auerhähne etc. Es macht deshalb Sinn, neben einer Hütte zu übernachten, nur verstehe ich, wenn dies die Hüttenwarte nicht so toll finden. Deshalb halt auch in den Alpen: Irgendwo im tiefen Wald, idealerweise am Ende einer nicht mehr genutzten Forststrasse, neben einer menschlichen Holzbeige, aber im Tal unten. Abends spät eintreffen, morgens ganz schnell weg. Dies erledigt auch die Frage nach mässig-UL Sturmbunkern, in tiefen Lagen ist es deutlich wärmer, weniger Wind. Auch in den Alpen kann man lange Tage hinknallen. Wandert man z.B. 50 km am Tag kommt man sicher genügend oft im Tal vorbei. Leider ist übernachten in Alpentälern nicht einmal so spannend. Selbst im Engadin lärmt die Strasse die ganze Nacht. Natürlich hat übernachten in der Höhe auch seinen Reiz, z.B. oberhalb der Baumgrenze, da sei es auch besser für das Getier und praktiziert mensch ultraorthodoxes LNT freut sich die Natur mehr als wenn irgendein Idiot seine Pfanne im Bergsee abwäscht und gleich noch ein fettes Feuer entfacht, wegen der Romantik und für Insta. Nur sind geeignete Gaststätten in der Höhe kaum zu finden und man liegt halt auf dem Präsentier-Teller. Das mag ich gar nicht. Wenn dann noch ein grundsätzliches Verbot hinzu kommt, mag ich es ungefähr so gut, wie mit einem Hüttenwart zu diskutieren, ob ich nun irgendwo neben seiner Hütte übernachten dürfe. Ich wandere lange Strecken, mein Zeitbudget für das Herrichten meiner Glamping-Infrastruktur ist sehr beschränkt. In den mittlerweile gegen 200 Nächten seit 2018, die ich draussen verbracht habe, wurde ich noch nie von jemandem gestört. Trotzdem Hut ab vor deinem Einsatz.
  6. Neuer Schuh von Topo, MTN Racer 2 (Promovideo von Topo). Zum Wandern geeignet, wenn mensch ihm grundsätzlich habhaft werden kann.
  7. Bitte keine Seife in den Alpen. Ist nicht LNT, auch wenn biologisch abbaubar. Seife verändert den ph Wert des Wassers. Natürlich kommt in den Alpen auch die Kuh (Bos taurus) vor und obwohl diese meist betreut leben, halten die sich auch nicht an LNT, wahrscheinlich sind deren Besitzer zu faul, sie entsprechend zu unterrichten und zu trainieren. Alpenpizzas sind wirklich ein Problem, auch wenn sie trocken aussehen. Der Kern ist dann immer noch feucht, tritt man drauf, ist ein lustiger Rutsch programmiert. Ich würde trockene Erfrischungstücher mitnehmen. Es gibt diese in Tablettenform, dort macht man sehr wenig Wasser dran und hat dann ein stabiles Feuchttuch. Damit wischt man sich dann ab. Es empfiehlt sich sehr, das Fusswerk ständig sauber zu halten, da dann weniger Gefahr von Blasen. Diese Tücher kommen dann in den Abfall, denn man gefälligst bis zum nächsten offiziellen Abfallkübel mit sich trägt. Falls dies zu esoterisch ist, tuns auch handelsübliche Feuchttücher. Es soll Leute geben, die packen diese aus und trocknen sie, da sonst zu schwer. Aber eben, dann machst Du Resupply in einem Dorf und trocknest deine Feuchttücher irgendwo - wenn Du in der Schweiz ein Bürogebäude zu betreten gebeten wirst und am Eingang steht "KESB", ist dies die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde. Die können dann Zwangseinweisungen verfügen. Nachdem Du dich abends wieder in präsentablen Zustand versetzt hast, sollte auch dein Quilt/Schlasa nicht zu dreckig werden, wegen drei Monaten hätte ich da keine Bedenken. Je nach Matte brauchst Du aber zumindest ein T-Shirt zum Schlafen, sonst klebst Du an der Matte falls Quilt...
  8. Ich weiss jetzt nicht mehr so genau, wann Du einen Klettersteig besuchen willst (ich mach das gar nicht, entweder richtiges Klettern oder sein lassen, Klettersteige erzeugen halt bei mir immer so das Eventgefühl in der Natur, wie diese blöden Seilparks...) aber auch da lohnt es sich vermutlich, Handschuhe beim Klettersteig zu mieten - da sonst ständig mit Kompromiss unterwegs. Im Sommer und in den Alpen würde ich mir glatt noch Sonnenhandschuhe zulegen. Ich trage Patagucci Peak Mission (online seit Monaten ständig ausverkauft), wobei der Nylon-Überzug nur als Windschutz dient. Wenn es schön kühl wird (z.B. auf 2000 Metern) zöge ich Pataguccis Capilene Liner Handschuhe darunter. Wenn es den ganzen Tag lang regnet, DCF Fäustlinge darüber. Allerdings halten die Peak Mission mit Windschutz auch in den Minusgraden, die Capilene brauchte ich bisher nie. Peak Mission wärmen auch, wenn sie klatschnass sind (so, dass man sie auswringen kann). Bei anderen Handschuhen war das nicht so. Arc'teryx Venta sind zwar dicker isolierten aber nicht so toll.
