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Ultraleicht Trekking

Projekt leichtestes Kuppelzelt - Ratschläge gefragt


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Als Hängemattennutzer brauche ich ja eigentlich kein Zelt - es sei denn ich bin in Gegenden unterwegs, in denen es keine Bäume oder sonstige Abspannmöglichkeiten gibt. Für genau diese Fälle möchte ich mir ein freistehendes Kuppelzelt kleben - aus DCF. Die Easton Carbonstäbe dafür sind nach anderthalb Monaten angekommen und ich habe inzwischen auch schon die Grundfläche aus 34er DCF angefertigt.

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Das Zelt hat eine Grundfläche von 1,26 m x 2,30 m und ist 1,14 m hoch. Die Dimensionen sind also ähnlich wie beim Djedi Dome, dem Referenzmodell für dieses Projekt. Da ich etwas größer bin als der Durchschnittsjapaner, habe ich allerdings paar cm in der Höhe zugegeben. Bisher wiegt das Zelt 320 g. Und jetzt brauche euren Rat. 

Der Djedi Dome ist bekanntlich aus atmungsaktivem DCF gefertigt, damit er nicht zur Tropfsteinhöhle mutiert. Ich frage mich allerdings, ob die Atmungsaktivität der Membran bei einem Zelt überhaupt wirksam werden kann. Der Temperaturunterschied, den alle Membranen brauchen, ist doch beim Zelt - im Unterschied zur Bekleidung - nur in sehr geringem Maße gegeben. Alternativ könnte ich mir deshalb vorstellen, das Zelt aus dem normalen 18g-DCF anzufertigen. Dann müssten natürlich im Dachbereich etliche Lüfter angebracht werden, damit es einen Luftaustausch gibt - so wie beim MSR Advance Pro 2, von dem hier ja kürzlich schon die Rede war.

Ich habe beide Materialien vorrätig und bin unentschieden, welches ich nehmen soll. Vom atmungsaktiven Material habe ich aber nur 4 m (man braucht 7m), sodass ich in jedem Fall einen unteren Sockel aus normalem DCF und nur die eigentliche Kuppel aus atmungsaktivem Material machen könnte. Der Gewichtsunterschied ist natürlich auch noch mal beträchtlich. Beim 18er würde das Oberzelt 170 g wiegen, beim atmungsaktiven wären es 380 g.

Der nächste Punkt ist der Reißverschluss, der wie beim Djedi ans Kopfende soll. Ich will auf jeden Fall einen 5c Zipper verbauen, weil der robuster ist als ein 3c Zipper - Gewichtsersparnis hin oder her. Nur frage ich mich, ob ich einen normalen Zipper nehme, den ich abdecken müsste oder einen Aquaguard, der keine Abdeckung braucht. 

Also was meint ihr: atmungsaktiv oder nicht, Aquagard oder nicht? Ich bin auf Ratschläge gespannt!

Bearbeitet von doman
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Ich kenne den DCF-Membranstoff nicht und kann daher die Atmungsaktivität nicht beurteilen. Ich würde aber bei der 18g-Variante (und vermutlich auch bei der anderen) zwischen Seitenwänden und Bathtub eine Überlappung einplanen, sodass Kondenswasser zB durch eine Mesh-Rinne ablaufen kann anstatt sich in der Bodenwanne zu sammeln. Das ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn Du nicht mit Triebschnee rechnen musst, der dort dann eine willkommene Pforte hätte.

Beim Zipper würde ich für normalen 5C+Abdeckung plädieren, weil Aquaguard in Kurven nähen imho auch mit Abnähern und sonstigen Tricks mehr schlecht als recht funktioniert.

Soweit mein Senf - auf jeden Fall ein spannendes Projekt und ich bin auf den weiteren Fortschritt gespannt :)

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Vielleicht wäre es auch ein Gedanke, statt großen Lüftern einfach an strategisch sinnvollen Stellen mit DCF eVent zu arbeiten? Die Atmunsgaktivität davon ist echt gut und wie du schon sagst sind die Anforderungen im Zelt ja nicht ganz mit Bekleidung zu vergleichen. Könnte insofern ein guter Kompromiss sein. :)

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eine kleine anmerkung dazu.

ich war heut nacht draussen. auf nassschnee, ca 2-3°, nieselregen, fester regen, graupel und auch mal kurz in ner nebelbank oder wolke. das zelt war mein bd lighthouse in der quietschgelben event-version.

