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Ultraleicht Trekking

Eure Erfahrungen mit Höhe(nkrankheit)...oder auch nicht?!


ChrisS

Empfohlene Beiträge

Hallo zusammen,

meine bessere Hälfte und ich haben uns nun dazu "durchgerungen", unsere Traumreise nach Nepal durchzuführen und dort eine Trekkingtour zu machen. Das ganze spielt sich in organisiertem Rahmen ab, Ausrüstung und Abläufe sind also kein Problem. Wir werden im klassischen Touristengebiet in der Everest-/Ama Dablam- Region unterwegs sein und eine max. Höhe von ca. 5400m (Gokyio Ri/Ama Dablam BC) erreichen. Da wir noch nie in solchen Höhen unterwegs waren, ist es natürlich spannend zu hören, wie es eventuell anderen Forumsteilnehmern unter solchen Bedingungen ergangen ist, ob Fehler gemacht wurden etc. Klar erwarte ich hier medizinischen Tipps und alles kann nur individuell sein, jedoch wäre es für mich interessant zu lesen, was evtuell bewährt oder auch nicht war. Freue mich auf konstruktiven Input und auch gerne Erfahrungsberichte. Vor allem @LAUFBURSCHE war doch öfter dort?!

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Höhentauglichkeit kann nicht trainiert werden. Sie ist entweder gar nicht, nur teilweise oder eben voll da. Und hat auch nichts mit dem allgemeinen Fitnessgrad zu tun.

Ich bin bedingt höhentauglich und brauche dadurch mehr Zeit, mich an Höhe zu gewöhnen.

Das weiss ich seit meiner Kilimandscharo-Besteigung, wo ich ganz klar mindestens einen oder besser zwei Tage länger benötigt hätte, um mich an die Höhe zu gewöhnen. Das Resultat der finalen Etappe von 4700 auf fast 6000 Meter waren dann Übelkeit, Benommenheit und Kopfschmerzen. Nicht wirklich schön.

Ich war dann Jahre später auch auf dem Everest Base Camp-Trek über Goyko Ri unterwegs. Da war sehr viel mehr Zeit zur Höhenanpassung.

Wichtig ist eine möglichst langsame Gewöhnung an größere Höhe. Bewährt hat sich hier, - neben langsamem Gehen,- das "Climb high-sleep low" Prinzip. Der Everest Base Camp Trek bietet hier gute Voraussetzungen. Im Everestgebiet habe ich in Gorak Shep sehr problemlos auf fast 5200m übernachtet.

Tipp: Unbedingt spätnachmittags/abends auf den Kala Pattar (ca. 40 Minuten). Mit etwas Glück sieht man den Everest im Alpenglüh-Modus. Morgens ist der Everest im Gegenlicht nicht halb so schön.

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Fitness spielt schon eine Rolle wie es einem in der Höhe geht. Ich war damals relativ fit und habe dann noch einige Wochen zur Akklimatisierung auf ca. 3600-3800m verbracht und bin dort auch regelmässig in den Bergen joggen gegangen - das hat auf jeden Fall geholfen, trotzdem kam ich auf 5500-6000m ziemlich schnell aus der Puste.

Trotzdem hatte ich dann auf etwa 5000m bei einer Übernachtung richtig Probleme mit der Höhe. Die übelsten Kopfschmerzen ever und Übelkeit. Ruhepuls über 100/min. Ich habe dann schon überlegt, umzudrehen aber bei einer längeren Pause ca. 150m über der Übernachtungsstelle wurde es dann besser und ging dann weg. Schön war es trotzdem nicht...

Bei den anderen Touren hatte ich dann nur Probleme mich zu erholen, wenn wir in diesen Höhen übernachtet haben - Zeichen von Höhenkrankheit hatte ich dann nicht mehr. Ich war bisher nie über 6000m, technisch war das alles nicht anspruchsvoll, von daher kann ich nicht sagen, ob ich das vertrage oder nicht...