  9. OT: Ganz sicher will ich niemanden beleidigen, die Logik meiner Worte mag schwer ergründbar sein, aber ich denke auch nicht, dass hier jemand (auswendig) weiss, was Du für einen Schlasa/Quilt hast. Nur weil ich mich selbst auf die Schippe nehme (wer Sarkasmus findet darf ihn behalten), sollte sich niemand beleidigt fühlen - es gibt aus meiner Sicht sehr viele Dinge, die eben für Direktimport sprechen, z.B. die bessere Auswahl, oder die dadurch wegfallende Unterstützung von purer Kistenschieberei, die sich dann im Preis niederschlägt sowie das gemäss EU-Wettbewerbsrecht verbotene Vortäuschen von Verfügbarkeit oder der Händler geht halt in seinen wohlverdienten Urlaub (hatten wir hier alles schon). Und ich überlege mir gerade sehr ernsthaft, noch mehr Gryphon Gear zu bestellen, aber halt direkt in die USA liefern zu lassen, weil ich es dann halt da verwenden will.
  10. Unabhängig von der Daunenmenge, sollten sowohl Quilt als auch Schlasa im System angesehen werden. Du kannst mit einem - 10 Grad Schlasa schon bei + 10 Grad die ganze Nacht kein Auge schliessen, wenn Du die falsche Unterlage dabei hast (oder der skrupellose Hersteller schon wieder brandschwarz gelogen hat). Weil sich die Kälte an allen Kontaktpunkten, z.B. dem Allerwertesten sehr unangenehm anfühlt. Und am Morgen hast Du dann eine hübsche Verkühlung aufgelesen. D.h. die Unterlage ist mindestens die halbe Miete, egal was Du für ein Edelteil oben drüber hast. Natürlich gibt es hübsche Videos von Leuten, die mit einem 4 mm Torsopad unterwegs sind - allerdings im Hoch-Sommer und in sehr trockenen Gebieten. Herr Jupiter will sogar ganz ohne Unterlage im Sommer losziehen. Im Mai, im Regen und in deutschsprachigen, gemässigt hohen Gebieten ist z.B. die TAR Uberlite immer noch eher knapp. Ebenfalls unabhängig von der Daunenmenge ist der Schnitt des Quilts. Er sollte auf den Seiten eben nicht nur bis auf die Matte reichen, das wäre tatsächlich ein gutes Rezept für ungewollte Belüftung (da eigentlich jede Matte irgendwie strukturiert ist, d.h. es gäbe Löcher). Auf jeder Seite sollte der Quilt mindestens 5 cm zu lang sein, damit er unter den Körper der Person reicht. Befestigung sollte mensch ebenfalls nicht vergessen, es sei denn mensch ist sich absolut sicher, wie frisch einbalsamiert zu schlafen. Dann kommt aber schon das nächste Problem: Du brauchst auch eine bequeme Mütze oder eine Kapuze, sonst verlierst Du über den Kopf zu viel Wärme. Dies kann auch ziemlich unangenehm sein, es friert dich dann an den Ohren etc. Die Kapuze einer Synthetikjacke reicht aber aus, zumindest bis ca. 5 Grad. Ich verwende einen 20 Grad F Quilt, darunter Schlasa, bin aber auch Fan von Reserven. Wenn es Richtung Gefrierpunkt geht, kommt mein 10 Grad F Schlasa mit. Meine Schlasa haben keine Kapuze, dafür asymmetrische Daunenfüllung, d.h. am Rücken weniger (40/60). Dann aber auch eine XTherm und schon ist UL irgendwie nicht mehr so richtig gegeben, es soll hier Experten geben, die nehmen eine Uberlite und darunter Windschutzscheiben-Isolation fürs Auto. Damit heben sie die Komforttemperatur der Uberlite auf XTherm Niveau. Zudem kann ab gewissen Temperaturen die Feuchtigkeit problematisch werden, deshalb gibt es so hübsche Dinge wie Vapor Barrier Liner oder in Neudeutsch "Dampfsperre". Amateure hüllen sich dabei in einen edleren Plastiksack z.b. von Exped, wiegt alleine schon lustige 175 Gr, Profis lassen sich DCF statt Nylon in den Schlasa nähen (es gibt nichts, was es nicht gibt). Ich habe gehört, mensch könne am Morgen diese Schlasa drehen und innert Minuten das Eis einfach abwischen. Dies gilt dann auch für die gefrorene Feuchtigkeit am Wärmekragen. Sehr cool, wenn es denn kühl genug ist. Leider finde mensch im deutschsprachigen Raum offenbar kaum genug Kälte ohne Skis... Dann kommt aber schon wieder das nächste Problem: Ob Du 600 Gramm 600er Daune hast oder 600 Gramm 1000er Daune (d.h. in "Bauschkraft") soll offenbar einen Unterschied machen (nicht nur mental/psychologisch). Ich empfehle immer gerne diesen Schlasa als Beispiel für sehr hohen Preis und magere Leistung. Es gibt also weniger prestigeträchtige Marken (immer im allgemeinen Mainstream, nicht in UL Kreisen, wohlverstanden) wie Enlightened Equipment, Katabatic Gear, Cumulus, Western Mountaineering oder sogar Gryphon Gear usw., die kosten mindestens einen Drittel weniger, bringen aber mehr Leistung (d.h. mehr Wärme fürs Gewicht). Und wenn Du hungrig zu Bette kriechst, fröstelt es dich immer. Egal wie warm es ist und was Du für ein Monsterschlasa auffahren kannst. Damit @khyal hier nicht extra in die Tasten greifen muss, möchte ich noch auf die Vorteile des Fachhandels in Deutschland oder der EU hinweisen: Rücknahmegarantie, Gewährleistung und andere Massnahmen gegen "buy with fear". Es soll aber immer noch dumme Konsumenten geben, die schlagen leider alle Warnungen in den Wind und führen dann natürlich völlig unnötige Einzelanfertigungen von irgendwelchen pensionierten NASA-Ingenieuren in Michigan spazieren...