in der früh so gegen 4 war ein klein wenig kondens über dem kopfbereich. um 6 war der wieder weg. die tür und fenster waren nur einen kleinen schlitz geöffnet, es hat gut geblasen. böen bis 80 km, aber ich war auch geschützt.

am event beim aufstehen null kondens sichtbar, es hat sich aber feucht angefühlt.

am boden war eine grosse wasserlache. und nicht weil der undicht ist. das war locker lässig alles in allem ein halber liter wasser, der sich unter der ridgerest und in den ecken verteilt hat, nachdem er nebendran kondensiert ist. feuchte luft von draussen und von mir, und unter dem boden der eiskalte schnee.

ich würd deshalb den boden seitlich nicht sehr weit nach oben ziehen. bei meinem uralt ahwahne sinds nur 5 cm, beim bd sinds ca 15cm. ob nun das atmungsaktive zum boden taugt, oder ob es vorteile bietet weiss ich nicht. das hätte den kondens wohl auch nicht nach draussen befördert heute nacht. für die seiten würd ich auf jeden fall das event-dcf nehmen.

meine wahl wäre niedrige bodenwanne und nicht atmungsaktiv. preislich isses schon ne hausnummer das zeug.

Bearbeitet von danobaja
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great, das djedi dome als vorbild zu nehmen!

die konkrete membran kenn ich nicht, hatte aber mal die crux membran (X1strike). kondens war nicht das thema, deutlich weniger als @danobaja schreibt dh nasse fleckchen im stoff, tropfen am gestänge und ne minipfütze am boden, in der nähe von einer stange und meinem kopf. nachteil der membran bei geschlossenem eingang: vermittelte mir beim schlafen die angst, ersticken zu können (unabhängig davon ,ob der lüfter am anderen ende auf oder zu war); als ob man in nem weichen hardshell schläft. 

nun ist der dcf-membranstoff deutlich dünner, leichter und -wie schon gesagt- teurer.  mit dcf-mids hab ich die erfahrung, dass es da *praktisch-subjektiv* so gut wie kein kondens gibt (hatte schon das gleiche mid in silnyl -nass- neben dem gleichen mid in dcf -trocken- stehen). ich würde nach allem -und wenn ich das handwerklich könnte, seufz- wie hier schon ziemlich übereinstimmend gesagt, als stoff den ohne membran nehmen. und an beiden seiten auf ca. 25 cm höhe über null "überlappungen" zum lüften einbauen. für richtiges scheixxwetter noch ein beak/vorzelt vor den eingang (egal wie krumpelig; edit: vielleicht funzt auch (hochstehendes "vorzelt statt lüfter").

(edit: inner von meinem mid hat dcf bis auf ca. 25 cm hochgezogen, da gabs noch keine kondensprobleme)

Bearbeitet von hans im glueck
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vor 2 Stunden schrieb hans im glueck:

kondens war nicht das thema, deutlich weniger als @danobaja

ich hab ja gewusst dass das kommt, insofern war es auch kein thema.

aber da hätte auch kein anderer bodenstoff eine chance gehabt bei diesen bedingungen. das ist immer das gleiche, mit jedem zelt, wenn man bei wärme aufm gletscher/schnee zeltet. in der früh schwimmst du.

vor 7 Minuten schrieb ChristianS:

Bei Membranen bin ich inzwischen sehr skeptisch was die Dauerhaltbarkeit angeht...

ich kann nicht klagen, mein ahwahnee aus 1985 ist bis auf einen ominösen "fett"fleck immer noch dicht. es war allerdings auch jahrelang nicht mehr im einsatz. mein bd hab ich jetzt auch schon über 10 jahre und ist mit dem ersten seam-sealing immer noch dicht. also für mich funzt das bei den zelten prima.

in schuhen nullkommagarnicht. 2 minuten nasse wiese und jeder schuh ist durch gesifft bei mir. einer hat mal 4 wochen dicht gehalten mit goretex.

in kleidung. hmm. hab meine jacken auch über 10 jahre gehabt. problem immer die schultern wegen schwerem rucksack. ich find das auch nicht so schlecht.

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Moin!

vor 19 Stunden schrieb doman:

Die Dimensionen sind also ähnlich wie beim Djedi Dome, dem Referenzmodell für dieses Projekt.

Alle Achtung, das ist ein Projekt!

vor 19 Stunden schrieb doman:

Für genau diese Fälle möchte ich mir ein freistehendes Kuppelzelt kleben - aus DCF.

