Tag 8 Porthkerris nach Pennance Mill Farm
In der Nacht hatte ich ziemlich schlecht geschlafen. Der Wind wurde zwar irgendwann etwas leichter, aber es sind immer wieder Autos direkt am Zelt vorbei gefahren, was ich mir nicht so recht erklären konnte. Laut waren die vor allem.
Ausserdem hat der Mann im Nachbarzelt extrem laut geschnarcht. Das war echt das erste Mal im Zelt, das mich das so stark vom Schlafen abgehalten hat.
Weil es in der Früh wieder geregnet hatte, bin ich doch erst um 08:00 losgekommen. In der Früh hatte ich das Zelt schon abgetrocknet, und dann kam leider nochmal ein Regenschauer. Den kurz abgewartet und nochmal alles gewischt.
Da ich nicht die Strasse nach oben zurückgehen wollte und bei Komoot ein Weg als T2 beschrieben eingezeichnet war, entschied ich mich für diese Variante. Da musste man eine ganze Weile an den Felsen entlang direkt am Meer gehen. Es kamen dann noch zweimal Wiesen, wo man auch sein Zelt aufstellen kann.
Und ganz am Ende steht dann auf einmal ein riesiges Fabrikgebäude. Dort wird anscheinend rund um die Uhr gearbeitet, es parkten einige PKWs davor. Das hat dann auch die in der Nacht erklärt.
Danach geht es dann wieder den Weg nach oben. Ganz am Anfang war dieser noch etwas deutlich sichtbarer, aber ziemlich bald war er extrem zugewachsen. Stellenweise war ich mir nicht sicher, ob ich nicht alles wieder zurückmuss. Nach einiger Zeit kamen dann auch mal Stufen, die sehr neu ausgesehen haben. Das fand ich dann in Kombi mit dem Dickicht schon komisch. War ich froh, wie ich endlich oben war und ein Tor kam. Und beim Schliessen nachdem ich durch war, hat es sich dann erklärt – das sollte eigentlich schon ein offizieller SWCP Pfad sein, aber das dauert doch noch, und man soll es noch nicht nutzen. Nur wär das halt auch gut gewesen, wenn man es am anderen Ende auch hinschreibt.
Nicht lange danach kommt der Halfway Maker – allerdings ist der von der Seite des Pfades nicht direkt ersichtlich. Da steht eine große Tafel, auf der ein Gedicht graviert ist. Auf der Grenze eines Parkplatzes. Nur weil dort eine Toilette war und ich auf dem Rückweg auf der anderen Seite vorbeigegangen bin, merkte ich dann, dass das berühmte Halbzeitschild ist.
Die zwei Frauen vom Vortag hatten mir geschrieben, dass sie am bis Gilian gekommen waren. Nachdem ich dann doch 2 h bis dorthin gebraucht habe, dachte ich nicht, dass ich die nochmal treffen würde. Der Hafen dort ist eine Bucht mit größerer Wiese, dort seh ich mit Steinen „Half Way SWCP“ gelegt. Etwas umgeschaut und da waren die zwei dann. Sie hatten nämlich den Halfway Marker nicht entdeckt und wollten es so feiern. Nachdem sie noch am Zusammenpacken waren – der Hafenchef hatte ihnen erlaubt, dort zu übernachten und auch das AussenWC seines Hauses zu nutzen, wanderten wir gemeinsam weiter.
Bei Gilian kommt die erste Fähre. Man muss da über einen sehr schmalen betonierten Weg direkt am Wasser entlang bis es nicht mehr geht. Wir waren uns da gar nicht sicher, ob wir da an der richtigen Stelle sind. Am Ende ist dann ein Schild, das man runterklappen soll und dann kommt therortisch der Fährmann. Nachdem sich aber eine ganze Weile nichts getan hat, riefen wir die Nummer an, die zum Notfall aufgedruckt ist. Dann hat man auf der gegenüberliegenden Seite auch gesehen, dass gleich jemand zu einem Boot ging und kam. Wenn low Tide ist könnte man auch über die Stepping Stones gehen, aber die müssen so rutschig sein, dass der Fährmann gemeint hat, besser daneben im Wasser. Es kostet 5 Pfund.
Kurze Zeit nach Gilian haben sich unsere Wege erst mal wieder getrennt, weil die beiden noch eine Runde ausgehen wollten, die ich mir mit meinen deutlich mehr km schon in den Beinen schenken wollte. Die Strecke bis zum Helford River war eine richtig schöne Strecke durch den Wald am Fluss entlang. Leicht auf und ab und viel Grün.
Am Helford River hatten wir Glück. Ich sass kurz auf der Bank, währenddessen riefen andere Wanderer schon die Fähre. Und in dem Moment wie sie ankam, kamen auch Caroline und Helene wieder an. Diesmal hat sie 7 Pfund gekostet.
Direkt auf der anderen Seite stand ein Lokal wo wir zum Mittagessen einkehrten. Das Essen war super lecker, und sie waren auch so freundlich hinter der Theke die Telefone aufzuladen. Leider war meine Blumenkohl-Spargel Portion etwas klein, so dass ich bald wieder Hunger hatte.
Kurze Zeit nachdem wir wieder los waren, fing es mal wieder an zum Regnen. Die Gehstrecke an sich war an sich sehr schön, weil es die ganze Zeit etwas schluchtig durch einen Wald ging. Nach einiger Zeit haben wir dann gemerkt, dass die Strecke nicht mehr passt. Wir hatten dann irgendwo übersehen, dass unser Weg gerade weitergegangen wäre. So sind wir nun mitten ins Inland hineingelaufen. Zumindest war es sehr schön.
Ich hab mich dann für den kürzesten Weg zurück auf den SWCP entschieden. Bei dem Mistwetter wollte ich nur noch auf den Campingplatz. Die zwei anderen wollten soviel wie möglich vom Pfad mitmachen, da sie ja die ganze Strecke gehen. Deswegen sind sie so gegangen, dass sie doch noch einiges mitbekommen.
Diese Nacht wollten sie auch mal an einem Campingplatz bleiben, also machten wir aus, uns spätestens dort wieder zu treffen.
In Maenporth hatte das Cafe gerade noch offen. Da ich zwei große Scones wollte, bekam ich auch zwei große Tees dazu, Für 7 Pfund zusammen wirklich ok.
Die Strecke von dort zum Campingplatz Penance Mill Farm war doof zum gehen. Eine enge Strasse mit Leitplanken auf der einen und Felsen auf der anderen Seite. Keine Möglichkeit zum Ausweichen und es fuhren wirklich viele Autos dort.
Das Übernachten kostet 10 Pfund und er ist ziemlich riesig. Gibt aber nur einen Waschbereich. Es war gar nicht so leicht, einen ebenen Platz zu finden, der nicht zu weit weg war. Letztendlich nutzte ich einen für Wohnwagen – ein Teil war aufgekiest aber eben auch ein Teil mit Gras. Nachdem nur sehr wenig los war ging es.
Hélène und Caroline kamen 1 h später an. Wir sind dann gemeinsam zum Restaurant im Mean Valley Park Resort gegangen. 10 min Fussweg weg. Etwas leider war Taco Abend- ich finde so richtig satt wird man von denen nur wenn man richtig viele isst. Ausserdem war die Auswahl nicht so groß und günstig war was anderes.
Aber es war warm und trocken. Kurz bevor wir zum Zeltplatz zurück sind, hat es dann endlich zum Regnen aufgehört.
20,1 km, 5:15h Gehzeit, von 0810 – 1700 unterwegs, 380hm rauf und 380 hm runter.