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Favuit 50 L vs. G4Free 40 L

Featured Replies

Geschrieben

Hallo zusammen,

wie im Schnäppchen-Thread versprochen hier ein paar Kommentare zum Favuit 50 L und ein Vergleich zum G4Free. 
Beide gelten als UL und bewegen sich im Low Budget Bereich. Wie man bei diesen Preisen allerdings Qualität sichern will, oder überhaupt etwas produziert bekommt ist mir unklar.
Doch zunächst noch einmal ein " Was bisher geschah ..."

Ich habe mich in den letzten ca. 6 Jahren langsam vom UH in den UL Bereich bewegt - der Prozess dauert noch an und ist noch nicht abgeschlossen. Einige meiner Komponenten habe ich bereits ausgetauscht - andere stehen an, z.B. der Rucksack. Nach wie vor gibt es den Plan, einen Rucksack selbst zu nähen, sobald ich ein Zeitfenster dafür finde. 
Bis vor 2 Jahren habe ich den Deuter ACT 40+10 genutzt: 1,7 Kg Leergewicht mit Tragegestell.
Letztes Jahr habe ich einem Tipp im Forum folgend den G4Free auf meinem Camino und einigen kleineren Tagestouren genutzt. Mit damals ca. 32 € keine Rieseninvestition und auch bei einem Fehlkauf verschmerzbar. Dem G4Free habe ich einen abnehmbaren Beckengurt, eine zusätzliche elastische Schnur vorne, eine Versteifung für den Rücken und eine kleine Tasche für den Schultergurt verpasst. Damit landete ich bei knapp 630 g Leergewicht.
Pro Camino muss der G4Free inkl. Eigengewicht ca. 9,5 Kg aushalten. Darin enthalten sind allerdings 2,5 Liter Wasser und eine Notverpflegung für 1 Tag. In Frankreich gab es nicht jeden Tag Möglichkeiten zum Einkaufen oder Abendessen - war also sinnvoll.
Der G4Free hat die einwöchige Tour grundsätzlich gut überstanden und war gut zu tragen. Gegen Ende hatte ich jedoch den Eindruck, dass die Nähte schon stark belastet wurden. Insgesamt scheint mir der Rucksack eher für max. 6-8 Kg ausgelegt. Ein Tarp und eine Matte für den Notfall würde ich  bei 9,5 Kg nicht mehr an dem Rucksack befestigen wollen. Gerade das kann auf dem nächsten Teilabschnitt meines Caminos allerdings nötig werden.

Nach wie vor halte ich den G4Free für eine gute Wahl. 

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Geschrieben
  • Autor

Letztes Jahr nach meinem Camino hatte ich dann die Bewertungen von Robert Klink zum Favuit 50 L im Vergleich zum G4Free gesehen.
https://www.youtube.com/watch?v=HuNIlw57jjM&t=696s

Der von dem Youtuber dort angegebene Link führt zu einem Rucksack mit der Bezeichnung "Favuit Wanderrucksack 30L". Die Beschreibung erläutert dann, dass zu den 30 L Innenraumvolumen noch ca. 20 L durch die Seiten- und Fronttaschen hinzukommen, wodurch man die 50 L erhält. 
Die Innenraumabmessung des Favuit 50 ist mit 30 x 15 x 62 cm³
gegenüber dem G4Free mit 34 x 20 x 58 cm³ deutlich, genauer: um 10 L, kleiner.
Beim G4Free werden die beiden Seitentaschen und die Fronttasche nicht zum Packvolumen mitgezählt. Ausgehend davon, dass beide Seitentaschen je ca. 4 L, die einzige Fronttasche 4 L und die Kopftaschen (2) insgesamt 5 L Volumen bieten - das ist nur eine Schätzung - läge der G4Free bei ca. 57 L Packvolumen.

Der o.g. Link zum  "Favuit Wanderrucksack 30L" bietet den Rucksack für 27,45 € an. Die Seite verweist allerdings noch auf den baugleichen Rucksack von Dearback für 23,99 € (Angebot ist befristet). Beide Rucksäcke sind identisch ...
Wenn man die beiden Seiten vergleicht, fallen als erstes die unterschiedlichen Bewertungen auf. Dearback verzeichnet 19 Bewertungen und deutlich mehr Kritik, während die Favuit-Seite sich mit über 100 Bewertungen im oberen Bereich bewegt.