Ich würde schauen, dass man ein bisschen Zeit zur Akklimatisation hat und dass man nicht sofort in die größeren Höhen muss und dass man halbwegs fit ist vor der Tour, damit das ganze auch Spaß macht. Und wenn sich Höhenkrankheit angkündigt, schauen was man für Optionen hat, damit man sich nicht in dumme Situationen bringt. Dann sollte das schon passen, das ist ja nicht die "Todeszone"...

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Danke für eure hilfreichen Aussagen.:)

Wie gesagt, mir ist bekannt, dass keine allgemein gültigen Tipps gibt außer das vorsichtige, langsame Aufsteigen und natürlich die Rückkehr in geringere Höhen bei Symptomatik. Laut Anbieter ist die Tour auch so ausgelegt, möglichst vorsichtig und langsam aufzusteigen und ich habe da auch volles Vertrauen. Der Aufstieg auf den Gokyo Ri ist auch eher ein (optionaler) Ausflug mit Rückkehr auf ca 4500 m am selben Tag, also liest sich das Ganze sehr seriös. Ich denke halt auch, dass eine gute Grundlagenausdauer hilfreich bei der Erholung und Schlafphase ist  und man den Rest einfach abwarten muss. In den Alpen waren wir halt nur auf knapp 3000m und da ging es uns eigentlich gut. Ich habe aber auch eine hypersportliche Bekannte und die zerreißt es schon bei 2500m, ist also sicher auch eine Wundertüte.

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Ich war dort gerade für gut 3 Wochen zwischen Mitte Oktober bis Anfang November unterwegs. Solo, no guide, no porter, no dope. Kann ich nur empfehlen, mit einer organisierten Tour kannst Du nichts selbst entscheiden; Du musst da übernachten, wo der Guide Dich hinführt, die Etappen sind vorgegeben, etc. - Tips, wann wohin gehen, sind insofern sinnlos. Geführte Touren lassen sich immer eher weniger Zeit, man will ja die Strecke möglichst billig anbieten. Selbst organisieren ist überhaupt kein Problem, man ist komplett flexibel, und im Solukhumbu brauchst Du auch keinen Führer.

Gokyo Ri ist 53xx m, Ama Dablam BC (da war viel los) 46xx m; da ich vermute, dass die Tour dann über den Cho La geht, wäre das der höchste Punkt mit etwas um die 5400 m. Die beste Sicht auf Everest hast Du auf dieser Tour übrigens vom Gokyo Ri, nicht vom Kala Patthar. Noch etwas besser wäre sie von einem Aussichtspunkt am 5. See, Richtung Cho Oyo Basecamp, aber da kommst Du ja nicht hin.

Wie die Vorschreiber schon geschrieben haben, kann man gegen AMS nicht trainieren, und es gibt eine genetische Komponente. Ich bin da wohl ganz gut weggekommen. Am Kili ab etwa 5500 m mässiges Kopfweh, sonst nie etwas. Ich habe mir allerdings (außer am Kili, Lemosho-Route) immer viel Zeit gelassen. Diesmal ab Kathmandu per Jeep und zu Fuss rund 5 Tage bis Namche Bazar (3500), da Lukla zu war; ein Akklimatisationstag dort, weiter nach Thame (3800), eine Akklimatisationswanderung zum Sunder Peak (4750), weiter nach Lundgen (4350), und dann erst über den Renjo La (5350). Ab da war ich ca. 10 Tage lang nicht unter 4600. Auf dem Rückweg hatte ich auf 3800 mal SpO2 gemessen, 99%, auf dieser Höhe war ich am Ende (aber natürlich nicht zu Beginn) vollständig akklimatisiert.

Viel trinken ist noch die einzige Massnahme. Der "small pot" ist eine Thermoskanne mit geschätzt 1,5 l Tee, davon hatte ich jeden Abend einen.

