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Ultraleicht Trekking
lobo

Traumpfad München - Venedig 20.08.-11.09.

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Nachdem ich in den letzten Jahren immer wieder nen Teilabschnitt des Wege gemacht habe habe ich beschlossen dieses Jahr den gesamten Weg zu laufen.
Im Internet finden sich ja einige Reisebereichte, aber hier hab ich darüber noch nicht allzuviel gefunden, daher gibts nen kurzen stichpunktartigen Bericht von mir :)

Tourlänge:
Der Traumpfad München - Venedig ist ca. 550 km lang und hat ungefähr 25.000 Höhenmeter. Ich war insgesamt 23 Tage unterwegs. Die 29 Etappen in dem Rother Wanderführer sind für Wanderer mit leichtem Gepäck echt deutlich übertrieben. Die ersten Tage habe ich zwar schon ziemlich durchgepowert aber ab dem 4. Tag war ich dann immer mit anderen Wanderern (mit deutlich mehr Gepäck) unterwegs und auch da war es kein Problem einzelne Etappen zusammenzulegen. Ich habe keinen Pausentag gemacht, habe aber eine Etappe wegen schlechtem Wetter (Schneesturm) abbrechen müssen und hab daher zweimal auf der Lizumerhütte übernachtet.

Strecke:
Ich bin die gesamte Strecke von München nach Venedig inklusive Flachetappen gelaufen und würde das auch so wieder machen. Den Teil in Deutschland an der Isar entlang fand ich echt schön. Die Flachetappen in Italien sind teilweise nicht so toll, da der Weg manchmal kilometerlang an Straßen entlang führt, aber sie gehören für mich trotzdem dazu. Der Schönste Moment war nach 22 Tage wandern am Meer anzukommen, das Gefühl hätte ich nicht gehabt wenn ich ab Belluno mit dem Bus oder Zug nach Venedig gefahren wäre :)

Wetter:
Es war wirklich alles dabei. Von 35 Grad im Schatten in den Flachetappen (in Deutschland und in Italien) über Starkregen, 40cm Neuschnee und nem Schneesturm mit fünf Meter Sicht...

Orientierung:
Ich habe zwar den Rother- Wanderführer ihn aber aus Gewichtsgründen zuhause gelasssen. Ich habe mir Karten rauskopiert und Telefonnummern rausgeschrieben, bin aber dann den gesamten Weg mit dem GPS Track aus dem Buch und ner kostenlosen Onlinekarte gelaufen (die besser war als die Kompass-Karten). Die Rother App (für 10,00€) zu dem Buch kann ich nicht empfehlen. Die Karten sind nicht gut und das Höhenprofil ist eine Katastrophe. Ich fand die Orientierung mit Handy super und deutlich besser als mit dem Wanderführer. Gerade bei Schnee und Nebel wenn man den Weg nicht so einfach finden kann war ich mit Handy und aktuellem Standort deutlich im Vorteil.

Hütten/Unterkünfte reservieren:
Ich habe die Hütten meiste gar nicht reserviert und wenn dann am selben Tag. Einmal war ich komplett alleine auf einer Hütte und einmal musste ich im Notlager schlafen. Nur ein einziges Mal war die Hütte komplett ausgebucht und wir mussten 2 Stunden bis zur nächsten Hütte laufen, was aber auch kein Problem war, da wir bereits um 13:30 Uhr bei der ersten Hütte waren...

Machbarkeit:
Meiner Meinung nach ist der Traumpfad für jeden der halbwegs schwindelfrei und fit ist gut machbar. Auch die Etappe mit dem Klettersteig (man sollte aber vorher schon Mal einen gemacht haben). Außerdem eignet er sich gut, wenn man keinen Wanderparter hat, aber ungerne alleine in den Bergen unterwegs ist. Wer will findet da immer einen Mitwanderer :) Trotzdem darf man das Wandern in den Bergen nie unterschätzen und muss beim Packen und Planen auf jedes Wetter eingestellt sein. 

Hüttentour vs draußen schlafen:
Ich habe das ganze nicht als reine Hüttentour geplant sondern hatte auch Schlafsack, Isomatte und Tarp dabei und nen Basisgewicht von 4kg.

Hier meine Packliste: https://lighterpack.com/r/1s2mqt

Die Idee war vor allem in den ersten Nächten und auf den Flachetappen in Italien draußen und ansonsten meist auf Hütten zu schlafen. Anfangs habe ich mich auch an den Plan gehalten. Die erste Nacht habe ich auf einem Zeltplatz an der Isar verbracht und in der zweiten habe ich auf der Benediktenwand bivakiert. Nachdem ich aber am dritten Abend im Karwendelhaus einige andere München-Venedig Wanderer getroffen habe mit denen ich mich sehr gut verstanden habe wurde es ab da (außer noch einer Übernachtung in der Nähe von Pfunders) zu einer reinen Hüttentour einschließlich einiger Hotelübernachtungen in Italien.