Du weißt sicher, dass man die DCF-Membran nicht genauso wie normales Cuben-Fabric verkleben kann. Hast Du eine Lösung für das Problem gefunden? (Vielleicht Nähen plus Kleben)
Ab Min: 2:25

Bei Verwendung von DCF als Material müsste für mich alles perfekt passen und dazu würde ich zuerst einen Proto aus Tyvek bauen. Daran könnte ich ermessen, ob sich die DCF-Flächen wie erwartet, über die Bögen spannen lassen. Mit einem 42 g/qm Tyvek würde man sogar eine Gewichtseinheit erhalten, die vergleichbar mit einem ePTFE-Membran fly wäre. https://www.extremtextil.de/tyvek-hardstructure-1025d-42g-qm.html

Ich finde die DCF-Membran hochinteressant. Allerdings denke ich auch, dass diese extrem atmungsaktive Membran immer noch den Grenzen der Physik unterworfen ist.

vor 19 Stunden schrieb doman:

Der Djedi Dome ist bekanntlich aus atmungsaktivem DCF gefertigt, damit er nicht zur Tropfsteinhöhle mutiert. Ich frage mich allerdings, ob die Atmungsaktivität der Membran bei einem Zelt überhaupt wirksam werden kann. Der Temperaturunterschied, den alle Membranen brauchen, ist doch beim Zelt - im Unterschied zur Bekleidung - nur in sehr geringem Maße gegeben.

Da bin ich ganz bei Dir.
Die Differenz von Temperatur und Luftfeuchte muss entsprechend hoch sein, damit der Vorgang funktioniert. Ich erinnere mich, dass es bei historischen Polarexpeditionen ebenfalls gefrorenes Kondenswasser an den Zeltwänden gab. Ich habe jetzt zwar keine Daten zur Hand, schätze aber Baumwolle, im Vergleich zu einer ePTFE-Membran, als sehr atmungsaktiv ein.

Wenn ich davon ausgehe, dass ich eh Kondenswasser oder Raureif im Zelt haben werde, würde ich das fly nicht aus atmungsaktiven Material bauen.
Eventuell könnte man darüber hinaus über neue Konzepte nachdenken, wie sich das Kondenswasser vom Schlafsystem fern halten lässt. Hier wäre ein "eingebauter bivy" aus DCF-Membran nur ein Gedanke, den ich verfolgen würde. Oder die Idee vom Nemo Tenshi, mit dem "condensation curtain" aufnehmen und weiter entwickeln ...

Bei einigen Hochgebirgs-Zelten habe ich mal gesehen, dass der Boden mit einem Reißer zu öffnen war oder sogar teilweise nach unten offen angelegt wurde. Das könnte eine Lösung für die Dränage  sein ...

vor 19 Stunden schrieb doman:

Alternativ könnte ich mir deshalb vorstellen, das Zelt aus dem normalen 18g-DCF anzufertigen.

18 g/qm wäre mir definitiv viel zu filigran. Ich würde in jedem Fall das 26 g/qm Material vorziehen.

vor 19 Stunden schrieb doman:

... es sei denn ich bin in Gegenden unterwegs, in denen es keine Bäume oder sonstige Abspannmöglichkeiten gibt.

Ich weiß jetzt nicht, ob ich Dich richtig verstehe, aber gerade oberhalb der Baumlinie würde ich mein Kuppelzelt extrem gut abspannen wollen. ;)
Wenn man beim Stangendurchmesser und dem Material nahe den Belastungsgrenzen arbeitet, sollte eine direkte Kraftableitung vom Gestänge auf die Sturmabspannungen erfolgen. (Damit meine ich natürlich keine lifter auf der Fläche).
Die Konstruktion von Innenabspannungen / Versteifungen kann man sich übrigens gut bei "Slingfin" abgucken.

Hier wird recht gut die Eigenkonstruktion einer DCF Kuppel dokumentiert. Aber wahrscheinlich kennst Du das vid schon.

VG. -wilbo-

Bearbeitet von wilbo
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Vielen Dank für euer Feedback, das mir in mehrerer Hinsicht weiter geholfen hat! Entschuldigt, wenn ich nicht auf alle Anregungen eingehe.

@moritzEine Mesh-Rinne wollte ich eigentlich vermeiden, weil sie die gesamte Konstruktion weniger wetterfest macht. Dein Kommentar zum Zipper bestärkt mich aber darin, das normale Modell zu nehmen!

@danobajaDanke für die Bestärkung, DCF-eVent zu nehmen, die niedrige (6cm) Bodenwanne ist ja schon fertig.