 

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vor 3 Minuten schrieb whr:

Ich war dort gerade für gut 3 Wochen zwischen Mitte Oktober bis Anfang November unterwegs. Solo, no guide, no porter, no dope. Kann ich nur empfehlen, mit einer organisierten Tour kannst Du nichts selbst entscheiden; Du musst da übernachten, wo der Guide Dich hinführt, die Etappen sind vorgegeben, etc. - Tips, wann wohin gehen, sind insofern sinnlos. Geführte Touren lassen sich immer eher weniger Zeit, man will ja die Strecke möglichst billig anbieten. Selbst organisieren ist überhaupt kein Problem, man ist komplett flexibel, und im Solukhumbu brauchst Du auch keinen Führer.

Ich denke, unser gewählter Anbieter ist da ziemlich gut unterwegs, wir haben da auch nur Gutes aus erster Hand gehört. Trotzdem Dank für den Hinweis! :)

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Ja, ist schon "you get what you pay for". Ich habe zwei Trekker (einmal Einzelperson, einmal Zweiergruppe) getroffen, die in Kathmandu eigentlich nur einen Guide buchen wollten und sich dann eine komplett organisierte Tour zum Pauschalpreis haben aufschwatzen lassen, die aus den ihnen vorgegebenen Lodges geflohen waren, weil zu mies. Und erlebt, dass beim Lunch einer Gruppe erklärt wurde, sie dürfen nur jeweils bis 700 NR (etwa 5 EUR) Essen bestellen. - Das hoffe ich für euch nicht. :-)

Wenn Du halt von AMS betroffen bist in einer Gruppe, kannst Du genau das, was man machen sollte (zusätzlichen Pausentag), eher nicht umsetzen. Je nach Route gibt es vielleicht eine kürzere/niedrigere Alternative, aber es ist nicht weit bis zum Abbruch der Tour.

Sehr genervt haben mich auch Gruppen, die etwas schneller als ich gelaufen sind, um dann jede halbe Stunde 5 min. Pause zu machen. Auf einem schmalen Weg. Ich brauche mein eigenes Tempo.

Die "Erfolgsquote" auf dem EBC-Trek liegt bei etwa 80%.

Denkt bitte auch an die Möglichkeit, dass der Flug nach Lukla wegen Wetter ausfällt. Man kann dann noch den Helikopter nehmen - ca. +350 EUR pro Richtung. Wann wollt ihr hin? Mit wem (wenn Du es nennen willst)?

Wetter bei mir war so gut wie trocken (beim "stärksten" Regen hat mir der Hut gereicht, die Regenjacke ist im Rucksack geblieben), und fast immer so, dass es bis Mittag sonnig war und dann - mal etwas früher, mal etwas später - die Wolken aufgezogen sind. Teilweise dann auch windig. Gorakshep frühmorgens -18°C. Vormittags hat mir dann (weiter unten) mit Sonne ein nicht so dickes Fleece ausgereicht, oben eher zwei übereinander + ggf. ganz dünne Softshell.

Der "Khumbu cough" hat mich erwischt, geschätzt die Hälfte der Trekker hustet. Mit dicken Balaclavas komme ich nicht gut zurecht, wäre aber empfehlenswert.

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Ich war einmal höhenkrank, und zwar als ich auf den Toubkal gegangen bin. Innerhalb von anderthalb Tagen von Meeresspiegelhöhe auf den Gipfel war einfach zu schnell. Resultat: Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darm und enorme Krafteinbußen, trotz sehr guter Fitness damals. Viele gehen da in ziemlichem Eiltempo hoch. Auf dem Gipfel habe ich Leute Blut kotzen sehen. Aber das ist es einfach nicht wert. Daher mein Rat: Langsam machen und auf den Körper hören. Würde das heute nicht mehr so machen, wie damals, sondern einfach langsamer aufsteigen. Der Körper schafft das schon alles, wenn man ihm genug Zeit lässt.

