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Ultraleicht Trekking

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Geschrieben

So, ich denke und denke über das Thema bereits länger nach und möchte hier dahingehend einmal eine Diskussion zum Thema Longevity anstoßen – und zwar meine ich das nicht im Sinne möglichst langer Lebensjahre, sondern in Bezug auf Lebensqualität und Sinn! Bei mir ist es so - beim Trekking, gerade wenn man wirklich leicht unterwegs ist, spürt man ja oft ganz unmittelbar, wie wertvoll jeder Moment ist: die Stille im Wald, das Gefühl von Freiheit, die Verbindung zu Natur und Körper. Mich interessiert da auch mal, wie ihr das seht - können wir aus genau den Erfahrungen etwas für ein 'besseres', stilleres Leben ableiten? Wie lassen sich in euren Augen Prinzipien wie Einfachheit, Achtsamkeit und Selbstgenügsamkeit aus der Natur auf den Alltag übertragen, um mehr Lebensqualität, statt nur Lebenstzeit, zu gewinnen? Finde das ist ein recht spannendes Thema und vielleicht öffnet sich ja ein Austausch

Geschrieben

Mit den ganzen Vokabeln, die du verwendest, wie Achtsamkeit etc… kann ich nicht viel Anfangen, kann aber erwähnen, das ich, mal abgesehen von den 18 Monaten, die ich in die Lehre ging, bevor ich die hingeschmissen habe, nie wieder eine 5 Tage Woche gearbeitet habe. Die letzten 20 Jahre habe ich eine drei Tage Woche gehabt. Nicht für 25 oder 30 € pro Stunde, sondern als angesteer Verkäufer auf dem Wochenmarkt.

Das führt natürlich allein durch mangelndes Geld zu einem genügsamen Leben, aber dafür haste Zeit. Für mich der größte Luxus!!

Wandern ist eine sehr günstige Option, um mal Urlaub zu machen, auch mit sehr wenig Kohle.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 7 Stunden schrieb KletterTrekker:

Thema Longevity

Igitt, nur ein relativ neuer Begriff mit der die Industrie "neues" Zeuch verkaufen will, vom Supplement über die spezielle Morgenroutine bis hin zu gentechnischen Eingriffen ... und die Leutz fahrn drauf ab, neuer Name, gleicher Scheiß. Auf der Suche nach dem nächsten dubiosen Biohack, vorgestellt vom Youtubespezialisten, ne Megadosis Vitamin A ist natürlich Grundvoraussetzung zur Aufnahme in den Club ;-)

vor 7 Stunden schrieb KletterTrekker:

mehr Lebensqualität, statt nur Lebenstzeit, zu gewinnen?

Ganz einfach:
All die tollen Trends für ein tolles Leben (mit derem Couching andere Kohle machen), die neuen Gadgets (vom Thermomix über Fitnesstracker bis immer neusten Medienkrempel), Social Medias ignorieren (eh alles KI Lügen und Werbung), die schicken Klamotten, Auto, Statusschrott, etc. etc. aus dem "HabenWillKopfbereich" raus hauen ... weil, wenn ich das alles "brauche" muss ich dafür arbeiten, das kostet viel Zeit, Nerven, also Lebensqualität und Lebenszeit.
Auf Karriere und Anerkennung  sch...en ...
Bei allem und jedem nach dem Motte "Mach dir nur kein Kopp" leben
Einfach nur zufrieden leben mit minimalsten Ansprüchen an Besitz aber maximalen Ansprüchen an Freiheit, Lebensgenuss, Ehrichkeit, Loyalität, ... ohne grpß drüber Nachzudenken mit all den woken, neumodischen Gedanken an Nachhaltigkeit, Achtsamkeit, alles nur Bewegungen die Sehnsüchte schüren für die uns "die Industrie" etwas verkaufen will um es zu erreichen, nee, machen, dafür brauchts nämlich nix!!

Beispiel mein Papa. Gerade 91 geworden, seit 67 Jahren glücklich mit Mama verheiratet, immer glücklich und hervorragend um Kinder, Familie gekümmert, Genügsamkeit, Glück und all die Sachen von oben vorgelebt, immer Zeit auchfür sich gehabt ... und jetzt, mit 91 fit wien Turnschuh, kann knapp 30 richtig gute Liegestützen machen, wandert am Tag problemlos 40km, kann beim Queren eines Baches elastisch vom Stein zu Stein hüpfen ... macht das einfach ohne drüber nachzudenken, kennt die ganze woke Achtsamkeitssabbelei eher gar nicht :-)
 

Bearbeitet von Old School
Geschrieben

@Old School

Ich kannte und kenne diesen neuen Begriff nicht mal und habe mir auch nicht die Mühe gemacht, ihn zu googeln, hahahahaha!

