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Ultraleicht Trekking

Artikel: Kerstin erfror kurz vor dem Gipfel des Großglockners : Wann werden schlechte Entscheidungen zum Verbrechen?


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Geschrieben
vor 54 Minuten schrieb Lolaine:

Die News hat die Tragik von vor einem Jahr wieder hervorgeholt. Hier kann man als Außenstehender echt nur spekulieren.
Zum Artikel.

Leider hinter der Paywall versteckt. Hier ein alternativer Artikel, der auf den Fall eingeht. Fest steht, dass da mehr als eine Fehlentscheidung getroffen wurde, die zum Tod der jungen Frau führte. Man darf gespannt sein, ob die Gerichtsverhandlung es schafft, zu klären, was da am Berg wirklich vorgefallen ist.

Geschrieben
vor 9 Stunden schrieb Lolaine:

Die News hat die Tragik von vor einem Jahr wieder hervorgeholt. Hier kann man als Außenstehender echt nur spekulieren.

Nein, man kann als Außenstehender nicht nur spekulieren. Man kann als Außenstehender auch respektvoll jeden Kommentar und das unnötige Spekulieren unterlassen. Was soll das bringen? Manchmal kann ich bei meinen Mitmenschen nur noch mit dem Kopf schütteln.

Geschrieben
vor 18 Stunden schrieb Biker2Hiker:

Man kann als Außenstehender auch respektvoll jeden Kommentar und das unnötige Spekulieren unterlassen. Was soll das bringen?

Ich finde auch, daß man beim darüber Nachdenken oder sich gerade im öffentlichen Raum austauschen auch immer im Fokus behalten sollte, daß jemand zu Tode gekommen ist, daß die letzten std bestimmt heftig waren, daß es trauernde Angehörige gibt, die man durch unbedachte Äußerungen oder gar Schuldzuweisungen leicht verletzen kann....

Aber eine sachliche Auseinandersetzung über die Ursachen, durch jemand, der richtig kompetent für so etwas ist und dem alle Fakten vorliegen, kann helfen, so etwas in Zukunft zu verhindern, da denke ich z.B. an Schubert mit seiner Ursachenforschung im Kletterbereich oder Mehl im Packraftbereich, deren Berichte haben zumindest bei mir dazu geführt, daß ich in manchen Punkten wesentlich anders handele, entscheide, andere Ausrüstung benutze...

Was solche Prozesse betrifft, finde ich diese Schuldsuche in der ja für eine Schuldzuweisung auch schon die Garantenstellung reicht, sehr problematisch.
Bei Kindern, Jugendlichen klar, da habe ich ne klare Verantwortung, daß denen nichts passiert, muß sie evtl einschränken, da sie u.U. die Folgen nicht übersehen können, aber bei erwachsenen Mittourern, die rechtliche Verantwortung in Garantenstellung geht ja sehr weit, da bewege ich mich schon auf sehr dünnem Eis, wenn ich z.B. beim Packraften hier auf meinen rel harmlosen Hausflüssen jemand mitnehme, der nicht ein vollständig ausgestattetes WW-Packraft benutzt, mir entsprechende Paddelerfahrung nachweisen kann, was ich für sehr übertrieben halten würde, oder wenn ich beim Wandern, sobald es in die Berge geht, jemand mit Trailrunnings "mitnehme".

Im gewerblichen Bereich, klar, man bezahlt für eine bestimmte Leistung und kann dann imho auch erwarten, daß die Orga bzw deren Vertreter dafür sorgen, daß es auch sicher ist, aber unter Freunden, wo auch meist sehr unterschiedlichen Ansichten darüber sind, was sicherheitstechnisch nötig ist, da stehst Du als der "Erfahrenere" in Ländern wie D oder A bildlich gesprochen schon mit einem Bein im Knast... 

Geschrieben
Am 2.2.2026 um 20:40 schrieb Biker2Hiker:

Nein, man kann als Außenstehender nicht nur spekulieren. Man kann als Außenstehender auch respektvoll jeden Kommentar und das unnötige Spekulieren unterlassen.