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vor einer Stunde schrieb whr:

Ja, ist schon "you get what you pay for". Ich habe zwei Trekker (einmal Einzelperson, einmal Zweiergruppe) getroffen, die in Kathmandu eigentlich nur einen Guide buchen wollten und sich dann eine komplett organisierte Tour zum Pauschalpreis haben aufschwatzen lassen, die aus den ihnen vorgegebenen Lodges geflohen waren, weil zu mies. Und erlebt, dass beim Lunch einer Gruppe erklärt wurde, sie dürfen nur jeweils bis 700 NR (etwa 5 EUR) Essen bestellen. - Das hoffe ich für euch nicht. :-)

Wenn Du halt von AMS betroffen bist in einer Gruppe, kannst Du genau das, was man machen sollte (zusätzlichen Pausentag), eher nicht umsetzen. Je nach Route gibt es vielleicht eine kürzere/niedrigere Alternative, aber es ist nicht weit bis zum Abbruch der Tour.

Sehr genervt haben mich auch Gruppen, die etwas schneller als ich gelaufen sind, um dann jede halbe Stunde 5 min. Pause zu machen. Auf einem schmalen Weg. Ich brauche mein eigenes Tempo.

Die "Erfolgsquote" auf dem EBC-Trek liegt bei etwa 80%.

Der "Khumbu cough" hat mich erwischt, geschätzt die Hälfte der Trekker hustet. Mit dicken Balaclavas komme ich nicht gut zurecht, wäre aber empfehlenswert.

Gar kein Problem, wir wollen mit Hauser-Exkursionen reisen, die ja ein recht gutes Renomée genießen und uns bis jetzt imo sehr seriös beraten haben. Sie betonten auch mehrfach, dass alles sehr langsam laufen würde. Ich kann mir halt sehr gut denken, dass solche Veranstalter davon leben, dass eine hohe Erfolgsquote gehalten wird, da es ja ob begründet oder nicht immer auch auf sie zurückfallen würde .

Ich dachte an die Kombi Fleecemütze/Buff…

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Ich selbst war noch nie in der Gegend, und meine eigene Bergsteigerfahrung hört etwas über 4200 m auf.

Aber was ich so in meinem bergsteigenden Freundeskreis erlebt habe (u.a. Alpenverein), ist mehr oder weniger, was oben beschrieben wurde. Es gibt individuell grosse Unterschiede, die mit Training nicht wettzumachen sind. Eine einzelne Person, die ich gut kenne und die auf den ersten Blick nicht mal besonders fit erscheint, hat sich als absolut höhentauglich erwiesen und ist am Ende zu zweit im alpinen Stil auf einen 8000er und hatte kaum Probleme in der Höhe (ohne O2), und schlief auf über 7000m gut und hatte auch noch Appetit, während andere in den Alpen ab 4000m einfach immer Kopfschmerzen haben, egal ob Anfang oder Ende der Saison (wo die Akklimatisierung gut sein sollte, wenn man viel unterwegs ist).

Das Ganze ist aber trotzdem sehr formabhängig. Ein Kumpel, der sonst wirklich topfit ist und bereits auf fast allen 4000ern der Schweizer Alpen stand, entwickelte einmal nach einen relativ milden Erkältung auf 3000m in einer Hütte ein  Lungenöden (stark rasselnder Atem) und musste in der Nacht notfallmässig absteigen... im Tal war dann alles wieder gut.

Ich würde einfach sagen, gut akklimatisieren und beginnende Symptome ernst nehmen. Eine Höhenkrankheit kann sich sehr schnell entwicklen und dann zu Handlungsunfähigkeit führen. Als Notfallmedikament für solche Fälle haben Kollegen früher Lasix mitgeführt, aber ich bin da nicht auf der Höhe ( :-) ), ob das noch die Empfehlung ist heute. Aber bei einer organisierten Reise wird das wohl organisiert sein.

Was vielleicht noch interessant ist: Die Höhe über Meer ist in Äquatornähe physiologisch weniger "hoch" als weiter im Norden (Alpen, oder Alaska), da die Erdatmosphäre aufgrund der Erdrotation abgeplattet ist. 5000m am Kilimanjaro sind deshalb sauerstoffmässig weniger heftig als 5000m in den Alpen (naja, das gibt es ja knapp nicht mehr) oder gar in Alaska. Ich meine mich erinnern zu können, dass das schon ein paar 100m ausmacht, finde aber gerade nichts dazu.