Diese ganzen Säue, die temporär durchs Dorf getrieben werden, sind alle Quatsch!

Wie du schon schreibst, lebe mit möglichst niedrigen Ansprüchen an Materiellen Dingen, wie auch an andere Menschen, lebe möglichst frei von Zwängen, jeglicher Art. 

Gerade die Zwänge, egal ob selbst gemacht, oder von der Gesellschaft, Nachbarn, Freunden oder Verwandten, versauen einem das Leben.

Hast du Lust irgendwas zu tun? Dann tue es jetzt, nicht in 10 Jahren.

Ich bin bei Leibe kein Hippy, aber eine Maxime, die ihnen zugeschrieben wurde war: „Live here and now!“

Das mache ich schon 56 Jahre lang und habe, bis auf ein paar, im nachhinein wirklich unerfreuliche Mobbingaktionen, die zu Schulzeiten von mir ausgingen, tatsächlich nichts zu bereuen, was ich in meinem Leben getan habe. 

Mag überheblich klingen, ist aber so. Ich bin mit mir komplett im Reinen!

Warum?

Weil ich schon als Jugendlicheer verstanden habe, das Zwänge aller Art überflüssig sind!

Geschrieben

Spannendes Thema. Als jemand, der fast ausschließlich solo unterwegs ist und auch Zeit in buddhistischen Klöstern verbracht hat (wo man bis auf die Vormittage den restlichen Tag in Stille und allein verbringt), sehe ich das ähnlich, aber mit einer wichtigen Einschränkung.

Solange man alleine draußen ist, keine Nachrichten checkt und es "nichts zu tun" gibt, fällt es leichter, eine gewisse Achtsamkeit zu entwickeln. Der Geist schweift nicht mehr so leicht in Sorgen, Trauer, Wut oder Verzweiflung ab. Alles wird leichter, der gewohnte Alltag tritt in den Hintergrund und das unmittelbare Erleben in den Vordergrund. Da beginnt genau die angesprochene "Innenkehr".

Aber: Das Problem ist die Rückkehr. Sobald man wieder zu Hause ist, verfällt diese Stille extrem schnell. Die Achtsamkeit schwindet, und die gewohnten Ansichten und Gefühle kehren zurück. Am Ende bleibt oft wenig bis nichts übrig, denn die Gewohnheit ist stark (Gewohnheit = da, wo der Geist wohnt).

Unser Erleben wird dadurch bestimmt, was durch die "Pforten der Wahrnehmung" (Sehen, Hören, Riechen etc.) eintritt. Wenn dort wieder der Alltag einzieht, passt sich das Erleben dementsprechend an.

Meiner Erfahrung nach kann man keinen dauerhaften Gewinn aus dem Trekking ziehen, wenn man danach genauso weiterlebt wie bisher. Man muss bestimmen, was das gewohnte Erleben füttert – also die Wahrnehmung im Alltag ändern. Das heißt konkret:

- Fernseher weg oder Konsum drastisch reduzieren.

- Nachrichten begrenzen.

- Nicht ständig auf Social Media hängen.

- Nicht jedes "lustige Video", das herumgeschickt wird, ansehen und weiterleiten.

- Bewusst anders auf Missachtung oder Stress reagieren.

-Usw.

Der einsame Trip in die Natur (oder ins Kloster) dient eigentlich nur als Referenz: Er zeigt dir, wie schön und leicht es mit weniger sein kann. Aber solange man im Alltag an den Inputs (Medien, Reize) nichts ändert, bleibt vom "Longevity"-Gefühl nichts dauerhaftes.

Geschrieben

Ich habe für mich die "Erkenntniss" gewonnen, dass unser Alltag überhaupt nicht artgerecht ist. Trekking mit draußen sein entsprecht eher unserer Natur und Lebensart. Da diese beiden Welten soweit auseinander gedriftet sind, ist es sehr schwer daraus etwas mit in den Alltag rüber zu retten. Die Frage die sich mir dann immer stellt ist, wie bekomme ich ein artgerechteres Leben hin. Bisher habe ich darauf keine Antwort gefunden. Alle Versuche enden darin, dass ich mich letztlich wieder in die Natur flüchte. Bevorzugt sehr weit weg vom Alltag.

Geschrieben

@zip Na ja, wie vorher von anderen erwähnt, durch weg lassen.