Keine Ahnung warum Du spekulierst das Lolaine es mit dem Wort "spekulieren" an Respekt fehlen lässt! Das Wort selbst gibt das überhaupt nicht her, Du setzt da unzulässigerweise ein Dir unliebsames Ergebnis der Spekulation voraus. Ein Spekulationsverbot kommt einem Denkverbot gleich, und ich denke sich über die Ursachen eines Bergunglücks Gedanken zu machen sollte keinesfalls mit einer Moralkeule unterbunden werden, und hat rein jarnüscht mit Respektlosigkeit zu tun!

Abgesehen davon, es wurden schon Leute wegen erdrückender Indizienlage sogar des Mordes für schuldig befunden, und die Indizienlage in diesem Fall erscheint bei genauer Lektüre des Artikels wahrlich erdrückend. Natürlich gilt weiterhin die Unschuldsvermutung, aber 

Am 2.2.2026 um 11:48 schrieb Gibbon:

dass da mehr als eine Fehlentscheidung getroffen wurde,

soviel gibt meine hoffentlich weiterhin gestattete Denkarbeit auch her.

Geschrieben
vor 26 Minuten schrieb paddelpaul:

Ein Spekulationsverbot kommt einem Denkverbot gleich

 

Du verdrehst die Tatsachen: Lolaine behauptete, man könne nur spekulieren. Als wäre das die einzige Option. Das ist falsch, denn man kann auch schweigen und das Spekulieren unterlassen. Da hätten wir schon zwei Optionen, es gibt noch mehr.

Verboten hab ich davon keine - nur klargestellt, daß Spekulieren nicht das Einzige ist, was man machen kann. Daß Lolaine das Schweigen ausschließt, ist exakt die Stelle, wo es an Respekt fehlt. 

Geschrieben
Am 3.2.2026 um 11:48 schrieb khyal:

da bewege ich mich schon auf sehr dünnem Eis, wenn ich z.B. beim Packraften hier auf meinen rel harmlosen Hausflüssen jemand mitnehme, der nicht ein vollständig ausgestattetes WW-Packraft benutzt, mir entsprechende Paddelerfahrung nachweisen kann, was ich für sehr übertrieben halten würde, oder wenn ich beim Wandern, sobald es in die Berge geht, jemand mit Trailrunnings "mitnehme".

Naja, ich würde das aufgrund meiner Erfahrung schon etwas differenzierter sehen. Im Grunde ist es relativ einfach: ich als der Erfahrenere sollte in der Lage sein, eine "Harmonie" herzustellen zwischen dem zu bepaddelnden Gewässer oder dem zu bewandernden Gelände und dem was die weniger erfahrene Person an Vorraussetzungen (skills/physische Voraussetzungen und equipment) mitbringt, sowie meinen persönlichen skills, um im Bedarfsfall z.B. auf dem gewählten Gewässer/dem gewählten Gelände jederzeit helfen zu können.

Wenn man da keine Fehler macht, und das ist Erfahrungssache, dann ist die Gefahr im Knast zu landen überschaubar. Im Fall am Grossglockner weist mMn die Indizienlage klar daraufhin, dass die "Harmonie" der zusammenspielenden Faktoren empfindlich gestört war.

Geschrieben
vor 9 Minuten schrieb Biker2Hiker:

Du verdrehst die Tatsachen: Lolaine behauptete, man könne nur spekulieren. Als wäre das die einzige Option. Das ist falsch, denn man kann auch schweigen und das Spekulieren unterlassen. Da hätten wir schon zwei Optionen, es gibt noch mehr.

Natürlich weiß ich nicht, wie genau @Lolaine den Satz: „Hier kann man als Außenstehender echt nur spekulieren.“ gemeint hat. 

Zumindest ich (ganz persönlich für mich) habe ihn wie folgt gelesen und verstanden:

„Hier kann man als Außenstehender echt lediglich (statt „nur“) spekulieren, wenn man sich in der ganzen Sache als nicht Beteiligter eine Meinung bilden bzw. äußern möchte.“

In meinen Augen wurden hier keine Optionen ausgeschlossen oder auf einer einzigen Meinung beharrt. Aus diesem einzigen kurzen Satz auf fehlenden Respekt zu schließen, traue ich mir nicht zu. Vorstellen jedenfalls kann ich mir das nicht.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 7 Minuten schrieb paddelpaul:

What??? Ich nix verstehen, ist aber auch egal...