 

Bearbeitet von ULgeher
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Ich kann mir vorstellen, dass es bei dem Thema absolut denken, dass es da auch vor allem mit zunehmender Höhe um wenige hundert Meter zwischen Freud und Leid geht. Wir würden den Gokyo Ri von ca. 4700m angehen und wenn es dann nicht klappen sollte, drehe ich halt um. Da habe ich keinen pathologischen Ehrgeiz, auch wenn es natürlich geil wäre.😃

Bearbeitet von ChrisS
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Also was ich bei der Höhe und Südamerika auf jeden Fall empfehlen würde ist ein vorheriger Zahnarztbesuch. Ich hatte mal als Teenager eine nicht ganz ordentliche Füllung. Ab 2500 Meter führte der geringere Luftdruck dann zu ordentlichen Zahnschmerzen, welche bei 3000 unerträglich wurden, da sich im Zahn ein leichter Überdruck im Verhältnis zum Außendruck entwickelt hatte. Ist im Flachland und auch im Flugzeug noch nicht aufgefallen.

Als Flachlandbewohner haben dann dann vor 8 Jahren in den USA auch schon 1500 Meter gereicht um mich beim spazieren gehen  aus der Puste zu bringen und etwas blümerant war mir dann mehrere Tage, schwer zu beschreiben. Eine Wanderung auf fast 3000 Meter war dann schon das Limit, mit häufig mal kurz Pause machen auf dem Weg nach oben. Nach zwei Wochen ging es dann mit einmal. Inzwischen bin ich öfter mal ins Mittelgebirge und die Höhe macht mir nicht mehr so viel aus. Damals hätte ich 5000 auf keinen Fall geschafft. Inzwischen würde ich es mir vielleicht zutrauen, aber vorher eine längeren Urlaub in etwas höheren Lagen einplanen und auch einkalkulieren, dass es sein kann, dass es kein geeigneter Ort für mich ist. Also ggf. vorher akklimatisieren, in kleinen Schritten die Höhe steigern oder auch schnell wieder abreisen würde. ist natürlich auch die Frage, lebt man normalerweise im Allgäu oder an der Küste.

Bearbeitet von bandit_bln
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vor 7 Minuten schrieb ChrisS:

Wir würden den Gokyo Ri von ca. 4700m angehen und wenn es dann nicht klappen sollte, drehe ich halt um. Da habe ich keinen pathologischen Ehrgeiz, auch wenn es natürlich geil wäre.😃

Das ist kein Problem, die 600 Höhenmeter machst Du je nach Kondition in 1,5-3 h, und in der halben Zeit wieder runter. Einfach Serpentinen auf einen Erdhügel. :-D - Und AMS braucht Zeit, das geht nicht von einer Minute zur nächsten.

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Physiologische Höhe: der Hauptgrund für unterschiedlichen Lufdruck bei gleicher Höhe ist die Temperatur. Die ist bei gleicher Höhe in Alaska halt niedriger als in Tanzania. Alles andere (Erdrotation, Gravitation) sind vernachlässigbare Effekte. Und ja, ein paar Hundert Meter kann das ausmachen.

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vor 5 Stunden schrieb ChrisS:

Gar kein Problem, wir wollen mit Hauser-Exkursionen reisen, die ja ein recht gutes Renomée genießen und uns bis jetzt imo sehr seriös beraten haben. Sie betonten auch mehrfach, dass alles sehr langsam laufen würde. Ich kann mir halt sehr gut denken, dass solche Veranstalter davon leben, dass eine hohe Erfolgsquote gehalten wird, da es ja ob begründet oder nicht immer auch auf sie zurückfallen würde .

Ich dachte an die Kombi Fleecemütze/Buff…

Ich hatte ein dünnes Buff dabei, aber eben nur über den Hals. Das Problem ist die kalte Luft, die Du einatmest, die dann zu einem Reizhusten führt, der sich später zu einer bakteriellen Infektion weiterentwickeln kann.