@Christian WagnerDiese Beschreibung habe ich schon mal gelesen, werde die Maße aber ganz Old-School mit Packpapier abnehmen.

@ChristianSDanke für den Hinweis, kannte ich schon. Vor dem Zelt von @Andreas K.habe ich absolute Hochachtung. Aber die Unterschiede zu dem von mir geplanten sind doch erheblich.

@wilboDanke, das sind wichtige Hinweise! Ich bin allerdings vom 18er Material sehr überzeugt. Weil ich schon mal gesehen habe, wie stramm du abspannst, kann ich deine Anregung aber einordnen ;-)! Der Verarbeitungshinweis zum DCF-eVent macht mich noch mal stutzig. Eigentlich wollte ich ganz normal verkleben, wie es der Djedi-Produzent ja allem Anschein nach auch tut, aber es ist wahrscheinlich wirklich nicht sicher, ob sich die Laminatseite dafür eignet. Also vielleicht doch nähen? Muss ich mir noch überlegen...

Der Hinweis auf Tyvek ist auch bedenkenswert, allerdings könnte ich mir vorstellen, das finale Zelt daraus zu fertigen. Spricht da was dagegen? Wenn man die Nähte dichtet, sollte es doch auch Regen abkönnen, oder? Auch das MSR Adventure Pro 2 hat nur 1000 mm Wassersäule. Erstmal bestelle ich den Zipper.

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@CapereIch habe mich inzwischen über Tyvek informiert. Da niemand daraus Zelte herstellt, scheint dieses Materials dafür nur begrenzt geeignet zu sein. Die Atmungsaktivität von DCF eVent ist wirklich phänomenal. Das habe ich mit einem vor-den-Mund-halten-Test überprüft. Da lässt sich ja fast durchatmen.

Wenn man auf der Membranseite nicht kleben kann, bleibt nur das Nähen als Verarbeitungstechnik übrig. Wenn ich eine 60er Microtexnadel nehme, sind die Löcher auch nur sehr klein, sodass ich (bei Benutzung von Corespun-Garn) vielleicht nicht mal abdichten muss. Die 60er Nadel habe ich auch beim Trocki benutzt.

Welche Seite ist beim DCF eVent eigentlich die Membranseite? Ich nehme an, die etwas weißere und leicht schmierige. Falls mir das jemand bestätigen kann, wäre das eine Hilfe.

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vor 2 Minuten schrieb doman:

Welche Seite ist beim DCF eVent eigentlich die Membranseite? Ich nehme an, die etwas weißere und leicht schmierige. Falls mir das jemand bestätigen kann, wäre das eine Hilfe.

Ich vermute auch, dass es die weißliche Seite ist.
Du kannst das aber einfach an einer Ecke mit einem Stück Cubentape testen.

vor 4 Minuten schrieb doman:

Wenn man auf der Membranseite nicht kleben kann, bleibt nur das Nähen als Verarbeitungstechnik übrig.

Ja, ich würde das Material genauso verarbeiten wie ich es bei fast allen Herstellern gesehen habe. Einfache Kappnaht und von der Außenseite dann die Naht abtapen.

vor 9 Minuten schrieb doman:

Ich habe mich inzwischen über Tyvek informiert. Da niemand daraus Zelte herstellt, scheint dieses Materials dafür nur begrenzt geeignet zu sein.

Tarptent hat eine kurze Zeit, ein shelter aus Tyvek produziert
https://www.google.com/search?

VG. -wilbo-

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vor 46 Minuten schrieb doman:

Welche Seite ist beim DCF eVent eigentlich die Membranseite? Ich nehme an, die etwas weißere und leicht schmierige. Falls mir das jemand bestätigen kann, wäre das eine Hilfe.

Im MYOG-Bereich des Forums beschreibe ich die Anfertigung einer Regenjacke aus dem DCF eVent-Material (Titel: Regenjacke - Mein 3.MYOG-Projekt). Hinter dem 3.Bild in diesem Beitrag berichte ich über Verklebungsversuche mit dem Material.

Auch im MYOG-Bereich meines Blogs findest Du die Beschreibung zur Anfertigung der Regenjacke.

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@einar46Danke, das habe ich seinerzeit gelesen. Deine Argumentation mit dem erheblich vergrößerten Gewicht durch das Tape ist mir noch in Erinnerung. Mir schien außerdem, dass du geklebt hast, weil du dich vor dem Nähen scheust. Das ist für mich kein Argument. Aber vielleicht ist kleben doch besser...