  11. @jaywalking Die Route von Sargans nach Andermatt bin ich schon gelaufen. Technisch ungefähr so spektakulär wie Unter den Linden in Berlin. Natürlich kann es beim Panixerpass ein paar Schneefelder geben (Crampons und tschüss), aber von Sargans nach Andermatt brauchst Du ganz sicher keine technische Gear, es sei denn, Du stehst darauf, mit Eispickel durch die Täler zu gehen (Einheimische werden sich ihre Gedanken dazu machen). Es gibt in der Surselva sogar sehr viel Asphalt. Fette Strassen-Joggingschuhe sind da wirklich nützlich, auch durch Orte wie Elm. Gedämpfte Trekkingpoles bringen dort wirklich mehr, als ein Helm, weil Du auf Asphalt absteigen darfst. Wenn Du nicht sehr begeisterter Motorradfahrer bist, würde ich das Geld in Kopfhörer investieren, ja, die mit Geräuschunterdrückung. Es könnte nur Probleme geben beim Furkapass, aber nachher willst Du wieder das Goms runter latschen, das ist ebenso technisch so spektakulär wie Unter den Linden, einfach viel langweiliger, aber dann nach Saas-Fee wieder kräftig in die Höhe. Für mich sieht das einfach nach 2 oder 3 technischen Passagen aus, der Rest ist wirklich so Verbindungsetappe und der Grund, warum die Schweiz für lange Distanzen denkbar schlecht geeignet ist, resp. warum es viele hier vorziehen, Skitouren zu machen. Du kannst z.B. im Goms problemlos in einem Wald übernachten, habe ich auch schon gemacht, es ist einfach lärmig, da Strasse mitten durch das Tal. Auch von Verbier nach Osières ist eigentlich eine Stadtwanderung. Die Route die @Jever vorschlägt, ist wesentlich schöner. Airolo, Cristalina und Pesciüm etc hab ich auch schon gemacht, da ersäufst Du nicht im Strassenlärm, die Natur ist weniger von Skipisten zerhackt etc.
  12. Neben der Lumenzahl ist die Streuung des Lichts noch fast wichtiger. Immer wieder hört man von Amerikanischen Kollegen, man solle die Lampe auf Hüfthöhe halten/befestigen, wegen den Schatten. Diese Herren ziehen dann mit höchstens 20 Lumen durch die Gegend, den Bär spüren oder riechen die, bevor sie ihn sehen. In der Kategorie der Lampen bis 1000 Lumen gibt es IMHO nichts besseres als die Lupine Penta. 113 Gramm bei mittlerer Verschmutzung des Bandes sind für das gebotene Licht unschlagbar. Mit der Penta kann man stundenlang durch gröbstes Geröll ziehen und sie leuchtet eben das Gesichtsfeld aus, d.h. Licht wo es gebraucht wird, kein 1 m breiter Streifen aber rechts und links davon gar nichts. Ein solches Leuchtbild kriegt Petzl auch mit ihren NAOs oder den Swift nicht hin. Dafür gibt es da lustige Sensoren und Apps, die aber den Pfusch bei der Hardware der Lampe auch nicht mehr wettmachen können. Die Penta ist zudem aus Metal. Dies ergibt allenfalls kosmetische Probleme bei Stürzen, in denen mensch die Petzls im Sinne von LNT am Boden zusammenklauben kann. Natürlich ist dies ein Luxusproblem. Herr Stringbean hat seinen jüngsten FKT auch mit einer NAO aufgestellt, es ist also möglich, damit über 40 Meilen am Tag während 13 Tagen zurück zu legen....
  13. Tissot T-Touch Connect Solar. Sonst habe ich mehr als sinnvoll ist
  14. Mars

    Regenwetter

    Also wo Du doch soviel Wert auf deine Privatsphäre legst? Ich habe schon gewusst, dass Du irgendwo da wohnen wirst, aber die Entscheidung, jeweils zu übernachten fiel ungefähr gleichzeitig mit dem Verklingen des Tageslichts.