Ich habe die Hauser-Tour ("Gokyo Lodge-Trek") gerade mal angeschaut, die geht dann ja nicht Richtung EBC und damit auch nicht zum Kala Patthar, und auch nicht über den Cho La vom einen Tal ins andere, sondern unten herum. Das ist relativ harmlos. Am 4. Tag der Tour ist das Ama Dablam BC mit knapp 4700 m das erste in größerer Höhe, aber da seid ihr ja auch nur kurzzeitig, und dann geht es wieder unter 4000 m und langsam weiter hoch.

DSC03970.thumb.jpg.6d985d9c2df1044724e062cb6312c0ee.jpg

Ramechap/Manthali (das ist das Gleiche, Tag 3 bzw. 15) als Ab- und Zielflughafen nervt ein bischen, das sind >4 h Jeeptour ab Kathmandu. Wenn ihr im Frühjahr oder zur Nebensaison unterwegs seid, wird aber wahrscheinlich ab Kathmandu geflogen; dieses Jahr war nur Oktober/November Ramechap angesagt. Wobei ich gegen ein bischen Zuzahlung auf dem Rückweg auch direkt nach Kathmandu geflogen bin, ab und zu müssen sie mal dorthin zum Tanken :wink:

 

Bearbeitet von whr
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Das "Zeit lassen" der wichtigste Faktor ist, ist ja schon mehrfach gesagt worden, ich hab es auf dem AC erlebt, dass oft bei Gruppen Leute die Grätsche gemacht haben, die bis Manang (3500m) mit dem Jeep gefahren sind. Solo ist man ja als ULer ja relativ schnell unterwegs, da heißt es zusammenreißen und mal ein paar Schleifen einbauen, ich bin z. B. am Cristal lake und Tilicho lake vorbei geschlendert. 

Medikamente hatte ich Ibu 400 dabei, ü4000m hat man doch schnell mal Kopfschmerzen und Dexamethason (nach Rücksprache mit Hausärztin (!), ich hab's nicht genommen, aber als Sologeher etwas beruhigend). 

Bei einem Vortrag hab ich mal gehört, dass Zusammenhänge zwischen Höhenkrankheit und Verdauungssystem vermutet (!) werden, dort wurde empfohlen bei Appetitlosigkeit zumindest Tee mit idealerweise Maltodextrin oder stark gezuckert zu sich zu nehmen. Ich musste da nicht drauf zurückgreifen, ich hab in Nepal gefuttert wie ein Scheunendrescher 😄

Bearbeitet von schrenz
Formatierung irgendwie merkwürdig
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Als ich ne Zeitlang in La Paz / Bolivien gearbeitet habe (liegt sehr hoch) und öfter ins Tiefland gependelt bin, hab ich, wie die meisten Bolivianer, Cocablätter gekaut. Die werden dort viel gegen Probleme mit der Höhe eingesetzt (nicht verboten und meiner Erfahrung nach auch nicht berauschend). Was ich damit sagen will: vielleicht gibt es in Nepal ebenfalls einen Umgang mit der Höhe der Menschen vor Ort, an dem man sich orientieren kann. 

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vor 3 Minuten schrieb Antonia2020:

Was ich damit sagen will: vielleicht gibt es in Nepal ebenfalls einen Umgang mit der Höhe der Menschen vor Ort, an dem man sich orientieren kann. 

Ich mwinw gelesen zu haben, dass manche tibetische Volksstämme (mittlerweile?) eine genetische Anpassung an die Höhe haben und eher Techniken zum Umgang mit geringer Höhe entwickeln müssen. So lange bleibe ich aber nicht da.:) Und in Kathmandu nach Coca fragen...ich weiss nicht...;)

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vor 5 Stunden schrieb whr:

 Solo, no guide, no porter, no dope. Kann ich nur empfehlen, mit einer organisierten Tour kannst Du nichts selbst entscheiden; (...) Selbst organisieren ist überhaupt kein Problem, man ist komplett flexibel, und im Solukhumbu brauchst Du auch keinen Führer.