Fazit: Auch wenn die Nacht auf der Benediktenwand wirklich schön war und die Flexibilität mit Tarp und Schlafsack deutlich höher ist (was auch eine gewisse Sicherheit bietet) würde ich beim nächsten Mal die Tour als reine Hüttentour planen und mir die ca. 1,5kg für Tarp, Schlafsack, Isomatte, Kocher usw. sparen.

Ausrüstung:
Das würde ich das nächste Mal zuhause lassen:
- Tarp, Schlafsack, Isomatte
- Kocher und Topf
- Daunenweste (habe ich nur als Kopfkissen verwendet)

Das würde ich das nächste Mal mitnehmen:
- Sonnenbrille (habe ich bis jetzt nie gebraucht, aber ein ganzer Tag in Sonne und Schnee hat mich dazu gebracht, dass ich nächstes Mal auf jeden Fall eine mitnehme)
- Hut, Cap (hatte ich 5x dabei und nie gebraucht, deswegen dieses Mal zuhause gelassen, aber bei so viel Sonne habe ich mir oft eine gewunschen)

Sonstiges zur Ausrüstung:
- Trailrunning Schuhe waren trotz Problemen mit dem Sprungelenk vor der Tour überhaupt kein Problem auf dem Weg
- Der Regenschirm hat mich auch in der Knirpsversion überzeugt
- Die Kombination aus kurzer Wanderhose und langer Regenhose hat super geklappt.

- Klettersteigset: Habe ich, wie im Rother beschrieben, zum Passo Duran geschickt und dann drei Tage später aus Belluno wieder heim geschickt. Man kann am Passo Duran auch ein Klettersteigset ausleihen (kostet 25€) und es dann zwei Tagesetappen nach Belluno wieder abgeben (muss dann aber auch dort übernachten). Finanziell ist ausleihen günstiger. Mein Paket nach Italien hat 18,00€ gekostet und das zurückschicken (mit zwei Klettersteigsets drin) 32,00€. Der Vorteil vom Zuschicken ist, dass man sich auch noch andere Sachen (Proviant usw.) zuschicken kann, sein Klettersteigset benutzen kann (was vielleicht einige lieber mögen) und man das Set 1-2 Tage früher wieder los wird. Allerdings habe ich auch eine Stunde auf der Post verbracht, bis ich das Paket endlich zurück schicken konnte....

Kosten:
Ursprünglich bin ich von Gesamtkosten in Höhe von ca. 750€ ausgegangen, das hätte auch mit mehr Tarpübernachtungen und mehr Solowandern locker geklappt. Nachdem ich dann aber fast die gesamte Strecke mit trinkfreudigen Hütten-/Hotelwanderern unterwegs war, hat der gesamte Urlaub mit Hin- und Rückfahrt ca. 1100€ gekostet. Was auch vollkommen in Ordnung war. Ich hätte es ja auch anders haben können...

 

Ist zwar jetzt kein wirklicher Tourenbericht geworden, aber vielleicht kann ich ja jemanden damit bei der Tourenplanung weiterhelfen :)
Falls ihr Fragen habt könnt ihr euch gerne melden...


 

bearbeitet von lobo

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Hach, sehr schön! Da haben wir uns wohl gerade verpasst :/ — ich und meine Frau waren (sehr entspannt, mit reichlich Zwischenstopps) vom 08. August bis zum 10. September unterwegs, ein ausführlicher Reiseberich meinerseits steht auch noch aus...

Für alle, die vorhaben den gleichen Weg inkl. Klettersteig zu machen: Ich würde auf jeden Fall ebenfalls empfehlen, ein eigenes Klettersteigset vorrauszuschicken: wir haben nämlich im Passo Duran (und das obwohl wir telefonisch zwei Sets vorreserviert hatten) leider keines mehr ausgeliehen bekommen, da schon alle im Umlauf waren. War am Ende nicht sooo tragisch, da es am Klettersteigtag dann eh gewittert hat, aber wer den Klettersteig auf jeden Fall machen möchte: lieber das eigene per Post vorrausschicken. Ist dann wahrscheinlich auch leichter ;)

Dann mach ich mich auch mal an den Reisebericht, wa!

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Am 21.9.2018 um 23:36 schrieb lobo:

40cm Neuschnee und nem Schneesturm mit fünf Meter Sicht...

:ph34r: andersrum wird ein schneesturm draus! ;-) duck und weg....

schöner bericht! vielen dank!

und bene-wand rulez! die ist immer ne übernachtung wert.

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vor 14 Stunden schrieb Desdemona:

Wow. Toller hilfreicher Kurzbericht. Was mich brennend interessiert betrifft die Orientierung. Ich werde von Mitte August bis Mitte September dort unterwegs sein und bin vollprifi im verlaufen. 

 

Lg

Hallo Desdemona,

der Weg ist gut zu finden, außerdem gibts im  Rother Wanderführer.eine Beschreibung. Eine Karte habe ich nur in der Schiara genutzt.