Bearbeitet von doman
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vor 2 Minuten schrieb doman:

Mir schien außerdem, dass du geklebt hast, weil du dich vor dem Nähen scheust

Ja, da hast Du wohl recht.

Trotzdem werde ich "normales" Cuben in zukünftigen Cuben-Projekten nur noch kleben, ausgenommen Projekten wo große Zugbelastungen auftreten können (Zelte, Tarps usw).

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So, nochmal Tyvek. Auch wenn Locus das ab und an verwendet, halte ich es für ein zu wenig stabiles Material. Tyvek wird in USA auf dem Bau als Dampfsperre eingesetzt. Wenn da am Ende ein Paar Meter für den Tarpbau abfallen dann ist es eine günstige Möglichkeit an eine Behausung zu kommen. Extra kaufen würde ich es nicht. 

Zurück zum Kuppelzelt:

Es wurde ja schon ein Netzstreifen an der Bodennaht erwähnt. Bei meiner nächsten Kuppel würde ich den über die ganze Länge machen, etwa 20 cm hoch, mit ordentlicher Überlappung. Das der Wetterschutz leidet, ist imho konstruktiv lösbar.

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vor 52 Minuten schrieb Christian Wagner:

Tyvek wird in USA auf dem Bau als Dampfsperre eingesetzt

Zusatzinfo: Auch in Deutschland wird Tyvek als Unterspannbahn beim Dachdecken verwendet. Jeder dt. Dachdecker, der etwas vom Fach versteht, kennt das Material. Ich bin mir nicht 100%ig sicher, aber gut sortierte Dachdecker-Fachgeschäfte (evtl. sogar Baumärkte), führen das Material im Sortiment. Die Meterware auf Rollen ist leider stark mit der Werbung des Herstellers bedruckt. Für Zelte oder Tarps ist das eher ungeeignet.

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vor 2 Stunden schrieb einar46:

Auch in Deutschland wird Tyvek als Unterspannbahn beim Dachdecken verwendet.

OT: Jain. Das Material das als Unterspannbahn genutzt wird ist auch ein Polypropylenvlies (wie Tyvek), ist aber deutlich dicker, steifer und damit schwerer. Nicht wirklich vergleichbar mit "unserem" 44g Softstructure Tyvek.

@doman: Ich bin sehr gespannt, wie dein Kuppelzeltprojekt weiter geht! Plane selber schon lange auf einem Einbogenkuppeldingen herum. 
Zur Membran: Ich bin persönlich kein Fan davon. Zum einen, aus dem Temperaturgefällegrund, den du auch schon genannt hast. Zum anderen, weil Membranen nicht mehr richtig funktionieren, wenn sie nass sind, oder Schnee auf dem Zelt liegt.

Außerdem: selbst wenn eine Membran das Kondensproblem beheben würde, würde ich mir Sorgen machen um die Sauerstoffversorgung. Dafür müsste ohnehin ein Lüfter rein. Dann macht ein zweiter, für Durchzug um Luftfeuchtigkeit abzutransportieren auch nicht mehr so viel Arbeit. 
So sehen auf jeden Fall meine Gedanken dazu aus. OT: Vielleicht schreibe ich das auch nur, damit du keine Membran nutzt und ich mir dann einiges von dir abgucken kann!? :mrgreen:
Wie auch immer... Viel Spaß beim Basteln und lass uns am Ergebnis teilhaben!

mfg
der Ray

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Ich habe mich mittlerweile entschieden, und werde das gesamte Zelt aus DCF eVent herstellen. Den Rest habe ich bei Extex nachgeordert, dort ist es jetzt erst mal ausverkauft. Die Ersparnis von 30 Euro bei einem Sockel aus 18er Material ist es mir nicht wert und ich habe dann ein Zelt ohne Klebenähte an den Flächen. 

Lüfter werde ich trotzdem anbringen, aber nur oben am First. Die Dach-Flächen werde ich durch Kappnähte verbinden. Inzwischen habe ich auch die Schnittmuster dafür hergestellt - und habe dabei ein neues Problem festgestellt. 