Weg lassen von Sozial Media, weg lassen von unnötigem Konsum und lieber mal ein gutes altes Buch lesen, am besten aus Papier, statt den ganzen Tag im Netz zu leben oder dem schnöden Mammon hinterher zu Jagen…

Geschrieben

Die Frage "Wie lassen sich in euren Augen Prinzipien wie Einfachheit, Achtsamkeit und Selbstgenügsamkeit aus der Natur auf den Alltag übertragen, um mehr Lebensqualität, statt nur Lebenszeit, zu gewinnen?" kann man m. E. nicht einfach nach dem Motto "mach dies, dann kommt das" beantworten. In meinem Fall war es eine Entwicklung, die sich bestimmt schon 10 Jahre hinzieht und auch bestimmt noch nicht abgeschlossen ist. Letztlich ist es doch so: Die Verbundenheit mit dem Leben und der Natur, die man beispielsweise beim Wandern und Draußensein erlebt, verändert einen doch so oder so. Es sind kleine Veränderungen und kleine (vielleicht auch kurzfristig unbemerkte) Schritte, die dann letztlich irgendwann (hoffentlich) automatisch zur genannten Einfachheit, Achtsamkeit (wie ich diesen Begriff hasse) und Selbstgenügsamkeit führen. Ich bin mir also gar nicht sicher, ob man aktiv die o. g. Prinzipien auf den Alltag übertragen kann, oder ob sich das nicht von sich aus entwickeln muss.

In meinem Fall: Ich habe immer mehr von dem gemacht, was mir Spaß bzw. Erfüllung gebracht hat (Beschäftigung mit Spiritualität, Zeit draußen verbringen, Hobbies) und immer weniger von dem gemacht, was mir keinen Spaß bzw. Erfüllung gebracht hat (Arbeiten in meinem erlernten Beruf, irgendwas machen zu dem ich eigentlich keine Lust hatte).  Das lief aber Hand in Hand, heißt ich habe das weniger aktiv geplant und mir Vorsätze und Pläne gemacht, es hat sich letztlich einfach so entwickelt. Der Rest kam dann von ganz alleine, aber alles war eine lang andauernde, eher kontinuierliche Entwicklung von innen heraus und hatte wenig damit zu tun, was einem irgendwelche Lebenscoaches als Rezept dafür verordnen möchten. Ich denke also, dass sich die o. g. Prinzipien eher mit der Zeit automatisch auf meinen Alltag übertragen haben.

Leider muss ich feststellen, dass viele meiner Freunde und Bekannten einfach stumpf ihr Leben so leben wie schon immer, auch wenn sie dabei wirklich unglücklich sind. Aber wenn diese beispielsweise Zeit draußen verbringen, dann müssen die auch immer was machen (Schifahren, Joggen, irgendsoeine stressige Beschäftigung), die SIND dann nicht einfach draußen, die MACHEN was draußen. Ich hoffe, ihr versteht was ich meine. Vielleicht wäre das ein erster Ansatz, an dem man einfach beginnen könnte.

Und solche Veränderungen muss man auch immer erst zulassen.

Schwer solche Gedanken schriftlich zu fixieren...

Geschrieben

Kann ja (fast) jeder immer durch die eigenen Lebensentscheidungen beeinflußt bzw ausgerichtet werden.

Ist bei mir ähnlich wie bei @Gerd1890 gelaufen, einfach dem eigenen Fluß gefolgt, dem was mir "Wesentlicher" ist, dann ergibt sich das je nach eigener Ausrichtung von selber. Wenn man dann noch sein Leben so eingerichtet, daß man rel wenig Lebensunterhaltskosten hat, kommt das auch gut hin, viel draussen unterwegs zu sein (z.B. bei mir 3-4 Monate / Jahr).

Wenn man dann nicht wenige Wochen im Jahr im zwischen den Jobzeiten eingequetschten Urlaub draussen unterwegs ist...

..wobei man ansonsten dann meist aus dem Alltagsstress heraus das Gefühl hat, jetzt will man aber auch im Urlaub "was erleben" (evtl wenn man viel auf der "YT-Uni" unterwegs ist, dieselben Pics / Videos zu machen, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zu erleben, eine Urlaubsgegend nach der anderen "abzuhaken", hechelnd nach dem "Neuen",

....dann kommt man imho länger draussen dem Fluß folgend, unterwegs eher zur Ruhe, muß nicht km kloppen, irgendwelche Ziele erreichen, freut sich am "Kleinen", den Begegnungen mit Tieren, nach einer Woche ohne einem Menschen zu begegnen, an dem Gespräch mit einem anderen Menschen usw usw

Die logische Folge ist dann, daß sich das auch in den Alltag überträgt, es wird mit Wohnen in der Stadt zu stressig, zu viel, zu jeder Tages/Nachtzeit, irgendwo "draussen" lebt sich dann angenehmer, ruhiger, näher an der Natur, die Grenzen zwischen unterwegs / zuhause verschwimmen immer mehr, da man ja auch draussen zuhause ist und zuhause draussen.