Zu meinen ersten Eindrücken:
Der Rucksack kam ordentlich verpackt an und hat sich nach 2 Tagen komplett entfaltet.
Der Favuit 50 ist passabel verbaut. Die Nähte sind ähnlich wie die des G4Free und mit Schrägband nochmals eingefasst. Die Reißverschlüsse machen eine stabilen Eindruck.
Auch das Material aus dem beide Rucksäcke bestehen ist sehr ähnlich.
Die Schultergurte des Favuit sind stabiler und mit dickerem 3D-Mesh aufgebaut. An den Gurten  befinden sich Schnallen zur Befestigung von Taschen, Flaschenhaltern etc.
Er verfügt über einen gepolsterten Beckengurt und eine Rückenpolsterung, die eine , wenn auch geringe, Durchlüftung garantieren soll. Das Gurtband wurde jedoch nur an der Spitze der Seitenflügel befestigt - da entsteht Zug, das wird im Wortsinn spannend. 

Der erste Befüllungsversuch zeigte bereits die Grenzen des Rucksacks auf. 
Der Tragekomfort ist jedoch erkennbar höher beim Favuit 50L.
Das liegt vor allem an der Rückenverstärkung/-polsterung. Hier muss man beim G4Free deutlich konzentrierter Packen, damit nichts im unteren Rücken drückt oder sich hervorhebt.

Der Favuit 50L müsste sich nun in einem Testlauf bewähren.
Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob ich den Rucksack behalten werde. Zumindest für Mehrtagestouren erscheint er mir nicht optimal und würde sogar in meinem Fall gegen den G4Free nicht bestehen, da er 10 L weniger Innenraum bietet, den ich primär bepacke. Er ist etwas schmaler und etwas flacher. Das bietet z.B. auf den schmalen Brücken des Dingle Way oder den engen Wegen der Teilstrecken einiger Caminos Vorteile.
Zurückschicken werde ich ihn nicht, vor allem um meine Ökobilanz in dieser Sache nicht noch mehr zu zerstören. Er findet seinen Platz vermutlich in der erweiterten Familie irgendwo im Bereich von Tagesausflügen.
Sollte es noch einen Test geben, poste ich das Ergebnis hier.

Soweit also mein Vergleich zweier Rucksäcke im Lowest-Budget Bereich

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Geschrieben

Also ich benutze einen Atompacks, The Atom 40. Der hat 35L Hauptfach und zusammen nochmal 9L an Außentaschen.

Absolut ausreichend, für Multipledaytrips, inklusive Zelt, Quilt und Isomatten.

Ich bin auch schon mit dem Gossamer Gear MurMur 14 Tage unterwegs gewesen, inklusive aller Taschen hat der nur 36L Volumen.

Jahrelang war mein einziger Rucksack der Gossamer Gear G4-20, mit 42L Volumen.

Ich weiß ja nicht, was einige Wanderer so durch die Gegend schleppen, aber meine Rucksäcke, sind selten komplett Voll, selbst mit Essen für 3-4 Tage und 2L Wasser an Board!

 

Geschrieben
Am 15.2.2026 um 08:20 schrieb RaulDuke:

Ich weiß ja nicht, was einige Wanderer so durch die Gegend schleppen, aber meine Rucksäcke, sind selten komplett Voll, selbst mit Essen für 3-4 Tage und 2L Wasser an Board!

Vermutlich Essen für mehr als 3-4 Tage? Das vergrößert schnell mal das Volumen.

  • 7 Monate später...
Geschrieben
  • Autor

Ich hatte noch einen Test des Favuit angekündigt - vor einigen Tagen kam dann die Gelegenheit. Die folgende Bewertung gibt meine persönliche Meinung wieder.

Der Rucksack wurde auf den 2 Etappen des Hildegard von Bingen Wegs getestet. Übernachtungen waren in einem AirBnB geplant, so dass Tarp und ISO-Matte, sowie die kleine Küche mit Kocher etc. zu Hause bleiben konnten.

Folgende Kriterien wären mir an einem Rucksack grundsätzlich wichtig.

  • Das Leergewicht

  • Die Füllmenge des Hauptfachs

  • Der Tragekomfort

  • Anzahl und Erreichbarkeit von Taschen Außen am Rucksack, sowie Nutzungsmöglichkeit der Seitentaschen

  • Die Stabilität der Nähte

Ich habe hinter die Kriterien meineBewertung von - - bis + + angegeben.

Allgemeiner Eindruck

Der Rucksack war mit insgesamt knapp 8 Kg nicht zu voll beladen und nicht allzu schwer. Das entsprach in etwa dem Gewicht bei einer Mehrtagestour. Der Innenraum verfügt über 30 L wie beschrieben. Der Favuit ist insgesamt sehr schmal und eher lang. Die Erreichbarkeit von Ausrüstungsgegenständen während der Wanderung bzw. bei Pausen ist dadurch schwierig. Es muss also so gepackt werden, dass alle dringend erreichbaren Gegenstände in die Außentaschen wandern.