  15. Mars

    Regenwetter

    Pandemiebedingt ist leider meine Mobilität eingeschränkt. Desweiteren versuche ich immer noch viele km zu fressen. Es regnet eigentlich seit Wochen. Meine Eltern haben mich eingeladen, in die Nähe von Bern. Was liegt also näher als von Zürich nach Bern zu gehen? Aus gutem Grund habe ich bisher stets versucht, Wanderungen in diese Richtung in einem Bogen zu gestalten. Von Zürich nach Baden etwa über die Lägern - wenigstens nicht nur Asphalt. Oder gleich über die Höhen im Jura in die Region Biel. Der Jura ist sicher eine der schönsten West-Ost Verbindungen aus der Sicht einer wandernden Person in der Schweiz. Besonders wenn es in den Voralpen zu viel Schnee hat und die Alpenpässe nur mit Skiern passierbar sind. Diesmal will ich es wissen. Ich bin mir bewusst, Waldwege, Forststrassen oder gar schönere Pfade durch die Natur, werde ich kaum antreffen. Leider kann ich dennoch keine carbonplattierten Nikes anziehen. Im Wald steht mittlerweile das Wasser, weil der Boden schon lange vollgesogen ist. Ohne meine Vibram bewerten Topos würde ich ständig auf der Schnauze landen. Selbst mit ordentlichem Profil profitiere ich von meinen mehreren tausend km in Langlauf-Erfahrung. Wenigstens kann ich guten Gewissens auf meine Sommerausrüstung wechseln. Die Temperaturen sind weit entfernt von der Grenze meines 20 F Quilts. In dieser Kombination verfüge ich leider über wenig Regenerfahrung. Am Freitag Abend um 17:00 Uhr lege ich also los. Zunächst geht es über den Üetliberg. Nicht spektakulär, aufgrund des Wetters sehe ich auf der ganzen Strecke gerade mal drei andere Personen. An sonnigen Wochenenden bevölkern jeweils tausende diesen Berg. Bald bin ich in Stallikon und dann in Bonstetten. Es schüttet die ganze Zeit. Deshalb schütze ich mich mit einem leider zu kleinen Schirm der Edelmarke Knirps. Ein Impulskauf bei einem berühmt berüchtigten Outdoorhändler. Der Schirm sei im Windkanal getestet und deshalb besonders dauerhaft. Wenn ihn die Windlast umdreht, geht nichts kaputt. Ausgeklügelte Streben verhindern ein verbiegen der Konstruktion. Einfach anders halten und der Wind dreht ihn wieder zurück. Das funktioniert sogar gut. Leider ist der Durchmesser zu knapp bemessen und die Haltestange sehr kurz geraten. Die Konstruktion der Stange ist leider nicht wirklich Langdistanz tauglich. Ich schütze mich nur mit diesem Schirm vor dem Regen, nach 21 Uhr verabschiedet sich der Tag und ich bin in Islisberg eingetroffen. Meine Hosen sind klatschnass, das Wasser ist auch vom Rucksack her über diese geflossen. Meine Regenjacke hatte dem nichts entgegenzusetzen, da viel zu kurz. Islisberg ist ungefähr auf dem zweiten Höhenzug seit dem Uetliberg. Eine Gaststätte für die Nacht ist schnell gefunden, wie üblich folge ich einem Waldweg bis zu dessen Ende, plus noch ca 10 Meter in den Wald. Dickichte vermeide ich peinlichst, weil andere Waldbewohner gerade ihre Kinder zur Welt bringen. Auf dem Weg zur Gaststätte passiere ich aber eine Grillstelle mit allerlei Tand, inklusive einer grossen Laterne, in der sogar eine Kerze brennt. Es ist nicht ganz klar, ob hier jemandem gedacht wird oder nicht, aber die Tendenz, den Wald mit Tand vollzustellen nervt mich ungemein. Genauso wie die vielen “Erlebnisswege” mit allerlei Schrott an eigentlichen Eventposten. Aufgrund der Lageeinschätzung verzichte ich auf den Gebrauch meiner Stirnlampe und baue mein Lager in der Dunkelheit auf. Eine trockene Stelle zu finden ist wirklich schwierig. Mein Notch Li übersteht den Aufbau sogar mit trockenem Innenzelt. Ich danke mir selber für die gute Idee, lange Carbon Heringe nicht nur gekauft, sondern auch dabei zu haben. Der Boden hat ungefähr die Konsistenz von Brotteig. Es regnet die ganze Nacht. Vielleicht wäre ein X-Mid in Polyester doch die bessere Wahl? Wegen der Akustik im Regen? Herr Durston hat in einem Podcast gesagt, er wünsche sich eine X-Mid Variante in DCF. Wann die komme und ob überhaupt, wisse er noch nicht, sein Produktionsfirma würde dies entscheiden. Er lobte aber Tarptent, Glück gehabt, mein Aeon Li hat es schon bis zum Zoll geschafft. Am nächsten Morgen hört der Regen endlich auf. Das Wetter gewährt mir den Luxus, meine Dinge regenfrei zusammenpacken zu können. Das Zelt ist mit Tannennadeln gepudert, ich entferne mindestens 5 Schnecken. Dies scheint ein europäisches Problem zu sein und für mich ein Grund, ein Zelt einem Tarp vorzuziehen. Ich muss mein Zelt nass zusammenrollen. Auf früheren Wanderungen hatte ich das Zelt schon mal in der Mittagspause getrocknet, heute finde ich einfach keine Gelegenheit dazu. Es geht nun von Islisberg nach Muri und dann weiter nach Beromünster. Ja, dort steht diese Antenne, die im Krieg andere Nachrichten verbreitet hatte, als die Deutsche Wochenschau. Das hören dieses Senders war in Deutschland verboten, jedoch stellte die Strahlung des Senders nach dem Krieg zunehmend ein Problem dar. Neonröhren begannen aufgrund des Elektrosmogs zu leuchten. Der Sender ist mittlerweile abgeschaltet, die Konstruktion des Sendeturms ist jedoch sehr imposant. Die Sonne brennt, ich werde von einem Mountainbiker angesprochen. Als ich ihm sage, dass ich in einem Zelt übernachte und noch ein paar km vor mir habe, fällt er fast von seinem Gefährt. Die vollständige Erleuchtung hat ihn definitiv noch nicht getroffen, er fragt mich ernsthaft, was ich denn essen würde, mein Rucksack sei ja wohl zu klein? Weiss auch nicht so genau, vielleicht verkleide ich mich als Katze und miaue herzzerreissend? Oder ich versuche es in einem hierzu geeigneten Ladengeschäft, womöglich mit einer Kreditkarte? Die Landschaft ist im Übrigen mit Plakaten gepflastert. Alle Bauernhöfe haben