Auch wenn das bei dir alles sehr problemlos klingt, wieviel Bergerfahrung sollte man denn haben, wenn man auf über 5000 Metern im Himalaya wandern will?

Als ich noch jünger war, wollte ich auch einfach mal solo in der Nebensaison in den Alpen wandern, ohne Erfahrung im hochalpinen Bereich zu haben. Ist dann wegen mangelnder Erfahrung und falscher Ausrüstung nach der dritten Tagestour im Krankenhaus geendet. Und das auch nur, weil ich es alleine noch vom Berg herunter geschafft habe, sonst wäre das vielleicht schlimmer ausgegangen. An dem Tag war da niemand anderes auf dem Berg unterwegs und Handyempfang war nicht vorhanden. Das war zwischen 2000m und 2700m, gerade mal die Hälfte, was der TO plant.

Daher stelle ich mir die Frage, ob eine Tour mit Guide für die allererste Himalaya-Tour vielleicht nicht doch die bessere/sicherere Variante ist.

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vor einer Stunde schrieb Gibbon:

 

Daher stelle ich mir die Frage, ob eine Tour mit Guide für die allererste Himalaya-Tour vielleicht nicht doch die bessere/sicherere Variante ist.

Kommt ihr vielleicht nicht so raus, aber es handelt sich um eine komplett organisierte und geführte Tour. Mein Faden bezieht sich tatsächlich nur auf eure Erfahrungen mit Höhe und eventuellen Problemen.

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vor 2 Stunden schrieb Gibbon:

Auch wenn das bei dir alles sehr problemlos klingt, wieviel Bergerfahrung sollte man denn haben, wenn man auf über 5000 Metern im Himalaya wandern will?

(...)

Daher stelle ich mir die Frage, ob eine Tour mit Guide für die allererste Himalaya-Tour vielleicht nicht doch die bessere/sicherere Variante ist.

OT:

Da die Frage wohl eher an mich ging: das war meine erste Himalaya-Tour.

Du wanderst auf angelegten Wegen, praktisch schneefrei (eine sehr harmlose Eisgletscherquerung am Cho La), mit einem Dorf alle paar km (ausgenommen die Pässe), und zur Hochsaison ist es unterwegs eher schwierig, ausreichend alleine für ein dringendes Bedürfnis zu sein.  - Mit inReach und Ausrüstung für ein Notbiwak. Aber es war natürlich nicht meine erste Hochtour, und nicht meine höchste, und wie geschrieben: sich Zeit nehmen und auf Symptome achten.

Aber das muss jeder für sich entscheiden.

Welche Sicherheit würde Dir ein Guide bringen? - Die organisierte Tour setzt Dich unter Druck, entweder doch weiterzulaufen, obwohl Du das eigentlich nicht solltest, oder abzubrechen. Statt einfach einen Tag zu warten.

Die Leute sind alle extrem hilfsbereit, leben praktisch zu 100% vom Tourismus. Einen Heli ruft Dir jeder, wenn Du ihn bezahlst :-D - Du kriegst regelmässig Angebote: wenn Du keine Lust hast, zurückzulaufen, könne man was organisieren, dass Dir jemand eine Art Attest schreibt, dann rufen sie den Heli, und das zahlt dann Deine Krankenkasse (was sie natürlich nicht tun würde).

Ob es wirklich eine genetische Anpassung ist? - die Sherpas sind im Mittelalter aus Tibet gekommen, leben also schon länger in großen Höhen - andererseits arbeiten dort im Khumbu, auch als Hochträger, heute auch viele andere Etnien. Bis über 5000 m kann sich ein gesunder Mensch dauerhaft akklimatisieren, das dauert halt nur lange (einige/viele Wochen).

Achja, und spezielle Ernährung: "Dal Bhat power, 24 hour" ist ein beliebter Spruch. Daran liegt es aber bestimmt nicht...

Bearbeitet von whr
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Hypoxie Training ist eine Option. 

Für mehr und gesündere Mitochondrien sorgen ist aber deutlich wichtiger, denn es dreht sich alles um verfügbare Energie. 