Lolaine schrieb, man kann nur spekulieren. Schweigen kann man also nicht? Das ist respektlos!

Als Außenstehender (der eben nicht dabei war und KEINE Sachkenntnis hat) drüber zu spekulieren, was vorgefallen ist, wer Schuld hat und ob der Mann bestraft gehört (darum geht es, siehe Anklage), ist genau so respektlos gegenüber dem Mann, der seine Freundin verloren hat. Warum also überhaupt spekulieren? 

Bearbeitet von Biker2Hiker
Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb paddelpaul:

Naja, ich würde das aufgrund meiner Erfahrung schon etwas differenzierter sehen. Im Grunde ist es relativ einfach: ich als der Erfahrenere sollte in der Lage sein, eine "Harmonie" herzustellen zwischen dem zu bepaddelnden Gewässer oder dem zu bewandernden Gelände und dem was die weniger erfahrene Person an Vorraussetzungen (skills/physische Voraussetzungen und equipment) mitbringt, sowie meinen persönlichen skills, um im Bedarfsfall z.B. auf dem gewählten Gewässer/dem gewählten Gelände jederzeit helfen zu können.

Unfälle passieren erstaunlich schnell. Hatte ich selbst (im Kleinen) bereits. Es ist im Nachhinein eine lustige Geschichte, aber es hätte auch schlimmeres passieren können. Besagtes Szenario: Mehrtageswanderung im Schwarzwald. Wir waren drei "Erwachsene". Alle mit unterschiedlicher Erfahrung. Ich empfand die angeplanten Tagesdistanzen in Kombination mit dem mitgebrachten Gepäck zu viel für den Einstieg. Mehrere Hinweise im Vorfeld und auch am besagten Tag 2 sind nicht auf viel Gegenliebe gestoßen. Es gab verschiedene Umstände die dafür sorgten, etwas zügiger zu wandern, da man sonst nicht mehr im Tageslicht ankommt. Die Kombination von unwegsamen Gelände, das Gewicht (also die Belastung) sowie die Zeit im Nacken sorgten letztlich dafür dass eine Person sich den Fuß gebrochen hat und mittels Bergrettung "abgeholt" wurde.

Und deshalb kann ich @khyals Einwand durchaus nachvollziehen. Solange ich nicht in der Verantwortung als Veranstalter bin, ist die Realität unter Freunden und Bekannten oftmals anders. Immerhin wurde das Gewicht für die kommenden Touren massiv reduziert und all meine vorherigen Vorschläge umgesetzt (-:

Geschrieben

Wen es interessiert und gerne Podcasts hört: Inside Austria (Spiegel & Der Standard) hat zu dem Fall erst kürzlich einen zweiteiligen Podcast (Teil 1 und Teil 2) produziert. 

Die Geschichte hat mir verdeutlicht, dass es auf einer Tour immer mehrere Checkpoints gibt und das ein frühzeitiger Abbruch immer eine Option sein sollte. Auch dann wenn man es sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht eingestehen will und besonders, wenn man als erfahrenere Person Verantwortung für andere hat.

Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb saitensurfer:

Die Geschichte hat mir verdeutlicht, dass es auf einer Tour immer mehrere Checkpoints gibt und das ein frühzeitiger Abbruch immer eine Option sein sollte. Auch dann wenn man es sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht eingestehen will und besonders, wenn man als erfahrenere Person Verantwortung für andere hat.

Genau so ist das! Und als erfahrenere Person sollte ich auch eine Verantwortung für mich selbst sehen und wahrnehmen, denn will ich am Ende in der Situation des 36-jährigen Begleiters der zu Tode gekommenen Frau sein, mit Bildern und Gedanken die ich den Rest meines Lebens nicht mehr los werde? Ganz sicher nicht!

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