ihre Felder mit 2 x Nein Plakaten für die kommenden Abstimmungen versehen. Initiativkomitees möchten weniger Pestizide im Wasser oder den Einsatz von Pestiziden grundsätzlich verbieten. Das passt dem Bauernstand gar nicht, den Produzenten von Pestiziden wohl eher auch nicht. Wir haben die Firma Syngenta in der Schweiz, die unterhalten sich schon mal mit ehemaligen Angestellten darüber, ob es nun in ihren Pestiziden genug Brechmittel hat oder eben nicht. Brechmittel in Pestiziden sollen Suizide mittels Pestiziden unmöglich machen. Einige Argumente erscheinen mir doch ein wenig weit hergeholt. Etwa jenes, wonach Pflanzen Schutz benötigten d.h. Pflanzenschutzmittel wie Fungizide, Pestizide und Herbizide. Interessantes Argument, von nun an versuchen ich immer einen halben Liter Paraquat auf meine Wanderungen mitzunehmen und mich damit bei den Pflanzen in der Umgebung meiner Nachtlager zu bedanken. Was soll schon schiefgehen? Paraquat ist ein Qualitätsprodukt von Syngenta, unverständlicherweise in der Schweiz und der EU schon lange verboten, was Syngenta glücklicherweise nicht daran hindert, es in andere Regionen zu exportieren. Gemäss Public Eye bringen sich damit 200 - 300’000 Menschen im Jahr bewusst um. Unzählige andere werden kaum über die Gefahren des Gifts aufgeklärt und erleiden schwerwiegende Gesundheitsschäden. Auch in der Schweiz fallen mir übrigens immer wieder Zäune auf, unter denen es einen schmalen Streifen gibt, auf dem einfach gar nichts wächst. Wahrscheinlich hat es hier jemand schlicht und einfach mit dem Pflanzenschutz übertrieben und die Pflanzen zu Tode geliebt, kann ja passieren, wer auf seinen Gaststätten noch nie ein Gräschen plattgetrampelt hat, werfe den ersten Stein. Die Landschaft ist wirklich nicht schön. Hässlich auch nicht, nur sind mir kleine Dörfchen einfach ein Graus. Die Wanderwege zwischen diesen Dörfchen sind grauenhaft. Oftmals hat man einfach die Gehsteige ausgeschildert. Immerhin haben jüngere Menschen einen neuen Trick gefunden, um mit ihren Autos Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wenn Spoiler, Hutzen und Schweller nicht mehr weiterhelfen, dann vielleicht die Werbung für Webseiten im Erwachsenenbereich. Da es sonnig ist, trauen sich auch die E-Biker aus ihren Häusern. Leider ist der Boden im Wald matschig und mir fallen ein paar Personen auf, die sich wohl eher unfreiwillig zu Boden gelegt haben. Ich passiere ein Pfadilager, wie offenbar heutzutage üblich, sind die Zelte auf abschüssigem Boden aufgestellt worden. Ich frage mich ernsthaft, wie die Pfadfinder darin übernachten. Die Wälder sind alles andere als schön. Profitgetriebene Monokulturen wechseln sich mit simplem Gestrüpp ab. Hin und wieder auch Laubbäume, aber auch viele Kahlschläge wegen den Borkenkäfern. Der Holzpreis hat kräftig angezogen, offenbar gibt es in Deutschland nicht mehr genug Holz. Ob die Erntemaschinen der Weisheit letzter Schluss sind, wage ich dennoch zu bezweifeln. Wenn der Boden nass ist, ziehen diese Maschinen gewaltige Gräben durch den Wald. Früher, als mit einfacheren Traktoren geholzt wurde, entstanden weniger tiefe Furchen im Boden. Es gibt sogar Versuche in der Schweiz, das Holz wieder mit Pferden aus dem Wald zu ziehen. Nach Triengen habe ich allmählich genug. Gaia GPS zeigt schon 50 km an. Nur stehe ich mitten in einem Dorf und ich muss zunächst wieder einen Wald finden. Also wandere ich durch Winikon weiter. Dummerweise liegt Winikon an einem Hang und ich muss bis nach ganz oben. Im Wald wende ich zunächst meine Lieblingstaktik an: Einer Forstschneisse folgen, bis ich mich ausser Sicht von der Strasse befinde. Dummerweise klappt dies hier nicht so richtig. Kaum habe ich mit dieser Variante eine Gaststätte gefunden, stelle ich fest, dass diese schon von Füchsen oder Dachsen belegt sein muss, denn es gibt Höhleneingänge. Eine Entschuldigung murmelnd ziehe ich von dannen. Schliesslich finde ich einen Winkel, mässig gut getarnt. Kaum steht mein Zelt, geht es auch mit dem Regen wieder los. Das Innenzelt ist tagsüber bemerkenswert trocken geblieben, obwohl ich es einfach mit dem Aussenzelt eingerollt hatte. Es regnet die ganze Nacht hindurch oder jedenfalls jedesmal wenn ich aufwache. Mein Essenssack von Ursack ist schon gestern nass geworden. Das bärensichere Laminat glänzt nicht gerade mit seiner geringen Trocknungszeit. Am nächsten Morgen gewähren mir die Wettergötter wieder die Gunst des regenfreien packens. Kaum bin ich aus dem Wald nähert sich jedoch eine Regenfront. Ich rechne damit, wieder den ganzen Tag im Regen unterwegs zu sein. Glücklicherweise ist dies nicht der Fall. An einem kleinen Wasserlauf reinige ich sogar die Kniebereiche meiner Hosen. Das Material trocknet in ungefähr 10 Minuten, danach sehe ich wieder aus wie aus dem Ei gepellt. Meine Eltern drängen nun auf ein schnelles Erscheinen und so nehme ich für eine Teilstrecke den Zug. In insgesamt 2 ganzen Tagen habe ich über 90 km zurück gelegt, das reicht erstmal. Obwohl meine Regenausrüstung eher auf der preisintensiven Seite steht, bin ich wenig begeistert davon. Ich wünsche mir weiterhin einen langen Trenchcoat aus beschichtetem Polyester-Material mit langen Reissverschlüssen unter den Schultern. Niemand will sowas herstellen, da es wohl ausser ein paar Spinnern niemand kaufen würde. 20 Jahre Marketing für angeblich atmungsaktive Membranen hinterlassen Spuren. Auch zerbreche ich mir den Kopf über eine wasserdichte Kopfbedeckung, die angenehmer zu tragen ist, als eine Kapuze. Zpacks beispielsweise hat wasserdichte Socken und Handschuhe im Angebot, jedoch keine Mütze. Es gab einmal eine asiatisch inspirierte Kopfbedeckung, die stiess wohl auf zu wenig Interesse.