Bei der aktuellen Wanderung hatte ich das Regenzeug unten-vorne gepackt, so dass es durch vorderen Zugriff schnell erreichbar war. Verbandszeug & erste Hilfe kamen zuoberst, der Proviant direkt darunter. In die Außennetztasche wurde die Trinkflasche und auf der anderen Seite Sonnencreme und Kleinteile verstaut. Die Außentaschen vorne und oben enthielten kleine Ausrüstungsgegenstände, die ich schnell erreichen wollte falls benötigt. (Hirschtalg, Kopfhörer etc.). Für Dinge im direkten Zugriff (Geldbeutel, Pilgerpass, Handy etc.) habe ich eine zusätzliche Bauchtasche mitgenommen.

Leergewicht ; + +

Das Leergewicht ist bei diesem Rucksack mit 750 g positiv niedrig. 

Die Füllmenge des Hauptfachs ; o o

Wie bereits erwähnt ist für mich das Volumen etwas zu knapp. Hauptnachteil ist für mich allerdings der sehr schlanke Korpus. Dinge, die relativ in der Mitte verstaut sind , können nur erreicht werden in dem der Rucksack mindestens zur Hälftel entleert wird.
Also muss man sehr konzentriert packen. Als ich die im Innern verstaute Ersatzflasche mit Wasser herausholen wollte, ging es dann doch nicht anders.
Insgesamt kein Minus, aber eine nervig-neutrale Bewertung.

Der Tragekomfort ; o -

Nach mehreren Stunden drücken die Schultergurte in die Schultern. Das sollte sich nach 4 Wandertagen geben, ist aber kein Pluspunkt. Beim G4Free ist das trotz dünnerer Gurte nicht der Fall.
Auch gibt es keine Lageverstellriemen. Der Brustgurt ist schlicht zu hoch angebracht. Die Rückenlänge ist gut für mich (1.90 m), passt aber nicht optimal zur Länge der Tragegurte. Positiv war die Rückenbelüftung, die tatsächlich einen Effekt hatte.

Der Beckengurt ist im Vergleich zu meinem MYOG-Gurt beim G4Free nicht optimal. Eine Entlastung ist kaum spürbar. Eventuell muss man den sehr eng anlegen.
Der Hauptkritikpunkt sind die einschneidenden Schultergurte.

Taschen Außen am Rucksack, Nutzung der Seitentaschen ; - +

Der Favuit verfügt über ein Deckelfach, zwei Fronttaschen und zwei Seitentaschen. Die beiden Fronttaschen sind erstaunlich geräumig. Das Deckelfach hat ebenfalls viel Platz. Die äußeren Seitentaschen sind schmal. Meine Tritan 0,9 L Flasche konnte ich noch gerade so darin befestigen. Die Tasche steht dann doch unter sehr hoher Spannung. Nach einigen Stunden hat sich das Material etwas gedehnt.

Mir persönlich fehlt ein Netz, eine elastische Schnur oder etwas zum Befestigen außen am Rucksack. Ggf könnte man das noch nachrüsten.
Die Stöcke können während der An- und Abreise nicht am Rucksack befestigt werden. Die vorhandenen Schlaufen halten diese nicht; es kommt zum Durchrutschen der Stöcke. Es gibt jedoch zusätzliche Gurte, mit denen eine Zelt, eine Plane oder eine Decke am Rucksack befestigt werden kann.

Insgesamt ein Plus für die geräumigen Fronttaschen und die Gurte. Ein Minus für die engen Seitentaschen.

Stabilität der Nähte ; o o

Der erste Eindruck der Nähte ist gut. Die ein oder andere fehlgelaufene Naht ist allerdings vorhanden.
Nach dem kurzen Tripp zeigt sich jedoch die Belastung an der Seitentasche, in der die Wasserflasche steckte. Auch die Schultergurte scheinen zumindest einer längeren Belastung nicht viel entgegen zu setzen, da sich hier ebenfalls bereits nach 2 Tagen Dehnungen im Gewebe abzeichnen.

Quo vadis Favuit

Schon die kurze Tour zeigt, dass der Rucksack trotz des verlockenden Preises meine normalen Anforderungen an einen Rucksack für einen mehrtägigen Camino nicht erfüllen wird. Bleibt also der G4Free oder ich finde noch eine Alternative für das nächste Jahr.

Der Favuit wird dafür meinen alten Tagesrucksack ersetzen, denn dafür ist er auf jeden Fall geeignet. Dieser Tagesrucksack löst sich nach über 10 Jahren intensivem Gebrauch nun doch langsam auf und wird als Materialspender in anderen Projekten weiterleben dürfen.

Für Mehrtagestouren, mit Tarp und erweitertem Schlafsystem, ist der Favuit nicht zu empfehlen.

Bearbeitet von MBo

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