Jetzt ist das alles ein ungeheurer Luxus, ich habe in meinem Leben schon viel in den unterschiedlichsten Bereichen gearbeitet / gejobt und wenn jemand z.B. 40 std / Woche Stapler auf einem Kältelager fährt, oder in einer Eisenschmiede an Hydraulikhämmern Teile herstellt, um seine Familie zu ernähren, während seine Partnerin mit Kiddies, sich um alles Andere zu kümmern (was häufig ein stressigerer Job als Management ist) gut ausgelastet ist, kann ich gut nachvollziehen, daß die, wenn überhaupt ein Urlaub finanziell drin ist, völlig happy sind, wenn sie sich mal um nix kümmern müssen, sondern einfach auf einer Liege am Strand chillen, das Essen im Hotel für sie gekocht, die Dusche geputzt wird und ihnen auch noch Entertainement angeboten wird,. ohne daß sie sich dafür stressen müssen.

Oder gehen wir noch ein Stück weiter, ausserhalb von Europa z.B. in vielen Ländern Afrikas / Asiens wo teilweise Mensch fast rund um die Uhr damit beschäftigt ist, genügend Essen ranzuschaffen, um zu überleben....klar den Zusammenhalt zu spüren (da könnten wir uns im Westen eine Scheibe von abschneiden) oder bei manchen Gruppierungen die Urverbundenheit mit der Natur zu spüren, von Diesen zu lernen, wie man dies macht, das ist toll....aber das wäre bestimmt total lustig geworden, wenn ich denen mit "
Prinzipien wie Einfachheit, Selbstgenügsamkeit, Nachhaltigkeit, Achtsamkeit, Problem der Rückkehr. Pforten der Wahrnehmung usw usw" gekommen wäre, hätte es wahrscheinlich Tage gedauert, denen überhaupt verständlich zu machen, was ich meine und dann hätten sie sich wahrscheinlich mit viel Humor Sorgen darum gemacht, daß ich irgendwas Psychoaktives aus der Natur zu mir genommen hätte, was ich nicht vetrage....:mrgreen:

Für mich ist es rel simpel, jeder geht seinen Weg, mir gefällt mein Weg mit viel relaxed draussen in der Natur zu sein, mit / in der Natur, das wird wohl die nächsten Jahre auch noch mehr in die Richtung gehen und wenn es jemand statt desen  gefällt, in einem ihn erfüllenden Technojob viel Geld zu machen, ein entsprechendes Auto zu fahren, eine Penthouse-Wohnung über den Dächern der Stadt toll zu finden, oder im Expresstempo durch die Natur imho "zu rasen" um möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zu sehen, oder die Herausforderungen der Megamärsche toll findet, absolut nicht meine Baustelle, aber prima, wenn es Spaß macht, soll er doch...wie in meiner Geburtsstadt gesagt wird "jeder Jeck ist anders"...

Schade ist halt, daß in unserem Land durch den Bürokratiewahnsinn (ich sage nur mal 2 Stichworte Bundesmeldegesetz und Aussenbereich) sehr schwer gemacht wird, genügsam und nachhaltig nah an der Natur zu leben, aber dafür haben wir andere Vorteile s.o. die ich auch gerne und dankbar wahr nehme...

Geschrieben
Am 17.2.2026 um 11:23 schrieb Gerd1890:

...Leider muss ich feststellen, dass viele meiner Freunde und Bekannten einfach stumpf ihr Leben so leben wie schon immer, auch wenn sie dabei wirklich unglücklich sind. Aber wenn diese beispielsweise Zeit draußen verbringen, dann müssen die auch immer was machen (Schifahren, Joggen, irgendsoeine stressige Beschäftigung), die SIND dann nicht einfach draußen, die MACHEN was draußen. Ich hoffe, ihr versteht was ich meine. Vielleicht wäre das ein erster Ansatz, an dem man einfach beginnen könnte. ...

Manche Menschen können nur schlecht zur Ruhe kommen: Sobald der Stress nachlässt, fallen sie in ein Loch. Wochenende - endlich Ruhe? Nix, dann geht's los mit Unruhe, Grübeln, Leere, Gereiztheit oder körperliche Symptome. Und dann wird innerlich Alarm gemacht und sich in irgendwelche Beschäftigungen gestürzt. Kann lästig werden - dann ist das 'ne Macke und kann "verlernt" werden... Ich glaube, viele Leute haben sich damit arrangiert und sterben damit.

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