  16. Angesichts deines Gewichts würde ich die Variante Trekking-Stöcke zumindest in Betracht ziehen. Und Schwupp, hast Du 200 Gramm weniger am Rücken, Knie und Hüfte werden es dir danken. Ich bin ja (zu oft) auch zu faul, um die Stöcke hervor zu nehmen, aber bergab eine echte Wohltat. Dürfte sich auch positiv auf Rückenprobleme auswirken. Du musst ja nicht versuchen, mittels Doppelstock Technik durch die Luft zu fliegen, aber nur schon die Bewegung dieser Stöcke hilft, den Rücken "aktiver" zu halten.
  17. Höhere MWSt belasten tiefere Einkommen überproportional, weil Menschen mit tieferen Einkommen kaum z.B. Vermögenssteuern zahlen (nix Vermögen = nix Steuer). Ausserdem ist bei der MWSt eben nicht wirklich was zu holen, egal wie hoch ihr diese ansetzen wollt. Ich will mich hier nicht mit meinem Halbwissen brüsten, es gibt genug angesehene Volkswirtschaftler die das klüger erklären können.
  18. Also eher progressiv/links eingestellte halten dies wohl für eine schlechte Idee. Die MWSt ist nun mal eine Konsum-Steuer. Konsumieren tun alle ungefähr gleich, natürlich wirst Du eher Kaviar auf dein Pausenbrot schmieren, deine dir (unt)ergebenen Malocher/Proleten halt nicht, aber in der Summe kannst Du eben nicht viel mehr Brot fressen und mehr Kleider anziehen als andere. D.h. von deinen Steuerplänen wären vor allem reiche Bonzen begeistert, da sie davon profitieren würden - alle anderen Steuern willst Du ja abschaffen. Es gibt eine Art Konsum-Maximum, also auch wenn Du dir die Zeit während deinen Zeros regelmässig in der Hermès Boutique totschlägst, am Paradeplatz in Zürich vom Portier mit Namen angesprochen wirst, eine lückenlose Sammlung aller Pa'lante, LaBu und HuPa Rucksäcke hast sowie deine Picassos alle echt sind, kannst Du armer eben nicht viel mehr konsumieren als z.B. ich, weil Du nicht mehr Zeit dafür hast. Warum glaubst Du, gibt es im höherwertigen Yachtbau sogenannte Owner-Representatives? Auch Herr Lee besitzt z.B. nur 35 eher teurere Ferraris. Ein Klacks gegen Gewinnsteuern gewisser Konzerne. Ja, Amazon und Uber ist Diebstahl, nur langsam beginnen sich Gesellschaften gegen solche asozialen Praktiken zu wehren. Das Argument "Wenigstens haben die Leute einen Job" ist ziemlich dumm, ich habe keine Lust durch meine Steuern den Uber-Kurieren die Sozialhilfe im Alter zu finanzieren, damit sich ein paar Manager dumm und herrlich verdienen können. Der Staat hätte durch deine Steuerumstellung riesige Ausfälle. Wenn Du z.B. ein Schulsystem wie in den USA haben möchtest (gute Bildung gibt es da durchaus, allerdings gegen geringe Gebühr) ist dies sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Dann nur noch schnell ein "Stand my ground" Gesetz einführen und schon können wir alle leben wie in einem Eastwood Film. Wer schneller zieht, gewinnt.
  19. Clean Clothes Campaign hast Du schon mal gehört? Dort kannst Du auch Decathlon in das Suchfeld eingeben und Du findest beispielsweise das hier... Decathlon hat übrigens auch auf den Report der Zeit reagiert, denn ich hier schon früher verlinkt hatte. Wahrscheinlich arbeiten sie immer noch daran? Und auch zu Made in Europe gibts ein deprimierendes Papier. Arc'teryx hat niemand hier als vorbildlich bezeichnet, aus gutem Grund: Sie arbeiten noch daran, ihre Artikel auf Fair Trade umzustellen, aber natürlich ist es nicht mal ihr Ziel, 100 % Fair Trade zu haben - sie lassen sich 80 % ihrer Produkte bis 2025 von Fair Trade USA zertifizieren, darauf sind sie aber erst während der Covid Pandemie gekommen. Natürlich hat die Industrie schon lange begriffen, dass es ohne hübsche Zertifikate fast nicht mehr geht (es gibt Ausnahmen, z.B. Montbell, eine hier durchaus beliebte Marke - sie sagen erstmal gar nichts zu Nachhaltigkeit, Produktionsbedingungen etc). Man spricht von Greenwashing, dieses wird sehr gerne mittels nichtssagenden Zertifikaten gemacht. Im Food Bereich ist ein Paradebeispiel die Rainforest Alliance, deren Siegel klebt auf gewissen Bananen. @Martin es geht hier um die Preisgestaltung von Rucksäcken Made in Germany, dies hängt durchaus mit globalisierten Märkten zusammen. Wenn es dich stört, zwingt dich ja wohl niemand, dies hier zu lesen.