Ursprünglich habe ich die Flächen mit Packpapier vom aufgestellten Zelt abgenommen, habe dann aber mit dem Zeltrechner von @Christian Wagnernachgerechnet und bin auf ein etwas kleineres Maß gekommen, das mir trotzdem genauer erscheint, weil die schweren Packpapierbögen die Zeltplane nur ungenau abbilden. Allerdings gibt es eine Diskrepanz zwischen der Länge der Gestängebögen und der Schablone der mittels Zeltrechner gewonnenen Kurve. Wenn ich den Bogen nachmesse, ist der 2 cm kürzer als der tatsächliche Bogen des Gestänges. Ich habe mehrmals nachgemessen und alle Angaben penibel auf den Millimeter genau übertragen und auch auf den exakten rechten Winkel geachtet. Trotzdem ist das Schnittmuster - nachgemessen am Gestängebogen - 2 cm zu klein/kurz.

Hat der Autor, @Christian Wagner, dafür eine Erklärung?

Bearbeitet von doman
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vor 42 Minuten schrieb doman:

Hat der Autor, @Christian Wagner, dafür eine Erklärung?

Wenn ich dich richtig verstanden habe dann ist die Berechnete Gestängelänge und die "wahre" Gestängelänge am abgemessenen Objekt unterschiedlich. Das liegt am ehesten daran das meine Zeltformel eine Parabel annimmt. Das Gestänge frei aufgestellt und sich selbst überlassen beschreibt aber keine Parabel. (Übrigens auch keine Katenoide - das wird fälschlicherweise sehr oft angenommen, welche Kurve es genau ist weis ich selber nicht.) Für die typische Kuppelzeltform ist eine Parabel eine gute Näherung. Das Gestänge legt sich einfach der Zeltbahnecke an und beschreibt dann (in Grenzen) die Form die durch die Zeltbahn vorgegeben wird.

Ich habe bei meinem blauen Zelt das Zelt etwas zu groß genäht (eigentlich wollte ich das Gestänge noch verlängern, was dann aber nie passiert ist) und dann habe ich das Zelt nachträglich nochmal deutlich auf Untermaß gekürzt. Nur so habe ich die Stoffspannung bei eingespreiztem Gestänge gut hinbekommen. Bei DCF ist das evtl. anders (viiiiiiel weniger Reck).

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vor 14 Minuten schrieb Christian Wagner:

Das Gestänge frei aufgestellt und sich selbst überlassen beschreibt aber keine Parabel.

Danke für diese schnelle Hilfe! Ich habe gerade Stunden herumprobiert und versucht, den Fehler zu finden, weil ich der Meinung bleiben wollte, die Formel sei passender als meine Old-School-Messung. Nachdem ich jetzt die Abstände zwischen den einzelnen Gestängesegmenten an den Übergängen gemessen habe, weiß ich aber, dass deine Zeltformel für meine Zwecke nicht passt. Ich will tatsächlich das oben abgebildete und sich selbst überlassene Gestänge als Maßstab für die Wölbung nehmen. Mit der Zeltformel wird die Wölbung viel zu flach. Das Gestänge durch das Zelt in eine angestrebte Wölbung zu pressen, will ich unbedingt vermeiden. Die Wölbung ist in der Mitte, d.h. am Scheitelpunkt der Kuppel, viel stärker als an den am Boden aufstehenden Enden. Kriterien für die Biegung sind wohl auch Material, dessen Dicke und die Gesamtlänge. Dafür gibts wohl leider keine allgemein anwendbare Formel.

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vor 34 Minuten schrieb doman:

Ich habe gerade Stunden herumprobiert und versucht, den Fehler zu finden,

Dude, wenn ich 2 cm Abweichung habe dann freue ich mich immer dass das so toll passt- :grin:.

vor 38 Minuten schrieb doman:

Mit der Zeltformel wird die Wölbung viel zu flach.

"Viel zu"  ist relativ, IMHO sind das nur ein Paar cm. Ich war immer der Meinung daß eine Parabel eher zu spitz ist. Eine Katenoide wäre noch flacher (flacher= mehr Krümmung an den Enden)und würde im Liegen nochmal ein Paar cm mehr Kopf- und Fußfreiheit bringen. Leider schüttle ich solche Formeln nicht mal eben so aus dem Ärmel und bei meiner aktuellen Freizeitmenge wird es wohl keine Zeltformel 2.0 geben. Hast du Mal beide Stoffbahnen direkt miteinander verglichen?

 

vor 47 Minuten schrieb doman:

Das Gestänge durch das Zelt in eine angestrebte Wölbung zu pressen, will ich unbedingt vermeiden.

Wie gesagt, das sollten nur ein Paar cm sein und in der Praxis IMHO keine Rolle spielen. Warum ist dir die "natürliche" Biegekurve so wichtig?

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