Zu beiden muss die Ernährung passen, vegan wird es da schwierig: Eisen, meat Base compounds (wie carnitin) , alpha liponsäure, omega 3 / 6 / 9 Verhältnis.... 

Je mehr Stoffwechsel aktives Fett Gewebe man hat, desto weniger muss der Muskel für Wärme sorgen und es bleibt mehr Energie für anderes... 

Atem Training, um die ganze Lunge zu nutzen. 

Mental Training: nur weil es schmerzt ist der Körper noch nicht am Ende

Etc pp

 

Lange Rede kurzer Sinn: die Fähigkeit zur Höhe ist trainierbar! Klar gibt's genetisch besser angepasste, aber auch Otto Normal kann sich ausreichend gut anpassen, um nicht abbrechen zu müssen. 

 

 

Bearbeitet von zopiclon
Pumpleistung Herz (Rudern) & Vo2max (Gewichts Management), metabolische Flexibilität ( um nicht auf Zucker angewiesen zu sein)
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Auch nur Anekdotisches zur Höhenanpassung: Nach 4 Wochen zwischen 2800m und 3600m hatte sich mein Kreislauf so umgestellt, das ich

1. ca. 10 kg Gewicht verloren hatte und es mir

2. danach auf 1800m in mäßig geheizten Räumen viel zu heiß war - mein Kreislauf lief auf hochtouren. 

Inwieweit sich die Mitochondrien in endlicher Zeit umstellen ("gesünder" werden) oder sogar noch vermehren - da habe ich doch erhebliche Zweifel. Wenn es da belastbare Studien gibt, bitte her damit. Selbst das berühmte Höhentraining der Leistungssportler (zur Verbesserung der Sauerstoffversorgung durch Erhöhung der Anzahl der roten Blutkörper) ist inzwischen in Athletenkreisen nicht mehr unumstößliche Wahrheit. 

Zur Ernährung - iss was dir (gefühlt) gut tut und WAS DU VERTRÄGST. Orientier dich an dem, was die Einheimischen Essen und trinken, :-) hat was mit der Erfahrung über mehrere Generationen zu tun. Viel trinken wurde ja schon gesagt.
Und nur weil es das neueste Chichi der Ernährungs- und Nahrungsergänzungspäpste so sieht muß es dir nicht gut tun. Hör da eher auf dich und deinen Körper!

Bearbeitet von kra
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Viel wurde ja schon gesagt. Meine Erfahrung beschränkt sich auf eine Indien-Ladakh-Wanderung mit max. 4500m Höhe. Durch Zeitverlust wegen meines beim Flug abhanden gekommenen Gepäcks und meiner Probleme in der Höhe haben wir es damals (im Winter) nicht über den 6000er Pass geschafft und sind frühzeitig umgekehrt um Probleme zu vermeiden. 

Für mich persönlich kann ich zwei hier genannte Dinge (neben den ganzen Akklimatisations-Dingen, die bei mir wegen der Gepäckprobleme ausgefallen waren!) nochmal stark hervorheben.

VIEL TRINKEN! Wie es mit der Luftfeuchte bei dir oben aussieht weiß ich nicht. Aber durch Kälte und Trockenheit war ich trotz 3-4L am Tag permanent dehydriert. Jeder Schluck hat geholfen. 

Atemtraining. Ich hatte vor allem morgens mit starken Kopfschmerzen und Übelkeit zu kämpfen, was sich über den ganzen Tag hinzog. Nach ein paar Tagen habe ich dann herausgefunden, dass mir 5-10 Minuten intensive Atemübungen nach dem Aufstehen sehr viel weitergeholfen haben. Klar war ich nicht sehr leistungsfähig in der Höhe, aber die Kopfschmerzen und die Übelkeit waren dann immerhin machbar. 

 

(Im Nachhinein wäre es wahrscheinlich mit Akklimatisierung und 15kg weniger Gepäck -es war meine "schwere Zeit" mit ~35kg Gepäck- alles machbar gewesen. Aber hinterher ist man immer schlauer...)

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