  20. Niemand möchte mit Influencing in Verbindung gebracht werden. Das Image des Berufsstandes ist auch nicht gerade das Beste, um es höflich auszudrücken. Influencer leisten wenig bis nichts, ausser blöd in irgendwelchen Hotelpools herumzuhängen. Schlagzeilen produzieren sie, indem sie versuchen, Hotelbesitzer zu erpressen, weil sie zumindest glauben, drei Wochen 5 Stern Service für Lau verdient zu haben. Schliesslich ist ihr Engagement gegen Krebs oder was weiss ich, sehr anstrengend. In konkreten Fall geht es weniger um Influencing wie oben beschrieben, sondern um die Arterhaltung von sauguten Rucksäcken. Ich habe tatsächlich die Befürchtung, dass wenn Huckepacks aufgibt, es einfach niemand mehr geben wird, der in Europa auf diesem Level Rucksäcke baut. Das know-how würde verloren gehen. Es steht ja wohl ausser Frage, dass Du etwas leistest, geleistet hast und hoffentlich auch in Zukunft leisten kannst. Menschen kommen nicht an deine Vorträge, weil sie deine Sonnenuntergangs-Bildchen auf IG so toll finden. Ich denke, Menschen lesen deine Bücher, weil sie sich für das Wandern interessieren. In meiner naiven Gedankenwelt gibt es einen Unterschied zwischen dir und jemandem, der seine Selfies vor einem Porsche macht. Aber es geht sogar noch weiter: Wenn jemand begreift, dass er mit einem Huckepacks nicht nur funktional auf der sicheren Seite ist, sondern auch sein Geld einigermassen vertretbar ausgegeben hat, steigt halt der Druck auf Unternehmungen wie Arc'teryx. Deren Aerios 45 ist sicher auch nicht schlecht aber halt der Produktionsort...
  21. Ehrlich gesagt, wusste ich nicht, dass ein Phoenix aus 161 Teilen besteht und 6 Stunden Produktionszeit in Anspruch nimmt. Wirtschaftlich gesehen macht es tatsächlich keinen Sinn, einen solchen Rucksack so günstig abzugeben. Ich würde solch aufwändige Rucksäcke nur noch auf Bestellung anfertigen. Hierfür einen Markt aufzubauen ist sehr schwierig. Das geht eigentlich nur über Mund zu Mund Propaganda - @German Tourist fragen, was sie braucht und ihr dann ein paar Rucksäcke, Jacken, Pullover etc zur Verfügung stellen und sie bitten, doch diesen Rucksack an ihre Vorträge mitzunehmen. Gewiss finden sich ein paar Leute, die dann auch so einen Rucksack wollen. Weil das Beste, was es gibt, 1000 Euro, ohne Extras, Basis. Dafür Ultra-Rar, die Ergänzung zur Idol Ice-Rock Schneeaxt und den Hightail-Designs Packsäcken. Oder den individuell bedruckten Foodbags, ohne die es zumindest auf YT auch fast nicht mehr geht. Nach dem Motto: Wenn es für Frau Thürmer gut genug ist, sollte ich auch damit klar kommen können. Genau so macht es auch die eigentliche Allerweltsmarke Big Agnes. Ihr wollt DCF? Könnt ihr haben, gegen geringe Gebühr, das Zelt verkauft sich wie geschnitten Brot, aller vernichtenden Kritik z.B. von Skurka zum Trotz (weil die Kunden gar nicht wissen, wer Skurka ist). Mit dem Unterschied, dass HuPa eben tatsächlich funktional ist. Ihr wollt einen Trench-Coat aus robustem Material? Gibt es auch gegen geringe Gebühr, die Kaffeepause wird ebenfalls verrechnet. Es gibt eine Nachfrage nach solchen Produkten, nur ist die Gruppe von Leuten, die sowas wollen, sehr klein (aber es gibt wohl etliche Foristen, diejenigen, die zu TNF gerannt sind als die Gucci Kooperation angekündigt wurde, noch nicht eingerechnet). Den Hauptteil des Geschäfts würden dann Rucksäcke auf Konstruktionsniveau von Atompacks/Waymarkgear/SWD ausmachen. Tom sagt, sein Business laufe, er hat derzeit ca. 4 Angestellte. Seine Träger sind jedoch gegen die eines Phoenix eher schlicht. Ich schätze, dass Tom ungefähr 1.5 Stunden für einen Rucksack aufwendet, wobei die Leute im Team arbeiten.
  22. Und biologisch abgebautem Gold, natürlich von Edel-Bergwerkenden, die 1 Woche im Monat arbeiten und dafür 10k x 13 im Jahr verdienen und ihren Kindern dann in die Schweiz schicken, um sich selber eine Rolex zu kaufen. Die tragen alle echtes Gucci, über Huckepacks lachen die nur, da viel zu billig und nicht aus Rochenleder. Ganz sicher. Gold ist ein Drecksgeschäft, natürlich wird dir Rolex sagen, sie verwendeten anderes Gold, aber irgendwer muss dieses Gold dann doch auch verwenden.
