Noe, mal ganz grob gesagt, ist DCF ist nicht weniger UV-resistet als andere UL-Materialien, aber was heisst denn UV-resistent ?
Ich verstehe darunter ,dass ein Material moeglichst lange UV ausgesetzt sein kann, bevor die dadurch entstehende Materialschwaechung das Material so muerbe gemacht hat, dass es bei zu erwartendem Outdoor-Einsatz einreisst, delaminiert o.A.
Entsprechend dauert das grundsaetzlich bei einem stabilereren, dickeren Material gleicher Qualitaet laenger, da eben hoehere Anfangswerte vorhanden sind, insofern hat DCF zu unrecht bei Manchen einen schlechteren Ruf, wenn eben vom Hersteller her, sehr duennes Material verwendet wird, deswegen rate ich da immer zu Herstellern, die (nur) Dickeres anbieten (z.B. HMG) oder eben bei Herstellern, die dem Kunden die Wahl lassen, wie Zpacks zu dem dickeren 26g/qm Material, gut die haben im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern auch ca 20 Jahre Erfahrung mit DCF und wissen da, was sie tun.
Aehnlich isses bei anderen KF-Materialien, klar erhoeht eine Si statt PU-Beschichtung (die ja eh meist nur von innen ist), die UV-Bestaendigkeit, aber auch das ist kein Zaubermittel, ich habe da viele Erfahrungen, da ich frueher ganze Sommer in GR zugebracht habe und an vielen Stellen ueber einen laengeren Zeitraum stationaere Zelte und Tarps stehen habe/hatte.
Mal ein paar Beispiele :
Ich habe vor einer Woche mal das 500g Mischgewebe-Tarp, was in TerraNonna ueber einem Teil der eigenen Waldkueche haengt, und einem laengeren Tageszeitraum der Sonne ausgesetzt ist, nach ca 10 Jahren zum Neuverspannen runter geholt, man merkt, dass es einen Teil der Lebensdauer hinter sich hat, aber ich gebe dem nochmal 10 bis 20 Jahre...
Dagegen war ein billig Pu-Tarp, was ich vor 2 Jahren ueber eingelagertes, in Planen gepacktes Bauholz gehaengt hatte, was nur etwas Streu-Sonnenlicht eine kurze Zeit des Tages bekam, nur noch muerbe Fetzen.
Frueher bei den Surfsommern in Gr konnte man beim Zelten auf dem Strand zusehen, wie die Zelte innerhalb von einem Sommer muerbe, reif fuer die Tonne wurden.
Einem dicken, schweren Expeditionsmaterial, wie beim Slingfin Indus traue ich da deutlich mehr zu, dagegen ist HB Black Label, was ja schon, nach eigenen Erfahrungen und auch dem was @wilbo schreibt, was ab kann, absolut fimschiges Wackelmaterial
Nun ist beim "artgerechten" Einsatz von UL-Wanderzelten (abends aufbauen, morgens abbauen) die UV-Belastung recht niedrig, aber jemand der z.B. mit einem derartigen Zelt auf Weltreise geht, rate ich, wenn er laenger mal stehen bleibt z.B. ne Woche oder 2 Strandurlaub macht, sich entweder einen Platz im Vollschatten zu suchen, oder durch ein dort gekauftes Tuch / Plane den Schatten fuer´s Zelt zu bauen.
Ich habe schon viele Leichtzelte gesehen, die durch UV muerbe wurden, deswegen halte ich es so, dass ich meinen Leichtzelten moeglichst wenig UV zumute z.B. morgens auf Tour, wenn das Zelt in der Sonne steht, schon mal als Erstes runter nehme (ist ja haeufiger auch aus anderen Gruenden zu empfehlen) nasse, nicht aufgebaute Zelte im Schatten trockne usw
Nun konkret auf den letzten Teil des TO hin, nein ich wuerde es nicht von Sa Morgen bis Mo Abend stehen lassen, sondern fix abbauen, wieder aufbauen, aber es wird nicht gleich zu Staub zerfallen und bei meiner letzten laengeren Packraft-Alpentour hatte ich zwangslaeufig auch mehrfach mein Liteway Pyraohm Max mehrere Tage in der Sonne stehen und es geht ihm prima
Aber ich weiss auch nicht, wie gerade bei Euch in D das Wetter ist, hier in der Suedtoskana ist es sehr heiss und nur sonnig.
Ich habe das jetzt mal allgemeiner / umfassender beantwortet, da das ein Thema ist, wo es imho haeufiger Missverstaendnisse gibt "ich habe doch so ein teures UL-Zelt gekauft, das muss doch ewig halten" oder auch User aus Nichtwissen oder nicht dran denken, letztendlich Geld verbrennen bzw Sondermuell frueher produzieren.