So, hier nun die Details.
Die Piz Roseg und die Dufour sind zwei relativ verschiedene Jacken. Die Piz ist so etwas wie eine Merino-Fleece-Jacke mit zusätzlichem Front-Windschutz, die Dufour ist eine leichte Merino-Isolationsjacke als Alternative zu KuFa-Isojacken. Dementsprechend ist die Dufour rundherum in Ripstop gekleidet, wogegen die Arme und der Rücken der Piz auf der Innenseite Merino ist, sich daher angenehmer anfühlt, allerdings auch winddurchlässig ist.
Die technischen Daten/Eindrücke: Die Piz wiegt in L 320g, die Dufour 230g, halten damit ihr Versprechen. Gerade die Dufour überrascht damit ein bisschen, denn sie ist definitiv voluminöser, als ich es angesichts des Gewichts erwartet hatte. Das Teil kann Isolation.
Im Schnitt unterscheiden sie sich spürbar, die Piz ist schlanker und etwas länger geschnitten und passt mir (180cm, 82kg) ziemlich gut. Die Dufour ist dagegen deutlich weiter geschnitten und mir insgesamt zu groß. Hier könnte M besser passen, was allerdings unbewiesen bleibt. Das Packmaß ist recht kompakt, kommt aber nicht an meinen Daunenpulli heran.
Da die Passform der Dafour nicht stimmt, habe ich sie auch gar nicht weiter getestet - grundsätzlich halte ich sie für eine schöne Jacke, die eine gute Alternative für KuFa-Isojacken darstellt. Daher im Folgenden nur noch zur Piz Roseg.
Tragegefühl: Die Piz trägt sich sehr angenehm, gerade mit der Woll-Innenseite direkt auf der Haut. Aber auch über dem Baselayer macht sie eine gute Figur, auch wenn Wolle auf Wolle mehr reibt, als Wolle auf Pertex. Soweit so klar. Da sie aber nicht komplett eng anliegt (auf dem Photo ohne Baselayer), ist hier noch genügend Spielraum, so dass es sich angenehm anfühlt. Die Front ist auch auf der Innenseite mit Ripstop belegt, was ohne Baselayer ok ist, aber mit Baselayer insgesamt sehr angenehm.
Sie Taschen sind praktisch positioniert und etwas höher als "klassische" Jackentaschen. Zudem passt auch mal etwas größeres rein. Die kleine Schlüsseltasche auf dem Arm ist genau das.
Funktionalität: Einen ersten Test habe ich gestern Nachmittag in der Sonne auf dem Rad gemacht. Wegen der angenehmen Temperaturen war das weniger ein Isolations- als ein Windtest. Hier merkt man schon, dass an den Armen Wind durchkommt, was aber angesichts der Temperaturen sehr angenehm war. Auch der freie Rücken bewirkt eine sehr angenehme Klimatisierung, da sich keine Feuchtigkeit staut. Insgesamt ist der Piz nicht so wärmend/isolierend wie mein Daunenpulli, aber in Kombination mit langärmligem Merino-Baselayer könnte das für meine Ansprüche ausreichend sein.
Heute Morgen dann der Fahrradtest in der Kälte (naja, mit 8 Grad deutlich wärmer als letzte Woche morgens, aber immerhin). Hier habe ich als zusätzlichen Windbreaker meine kleine Adidas Terrex Agravic Alpha Hooded (180g) genutzt, die wegen des schlanken Schnitts der Piz perfekt darüber passt, ohne dass es zu störenden Falten, Reibung, etc. kommt. Dazu noch mein langes Merino-Base drunter. Die Kombi war dann total angenehm, da an den Armen die Merino-Base und die Piz ein hinreichend dickes Luftpolster anlegten, das durch die Terrex von Wind geschützt wurde. Insgesamt fühlte ich mich mit der Merino-Windbreaker-Kombi besser klimatisiert als mit meiner schwereren Windbreaker-Softshell, die ich bei 4 Grad Außentemperatur mit dem Daunenpulli ergänzt hatte.
Fazit: Die Piz Roseg ist ein bisschen anders, als zunächst gesucht (etwas schwerer, weniger kompakt, nicht komplett wind/wasserabweisend). Aber sie bietet ein toll klimatisierendes Paket, das sich gut mit meiner anderen aktuellen Ausstattung (Adidas Terrex, Baselayer, ggf. leichte Hardshell) ergänzt und meine anderen expliziten und impliziten Ansprüche (Reißverschluss, praktische Taschen, Passform, keine Kapuze) erfüllt.