Genau, nach mir die Sinflut
Sehe ich nicht so deutsch (eine italiaenische Freundin von mir sagte immer "germany the country of law and order"), wenn ich irgendwo "zu Gast" bin, versuche ich mich so zu verhalten, dass ich die, die dort leben und Andere, die dort unterwegs sind, nicht zu sehr vor den Kopf stosse und z.B. den Gegnern des frei Zeltens nicht noch das Material liefere, damit sie weitergehende Zeltverbote usw durchsetzen koennen.
Ich habe das schon zu haeufig erlebt, dass durch zu viele, die mit der "egal-Einstellung" unterwegs waren, Gebiete fuer spaeter Durchreisende "versaut wurden", da aufgrund von Reaktionen aus der Bevoelkerung bzw anderen Reisenden dann weitgehende Verbote durchgesetzt und ueberwacht wurden. (die Mehrzahl der Urlauber bucht nun mal Hotels und macht Tageswanderungen und lamentiert dann evtl gegenueber dem Hotelpersonal ueber so etwas und dann kommt von den Besitzern auf dem Gemeinderats-Sitzungen die Argumente "unsere Gaeste werden veraegert, Umsatzeinbussen bla bla").
Gerade in der Schweiz kann Dir auch passieren, dass jemand Dein Licht beim biwakieren / Zelten sieht, es fuer einen Notfall haelt und die "Bergwacht" verstaendigt, die sind auch hoch erfreut, wenn sie bei Dir ankommen und feststellen, dass da nur jemand uebernachtet. In Oesterreich sind es dann eher die Jaeger, die sich aufregen, da kann es schon mal passieren, dass man dadurch aufwacht, dass man mit einem Gewehrlauf angestossen wird.
Wenn es denn nun unbedingt sein muss, in so einem starkfrequentierten Gebiet, wie den "Zentralalpen" frei zu uebernachten, empfehle ich
- eine nicht einsehbare Stelle zu suchen,
- sich deutlich von Huetten u.A. wegzuhalten (es sei denn man hat die Genehmigung des Wirts),
- sehr aufzupassen, das die eigene Lampe bzw evtl Kocherflamme nicht weiter sichtbar sind (im spanischen Gebirge kamen z.B. mal die Sheriffs, weil ich zwar mit der Stirnlampe aufgepasst hatte, aber im Tal jemand die Kocherflamme gesehen hat und dachte auf der nachts unbewirtschaften Farm oberhalb wuerde eingebrochen, ich hatte dann nur das Schwein, dass die Jungs im Schnee nicht so einen Bock hatten, ihren Landy laenger zu verlassen und als Senderista, der im Sturm zeltet, hat man da als Bekloppter eh nen Stein im Brett )
- je nach Gegend am fruehen Abend bei der oertlichen Bergwacht anzurufen, um zu sagen, dass kein Notfall existiert, sondern man da halt fuer eine Nacht biwakiert
- soweit moeglich, kein Zelt oder hochbauendes Tarp benutzen, sondern Biwaksack bzw uebergelegte Tarpplane
Das Vernuenftigste waere wahrscheinlich, mit jemand loszuziehen, der das schon haeufiger gemacht hat und entsprechend eher ein Gefuehl dafuer hat, was als "ok" angesehen wird und was nicht.
Ansonsten empfehle ich Dir, evtl als Urlaubsgebiet ein Gebiet auszusuchen, wo es aufgrund der Gesetzeslage und Einstellung, eher easy ist, als Wanderer frei zu uebernachten z.B. viele Laender Skandinaviens mit dem Allemaensraeten usw, auch wenn man wenig Geld hat, kommt man da ja mit dem Daumentaxi rel fix hin...
Ansonsten schau doch mal, ob es nicht in Deiner Gegend ein Stammtischtreffen von unserem Forum oder ODS (outdoorseiten - er hat Jehova gesagt ) gibt, da lernst Du sehr fix sehr viel ueber Ausruestung und je nach Stammtisch bringen auch Teilnehmer Material zu befingern mit, oder es gibt mal einen gemeinsamen Overnighter, wo Du Material austesten kannst.
(Im koelner Raum koennte der entsprechende Stammtisch inkl mir da "behilflich" sein und gibt ja viele Andere).