Es sind viele Leute um diese Zeit unterwegs, sodaß Du kaum Chancen hast, Dich zu verlaufen.

Gruß

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Mit dem Büchlein und der Onlinekarte sollte das kein Problem sein, außerdem sind wie Anne schreibt um die Zeit eh immer einige Wanderer unterwegs..

Wegen den Etappen: Hier mal die Aufstellung meiner Wanderung :) An den ersten drei Tagen war ich noch sportlicher unterwegs, dann bin ich wie beschrieben in einer Gruppe gelaufen...

1.   Tag: München - Zeltplatz bei Einöd (hinter Geretsried)
2.   Tag: Einöd - Benediktenwand
3.   Tag: Benediktenwand - Karwendelhaus
4.   Tag: Karwendelhaus - Halleranger Alm
5.   Tag: Halleranger Alm - Vordertalhütte (wegen schlechtem Wetter)
6.   Tag: Vordertalhütte - Lizumer Hütte
7.   Tag: Lizimer Hütte - Tuxer-Joch-Haus (1. Versuch)
8.   Tag: Lizimer Hütte - Tuxer-Joch-Haus (2. Versuch)
9.   Tag: Tuxer-Joch-Haus - Pfitscher-Joch-Haus
10. Tag: Pfitscher-Joch-Haus - Pfunders
11. Tag: Pfunders - Kreuzwiesen Alm
12. Tag: Kreuzwiesen Alm - Schlüterhütte
13. Tag: Schlüterhütte - Grödner Joch
14. Tag: Grödner Joch - Rifugio Viel del Pan
15. Tag: Rifugio Viel dal Pan - Rifugio Coldai
16. Tag: Rifugio Coldai - Passo Duran
17. Tag: Passo Duran - Rifugio Furio Bianchet (Pian de Fontana war ausgebucht)
18. Tag: Rifugio Furio Bianchet - Belluno
19. Tag: Belluno - Revine Lago/Ai Cadelach
20. Tag: Revine Lago - Ponte della Priula
21. Tag: Ponte della Priula - Musile di Piave
22. Tag: Musile di Piave - Ca di Valle (Jesolo)
23. Tag: Ca di Valle - Venedig

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vor 9 Minuten schrieb lobo:

15. Tag: Rifugio Viel dal Pan - Rifugio Coldai

Seilbahn von Alleghe aus? Mir hat die letzten beiden Male der Abstieg vom Viel dal Pan nach Alleghe über die rutschigen Pisten und den zu Beton gewalzten Schotterweg schon vollauf gereicht, da hätte ich keinen Bock mehr auf die 1400hm (?) zum Coldai gehabt. Allerdings ist der Rotwein in der Pizzeria in Alleghe so gut, dass es sich am nächsten Morgen u.U. auch nicht so viel leichter anfühlt. Die Seilbahn ist letztes Jahr nur bis einschließlich 16.9. gefahren, das ist mir aber erst am 17.9. um 09:30 bewusst geworden :cry:

Statt der Schlüterhütte (wo man vorzüglich isst, riesige Nusskuchenstücke bekommt und der Rotwein gelegentlich eine Kuppel auf dem Glas formt, also nicht falsch verstehen) kann ich zum Entschleunigen die Medalges-Alm empfehlen, sind nur 10 Minuten weiter in Richtung Roa-Scharte, also direkt am Weg. Frühstück + Abendessen im Kerzenlicht, selbstgemachter Käse und Schlafen unter Daunendecken über dem (im Sommer leeren) Stall. War nach den zuvor oft richtig vollen Hütten für mich ein willkommener Kontrast. Aber unbedingt vorher anrufen ob geöffnet und Platz ist! Sandra und Heini sind super nett.

In der Tissihütte und im Pian de Fontana war ich froh um meine Z-Lite-Segmente. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob in den tiefen Löchern in der Mitte der Matratze nicht schon ein paar bemitleidenswerte Wanderkollegen aus den Vorjahren verschollen gegangen sind. Die Chancen stehen aber gut, dass es dieses Jahr neue Matratzen gegeben hat.

MuVe ist wirklich super ausgeschildert und markiert. Im Vergleich war Salzburg-Triest dieses Jahr ein Ratespiel, und dort ist auch jede(r) angekommen :grin:

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vor 2 Stunden schrieb BitPoet:

Seilbahn von Alleghe aus? Mir hat die letzten beiden Male der Abstieg vom Viel dal Pan nach Alleghe über die rutschigen Pisten und den zu Beton gewalzten Schotterweg schon vollauf gereicht, da hätte ich keinen Bock mehr auf die 1400hm (?) zum Coldai gehabt. Allerdings ist der Rotwein in der Pizzeria in Alleghe so gut, dass es sich am nächsten Morgen u.U. auch nicht so viel leichter anfühlt.

Ne wir sind gelaufen. Wir haben in Alleghe mittags Pizza und Eis gegessen, das war für den Aufstieg auch nicht gerade förderlich...

Aber ging schon ;)

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