  23. Darum nähen halt viele ihre Sachen in exotischen Destinationen wie Sri Lanka. Dem sagt man dann "global supply chain" und es ist nichts anderes Kolonialismus. Selbst bei "hochwertiger" Ausrüstung wie Arc'teryx. Ich denke es gibt durchaus Manager, die sind darauf noch stolz. Es gibt Outdoor Dinge Made in Switzerland, von Rotauf beispielsweise (das ist noch exklusiver als Made in Germany - die Damen und Herren verwenden sogar Schweizer Wolle). Gegen geringe Gebühr und leider nicht UL - Dimpora ist auch nicht in China zu Hause. Natürlich spart mensch einen Haufen Geld, wenn er die Famillie Mulliez berücksichtigt. Französische Katholiken, was soll schon schiefgehen (es kann eine Menge). Von Aliexpress ganz zu schweigen. Nur unterstützt man so Arbeits- und Einkommensbedingungen, die in Europa als unzumutbar gelten (ist natürlich alles Fake-News, Decathlon Artikel wachsen an Bäumen gleich in den Decathlon Filialen im Keller, das habe ich im Internet gelesen). Sogar bei Dingen wie Apple gibt es beunruhigende Anzeichen von Zwangsarbeit. Die Chinesische Wirtschaftsordnung ist nun mal nicht wirklich besser als Manchester Kapitalismus. Kommt mir bitte nicht mit "Ich kann mir aber keinen Huckepacks leisten". Wer nur schon zwei Wochen am Stück wandern kann (egal wieviele km) und dies können die allermeisten hier, kann eine Nacht mehr im Zelt übernachten und hat die Mehr-Kosten wieder drinnen. Die allermeisten hier haben wohl nicht nur UL Wandern als Hobby, einige leisten sich den Luxus von Häusern, Autos, Hunden, Kindern oder teuren Männern etc. Einige sollen sogar Fahrräder und Zubehör oder eigentliche Boote besitzen. Ich habe damals scherzhalber den Preis meines eindeutig überteuerten Zeltes (Made in China) mit diesem Argument gerechtfertigt. Mittlerweile habe ich darin über 200 Nächte verbracht. Eine Nacht in einem Hotel kostet nun mal mindestens 50 Euro. Damit wäre ich bei 10'000 angelangt, aber ein Hotelzimmer spontan für 50 Euro zu finden, ist weitgehend unmöglich. Bei 150 ist besteht hier in der Schweiz schon eine bessere Chance. Natürlich ist die Situation selbst mit "hochwertiger" Ausrüstung hier zum Verzweifeln. Die Besitzer der Arc'teryx Boutique hier in Zürich pflegen z.B. mit einem alten Land Rover Defender die Gegend zu verpesten. Soll ich dies unterstützen? Dann gibt es die nette Firma namens Transa, der Anspruch auf minimale soziale Gerechtigkeit flog dort schon lange raus, ihre Supply Chain beginnt ebenfalls in Sri Lanka, nur schlagen sie nochmals ein paar Fränkli obendrauf, davon hat der Rucksackproduzent in Sri Lanka gar nix. Der eigentliche Hammer bei der Diskussion ist aber die Funktionalität. Mein Atompacks hält, keine Kompromisse, kein Plastikschrott, minimales Marketing, Tom gibt auf Social Media Auskunft zu allem, das Material ist idiotensicher. Weshalb soll ich mir einen Osprey aufbinden lassen? Ospreys sind für 99 % aller User das Tool der Wahl, bequem etc, man kann den Camping Tisch und die Laterne befestigen, was will man mehr? Der Weg vom Parkplatz zum Zeltstandort war sage und schreibe 2 Stunden weit. Wenn es regnet, kann man die passende Regenhülle aufziehen. Sieht sogar Klasse aus. Für mich endet LNT leider nicht auf dem Parkplatz. Wie wir uns in der globalen Gesellschaft verhalten, hat einen Einfluss auf die Natur. Decathlon richtet sich an Kunden mit eher eingeschränkter Reflexionsfähigkeit. Ihr System basiert letztlich auf Ansichten, die ich nicht gutheissen kann und verursacht mehr Probleme als es löst. Unendliches Leid beispielsweise, wer es nicht glaubt, soll selber mal auf der Migrantenroute aus Afrika nach Europa reisen. Viel Spass in Libyen und bei der schärferen Version von russischem Roulette auf dem Mittelmeer. Viele brauchen danach gar keinen Rucksack mehr. Ich gönne auch dem Mitarbeiter von Lürssen seinen Arbeitsplatz, aber nicht auf Kosten meiner Mitmenschen, Sorry.
  24. Mars

    Projekt "West"

    Gibt es einen Grund, wieso Du am Südufer des Bodensees vorbei willst? Also da gibt es insgesamt vielleicht 2 km, die einigermassen wanderwürdig sind, ansonsten allenfalls für Zaunfetischisten interessant. Ich war im Februar dort, selbst ohne Laub an den Bäumen und Büschen konnte ich den See meist allenfalls erahnen. Mehrere Menschen haben aber von der Nordseite des Sees geschwärmt. Hoffentlich ist das nicht als Highlight deiner Tour geplant, falls doch, würde ich mir an deiner Stelle ein Laufband kaufen. Viel Spass und Glück, mögen die Hunde stets nett zu dir sein.
  25. Meine allerhöchste Hochachtung für Menschen, die durch diese Teile von Deutschland wandern. Ich krieg echt schon die Krise, wenn ich hier durch das "Mittelland" wandern muss (wegen Schnee in den Höhen etc.). Solche km-Umfänge auf derartigem Untergrund würde ich eher nicht schaffen. Polizei könnte mir auch wegbleiben, wegen mir sollte sich niemand irgendwie bemühen müssen.
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